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Trauma und Sucht
Trauma und Sucht sind eng miteinander verbunden und spielen möglicherweise eine
wich6ge Rolle in Bezug auf deine medizinisch psychologische Untersuchung (MPU).
Vielleicht hast du bereits eine Vermutung, dass dein Drogen-, Medikamenten oder
Alkoholkonsum eine 6efere Ursache hat. Unbewusst spürst du vielleicht, dass der Konsum
dich vorübergehend besser fühlen lässt und deine Stresssymptome oder unangenehmen
Gefühle lindert und dich lockerer in sozialen Bindungen sein lässt.
Besonders bei der Einnahme von Substanzen wie Cannabis, Kokain, MDMA oder Psylocybin
kann dieser soziale Effekt verstärkt auNreten. Mit MPU Beratung und Vorbereitung online
und in Bonn habe ich mir zum Ziel gesetzt, dir hilfreichen Content und MPU Tipps zur
Verfügung zu stellen – Empowerment!
Die Ursache für eine medizinisch psychologische Untersuchung (MPU) entsteht nicht aus
dem Nichts
Es besteht ein klarer wissenschaNlicher Zusammenhang zwischen Trauma und Sucht,
weshalb die Anordnung einer medizinisch psychologischen Untersuchung ihre Ursache hier
haben kann. Eine MPU kann aufgrund von Drogenkonsum, Alkoholkonsum, Verkehrsdelikten,
StraNaten oder Aggressionen angeordnet werden und ihren Ursprung in trauma6schen
Erfahrungen haben.
Viele Menschen, die trauma6sche Erfahrungen gemacht haben, greifen unbewusst zu
Substanzen oder entwickeln süch6ge Verhaltensweisen, um mit schwierigen Emo6onen und
Erinnerungen umzugehen. Medikamente, wie Benzos oder Z-Substanzen, Alkohol, Drogen,
Glücksspiel, übermäßiger Medienkonsum, Binge-Shopping oder Binge-Ea6ng, schnelles oder
riskantes Autofahren, andere riskante Tä6gkeiten oder Verhaltensweisen, wie beispielsweise
High Sensa6on Seeking, auch übermäßiges Arbeiten, riskante sexuelle Ak6vitäten, krasser
Pornokonsum, Aggressionen, Gewalt oder Delinquenz können hier ihren Ursprung haben. So,
du bist im Bilde.
GesellschaDliche Tabus bzgl. Substanzkonsum verhindern FortschriI in Deutschland
Trauma, Missbrauch, Sucht und Abhängigkeit sind weitverbreitete Probleme, die jedoch in
unserer GesellschaN und innerhalb von Familien oN als Tabu behandelt und s6gma6siert
werden. In therapeu6schen Ansätzen wurde die Verbindung zwischen diesen Aspekten lange
Zeit unterschätzt und vernachlässigt. Andere Länder sind in dieser Hinsicht deutlich
progressiver als Deutschland.
ON sind bei den Betroffenen Scham und Schuldgefühle mit diesen Themen verbunden. Beim
Thema Trauma und Sucht kumulieren die Tabus. Außerdem wird auch in professionellen
Se_ngs viel zu oN an Symptomen gearbeitet und die Gründe, Ursachen und der Kontext, in
dem das Symptom entstanden ist und zunächst sinnvoll ist, übersehen.
Wenn dich das Thema Trauma und Sucht betria, möchte ich dich ermuntern diese alten,
verkrusteten Tabus zu brechen und dir deine eigenen Gedanken zu machen. Trau dich das, es
lohnt sich rich6g. Ich möchte dir einige aufschlussreiche Erkenntnisse präsen6eren. Wir
werden uns damit beschäNigen, was Sucht und komplexe Entwicklungstrauma sind und wie
Sucht, dein Nervensystem und EmoNonen zusammenhängen.
2
Entwicklungstrauma und Substanzkonsum
Komplexe Entwicklungstrauma (Typ-2-Trauma) in der Kindheit können die Stressachse
beeinträch6gen, was bei manchen Menschen auch zu einer erhöhten Stressreak6on im
Erwachsenenalter führt. Die Veränderung der HPA-Achse durch Trauma kann auf die
übermäßige Freisetzung von Stresshormonen wie Kor6sol zurückgeführt werden, was zu
einer Dysregula6on führt. Besonders der präfrontale Cortex, verantwortlich für
Emo6onskontrolle und Stressregula6on, kann durch Trauma beeinträch6gt werden, was die
Fähigkeit zur angemessenen Stressbewäl6gung verringert und das Suchtrisiko erhöhen kann.
Wie läuD das genau ab mit der EmoNonsregulaNon
EmoNonsregulaNon umfasst die Zusammenarbeit von Gehirnregionen wie dem präfrontalen
Cortex, der Amygdala und dem Hippocampus, gesteuert durch Hormone wie Kor6sol und
Adrenalin. Diese Mechanismen ermöglichen die Verarbeitung und Kontrolle von Emo6onen
sowie körperlichen Reak6onen. Trauma6sche Erlebnisse können diese Balance stören, die
Amygdala überak6vieren, den präfrontalen Cortex
beeinträch6gen, hormonelle und epigeneNsche Veränderungen auslösen und so emo6onale
Dysregula6on und psychische und körperliche Erkrankungen begüns6gen. Die polyvagale
Theorie von Porges betont die Rolle des Vagusnervs in dieser Regula6on.
Vagusnerv - ein interessanter Nerv
Der Vagusnerv ist der zehnte von insgesamt zwölf Hirnnerven. Er erstreckt sich als der
längste und komplexeste Nerv vom hinteren Bereich des Gehirns bis zu den inneren Organen.
Der Vagusnerv kann sowohl den sympathischen als auch den parasympathischen Zustand
modulieren, was einen direkten Einfluss auf emo6onale Reak6onen und physiologische
Stressreak6onen hat.
Diese Regula6onsfunk6on beeinflusst nicht nur die Herzfrequenz, Atmung und Verdauung,
sondern spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Emo6onsregula6on. Eine regulierte
Vagusnerv-Ak6vität fördert also emo6onale Stabilität und Widerstandsfähigkeit, während
eine Übererregung (Hyperarousal) oder eine Untererregung (Hypoarousal) mit einer
erhöhten Neigung zu emo6onaler Dysregula6on und psychischen und physischen
Erkrankungen in Verbindung steht.
Ein kluger Überlebensmechanismus eines klugen Systems - You 🙂
Diese Veränderungen in deinem Stresssystem durch trauma6schen Stress sind keine
Schäden, sondern äußerst kluge Anpassungen deines Körpers, deiner Seele und deines
Geistes. Das bedeutet, dass du eine besonders ausgeprägte Wahrnehmung für
Bedrohungssitua6onen und Gefahren entwickelt hast, um dich zu schützen und zu
überleben. Dies sind intelligente Reak6onen von dir und keine Krankheit.
DauerhaNer und bedeutsamer Stress macht krank
Eine dauerhaNe hohe Anspannung ist aber sehr belastend und kann langfris6g Krankheiten
begüns6gen, da anhaltender Stress Ursache für psychische und körperliche Erkrankungen ist.
Es ist nicht überraschend, dass du unbewusst versuchst, diesen Stresszustand durch
Verhaltensweisen oder Substanzen zu regulieren. Aber langfris6g ist dies keine op6male
Lösung, da es den Teufelskreis verstärken kann und dich gleichzei6g anfälliger für die
Entwicklung von Abhängigkeiten macht. Daher ist es ratsam, den Umgang mit diesem
Zustand zu erlernen, um deine innere Balance zu finden.
3
StressredukNon durch Substanzkonsum und Risikoverhalten
Dies kann Menschen mit Traumaerfahrungen dazu bringen, durch Suchtverhalten, eine
vorübergehende Linderung von Stress, unangenehmen Erinnerungen und nega6ven
Gefühlen zu finden. Dieses Verhalten bietet vorübergehende Dopaminbelohnung, die bei
dysregulierter Stressverarbeitung besonders verlockend ist. Doch die kurzfris6ge
Erleichterung geht oN mit einem Ans6eg des Stressniveaus einher, was den Zyklus verstärkt
und Abhängigkeitsentwicklungen befeuert. Das verdeutlicht, wie traumabedingte
Stressdysregula6on die Anfälligkeit für Suchtverhalten erhöhen kann.
Warum kann ein komplexes Entwicklungstrauma (Typ-2-Trauma) Suchtverhalten
begünsNgen
Trauma und Sucht sind oN miteinander verbunden. Es gibt verschiedene Gründe, warum
Menschen, die trauma6sche Erfahrungen gemacht haben, ein erhöhtes Risiko für
Suchtverhalten haben:
1. Zum einen kann das Trauma selbst das Gehirn verändern und die Freisetzung von
Neurotransmiiern wie Dopamin und Endorphinen beeinflussen, was dazu führen
kann, dass du dich durch Substanzkonsum oder Verhaltensweisen vorübergehend
besser fühlst.
2. Zum anderen können trauma6sche Erfahrungen auch dazu führen, dass du
Schwierigkeiten hast, mit Emo6onen wie Angst, Wut, Traurigkeit, Schuld und
Scham umzugehen. Substanzen oder Verhaltensweisen können dann als kurzfrisNge
BewälNgungsstrategie genutzt werden, um diese unangenehmen EmoNonen zu
unterdrücken oder zu vermeiden. Vielleicht kannst du aber auch Gefühle überhaupt
nicht wahrnehmen. Damit bist du nicht alleine. Gefühlsblindheit betria immerhin
rund 10 Prozent der deutschen Bevölkerung. Alexithymie wird als Traumafolge
disku6ert. Andererseits gehörst du vielleicht zu den rund 30 Prozent der deutschen
Bevölkerung die sensibel sind und zum Spektrum der Hochsensibilität zählen. Du
siehst Menschen sind unterschiedlich und ihre Gehirne sind es auch 🙂
3. Trauma kann das Selbstwertgefühl und das Selbstbild beeinflussen. Menschen, die
trauma6sche Erfahrungen gemacht haben, können sich minderwer6g oder ungeliebt
fühlen und versuchen, diese nega6ven Gefühle durch den Konsum von Substanzen
oder süch6gem Verhalten zu kompensieren. Dies kann vorübergehend zu einem
Gefühl der Kontrolle, des Trostes oder der Belohnung führen. Langfris6g eher
kontraproduk6v.
4. Des Weiteren kann das soziale Umfeld eine Rolle spielen. Menschen, die
trauma6sche Erfahrungen gemacht haben, haben möglicherweise Schwierigkeiten,
stabile Beziehungen aufzubauen oder Vertrauen in andere Menschen zu entwickeln.
Substanzkonsum oder süch6ges Verhalten kann dann als Ersatz für
zwischenmenschliche Beziehungen dienen oder als Möglichkeit, sich vor weiteren
Verletzungen oder Eniäuschungen zu schützen.
4
„Du versuchst, dein Trauma in Alkohol zu ertränken? Mach dir keine Hoffnung: Dein Trauma
kann schwimmen“.
Dagmar Minor-Püllen
Heilungsansätze bei Trauma und Sucht
Dein Gehirn ist lebenslang in der Lage sich weiterzuentwickeln (Neuroplas6zität) und sich an
die Lebensbedingungen anzupassen. Manche Forschungsarbeiten zur
Epigene6k (Schniistelle von Umweloaktoren und Gene6k) gehen davon aus, dass sich z.B.
durch eine stressfreie Umgebung, gene6sche Effekte umkehren lassen.
Durch die Aufrechterhaltung der Verknüpfung von Trauma und Sucht resp. einen
Substanzkonsum verzögerst du die Heilung, weil du neue Stressreize setzt und ungeübt darin
bleibst, deine Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und zu regulieren. Im MPU Blog findest
du einige hilfreiche Beiträge zu diesem Thema.
Die Aufarbeitung von Trauma und Sucht erfordert eine integra6ve Herangehensweise, bei
der sowohl die trauma6schen Erfahrungen als auch das Suchtverhalten selbst berücksich6gt
werden. Indem die zugrunde liegenden trauma6schen Erfahrungen verarbeitet werden und
alterna6ve Bewäl6gungsstrategien entwickelt werden, kannst du lernen, gesunde Wege zur
Regula6on deines autonomen Nervensystems und zur Bewäl6gung von Stress zu finden.
Ich stehe dir für deine Fragen rund um deinen Führerschein und das Thema MPU-Beratung
und MPU-Vorbereitung zur Verfügung.
Bei deinen Fragen zu Trauma und Sucht und für deine professionelle MPU Beratung stehe
ich dir in Bonn und überall in Deutschland zu Diensten – auf Augenhöhe. Melde dich gern
unkompliziert bei MPU Schlich Bonn unter: 0174579565
Hast du eine MPU-Anordnung wegen Alkohol oder Drogen?
Leg sofort los mit deiner Vorbereitung und verliere keine unnö6ge Zeit.
Ich begleite dich respektvoll und fair zu deiner erfolgreichen MPU - ganz ohne Risiko 🙂 und
mit Zufriedenheitsgaran6e.
Ich will am liebsten sofort loslegen! Hier gehts zu deinem Kurs!
Quellen und weiterführende Links zu Trauma und Sucht:
• CANSAS Projekt
• Projekt Sicherheit finden
• Bessel van der Kolk (2014): The Body Keeps the Score: Brain, Mind, and Body in the
Healing of Trauma
• Titelbild Trauma und Sucht – @canbedone iStock
• MPU trotz Rezept
hips://mpu-schlich-bonn.de
Autorin: Chris6na Schlich, M.A.

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  • 1. 1 Trauma und Sucht Trauma und Sucht sind eng miteinander verbunden und spielen möglicherweise eine wich6ge Rolle in Bezug auf deine medizinisch psychologische Untersuchung (MPU). Vielleicht hast du bereits eine Vermutung, dass dein Drogen-, Medikamenten oder Alkoholkonsum eine 6efere Ursache hat. Unbewusst spürst du vielleicht, dass der Konsum dich vorübergehend besser fühlen lässt und deine Stresssymptome oder unangenehmen Gefühle lindert und dich lockerer in sozialen Bindungen sein lässt. Besonders bei der Einnahme von Substanzen wie Cannabis, Kokain, MDMA oder Psylocybin kann dieser soziale Effekt verstärkt auNreten. Mit MPU Beratung und Vorbereitung online und in Bonn habe ich mir zum Ziel gesetzt, dir hilfreichen Content und MPU Tipps zur Verfügung zu stellen – Empowerment! Die Ursache für eine medizinisch psychologische Untersuchung (MPU) entsteht nicht aus dem Nichts Es besteht ein klarer wissenschaNlicher Zusammenhang zwischen Trauma und Sucht, weshalb die Anordnung einer medizinisch psychologischen Untersuchung ihre Ursache hier haben kann. Eine MPU kann aufgrund von Drogenkonsum, Alkoholkonsum, Verkehrsdelikten, StraNaten oder Aggressionen angeordnet werden und ihren Ursprung in trauma6schen Erfahrungen haben. Viele Menschen, die trauma6sche Erfahrungen gemacht haben, greifen unbewusst zu Substanzen oder entwickeln süch6ge Verhaltensweisen, um mit schwierigen Emo6onen und Erinnerungen umzugehen. Medikamente, wie Benzos oder Z-Substanzen, Alkohol, Drogen, Glücksspiel, übermäßiger Medienkonsum, Binge-Shopping oder Binge-Ea6ng, schnelles oder riskantes Autofahren, andere riskante Tä6gkeiten oder Verhaltensweisen, wie beispielsweise High Sensa6on Seeking, auch übermäßiges Arbeiten, riskante sexuelle Ak6vitäten, krasser Pornokonsum, Aggressionen, Gewalt oder Delinquenz können hier ihren Ursprung haben. So, du bist im Bilde. GesellschaDliche Tabus bzgl. Substanzkonsum verhindern FortschriI in Deutschland Trauma, Missbrauch, Sucht und Abhängigkeit sind weitverbreitete Probleme, die jedoch in unserer GesellschaN und innerhalb von Familien oN als Tabu behandelt und s6gma6siert werden. In therapeu6schen Ansätzen wurde die Verbindung zwischen diesen Aspekten lange Zeit unterschätzt und vernachlässigt. Andere Länder sind in dieser Hinsicht deutlich progressiver als Deutschland. ON sind bei den Betroffenen Scham und Schuldgefühle mit diesen Themen verbunden. Beim Thema Trauma und Sucht kumulieren die Tabus. Außerdem wird auch in professionellen Se_ngs viel zu oN an Symptomen gearbeitet und die Gründe, Ursachen und der Kontext, in dem das Symptom entstanden ist und zunächst sinnvoll ist, übersehen. Wenn dich das Thema Trauma und Sucht betria, möchte ich dich ermuntern diese alten, verkrusteten Tabus zu brechen und dir deine eigenen Gedanken zu machen. Trau dich das, es lohnt sich rich6g. Ich möchte dir einige aufschlussreiche Erkenntnisse präsen6eren. Wir werden uns damit beschäNigen, was Sucht und komplexe Entwicklungstrauma sind und wie Sucht, dein Nervensystem und EmoNonen zusammenhängen.
  • 2. 2 Entwicklungstrauma und Substanzkonsum Komplexe Entwicklungstrauma (Typ-2-Trauma) in der Kindheit können die Stressachse beeinträch6gen, was bei manchen Menschen auch zu einer erhöhten Stressreak6on im Erwachsenenalter führt. Die Veränderung der HPA-Achse durch Trauma kann auf die übermäßige Freisetzung von Stresshormonen wie Kor6sol zurückgeführt werden, was zu einer Dysregula6on führt. Besonders der präfrontale Cortex, verantwortlich für Emo6onskontrolle und Stressregula6on, kann durch Trauma beeinträch6gt werden, was die Fähigkeit zur angemessenen Stressbewäl6gung verringert und das Suchtrisiko erhöhen kann. Wie läuD das genau ab mit der EmoNonsregulaNon EmoNonsregulaNon umfasst die Zusammenarbeit von Gehirnregionen wie dem präfrontalen Cortex, der Amygdala und dem Hippocampus, gesteuert durch Hormone wie Kor6sol und Adrenalin. Diese Mechanismen ermöglichen die Verarbeitung und Kontrolle von Emo6onen sowie körperlichen Reak6onen. Trauma6sche Erlebnisse können diese Balance stören, die Amygdala überak6vieren, den präfrontalen Cortex beeinträch6gen, hormonelle und epigeneNsche Veränderungen auslösen und so emo6onale Dysregula6on und psychische und körperliche Erkrankungen begüns6gen. Die polyvagale Theorie von Porges betont die Rolle des Vagusnervs in dieser Regula6on. Vagusnerv - ein interessanter Nerv Der Vagusnerv ist der zehnte von insgesamt zwölf Hirnnerven. Er erstreckt sich als der längste und komplexeste Nerv vom hinteren Bereich des Gehirns bis zu den inneren Organen. Der Vagusnerv kann sowohl den sympathischen als auch den parasympathischen Zustand modulieren, was einen direkten Einfluss auf emo6onale Reak6onen und physiologische Stressreak6onen hat. Diese Regula6onsfunk6on beeinflusst nicht nur die Herzfrequenz, Atmung und Verdauung, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Emo6onsregula6on. Eine regulierte Vagusnerv-Ak6vität fördert also emo6onale Stabilität und Widerstandsfähigkeit, während eine Übererregung (Hyperarousal) oder eine Untererregung (Hypoarousal) mit einer erhöhten Neigung zu emo6onaler Dysregula6on und psychischen und physischen Erkrankungen in Verbindung steht. Ein kluger Überlebensmechanismus eines klugen Systems - You 🙂 Diese Veränderungen in deinem Stresssystem durch trauma6schen Stress sind keine Schäden, sondern äußerst kluge Anpassungen deines Körpers, deiner Seele und deines Geistes. Das bedeutet, dass du eine besonders ausgeprägte Wahrnehmung für Bedrohungssitua6onen und Gefahren entwickelt hast, um dich zu schützen und zu überleben. Dies sind intelligente Reak6onen von dir und keine Krankheit. DauerhaNer und bedeutsamer Stress macht krank Eine dauerhaNe hohe Anspannung ist aber sehr belastend und kann langfris6g Krankheiten begüns6gen, da anhaltender Stress Ursache für psychische und körperliche Erkrankungen ist. Es ist nicht überraschend, dass du unbewusst versuchst, diesen Stresszustand durch Verhaltensweisen oder Substanzen zu regulieren. Aber langfris6g ist dies keine op6male Lösung, da es den Teufelskreis verstärken kann und dich gleichzei6g anfälliger für die Entwicklung von Abhängigkeiten macht. Daher ist es ratsam, den Umgang mit diesem Zustand zu erlernen, um deine innere Balance zu finden.
  • 3. 3 StressredukNon durch Substanzkonsum und Risikoverhalten Dies kann Menschen mit Traumaerfahrungen dazu bringen, durch Suchtverhalten, eine vorübergehende Linderung von Stress, unangenehmen Erinnerungen und nega6ven Gefühlen zu finden. Dieses Verhalten bietet vorübergehende Dopaminbelohnung, die bei dysregulierter Stressverarbeitung besonders verlockend ist. Doch die kurzfris6ge Erleichterung geht oN mit einem Ans6eg des Stressniveaus einher, was den Zyklus verstärkt und Abhängigkeitsentwicklungen befeuert. Das verdeutlicht, wie traumabedingte Stressdysregula6on die Anfälligkeit für Suchtverhalten erhöhen kann. Warum kann ein komplexes Entwicklungstrauma (Typ-2-Trauma) Suchtverhalten begünsNgen Trauma und Sucht sind oN miteinander verbunden. Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen, die trauma6sche Erfahrungen gemacht haben, ein erhöhtes Risiko für Suchtverhalten haben: 1. Zum einen kann das Trauma selbst das Gehirn verändern und die Freisetzung von Neurotransmiiern wie Dopamin und Endorphinen beeinflussen, was dazu führen kann, dass du dich durch Substanzkonsum oder Verhaltensweisen vorübergehend besser fühlst. 2. Zum anderen können trauma6sche Erfahrungen auch dazu führen, dass du Schwierigkeiten hast, mit Emo6onen wie Angst, Wut, Traurigkeit, Schuld und Scham umzugehen. Substanzen oder Verhaltensweisen können dann als kurzfrisNge BewälNgungsstrategie genutzt werden, um diese unangenehmen EmoNonen zu unterdrücken oder zu vermeiden. Vielleicht kannst du aber auch Gefühle überhaupt nicht wahrnehmen. Damit bist du nicht alleine. Gefühlsblindheit betria immerhin rund 10 Prozent der deutschen Bevölkerung. Alexithymie wird als Traumafolge disku6ert. Andererseits gehörst du vielleicht zu den rund 30 Prozent der deutschen Bevölkerung die sensibel sind und zum Spektrum der Hochsensibilität zählen. Du siehst Menschen sind unterschiedlich und ihre Gehirne sind es auch 🙂 3. Trauma kann das Selbstwertgefühl und das Selbstbild beeinflussen. Menschen, die trauma6sche Erfahrungen gemacht haben, können sich minderwer6g oder ungeliebt fühlen und versuchen, diese nega6ven Gefühle durch den Konsum von Substanzen oder süch6gem Verhalten zu kompensieren. Dies kann vorübergehend zu einem Gefühl der Kontrolle, des Trostes oder der Belohnung führen. Langfris6g eher kontraproduk6v. 4. Des Weiteren kann das soziale Umfeld eine Rolle spielen. Menschen, die trauma6sche Erfahrungen gemacht haben, haben möglicherweise Schwierigkeiten, stabile Beziehungen aufzubauen oder Vertrauen in andere Menschen zu entwickeln. Substanzkonsum oder süch6ges Verhalten kann dann als Ersatz für zwischenmenschliche Beziehungen dienen oder als Möglichkeit, sich vor weiteren Verletzungen oder Eniäuschungen zu schützen.
  • 4. 4 „Du versuchst, dein Trauma in Alkohol zu ertränken? Mach dir keine Hoffnung: Dein Trauma kann schwimmen“. Dagmar Minor-Püllen Heilungsansätze bei Trauma und Sucht Dein Gehirn ist lebenslang in der Lage sich weiterzuentwickeln (Neuroplas6zität) und sich an die Lebensbedingungen anzupassen. Manche Forschungsarbeiten zur Epigene6k (Schniistelle von Umweloaktoren und Gene6k) gehen davon aus, dass sich z.B. durch eine stressfreie Umgebung, gene6sche Effekte umkehren lassen. Durch die Aufrechterhaltung der Verknüpfung von Trauma und Sucht resp. einen Substanzkonsum verzögerst du die Heilung, weil du neue Stressreize setzt und ungeübt darin bleibst, deine Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und zu regulieren. Im MPU Blog findest du einige hilfreiche Beiträge zu diesem Thema. Die Aufarbeitung von Trauma und Sucht erfordert eine integra6ve Herangehensweise, bei der sowohl die trauma6schen Erfahrungen als auch das Suchtverhalten selbst berücksich6gt werden. Indem die zugrunde liegenden trauma6schen Erfahrungen verarbeitet werden und alterna6ve Bewäl6gungsstrategien entwickelt werden, kannst du lernen, gesunde Wege zur Regula6on deines autonomen Nervensystems und zur Bewäl6gung von Stress zu finden. Ich stehe dir für deine Fragen rund um deinen Führerschein und das Thema MPU-Beratung und MPU-Vorbereitung zur Verfügung. Bei deinen Fragen zu Trauma und Sucht und für deine professionelle MPU Beratung stehe ich dir in Bonn und überall in Deutschland zu Diensten – auf Augenhöhe. Melde dich gern unkompliziert bei MPU Schlich Bonn unter: 0174579565 Hast du eine MPU-Anordnung wegen Alkohol oder Drogen? Leg sofort los mit deiner Vorbereitung und verliere keine unnö6ge Zeit. Ich begleite dich respektvoll und fair zu deiner erfolgreichen MPU - ganz ohne Risiko 🙂 und mit Zufriedenheitsgaran6e. Ich will am liebsten sofort loslegen! Hier gehts zu deinem Kurs! Quellen und weiterführende Links zu Trauma und Sucht: • CANSAS Projekt • Projekt Sicherheit finden • Bessel van der Kolk (2014): The Body Keeps the Score: Brain, Mind, and Body in the Healing of Trauma • Titelbild Trauma und Sucht – @canbedone iStock • MPU trotz Rezept hips://mpu-schlich-bonn.de Autorin: Chris6na Schlich, M.A.