Dr. Leo Hemetsberger
Philosoph, Unternehmensberater
office@philprax.at
www.philprax.at
Wissensmanagement
& Ethik
1. Wissen & Urteilskraft
2. Ethik & Haltung
3. Das Gute des Wissensmanagements
Inhalt
1. Wissen & Urteilskraft
Was ist Wissen?
Parmenides (ca. 500 v. Chr.): Das Sein ist, das Nichtsein ist nicht.
Die Welt kann eindeutig bestimmt werden, Wissen und Wissenschaft sind möglich.
Gorgias (ca. 400 v. Chr.): Nichts existiert, selbst wenn etwas existierte, wä re es
nicht erkennbar, selbst wenn etwas erkennbar wä re, könnte es nicht mitgeteilt
werden.
Was man eindeutig fassen will, führt auf Widersprüche, im Gegenstand, seinen
Verhä ltnissen und der gewä hlten Methode.
Was ist Wissen?
Sokrates (ca. 469 - 399 v. Chr.): „Ich weiß, dass ich nicht weiß.“
Überführte die Gesprä chspartner als Experten mit seiner Ironie als Nichtwissende.
Philosophie ist Begriffsbestimmung
Platon (ca. 428 - 348 v. Chr.): Das Wissen des Wissens und Nichtwissens.
Definition von Selbstbewusstsein.
Erster Systematiker; dialektische Wissenschaft des Wissens und Erkennens
= Epistemologie des Fühlens, Meinens, von Verstand & Vernunft.
Was ist Wissen?
Aristoteles (ca. 384 - 322 v. Chr.) „Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.“
Liebe zu Sinneswahrnehmungen führt zu Erfahrungen und den Künsten.
Werden allgemeine Annahmen abgeleitet, entstehen Wissenschaft und Philosophie
Immanuel Kant (1724 - 1804) Ermöglichung objektiver Erkenntnis von
Gegenstä nden
Suche nach Fundament reiner Naturwissenschaften.
Wie sind Denken und gedachte Gegenstä nde notwendig aufeinander bezogen?
Wie ist Wissenschaft möglich? Heute reduktionistisch quantitativ-mathematisch
Durch erfahrungsermöglichendes Selbstbewusstsein.
Daten
Informationen
Wissen
Information is
„a difference
which makes
a difference.“
Gregory Bateson, Steps to an Ecology of Mind
Daten
Informationen
Urteilskraft
Was ist Urteilskraft?
Sie gibt uns relevantes Wissen
bestimmende Urteilskraft:
fasst Besonderes unter Gesetz
reflektierende Urteilskraft:
findet zu Besonderem das Allgemeine
Es geht darum, den Witz einer Sache zu erfassen.
Wer das nicht kann, sagt Kant, ist dumm.
Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft
Daten
Informationen
Urteilskraft Wissen
richtig – falsch
wesentlich – unwesentlich
vereinbar – unvereinbar
nützlich – unnützlich
...
Explizites Wissen
People-to-document
Implizites Wissen
People-to-People
Explizites Wissen
Prä zision verringert Signifikanz
Implizites Wissen
Das Gesprä ch
Gesprä chsfaktoren
Verbal
Paraverbal
Nonverbal
Vorbild durch Begeisterung
Bekanntes Wissen
Bekanntes Nichtwissen
Unbekanntes Nichtwissen
Unbekanntes Wissen
2. Ethik & Haltung
Ethos / Moral –
Konventionen, nach denen
Individuen in Kulturen handeln
Ethik –
philosophische Disziplin,
Lehre (Reflexion) guten Handelns
in Systemen, Organisationen ...
Wilhelm Busch
Normative Ethik Allgemeine Ethik Angewandte Ethik Deskriptive Ethik Metaethik
Moralismus Amoralismus Immoralismus Dezisionismus Fiktionalismus Theologische
Ethik Jüdische Ethik Christliche Ethik Katholische Ethik Protestantische Ethik
Orthodoxe Ethik Islamische Ethik Hinduistische Ethik Ethik des Zoroastrismus
Ethik des Sikhismus Ethik des Shint Religiös-philosophische, jedoch nichtō
theologische Ethik Buddhistische Ethik Daoistische Ethik Konfuzianische Ethik
Jainistische Ethik Philosophische Ethik Individualethik Sozialethik Deontologische
Ethik Erfolgsethik Evolutionäre Ethik Gesinnungsethik Glücksethik / Eudämonismus
Hedonismus Konsenstheorie / Diskurstheorie / Dialogethik Konsequentialismus
Mitleidsethik Pflichtethik Prinzipienethik Teleologische Ethik Tugendethik
Verantwortungsethik Vertragstheorie / Kontraktualismus Wertethik Arbeitsethik
Ärztliche Ethik Bildungsethik Bioethik Computerethik Entscheidungsethik
Friedensethik Governance-Ethik Generationenethik Hackerethik Informationsethik
Institutionenethik Konfliktethik Konsumethik Kriegsethik Kulturethik Leistungsethik
Medienethik Medizinethik Naturethik Neuroethik Ökologische Ethik Pflanzenethik
Politische Ethik Populationsethik Rechtsethik Reproduktionsethik Risikoethik
Roboterethik Sexualethik Sicherheitsethik Sportethik Technikethik Tierethik
Umweltethik Unternehmensethik, Utilitaristische Ethik Verwaltungsethik,
Integrative Wirtschaftsethik Wissenschaftsethik Zukunftsethik ...
Welche Ethik soll gelten?
Sagt es die Ethik selbst: Das ist ein Zirkelschluss
Klärt ein Diskurs ethischer Positionen:
Wer hat Zeit + Kompetenz?
Gibt Ethik Handlungsanleitungen – NEIN?
Gibt Ethik Orientierung – JA!
Wesentlich ist die Kommunikation - individuelle Entscheidung bleibt frei
Gnoti seauton
Γνῶθι σεαυτόν
Erkenne Dich selbst
Effizienz
Die Dinge richtig tun
Effektivität
Die richtigen Dinge tun
Verbesserung
Herausforderungen meistern
Freude
Einen Beitrag zu etwas leisten
Autonomie
Meisterschaft
Sinn
Wissen als Ressource
Wissen als Produktionsfaktor
Utilisierung von Wissen
Wer sind die Wissenden?
Wissen ist individuell und
situationsspezifisch
Wem gehört das Wissen?
Wer hat das Recht auf Verwertung?
Haltung
Achten der guten Form
Rücksichtnahme auf andere
Gewissheit richtiger Verfahrensweise
– gibt Halt in Haltlosigkeit
Erwin
Wurm
3. Das Gute des
Wissensmanagement
Wissen ist Basis kreativen Denkens
- aber nicht allein
Ohne Methoden altern Informationen schnell
Neue Idee = Kombinationen älterer Elemente
Kreativität = Zusammenhänge erkennen
Bezüge herstellen
"A technique for producing ideas", James Young Webb, 1939
Werkzeuge sind keine Lösungen
A perfection of means, and confusion of aims,
seems to be our main problem.
Albert Einstein
Umgang mit Komplexität
Ausblenden
more of the same
rationalisieren
Trivialisieren
kollektive Intuition
- über Wissensmanagement?
Wir teilen Wissen gerne
Wer sind die Zuhörer
Wie lautet der Kontext
Wertschä tzung
Social Software im Wissensmanagement
Information und Interaktion in der Kommunikation
Projekte & Prozesse – Anwendung in Zusammenarbeit
Interne Communities formell oder informell
konkret Anwendungsbezogen
Aktualität
Überleben
Lebensqualität
Sinn
Partizipation am Wissensmanagement
Wollen Was hat das mit mir zu tun Relevanz
Können Was habe ich davon Nutzen
Dürfen Integration auf persönlicher Ebene Sinn
Freundschaft & Wissensmanagement
Lust Spass am Austausch – affektiv begründet, labil
Nutzen auf Vorteile, auch wechselseitig bezogen, labil
Tugend handeln im gemeinsamen Wohl & Sinn, stabil
frei nach Aristoteles, Nikomachische Ethik, 8. Buch
Ethos anthropos daimon
πἦθος ἀνθρώ ῳ δαίμων
Heraklit
Seine Haltung ist des Menschen Schicksal
Freiheit ist eine Art, tätig zu sein.
Hanna Arendt
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit!
Ich freue mich auf unser Gespräch
Dr. Leo Hemetsberger
Philosoph, Unternehmensberater
office@philprax.at
www.philprax.at

Wissensmanagement & Ethik

  • 1.
    Dr. Leo Hemetsberger Philosoph,Unternehmensberater office@philprax.at www.philprax.at Wissensmanagement & Ethik
  • 2.
    1. Wissen &Urteilskraft 2. Ethik & Haltung 3. Das Gute des Wissensmanagements Inhalt
  • 3.
    1. Wissen &Urteilskraft
  • 4.
    Was ist Wissen? Parmenides(ca. 500 v. Chr.): Das Sein ist, das Nichtsein ist nicht. Die Welt kann eindeutig bestimmt werden, Wissen und Wissenschaft sind möglich. Gorgias (ca. 400 v. Chr.): Nichts existiert, selbst wenn etwas existierte, wä re es nicht erkennbar, selbst wenn etwas erkennbar wä re, könnte es nicht mitgeteilt werden. Was man eindeutig fassen will, führt auf Widersprüche, im Gegenstand, seinen Verhä ltnissen und der gewä hlten Methode.
  • 5.
    Was ist Wissen? Sokrates(ca. 469 - 399 v. Chr.): „Ich weiß, dass ich nicht weiß.“ Überführte die Gesprä chspartner als Experten mit seiner Ironie als Nichtwissende. Philosophie ist Begriffsbestimmung Platon (ca. 428 - 348 v. Chr.): Das Wissen des Wissens und Nichtwissens. Definition von Selbstbewusstsein. Erster Systematiker; dialektische Wissenschaft des Wissens und Erkennens = Epistemologie des Fühlens, Meinens, von Verstand & Vernunft.
  • 6.
    Was ist Wissen? Aristoteles(ca. 384 - 322 v. Chr.) „Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.“ Liebe zu Sinneswahrnehmungen führt zu Erfahrungen und den Künsten. Werden allgemeine Annahmen abgeleitet, entstehen Wissenschaft und Philosophie Immanuel Kant (1724 - 1804) Ermöglichung objektiver Erkenntnis von Gegenstä nden Suche nach Fundament reiner Naturwissenschaften. Wie sind Denken und gedachte Gegenstä nde notwendig aufeinander bezogen? Wie ist Wissenschaft möglich? Heute reduktionistisch quantitativ-mathematisch Durch erfahrungsermöglichendes Selbstbewusstsein.
  • 7.
  • 8.
    Information is „a difference whichmakes a difference.“ Gregory Bateson, Steps to an Ecology of Mind
  • 9.
  • 10.
    Was ist Urteilskraft? Siegibt uns relevantes Wissen bestimmende Urteilskraft: fasst Besonderes unter Gesetz reflektierende Urteilskraft: findet zu Besonderem das Allgemeine Es geht darum, den Witz einer Sache zu erfassen. Wer das nicht kann, sagt Kant, ist dumm. Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft
  • 11.
  • 12.
    richtig – falsch wesentlich– unwesentlich vereinbar – unvereinbar nützlich – unnützlich ...
  • 14.
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    Explizites Wissen Prä zisionverringert Signifikanz Implizites Wissen Das Gesprä ch
  • 16.
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    2. Ethik &Haltung
  • 19.
    Ethos / Moral– Konventionen, nach denen Individuen in Kulturen handeln Ethik – philosophische Disziplin, Lehre (Reflexion) guten Handelns in Systemen, Organisationen ... Wilhelm Busch
  • 20.
    Normative Ethik AllgemeineEthik Angewandte Ethik Deskriptive Ethik Metaethik Moralismus Amoralismus Immoralismus Dezisionismus Fiktionalismus Theologische Ethik Jüdische Ethik Christliche Ethik Katholische Ethik Protestantische Ethik Orthodoxe Ethik Islamische Ethik Hinduistische Ethik Ethik des Zoroastrismus Ethik des Sikhismus Ethik des Shint Religiös-philosophische, jedoch nichtō theologische Ethik Buddhistische Ethik Daoistische Ethik Konfuzianische Ethik Jainistische Ethik Philosophische Ethik Individualethik Sozialethik Deontologische Ethik Erfolgsethik Evolutionäre Ethik Gesinnungsethik Glücksethik / Eudämonismus Hedonismus Konsenstheorie / Diskurstheorie / Dialogethik Konsequentialismus Mitleidsethik Pflichtethik Prinzipienethik Teleologische Ethik Tugendethik Verantwortungsethik Vertragstheorie / Kontraktualismus Wertethik Arbeitsethik Ärztliche Ethik Bildungsethik Bioethik Computerethik Entscheidungsethik Friedensethik Governance-Ethik Generationenethik Hackerethik Informationsethik Institutionenethik Konfliktethik Konsumethik Kriegsethik Kulturethik Leistungsethik Medienethik Medizinethik Naturethik Neuroethik Ökologische Ethik Pflanzenethik Politische Ethik Populationsethik Rechtsethik Reproduktionsethik Risikoethik Roboterethik Sexualethik Sicherheitsethik Sportethik Technikethik Tierethik Umweltethik Unternehmensethik, Utilitaristische Ethik Verwaltungsethik, Integrative Wirtschaftsethik Wissenschaftsethik Zukunftsethik ...
  • 21.
    Welche Ethik sollgelten? Sagt es die Ethik selbst: Das ist ein Zirkelschluss Klärt ein Diskurs ethischer Positionen: Wer hat Zeit + Kompetenz? Gibt Ethik Handlungsanleitungen – NEIN? Gibt Ethik Orientierung – JA! Wesentlich ist die Kommunikation - individuelle Entscheidung bleibt frei
  • 22.
  • 23.
    Effizienz Die Dinge richtigtun Effektivität Die richtigen Dinge tun
  • 24.
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  • 26.
    Wissen als Ressource Wissenals Produktionsfaktor Utilisierung von Wissen Wer sind die Wissenden?
  • 27.
    Wissen ist individuellund situationsspezifisch Wem gehört das Wissen? Wer hat das Recht auf Verwertung?
  • 28.
    Haltung Achten der gutenForm Rücksichtnahme auf andere Gewissheit richtiger Verfahrensweise – gibt Halt in Haltlosigkeit Erwin Wurm
  • 29.
    3. Das Gutedes Wissensmanagement
  • 30.
    Wissen ist Basiskreativen Denkens - aber nicht allein Ohne Methoden altern Informationen schnell Neue Idee = Kombinationen älterer Elemente Kreativität = Zusammenhänge erkennen Bezüge herstellen "A technique for producing ideas", James Young Webb, 1939
  • 31.
    Werkzeuge sind keineLösungen A perfection of means, and confusion of aims, seems to be our main problem. Albert Einstein
  • 32.
    Umgang mit Komplexität Ausblenden moreof the same rationalisieren Trivialisieren kollektive Intuition - über Wissensmanagement?
  • 33.
    Wir teilen Wissengerne Wer sind die Zuhörer Wie lautet der Kontext Wertschä tzung
  • 34.
    Social Software imWissensmanagement Information und Interaktion in der Kommunikation Projekte & Prozesse – Anwendung in Zusammenarbeit Interne Communities formell oder informell konkret Anwendungsbezogen Aktualität
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    Partizipation am Wissensmanagement WollenWas hat das mit mir zu tun Relevanz Können Was habe ich davon Nutzen Dürfen Integration auf persönlicher Ebene Sinn
  • 37.
    Freundschaft & Wissensmanagement LustSpass am Austausch – affektiv begründet, labil Nutzen auf Vorteile, auch wechselseitig bezogen, labil Tugend handeln im gemeinsamen Wohl & Sinn, stabil frei nach Aristoteles, Nikomachische Ethik, 8. Buch
  • 38.
    Ethos anthropos daimon πἦθοςἀνθρώ ῳ δαίμων Heraklit Seine Haltung ist des Menschen Schicksal
  • 39.
    Freiheit ist eineArt, tätig zu sein. Hanna Arendt
  • 40.
    Vielen Dank fürIhre Aufmerksamkeit! Ich freue mich auf unser Gespräch Dr. Leo Hemetsberger Philosoph, Unternehmensberater office@philprax.at www.philprax.at

Hinweis der Redaktion

  • #22 Frage der „richtigen Ethik“, Hilferuf zur Handlungsanleitung Orientierung ja..