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Von der E-Mail bis zum Kundengespräch:
Corporate Language: Sprachstil eines Unternehmens


                                Dr. Sabine Hilliger




                               Qbus Werbeagentur GmbH
      Heiligengeisthof 5 • 18055 Rostock • Tel. (0381) 4 61 39 0 • info@qbus.de • www.qbus.de
Jedes Unternehmen hat eine Persönlichkeit


Mercedes: zuverlâssig, technisch auf neuestem Stand, solide

Bioland: vertrauensvoll, gesund

Miele: haltbar, zuverlâssig

Aldi: billig, schnell

Ikea: modern, bezahlbar, skandinavisch

Vitra: funktional, exklusiv
*Das Erscheinungsbild eines Unternehmens
                                                 Unternehmensimage

                         Unternehmensidentitât


Unternehmens-               Unternehmens-            Unternehmens-
verhalten                   philosophie              kommunikation




                Unternehmens-             Unternehmens-
                design                    sprache
Das Erscheinungsbild eines Unternehmens
                                              Corporate Image

                     Corporate Identity


Corporate                Corporate                    Corporate
Behaviour                Philosphy                    Communications




            Corporate                     Corporate
            Design                        Language
Die Art, wie wir sprechen und Sprache benutzen, ist
wesentlicher Ausdruck unserer Persönlichkeit.

Die Art, wie ein Unternehmen Sprache benutzt, ist
wesentlicher Bestandteil seiner Unternehmensidentität,
der Corporate Identity.
Die Unternehmenssprache, also Sprachstil und Sprachkultur eines
Unternehmens, haben genauso ihren Anteil an der Markenbildung wie
ein Logo und ein komplettes, visuelles Erscheinungsbild.

Trotzdem wird dem Corporate Design oft ungleich mehr
Aufmerksamkeit als der Corporate Language geschenkt.
Sprache ist individuell und lebendig


   Normierung der Unternehmenssprache wesentlich schwieriger als
die Definition einer Farbe oder Schrift im Corporate Design

        Regeln dürfen nicht nur definiert werden, sondern müssen
        mit Beispielen illustriert und in Schulungen trainiert werden.
*Unternehmenssprache – Corporate Language


  Beschreibt eine definierte und gezielt eingesetzte Sprachebene in
  einem Unternehmen

  Vermittelt Werte und unterstützt das Markenbild

  Ist Leitbild und kein Korsett

  Muss im Unternehmen (vor-)gelebt werden
Einführung als begleiteter Prozess


Corporate Design: meist externe Agenturleistung

Corporate Language: Entwicklung und Implementierung von
unternehmensweit einheitlichen Sprachnormen als lângerfristiger Prozess

  Neben externen Beratern intensive Einbindung aller sprachlich für das
Unternehmen agierenden Personen

  Medien/Textsorten: Anzeigen, Imagebroschüren, Website, Geschâftsbericht,
Angebotsschreiben, alltâgliche Korrespondenz, E-Mails an Kunden und
Geschâftspartner.

Flotte und intelligente Werbesprüche auf der einen Seite und hölzerne
Kundenanschreiben auf der anderen passen einfach nicht zusammen.
Ein externer Partner hilft:


  Bei der Analyse der Sprachkultur Ihres Unternehmens

  Beim Entwicklungs- und Implementierungsprozess einer aus den
  Markenwerten abgeleiteten Corporate Language

  Bei der Entwicklung eines Corporate-Language-Handbuch

  Bei der Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
*Was macht den Kommunikationsstil im Unternehmen aus?



Kommunikation nach innen:

       Sie sollte wertschâtzend, gerecht, sachlich sein.



Kommunikation nach außen:

       Sie sollte kompetent, konsistent, prâgnant sein.
*Kommunikationskanäle nach außen


Hinweisschilder, Aushânge (eindirektional)

Werbemedien (print und online) (ein- oder zweidirektional)

Geschâftskorrespondenz (zwei- oder mehrdirektional)

E-Mails

Telefonate

Kundengesprâche

Websites, Weblogs…
IKEA


Website: Button-Beschriftung
    „IKEA in deiner Nâhe
     Informiere dich über Anschrift, Öffnungszeiten, Angebote und Aktionen“
Website: C2A (Call to action = Handlungsaufforderung)
    „Zeig uns deine individuelle Schranklösung
    Dein Leben ândert sich stândig: Wie hast du deine Schranklösung an
    deine Lebenssituation angepasst und warum bist du stolz darauf? Zeig es
    uns in der IKEA hej Community und gewinne tâglich tolle Preise!“
Personifizierung der Produkte:
     „LILLÅNGEN ist der perfekte Mitbewohner: Er passt unter fast jedes
     Hângewaschbecken, sorgt für Ordnung und nimmt dir Feuchtigkeit nicht
     krumm.“
AIDA


Direkte Ansprache der Gâste

     „Kreuzfahrten für Singles: Gemeinsam Urlaub machen!
     Verbringen Sie an Bord gemeinsam mit den AIDA Gâsten
     unvergessliche Stunden und machen als Single mit neuen Freunden
     Urlaub. Suchen Sie sich hier Ihre Reise mit einer Einzelkabine aus und
     gönnen Sie sich die perfekte Mischung zwischen Erholung und
     Abenteuer.“

„Urlaubsvokabular“

     Kreuzfahrt, gemeinsam, Urlaub, Freunde, Reise, sich etwas gönnen,
     Erholung, Abenteuer
Media Markt
Häufige Fragen


Was kann ich mit einem Schreiben erreichen?
Welche Wirkungen können Worte erzielen?
Wie formuliere ich verstândlich?
Was sind Floskeln und wie vermeide ich sie?
Was ist eine lösungsorientierte Sprache mit klaren, eindeutigen Worten?
Wie formuliere ich lebendig und persönlich?
Wie formuliere ich sachlich und kompetent?
Wer sind meine Adressaten?
Wie treffe ich den sprachlichen Nerv unserer Kunden?
*Was kann ein Handbuch zur Unternehmenssprache leisten?



  Leitfaden statt Korsett

  Unterstützung für verschiedene Textsorten/Mustertexte entwickeln

  Terminologische Festlegungen (Definition von Wort- und
  Zahlenschreibweisen, Schreibung von Eigennamen, aber auch
  Formulierung von Anrede, Struktur von Briefen und E-Mails nach
  Corporate Design)

  Umgang mit schwierigen oder unangenehmen
  Kommunikationssituationen (z. B. Kündigung, Abmahnung,
  Rechnungsmahnung)
*Beispiel für einen begleiteten Einstieg in eine einheitliche Kultur der
Unternehmenssprache in einem Rostocker Unternehmen (ca. 450
Angestellte)

 Planung in der Projektleitung (Geschâftsführung, Marketingabteilung)

 Tagesworkshop Projektgruppe (Abteilungsleitungen, Gruppenleitungen)

 Tagesworkshop Arbeitsgruppe (alle Schreibenden)

 Bewertung des Korrespondenzbestands innerhalb des Hauses (ohne Begleitung)

 Bilaterale Arbeitsphase (Fragen, Klârungen)

 Selbststândige Arbeitsphase – Erarbeitung neuer Korrespondenz (ohne Begleitung)

 Neue Korrespondenz sukzessive einarbeiten (ohne Begleitung)

 Leitfaden erarbeiten

 Leitfaden-Seminar für alle Schreibenden
Ein Beispiel für Textwirkung



„Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschâftstâtigkeit erreichte 1.209 Mio.
Euro; es kletterte gegenüber dem Vorjahr um 16 Mio. Euro.“

„Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschâftstâtigkeit betrug 1.209 Mio.
Euro. Im Vorjahr lag es noch bei 1.193 Mio. Euro.“

„Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschâftstâtigkeit war sehr
erfreulich. Es erreichte 1.209 Mio. Euro und übertraf damit den
Vorjahreswert um 16 Mio. Euro.“

                                                  (Bextermöller, S. 163)
*Wie ein Kommunikationsstil entsteht

  Wortwahl (lexikalische Ebene)

  Satzbau (syntaktische Ebene)

  Stilistik (rhetorische und Stilmittel)

  Tonalitât

  Wirkung

  Gilt immer für schriftliche UND mündliche Kommunikation
*Was macht gute Texte aus?


Texte wirken:

      Anregend

      Langweilig

      Informativ

      Chaotisch

      Flüssig…

  Wie kann ich meinen eigenen Text einschâtzen? Was muss ich beim
Schreiben beachten?
*Was ist das „Hamburger Modell“?



Auch: Hamburger Verständlichkeitskonzept

  Methode zur Bewertung der Verstândlichkeit von Texten bzw.
  Botschaften

  Eine Botschaft ist verstândlich, wenn der Empfânger den Inhalt
  schnell und richtig versteht.

  Entwickelt durch Friedemann Schulz von Thun, Inghard Langer,
  Reinhard Tausch Anfang der 70er Jahre
*Vier Aspekte für Verständlichkeit


1. Einfachheit

2. Gliederung & Ordnung

3. Kürze & Prâgnanz

4. Anregende Zusâtze
*1. Einfachheit


  Auf technische oder bürokratische
  Ausdrucksweisen verzichten

  Nominalstil vermeiden
Nominalstil – „Substantivitis“


„Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Abfindung der durch die Eingliederung
ausgeschiedenen Aktionâre der VDO Adolf Schindling AG sowie der Hartmann
& Braun AG mit Mannesmann-Aktien.“

Verstândlicher:

„Wir haben die VDO Adolf Schindling AG und die Hartmann & Braun AG in
unseren Konzern eingegliedert. Die ausgeschiedenen Aktionâre wollen wir mit
Mannesmann-Aktien abfinden. Diese wollen wir durch eine bedingte
Kapitalerhöhung erhalten.“

Problem: Reihung zu gleichartigen Wort-/Satzketten

                                                        (Bextermöller, S. 156)
Fremdwörter, „Denglish“ vermeiden

Fachwörter erklâren
Einfach?


Sehr geehrte Fachkolleginnen und Fachkollegen,

anbei forwarde ich Ihnen eine Einladung zu einer
Informationsveranstaltung zu den Themen E-Learning,
Best Practice aus dem Bereich E-Learning
und praktische Tipps für erfolgreiches E-Business.

Mit freundlichen Grüßen

…
„Denglish“ vermeiden


Unser Support ist tâglich von 8 bis 20 Uhr telefonisch erreichbar.
  Bei Fragen können Sie uns tâglich zwischen 8 und 20 Uhr anrufen.

Ich freue mich auf Ihr Feedback.
   Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Rufen Sie jetzt unsere Hotline an: 0123-456789!
  Rufen Sie uns jetzt an: 0123-456789!
Frage jedes Komma,

ob es nicht lieber ein Punkt geworden wâre. ☺
Eigenschaftspaare des Merkmals "Einfachheit"


                        ++   +   0    -        --

einfache Darstellung                                komplizierte
                                                    Darstellung
kurze, einfache Sâtze                               lange, ver-
                                                    schachtelte Sâtze
gelâufige Wörter                                    ungelâufige Wörter

Fachwörter erklârt                                  Fachwörter nicht
                                                    erklârt
konkret                                             abstrakt

anschaulich                                         unanschaulich
*2. Gliederung & Ordnung



  Klare Strukturen in Texten

  Logische Abfolge, Wichtiges zuerst nennen

  Spezifik einzelner Textsorten beachten
  (z. B. Vertragstext, Hinweis im Web, Mahnung etc.)
Ein Beispiel für Gliederung und Ordnung

Ungeordnete Fassung: Was ist Raub?
"Jemand wendet gegen einen anderen Gewalt an. Das ist Raub, es gehört ihm nâmlich nicht. Er will
es für sich behalten, was er ihm wegnimmt. Zum Beispiel ein Bankrâuber, der dem Angestellten mit
der Pistole droht. Auch wenn man jemandem droht, daß man ihm etwas Schlimmes antun will, ist es
Raub."

Gegliederte Fassung: Was ist Raub?
"Raub ist ein Verbrechen: Jemand nimmt einem anderen etwas weg, was ihm nicht gehört. Er will es
behalten. Dabei wendet er Gewalt an oder droht dem anderen etwas Schlimmes anzutun. Drei Dinge
sind wichtig:
1. etwas wegnehmen, was einem nicht gehört
2. es behalten wollen
3. Gewalt oder Drohung
Beispiel: Ein Bankrâuber droht dem Angestellten mit der Pistole und nimmt sich das Geld."
                                                                (aus: arbeitsblâtter.stangl-taller.at)
Eigenschaftspaare des Merkmals „Gliederung & Ordnung"

                           ++   +   0   -   --

gegliedert                                       ungegliedert

folgerichtig                                     zusammenhanglos,
                                                 wirr
übersichtlich                                    unübersichtlich

gute Unterscheidung von                          schlechte
Wesentlichem und                                 Unterscheidung von
Unwesentlichem                                   Wesentlichem und
                                                 Unwesentlichem
roter Faden ist sichtbar                         man verliert oft den
                                                 roten Faden
eines nach dem anderen                           alles durcheinander
*3. Kürze & Prägnanz



  Redundanz vermeiden

  Füllwörter vermeiden

  „auf den Punkt“ kommen
Tautologien – doppelt Gemoppeltes




      neu renoviert

      restlos überzeugt

      schwere Verwüstungen

      seltene Raritâten
Einfach formulieren


      Alternativmöglichkeit – Alternative, weitere Möglichkeit

      einsparen – sparen

      auseinanderdividieren – dividieren, teilen, auseinandernehmen

      anbetreffen –kann möglich sein – kann sein, ist möglich

      Rückantwort/Rückfrage – Antwort/Frage

      Telefonanruf – Anruf, Telefonat

      mit einbeziehen – einbeziehen
Eigenschaftspaare des Merkmals „Kürze & Prägnanz"

                           ++   +   0   -   --

zu kurz                                          zu lang

aufs Wesentliche                                 viel Unwesentliches
beschrânkt
gedrângt                                         breit

aufs Informationsziel                            abschweifend
konzentriert
knapp                                            ausführlich

jedes Wort ist notwendig                         vieles hâtte man
                                                 weglassen können
*4. Anregende Zusätze



   Spiegelbild des Unternehmensgeistes –
   Serviceorientierung, Nâhe und Verantwortung,
   Verbindlichkeit über Sprache ausdrücken

   Moderne Kommunikationsmittel einbeziehen
Anregende Zusätze

 Ausrufe

 wörtliche Rede

 rhetorische Fragen zum Mitdenken

 lebensnahe Beispiele

 direktes Ansprechen des Lesers

 Reizwörter

                                    (arbeitsblaetter.stangl-taller.at)
Eigenschaftspaare des Merkmals „Anregende Zusätze"

                      ++   +    0   -     --

anregend                                       nüchtern

interessant                                    farblos

abwechslungsreich                              gleichbleibend
                                               neutral
persönlich                                     unpersönlich
*Werte und Kompetenzen des Unternehmens vermitteln


  Modern

  Kompetent

  Sympathisch

  Persönlich

  Zuverlâssig

  Leistungsstark

  Traditionsbewusst…

  Wie wird die Unternehmensphilosophie in eine eigene Sprache umgesetzt?
„Amt mit Ausschlusskriterien“


„Bewerber als ehrenamtliche Richter für die Verwaltungsgerichtsbarkeit werden
…gesucht, teilt das Rechtsamt der Hansestadt Rostock mit. Rostock bereitet derzeit
Vorschlagslisten für die Wahl der ehrenamtlichen Richter … vor. Die Listen für das
Verwaltungsgericht Schwerin und das Oberverwaltungsgericht Greifswald muss die
Hansestadt bis Mitte Februar erstellen. Darin sind mindestens doppelt so viele Personen
aufzunehmen, wie tatsâchlich als ehrenamtliche Richter benötigt werden. In die
Vorschlagslisten der Hansestadt Rostock können ausschließlich Bürger Rostocks
aufgenommen werden. …Bei der Bewerbung um das Amt eines ehrenamtlichen
Richters sind besondere Voraussetzungen und Ausschlussgründe zu beachten. So
können in die Vorschlagslisten nur deutsche Bürger aufgenommen werden, die bei
Beginn der Amtsperiode das 25. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz innerhalb des
Gerichtsbezirks haben….“
                             (aus einem Rostocker Wochenendjournal vom Januar 2010)
                                                                            902 Zeichen
*Exkurs 1: Gleichberechtigte Ansprache von Männern und Frauen



Problem: Es gibt zwei Geschlechter, aber es scheint

        bequemer?

        schneller?

        platzsparender?

        âsthetischer?

zu sein, nur eines zu benennen.
Das so genannte „generische Maskulinum“ bedeutet, dass die
mânnliche Form „benannt“ und die weibliche „bedacht“ wird:

       „Die Lehrer unserer Schule“ meint die Lehrerinnen mit.

       „Die Ärzte unseres Klinikums“ meint selbstverstândlich auch
       die Ärztinnen.

Die Frau: unbeschreiblich weiblich?
Gleichberechtigt zu formulieren kann gut gemacht sein und man/frau
kann es schlecht machen.

Es gibt mehr Möglichkeiten, als nur das grammatische „-in“ an eine
mânnliche Form anzufügen.

Das amtliche Vorbild, das Gesetz unterstützt den Prozess und hat
Einfluss auf die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

Die Gleichberechtigung in der Sprache herzustellen ist genauso leicht
oder schwer, wie sie in der Gesellschaft herzustellen ist.
Möglichkeiten gleichberechtigter Ausdrucksweise


Bildung von Paarformen

        Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

        Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

        Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Das kann bei Hâufungen schnell sperrig wirken:

„Der Lehrer und die Lehrerin, der oder die seinen oder ihren
Schülerinnen und Schülern zur Seite stehen….“

Alternative: „Die Lehrkrâfte, die ihrer Klasse zur Seite stehen…“
Möglichkeiten gleichberechtigter Ausdrucksweise


Grammatisch neutral formulieren:
 Studentinnen und Studenten      Studierende
 Ärztinnen und Ärzte    Ärzteschaft
 Der Rat des Arztes    ârztlicher Rat
 Herausgeber und Herausgeberinnen       Herausgabeteam
 Ratsherren    Ratsmitglieder
 nicht: „Jeder, der heute Abend ins Theater gehen möchte…“,
 sondern: „Alle, die heute Abend ins Theater gehen möchten…“
 Neutrale Wörter wie Mensch, Person, Kind oder Wesen
Bibel in gerechter Sprache

 2006: Bibel in gerechter Sprache als Neuübersetzung und
Neuinterpretation

 Jahrzehntelanger Prozess: Frauen und Mânner involviert

 Benutzung dieser Bibelübersetzung in einigen evangelischen
Landeskirchen für den Gottesdienst
Bibel in gerechter Sprache


 Kritische Hinterfragung von beispielsweise nach Luther überlieferten Texte
durch das Herausgabeteam. Im Matthâus-Evangelium bei Luther heißt es z. B.:

 „Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisâer. … Weh
euch, Schriftgelehrte und Pharisâer, ihr Heuchler…“

 Historisch belegt: In der religiösen Praxis der Pharisâer waren Frauen
eigenverantwortliche Partnerinnen in der Gestaltung des Lebens UND des
Lehrens. Neu:

 „Auf dem Stuhl Moses’ sitzen toragelehrte und pharisâische Leute … Wehe
euch, ihr Scheinheiligen unter den toragelehrten und pharisâischen Mânnern
und Frauen!“
Amt „ohne“ Ausschlusskriterien


Das Rechtsamt der Hansestadt Rostock sucht Bewerberinnen und Bewerber
für das ehrenamtliche Richteramt für die Verwaltungsgerichtsbarkeit. Rostock
bereitet bis Mitte Februar Vorschlagslisten für die Wahl am Verwaltungsgericht
Schwerin und am Oberverwaltungsgericht Greifswald vor. Darin sind
mindestens doppelt so viele Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Rostock
aufzunehmen, wie tatsâchlich im Ehrenamt benötigt werden. …Interessierte
Personen können nur in die Vorschlagslisten für das ehrenamtliche Richteramt
aufgenommen werden, wenn sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, bei
Beginn der Amtsperiode das 25. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz
innerhalb des Gerichtsbezirks haben. …
              (frei nach einem Rostocker Wochenendjournal vom Januar 2010)
                                                                  700 Zeichen
*Exkurs 2: Andere Länder – andere Sitten: Aspekte der
interkulturellen Kommunikation innerhalb des eigenen Landes


  Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft und
  einer globalisierten Welt.

  Alle begegnen Menschen, die anders sind als sie selbst:
  in Beruf, Freizeit, Familie.

  Rassismus, Katholizismus, Islamismus:
  viele -ismen weisen auf die Dominanz von etwas hin –
  das widerspricht einer gerechten Sichtweise auf alle Menschen.

  Die Verschiedenheiten von Menschen werden benannt und
  stehen nebeneinander – nicht übereinander!

  Kulturgerechte Sprache drückt die Gleichwertigkeit alles „Seienden“ aus.
*… und außerhalb des eigenen Landes



Die Religion vermittelt Werte und Normen, die die Menschen eines
Kulturkreises prâgen.

Bildung: In verschiedenen Teilen der Welt werden Bildungsinhalte
unterschiedlich festgelegt und vermittelt. Der Zugang zu höherer Bildung ist
nicht überall selbstverstândlich.

Politisch-gesellschaftliche Systeme gehen unterschiedlich mit der Beachtung
von Menschenrechten um: Gesetze, Medien, Meinungsfreiheit…

  International agierende Unternehmen berücksichtigen diese und andere
Aspekte in der Ansprache ihrer Zielgruppen.
Zum Beispiel China


Ein chinesischer Geschâftspartner würde niemals Nein sagen oder
etwas ablehnen.

Deutsche Geschâftsleute kommunizieren hingegen gerne direkt. Ihnen
fâllt es oft schwer, ein chinesisches Nein zu erkennen: Es versteckt
sich in Gegenfragen, Themenwechseln oder schwammigen
Formulierungen wie »Ich weiß, was du meinst« - alles eine Form der
Ablehnung.

(dies und die folgenden zwei Beispiele nach:
http://www.zeit.de/2012/38/interkulturelle-kompetenzen-karriere)
Zum Beispiel Frankreich


»Franzosen verkaufen nicht, sie verführen« , heißt es.
Verpönt:
    Starre Tagesordnung
    Stures Abhaken von Gesprâchspunkten
    Faktenlastige Vortrâge
    Kleinteilige Erklârung von Offensichtlichem
Beliebt:
    Kurzweilige, geistreiche Prâsentation
    Ansprechen der emotionalen Ebene
Zum Beispiel die Schweiz


   Legen viel Wert auf Höflichkeit

   Bedanken und entschuldigen sich hâufig

   Sie wirken höflich, das muss nicht immer freundlich sein!

   Auch Selbstverstândliches ausführlich erklârt (s. Frankreich!)

   Aufforderungen meist im Konjunktiv

   Flache Hierarchien      Gruppenentscheidungen sind heilig
*Interkulturelle Kommunikation

Das Wissen um die Besonderheiten anderer Kulturkreise verhindert
Missverstândnisse und Irritationen.

Es fördert Offenheit, Neugier, Toleranz und Vertrauen.

So werden dieses Wissen und seine Anwendung zu einem nicht zu
unterschâtzenden wirtschaftlichen Faktor.
*Exkurs 3: Neue deutsche Rechtschreibung – verbindlich seit 2006



Die Reform betrifft alle Teilbereiche der Orthographie:

        Laut-Buchstaben-Beziehungen

        Getrennt- und Zusammenschreibung

        Groß- und Kleinschreibung

        Schreibung mit Bindestrich

        Worttrennung am Zeilenende

        Interpunktion (Kommasetzung)
Exkurs: Neue deutsche Rechtschreibung – wie sicher sind Sie?



Wann schreiben Sie „ss“, wann „ß“?

Warum wird „getrennt schreiben“ getrennt geschrieben und
   „zusammenschreiben“ zusammengeschrieben?

Warum heißt es „Thüringer Bratwurst“ und „schottischer Whisky“?

Notieren Sie sich das Fremdwort für „Geldbörse“.

Hast du heute Nachmittag Zeit für Kaffee und Nussschokolade?
*Exkurs 4: Müssen wir jetzt auch „in Facebook machen“?



Geht es wirklich nur um Facebook?

Was heißt Social Media?

Was heißt Online-Marketing?

Was tun bei öffentlich einsehbarer Kritik?
*Social-Media-Marketing: eine Fassette des Online-Marketings
*Online-Marketing


alle Mittel und Maßnahmen, die geeignet sind, mit Hilfe des Internets

       neue Kunden zu gewinnen

       den Abverkauf zu fördern

       Kunden nachhaltig an sich zu binden
*Unternehmensseiten auf Facebook + Co.


  Facebook, XING, Google+ sind „social communities“

  Verânderung des Internets von „1.0“ zu „2.0“ – keine einseitige,
  sondern zwei- und mehrseitige Kommunikation

  Bewusste Unternehmensentscheidung zur Kommunikation in
  sozialen Netzwerken treffen: Unternehmen 2.0

  D. h. Entscheidung für offenen, transparenten Umgang mit Partnern,
  Kunden, Interessenten

  D. h. auch Entscheidung zum offenen Umgang mit Kritik
Kurzanalyse Ihrer
Geschäftskorrespondenz?
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Dr. Sabine Hilliger
Qbus Werbeagentur GmbH • Heiligengeisthof 5 • 18055 Rostock • Tel. (0381) 4 61 39 0 • shi@qbus.de • www.qbus.de
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Unternehmenssprache

  • 1. Von der E-Mail bis zum Kundengespräch: Corporate Language: Sprachstil eines Unternehmens Dr. Sabine Hilliger Qbus Werbeagentur GmbH Heiligengeisthof 5 • 18055 Rostock • Tel. (0381) 4 61 39 0 • info@qbus.de • www.qbus.de
  • 2. Jedes Unternehmen hat eine Persönlichkeit Mercedes: zuverlâssig, technisch auf neuestem Stand, solide Bioland: vertrauensvoll, gesund Miele: haltbar, zuverlâssig Aldi: billig, schnell Ikea: modern, bezahlbar, skandinavisch Vitra: funktional, exklusiv
  • 3. *Das Erscheinungsbild eines Unternehmens Unternehmensimage Unternehmensidentitât Unternehmens- Unternehmens- Unternehmens- verhalten philosophie kommunikation Unternehmens- Unternehmens- design sprache
  • 4. Das Erscheinungsbild eines Unternehmens Corporate Image Corporate Identity Corporate Corporate Corporate Behaviour Philosphy Communications Corporate Corporate Design Language
  • 5. Die Art, wie wir sprechen und Sprache benutzen, ist wesentlicher Ausdruck unserer Persönlichkeit. Die Art, wie ein Unternehmen Sprache benutzt, ist wesentlicher Bestandteil seiner Unternehmensidentität, der Corporate Identity.
  • 6. Die Unternehmenssprache, also Sprachstil und Sprachkultur eines Unternehmens, haben genauso ihren Anteil an der Markenbildung wie ein Logo und ein komplettes, visuelles Erscheinungsbild. Trotzdem wird dem Corporate Design oft ungleich mehr Aufmerksamkeit als der Corporate Language geschenkt.
  • 7. Sprache ist individuell und lebendig Normierung der Unternehmenssprache wesentlich schwieriger als die Definition einer Farbe oder Schrift im Corporate Design Regeln dürfen nicht nur definiert werden, sondern müssen mit Beispielen illustriert und in Schulungen trainiert werden.
  • 8. *Unternehmenssprache – Corporate Language Beschreibt eine definierte und gezielt eingesetzte Sprachebene in einem Unternehmen Vermittelt Werte und unterstützt das Markenbild Ist Leitbild und kein Korsett Muss im Unternehmen (vor-)gelebt werden
  • 9. Einführung als begleiteter Prozess Corporate Design: meist externe Agenturleistung Corporate Language: Entwicklung und Implementierung von unternehmensweit einheitlichen Sprachnormen als lângerfristiger Prozess Neben externen Beratern intensive Einbindung aller sprachlich für das Unternehmen agierenden Personen Medien/Textsorten: Anzeigen, Imagebroschüren, Website, Geschâftsbericht, Angebotsschreiben, alltâgliche Korrespondenz, E-Mails an Kunden und Geschâftspartner. Flotte und intelligente Werbesprüche auf der einen Seite und hölzerne Kundenanschreiben auf der anderen passen einfach nicht zusammen.
  • 10. Ein externer Partner hilft: Bei der Analyse der Sprachkultur Ihres Unternehmens Beim Entwicklungs- und Implementierungsprozess einer aus den Markenwerten abgeleiteten Corporate Language Bei der Entwicklung eines Corporate-Language-Handbuch Bei der Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • 11. *Was macht den Kommunikationsstil im Unternehmen aus? Kommunikation nach innen: Sie sollte wertschâtzend, gerecht, sachlich sein. Kommunikation nach außen: Sie sollte kompetent, konsistent, prâgnant sein.
  • 12. *Kommunikationskanäle nach außen Hinweisschilder, Aushânge (eindirektional) Werbemedien (print und online) (ein- oder zweidirektional) Geschâftskorrespondenz (zwei- oder mehrdirektional) E-Mails Telefonate Kundengesprâche Websites, Weblogs…
  • 13. IKEA Website: Button-Beschriftung „IKEA in deiner Nâhe Informiere dich über Anschrift, Öffnungszeiten, Angebote und Aktionen“ Website: C2A (Call to action = Handlungsaufforderung) „Zeig uns deine individuelle Schranklösung Dein Leben ândert sich stândig: Wie hast du deine Schranklösung an deine Lebenssituation angepasst und warum bist du stolz darauf? Zeig es uns in der IKEA hej Community und gewinne tâglich tolle Preise!“ Personifizierung der Produkte: „LILLÅNGEN ist der perfekte Mitbewohner: Er passt unter fast jedes Hângewaschbecken, sorgt für Ordnung und nimmt dir Feuchtigkeit nicht krumm.“
  • 14. AIDA Direkte Ansprache der Gâste „Kreuzfahrten für Singles: Gemeinsam Urlaub machen! Verbringen Sie an Bord gemeinsam mit den AIDA Gâsten unvergessliche Stunden und machen als Single mit neuen Freunden Urlaub. Suchen Sie sich hier Ihre Reise mit einer Einzelkabine aus und gönnen Sie sich die perfekte Mischung zwischen Erholung und Abenteuer.“ „Urlaubsvokabular“ Kreuzfahrt, gemeinsam, Urlaub, Freunde, Reise, sich etwas gönnen, Erholung, Abenteuer
  • 16. Häufige Fragen Was kann ich mit einem Schreiben erreichen? Welche Wirkungen können Worte erzielen? Wie formuliere ich verstândlich? Was sind Floskeln und wie vermeide ich sie? Was ist eine lösungsorientierte Sprache mit klaren, eindeutigen Worten? Wie formuliere ich lebendig und persönlich? Wie formuliere ich sachlich und kompetent? Wer sind meine Adressaten? Wie treffe ich den sprachlichen Nerv unserer Kunden?
  • 17. *Was kann ein Handbuch zur Unternehmenssprache leisten? Leitfaden statt Korsett Unterstützung für verschiedene Textsorten/Mustertexte entwickeln Terminologische Festlegungen (Definition von Wort- und Zahlenschreibweisen, Schreibung von Eigennamen, aber auch Formulierung von Anrede, Struktur von Briefen und E-Mails nach Corporate Design) Umgang mit schwierigen oder unangenehmen Kommunikationssituationen (z. B. Kündigung, Abmahnung, Rechnungsmahnung)
  • 18. *Beispiel für einen begleiteten Einstieg in eine einheitliche Kultur der Unternehmenssprache in einem Rostocker Unternehmen (ca. 450 Angestellte) Planung in der Projektleitung (Geschâftsführung, Marketingabteilung) Tagesworkshop Projektgruppe (Abteilungsleitungen, Gruppenleitungen) Tagesworkshop Arbeitsgruppe (alle Schreibenden) Bewertung des Korrespondenzbestands innerhalb des Hauses (ohne Begleitung) Bilaterale Arbeitsphase (Fragen, Klârungen) Selbststândige Arbeitsphase – Erarbeitung neuer Korrespondenz (ohne Begleitung) Neue Korrespondenz sukzessive einarbeiten (ohne Begleitung) Leitfaden erarbeiten Leitfaden-Seminar für alle Schreibenden
  • 19. Ein Beispiel für Textwirkung „Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschâftstâtigkeit erreichte 1.209 Mio. Euro; es kletterte gegenüber dem Vorjahr um 16 Mio. Euro.“ „Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschâftstâtigkeit betrug 1.209 Mio. Euro. Im Vorjahr lag es noch bei 1.193 Mio. Euro.“ „Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschâftstâtigkeit war sehr erfreulich. Es erreichte 1.209 Mio. Euro und übertraf damit den Vorjahreswert um 16 Mio. Euro.“ (Bextermöller, S. 163)
  • 20. *Wie ein Kommunikationsstil entsteht Wortwahl (lexikalische Ebene) Satzbau (syntaktische Ebene) Stilistik (rhetorische und Stilmittel) Tonalitât Wirkung Gilt immer für schriftliche UND mündliche Kommunikation
  • 21. *Was macht gute Texte aus? Texte wirken: Anregend Langweilig Informativ Chaotisch Flüssig… Wie kann ich meinen eigenen Text einschâtzen? Was muss ich beim Schreiben beachten?
  • 22. *Was ist das „Hamburger Modell“? Auch: Hamburger Verständlichkeitskonzept Methode zur Bewertung der Verstândlichkeit von Texten bzw. Botschaften Eine Botschaft ist verstândlich, wenn der Empfânger den Inhalt schnell und richtig versteht. Entwickelt durch Friedemann Schulz von Thun, Inghard Langer, Reinhard Tausch Anfang der 70er Jahre
  • 23. *Vier Aspekte für Verständlichkeit 1. Einfachheit 2. Gliederung & Ordnung 3. Kürze & Prâgnanz 4. Anregende Zusâtze
  • 24. *1. Einfachheit Auf technische oder bürokratische Ausdrucksweisen verzichten Nominalstil vermeiden
  • 25. Nominalstil – „Substantivitis“ „Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Abfindung der durch die Eingliederung ausgeschiedenen Aktionâre der VDO Adolf Schindling AG sowie der Hartmann & Braun AG mit Mannesmann-Aktien.“ Verstândlicher: „Wir haben die VDO Adolf Schindling AG und die Hartmann & Braun AG in unseren Konzern eingegliedert. Die ausgeschiedenen Aktionâre wollen wir mit Mannesmann-Aktien abfinden. Diese wollen wir durch eine bedingte Kapitalerhöhung erhalten.“ Problem: Reihung zu gleichartigen Wort-/Satzketten (Bextermöller, S. 156)
  • 27. Einfach? Sehr geehrte Fachkolleginnen und Fachkollegen, anbei forwarde ich Ihnen eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung zu den Themen E-Learning, Best Practice aus dem Bereich E-Learning und praktische Tipps für erfolgreiches E-Business. Mit freundlichen Grüßen …
  • 28. „Denglish“ vermeiden Unser Support ist tâglich von 8 bis 20 Uhr telefonisch erreichbar. Bei Fragen können Sie uns tâglich zwischen 8 und 20 Uhr anrufen. Ich freue mich auf Ihr Feedback. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung. Rufen Sie jetzt unsere Hotline an: 0123-456789! Rufen Sie uns jetzt an: 0123-456789!
  • 29. Frage jedes Komma, ob es nicht lieber ein Punkt geworden wâre. ☺
  • 30. Eigenschaftspaare des Merkmals "Einfachheit" ++ + 0 - -- einfache Darstellung komplizierte Darstellung kurze, einfache Sâtze lange, ver- schachtelte Sâtze gelâufige Wörter ungelâufige Wörter Fachwörter erklârt Fachwörter nicht erklârt konkret abstrakt anschaulich unanschaulich
  • 31. *2. Gliederung & Ordnung Klare Strukturen in Texten Logische Abfolge, Wichtiges zuerst nennen Spezifik einzelner Textsorten beachten (z. B. Vertragstext, Hinweis im Web, Mahnung etc.)
  • 32. Ein Beispiel für Gliederung und Ordnung Ungeordnete Fassung: Was ist Raub? "Jemand wendet gegen einen anderen Gewalt an. Das ist Raub, es gehört ihm nâmlich nicht. Er will es für sich behalten, was er ihm wegnimmt. Zum Beispiel ein Bankrâuber, der dem Angestellten mit der Pistole droht. Auch wenn man jemandem droht, daß man ihm etwas Schlimmes antun will, ist es Raub." Gegliederte Fassung: Was ist Raub? "Raub ist ein Verbrechen: Jemand nimmt einem anderen etwas weg, was ihm nicht gehört. Er will es behalten. Dabei wendet er Gewalt an oder droht dem anderen etwas Schlimmes anzutun. Drei Dinge sind wichtig: 1. etwas wegnehmen, was einem nicht gehört 2. es behalten wollen 3. Gewalt oder Drohung Beispiel: Ein Bankrâuber droht dem Angestellten mit der Pistole und nimmt sich das Geld." (aus: arbeitsblâtter.stangl-taller.at)
  • 33. Eigenschaftspaare des Merkmals „Gliederung & Ordnung" ++ + 0 - -- gegliedert ungegliedert folgerichtig zusammenhanglos, wirr übersichtlich unübersichtlich gute Unterscheidung von schlechte Wesentlichem und Unterscheidung von Unwesentlichem Wesentlichem und Unwesentlichem roter Faden ist sichtbar man verliert oft den roten Faden eines nach dem anderen alles durcheinander
  • 34. *3. Kürze & Prägnanz Redundanz vermeiden Füllwörter vermeiden „auf den Punkt“ kommen
  • 35. Tautologien – doppelt Gemoppeltes neu renoviert restlos überzeugt schwere Verwüstungen seltene Raritâten
  • 36. Einfach formulieren Alternativmöglichkeit – Alternative, weitere Möglichkeit einsparen – sparen auseinanderdividieren – dividieren, teilen, auseinandernehmen anbetreffen –kann möglich sein – kann sein, ist möglich Rückantwort/Rückfrage – Antwort/Frage Telefonanruf – Anruf, Telefonat mit einbeziehen – einbeziehen
  • 37. Eigenschaftspaare des Merkmals „Kürze & Prägnanz" ++ + 0 - -- zu kurz zu lang aufs Wesentliche viel Unwesentliches beschrânkt gedrângt breit aufs Informationsziel abschweifend konzentriert knapp ausführlich jedes Wort ist notwendig vieles hâtte man weglassen können
  • 38. *4. Anregende Zusätze Spiegelbild des Unternehmensgeistes – Serviceorientierung, Nâhe und Verantwortung, Verbindlichkeit über Sprache ausdrücken Moderne Kommunikationsmittel einbeziehen
  • 39. Anregende Zusätze Ausrufe wörtliche Rede rhetorische Fragen zum Mitdenken lebensnahe Beispiele direktes Ansprechen des Lesers Reizwörter (arbeitsblaetter.stangl-taller.at)
  • 40. Eigenschaftspaare des Merkmals „Anregende Zusätze" ++ + 0 - -- anregend nüchtern interessant farblos abwechslungsreich gleichbleibend neutral persönlich unpersönlich
  • 41. *Werte und Kompetenzen des Unternehmens vermitteln Modern Kompetent Sympathisch Persönlich Zuverlâssig Leistungsstark Traditionsbewusst… Wie wird die Unternehmensphilosophie in eine eigene Sprache umgesetzt?
  • 42. „Amt mit Ausschlusskriterien“ „Bewerber als ehrenamtliche Richter für die Verwaltungsgerichtsbarkeit werden …gesucht, teilt das Rechtsamt der Hansestadt Rostock mit. Rostock bereitet derzeit Vorschlagslisten für die Wahl der ehrenamtlichen Richter … vor. Die Listen für das Verwaltungsgericht Schwerin und das Oberverwaltungsgericht Greifswald muss die Hansestadt bis Mitte Februar erstellen. Darin sind mindestens doppelt so viele Personen aufzunehmen, wie tatsâchlich als ehrenamtliche Richter benötigt werden. In die Vorschlagslisten der Hansestadt Rostock können ausschließlich Bürger Rostocks aufgenommen werden. …Bei der Bewerbung um das Amt eines ehrenamtlichen Richters sind besondere Voraussetzungen und Ausschlussgründe zu beachten. So können in die Vorschlagslisten nur deutsche Bürger aufgenommen werden, die bei Beginn der Amtsperiode das 25. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz innerhalb des Gerichtsbezirks haben….“ (aus einem Rostocker Wochenendjournal vom Januar 2010) 902 Zeichen
  • 43. *Exkurs 1: Gleichberechtigte Ansprache von Männern und Frauen Problem: Es gibt zwei Geschlechter, aber es scheint bequemer? schneller? platzsparender? âsthetischer? zu sein, nur eines zu benennen.
  • 44. Das so genannte „generische Maskulinum“ bedeutet, dass die mânnliche Form „benannt“ und die weibliche „bedacht“ wird: „Die Lehrer unserer Schule“ meint die Lehrerinnen mit. „Die Ärzte unseres Klinikums“ meint selbstverstândlich auch die Ärztinnen. Die Frau: unbeschreiblich weiblich?
  • 45. Gleichberechtigt zu formulieren kann gut gemacht sein und man/frau kann es schlecht machen. Es gibt mehr Möglichkeiten, als nur das grammatische „-in“ an eine mânnliche Form anzufügen. Das amtliche Vorbild, das Gesetz unterstützt den Prozess und hat Einfluss auf die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Die Gleichberechtigung in der Sprache herzustellen ist genauso leicht oder schwer, wie sie in der Gesellschaft herzustellen ist.
  • 46. Möglichkeiten gleichberechtigter Ausdrucksweise Bildung von Paarformen Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Mitbürgerinnen und Mitbürger! Das kann bei Hâufungen schnell sperrig wirken: „Der Lehrer und die Lehrerin, der oder die seinen oder ihren Schülerinnen und Schülern zur Seite stehen….“ Alternative: „Die Lehrkrâfte, die ihrer Klasse zur Seite stehen…“
  • 47. Möglichkeiten gleichberechtigter Ausdrucksweise Grammatisch neutral formulieren: Studentinnen und Studenten Studierende Ärztinnen und Ärzte Ärzteschaft Der Rat des Arztes ârztlicher Rat Herausgeber und Herausgeberinnen Herausgabeteam Ratsherren Ratsmitglieder nicht: „Jeder, der heute Abend ins Theater gehen möchte…“, sondern: „Alle, die heute Abend ins Theater gehen möchten…“ Neutrale Wörter wie Mensch, Person, Kind oder Wesen
  • 48. Bibel in gerechter Sprache 2006: Bibel in gerechter Sprache als Neuübersetzung und Neuinterpretation Jahrzehntelanger Prozess: Frauen und Mânner involviert Benutzung dieser Bibelübersetzung in einigen evangelischen Landeskirchen für den Gottesdienst
  • 49. Bibel in gerechter Sprache Kritische Hinterfragung von beispielsweise nach Luther überlieferten Texte durch das Herausgabeteam. Im Matthâus-Evangelium bei Luther heißt es z. B.: „Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisâer. … Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisâer, ihr Heuchler…“ Historisch belegt: In der religiösen Praxis der Pharisâer waren Frauen eigenverantwortliche Partnerinnen in der Gestaltung des Lebens UND des Lehrens. Neu: „Auf dem Stuhl Moses’ sitzen toragelehrte und pharisâische Leute … Wehe euch, ihr Scheinheiligen unter den toragelehrten und pharisâischen Mânnern und Frauen!“
  • 50. Amt „ohne“ Ausschlusskriterien Das Rechtsamt der Hansestadt Rostock sucht Bewerberinnen und Bewerber für das ehrenamtliche Richteramt für die Verwaltungsgerichtsbarkeit. Rostock bereitet bis Mitte Februar Vorschlagslisten für die Wahl am Verwaltungsgericht Schwerin und am Oberverwaltungsgericht Greifswald vor. Darin sind mindestens doppelt so viele Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Rostock aufzunehmen, wie tatsâchlich im Ehrenamt benötigt werden. …Interessierte Personen können nur in die Vorschlagslisten für das ehrenamtliche Richteramt aufgenommen werden, wenn sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, bei Beginn der Amtsperiode das 25. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz innerhalb des Gerichtsbezirks haben. … (frei nach einem Rostocker Wochenendjournal vom Januar 2010) 700 Zeichen
  • 51. *Exkurs 2: Andere Länder – andere Sitten: Aspekte der interkulturellen Kommunikation innerhalb des eigenen Landes Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft und einer globalisierten Welt. Alle begegnen Menschen, die anders sind als sie selbst: in Beruf, Freizeit, Familie. Rassismus, Katholizismus, Islamismus: viele -ismen weisen auf die Dominanz von etwas hin – das widerspricht einer gerechten Sichtweise auf alle Menschen. Die Verschiedenheiten von Menschen werden benannt und stehen nebeneinander – nicht übereinander! Kulturgerechte Sprache drückt die Gleichwertigkeit alles „Seienden“ aus.
  • 52. *… und außerhalb des eigenen Landes Die Religion vermittelt Werte und Normen, die die Menschen eines Kulturkreises prâgen. Bildung: In verschiedenen Teilen der Welt werden Bildungsinhalte unterschiedlich festgelegt und vermittelt. Der Zugang zu höherer Bildung ist nicht überall selbstverstândlich. Politisch-gesellschaftliche Systeme gehen unterschiedlich mit der Beachtung von Menschenrechten um: Gesetze, Medien, Meinungsfreiheit… International agierende Unternehmen berücksichtigen diese und andere Aspekte in der Ansprache ihrer Zielgruppen.
  • 53. Zum Beispiel China Ein chinesischer Geschâftspartner würde niemals Nein sagen oder etwas ablehnen. Deutsche Geschâftsleute kommunizieren hingegen gerne direkt. Ihnen fâllt es oft schwer, ein chinesisches Nein zu erkennen: Es versteckt sich in Gegenfragen, Themenwechseln oder schwammigen Formulierungen wie »Ich weiß, was du meinst« - alles eine Form der Ablehnung. (dies und die folgenden zwei Beispiele nach: http://www.zeit.de/2012/38/interkulturelle-kompetenzen-karriere)
  • 54. Zum Beispiel Frankreich »Franzosen verkaufen nicht, sie verführen« , heißt es. Verpönt: Starre Tagesordnung Stures Abhaken von Gesprâchspunkten Faktenlastige Vortrâge Kleinteilige Erklârung von Offensichtlichem Beliebt: Kurzweilige, geistreiche Prâsentation Ansprechen der emotionalen Ebene
  • 55. Zum Beispiel die Schweiz Legen viel Wert auf Höflichkeit Bedanken und entschuldigen sich hâufig Sie wirken höflich, das muss nicht immer freundlich sein! Auch Selbstverstândliches ausführlich erklârt (s. Frankreich!) Aufforderungen meist im Konjunktiv Flache Hierarchien Gruppenentscheidungen sind heilig
  • 56. *Interkulturelle Kommunikation Das Wissen um die Besonderheiten anderer Kulturkreise verhindert Missverstândnisse und Irritationen. Es fördert Offenheit, Neugier, Toleranz und Vertrauen. So werden dieses Wissen und seine Anwendung zu einem nicht zu unterschâtzenden wirtschaftlichen Faktor.
  • 57. *Exkurs 3: Neue deutsche Rechtschreibung – verbindlich seit 2006 Die Reform betrifft alle Teilbereiche der Orthographie: Laut-Buchstaben-Beziehungen Getrennt- und Zusammenschreibung Groß- und Kleinschreibung Schreibung mit Bindestrich Worttrennung am Zeilenende Interpunktion (Kommasetzung)
  • 58. Exkurs: Neue deutsche Rechtschreibung – wie sicher sind Sie? Wann schreiben Sie „ss“, wann „ß“? Warum wird „getrennt schreiben“ getrennt geschrieben und „zusammenschreiben“ zusammengeschrieben? Warum heißt es „Thüringer Bratwurst“ und „schottischer Whisky“? Notieren Sie sich das Fremdwort für „Geldbörse“. Hast du heute Nachmittag Zeit für Kaffee und Nussschokolade?
  • 59. *Exkurs 4: Müssen wir jetzt auch „in Facebook machen“? Geht es wirklich nur um Facebook? Was heißt Social Media? Was heißt Online-Marketing? Was tun bei öffentlich einsehbarer Kritik?
  • 60. *Social-Media-Marketing: eine Fassette des Online-Marketings
  • 61. *Online-Marketing alle Mittel und Maßnahmen, die geeignet sind, mit Hilfe des Internets neue Kunden zu gewinnen den Abverkauf zu fördern Kunden nachhaltig an sich zu binden
  • 62. *Unternehmensseiten auf Facebook + Co. Facebook, XING, Google+ sind „social communities“ Verânderung des Internets von „1.0“ zu „2.0“ – keine einseitige, sondern zwei- und mehrseitige Kommunikation Bewusste Unternehmensentscheidung zur Kommunikation in sozialen Netzwerken treffen: Unternehmen 2.0 D. h. Entscheidung für offenen, transparenten Umgang mit Partnern, Kunden, Interessenten D. h. auch Entscheidung zum offenen Umgang mit Kritik
  • 64. SIE WOLLEN DEN KOMPLETTEN VORTRAG LESEN? Hier finden Sie ihn: qbus.de/unternehmenssprache
  • 65. Dr. Sabine Hilliger Qbus Werbeagentur GmbH • Heiligengeisthof 5 • 18055 Rostock • Tel. (0381) 4 61 39 0 • shi@qbus.de • www.qbus.de