ERNEUERBARE
ENERGIEN 2020
POTENZIALATLAS
DEUTSCHLAND
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                       ENERGIEN 2020
                       POTENZIALATLAS
                       DEUTSCHLAND




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INHALT

                                                                     Inhaltsübersicht


    1.   EINLEITUNG                                                                5


    2.   FLÄCHENBEDARF FÜR ERNEUERBARE ENERGIEN 2020                               6


    3.   WINDENERGIE - RÜCKENWIND FÜR DIE STROMVERSORGUNG                          8
         Mehr Ertrag mit weniger Anlagen                                          10
         Windenergie holt mehr Strom aus der Fläche als Braunkohle                14
         Offshore-Windenergie: Energie vom stürmischen Meer                       16


    4.   SOLARENERGIE – SONNIGE AUSSICHTEN FÜR STROM UND WÄRME                    18
         Strom aus Solarenergie                                                   20
         Dachanlagen für Solarenergie                                             22
         Freiflächenanlagen für Solarenergie                                      24
         Solarthermie: Heizen und Kühlen mit Sonne                                26


    5.   GEOTHERMIE – ENERGIE AUS DER TIEFE                                       28
         Nutzungstiefen Geothermie                                                30
         Geothermische Kraft –und Heizwerke                                       32
         Oberflächennahe Geothermie                                               34


    6.   BIOENERGIE – VIEL ERTRAG VON WENIG FLÄCHE                                36
         Woher die Bioenergie kommt: Acker- und Grünland                          40
         Woher die Bioenergie kommt: Reststoffe                                   42
         Selbstversorgung mit Bioenergie                                          44


    7.   WASSERKRAFT – QUELLE FÜR SAUBERE ENERGIE                                 46
         Wasserkraftpotenzial: Bestehende Querverbauungen                         49
         Ausbaupotenzial der kleinen Wasserkraft                                  50
         Ausbaupotenzial der großen Wasserkraft                                   52


    8.   DATEN KOMPAKT                                                            54




         GLOSSAR                                                                  56


         ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS                                                    61


         LITERATUR- UND ABBILDUNGSNACHWEIS, IMPRESSUM                             62




2                                                                                       3
EINLEITUNG

                                      Eine zukunftsfähige Energiepolitik muss Umwelt- und Kli-                         Aber Deutschland hat das Potenzial zu viel mehr. Bis 2020
                                      maschutz, Wirtschaftlichkeit sowie Versorgungssicherheit                         werden nach Branchenberechnungen 28 Prozent des End-
                                      gleichermaßen verfolgen. Erneuerbare Energien leisten                            energieverbrauchs durch Erneuerbare Energien gedeckt.
                                      hierzu einen erheblichen Beitrag.                                                Dieser Ausbau geht einher mit enormen volkswirtschaft-
                                                                                                                       lichen Gewinnen. So können im Jahr 2020 Kosten für fos-
                                      Anders als fossile Energiequellen verursachen Strom,                             sile Brennstoffimporte in Höhe von 50 Mrd. Euro durch die
                                      Wärme und Kraftstoffe aus Erneuerbaren Energien kaum                             Nutzung von Erneuerbaren Energien eingespart werden.
                                      Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2). So wirken sie dem                          Zudem können sie den Ausstoß von 287 Mio. Tonnen Treib-
                                      Klimawandel entgegen, der mit erheblichen wirtschaft-                            hausgasen vermeiden und somit zukünftige Umwelt- und
                                      lichen Folgekosten verbunden ist.                                                Klimaschäden in Höhe von etwa 20 Mrd. Euro verhindern.

                                      Gleichzeitig reduzieren Erneuerbare Energien die Import-                         Deutschland hat in den vergangenen 10 Jahren gezeigt,
                                      kosten für Erdöl, Erdgas und Kohle (BEE: 8,3 Mrd. Euro im                        dass ein starker Ausbau der Erneuerbaren Energien in kur-
                                      Jahr 2008). Drei Viertel der in Deutschland genutzten Ener-                      zer Zeit möglich ist und gilt international als Vorbild. Und
                                      gie wird importiert. Durch den Ausbau von Erneuerbaren                           Deutschland hat das Potenzial, diesen starken Ausbau auch
                                      Energien kann die Importabhängigkeit verringert und                              in den kommenden 10 Jahren fortzuführen. Die Branche
                                      gleichzeitig die Versorgungssicherheit gesteigert werden.                        prognostiziert für das Jahr 2020 einen Anteil der Erneuer-
                                                                                                                       baren Energien von 47 Prozent am Stromverbrauch, 25
                                      Zukunftsfähig ist deshalb nur eine Energieversorgung aus                         Prozent am Wärmeverbrauch und von 22 Prozent am Kraft-
                                      Wind-, Solar-, Wasser-, Bioenergie und Geothermie. Sie                           stoffverbrauch im Straßenverkehr.
                                      stehen weltweit unendlich zur Verfügung. Ihr Potenzial ist
                                      bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.                                              Die Fläche, die hierfür benötigt wird, ist gering. Das zeigt
                                                                                                                       dieser „Potenzialatlas der Erneuerbaren Energien 2020“.
                                      Auch die Europäische Union (EU) hat dies erkannt und be-                         Je nach Klima, Landschaft, Siedlungs- und Agrarstruktur
                                      schlossen, den Anteil Erneuerbarer Energien in der EU bis                        bietet jede Region ihre eigenen, unterschiedlichen Poten-
                                      2020 auf 20 Prozent zu steigern. Dabei ist für Deutschland                       ziale. Überall liegen ungenutzte Chancen, die nur da-
                                      ein nationales Ziel von 18 Prozent am gesamten Endener-                          rauf warten, ergriffen zu werden. Denn eines ist gewiss:
                                      gieverbrauch vorgesehen.                                                         Deutschland hat unendlich viel Energie.




                                      Anteile Erneuerbarer Energien an der Energieversorgung in Deutschland



                                      Strom                                   Wärme                                    Kraftstoff                                Endenergieverbrauch
                                      Anteile Erneuerbarer                    Anteile Erneuerbarer                     Anteile Erneuerbarer                       Anteile Erneuerbarer
                                      Energien am gesamten                    Energien am gesamten                     Energien am gesamten                       Energien am gesamten
                                      Bruttostromverbrauch                    Wärmeverbrauch                           Kraftstoffverbrauch                        Endenergieverbrauch
                                                                                                                       (Straßenverkehr)                           (Strom, Wärme, Verkehr)
                                                                  47 %




                                                       ≥   30 %                                                                                                                               28 %
                                                                                                           25 %

                                                                                                                                                     22 %                         18 %

    47 Prozent regenerativer Strom            15,1 %                                            14 %
    in Deutschland bis 2020 – das                                                                                                        12 %                             9,5 %
    prognostiziert die Erneuerbare-                                                    7,4 %
    Energien-Branche                  4,8 %                                                                                      5,9 %                            3,1 %
                                                                               3,5 %
                                                                                                                         0,2 %

                                      1998 2008 2020 2020                      1998 2008 2020 2020                       1998 2008 2020 2020                      1998 2008 2020 2020
                                                   Ziel der       Branchen-                    Ziel der    Branchen-                     Ziel der    Branchen-                    Ziel der    Branchen-
                                                   Bundes-        prognose                     Bundes-     prognose                      Bundes-     prognose                     Bundes-     prognose
                                                   regierung      2020                         regierung   2020                          regierung   2020                         regierung   2020
                                                   (Stand         (BEE/AEE)                    (Stand      (BEE/AEE)                     (Stand      (BEE/AEE)                    (Stand      (BEE/AEE)
                                                   2009)                                       2009)                                     2009)                                    2009)



4                                                                                                                                                                                                         5
FLÄCHENBEDARF FÜR ERNEUERBARE ENERGIEN 2020

Kraftstoff                               Wärme                                                                                                                                                                      Strom


      22                 %    2020
                                         25             %   2020
                                                                                                                                                                                                                   47%    2020



Anteile am Kraftstoffverbrauch       Anteile am Wärmeverbrauch 2020:                                                                                                                                               Anteile am
(Straße, einschließlich Elektro-                                                                                                                                                                                   Stromverbrauch 2020:
fahrzeuge) 2020:



                                                     5,8
                                                            %2020
                                                                                                                                                                                     Windenergie auf See:
                                                  Strom aus                                                                                                                          37,0 Mrd. kWhel
                                                  Erneuerbaren Energien:
                                                  67,0 Mrd. kWh                                                                          Gesamtfläche Deutschlands: 35,7 Mio. ha                                                 0 6 ,2   %2020
                                                                                                                                                                                     Windenergie an Land:
                                                                                                                                                                                     112,1 Mrd. kWhel

                                                                                                                                                                                                                                 1 8 ,8   %2020
                                                                                                                                                      Windenergieanlagen werden
                                                                                                                                                      vorrangig auf landwirt-
                                                                                                                                                      schaftlich genutzten Flächen
                                                                                                                                                      installiert. Der Flächen-
                                                                                                                                                      bedarf errechnet sich aus
                                                                                                                                           270.000 ha den Abstandsflächen zur
                                                                                                                                                      nächsten Anlage bzw. aus den
                                                    13,1                                                                                              versiegelten Flächen durch
                                                                                                                                                      Fundamente.
                                                            %2020                                                                            2.700 ha


                                                 Bioenergie: 150,3 Mrd. kWhth



                                                                                                                                                                                                                                 0 9 ,1
                                                                                                                                                                                     Bioenergie: 54,3 Mrd. kWhel
                   0,2      %2020                                                                                                                                                                                                         %2020
                                                                                                                                         3,7 Mio. ha
                 Strom aus                                                                Der überwiegende Teil von
                 Erneuerbaren Energien                                               Photovoltaik- und Solarthermie-
                                                                                         anlagen wird in Dächer und
                 0,9 Mrd. kWh                                                         Fassaden integriert: 37.000 ha.                         Freiflächenanlagen
                                                                                                                                              (Strom): 10.500 ha                     Wasserkraft: 31,9 Mrd. kWhel


                                                    2,6                                                                                                                                                                          0 5 ,4   %2020
                                                            %2020
                  21,4      %2020                Solarthermie: 30,1 Mrd. kWhth                                                                                                       Photovoltaik: 39,5 Mrd. kWhel
                 Bioenergie:                                                                                                                                                                                                     0 6 ,6   %2020
                 111,3 Mrd. kWh                     3,6                                                                    960.000 ha
                                                                                                                        (unterirdisch)
                                                            %2020
                                                 Geothermie: 42,1 Mrd. kWhth                                                                                                         Geothermie: 3,8 Mrd. kWhel

                                                                                                                                                                                                                                 0 0 ,6   %2020


                                          Die Rechtecke bilden den jeweiligen Flächenbedarf
                                          der Erneuerbaren Energien an der Gesamtfläche der
                                          Bundesrepublik Deutschland maßstabsgetreu ab und
6                                         sind nicht ortsbezogen.                                                                                                                                                                                 7
WINDENERGIE


                                                                                                                       RÜCKENWIND FÜR DIE
Windgeschwindigkeiten in 120 m Höhe



                                                 Kiel
                                                                                                                        STROMVERSORGUNG
                                           Hamburg                    Schwerin
                                                                                                                             WINDENERGIE
                            Bremen

                                                                                                         In 120 m Höhe weht der
                                                                                    Berlin
                                                                                                         Wind durchschnittlich mit
                                                                                                         einer Geschwindigkeit
                                                 Hannover                                                von                                 Die Windenergie liefert zwar heute schon den größten Anteil erneuer-
                                                                                                                                             baren Stroms, ihr Potenzial ist jedoch noch längst nicht ausgeschöpft. Das
                                                                                                         über 8 m/s                          liegt in erster Linie an der rasanten Leistungssteigerung der Technik. Der
                                                                       Magdeburg                                                             stärkere Wind in großen Höhen kann fast überall in Deutschland genutzt
                                                                                                                                             werden, und viele alte können durch wenige moderne leistungsstarke An-
                                                                                                         7 – 8 m/s                           lagen ersetzt werden. Das bedeutet, dass immer weniger, aber leistungs-
                                                                                                                                             stärkere Windenergieanlagen immer mehr Strom erzeugen werden.
                                                  nur Fundamentsflächen
                                                  2008: 1.700 ha                                         6 – 7 m/s                           Seit August 2009 erzeugen auch Windenergieanlagen vor der deutschen
                                                  2020: 2.700 ha
  Düsseldorf                                                                                                                                 Küste (sog. Offshore-Windenergie) Strom. Sie werden zukünftig in erheb-
                                                                                        Dresden                                              lichem Maße zur Stromversorgung beitragen.
                                                                                                         4,5 – 6 m/s
                                                            inkl. Abstandsflächen
                                                            2008: 170.000 ha
                                                            2020: 270.000 ha                             3 – 4,5 m/s


                                                                                                         unter 3 m/s                            Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020
                                                                                                                                               (nur Onshore-Windenergie)

                                                                                                       Dass der Wind an der Küste am                                                                  40,4
                                                                                                                                                                                     2008
                                                                                                       stärksten weht, ist keine Über-
                                                                                                                                                1 8,8 %
                                                                                                                                                                                                      Mrd. kWh/a

                    Mainz
                                                                                                       raschung. Trotzdem lohnt es sich
                                                                                                                                                                  2020
                                                                                                                                                                         Strom       2020                          112,1
                                                                                                       auch in Süddeutschland, auf Wind-                                                                           Mrd. kWh/a
                                                                                                       energie zu setzen. Denn es gibt für
                                                                                                       jeden Wind die passende Anlage.
                                                                                                                                                Flächenbedarf 2008 und 2020
     Saarbrücken


                                                                                                                                                             2008: 170.000 ha
                                     Stuttgart                                                                                                               2020: 270.000 ha      inkl. Abstandsflächen

                                                                                                                                                             2008: 1.700 ha
                                                                                                                                                             2020: 2.700 ha        nur Fundamentsflächen
                                                                    München
                                                                                                                                               Um die gegenseitige Beeinflussung zu minimieren, müssen Wind-
                                                                                                                                               energieanlagen einen Mindestabstand zueinander einhalten. Dieser ist
                                                                                                                                               abhängig von der vorherrschenden Windrichtung und der Anlagengröße.
                                                                                                                                               Der rechnerische Wert für das Jahr 2008 beträgt eine Abstandsfläche
                                                                                                                                               von 7 Hektar pro MW. Da immer weniger, aber leistungsstärkere Wind-
                                                                                                                                               energieanlagen immer mehr Strom produzieren, fällt der rechnerische
                                                                                                                                               Wert für das Jahr 2020 mit 6 Hektar pro MW geringer aus.

                                                                                                                                               Die Fundamentsfläche einer Windenergieanlage beträgt maximal ein
                                                                                                                                               Prozent der Abstandsfläche und versiegelt den Boden. Die Abstands-
           100 km                                                                                                                              flächen können aber z.B. für die Landwirtschaft genutzt werden.
                                                                                             Quelle:
MEHR ERTRAG MIT WENIGER ANLAGEN DURCH TECHNISCHEN FORTSCHRITT
     UND AUSNUTZUNG DES HÖHENPOTENZIALS                                                                                                                                                                                                   WINDENERGIE

     Technische Entwicklungen in der Windenergiein-                                             Rotordurchmesser x 2   BEISPIEL NORDRHEIN-WESTFALEN: DAS WINPOTENZIAL WÄCHST MIT DER HÖHE
     dustrie führen zu größeren und leistungsfähigeren                                          = Ertrag x 4
     Anlagen. Mehrere alte Windenergieanlagen kön-
     nen durch eine moderne Anlage ersetzt werden.                                                                     Windgeschwindigkeiten in 80 m Höhe                                                    Windgeschwindigkeiten in 120 m Höhe
     Im Zuge des sogenannten Repowering kann mehr
     Strom mit weniger Anlagen erzeugt werden.
                                                               Nabenhöhe + 1 m
     In höheren Bereichen weht der Wind nicht nur              = Ertrag + 1 %
     stärker, sondern auch regelmäßiger. Durch eine
     Steigerung der Nabenhöhe können deshalb
     selbst Anlagen an durchschnittlichen Standorten                                          Nabe
     im Binnenland die Erträge eines Küstenstand-
     orts erreichen.

     Als Faustregel gilt: pro Meter höherer Nabe
     steigert sich der Ertrag der Windenergie bis zu
     einem Prozent.




                                                                                                                                                                                                                                                                                   100 km


                                                                                                                       0     3          4,5      6            7       8+ m/s                                 0    3        4,5      6           7       8+ m/s
                                                                                                                                                                  Kartengrundlage: DWD (2008)                                                             Kartengrundlage:

     Es gibt überall Wind und für jeden Wind die passende Anlage.

     Beispielrechnung: An jedem Standort können ähnliche Stromerträge erzielt werden,
     wenn Höhe und Größe der Windenergieanlage dem Standort angepasst sind.

                                                                                                                       Höhenbegrenzungen schmälern                                                           Installierte Leistung
                                                                                                                       das Repowering-Potenzial.                                                             und potenzieller Jahresenergieertrag 2008
                                                                                                                       Der Einsatz moderner Anlagen scheitert häufig an den
                                                                                                                       Vorgaben für Höhenbegrenzungen der Länder und Ge-
                                                                                                                       meinden. Dadurch bleibt viel Potenzial ungenutzt.

                                                                                                                       In Nordrhein-Westfalen ist die Höhe von Windenergie-                                                                     2.694 MW
                                                                                                                       anlagen pauschal auf 100 m beschränkt (Stand 2009).                                                                      5,4 Mrd. kWh
                                                                                                                                                                                                                                                                         1.431 MW
                                                                                                                       2.700 Anlagen (insgesamt rund 2.700 MW) haben 2008                                                                          34 MW
                                                                                                                                                                                                                                                                         2,7 Mrd. kWh

                                                                                                                       ca. 4,6 Mrd. kWh Strom produziert. Allein der Ersatz von                                                                    0,1 Mrd. kWh
                                                                                                                       schwachen Altanlagen mit einer geringeren Leistung als                                                           88 MW
                                                                                                                                                                                                                                        0,2 Mrd. kWh
                                                                                                                       1 MW durch Anlagen der 2 MW-Klasse mit einer maxima-
                                                                                                                                                                                                                                                                                  2 MW
                                                                                                                       len Höhe von 150 m könnte diesen Ertrag auf 10,2 Mrd.                                                                6.028 MW                              4 Mio. kWh
                                                                                                                       kWh mehr als verdoppeln – bei deutlich verringerter                                                                  11,3 Mrd. kWh
                                                                                                                                                                                                                                                                               3.767 MW
                                                                                                                       Anlagenzahl.                                                                                                                                            6,5 Mrd. kWh
                                                                                                                                                                                                                                                                3.014 MW
                                                                                                                       Nordrhein-Westfalen wäre ohne Höhenbeschränkungen                                          2.677 MW                                      5,8 Mrd. kWh
                                                                                                                                                                                                                  4,6 Mrd. kWh
                                                                                                                       bundesweit in der Spitzengruppe in Sachen Windenergie.                                                                                                  851 MW
                                                                                                                                                                                                                                                                               1,4 Mrd. kWh
      Offshore (Auf See)            Küstennah                      Norddeutsches Tiefland   Mittelgebirge                                                                      Quelle: BWE (2009)                                                       692 MW
                                                                                                                                                                                                                                   509 MW               1,2 Mrd.kWh
                                                                   4 MW Leistung                                                                                                                                                   0,8 Mrd. kWh
      4 MW Leistung                 4 MW Leistung                                           4 MW Leistung                                                                                                        1.207 MW
                                                                   140 m Nabenhöhe                                                                                                                               1,9 Mrd. kWh
      90 m Nabenhöhe                120 m Nabenhöhe                125 m Rotor-             140 m Nabenhöhe
      95 m Rotor-                   100 m Rotor-                         durchmesser        125 m Rotor-                                                                                                          77 MW
                                                                                                                                                                                                                  0,1 Mrd. kWh
           durchmesser                    durchmesser                                             durchmesser
                                                                   12,0 Mio. kWh
      14,4 Mio. kWh                 14,4 Mio. kWh                         Stromertrag       13,2 Mio. kWh                                                                                                                        422 MW
             Stromertrag                   Stromertrag                    pro Jahr                 Stromertrag                                                                                                                   0,6 Mrd. kWh                  411 MW
                                                                                                                                                                                                                                                               0,5 Mrd. kWh
             pro Jahr                      pro Jahr                                                pro Jahr
       10
                                                                                                                       0-        100-    500-        1.000-       2.000-   über      installierte Leistung
                                                                                                                       100       500     1.000       2.000        5.000    5.000     in MW                                                                                          Kartengrundlage:
                                                                                                                                                                                                                                                                                    DEWI (2009)


10                                                                                                                                                                                                                                                                                              11
REPOWERING BERUHIGT DAS LANDSCHAFTSBILD                    REPOWERING WINDENERGIE

     Simonsberg
                  BEISPIEL SCHLESWIG-HOLSTEIN: WINDPARK SIMONSBERG




          vorher
          13 Windenergieanlagen
          42 m Nabenhöhe
          5,5 MW gesamte installierte Leistung


          Stromerzeugung pro Jahr: 14,4 Mio. kWh




          nachher
          5 Windenergieanlagen
          120 m Nabenhöhe
          15 MW gesamte installierte Leistung


          Stromerzeugung pro Jahr: 48 Mio. kWh




12                                                                                            13
WINDENERGIE HOLT MEHR STROM AUS DER FLÄCHE ALS BRAUNKOHLE                                                                                                                    FLÄCHENBEDARF WINDENERGIE

              Flächenbedarf der Braunkohle (Garzweiler II, Nordrhein-Westfalen)

 Garzweiler




 9 km

                                                                                         2006


                                                             2017



                              2035              2025
                                                             Braunkohletagebau Garzweiler II (NRW)                                                                                                                                        Windpark Bergheim/Rheidt




                             2044



     12 km

              Braunkohle                                                                                                                 Windenergie

              Das Abbaufeld Garzweiler II umfasst eine Fläche von 4.800 Hektar und          Tagebau Garzweiler II     2008               2008                                                Windpark Bergheim/Rheidt
              beinhaltet rund 1,3 Mrd. Tonnen Braunkohle. Die Laufzeit des Tagebaus         Jährlicher potenzieller   ca. 7,3 Mio. kWh   ca. 22,5 Mio. kWh                    nur                      Jährlicher Ertrag
              beträgt 40 Jahre. Im Schnitt könnten 32,5 Mio. Tonnen pro Jahr geför-         Ertrag pro Hektar                                                                 Fundamentsfläche                pro Hektar
              dert werden. Ein modernes Braunkohlekraftwerk mit einem Wirkungs-                                                          ca. 225.000 kWh                      inkl. Abstandsflächen
              grad von 43 Prozent kann mit dieser Menge pro Jahr etwa 35 Mrd. kWh
              Strom produzieren. Daraus ergibt sich ein Stromertrag pro Hektar und
                                                                                                                                                                                                                                      Abstandsfläche
              Jahr von ca. 7,3 Mio. kWh.
              Vergleicht man diesen Wert mit dem Stromertrag pro Hektar versie-
              gelter Fläche einer Windenergieanlage des benachbarten Windparks
              Bergheim/Rheidt, so zeigt sich, dass schon eine Anlage mit einer instal-      Deutschland               2008               2008                2020                                          Deutschland
              lierten Leistung von zwei Megawatt mehr Strom aus der Fläche holt als                                                                                                           (nur Onshore-Windenergie)
                                                                                                                                                                                                                                             Fundamentsfläche
              Braunkohle.                                                                   Stromerzeugung            150 Mrd. kWh       40,4 Mrd. kWh       112,1 Mrd. kWh                             Stromerzeugung
                                                                                            Flächenbedarf             48.300 ha          1.700 ha            2.700 ha         nur                         Flächenbedarf
              Braunkohle ist ein äußerst problematischer Energieträger, denn im Ver-                                                                                          Fundamentsfläche
              gleich zu Steinkohle und Erdgas setzt sie besonders viel Kohlendioxid                                                      170.000 ha          270.000 ha       inkl. Abstandsflächen
              frei und trägt somit wesentlich zum Klimawandel bei. Für den Abbau            Jährlicher Ertrag         3,1 Mio. kWh       24 Mio. kWh         41,5 Mio. kWh    nur                      Jährlicher Ertrag
              wird zudem großflächig das Grundwasser abgesenkt und gesamte                  pro Hektar                                                                        Fundamentsfläche                pro Hektar
              Dörfer werden umgesiedelt. Für den Tagebau Garzweiler II müssen ins-                                                       240.000 kWh         415.000 kWh      inkl. Abstandsflächen
              gesamt 7.600 Einwohner aus 13 Ortschaften ihr Heim verlassen.
                                                                                                                                                                                                      Quelle: DEBRIV (2009)




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OFFSHORE-WINDENERGIE: ENERGIE VOM STÜRMISCHEN MEER                                                                                                                      OFFSHORE WINDENERGIE

     Offshore-Windparks
                                                  Ausschließliche
                                                  Wirtschaftszone
     Auf dem Meer weht der Wind stärker und       Deutschlands                  05
     stetiger. Deshalb ist die Energieausbeute                                                  07
     von Windenergieanlagen auf See etwa                                             06
     40 Prozent höher als die an Land. Die                                                                      08
     Herausforderungen des Ausbaus in deut-
     schen Gewässern liegen vor allem darin,
     die Anlagen in großer Entfernung von der                                                                                                                                                                        23
     Küste (30-100 km) und in großen Wasser-
     tiefen (20-40 m) zu installieren.
                                                                                                                                                                                                                                                24
                                                                                                                                                                                                                                                     25

                                                                                                                                                                                                     22




                                                                      11
                                                                                                                           13
                                                                 10                                                                                    Kiel
                                                         09                                                          12
                                                                                                                          14
                                                                                                                                                                 21                    4
                                                                                                                                                                                           Rostock
                                                                    16
                                                                                18    19
                                                                           01
                                                               15
                                                                      17
                                                                                                                                 20




                                                                                                                                                       Hamburg
                                                                                                                                 03
     Im August 2009 ging die erste deutsche                                                     Emden
     Offshore-Windenergieanlage (Alpha Ven-                                                02
     tus, 5 MW) ans Netz.




                                                                                      Bau            Anzahl der Anlagen               Leistung
                                                                                                     (erste Baustufe/Endausbau)       je Anlage (MW)
                                                 Windparks in Betrieb                                                                                                 Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020
                                                 01   Alpha Ventus                    2009           1 / 12                           5                               (nur Offshore-Windenergie)
                                                 02   Dollart (Emden)*                2004           1/1                              4,5
                                                 03   Hooksiel*                       2008           1/1                              5
                                                 04   Rostock*                        2006           1/1                              2,5

                                                                                                                                                                      0 6,2 %
                                                                                                                                                                                                                          0
                                                                                                                                                                                                              2008        Mrd. kWh/a
                                                 Genehmigte Windparks (erste Baustufe)
                                                 05   Sandbank 24                     2010           80 / 980                         3-5
                                                                                                                                                                                        2020   Strom          2020                 37
                                                                                                                                                                                                                                   Mrd. kWh/a
                                                 06   Nördlicher Grund                k.A.           80 / 402                         3-5
                                                 07   Dan Tysk                        2011           80 / 300                         5
           Windpark                              08   Butendiek                       2012           80 / 80                          3,6                             Die Windenergie auf hoher See wird zukünftig in erheblichem Maß zur
                                                 09   Bard Offshore I                 2009           80 / 320                         5                               erneuerbaren Energieversorgung beitragen.
           in Betrieb                            10   Hochsee Windpak Nordsee         k.A.           80 / 508                         k.A.                            Etwa 20 Windparks mit einer gesamten installierten Leistung von 20.000
                                                 11   Global Tech I                   2011           80 / 320                         5
                                                 12   Nordsee Ost                     2010           8/8                              4-5
                                                                                                                                                                      MW sind genehmigt. Zwölf weitere Windparks mit insgesamt ca. 5.000
           genehmigt
                                                 13   Amrumbank West                  2011           80 / 80                          3,5-5                           MW sind im fortgeschrittenen Genehmigungsverfahren.
           Wassertiefe                           14   Meerwind                        2010           80 / 270                         5
                                                 15   Borkum Riffgrund West           2011           80 / 458                         2,5-5
           unter 5 m
                                                 16   Borkum West II                  2012           80 / 80                          5
           5 – 10 m                              17   Borkum Riffgrund West           2011           77 / 180                         3-5                             Ausbaupotenzial
           10 – 20 m                             18   Delta Nordsee                   2012           36 / 80                          4-5
           20 – 30 m                             19   Gode Wind                       2011           80 / 224                         3-5
                                                 20   Nordergründe                    2010           18 / 18                          5
           über 30 m
                                                 21   Geofree                         k.A.           5/5                              5
                                                 22   Baltik I                        2010           21 / 21                          2,3                             0 MW                      10.000 MW                    20.000 MW
                                                 23   Kriegers Flak                   2011/2012      80 / 80                          3-3,5 und 5                     Installierte Leistung     Installierte Leistung        Leistung
                    40 km                        24   Ventotec Ost 2                  2012           50 / 200                         3                               2008                      2020                         aller bereits
                                                 25   Arkona Becken Südost            2012           80 / 201                         4-5                                                                                    genehmigter
                                                                                                                                                                                                                             Anlagen
16                                               * Offshore-Testanlage in Ufernähe                                         Quelle: BSH (2009)                                                                                                             17
SOLARENERGIE


                                                                                                                     SONNIGE
                                             Kiel

                                                                                                              AUSSICHTEN FÜR
                                       Hamburg                   Schwerin
                                                                                                            STROM UND WÄRME
                        Bremen                                                                                  SOLARENERGIE
                                                                                  Berlin
                                                                                                                                                                In Deutschland liegt die jährliche Sonneneinstrahlung pro Quadrat-
                                         Hannover
                                                                                                                                                                meter zwischen 900 und 1.200 kWh. Das ist zwar weniger als in Süd-
                                                                                                                                                                europa oder Afrika, jedoch ausreichend, einen wichtigen Beitrag zur
                                                                                                                                                                Strom- und Wärmeversorgung in Deutschland zu leisten. 234.400 Hek-
                                                                      Magdeburg                                                                                 tar Gebäudeflächen sind für die solare Nutzung geeignet. Bisher wur-
                                                                                                                                                                den hiervon nur 2,5 Prozent genutzt. Das zeigt: Es gibt noch sehr viel
                                                                                                                                                                Potenzial zu erschließen.


                                                    Freiflächenanlagen (Strom)
Düsseldorf
                                                    2008: 1.700 ha                         Dresden
                                                    2020: 10.500 ha                                                                                                 Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020

                                                    Gebäudeflächen für Photovoltaik
                                                    und Solarthermie                                    Jährliche    Im Durchschnitt jährlich erzeugte Strom-                                               2008      4,0


                                                                                                                                                                    0 6,6 %
                                                                                                       Sonnenein-    menge einer 1 kWpeak -Photovoltaikanlage                                                         Mrd. kWh/a

                                                    2008 5.800 ha                                       strahlung    mit südwärts ausgerichteten PV-Modulen
                                                                                                                     im Winkel von 35 Grad und einem Perfor-                        2020   Strom            2020             39,5
                                                    2020: 37.000 ha                                                  mance Ratio von 0,85.                                                                                   Mrd. kWh/a

                                                                                                         kWh/m²     kWh/kWp
                                                                                                                                                                                                            2008      4,1


                                                                                                                                                                     2,6
                                                                                                          > 1.400    > 1.190
                                                    Potenzial geeigneter                                                                                                                                              Mrd. kWh/a
                Mainz                               Gebäudeflächen:                                        1.350      1.150                                                    %2020       Wärme            2020            30,1
                                                    234.400 ha                                                                                                                                                              Mrd. kWh/a
                                                                                                           1.300      1.105

                                                                                                           1.250      1.065

  Saarbrücken                                                                                              1.200      1.020

                                                                                                           1.150        980                                         Flächenbedarf 2008 und 2020
                                                                                                           1.100        935

                                 Stuttgart                                                                < 1.050     < 890
                                                                                                                                                                            Freiflächen für Photovoltaik
                                                                                                                                                                            2008: 1.700 ha
                                                                                                                                                                            2020: 10.500 ha

                                                                                                                                                                            Gebäudeflächen für Photovoltaik
                                                                 München                                Beispielrechnung:                                                   und Solarthermie
                                                                                                        In Kiel beträgt die jährliche Sonnenein-
                                                                                                                                                                            2008 5.800 ha
                                                                                                        strahlung 1.100 kWh/m². Eine südlich
                                                                                                        ausgerichtete und um 35 Grad geneigte                               2020: 37.000 ha
                                                                                                        Photovoltaikanlage mit 1 kWp installierter
                                                                                                        Leistung auf ca. 10 m2 erzeugt 935 kWh
                                                                                                        im Jahr. Dies entspricht 27 Prozent des
                                                                                                        jährlichen Stromverbrauchs eines Durch-
                                                                                                                                                                             Potenzial geeigneter
                                                                                                        schnitthaushaltes. In München erzeugt
         100 km                                                                                                                                                              Gebäudeflächen:
                                                                                                        1 kWpeak 1.170 kWh Strom pro Jahr und deckt
                                                                                                                                                                             234.400 ha
                                                                                                        somit 33 Prozent des Stromverbrauchs.
                                                                                             Quelle:
STROM AUS SOLARENERGIE

     So viel Strom wurde 2008 aus der Sonneneinstrahlung in Deutschland erzeugt:                                                 Es gibt noch viel Potenzial für Photovoltaik auf privaten Dächern.

     Sonneneinstrahlung 2008                                       Stromerzeugung je Wahlkreis in kWh 2008                       Schon 10 m2 Dachfläche reichen aus, um ca. ein Viertel des        Das Potenzial, das die Dachflächen von Ein- und Zweifami-
                                                                                                                                 Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushaltes zu de-              lienhäusern in Deutschland zur Stromerzeugung bieten, ist
                                                                                                                                 cken. Viele Haushalte nutzen die Chance, Strom auf dem            jedoch noch bei Weitem nicht ausgeschöpft.
                                                                                                                                 eigenen Dach zu produzieren.




                                                                                                                                 Potenzial für Dachflächen-Photovoltaik je Landkreis               Ausschöpfung des Potenzials für Dachflächen-Photovoltaik
                                                                                                                                 in MWpeak                                                         je Landkreis in Prozent 2008




        100 km                                                     100 km




         1.230 kWh/m²                                                 125 Mio. kWh

         1.145 kWh/m²                                                  60 Mio. kWh

         1.070 kWh/m²                                                  15 Mio. kWh                                                100 km                                                             100 km
          985 kWh/m²                                                    5 Mio. kWh

          900 kWh/m²           Kartengrundlage: DWD (2009)             0,2 Mio. kWh   Quelle: BSW-Solar , EuPD Research (2009)



     So wird die Sonneneinstrahlung zur Stromerzeugung genutzt:                                                                     350.000
                                                                                                                                    200.000
                                                                                                                                              MWpeak
                                                                                                                                              MWpeak
                                                                                                                                                                                                      27
                                                                                                                                                                                                      10
                                                                                                                                                                                                           %
                                                                                                                                                                                                           %
                                                                                                                                    150.000   MWpeak                                                   8   %
                                                                                                                                                                                                       6   %
                                                                                                                                    100.000   MWpeak                                                   4   %
                                                                                                                                     50.000   MWpeak                                                   2   %
                                                                                                                                     10.000   MWpeak                                                   1   %
                                                                                                                                      5.000   MWpeak   Quelle: BSW-Solar , EuPD Research (2009)        0   %          Quelle: BSW-Solar , EuPD Research (2009)




                                                                                                                                                                                                   BEISPIEL BERLIN: DACHFLÄCHENPOTENZIAL
                                                                                                                                                                                        Berlin

                                                                                                                                                                                                   Dachflächenpotenzial privater Wohnhäuser:      340 MWpeak
                                                                                                                                                                                                   Bisherige Potenzialausschöpfung:                    3,2 %
                                                             Die Solarzellen erzeugen aus der Energie der Sonnenstrahlen
                                                             Gleichstrom.                                                                                                                          So wurde gerechnet:
                                                                                                                                                                                                   Die Potenzialberechnung basiert auf der Anzahl der Ein-
                                                             Der Wechselstromrichter wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom                                                                       und Zweifamilienhäuser. Dabei wird davon ausgegangen,
                                                             um, damit er ins Stromnetz eingespeist werden kann.                                                                                   dass im ländlichen Raum aufgrund geringerer Verschattung
                                                                                                                                                                                                   ein höherer Anteil der Wohnhäuser für Photovoltaik geeig-
                                                             Die Stromzähler messen, wie viel Strom eingespeist und wie viel
                                                                                                                                                                                                   net ist als im städtischen Raum.
                                                             Strom wieder aus dem Netz bezogen wird.




20                                                                                                                                                                                                                                                               21
DACHANLAGEN SOLARENERGIE

            BEISPIEL OSNABRÜCK:                                                                                     Osnabrück ist ein Beispiel dafür, wie die Nutzung der Solar-   So wurde gerechnet:
            DURCH SOLARENERGIE KÖNNEN OSNABRÜCKS DÄCHER                                                             energie optimiert werden kann. Die Stadt gab eine so ge-       • Erfasste Gebäude: 69.759 von 73.430 Gebäuden
            MEHR ALS 100 PROZENT DES STROMBEDARFS ALLER HAUSHALTE DECKEN                                            nannte Laserbefliegung in Auftrag, mit der die Eignung der     • Gut und sehr gut geeignete Gebäude: 27.500
                                                                                                                    Osnabrücker Dächer für Solarenergie überprüft werden           • Bei der Berechnung wurde von einem Modulwirkungs-
                                                                                                                    konnte.                                                          grad von 15 Prozent ausgegangen, wie ihn gute mono-
     Osnabrück
                                                                                                                    Dabei sind Spezialflugzeuge im Einsatz, an deren Rumpf ein       und polykristalline Solarzellen aus Silizium heute er-
                                                                                                                    Sensor angebracht ist. Dieser Sensor scannt das gesamte          reichen (Stand 2009).
                                                                                                                    Gelände hochauflösend ab. Auf Grund des hohen Detaillie-       • 1 kWp Nennleistung erzeugt in Osnabrück pro Jahr
                                                                                            Solarenergiepotenzial
                                                                                            (Stromertrag)           rungsgrades sowie der großflächigen Erfassung von Laser-         650- 900 kWh Strom. Dafür ist eine PV-Anlage mit einer
                                                                                                                    scannerdaten sind erstmals kleinräumige Analysen wie die         Modulfläche von 6,7 m2 notwendig.
                                                                                            über 125 kWh/m²         Bestimmung der Dachneigung über große Untersuchungs-
                                                                                                                    gebiete möglich gewesen.                                       Der Ertrag ist abhängig von Neigung, Ausrichtung und
                                                                                                                    Für diese Methode zur Erfassung des solaren Ertragspoten-      Verschattung des Moduls. Die höchsten Erträge werden
                                                                                            105–125 kWh/m²
                                                                                                                    zials diente Osnabrück 2005 als Pilotregion. Bei fast 70.000   bei genauer Südausrichtung und 35 Grad Dachneigung
                                                                                                                    Gebäuden konnte die Dachform, -neigung, -ausrichtung und       erzielt.
                                                                                            90–105 kWh/m²           -verschattung ermittelt und somit das Solarenergiepoten-
                                                                                                                    zial aller Dächer erfasst werden. Inzwischen folgten mehre-
                                                                                                                    re Städte dem Beispiel Osnabrücks.
                                                                                            ungeeignet für
                                                                                            Photovoltaik-
                                                                                            anlagen


                                                                                            keine Daten aus
                                                                                            der Scanner-
                                                                                            befliegung
                                                                                            vorliegend



                                                                                            Gewässer
                                                                                                                     37 % der Dachflächen Osnabrücks
                                                                                            Wald                     sind sehr gut oder gut für die
                                                                                                                     Nutzung der Solarenergie geeignet.
                                                                                            Grünflächen


                                                                                            Verkehrsflächen

                                                                                N
                                                                                            100 m




                                                            Maschstr. 20
                                                            max. installierbare Modulfläche:        13 m²
                                                                                                                                                                                             Stromverbrauch der
                                                            Stromertrag:                     1.314 kWh/a
                                                                                                                                                                                             Privathaushalte von
                                                            bedingt geeignet
                                                                                                                                                                                             Osnabrück in 2008        231 Mio. kWh
                                                                                                                     Wären alle sehr gut und gut
                                                                                                                     geeigneten Dächer im Stadtgebiet mit
                                                                                                                     Photovoltaikanlagen belegt, könnte                                      Stromproduktion von
                                                            Augustenburger Str. 32
                                                                                                                     mehr Strom produziert                                                   allen sehr gut und gut
                                                            max. installierbare Modulfläche:        13 m²
                                                                                                                     werden, als alle Privathaushalte                                        geeigneten Dachflächen
                                                            Stromertrag:                     1.681 kWh/a
                                                                                                                     zusammen verbrauchen.                                                   (37 %)                            249 Mio. kWh
                                                            sehr gut geeignet




22                                                                                  Quelle: SUN-AREA (2008)                                                                                                                                   23
PHOTOVOLTAIK NUTZT AUFGEGEBENE MILITÄRFLÄCHEN                                                                                         FREIFLÄCHENANLAGEN SOLARENERGIE

        BEISPIEL BRANDENBURG: KONVERSIONSFLÄCHE LIEBEROSE




     Lieberose




                                                                                                    Konversionsfläche Lieberose
                                                                                                    ehemaliges Chemielager und -städtchen,
                                                                                                    heute Standort des Solarparks Lieberose
                 25 km



                     Konversionsflächen                                                                                                                Solarpark Lieberose

                     Gebäude und Industrie
                                                                                                                                                       Der Solarpark Lieberose produziert nicht nur saubere Energie,
                                                                                                                                                       sondern sorgt auch dafür, dass gefährliche Munition von dem
                     Verkehrsflächen
                                                                                                                                                       ehemaligen Truppenübungsplatz entfernt wird. Die dafür not-
                                                                                                                                                       wendigen fünf Millionen Euro konnten durch eine Einmalzahlung
                     Landwirtschaftlich genutzte Flächen
                                                                                                                                                       der Investoren des Solarkraftwerks und durch die Pachtein-
                                                                                                                                                       nahmen für das Gelände finanziert werden. Lieberose ist damit
                     Wald                                                                                                                              ein Paradebeispiel für die gelungene Verbindung von Hightech
                                                                                                                                                       und aktivem Naturschutz.
                     Gewässer




                                                                                                                                                       Baubeginn/Inbetriebnahme:           Januar bis Dezember 2009
                                                                                                                                                                                       (in mehreren Bauabschnitten)


                                                                                                                                                       Grundfläche:                                            162 ha
                                                                                                                                                                                             (über 210 Fußballfelder)
                                                                                                                                                       Modulfläche:                                        ca. 50 ha
                                                           Konversionsflächen                                                                                                        ca. 700.000 Dünnschicht-Module

                                                           In Deutschland gibt es rund 350.000 Hektar ehemaliger Militärflächen
                                                           bzw. Militärflächen, die in Kürze aus der Nutzung gehen. Zwar ist nur
                                                           ein Teil dieser Flächen für Photovoltaik nutzbar, denn oft handelt es sich                  Leistung:                                          ca. 53 MW
                                   Konversionsflächen:
                                            350.000 ha     bei Konversionsflächen um Naturschutzgebiete. Dahinter verbirgt sich
                                                           jedoch trotzdem ein hohes Flächenpotenzial für Freiflächenanlagen.
                                                           Dies zeigt das Praxisbeispiel aus Brandenburg:                                              Ertrag pro Jahr:                            rund 53 Mio. kWh
                                                                                                                                                                                   (entspricht dem Jahresbedarf von
                                                           Mit einer Fläche von 27.000 Hektar war der Truppenübungsplatz Liebe-                                                              rund 15.000 Haushalten)
                                       davon Flugplätze:
                                               22.000 ha   rose der größte in der ehemaligen DDR. Nach dem Abzug der Sowjet-
                                                           armee im Jahr 1992 ging er in den Besitz des Bundeslandes Branden-
                                                           burg über – mit allen Altlasten. Neben scharfer Munition auf einer
                                                           Fläche von rund 400 Hektar sorgten vor allem Chemikalien für Gefahr
                                                           und verunreinigten den Boden sowie das Grundwasser. Heute wird das
                                                           Gelände zur umweltfreundlichen Stromerzeugung genutzt.
24                                                                                                                                                                                                                      25
                                                                                                      Quelle: Naturstiftung David (2005)
HEIZEN UND KÜHLEN MIT SONNE:
     DAS FLÄCHENPOTENZIAL IST NOCH FAST UNGENUTZT                                                                                                                                                 SOLARTHERMIE SOLARENERGIE

                                                                                                                                                                                                                                                                                     Berlin
     Solarthermische Anlagen wandeln mit Hilfe von         Solarkollektoren                                                                        BEISPIEL BERLIN:
     Kollektoren die Sonnenenergie in Wärmeenergie         Neu installierte Fläche nach Bundesländern 2008                                         SOLARTHERMISCHES POTENZIAL IN DER BUNDESHAUPTSTADT
     um. In Deutschland wird die Solarwärme überwie­
     gend zur Erwärmung von Wasser zum Waschen
     und Duschen oder zur Raumheizung genutzt.
                                                                                                                                                   Berlins Dächer sind voller Energie. Vor allem für Solar­    einer Photovoltaikanlage, sondern auch über das So­
     Es ist jedoch auch möglich, mit Solarwärme zu                                                                                                 thermieanlagen besteht ein großes Potenzial. Bisher         larthermiepotenzial in den ausgewählten Pilotregionen.
     kühlen. Die Nutzung von solarthermisch ange­                                                                                                  wurden seit 2001 nur 24,5 Hektar Solarkollektoren in der    Eine davon ist das Projektgebiet „Friedrichstraße“, das
     triebenen Kältemaschinen ist eine zukunfts­                                    4 ha
                                                                                                             1 ha                                  Bundeshauptstadt installiert. Zwar ist die Tendenz stei­    auf einem Gebiet von 1.000 Hektar über 5.837 Gebäude
     weisende Möglichkeit, um den Strombedarf für                                                                                                  gend – fast ein Viertel der Anlagen wurden 2008 errichtet   verfügt. Für die Nutzung der Solarthermie eignen sich
     die Klimatisierung zu reduzieren. Der große Vor­                                      1 ha
                                                                                                                                                   – jedoch ist das Dachflächenpotenzial bei Weitem noch       3.926 Gebäude mit einer Dachflächengröße von 71 ha.
     teil bei der Technik ist die zeitliche Übereinstim­                             0,3 ha                                                        nicht ausgeschöpft. Dies zeigt das Pilotprojekt „Solar­     Schon 10 m2 Solarkollektoren erzeugen ca. 4.500 kWh
     mung von Kühlbedarf und Sonneneinstrahlung.                         14 ha                                      2 ha                           atlas Berlin“. Das öffentlich zugängliche Internetportal    Wärme pro Jahr. Das entspricht ca. einem Fünftel
     Denn je sonniger es ist, desto höher ist auch der                                                                                             informiert den Nutzer nicht nur über die mögliche Stro­     des jährlichen Wärmebedarfs eines Durchschnitts­
                                                                                                                      1 ha
     Kühlbedarf. So bietet es sich an, die gleiche An­                                                                                             merzeugung, CO2­Einsparung und Investitionskosten           haushaltes.
     lage im Sommer zur Kühlung und im Winter als                                                        2 ha
     Heizung einzusetzen.
                                                                 16 ha
                                                                                                                      4 ha

                                                                                                  3 ha
                                                                                 10 ha                                          Neu installierte
     Bisher wird jedoch nur ein Bruchteil der Gebäu­                                                                            Fläche 2008
     deflächen, die für die Nutzung der Solarenergie             7 ha                                                           0–1 ha
     geeignet sind, genutzt.                                                                                                    1–4 ha
                                                                                                                                4–8 ha
                                                                 2 ha                                                           8–16 ha
                                                                                                                                16–32 ha
                                                                                                                                über 32 ha
     Gebäudeflächenpotenzial                                                      25 ha
     234.400 ha
                                                                                                     40 ha




                                                                                                                                                                                                               Friedrichstraße
     Bis 2008 mit                                                                                                                                                                                                                           inden
     Solarkollektoren belegt:                                                                                                                                                                                                    Unter den L
     1.100 ha
                                                                                                                Quelle: BSW-Solar (2009)




     So funktioniert Solarthermie:                                                                                                                                                                                                                                       100 m

                                                                                                                                                   Nutzbare Fläche in m²                                                                        Quelle: Berlin Partner GmbH (2009)
                                                                                                                                                   pro Gebäude

                                                                                                                                                   5.000

                                                                                                                                                   3.000 ­ 5.000

                                                                                                                                                   1.000 ­ 3.000
                                                                         Sonnenstrahlen erwärmen die Wärmeträger-
                                                                         flüssigkeit im Kollektor.                                                 250 ­ 1.000

                                                                         Ist die Temperatur der Flüssigkeit höher als                              bis 250
                                                                         die Temperatur im Speicher, startet der So-
                                                                         larregler die Zirkulation.                                                0
                                                                         Der Wärmetauscher gibt Solarwärme an das
                                                                         Wasser im Pufferspeicher ab.

                                                                         Der Pufferspeicher stellt die Wärme auch                                  Bundespresseamt
                                                                         nachts und an kalten Tagen zur Verfügung.                                 Die Solarthermieanlage hat eine Fläche von 348 m2 und
                                                                                                                                                   ist mit Vakuumröhren bestückt. Die Solarwärme wird im
                                                                         Reicht die Kollektorwärme nicht aus, wird                                 Sommer genutzt, um zwei Absorptionskältemaschinen
                                                                         eine Zusatzheizung (z.B. Holzpelletheizung)                               zu betreiben, die das Gebäude teilweise kühlen. Im Win-
                                                                         aktiviert.                                                                ter wird die Wärme zur Heizungsunterstützung benötigt.


26                                                                                                                                                                                                                                                                                            27
GEOTHERMIE


                                                                                                                                        ENERGIE AUS
                                                                                                                                          DER TIEFE
                                        Kiel




                                Hamburg
                                                            Schwerin
                                                                                                                                        GEOTHERMIE
                   Bremen
                                                                                                           Hydrothermale Geothermie      Die Geothermie ist nach menschlichem Ermessen eine unerschöpf­
                                                                                                                                         liche Energiereserve. Sie ist die erneuerbare Energiequelle, die grund­
                                                                                                                                         sätzlich an fast jedem Standort genutzt werden kann. Auch in Deutsch­
                                                                            Berlin                         Petrothermale Geothermie      land gibt es ein beachtliches geothermisches Potenzial, welches den
                                                                                                                                         Energiegehalt aller konventionellen Energieträger um ein Vielfaches
                                        Hannover                                                           Hydrothermale und             übersteigt.
                                                                                                           petrothermale Geothermie
                                                                                                                                         Bei der oberflächennahen Geothermie wird die Erdwärme aus Tiefen
                                                                                                           Tiefenstörungen               bis 400 Metern mit Hilfe von Wärmepumpen zur Wärmeversorgung
                                                           Magdeburg                                       (Hydrothermale Geothermie)    eingesetzt. Die Tiefengeothermie (> 400 m) wird sowohl zur Wärme­
                                                                                                                                         als auch zur Stromerzeugung genutzt. Wirtschaftlich interessant für
                                                                                                                                         die geothermische Stromerzeugung sind insbesondere die Bereiche
                                                   Unterirdische Flächeninanspruchnahme                                                  in Deutschland, deren geologische Formationen Schichten mit heißem
                                                   (Strom und Wärme)                                                                     Wasserangebot führen. Sie finden sich vor allem in den oberrheinischen
                                                   2008: 129.200 ha                                                                      und norddeutschen Tiefebenen sowie im süddeutschen Molassegebiet.
Düsseldorf                                                                                                                               Neben dieser so genannten hydrothermalen Geothermie gibt es die
                                                                                                                                         petrothermale Geothermie. Mit diesem Verfahren kann Strom und
                                                                                Dresden                                                  Wärme auch dort erzeugt werden, wo es kein heißes Wasser im Unter­
                                                                                                                                         grund gibt. Um dennoch die hohe Temperatur des trockenen Gesteins
                                                   2020: 960.000 ha                                                                      nutzen zu können, wird dabei Wasser in das Gestein gepresst.




                                                                                                                                            Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020
                 Mainz
                                                                                                                                                                                               0,02
                                                                                                                                                                                       2008
                                                                                                                                             0 0 ,6 %
                                                                                                                                                                                               Mrd. kWh/a

  Saarbrücken                                                                                                                                                   2020   Strom           2020     3,8
                                                                                                                                                                                                Mrd. kWh/a



                                                                                                                                                                                       2008    2,5
                            Stuttgart
                                                                                                                                              3,6       %2020          Wärme           2020
                                                                                                                                                                                               Mrd. kWh/a

                                                                                                                                                                                                       42,1
                                                                                                                                                                                                       Mrd. kWh/a




                                                                                                                                            Flächenbedarf 2008 und 2020
                                                           München

                                                                                                                                                                        Unterirdische Flächeninanspruchnahme

                                                                                                                                                                        2008: 129.200 ha



        100 km
                                                                                                                                                                        2020: 960.000 ha
                                                                             Kartengrundlage: TAB (2003)
NUTZUNGSTIEFEN GEOTHERMIE

     Potenziale der geologischen Formationen
                                                                                                                                             Erdwärmesonde
                                                                                                                                               Erdwärmesonde   Erdwärmesonde
                                                                                                                                                                   Koaxial     Hydrothermale
                                                                                                                                                                               Hydrothermal               Petrothermale
                                                                                                                                                                                                          Petrothermal          Hydrothermale
                                                                                                                                                                                                                                Störungszonen
                                                                                                                                            (mit(Wärmepumpe) (ohne Wärmepumpe)
                                                                                                                                                 Wärmepumpe)   Erdwärmesonde    Geothermie                 Geothermie            Geothermie

     Oberflächennahe Geothermie                                    Oberflächennahe Geothermie
     Die oberflächennahe Geothermie nutzt die Ener-
     gie, die in Erdschichten bis 400 Meter Tiefe oder im                                                               0m          10 °c
                                                                        mit Wärmepumpen
     Grundwasser gespeichert ist. Die hier herrschenden                 für Wärmegewinnung
     Temperaturen von 8 bis 12 °C lassen sich mit Hilfe von             geeignet
     Wärmepumpen, Erdwärmekollektoren oder Erdwär-
     mesonden zur Bereitstellung von Raumheizung und
     Warmwasser nutzen. Zunehmend werden Wärme-
                                                                                                                     1.000 m    40-60 °c
     pumpen auch zur Kühlung von Gebäuden verwendet
     und die überschüssige Wärme in der Erde für den
     Winter gespeichert.
                                                                                                                                              Wärmeerzeugung

                                                                                                                     2.000 m    60-80 °c



     Tiefengeothermie                                              Hydrothermale Geothermie
     Als Tiefengeothermie bezeichnet man die Nutzung                                                                 3.000 m   100-130 °c
     der Erdwärme in Tiefen zwischen 400 und 6.000
     Metern. Die Temperaturen sind im Vergleich zur
     oberflächennahen Geothermie weitaus höher. Neben                   geeignet für Strom-
     der Wärmeversorgung ist die Tiefengeothermie des-                  und Wärmegewinnung
     halb auch für die Stromerzeugung nutzbar. Ab einer
     Temperatur von etwa 90 °C ist eine wirtschaftliche                 vorrangig geeignet
                                                                        für Wärme-                                   4.000 m   130-170 °c
     Stromerzeugung möglich.                                            gewinnung
     Während die hydrothermale Geothermie heißes
     Thermalwasser zur Strom- und Wärmegewinnung
     nutzt, sitzt die petrothermale Geothermie „auf dem
     Trockenen“. Aus diesem Grund wird unter hohem                                                                   5.000 m   160-190 °c
     Druck Wasser in das trockene Gestein in ca. 2.000 bis
     6.000 m Tiefe gepresst. Hierdurch entstehen Risse                                                                                        Wärme- und
     mit einer Breite von weniger als einem Millimeter.                                                                                       Stromerzeugung
                                                                                                Quelle: TAB (2003)
     Diese werden als Transportweg genutzt, um kalte
     Flüssigkeiten mit Hilfe der natürlichen Wärme des                                                               6.000 m   190-220 °c
                                                                   Petrothermale Geothermie
     heißen Gesteins zu erhitzen. Die hohen Tempera-
     turen können dann zur Strom- und Wärmeerzeugung
     genutzt werden.
                                                                        geeignet für
     Tiefenstörungen sind natürliche Risse im Erdreich.                 Strom- und
     Diese Bruchzonen haben ein höheres Leitvermögen                    Wärme-                                       7.000 m über 220 °c




                                                                                                                                                                                                                                 ng
     von Flüssigkeiten als das benachbarte Gestein. Auf-                gewinnung




                                                                                                                                                                                                                                   ru
     steigendes Thermalwasser konzentriert sich deshalb




                                                                                                                                                                                                                               stö
     auf diese Bruchzonen, so dass Wärme in geringere




                                                                                                                                                                                                                           fen
     Tiefen transportiert wird. Dies macht Tiefenstörungen




                                                                                                                                                                                                                          Tie
     für eine geothermische Nutzung interessant. Stö-
     rungszonen werden bisher in Deutschland noch nicht
     für die Erdwärmegewinnung genutzt.                                                                                                     Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto wärmer wird
                                                                                                                                            es. In Deutschland nimmt die Temperatur im Mittel um etwa 30 °C
                                                                                                                                            pro Kilometer zu. Das heißt, dass in 1.000 m Tiefe 40 °C, in 2.000 m
     Geothermische Ressourcen für die Stromerzeugung                                            Quelle: TAB (2003)
                                                                                                                                            Tiefe 70 °C und in 3.000 m Tiefe 100 °C erreicht werden. Diese Werte
     Selbst das Potenzial der kleinsten Ressource (hydro-                                                                                   schwanken regional jedoch oft stark. Abweichungen vom Standard
     thermale Geothermie) entspricht noch ungefähr dem                                                                                      werden als Wärmeanomalien bezeichnet. Energetisch interessant sind
                                                                   Tiefenstörungen
     Fünffachen des deutschen Jahresstrombedarfs.                  (Hydrothermale Geothermie)                                               besonders Gebiete mit deutlich höheren Temperaturen. Hier steigt
                                                                                                                                            das Thermometer schon in geringer Tiefe auf mehrere hundert Grad
                                                                                                                                            Celsius.

                                                                        geeignet für                                                        Nicht nur die Temperatur ist für die geothermische Nutzung relevant,
                                            1 % Hydrothermale           Strom- und                                                          sondern auch die geologischen Bedingungen. Je nach Bodenbeschaf-
                                                                        Wärme-                                                              fenheit werden verschiedene technische Verfahren zur Strom- und
                                                Geothermie              gewinnung
                                            4 % Störungszonen                                                                               Wärmeerzeugung genutzt.

                                            95 % Petrothermale
                                                 Geothermie



30                                            Quelle: TAB (2003)                                      Quelle: BGR                                                                                                                           31
KRAFTWERKE GEOTHERMIE

      Geothermische Kraft- und Heizwerke in Betrieb und in Bau                                                                                In Deutschland wird in rund 170 größeren geothermischen Anlagen Wärme und teilweise Strom produziert. Die
                                                                                                                                              Leistung dieser Anlagen erreicht insgesamt rund 100 Megawatt. Vor allem Thermalbäder und Gebäudekomplexe
                                                                                                                                              werden mit Tiefengeothermie beheizt. 13 geothermische Heizkraftwerke speisen Wärme in ein Nahwärmenetz ein
                                                                                                                                              und 3 geothermische Kraftwerke produzieren Strom. Zwei weitere Kraftwerke, in Bruchsal und Simbach am Inn, sind
                                                                                                                                              im Probebetrieb. Ende 2008 waren nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums und der Branche rund 15 Pro-
                                                                                                                                              jekte zur geothermischen Strom- und Wärmeerzeugung in Planung. An 180 Standorten wurden bei den Bergämtern
                                                                                                                                              Aufsuchungserlaubnisse beantragt.




                                                                                                                                              BEISPIELE: WÄRME- UND STROM AUS                                  So funktioniert die
                                                                                                                                              GEOTHERMISCHEN KRAFTWERKEN IN DEUTSCHLAND                        hydrothermale Geothermie

                                                                                                                                              Geothermiekraftwerk Neustadt-Glewe
                                                                                                                                                                                                                               5                  4

                                                                                                                                              Inbetriebnahme       1994 (Heizwerk), 2003 (Kraftwerk)
                                                                                                                                              Erschließungskonzept                    Hydrothermal                                    3

                                                                                                                                              Stromerzeugungsverfahren Organic Rankine Cycle (ORC)                         2
                                                                                                                                              Tiefe der Bohrung                                2.455 m
                                                                                                                                              Fördertemperatur des Thermalwassers            92 – 97 °C
                                                                                                                                              Abstand der Bohrungen übertage                   1.500 m                                        6

                                                                                                                                              Abstand der Bohrungen untertage                  1.500 m
                                                                                                                                              Elektrische Leistung                                0,2 MWel
                                                                                                                                              Thermische Leistung                                 5,5 MWth


                                                                                                                                              Geothermiekraftwerk Landau
                                                                                                                                                                                                                   1
                                                                                                                                              Inbetriebnahme                                  2007
                                                                                                                                              Erschließungskonzept                  Hydrothermal
                                                                                                                                              Stromerzeugungsverfahren Organic Rankine Cycle (ORC)
                                                                                                                                              Tiefe der Bohrung                          ca. 3.000 m
                                                                                                                                              Fördertemperatur des Thermalwassers               155 °C                                                   7

                                                                                                                                              Abstand der Bohrungen übertage                      6m
                                                                                                                                              Abstand der Bohrungen untertage                 1.300 m
                                                                                                                                              Elektrische Leistung                                3 MWel
                                                                                                                                              Thermische Leistung                                 5 MWth
                                                                                                                                                                                                               Aus 2.000 bis 4.000 Meter Tiefe 1 wird
                                                                                                                                                                                                               vorhandenes Thermalwasser mit einer
                                                                                                                                              Geothermiekraftwerk Unterhaching                                 Temperatur von 90 bis 150°C an die Oberfläche
                                                                                                                                                                                                               gepumpt.
                                                                                                                                              Inbetriebnahme                                    2008
                                                                                                                                              Erschließungskonzept                     Hydrothermal            In einem ersten Wärmetauscher 2 gibt das
                                                                                                                                              Stromerzeugungsverfahren                  Kalina Cycle           Thermalwasser seine Wärme an einen
                                                                                                                                              Tiefe der Bohrung                            ca. 3.400 m         schnell verdampfenden Wärmeträger ab 3 .
                                                                                                                                              Fördertemperatur des Thermalwassers                122 °C        Der Dampf treibt über eine Turbine
                                                                                                                                              Abstand der Bohrungen übertage                   3.500 m         den Generator zur Stromerzeugung an 4 , ehe er
                                                                                                                                              Abstand der Bohrungen untertage                  4.500 m         kondensiert und wieder abkühlt 5 .
                                                                                                                                              Elektrische Leistung                                3,4 MWel
                                                                                                                                              Thermische Leistung                                  38 MWth     Das Thermalwasser ist danach noch immer heiß
                                                                                                                                                                                                               genug, um in einem zweiten Wärmetauscher
                                                                                                                                                                                                               Wärme an den Kreislauf eines Nahwärmenetzes
                                                                                                                                                                                                               abzugeben 6 . Das abgekühlte Wasser wird
                                                                                                                                                                                                               wieder in die Tiefe gepumpt, wo es sich erneut
                                                                                                                                                                                                               erhitzt 7 .

     Thermalbäder


     Gebäude-/Fernwärme


     Wärme und Strom




                       100 km
              Quellen: LIAG (2009), Pester, S., Schellschmidt, R. & Schulz, R. (2007): Verzeichnis geothermischer Standorte - Geothermische
32                                       Anlagen in Deutschland auf einen Blick - Geothermische Energie; Geothermische Vereinigung (GtV)                                                                                                                        33
OBERFLÄCHENNAHE GEOTHERMIE

     Mit Hilfe von Wärmepumpen kann jeder Haushalt seinen Wärmebedarf selbst decken                                         BEISPIEL RIESA:                                                                                     Riesa

                                                                                                                            ERDWÄRME DECKT DEN WÄRMEBEDARF EINES EINFAMILIENHAUSES
     Die Funktionsweise der Wärmepumpe ist im Prinzip            zum Vorjahr nahm der Absatz um mehr als ein Drittel        So viel Wärme steckt in 40 m Tiefe
     identisch mit der eines altbekannten Alltagsgerätes: dem    zu. Wärmepumpen, die die Umgebungsluft nutzen, hat-
     Kühlschrank. Während der Kühlschrank allerdings sei-        ten 2008 einen Marktanteil von ca. 45 Prozent aller neu
     nem Innenraum die Wärme entzieht und nach draußen           installierten Anlagen. Erdwärmepumpen haben somit ei-
     abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Außenbereich die        nen etwas höheren Marktanteil.
     Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab. Die
     Funktion läuft also genau umgekehrt ab. Eine Wärme-         Der Wärmebedarf eines Haushaltes kann komplett durch
     pumpe erzeugt aus rund 75 Prozent natürlich vorhan-         eine Erdwärmepumpe gedeckt werden. Das Nutzungspo-
     dener Umweltwärme und 25 Prozent Antriebsenergie            tenzial der oberflächennahen Geothermie ist abhängig von                                                          Der Wärmebedarf eines durchschnitt-
     (d.h. Strom) die Wärme, die man zum Heizen und zur          • der Gesteinswärmeleitfähigkeit und                                                                              lichen Einfamilienhauses kann durch eine
     Warmwasserbereitung benötigt. Sie kann aber auch sehr       • der spezifischen Entzugsleistung. Diese gibt an,                                                                Erdwärmepumpe mit einer Leistung von
     effektiv zum Kühlen eingesetzt werden.                         wieviel Erdwärme dem Erdreich nachhaltig entzogen                                                              rund 12 kW gedeckt werden.
                                                                    werden kann, ohne dass zu viel oder zu wenig Wärme
     Insgesamt sind in Deutschland rund 350.000 Wärmepum-           entnommen würde, um den jeweiligen Wärmebedarf
     pen installiert – Tendenz weiter steigend. Im Vergleich        zu decken.
                                                                                                                                                                                   Erdwärme am Standort
                                                                                                                                                                                   in bis zu 40 m Tiefe
                                                                                                                                                                                   50,1 – 52,5 W/m Entzugsleistung
                                                                                                                                                                                   x 40 m

     So funktioniert oberflächennahe Geothermie                                                                                                                                    = 2.004 bis 2.100 W
                                                                                                                                                                                   = 2,0 bis 2,1 kW
     In einer Erdsonde 1 in ca. 10 Meter Tiefe erwärmt sich                                                                                                                        Die benötigte Heizleistung von 12 kW kann
     eine Flüssigkeit (z.B. Wasser) auf rund 10 °C.                                                                                                                                beispielsweise durch sechs Erdsonden-
                                                                                                                                                                                   bohrungen à 40 m Tiefe erreicht werden
     Die Erdwärmepumpe 2 überträgt die Erdwärme aus                                                                                                                                (6 x 2,0 kW = 12 kW).
     der Erdsonde auf einen Wärmeträger. Dieser wird durch                                                                                                                         In den meisten Fällen ist es sinnvoll, statt
     Druckerhöhung erhitzt – die Erdwärmepumpe funkti-                                                                                                                             vieler kleiner Bohrungen nur eine oder
     oniert also wie ein umgekehrter Kühlschrank. Für eine                                                                                                                         zwei tiefe Erdsonden anzulegen, um eine
     Heizleistung von 3 – 5 Kilowattstunden Wärme benötigt                                                                                                                         stetige, gleichmäßige Wärmequelle zu
     sie ca. 1 Kilowattstunde Strom.                                                                                                                                               erschließen.
                                                                                    2                                                                                                                    Quelle: LfULG (2009)
     Der Pufferspeicher  sammelt die Erdwärme, um sie
                         3                                                                                                                                                  2 km
     zum Heizen und zur Warmwasserbereitung nutzen zu                                                     3                 So viel Wärme steckt in 100 – 130 m Tiefe
     können.
                                                                                                                                                                                          Entzugsleistung in Watt pro Meter
                                                                                                                                                                                          bei 1.800 Jahresbetriebsstunden
     Eine Erdwärmepumpe kann den Wärmebedarf eines Ge-
                                                                                                                                                                                          unter 40
     bäudes zu 100 Prozent decken.
                                                                                                                                                                                          40,1-42,5
                                                                                                                                                                                          42,6-45
                                                                         1                                                                                                                45,1-47,5
                                                                                                                                                                                          47,6-50
                                                                                                                                                                                          50,1-52,5
                                                                                                                                                                                          52,6-55
     Prinzip der Erdwärmepumpe                                                                                                                                                            55,1-57,5
                                                                                                                                                                                          57,5-60
                                                                                                                                                                                          über 60,1


                                                                                                                                                                                   Erdwärme am selben Standort
                                                                                                                                                                                   in 100-130 m Tiefe
                                                                                                                                                                                   52,6 – 55 W/m Entzugsleistung
                                                                                                                                                                                   x 130 m

                                                                                                                                                                                   = 6.838 bis 7.150 W
     Die Erde erwärmt    Der Wärmeträger     Der elektrische                                                                                                                       = 6,8 bis 7,1 kW
     die Flüssigkeit     der Erdwärme-       Kompressor der
     in der Sonde auf    pumpe nimmt         Erdwärmepumpe verdichtet                                                                                                              Somit kann mit zwei 130 m tiefen Sonden
     10 °C.              diese Wärme auf     den Dampf. Dadurch                                                                                                                    eine Heizleistung von 13,6 kW bereitge-
                         und verdampft       steigt dessen Temperatur.                                                                                                             stellt werden (2 x 6,8 kW = 13,6 kW).
                         schnell.            Die Wärme kann dann                                                                                                                   Da im Durchschnitt aber nur eine Heizlei-
                                             zum Heizen und für die                                                                                                                stung von 12 kW benötigt wird, würde es
                                             Warmwasserbereitung                                                                                                                   ausreichen, zwei Sonden à 115 m Tiefe zu
                                             genutzt werden.                                                                                                                       installieren (52,6 W/m x 115 m = 6,05 kW;
                                                                                                                                                                                   2 x 6,05 kW = 12,1 kW).
                                                                                                                                                                                                         Quelle: LfULG (2009)
                                                                                                                                                                            2 km
34                                                                                                                                                                                                                                      35
BIOENERGIE


                                                                                                                                                       VIEL ERTRAG VON
                                                                                                                                                         WENIG FLÄCHE
                                            Kiel

                                                                         Rostock


                                    Hamburg
                                                              Schwerin
                                                                                                                                                            BIOENERGIE
                      Bremen


                                                                                   Berlin
                                       Hannover                                    Berlin
                                        Hannover
                                                                   Magdeburg
                                                                  Magdeburg


                            Flächenbedarf 2008                                                                             Deutschland benötigt nur einen geringen Teil seiner
                            Anbau von                                                                                      landwirtschaftlich genutzten Flächen für den Ausbau
                            Energiepflanzen                                                                                der Bioenergie. Für den Ausbau bis 2020 wird nur
Düsseldorf                                                                                                                 eine Fläche von 3,7 Mio. Hektar in Anspruch genom-      Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020
                                                                                                                           men. Das entspricht 21,9 Prozent der heutigen land-
Köln                                                                                    Dresden                            wirtschaftlich genutzten Flächen. Bioenergie nutzt
                                                                                      Dresden                              2008 eine Fläche von 1,6 Mio. Hektar (9,5 Prozent der                                             27,1
                                                                                                                                                                                                                    2008
                                                                                                                                                                                   0 9,1 %
                                                                                                                           landwirtschaftlich genutzten Flächen).                                                            Mrd. kWh/a

                                  2008: 1,6 Mio. ha                                                                                                                                             2020   Strom        2020           54,3
                                                                                                                           Diese Fläche für den Anbau von Energiepflanzen                                                          Mrd. kWh/a
                                                                                                                           liefert jedoch nur einen Teil des Potenzials der
                            Flächenbedarf 2020                                                                             Bioenergie. Bioenergie nutzt für die Strom-, Wär-
                                                                                                                                                                                                                    2008                        97,1
                            Anbau von
                            Energiepflanzen   2020: 3,7 Mio. ha
                                                                                                 Gebäude und Industrie     me- und Kraftstoffproduktion auch Reststoffe (z.B.
                                                                                                                           Gülle, Restholz, Bioabfall), die in der Land- und       13,1                             2020
                                                                                                                                                                                                                                                Mrd. kWh/a

                                                                                                                                                                                                                                                         150,3
         Frankfurt/Main                                                                          Verkehrsflächen           Forstwirtschaft sowieso anfallen. Die für Bioenergie           %2020 Wärme
                                                                                                                                                                                                                                                         Mrd. kWh/a
                                                                                                                           eingesetzte Menge Reststoffe würde 2020 theore-
                    Mainz                                                                        landwirtschaftlich
                                                                                                 genutzte Flächen          tisch dem Ertrag von einer zusätzlichen Fläche von
                                                                                                                           4,1 Mio. Hektar entsprechen.                                                             2008        36,7
                                                                                                 Wald
                                                                                                                                                                                   21,4   %2020 Kraftstoff          2020
                                                                                                                                                                                                                                Mrd. kWh/a

                                                                                                                                                                                                                                                 111,3
                                                                                                 Gewässer                  Deutschland importiert für Futter- und Nahrungs-
                                                                                                                                                                                                                                                 Mrd. kWh/a
 Saarbrücken                                                                                                               mittel sowie als Rohstoff Produkte aus Raps, Soja-
                                                                                                                           bohnen und Ölpalmen. Auch in Zukunft wird nur ein
                                                                                                                           Teil davon für Bioenergie genutzt. Diese Menge wür-     Flächenbedarf 2008 und 2020
                                                                                                                           de 2020 dem Ertrag von einer Fläche von ca. 2-3 Mio.
                                                                                                                           Hektar entsprechen.
                              Stuttgart
                             Stuttgart




                                                              München
                                                              München



                                                                                                                                                                                       2008: 1,6 Mio. ha



        100 km                                                                                                                                    Importe
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                                                                                     Quellen: DLR 2004, Leibniz-Institut
FLÄCHENBEDARF BIOENERGIE

                                                                                                                          Die deutsche Landesfläche ist vor allem von Ackerland, Grünland und Wald belegt.

                                                                                                                          Gebäude und Landwirtschaftlich genutzte Flächen (Acker- und                     Wald                                    Gewässer
                                                                                                                          Industrie     Grünland; mit Gartenland, Heide, Moor, Betriebs-                  10,7 Mio. ha                            0,8 Mio. ha
                                                                                                                          2,7 Mio. ha   flächen u.a.) 18,8 Mio. ha
                                                  Kiel                                                                           Verkehrsflächen                                                                                                  Sonstige
                                                                                                                                 1,8 Mio. ha                                                                                                      (Grünanlagen,
                                                                                                                                                                                                                                                  Schutzflächen,
                                                                                                                                                                                                                                                  Militär)
                                                                                                                                                                                                                                                  0,9 Mio. ha

                                            Hamburg
                                                                  Schwerin




                             Bremen                                                                                                                                                                           gesamte Landesfläche: 35,7 Mio. ha
                                                                                                                                                                                                                           Quelle: Stat. Bundesamt 2009
                                                                                    Berlin
                                              Hannover                                                                    Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen wird 2008 für Futtermittel genutzt.

                                                                                                                                                                                                           Differenz: ohne Gartenland, Heide,
                                                                   Magdeburg                                                                                                                               Moor, Betriebsflächen u.a.


                                                                                                                                                                                                                             Rund 40 % der Bioenergie-Fläche die-
                                                                                                                                                                                                                             nen gleichzeitig auch der Produktion
                                                                                                                                                                                                                             von Futtermittel, da bei der Herstel-
                                                                                                                                                                                                                             lung von Rapsöl und Bioethanol immer
                                                                                                                                                                                                                             auch Futtermittel wie Rapsschrot und
     Düsseldorf                                                                                                                                                                                                              Trockenschlempe als Koppelprodukt
                                                                                                                                                                                                                             anfallen.
                                                                                         Dresden
                                                         Erfurt
                                                                                                                                        Futter-                             Nahrungs-      stoffl.     Brach-      Bioenergie
                                                                                                                                        mittel                              mittel         Nutzung     fläche
                                                                                                                                        10,2 Mio. ha                        4,5 Mio. ha    0,3 Mio. ha 0,3 Mio. ha 1,6 Mio. ha


                                                                                                                                                                                                  landwirtschaftlich genutzte Flächen: 16,9 Mio. ha
                                                                                                  Gebäude und Industrie                                                                                     Quelle: BMELV, FNR, eigene Berechnungen

                                                                                                  Verkehrsflächen


                           Mainz                                                                  landwirtschaftlich
                                                                                                  genutzte Flächen        Bioenergie belegt heute und in Zukunft nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Flächen.
                                                                                                  Wald


                                                                                                  Gewässer                                                                                          Fläche für Bioenergie: 1,6 Mio. ha
      Saarbrücken                                                                                                                                                                                   9,5 % der landwirtschaftlich genutzten
                                                                                                                          2008                                                                      Flächen von Deutschland (16,9 Mio. ha)



                                      Stuttgart                                                                                                                                                     Fläche für Bioenergie: 3,7 Mio. ha
                                                                                                                                                                                                    = 21,9 % der landwirtschaftlich genutzten
                                                                                                                          2020                                                                      Flächen von Deutschland (16,9 Mio. ha)



                                                                  München                                                                                                                                                               Quelle: BEE/DBFZ


                                                                                                                          Auf 1,6 Mio. Hektar der landwirtschaftlich genutzten Flä-        Bis zum Jahr 2020 kann die Anbaufläche für Energie-
                                                                                                                          chen Deutschlands wuchsen 2008 Energiepflanzen wie               pflanzen auf ca. 3,7 Mio. Hektar mehr als verdoppelt
                                                                                                                          Raps, Mais und andere Getreide, die Strom, Wärme und             werden. Dann würde die Bioenergie 21,9 Prozent der
                                                                                                                          Kraftstoffe lieferten. Das sind 9,5 Prozent der landwirt-        landwirtschaftlich genutzten Flächen belegen.
                                                                                                                          schaftlich genutzten Flächen.
                  100 km

38                                                                             Quellen: DLR 2004, Leibniz-Institut                                                                                                                                               39
FLÄCHENBEDARF BIOENERGIE

     Woher die Bioenergie kommt: Acker- und Grünland                                                                             Woher kommen die zusätzlichen Flächen für Bioenergie?

     Was wächst heute wofür auf den Flächen für Bioenergie?                                                                      Flächenpotenzial für Bioenergie bis 2020                                Durch den Bevölkerungsrückgang in Deutschland sinkt
                                                                                                                                                                                                         auch der Bedarf nach Futter- und Nahrungsmitteln sowie
                                                                                                                                                                                                         nach Siedlungsflächen. Gleichzeitig steigen die Ernteer-
      sonstige landwirtschaftlich                              Fläche für Bioenergie: 1,6 Mio. ha
                                                                                                                                                                                                         träge weiterhin leicht an. So werden zusätzliche Flächen
      genutzte Flächen: 15,3 Mio. ha                                                                                                              Flächennutzung für                                     für den Anbau von Energiepflanzen frei, ohne dass die
                                                                                                                                                  Bioenergie 2008                                        Selbstversorgung Deutschlands mit Nahrungsmitteln in
                                                                                                                                                  1,6 Mio. ha                                            Frage gestellt würde. Trotz des steigenden Anteils der
                                                                                                                                                                                                         Bioenergie gab es 2008 einen deutlichen Überschuss bei
                                                                                                                                                                                                         der Getreideernte in Deutschland und der EU.
     2008
                                                     Raps            Getreide und       Mais, Getreide                                            Zuwachs durch Ertragssteigerungen
                                                     für Biodiesel   Zuckerrüben für    u.a. für Biogas                                           +1 Mio. ha
                                                     (Kraftstoff)    Bioethanol         (Strom, Wärme,
                                                     0,9 Mio. ha     (Kraftstoff )      Kraftstoff)
                                                                     0,2 Mio. ha        0,5 Mio. ha                                               Zuwachs durch Nutzung
     Welche Energiepflanzen werden wie genutzt?                                                                    Quelle: FNR
                                                                                                                                                  von Brach- und sonst. Flächen                              So viel Energie kommt von einem Hektar:
                                                                wird zu                                                                           +0,8 Mio. ha
                                                                                    Biodiesel,
                  Raps
                                                                                    Pflanzenöl
                                                                                                                                                  Zuwachs durch Nachfragerückgang
                  Getreide                                                                                                                        nach Futter- und Nahrungsmitteln
                                                                                    Bioethanol
                  (z.B. Weizen, Triticale)                                                                                                        infolge Bevölkerungsrückgang
                                                                                                                                                  +0,4 Mio. ha                                                                                                                  100 m

                  Zuckerrüben                                                       Biogas
                                                                                                                                                  Verlust durch Flächenbedarf für
                                                                                                                                                                                                                                   100 m
                                                                                                                                                  Siedlungs- und Verkehrsflächen
                                                                                                                                                  -0,1 Mio. ha
                  Mais
                                                                                                                                                                                                               1 ha Mais
                                                                                                                                                                                                             = ca. 45 t Ernteertrag
                                                                                                                                                  Flächenpotenzial für                                       = ca. 9.000 m³ Biogas
     Was wächst 2020 wofür auf den Flächen für Bioenergie?                                                                                        Bioenergie 2020
                                                                                                                                                  3,7 Mio. ha                                                = 18.000 kWhel = Strom für 5 Haushalte
                                                                                                                                                                                                             + 12.000 kWhth = Wärme für 0,6 Haushalte
      sonstige landwirtschaftlich                              Fläche für Bioenergie: 3,7 Mio. ha                                                                                 Quelle: DBFZ
      genutzte Flächen: 13,2 Mio. ha



                                                                                                                                 So funktioniert eine Biogasanlage:
     2020                                      Raps            Getreide und      Mais, Getreide      Pappeln und Weiden          Strom, Wärme und Kraftstoff aus Energiepflanzen und Reststoffen
                                               für Biodiesel   Zuckerrüben für   u.a. für Biogas     für Holzpellets und
                                               (Kraftstoff)    Bioethanol        (Strom, Wärme,      -hackschnitzel                                                      Gärrestelager                  Gasspeicher                        Gasaufbereitung
                                               1,5 Mio. ha     (Kraftstoff )     Kraftstoff)         (Strom, Wärme)                                                      Ist die Biomasse im            Das entstehende Biogas             Methangehalt und Qualität des Biogases
                                                                                                                                                                         Fermenter vergoren,            wird in der Haube des              werden gesteigert, um es konventionellem
                                                               0,7 Mio. ha       1,2 Mio. ha         0,3 Mio. ha                                                         kommt sie zunächst             Fermenters gespeichert,            Erdgas anzugleichen.
                                                                                                                                                                         ins Gärrestelager,             direkt über der
                                                                                                          Quelle: AEE/BEE/DBFZ                                           um dann als hoch-              vergärenden Biomasse.                                                    Erdgasnetz
                                                                                                                                                                         wertiger Dünger                                                                                 Das aufbereitete Biogas
     Welche Energiepflanzen werden wie genutzt?                                                                                                                          genutzt zu werden.                                                                            kann direkt in bestehende
                                                                                                                                                                                                                                                                 Erdgasnetze eingespeist werden.
                                                                wird zu
                                                                                    Biodiesel,
                  Raps                                                                                                                                                                                                             Blockheizkraft-                        Biogastankstelle
                                                                                    Pflanzenöl                                                                                                                                                                         Kraftstoff für Erdgasautos
                                                                                                                                                   Ener                                                                            werk (BHKW)
                                                                                                                                                                                                                                   Im BHKW wird das Biogas zur
                                                                                                                                                                                                                                   Strom- und Wärmeerzeugung
                                                                                                                                                                                                                                   verbrannt.
                  Zuckerrübe                                                        Bioethanol
                                                                                                                                 Bioabfälle
                                                                                                                                 Biomüll
                                                                                                                                 und andere
                                                                                                                                     Reststoffe
                                                                                                                                 Reststoffe
                  Getreide
                                                                                    Biogas
                  (z.B. Weizen, Triticale)

                                                                                    Holzpellets,
                  Mais                                                              -hackschnitzel                                                                                                      Fermenter                      Wärmetauscher
                                                                                                                                 Gülle und Mist                                                         In dem Behälter wird die       Die Abwärme des
                                                                                                                                                                                                        Biomasse unter Ausschluss      BHKW beheizt den
                                                                                                                                                                                                        von Licht und Sauerstoff von   Fermenter und
                                                                                                                                                                                     Vorgrube           Mikroorganismen abgebaut.      Gebäude, z.B. über
                                                                                                                                                                                     Sammelbecken für   Aus diesem Gärprozess          ein Nahwärmenetz.
                  Pappeln, Weiden                                                                                                                                                    Biomasse           entsteht das Biogas.




40                                                                                                                                                                                                                                                                                                  41
RESTSTOFFE BIOENERGIE

     Woher die Bioenergie kommt: Reststoffe                                                                                           Woher kommen die zusätzlichen Reststoffe?

     Die für Bioenergie genutzte Menge Reststoffe würde heute einer Fläche von 2,6 Mio. Hektar entsprechen, wenn diese                Potenzial für Stroh                               Potenzial für Gülle                                  Potenzial für Waldrestholz
     Biomasse eigens angebaut werden müsste. Dabei bleibt noch fast ein Drittel der verfügbaren Reststoffe ungenutzt.                 Das Potenzial für die energetische                Das Potenzial für die energetische                   Das Potenzial für die energetische
                                                                                                                                      Nutzung von Stroh liegt in mehre-                 Nutzung von Gülle und anderen                        Nutzung von Waldrestholz liegt
                                                                                                                                      ren Regionen Nordost- und Mittel-                 tierischen Exkrementen liegt in                      in mehreren Regionen Nordost-
                                                                                                                                      deutschlands bei über 1.000 kWh                   mehreren Regionen Norddeutsch-                       und Süddeutschlands bei über
                                                                                                                                      pro Person. Wird es in Biogasan-                  lands bei über 1.000 kWh pro                         2.000 kWh pro Person. Wird es in
                                                                    Fläche für Bioenergie: 1,6 Mio. ha                                lagen eingesetzt, ließe sich damit                Person. Werden diese in Biogasan-                    Holzkraftwerken eingesetzt, ließen
                                                                                                                                      z.B. ein Drittel ihres jährlichen                 lagen eingesetzt, ließe sich damit                   sich damit – neben Wärme – zwei
                                                                                                                                      Stromverbrauchs abdecken.                         ein Drittel ihres jährlichen Strom-                  Drittel ihres gesamten jährlichen
                                                                                                                                                                                        verbrauchs abdecken.                                 Stromverbrauchs abdecken. Dabei
                                                                                                                                                                                                                                             ist das Potenzial von Altholz und
                                                                                                                                                                                                                                             Industrierestholz noch nicht be-
                                                                    Bioenergie aus Reststoffen                                                                                                                                               rücksichtigt.
     2008                                                           entspricht einer Fläche von 2,6 Mio. ha.

                                                                                                               Quelle: AEE/BEE/DBFZ
                                                                                                                                      Reststroh
                                                                                                                                      Reststroh                                         Tierische Exkremente
                                                                                                                                                                                        Tierische Exkremente                                 Schwach- und Restholz
                                                                                                                                                                                                                                             Schwach- und Waldrestholz
                                                                                                                                      Jährliches Potenzial/Person in kWh
                                                                                                                                      Jährliches Potenzial/Person in kWh                Jährliches Potenzial/Person in kWh
                                                                                                                                                                                         Jährliches Potenzial/Person in kWh                  Jährliches Potenzial/Person in kWh
                                                                                                                                                                                                                                             Jährliches Potenzial/Person in kWh
                                                                                                                                            < 278                                              < 139                                                 < 556
                                                                                                                                         278-556                                             139-417                                              556-1.111
                                                                                                                                         557-833                                            417-833                                              1.111-1667
                                                                                                                                         833-1.111                                         833-1.250                                            1.667-2.222

     Die für Bioenergie genutzte Menge Reststoffe würde 2020 einer Fläche von 4,1 Mio. Hektar entsprechen. Fast alle verfüg-                >1.111                                            >1.250                                                >2.222


     baren Reststoffe werden dann für Bioenergie genutzt.




                                                                    Fläche für Bioenergie: 3,7 Mio. ha




                                                                    Bioenergie aus Reststoffen
     2020                                                           entspricht einer Fläche von 4,1 Mio. ha.

                                                                                                               Quelle: AEE/BEE/DBFZ


                                                                                                                                                                                                                                                                                  Quelle: BBR/BFH



     Welche Reststoffe werden wie genutzt?                                                                                            So viel Energie steckt in einem Kuhstall.                                          Holzenergie –
                                                                                                                                                                                                                         ausreichender Vorrat für viel Wärme
                                                                                                                                                                                                                        Mit über 75 Prozent macht Holz heute schon den größ-
                                                                      wird zu
                   Gülle, Mist, Stroh
                                                                                                                                                                                                                        ten Anteil der erneuerbaren Wärme aus. Der Ausbau der
                                                                                                                                                                                                                        Holzenergie ist darum unerlässlich, um Treibhausgase
                                                                                                                                                                                                                        und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu re-
                                                                                                                                        30 Rinder                                                                       duzieren. Genormte Holzbrennstoffe wie Holzpellets für
                   Erntereste, Biomüll                                                 Biogas                                         = ca. 540 t Rindergülle                                                           die Wärmeversorgung von Ein- und Mehrfamilienhäusern
                                                                                                                                      = ca. 13.500 m³ Biogas                                                            oder zunehmend für Nahwärmenetze sind mit Wirkungs-
                                                                                                                                                                                                                        graden von über 90 Prozent äußerst effizient. Sie werden
                   Altfett                                                             Biodiesel
                                                                                                                                      = 31.500 kWhel = Strom für 9 Haushalte                                            mittelfristig einen deutlich höheren Anteil an der regene-
                                                                                                                                      + 20.000 kWhth = Wärme für 1 Haushalt                                             rativen Wärme ausmachen.
                                                                                                                                                                                                                        Holz ist – wie Biomasse von Energiepflanzen – ein nach-
                                                                                       Holzpellets,                                                                                                                     wachsender Rohstoff. Die Entwicklung des Holzvorrats in
                   Restholz                                                            -hackschnitzel                                                                                                                   den deutschen Wäldern zeigt, dass ausreichende Poten-
                                                                                                                                      So viel Holz wächst jede Sekunde nach.
                                                                                                                                                                                                                        ziale vorhanden sind, um die energetische Holznutzung
                                                                                                                                                                                                                        auszuweiten. Trotz Orkanschäden (Kyrill 2007) wuchs
                   Klärschlamm                                                         Klärgas                                                                                                                          auch im vergangenen Jahr rund 10 Prozent mehr Holz
                                                                                                                                                                           Im Jahr wachsen in Deutsch-
                                                                                                                                                                           land etwa 120 Mio. m³ Holz                   hinzu, als eingeschlagen wurde. Der deutsche Holzvor-
                                                                                                                                                                           hinzu, das sind 4 m³ Holz pro                rat stieg von rund 3,4 Mrd. m3 im Jahr 2004 auf mehr als
                                                                                                                                                                           Sekunde, was einem Wür-                      3,6 Mrd. m3 (2008).
                                                                                                                                                                           fel mit 1,6 m Kantenlänge                                                Quelle: vTI-Inventarstudie 2008
                                                                                                                                                                           gleichkommt.

42                                                                                                                                                                                                                                                                                                  43
SELBSTVERSORGUNG BIOENERGIE

     BEISPIEL NIEDERSACHSEN: JÜHNDE VERSORGT SICH SELBST MIT STROM UND WÄRME                                                                                 Die Fläche von Jühnde ist vor allem von Ackerland, Grünland und Wald belegt.

                                                                                                                                                             Gebäude und        Landwirtschaftlich genutzte Flächen            Landwirtschaftlich genutzte Flächen                        Gewässer
                                                    Jühnde
                                                                                                                                                             Industrie          (Ackerland)                                    (Grünland u.a.)                                            10 ha
                                                                                                                                                             149 ha             865 ha                                         182 ha
                                                                                                                                                                                                                                            Wald                                          Sonstige
                                                                                                                                                                    Verkehrs-                                                               718 ha                                        5 ha
                                                                                                                                                                    flächen




                                                                                                    Die Gemeinde Jühnde benötigt nur
                                                                                                    26,5 % ihrer landwirtschaftlichen
                                                                                                    Flächen, um ihren Strom- und Wär-
                                Biogasanlage                                                        mebedarf vollständig mit Bioener-
                                                                                                    gie abzudecken:                                                                                                                              Gesamtfläche von Jühnde: 1.929 ha
                                                                                                                                                                                                                                                Quelle: Geries Ingenieure/IZNE/ Bioenergiedorf Jühnde
                                                                                                    Jühnde nutzt Restholz aus seinen
                                                                                                    Waldflächen für ein Holzheizkraft-
                                                                                                    werk                                                     Futter- und Nahrungsmittel dominieren weiterhin die Flächennutzung in Jühnde.
                                  Jühnde
                                                                                                    und Flächen für den Anbau von Mais                                                                                                    Differenz: 68 Hektar Flächen auswärtiger Landwirte in
                                                                                                    und anderem Getreide für seine                                                                                                        Jühnde
                                                                                                    Biogasanlage. Die Landwirte mit
                                                                                                    Viehhaltung liefern außerdem Gülle
                                                                                                    zur Nutzung in der Biogasanlage.
                                                                                                           Landwirtschaftlich genutzte Flächen (Ackerland)
                                                                                                           Ackerland genutzt für Biogasanlage
                                                                                                           Landwirtschaftlich genutzte Flächen (Grünland)
                                                                                                                                                                                                                                                Quelle: Geries Ingenieure/IZNE/ Bioenergiedorf Jühnde
                                                                                                           Grünland genutzt für Biogasanlage
                                                                                                           Wald
          1 km                                                                                                                                                       Futter-                      Nahrungs-           Bioenergie
                                                                                                           Gebäude und Industrie
                                                                                                                                                                     mittel                       mittel                                         landwirtschaftlich genutzte Flächen
                                                                                                           Biogasanlage
                                                                                                                                                                     440 ha                       280 ha              259 ha                                       in Jühnde: 979 ha
                                                                                                           Verkehrsflächen/Industrie

                                                                  Quelle: Geries Ingenieure/IZNE           Gewässer



                                                                                                                                                             Bioenergie belegt heute und in Zukunft nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Flächen.
     Jühnde ist eine Gemeinde im Süden Niedersachsens mit                Die Wärme wird über ein Nahwärmenetz besonders
     rund 1.000 Einwohnern. Die Jühnder haben sich 2005                  effizient verteilt. Fast alle Haushalte in Jühnde sind an
     entschlossen, ihre Strom- und Wärmeversorgung voll-                 das Nahwärmenetz angeschlossen. Die genossenschaft-                                                                                                             Fläche für Bioenergie: 259 ha
     ständig auf Bioenergie umzustellen. Dazu wurden aus-                lich betriebene Biogasanlage liefert mit ihrem Block-                                                                                                           = 26,5 % der landwirtschaftlich genutzten
     schließlich die Potenziale für Bioenergie erschlossen, die          heizkraftwerk nicht nur Abwärme, sondern erzeugt auch                                                                                                           Flächen von Jühnde
     das Gemeindegebiet selbst bietet.                                   doppelt so viel Strom wie die Einwohner von Jühnde ver-
     Die Abwärme der Biogasanlage und das Heizkraftwerk                  brauchen. Der Strom wird in das lokale Stromnetz einge-
     decken den Wärmebedarf von Jühnde fast vollständig.                 speist und regional weitergeleitet.
                                                                                                                                                                      Jühnde 2008
                                                                                                                                                                                                                                         Fläche für Bioenergie: 3,7 Mio. ha
                                                                                                                                                                                                                                         = 21,9 % der landwirtschaftlich genutzten
                                                                                                                                                                                                                                         Flächen von Deutschland (16,9 Mio. ha)
     Strom- und Wärmeversorgung aus Bioenergie in Jühnde


     Wärmeerzeugung                                                                                                                                                   Deutschland 2020
                           Biogasanlage                                 2,8 Mio. kWh          Holzheizkraftw. 1,5 Mio. kWh
     Wärmeverbrauch                                                                                                4,5 Mio. kWh                                                                                                          Trotz des Anbaus von Energiepflanzen
                                                                                                                                                                                                                                         dominiert sowohl in Jühnde als auch in
                          96 % des Wärmeverbrauchs durch Bioenergie gedeckt
                                                                                                                                                                                                                                         Deutschland 2020 weiterhin die Produktion
                                                                                                                                                                                                                                         von Futter- und Nahrungsmitteln. Der An-
     Stromerzeugung        Biogasanlage                                                               4,0 Mio. kWh                                                                                                                       teil der Flächen für Bioenergie ist zwar auf
                                                                                                                                                                                                                                         rund ein Viertel der landwirtschaftlichen
     Stromverbrauch                                     2,0 Mio. kWh                                                                                                                                                                     Flächen gestiegen. Damit ist jedoch ein
                                                                                                                                                                                                                                         Niveau erreicht, das weiterhin die Selbst-
                          200 % des Stromverbrauchs durch Bioenergie gedeckt                                                                                                                                                             versorgung Deutschlands mit Futter- und
44                                                                                                                    Quelle: Geries Ingenieure/IZNE                                                                                     Nahrungsmitteln erlaubt.                                       45
WASSERKRAFT


                                                                                                                                  QUELLE FÜR
Standorte von Laufwasserkraftwerken
mit mehr als 5 MW Leistung
und Speicherwasserkraftwerken
mit mehr als 10 MW Leistung




                                                                                                                             SAUBERE ENERGIE
                                                     Kiel




                                              Hamburg
                                                                       Schwerin                                                 WASSERKRAFT
                                  Bremen


                                                                                       Berlin
                                                   Hannover                                                            Laufwasserkraftwerke
                                                                                                                       5-10 MW
                                                                                                                       10-25 MW                                 Die Wasserkraftnutzung ist technisch ausgereift und hat eine lange
                                                                        Magdeburg                                                                               Tradition. Dennoch gibt es noch Ausbaupotenzial. Denn die Mehrzahl
                                                                                                                       25-100 MW
                                                                                                                                                                der Wasserkraftanlagen mit einer installierten Leistung von mehr
                                                                                                                       mehr als 100 MW                          als 1 MW wurde vor 1960 gebaut. Zuwachsmöglichkeiten bestehen
                                                                                                                                                                deshalb vor allem in der Modernisierung von bestehenden Anlagen
                                                                                                                       Speicherwasser-                          und der damit verbundenen Chance höhere Leistungen zu erzielen.
                                                                                                                       kraftwerke
            Düsseldorf                                                                                                 10-100 MW
                                                                                                                                                                Potenzial steckt auch in der Reaktivierung von Anlagen, die im Zwei-
                                                                                          Dresden                                                               ten Weltkrieg zerstört oder in den 1960er und 70er Jahren stillge-
                                                                                                                       mehr als 100 MW                          legt wurden. Diese können mit moderner Technik wieder in Betrieb
                                                              Erfurt
                                                                                                                                                                genommen werden und haben gleichzeitig die Möglichkeit, den
                                                                                                                                                                Schutz von Natur und Gewässern zu erhöhen.


                                                                                                                       Bei einem Laufwasserkraftwerk wird ein
                                                                                                                       Fluss gestaut und mit dem abfließenden
                                                                                                                       Wasser elektrischer Strom produziert.

                                                                                                                       Ein Speicherkraftwerk speichert das
                                                                                                                       Wasser über einen Zeitraum (mehrere
                          Mainz                                                                                        Stunden bis mehrere Monate) in einem
                                                                                                                       Becken, um bei Bedarf die gespeicherte
                                                                                                                       Energie in Strom umzuwandeln.


           Saarbrücken




                                       Stuttgart



                                                                                                                                                                Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020
                                                                       München


                                                                                                                                                                                                                  21,3
                                                                                                                                                                                                     2008
                                                                                                                                                                0 5 ,4%
                                                                                                                                                                                                                  Mrd. kWh/a


                                                                                                                                                                                  2020   Strom       2020           31,9
                                                                                                                                                                                                                    Mrd. kWh/a




                 100 km
                                                                                    Kartengrundlage: Fichtner (2003)
QUERVERBAUUNGEN WASSERKRAFT

     Anteil an der Stromerzeugung aus Wasserkraft je Leistungsklasse in Deutschland (%)                                                                       BEISPIEL NORDRHEIN-WESTFALEN:
                                                                                                                                                              BESTEHENDE QUERVERBAUUNGEN BILDEN EIN GROSSES POTENZIAL
         10%     20%         30%         40%         50%         60%         70%         80%         90%         100%                                         FÜR DIE NUTZUNG DER WASSERKRAFT

     <1        1-5           5-10              10-20                    20-50                          über
     MW        MW            MW                 MW                       MW                           50MW                                                    Mehr als 14.000 bestehende Querverbauungen                         In Nordrhein-Westfalen gibt es ca.
                                                                                                                                                                                                                                 14.000, in ganz Deutschland ca.
                                                                                                                                                                                                                                 60.000 Querverbauungen an Ge-
                                                                                                                                                                                                                                 wässern. Querbauwerke wurden
                                                                                                                                                                                                                                 zur Trink- und Brauchwassergewin-
                                                                                                                                                                                                                                 nung, zur Bewässerung benachbar-
                                                                                                                                                                                                                                 ter Flächen, für die Schifffahrt oder
                                                                                                                                                                                                                                 zur Wasserkraftnutzung errichtet.
                                                                                                                                                                                                                                 Die künstlich in Wasser einge-
                                                                                                                                                                                                                                 brachten baulichen Strukturen kön-
                                                                                                                                                                                                                                 nen die Durchgängigkeit der Gewäs-
                                                                                                                                                                                 Lippe
                                                                                                                                                                                                                                 ser negativ beeinflussen.
                       10%         20%         30%         40%         50%         60%         70%         80%          90%   100%                                  Rhein


                Anteil der in Deutschland installierten Wasserkraftanlagen je Leistungsklasse (%)                                                                                Ruhr
                                                                                                                                        Quelle: UBA (2008)
                                                                                                                                                                                 Wupper

     Kleine Wasserkraftanlagen mit einer Leistung bis                                    Für das Wasserkraftpotenzial eines Standorts sind geo-
     5 Megawatt machen rund ein Viertel der gesamten                                     grafische Faktoren wie die Höhendifferenz und Abfluss-
     installierten Leistung und der Stromproduktion aus                                  menge entscheidend. Die meisten Wasserkraftwerke
     (1.200 MW bzw. 5,5 Milliarden Kilowattstunden). Der                                 nutzen daher die Seen und Flüsse der Gebirge und Mit-                                                                  Querverbauung
     Ausbau und die Modernisierung der Kleinwasserkraft                                  telgebirge. Das wird besonders bei der regionalen Ver-                                  Sieg
     bleibt aus Sicht des Klimaschutzes weiterhin bedeut-                                teilung der Laufwasserkraftwerke unter 5 MW deutlich:                                                                           50 km

     sam. Ziel muss sein, alle Möglichkeiten der CO2-freien                              Diese Anlagen sind hauptsächlich in den Ländern Bayern,
     Energiebereitstellung zu fördern, die im Einklang mit                               Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thü-                                                           Quelle: MUNLV (2005)
     den Belangen des Gewässer- und Naturschutzes stehen.                                ringen zu finden.




     Regionale Verteilung der Laufwasserkraftwerke unter 5 MW in Deutschland (2007)                                                                           Rund 380 aktive Laufwasserkraftwerke                               Weniger als 15 Prozent der Quer-
                                                                                                                                                                                                                                 verbauungen in Deutschland wer-
                                                                                                                                                                                                                                 den durch Wasserkraftwerke be-
                                                                                                                                                                                                                                 ansprucht. Mehr als 85 Prozent
                                                                                                                                                                                                                                 der fehlenden Durchgängigkeit von
                                                                                                                                                                                                                                 Gewässern ist also nicht durch die
                                                                                                                                                                                                                                 Wasserkraft bedingt.

                                                                                                                                                                                                                                 In Nordrhein-Westfalen werden so-
                                                                                                                                                                                                                                 gar nur 3 Prozent der Querverbau-
                                                                                                                                                                                 Lippe                                           ungen von aktiven Laufwasserkraft-
                                                                                                                                                                    Rhein                                                        werken genutzt.

                                                                                                                                                                                                                                 Wo bereits Querverbauungen be-
                                                                                                                                                                                 Ruhr
                                                                                                                                                                                                                                 stehen, kann der Einsatz zur Strom-
                                                                                                                                                                                                                                 erzeugung zusätzlichen ökolo-
                                                                                                                                                                                 Wupper
                                                                                                                                                                                                                                 gischen Nutzen bringen. Mit dem
                                                                                                                                                                                                                                 EEG 2009 besteht die Möglichkeit,
                                                                                                                                                                                                                                 an bestehenden Querverbauungen
                                                                                                                                                                                                                                 Wasserkraftanlagen zu errichten
                                                                         Anlagenanzahl                                                                                                                     Laufwasserkraftwerk   und gleichzeitig durch Fischtrep-
                                                                         Faktor
                                                                                                                                                                                 Sieg
                                                                                                                                                                                                                                 pen die biologische Durchgängig-
                                                                                                                                                                                                                         50 km
                                                                         = 10                                                                                                                                                    keit wiederherzustellen.
                                                                                                                                                                                                       Quelle: MUNLV (2005)                         Quelle: UBA (2008)

                                                                                                                      Quelle: EEG -Planen & Beraten GmbH
                                                                                                           Datenbasis: Veröffentlichungen der Netzbetreiber
                                                                                                                                gemäß § 15 Abs. 2 EEG 2004
                                                                                                             (Datenaggregierung auf PLZ-Ebene zweistellig)


48                                                                                                                                                                                                                                                                       49
KLEINE LAUFWASSERKRAFTANLAGEN WASSERKRAFT

     BEISPIELE RUDOLFZELLER AACH, LENNE UND ALB:                                                                                                                                                                    Lenne, Nordrhein-Westfalen
     REAKTIVIERUNG UND MODERNISIERUNG ERMÖGLICHEN NATURSCHUTZ DURCH
     KLEINE WASSERKRAFT                                                                                                                                                                                             Die Wehre an der Lenne zwischen Altena und
                                                                                                                                                Dortmund
                                                                                                                                                                                                                    Nachrodt (Sauerland) haben seit über 350 Jahren
                                                                                                                                                                                                                    Wasserkraftbetrieb eine einzigartige Naturlandschaft
     Menschen nutzen seit Jahrhunderten die Kraft der                        Die Nutzung der kleinen Wasserkraft wird von Fischern                                                   RU                             entstehen lassen. Zwischen dem ursprünglichen
                                                                                                                                                                                       HR
     Bäche und Flüsse zur Energiegewinnung. Seit Mitte des                   und Naturschützern kritisiert. Folgende Beispiele zei-                                                                                 Lenneverlauf und der Lenneumleitung zum Obergraben
     19. Jahrhunderts wird die Wasserkraft auch zur Strom-                   gen, dass sich der Ausbau der Kleinwasserkraft und                                                                                     hat sich eine 1,1 Hektar große Insel gebildet, die zum
     erzeugung genutzt. Viele Wasserräder und -mühlen                        Naturschutz nicht ausschließen – vielmehr gehen                         Hagen                                                          Naturschutzgebiet erklärt wurde. Ein Beweis, dass sich
                                                                                                                                                                 Iserlohn
     wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört. Außer-                     Naturschutz und moderne Wasserkraftanlagen zusam-                                                                                      Wasserkraftnutzung und Naturschutz nicht nur ergänzen
     dem wurden in den 1960er und 70er Jahren viele Anla-                    men.                                                                                                                                   können, sondern sich manchmal auch ursächlich
     gen stillgelegt. In ihrer Reaktivierung und Modernisie-                                                                                                                                                        bedingen. Mit der Modernisierung der Wasserkraftanlage,
     rung steckt großes Potenzial.                                                                                                                                                                                  aus der eine Ertragsteigerung von 50 Prozent resultierte,
                                                                                                                                                                                                                    war keinerlei Eingriff in die Natur verbunden. Die Arbeiten
                                                                                                                                                       Lüdenscheid                                                  wurden im Gegenteil dazu genutzt, Fischwanderhilfen zu
                                                                                                                                                                           LEN
                                                                                                                                                                              NE                                    installieren.
                                                                                                                                                                                                                    Daten und Fakten
                                                                                                                                                                                                                    Seit 1635 Wasserkraftnutzung am Standort
                                                                                                                                                                                                                    Jahr der Modernisierung                     1998-2001
     Radolfzeller Aach, Baden Württemberg                                                                                                                                                                           Installierte Leistung                           400 kW
                                                                                                                                                                                                                    Stromproduktion                         2,4 Mio. kWh/a
     Die in den 1970er Jahren stillgelegte Wasserkraftanlage an
     der Radolfzeller Aach wurde von einer ehemals ansässigen                                                                                                   5 km
                                                                                                                                                                                                                                                                       Quelle: DUH (2006)
     Spinnerei genutzt. Die Wasserkraftanlage wurde 2004 re-
     aktiviert und dient nun zur Stromversorgung von 200 Haus-
     halten. Vor der Reaktivierung war das Mutterbett weder
     für Fische noch für Kleinlebewesen passierbar. Dies wirkte
     sich negativ auf die gesamte Lebenswelt des Fließgewäs-                                                  Radolfzell
     sers aus.
     Im Zuge der Reaktivierung der Wasserkraftanlage konnte
     u.a. durch eine Fischtreppe eine weitgehende Durchgängig-                         RAD
     keit des Gewässers und eine Verbesserung der Lebensbe-
                                                                                          OLF
                                                                                                ZELLE
                                                                                                     R AACH                Bodensee
                                                                                                                                                     Alb, Baden-Württemberg
     dingungen erreicht werden.
                                                                                                                                                     Mit dem Neubau des Wasserkraftwerkes an der Alb kön-
                                                                                                                                  Reichenau          nen an diesem Standort rund 500 Haushalte mit sauberen
                                                                                                                                                     Strom versorgt werden. Der Neubau führte zudem zu
     Daten und Fakten                                                                                                                                einer Verbesserung der ökologischen Situation: Das vor-
     Baujahr                                                      ca. 1896                RH
                                                                                             EIN                                                     handene Stauwehr wurde durch einen sehr aufwändigen
     Jahr der Modernisierung                                         2004                                                                            Fischpass durchgängig gestaltet und der nicht mehr be-
     Installierte Leistung                                         120 kW                                                        5 km                nötigte Triebwasserkanal wurde in ein naturnahes Fließ-
     Stromproduktion                                       0,7 Mio. kWh/a                                                                            gewässer mit neuem Lebensraum für Pflanzen und Tiere
                                                                                                                           Quelle: DUH (2006)
                                                                                                                                                     umgewandelt.

                                                                                                                                                     Daten und Fakten
                                                                                                                                                     Baujahr                       2001-2002, Wehr von 1905
                                                                                                                                                     Installierte Leistung                            420 kW
                                                                                                                                                     Stromproduktion                          1,8 Mio. kWh/a




                                                                                                                                                                                   Karlsruhe


                                                                                                                                                                5 km




                                                                                                                                                                        IN
                                                                                                                                                                     RHE




                                                                                                                                                                                      ALB


50   Reaktivierte Wasserkraftanlage an der Rudolfzeller Aach                                                                                                                                   Quelle: DUH (2006)   Ein aufwändiger Fischpass verbesserte die ökologische Situation der Alb.   51
GROSSE LAUFWASSERKRAFTANLAGEN WASSERKRAFT

     BEISPIELE RHEIN, WESER UND MULDE:                                                                                                             Beispiel für Neubaupotenzial:
     POTENZIALNUTZUNG DURCH MODERNISIERUNG, NEUBAU UND INNOVATION                                                                                  Weserkraftwerk Bremen
                                                                                                                                                   Für die Wasserkraftanlage in Bremen wurde kein neues
                                                                                                                                                   Wehr errichtet, sondern ein vorhandenes Wehr genutzt.
     Beispiel für Modernisierungspotenzial:                                                                                                        Bei dem Weserkraftwerk handelt es sich um das größte
     Wasserkraftwerk Rheinfelden                                                                                                                   Neubauprojekt Norddeutschlands zur Nutzung der Was-
                                                                                                                                                   serkraft. Die Anlage wird zudem das größte Wasserkraft-
     Im bestehenden Wasserkraftwerk arbeiten 20 Turbinen - einige                                                                                  werk an der Weser werden. In ökologischer Hinsicht setzt
     zum Teil schon länger als 100 Jahre. Mit dem Ersatz der alten                                                                                 das Projekt Maßstäbe: Geplant ist ein für diese Kraft-
     Turbinen durch vier moderne Maschinen kann mehr als dreimal                                                                                   werksgröße bisher einmaliges, innovatives Fischschutz-
     so viel Strom erzeugt werden – nämlich rund 600 Millionen Ki-                                                                                 konzept aus umfangreichen Auf- und Abstiegshilfen in
     lowattstunden pro Jahr. Durch die Erneuerung der bestehenden                                                                                  Verbindung mit einem wirksamen Schutz vor der Passage
     Anlage hat sich die installierte Leistung vervierfacht.                                                                                       durch die Turbinen.
     Zwar bringt das neue Wasserkraftwerk Veränderungen in Natur
     und Landschaft. Doch aufgrund der zahlreichen Ausgleichsmaß-                                                                                  Sauberer Strom vom Weserwehr
     nahmen wird der Raum ökologisch aufgewertet. Eingebunden in                                                                                   1906-12 Bau einer Schleusenanlage, des Wehres und
     das Projekt sind Maßnahmen wie ein Fischpass und ein lachs-                                                                                           eines Wasserkraftwerks am Standort
     gängiges Laich- und Aufstiegsgewässer anstelle des heutigen                                                                                           Bremen-Hemelingen
     Kraftwerkskanals.                                                                                                                             1912    Das einzige deutsche Wasserkraftwerk am
                                                                                                                                                           Unterlauf eines Flusses geht in Betrieb
     Daten und Fakten                                                                                                                              1981    Schweres Hochwasser der Weser
                              bestehend         Im Bau                                                                                                     (rund 25 Millionen Euro Schaden)
     Leistung                 25,7 MW           100 MW                                                                                             1987-93 Abriss des alten und Bau des neuen Wehres
     Stromproduktion          185 Mio. kWh/a    600 Mio. kWh/a                                                                                     2003-06 Planung eines neuen Kraftwerks
     Inbetriebnahme           1898              2010                                                                                               2007    Bewilligung der Planung
                                                                                                                                                   2008    Baubeginn
                                                                                                                                                   2010/11 Geplante Inbetriebnahme des neuen
                                                                                                                                                           Weserkraftwerks

                                                                                                                                                   Daten und Fakten
                                                                                                                                                   Leistung                                                  10 MW
                                                                                                                                                   Stromproduktion                                    42 Mio. kWh/a
                                                                                                                                                   Inbetriebnahme                                        Ende 2009




                                                                                                                                                   Fotomontage des neuen Weserkraftwerks (nach Fertigstellung)
     Wasserkraftwerk Rheinfelden am Oberrhein



                                                                 Beispiel für Innovationspotenzial:
                                                                 Wasserkraftwerk Raguhn
                                                                 Wasserräder gibt es schon seit 2.500 Jahren. Dennoch
                                                                 besteht immer noch technologisches Entwicklungspo-
                                                                 tenzial für die Wasserkraft. Jüngstes Beispiel: Das Was-
                                                                 serkraftwerk Raguhn (Sachsen-Anhalt) nutzt neue Turbi-
                                                                 nen, die einen besonders hohen Wirkungsgrad erreichen.
                                                                 Die Wasserkraft profitierte hier von den technischen Wei-
                                                                 terentwicklungen bei Windenergieanlagen. Deren Fort-
                                                                 schritte lassen sich erfolgreich in den Bau von Turbinen
                                                                 für Wasserkraftwerke übertragen. Dadurch können nun
                                                                 auch Standorte mit niedrigen Fallhöhen erschlossen wer-
                                                                 den. Zudem handelt es sich beim Wasserkraftwerk Rag-
                                                                 uhn um eine äußerst fischfreundliche Bauart. Begleitet
                                                                 wird es von einem umfassenden Fischmonitoring. Das
                                                                 Ergebnis: Tiere und Pflanzen nehmen das seit Januar in-
                                                                 stallierte Wasserkraftwerk als Teil ihres Lebensraumes
                                                                 sehr gut an.


                                                                 Daten und Fakten
                                                                 Leistung                                         2,1 MW
                                                                 Stromproduktion                           9,3 Mio. kWh/a                          Die neu angelegte Fischtreppe am
52                                                               Inbetriebnahme                                 Juni 2009                          Weserkraftwerk                                                     53
DATEN KOMPAKT

     Windenergie in Deutschland 2008                                      Klimaschützer Erneuerbare Energien                             Deutschland hat unendlich viel Energie. Uns steht die ge-         Beschäftigungsmotor Erneuerbare Energien
     Installierte Gesamtleistung:                      23.895 MW          Die Nutzung Erneuerbarer Energien anstelle von Erdöl, Kohle    samte Palette der Erneuerbaren Energien zur Verfügung             Erneuerbare Energien schaffen Arbeit. Ende 2008 waren ca.
     Neu installierte Leistung:                          1.665 MW         und Erdgas ist der wichtigste Weg zur Erreichung der Reduk-    – von Sonne, Wind und Wasser bis zu Biomasse und Erd-             278.000 Menschen mit der Planung, Montage und dem Be-
     Erzeugte Strommenge:                          40,4 Mrd. kWh          tionsziele für klimaschädliche Treibhausgase. Allein 2008      wärme. Erneuerbare Energien können nicht aufgebraucht             trieb von Anlagen in Deutschland beschäftigt. Damit hat sich
     Anteil am Stromverbrauch:                               6,6 %        vermieden Erneuerbare Energien CO2-Emissionen von insge-       werden. Sie warten nur darauf, intelligent genutzt zu wer-        die Zahl der Arbeitsplätze seit 1998 mehr als vervierfacht und
     CO2-Vermeidung:                                    30,4 Mio. t       samt 109 Mio. Tonnen. Allein 53 Mio. Tonnen CO2-Einsparung     den. Angesichts schwindender fossiler Energieträger bie-          ist allein 2008 um 28.000 gestiegen. Aufgrund der weltweit
     Arbeitsplätze:                           ca. 85.100 – 98.300*        bewirkte das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die        ten Erneuerbare Energien heute zuverlässige Lösungen              steigenden Nachfrage nach Erneuerbaren Energien rechnet
     * Angabe Bundesverband Windenergie                                   Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien an der Strom-       für Strom, Wärme und Mobilität.                                   die Branche damit, im Jahr 2020 in Deutschland über 500.000
                                                                          versorgung zum Ziel hat.                                                                                                         Menschen Arbeit zu geben. Ein Großteil wird direkt für den
     Solarenergie in Deutschland 2008                                                                                                    Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Erneuerbaren           Export von Anlagen und Zubehör arbeiten, um die steigende
     Installierte Leistung (Strom):                       5.311 MW        Wird das Ausbaupotenzial im Strom-, Wärme- und Mobili-         Energien werden in Deutschland gerade erst erschlossen.           Nachfrage nach deutscher Erneuerbare-Energien-Technik im
     Neu installierte Leistung (Strom):                   1.500 MW        tätssektor weiterhin gezielt erschlossen und bis zum Jahr      Dennoch ist ihr Ausbau eine weltweit einmalige Erfolgsge-         Ausland zu erfüllen.
     Erzeugte Strommenge:                      4 – 4,3* Mrd. kWh          2050 mindestens 50 Prozent der in Deutschland benötigten       schichte, die zeigt, wie Schutz vor Klimaschäden und teuren
     CO2-Vermeidung:                              2,4 – 2,9* Mio. t       Energie durch Erneuerbare Energien gedeckt, können rund        Brennstoffimporten möglich ist.                                   Dabei kommt der Branche die jahrelange erfolgreiche Ent-
     Installierte Gesamtleistung (Wärme):                7.900 MW         370 Mio. Tonnen CO2 jährlich vermieden werden. Dies ent-                                                                         wicklung auf dem Heimatmarkt zugute, die sie zu einem
     Neu installierte Leistung (Wärme):                   1.200 MW        spricht bereits rund 45 Prozent des CO2-Ausstoßes, der der-    Erneuerbarer Strom                                                weltweiten Technologieführer gemacht hat. Rund 60 Prozent
     Erzeugte Wärmemenge:                     4,1 – 5,3* Mrd. kWh         zeit durch die gesamte Energieerzeugung in Deutschland         Erneuerbare Energien deckten 2008 rund 15 Prozent des             der Unternehmen, so das Ergebnis einer Studie des Wissen-
     Anteil am Wärmeverbrauch:                                0,3 %       verursacht wird. Geht man davon aus, dass durch Energie-       deutschen Strombedarfs. Sie haben damit bereits drei Jahre        schaftsladens (WiLa) Bonn, sind auf der Suche nach zusätz-
     CO2-Vermeidung:                               0,9 – 1,2* Mio. t      einsparung und -effizienzmaßnahmen der Energiebedarf           im Voraus die politische Zielmarke von 12,5 Prozent übertrof-     lichen Fachkräften.
     Arbeitsplätze:                                      ca. 74.400       bis 2050 erheblich gesenkt wird, steigt der Beitrag der CO2-   fen, die von der Europäischen Union für das Jahr 2010 vorge-
     * Angabe Bundesverband Solarwirtschaft                               Vermeidung durch Erneuerbare Energien entsprechend.            sehen war. Noch bis Mitte der 1990er Jahre waren alte Was-
                                                                                                                                         serkraftwerke nahezu die einzige Quelle für erneuerbaren
     Erdwärme in Deutschland 2008                                                                                                        Strom in Deutschland. Seitdem hat sich die Stromerzeugung
     Installierte Gesamtleistung                                          109 Mio. Tonnen CO2-Vermeidung durch                           aus Erneuerbaren Energien mehr als verdreifacht. Ausbau-
     (Wärme):                                       ca. 1.200 MW          Erneuerbare Energien in Deutschland 2008                       ziel der Bundesregierung ist ein Anteil am Stromverbrauch
     Erzeugte Wärmemenge:                           2,5 Mrd. kWh                                                                         von mindestens 30 Prozent bis 2020. Die Branche der Erneu-            Vorteile vor Ort
     Anteil am Wärmeverbrauch:                              0,2 %                                                                        erbaren Energien prognostiziert einen Anteil von 47 Prozent.          Zahlreiche Kommunen und Regionen vor allem im
     Installierte Gesamtleistung                                                                                                                                                                               ländlichen Raum machen den Aufbau einer Energievor-
     (Strom):                                             6,6 MW                                                                         Erneuerbare Wärme                                                     sorgung durch heimische Erneuerbare Energien zum
     Erzeugte Strommenge:                             18 Mio. kWh                                                                        Auch der Wärmebedarf wird in Deutschland zunehmend                    Drehpunkt ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Am de-
     Arbeitsplätze:                                          9.100                              Kraftstoffe     -8,3        Mio. t       durch Erneuerbare Energien gedeckt (Anteil 2008: 7,4 %).              zentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien kann sich
                                                                                                                                         Bisher stammt die erneuerbare Wärme überwiegend aus                   jeder beteiligen, z.B. mit Bürgerwindparks oder Solaran-
                                                                                                 Wärme         -29,1        Mio. t
     Bioenergie in Deutschland 2008                                                                                                      Bioenergie in Form von Holz. Neben dem Heizen mit Holzpel-            lagen. Bürger, Kommunen, Landwirte sowie kleine und
     Installierte Gesamtleistung (Strom):               3.453 MW                                                                         lets bieten solarthermische Anlagen sowie Erdwärmepum-                mittelständische Unternehmen fördern so die regionale
     Erzeugte Strommenge                                                                             Strom    -71,6         Mio. t       pen kostengünstige Wärmequellen. Mit steigenden Heizöl-               Wertschöpfung: Installation, Wartung und Betrieb Er-
     (inkl. biogener Abfall):                       27,1 Mrd. kWh                                                                        und Erdgaspreisen ist eine verstärkte Nutzung zu erwarten.            neuerbarer-Energien-Anlagen werden meist von lokalen
     Anteil am Stromverbrauch:                               4,4 %                                                                       Ausbauziel der Bundesregierung ist ein Anteil am Wärme-               Betrieben wie z.B. Handwerkern und Technikern sowie
     CO2-Vermeidung:                                    20,7 Mio. t                                                                      verbrauch von 14 Prozent im Jahr 2020. Die Leitstudie des             Land- und Forstwirtschaft getragen. Eine stärkere Ei-
     Erzeugte Wärmemenge:                           97,1 Mrd. kWh                                                                        Bundesumweltministeriums hält eine Steigerung des Anteils             genversorgung mit Erneuerbaren Energien verringert die
     Anteil am Wärmeverbrauch:                               6,9 %                                            CO²-Ausstoß                auf über 50 Prozent bis 2050 für möglich. Schon für 2020 er-          Abhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten und ihren
     CO2-Vermeidung:                                    27,9 Mio. t                                           832 Mio. t                 wartet die Branche der Erneuerbaren Energien einen Anteil             steigenden Preisen. Kommunen und Stadtwerke können
     Biokraftstoffnutzung:                               3,7 Mio. t                                                                      von 25 Prozent.                                                       als Nutzer von Erneuerbaren Energien effektiv Kosten
       davon:                                                                                                                                                                                                  reduzieren, z.B. durch solarthermische Anlagen für ihre
       Biodiesel                                         2,7 Mio. t                                                                      Erneuerbare Mobilität                                                 Schwimmbäder oder durch die energetische Nutzung von
       Bioethanol                                        0,6 Mio. t                                                                      Zu Lande, zu Wasser und in der Luft können Personen und               Bioabfällen in Biogasanlagen. Statt die Energierechnung
       Pflanzenöl                                        0,4 Mio. t                                                                      Güter mit Erneuerbaren Energien bewegt werden. In we-                 bei russischen Erdgas-Konzernen oder arabischen Öl-
                                                                                 Quellen: UBA, BMU
     Anteil am Kraftstoffverbrauch:                          5,9 %                                                                       niger als zehn Jahren ist der Anteil der Erneuerbaren En-             scheichs zu bezahlen, bleiben die Ausgaben für Energie
     CO2-Vermeidung:                                     8,3 Mio. t                                                                      ergien am Kraftstoffverbrauch von Null auf 5,9 Prozent                dann in der Region. Werden lokale Synergien geschaffen
     Arbeitsplätze:                                     ca. 95.800                                                                       im Jahr 2008 gestiegen. Dieser Beitrag wird bisher fast aus-          und Kreisläufe geschlossen, sind Erneuerbare Energien
                                                                                                                                         schließlich von Biokraftstoffen geliefert, die in Verbrennungs-       ein wichtiger Motor wirtschaftlicher Entwicklung.
     Wasserkraft in Deutschland 2008                                                                                                     motoren von Autos und Lkw, in Bahnen, Schiffen und Flug-
     Installierte Gesamtleistung:                        4.740 MW                                                                        zeugen zum Einsatz kommen können.                                     Mehr Informationen:
     Erzeugte Strommenge:                           21,3 Mrd. kWh                                                                                                                                              www.kommunal-erneuerbar.de
     Anteil am Stromverbrauch:                                3,5 %                                                                      Einen steigenden Anteil wird in Zukunft die Elektromobilität
     CO2-Vermeidung:                                    18,5 Mio. t                                                                      bestreiten: Strom aus Erneuerbaren Energien treibt sauber
     Arbeitsplätze:                                       ca. 9.300                                                                      und effizient Elektromotoren in Autos und Motorrädern, in
                                                                                                                                         Bussen und Bahnen an. Bis 2050 kann der Anteil der Erneu-
                                                     Quelle: BMU
                                                                                                                                         erbaren Energien im Verkehrsbereich nach der Leitstudie des
                                                                                                                                         Bundesumweltministeriums auf über 50 Prozent steigen.
                                                                                                                                         Die Erneuerbare-Energien-Branche prognostiziert bereits
                                                                                                                                         für 2020 einen Anteil von 19 Prozent.
     Ausblick
     Geplante Investitionen 2005-2020:                                               200 Mrd. Euro
     Zum Vergleich: angekündigte Investitionen der konventionellen
     Energieversorger in neue Kraftwerke bis 2020: rund 40 Mrd. Euro

                                                                       2008        Prognose 2020
     CO2-Vermeidung:                                        109 Mio. Tonnen       287 Mio. Tonnen
     Arbeitsplätze:                                                  278.000              500.000
     Einsparung Energieimporte:                               8,3 Mrd. Euro          50 Mrd. Euro
     Exportvolumen:                                             12 Mrd. Euro         80 Mrd. Euro
54                                                                                                                                                                                                                                                                          55
GLOSSAR

     Blockheizkraftwerk (BHKW)                                     len Biodiesel, Bioethanol, Biomethan (aus Biogas), reine     trägerflüssigkeit, die die im Untergrund gespeicherte        Holzenergie
     Ein Blockheizkraftwerk ist eine Anlage zur gekoppelten        Pflanzenöle und die synthetischen Biomass-to-Liquid          Wärme aufnimmt. Über eine Wärmepumpe wird die Tem-           Neben Reststoffen und Energiepflanzen ist Holz der
     Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der            (BtL) - Kraftstoffe.                                         peratur weiter erhöht und die so gewonnene Wärme zum         wichtigste Pfeiler der Bioenergie in Deutschland. Bei der
     Kraft-Wärme-Kopplung.                                         Siehe auch >Biodiesel, >Bioethanol, >Biogas, >Bio-           Heizen und für die Warmwasserbereitung verwendet.            Verarbeitung von Waldholz fällt Waldrestholz an sowie
     Siehe auch >Kraft-Wärme-Kopplung                              masse, >Koppelprodukt                                        Siehe auch >Wärmepumpe                                       anschließend Industrierestholz, wie z.B. Nebenprodukte
                                                                                                                                                                                             von Sägewerken. Althölzer (z.B. gebrauchte Lagerpa-
     Biodiesel                                                     Biomasse                                                     Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)                            letten aus Holz, alte Holzmöbel) sind zuvor bereits für
     Biodiesel ist der in Deutschland am weitesten verbreite-      Biomasse dient als Oberbegriff für alle Stoffe organischer   Das EEG setzt in Deutschland die Rahmenbedingungen           andere Zwecke genutzt worden und können energetisch
     te Biokraftstoff. Biodiesel wird mittels eines chemischen     Herkunft, die ihr Wachstum letztlich der Nutzung der         für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Neben einem        weiterverwertet werden. Genutzt werden z.B. auch Höl-
     Prozesses, der Umesterung, aus Pflanzenöl von Ölpflan-        Sonnenenergie verdanken. Aus Sicht der Bioenergie kann       Beitrag zum Klimaschutz dient es der Markteinführung         zer aus der Landschaftspflege.
     zen unter Einsatz von Alkohol gewonnen. In Deutschland        unterschieden werden zwischen                                Erneuerbarer Energien und der Erfüllung der europä-          Siehe auch >Holzpellets, >Holzhackschnitzel
     kommt hauptsächlich Raps zum Einsatz. Auch Sonnen-            • den in der Natur lebenden Pflanzen und Tieren,             ischen und deutschen Zielvorgaben für den Anteil Erneu-
     blumenöl, Soja- und Palmöl können verarbeitet werden,         • deren Rückständen (z.B. abgestorbene Pflanzen wie          erbarer Energien am Stromverbrauch. Durch garantierte        Holzpellets
     wenn Produzenten nachweislich bestimmte ökologische             Stroh) und deren Nebenprodukte (z.B. Exkremente wie        Abnahmepreise für den erzeugten Strom bekommen               In Stäbchenform gepresstes Brennmaterial aus Holz. Mit
     Mindestkriterien einhalten. Neben der Nutzung von Pflan-        Gülle),                                                    Anlagenbetreiber und die –hersteller eine langfristige       Holzpellets können moderne vollautomatische Heizungs-
     zenölen zur Kraftstoffherstellung können auch Reststoffe      • im weiteren Sinne allen organischen Stoffe, die durch      Planungs- und Investitionssicherheit. Die Förderung der      anlagen betrieben werden. Für Holzpelletheizungen gibt
     wie Fritier- oder Bratfett für die Biodieselproduktion          eine technische Umwandlung entstanden sind (z.B. Pa-       Technologien ist degressiv aufgebaut, so dass ein konti-     es Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm. Holzpel-
     genutzt werden. Nebenprodukt der Produktion von Bio-            pier, Zellstoff, Pflanzenöl) oder die durch eine andere    nuierlicher Anreiz zur Effizienzsteigerung und Kosten-       lets werden ohne chemische Bindemittel aus getrockne-
     diesel ist Glycerin, das in der chemischen Industrie zum        Nutzung entstanden sind (z.B. Biomüll, Abfälle aus der     senkung besteht. Die Vergütungssummen werden in              tem, naturbelassenem Restholz (Sägemehl, Hobelspäne,
     Einsatz kommt. Rapsschrot, ein weiteres Koppelprodukt           Nahrungsmittelindustrie).                                  Form eines Umlageverfahrens auf alle Stromverbraucher        Waldrestholz) gepresst.
     der Biodieselproduktion, dient als Futtermittel. Biodiesel    Siehe auch >Energiepflanzen, >Koppelprodukt,                 verteilt. Da keine staatlichen Mittel betroffen sind, han-   Siehe auch >Holzenergie, >Holzhackschnitzel
     kann sowohl als Reinkraftstoff getankt werden oder fos-       >Nachwachsende Rohstoffe, >Reststoffe, >Triticale            delt es sich nicht um Subventionen.
     silem Dieselkraftstoff in Deutschland bis zu einem Anteil                                                                                                                               Holzhackschnitzel
     von 7 Prozent beigemischt werden.                             Endenergie                                                   Fernwärme                                                    Holzhackschnitzel sind maschinell zerkleinertes Holz.
                                                                   Als Endenergie bezeichnet man denjenigen Teil der Pri-       Fernwärme ist thermische Energie, die durch ein System       Die Normen geben eine maximale Größe von ca. 3 - 5
     Bioethanol                                                    märenergie, welcher dem Verbraucher, nach Abzug von          isolierter Rohre zum Endverbraucher gelangt. Die Ener-       cm2 vor. Nicht jede moderne vollautomatische Heizungs-
     Im Gegensatz zu Biodiesel findet Bioethanol bei Otto-         Transport- und Umwandlungsverlusten, zur Verfügung           gie wird überwiegend zur Heizung von Gebäuden genutzt.       anlagen, die mit Holzpellets befeuert wird, ist auch für
     motoren Anwendung. Als Rohstoffe für die Herstellung          steht.                                                       Das heiße Wasser, das in das Fernwärmenetz einge-            die Verbrennung von Holzhackschnitzeln ausgelegt.
     von Bioethanol eignen sich stark zucker- und stärke-          Siehe auch >Primärenergie                                    speist wird, stammt aus Heizwerken oder Heizkraftwer-        Für Holzschnitzelheizungen gibt es Zuschüsse aus dem
     haltige Pflanzen wie Zuckerrüben, Zuckerrohr, Roggen,                                                                      ken. Letztere gewinnen mittels Kraft-Wärme-Kopplung          Marktanreizprogramm.
     Weizen, Mais und Kartoffeln. In Deutschland kommen            Energiepflanzen                                              gleichzeitig Strom und nutzbare Abwärme. Die meisten         Siehe auch >Holzenergie, >Holzpellets
     hauptsächlich Getreide und Zuckerrüben zum Einsatz.           Energiepflanzen sind Pflanzen, die gezielt für die ener-     Anlagen werden noch mit Kohle oder Erdgas betrieben,
     Wie herkömmlicher Alkohol wird Bioethanol durch alko-         getische Nutzung angebaut werden. Kulturpflanzen, die        es gibt aber auch Anlagen, die Biomasse (z.B. Holzhack-      Hot-Dry-Rock-Verfahren (HDR)
     holische Gärung aus Zucker mit Hilfe von Mikroorga-           sich besonders gut für die energetische Nutzung eignen,      schnitzel) oder Erdwärme nutzen.                             Das Hot-Dry-Rock-Verfahren macht die Nutzung von
     nismen gewonnen und anschließend durch thermische             sind in Deutschland z.B. Getreide wie Mais, Weizen, Rog-     Siehe auch >Kraft-Wärme-Kopplung, >Nahwärme                  Tiefengeothermie möglich, wenn in der Tiefe kein
     Trennverfahren gereinigt. Bioethanol kann sowohl als          gen oder Triticale, neben weiteren Gräsern wie China-                                                                     Thermalwasser vorhanden ist. Der Oberbegriff für
     Reinkraftstoff (sog. E85) getankt werden oder fossilem        schilf (Miscanthus) und Weidelgras. Als Energiepflanzen      Fossile Energieträger                                        Stimulationsverfahren, die bei fehlenden oder zu gerin-
     Ottokraftstoff in Deutschland bis zu einem Anteil von         werden auch Ölsaaten wie z.B. Raps und Sonnenblumen          Fossile Energieträger sind durch biologische und physi-      gen Thermalwassermengen eingesetzt werden, lautet
     mindestens 5 Prozent beigemischt werden.                      sowie außerhalb Deutschlands Ölpalmen und Soja ge-           kalische Vorgänge im Erdinneren und auf der Erdober-         Enhanced Geothermal Systems (EGS), wobei der Begriff
     Siehe auch >Trockenschlempe                                   nutzt. Heimische Energiepflanzen sind außerdem schnell       fläche über lange Zeiträume entstanden. Zu ihnen zählen      HDR in der Öffentlichkeit bekannter ist. Bei EGS oder
                                                                   wachsende Hölzer wie Pappeln und Weiden; ferner z.B.         Erdöl und Erdgas sowie Braun- und Steinkohle. Ihre Nut-      HDR wird mit hohem Druck Wasser durch ein Bohrloch in
     Biogas                                                        Rüben sowie Hanf. Ob eine Kulturpflanze als Energie-         zung setzt Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid frei, das     mehr als 3.000 Meter Tiefe in den Untergrund gepresst,
     Biogas entsteht, wenn Biomasse unter Ausschluss von           pflanze genutzt wird, entscheidet sich möglicherweise        wesentlich zum Klimawandel beiträgt.                         wodurch Risse im Gestein entstehen. Anschließend wird
     Licht und Sauerstoff in einem Gärbehälter, dem Fer-           erst nach der Ernte, da die meisten der in Deutschland       Siehe auch >Kohlenstoffdioxid (CO2)                          Wasser durch das Bohrloch in das unterirdische Riss-
     menter einer Biogasanlage, durch bestimmte Bakterien          angebauten Energiepflanzen gleichzeitig auch als Roh-                                                                     system geleitet, wo es sich erwärmt und durch ein an-
     abgebaut wird. Biogas besteht aus Methan, Kohlen-             stoff für Futtermittel, für Nahrungsmittel oder für die      Geothermie                                                   deres Bohrloch wieder hoch gepumpt wird. Das mittels
     dioxid sowie Sauerstoff, Stickstoff und Spurengasen (u.a.     stoffliche Nutzung z.B. in der chemischen Industrie in       Wärmeenergie unterhalb der Erdoberfläche. Bei der Tie-       HDR geförderte Wasser erreicht Temperaturen, die eine
     Schwefelwasserstoff). Der Hauptbestandteil, das Methan,       Frage kommen.                                                fengeothermie (ab 400 Meter Tiefe) wird Energie, die aus     Stromerzeugung ermöglichen.
     ist energetisch nutzbar. Biogas kann aus Energiepflanzen      Siehe auch >Biomasse, >Nachwachsende Rohstoffe,              dem Erdinneren nach außen aufsteigt, zur Strom- und/         Siehe auch >Geothermie, >Petrothermale Geothermie
     (z.B. Mais, Getreide) als auch aus Reststoffen wie Biomüll,   >Reststoffe, >Triticale                                      oder Wärmegewinnung genutzt. Die Tiefengeothermie
     Ernteresten und Stroh sowie tierischen Exkrementen wie                                                                     wird nach hydrothermaler Geothermie und petrotherma-         Hydrothermale Geothermie
     Gülle und Mist gewonnen werden. Das in einer Biogasan-        Erdwärmekollektoren                                          ler Geothermie unterschieden.                                Hydrothermale Geothermie bezeichnet die Strom- und
     lage erzeugte Biogas kann in einem Blockheizkraftwerk         Erdwärmekollektoren werden in 80-160 cm Tiefe hori-          Unter oberflächennaher Geothermie versteht man               bzw. oder Wärmeerzeugung mit Thermalwasser. Die
     zu Strom und Wärme umgewandelt werden. Wird Bio-              zontal verlegt. In den Kollektoren befindet sich eine Wär-   die Nutzung der Energie, welche in den obersten Erd-         Temperatur des Wassers muss mindestens 80-100°C
     gas aufbereitet und gereinigt (sog. Biomethan), kann es       meträgerflüssigkeit, die die von Regen und Sonne ins         schichten oder dem Grundwasser gespeichert ist. Auch         betragen, damit eine Stromerzeugung möglich ist. Bei
     auch direkt in bestehende Erdgasnetze eingespeist und         Erdreich eingebrachte Wärme aufnimmt und der Wärme-          die hier herrschenden geringen Temperaturen lassen           Temperaturen ab 80°C kommen neu entwickelte Organic-
     fossilem Erdgas beigemischt werden oder in Fahrzeugen         pumpe zuführt. Nachdem diese die Temperatur erhöht           sich auf verschiedene Arten nutzen. Sie können je nach       Rankine-Cycle-Anlagen (ORC) oder das Kalina-Verfahren
     mit Gasmotor als Kraftstoff genutzt werden.                   hat, kann die Wärme zum Heizen und für die Warmwas-          Temperatur und Bedarf sowohl zur Bereitstellung von          zum Einsatz. Bei beiden Verfahren werden an Stelle
     Siehe auch >Blockheizkraftwerk, >Kraft-Wärme-Kopp-            serbereitung genutzt werden.                                 Wärme als auch zur Erzeugung von Klimakälte dienen.          von Wasser Stoffe genutzt, die bereits bei geringeren
     lung, >Biomasse                                               Siehe auch >Wärmepumpe                                       Um die vorhandene Energie im flachen Untergrund nut-         Temperaturen verdampfen (zum Beispiel Pentan oder
                                                                                                                                zen zu können, werden Wärmepumpen, Erdwärmekollek-           Ammoniak). Thermalwasser kann gleichzeitig oder aus-
     Biokraftstoff                                                 Erdwärmesonden                                               toren und Erdwärmesonden eingesetzt.                         schließlich für die Wärmeversorung genutzt werden. Die
     Aus Biomasse gewonnener Kraftstoff für den Betrieb von        Erdwärmesonden werden in senkrechten Bohrungen               Siehe auch >Erdwärmekollektoren, >Erdwärmeson-               thermische Energie des geförderten Wassers wird dazu
     Verbrennungsmotoren (z.B. in Fahrzeugen oder Block-           mit einer Tiefe von wenigen Metern bis über 100 Metern       den, >hydrothermale Geothermie, >petrothermale Geo-          über einen Wärmetauscher in ein Wärmenetz abgegeben.
     heizkraftwerken) oder Heizungen. Zu Biokraftstoffen zäh-      installiert. Im Sondenkreislauf zirkuliert eine Wärme-       thermie                                                      Siehe auch >Fernwärme, >Geothermie, >Nahwärme,
                                                                                                                                                                                             >Petrothermale Geothermie

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GLOSSAR

     Installierte Leistung                                        chemischen Industrie als Rohstoff eingesetzt.                 Peakleistung                                                  Potenzieller Jahresenergieertrag
     Die installierte Leistung kennzeichnet die maximale elek-    Siehe auch >Biokraftstoffe, >Biomasse, >Trocken-              Die Nennleistung von Photovoltaikanlagen wird in kWp          Der potenzielle Jahresenergieertrag gibt an, wie viel Strom
     trische Leistung eines Kraftwerks oder des gesamten          schlempe                                                      (Kilowattpeak) angegeben. Dabei bezieht sich „peak“ (engl.    alle am Ende eines Jahres in Deutschland installierten
     Kraftwerksparks. Sie wird bei kleineren Anlagen in Kilo-                                                                   Höchstwert, Spitze) auf die Leistung, die unter interna-      Windenergieanlagen produzieren würden, wenn sie unter
     watt (kW), sonst in Megawatt (MW) oder auch Gigawatt         Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)                                    tionalen Standard-Testbedingungen erzielt wird. Dieses        durchschnittlichen Bedingungen ein Jahr lang Strom pro-
     (GW) angegeben. Ein Megawatt sind 1.000 kW. Ein GW           Bei der Stromerzeugung in thermischen Kraftwerken             Vorgehen dient zur Normierung und zum Vergleich ver-          duzierten. Er weicht insofern von der tatsächlichen Einspei-
     sind 1.000 MW oder so viel Leistung wie der Betrieb von      entsteht immer auch Wärme. Bei herkömmlichen Kraft-           schiedener Solarzellen. Als Faustregel gilt in unseren        sung ab, da die meisten Neuanlagen erst im Laufe des Jah-
     1 Million Wasserkochern oder Haarföhnen benötigt.            werken wird diese Abwärme ungenutzt über Kühltürme            Breitengraden ein Stromertrag von mindestens 800 kWh          res in Betrieb genommen werden und jährlich schwankende
                                                                  an die Umwelt abgegeben, wohingegen sie bei der KWK           pro kWp installierter Leistung der Anlage und Jahr.           Windverhältnisse vorliegen.
     Kalina-Verfahren                                             ausgekoppelt und über ein Wärmenetz als Nah- oder             Siehe auch >Performance Ratio, >Photovoltaik
     Ein Verfahren zum Betrieb von Dampfturbinen zur geo-         Fernwärme nutzbar gemacht wird. Das steigert den Wir-                                                                       Primärenergie
     thermischen Stromerzeugung bei relativ niedrigen             kungsgrad und bedeutet somit eine wesentlich höhere           Performance Ratio                                             Energie, die in Form von natürlich vorkommenden Energie-
     Temperaturen. Herkömmliche Wasserdampfturbinen               Energieeffizienz.                                             Den angegebenen Nennwirkungsgrad, der unter Stan-             trägern zur Verfügung steht. Primärenergie wird durch ver-
     benötigen Temperaturen von weit über 100°C. Um auch          Siehe auch >Blockheizkraftwerk, >Fernwärme, >Nah-             dard-Testbedingunegn ermittelt wird, erreichen So-            schiedene Verfahren in nutzbare Energie, d.h. in Endenergie
     Temperaturen um 90°C zur geothermischen Stromer-             wärme                                                         larmodule in der Realität kaum. Denn hier reduzieren          umgewandelt. Ein Beispiel ist die Erzeugung von Strom und
     zeugung nutzen zu können, wird die Wärme des Tiefen-                                                                       Widrigkeiten wie Staub, Vogeldreck, Reflexionen, Er-          Wärme in Holzheizkraftwerken aus dem Primärenergieträ-
     wassers an ein Ammoniak-Wasser-Gemisch mit einem             Nachwachsende Rohstoffe (Nawaro)                              wärmung, Leitungs- und Wechselrichterverluste den             ger Holz oder die Umwandlung von Rapsöl in Kraftstoff, der
     wesentlich niedrigeren Siedepunkt abgegeben. Der ent-        Holz und Energiepflanzen sind Nachwachsende Rohstoffe         realen Ertrag. Deshalb spricht man auch vom realen            wiederum für den Antrieb von Fahrzeugen genutzt wird. Die
     stehende Dampf wird dann an Stelle von reinem Wasser-        (Nawaro). Diese werden im Gegensatz zu Energiepflan-          Wirkungsgrad. Das Verhältnis von realem Wirkungsgrad          Umwandlung ist immer auch mit Energieverlusten verbun-
     dampf zum Antrieb von Turbinen genutzt.                      zen zusätzlich aber auch für eine stoffliche Nutzung an-      zum Nennwirkungsgrad nennt man Performance Ratio              den, die umso geringer ausfallen, je höher der Wirkungsgrad
     Siehe auch >Geothermie, >Hydrothermale Geothermie,           gebaut, z.B. als Baumaterial, als Zellstoff für die Papier-   (PR). Dieser wird auch als Qualitätsfaktor bezeichnet.        der eingesetzten Technik ist.
     >Organic-Rankine-Cycle                                       industrie, als Schmierstoff, Farbstoff oder als sonstige      Neue Anlagen, die optimal auf dem Dach installiert und        Siehe auch >Endenergie, >Wirkungsgrad
                                                                  Rohstoffe für die chemische Industrie.                        wenig verschmutzt sind, haben einen PR-Wert von 0,85.
     Kilowattstunde                                               Siehe auch >Biomasse, >Energiepflanzen                        Das heißt, dass 85 Prozent des vom Generator erzeugten        Repowering
     Einheit zur Messung von Energiemengen. Dabei ent-                                                                          Stroms real zur Verfügung steht. Eine durchschnittliche       Ersatz alter Anlagen zur Stromerzeugung durch neue, lei-
     spricht eine Wattstunde (1 Wh) ca. 3,6 Kilojoule (kJ).       Nahwärme                                                      Anlage mit kleineren Verlusten durch Verschattung hat         stungsstärkere Anlagen am selben Standort. Der Begriff Re-
     1.000 Wh sind eine Kilowattstunde (1 kWh) und 1.000          Nahwärme ist die Übertragung von Wärme über ver-              einen PR-Wert von ca. 0,7.                                    powering wird vor allem im Zusammenhang mit dem Ersatz
     kWh sind eine Megawattstunde (MWh). Der Stromver-            hältnismäßig kurze Strecken durch ein Nahwärmenetz            Siehe auch >Peakleistung, >Photovoltaik, >Wirkungs-           von alten Windenergieanlagen verwendet.
     brauch in Deutschland liegt bei ungefähr 615 Terawatt-       zwischen Gebäuden zu Heizzwecken. Rechtlich wird              grad                                                          Siehe auch >Onshore-Windenergie
     stunden (TWh), das sind 615 Milliarden Kilowattstunden.      zwischen Nah- und Fernwärme nicht unterschieden.
     Ein durchschnittlicher 3-Personen-Haushalt verbraucht        Nahwärme wird im Unterschied zur Fernwärme in klei-           Petrothermale Geothermie                                      Reststoffe
     etwa 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr. Mit einer Kilo-    nen, dezentralen Einheiten realisiert und bei relativ nied-   Im Gegensatz zur hydrothermalen Geothermie kann die           Reststoffe werden, im Gegensatz zu Energiepflanzen, nicht
     wattstunde kann man beispielsweise 15 Stunden Radio          rigen Temperaturen übertragen. Daher lässt sich Wärme         petrothermale Geothermie nicht auf natürlich vorhan-          eigens für die energetische Nutzung angebaut, sondern sind
     hören, einmal mit der Waschmaschine Wäsche waschen,          aus Blockheizkraftwerken, aber auch aus Solarthermie-         denen Dampf oder Thermalwasser zurückgreifen. Die             bei einer anderen, vorherigen Nutzung von Biomasse an-
     oder Mittagessen für vier Personen kochen.                   anlagen oder Erdwärmeanlagen verwerten. Im Zuge der           petrothermale Geothermie „sitzt auf dem Trockenen“            gefallen. Was auf den ersten Blick als überflüssiger Abfall
                                                                  verstärkten Nutzung Erneuerbarer Energien spielt der          und nutzt die natürliche Wärme des heißen Gesteins in         erscheint, ist aber ein wertvoller Reststoff, der auch energe-
     Kohlenstoffdioxid (CO2)                                      Ausbau von Nahwärme daher eine große Rolle.                   ca. 2.000 - 6.000 Meter Tiefe. Die Verfahren werden da-       tisch genutzt werden kann. Für Bioenergie werden biogene
     Kohlenstoffdioxid ist ein farbloses, geruchsneutrales Gas    Siehe auch >Blockheizkraftwerk, >Fernwärme,                   her auch als „Hot-Dry-Rock-Verfahren“ bezeichnet. Mit         Reststoffe wie Erntereste, Biomüll, Stroh sowie tierische Ex-
     aus Sauerstoff und Kohlenstoff. Es entsteht bei der Ver-     >Solarthermie                                                 hydraulischen und chemischen Stimulationsverfahren            kremente (z.B. Gülle, Mist) genutzt.
     brennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe, insbesondere                                                                     können Risse und Klüfte im Gestein erzeugt oder erwei-        Siehe auch >Biomasse, >Energiepflanzen, >Nachwach-
     der fossilen Energieträger. Kohlenstoffdioxid trägt erheb-   Offshore-Windenergie                                          tert werden. In diese Risse und Klüfte wird per Injektions-   sende Rohstoffe
     lich zum Klimawandel bei, der zu einer durchschnittlichen    Die Stromerzeugung aus Windenergie auf dem Meer.              bohrung dann unter hohem Druck Wasser eingepresst.
     Erwärmung der Erdatmosphäre um 0,8 Grad Celsius im           Strom aus Offshore-Windenergieanlagen soll einen              Das Wasser erhitzt sich im ca. 200°C heißen Gestein. Eine     Solare Kühlung
     vergangenen Jahrhundert geführt hat. Die Folgen davon        wichtigen Beitrag zur zukünftigen Energieversorgung           Förderbohrung pumpt das ca. 90 - 150°C heiße Wasser           Raumkühlung mit Solarenergie. Bei der solaren Kühlung
     sind unter anderem der Anstieg des Meeresspiegels, die       Deutschlands leisten. Die hohen durchschnittlichen            dann wieder an die Erdoberfläche. Dort kann es wie bei        wird als Antriebsenergie für Kältemaschinen, wie etwa eine
     Zunahme von Stürmen und Dürren und das Abschmelzen           Windgeschwindigkeiten auf dem Meer versprechen eine           der hydrothermalen Geothermie mit den ORC- (Organic           Klimaanlage, nicht elektrischer Strom genutzt, sondern So-
     der Gletscher.                                               hohe Stromausbeute. Offshore-Windparks stehen z.B.            Rankine Cycle) und Kalina-Verfahren genutzt werden:           larthermie.
                                                                  schon vor Dänemark, Großbritannien und den Niederlan-         Das heiße Wasser gibt seine Wärme an einen schnell            Siehe auch >Solarthermie
     Konversionsflächen                                           den.                                                          verdampfenden Wärmeträger ab. Dieser treibt wiederum
     Der Begriff Konversion beschreibt in der Stadtplanung                                                                      über einen separaten Kreislauf eine Turbine zur Stromer-      Solarthermie
     die Wiedereingliederung von Brachflächen in den Wirt-        Onshore-Windenergie                                           zeugung an. Auch der Anschluss eines Nahwärmenetzes           Nutzung der Solarenergie zur Erzeugung von Wärme. Eine
     schafts- und Naturkreislauf. Der Begriff entstand im         Die Windenergienutzung an Land. Die Onshore-Wind-             ist möglich.                                                  typische Nutzung der Solarthermie läuft über Sonnenkollek-
     Zuge der Umnutzung ehemaliger militärischer Anlagen          energie ist in Deutschland die Erneuerbare Energie, die       Siehe auch >Hot-Dry-Rock-Verfahren, >Hydrothermale            toren. In diesen wird Wasser erwärmt, das zur Raumheizung
     (Konversionsflächen) und wurde speziell für diese ver-       den größten Anteil an der erneuerbaren Stromproduktion        Geothermie, >Kalina-Verfahren, >Organic-Rankine-Cycle         oder für den direkten Bedarf genutzt werden kann.
     wendet. Im Laufe der Jahre fand der Begriff auch bei an-     hat (ca. 6,5 Prozent des gesamten deutschen Stromver-
     deren Entwicklungsflächen Anwendung.                         brauchs im Jahr 2008).                                        Photovoltaik                                                  Tiefenstörungen
                                                                                                                                Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Ener-             Tiefenstörungen entstehen in der Erdkruste, wenn dortige
     Koppelprodukte                                               Organic-Rankine-Cycle (ORC)                                   gie. Bei der Photovoltaik wird in Solarzellen durch ein-      Gesteine auf einwirkende tektonische Kräfte – meist bruch-
     Koppelprodukte fallen während der Produktion z.B. von        Ein Verfahren, bei dem Dampfturbinen in Kraftwerken mit       fallendes Licht (Photonen) ein elektrisches Feld erzeugt.     haft – reagieren. Störungen können deutlich größere Durch-
     Biokraftstoffen als Nebenprodukte an. Rund 40 Prozent        einem anderen Arbeitsmittel als Wasserdampf betrieben         Elektronen können über elektrische Leiter abfließen. Der      lässigkeiten als benachbarte Gesteine haben. Aufsteigendes
     der Bioenergie-Flächen dienen daher gleichzeitig auch        werden. Ausschlaggebend ist der niedrigere Siedepunkt         Strom kann direkt verwendet werden oder in das Strom-         Thermalwasser konzentriert sich deshalb auf diese Bruch-
     der Produktion von Futtermittel, da bei der Herstellung      von organischen Stoffen, wodurch man den Dampfdruck           netz eingespeist werden.                                      zonen, so dass Wärme in geringere Tiefen transportiert wird.
     von Rapsöl und Bioethanol immer auch Futtermittel wie        bei relativ geringen Temperaturen erhöhen kann. Das           Siehe auch >Peakleistung, >Performance Ratio                  Dies macht Tiefenstörungen für eine geothermische Nut-
     Rapsschrot und Trockenschlempe anfallen. Das ebenfalls       Verfahren kommt bei der Stromerzeugung aus Geother-                                                                         zung interessant. Störungszonen werden bisher in Deutsch-
     im Produktionsprozess anfallende Glyzerin wird in der        mie zum Einsatz, z.B. im ersten geothermischen Kraft-                                                                       land noch nicht für die Erdwärmegewinnung genutzt.
                                                                  werk Deutschlands in Neustadt-Glewe.                                                                                        Siehe auch >Geothermie, >hydrothermale Geothermie
                                                                  Siehe auch >Geothermie, >hydrothermale Geothermie
58                                                                                                                                                                                                                                                             59
GLOSSAR, ABKÜRZUNGEN

     Triticale                                                      Abkürzungsverzeichnis
     Triticale ist ein Getreide. Es ist eine Kreuzung aus Wei-
     zen und Roggen. Seine Körner sind ca. 3–5 cm lang und          a        Jahr
     vierkantig. Triticale verbindet hohe Erträge mit geringen      AEE      Agentur für Erneuerbare Energien
     Ansprüchen an Klima und Bodenqualität.                         BEE      Bundesverband Erneuerbare Energie
                                                                    BtL      Biomass-to-Liquid
     Trockenschlempe                                                CO2      Kohlenstoffdioxid
     Trockenschlempe fällt in einer Anlage zur Herstellung          EE       Erneuerbare Energien
     von Bioethanol auf Basis von stärkehaltigen Getreiden          EEG      Erneuerbare-Energien-Gesetz
     an. Während der Produktion entstehen Dämpfe, die nach          EGS      Enhanced Geothermal Systems
     Abkühlung Rückstände hinterlassen. Dieses Nebenpro-            ha       Hektar
     dukt heißt Schlempe. Nach der Trocknung wird die so ge-        HDR      Hot-Dry-Rock-Verfahren
     nannte Trockenschlempe pelletiert und als lagerfähiges         kJ       Kilojoule
     Futtermittel verwendet.                                        kW       Kilowatt
     Siehe auch >Bioethanol                                         kWh      Kilowattstunden
                                                                    kWhel    Kilowattstunde elektrisch
     Versiegelung von Flächen                                       kWhth    Kilowattstunde thermisch
     Flächenversiegelung oder Bodenversiegelung bezeichnet          KWK      Kraft-Wärme-Kopplung
     das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke             MW       Megawatt (1.000 Kilowatt)
     des Menschen. Von Flächenversiegelung wird deshalb             Nawaro   Nachwachsende Rohstoffe
     gesprochen, weil in den Boden kein Niederschlag mehr           PR       Performance Ratio
     eindringen kann und so viele der dor t normalerweise ab-       PV       Photovoltaik
     laufenden Prozesse gestoppt werden.                            ORC      Organic-Rankine-Cycle

     Wärmepumpe
     Eine Wärmepumpe hebt die natürliche Wärme in ihrer
     Umgebung (z.B. aus dem Erdreich, Grundwasser oder
     aus der Luft) auf ein höheres Temperaturniveau. Sie nutzt
     dazu den Effekt, dass sich Gase unter Druck erwärmen
     (wie z.B. bei einer Fahrrad-Luftpumpe).
     Siehe auch >Geothermie

     Wasserkraft
     Energie, die mit Hilfe von Wasserrädern oder Wassertur-
     binen aus fließendem Wasser gewonnen wird. Wasser-
     kraft ist eine natürliche Energiequelle, die überall dort
     verfügbar ist, wo eine ausreichende Menge Wasser und/
     oder Fallhöhe von stetig fließendem Wasser vorhanden
     ist. Eine Wasserturbine treibt einen Generator an, der
     Strom aus Wasserkraft erzeugt.

     Wirkungsgrad
     Verhältnis von Energieeinsatz und erhaltener Leistung
     (z.B. Strom oder Wärme). Der Gesamtwirkungsgrad von
     Anlagen zur Stromproduktion setzt sich zusammen aus
     dem elektrischen und dem thermischen Wirkungsgrad.
     So kann man den Wirkungsgrad erhöhen, indem man
     auch die Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht,
     nutzt.
     Siehe auch >Kraft-Wärme-Kopplung

     Wirtschaftlichkeit
     Das Verhältnis von Aufwand und Ertrag. Die Wirtschaft-
     lichkeit ist ein Maß für Effizienz. Sie entscheidet darüber,
     ob ein Produkt oder eine Technologie im Wettbewerb be-
     stehen kann.




60                                                                                                                                      61
LITERATUR UND FOTONACHWEIS

     Literatur                                                                                                                                                                          Fotonachweis

     [AEE / BEE 2009] Agentur für Erneuerbare Energien          [DLR] Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt,           [MUNLV 2005] Ministerium für Umwelt und Naturschutz,         S. 4/5        IStockphoto.com, Montage BBGK
     e.V. / Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.: Strom-      Institut für Technische Thermodynamik / Institut für En-   Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes              S. 8/9        IStockphoto.com
     Ausbauprognose der Erneuerbare-Energien-Branche,           ergie- und Umweltforschung (IfEU) / Wuppertal Institut     Nordrhein-Westfalen: Handbuch Querbauwerke, Aachen,          S. 12/13      Windpark Simonsberg
     Stromversorgung 2020 - Wege in eine moderne Energie-       für Klima, Umwelt und Energie: Ökologisch optimierter      2005.                                                        S. 14/15 o.   ESA, GoogleEarth, Landsat, Montage BBGK
     wirtschaft, Berlin, Januar 2009.                           Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien in Deutsch-                                                                    S. 14 u.      Raimond Spekking
                                                                land, Stuttgart, Heidelberg, Wuppertal, 2004.              [Naturstiftung David 2005] Naturstiftung David: „Na-         S. 15 o.      Luftbild.de
     [BBR/BFH] Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung                                                                      turschutzrelevante Militärflächen“, http://www.natur-        S. 15 u.      WikiCommons, Hannes Grobe, Agentur für
     / Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung:       [DLR 2004] Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt       gebiete.de/04datenbank/0401datenbank.html [Zugriff:                        Erneuerbare Energien/André Forner
     Energetische Biomassenutzung. Daten, Karten, Gra-          http://www.dlr.de/PortalData/1/Resources/portal_news/      20.10.2009].                                                 S. 16/17      ESA
     phiken, http://www.bbsr.bund.de/cln_016/nn_116204/         newsarchiv2004/corine_clc_bg_hires.jpg [Zugriff am                                                                      S. 24         Norbert Guthier (2)
     BBSR/DE/Fachthemen/Fachpolitiken/EnergieUmwelt/            20.10.2009]                                                [LfULG 2009] Sächsisches Landesamt für Umwelt,               S. 25         juwi / First Solar
     RegenerativeEnergie/Fachbeitraege/Energetische-                                                                       Landwirtschaft und Geologie Abteilung 10 Geologie,           S. 27         BSW-Solar/Langrock
     Biomassenutzung/03__DatenKartenGraphiken.html              [DUH 2006] Deutsche Umwelthilfe e.V.: Lebendige Flüs-      Projektgruppe Geothermie: Interaktive Geothermische          S. 28/29      IStockphoto.com
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                                                                Content/Oeffentlichkeit/KU/KU1/KU12/Klimagutachten/                                                                                   Marcus Hagenlocher (2)
     [BEE 2009b] Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.:        Solarenergie/Globalkarten__entgeltfrei/Jahressummen        [SUN-AREA 2008] SUN-AREA / Fachhochschule Osna-                            Stan Shebs
     Wege in die moderne Energiewirtschaft, Ausbauprogno-       Abweichung/2008,templateId=raw,property=publicationF       brück: Dachflächen für Photovoltaik (PV) in Onabrück,        S. 41         SXC.hu
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                                                                [DWD 2008] Deutscher Wetterdienst: Karte der mittleren                                                                                Moros
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                                                                geLabel=_dwdwww_klima_umwelt_klimadaten_deut                                                                            S. 44         Dschwen
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                                                                ad__Karte__D__80m.html [Zugriff: 20.10.2009].              htm [Zugriff: 20.10.2009].                                   S. 52         Stadtwerke Karlsruhe
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                                                                PV und Solarthermie nutzbar“, http://www.ecofys.de/        Querverbauungen der Fließgewässer, Dessau-Roßlau,
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                                                                                                                                                                                        Impressum
                                                                großen Laufwasserkraftwerken im liberalisierten deut-
                                                                                                                                                                                        Herausgeber:
     [BSH 2009] Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydro-         schen Strommarkt. Endbericht (Langfassung) für das
                                                                                                                                                                                        Agentur für Erneuerbare Energien e.V.
     graphie: Genehmigung von Offshore Windenergieparks,        Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Stuttgart,
                                                                                                                                                                                        Reinhardtstr. 18, 10117 Berlin
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                                                                                                                                                                                        Tel.: 030-200 535-50
     parks/index.jsp [Zugriff: 20.10.2009].
                                                                                                                                                                                        Fax: 030-200 535-51
                                                                [FNR] Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe: Anbau
                                                                                                                                                                                        E-Mail: kontakt@unendlich-viel-energie.de
     [BSW-Solar 2009] Bundesverband Solarwirtschaft e.V.:       Nachwachsender Rohstoffe in Deutschland. http://www.
                                                                                                                                                                                        Internet: www.unendlich-viel-energie.de
     Solaratlas - Vertriebskompass für die Solarbranche,        nachwachsenderohstoffe.de/fileadmin/fnr/images/ak-
     http://www.solaratlas.de [Zugriff: 20.10.2009].            tuelles/medien/RZ_Grafik_Anbau_09_rgb_300_DE.jpg
                                                                                                                                                                                        Autoren:
                                                                [Zugriff: 20.10.2009].
                                                                                                                                                                                        Janine Schmidt, Jörg Mühlenhoff (Kapitel Bioenergie)
     [BWE 2009] Bundesverband WindEnergie e.V.: Repowe-
     ring von Windenergieanlagen Effizienz, Klimaschutz,        [Geries Ingenieure] Stietenroth / Bode / Geries Ingeni-
                                                                                                                                                                                        Gestaltung: BBGK Berliner Botschaft GmbH
     regionale Wertschöpfung, Berlin.                           eure GmbH: Erhebung zur Flächennutzung im Bioener-
                                                                                                                                                                                        Druck: DMP-Berlin
                                                                giedorf Jühnde, Gleichen-Reinhausen, 2009.
     [DBFZ] Deutsches Biomasse-Forschungszentrum/Insti-
                                                                                                                                                                                        V.i.S.d.P.: Jörg Mayer
     tut für Umweltplanung, Universität Hannover: Identi-       [IZNE] Karpenstein-Machan / Interdisziplinäres Zentrum
     fizierung strategischer Hemmnisse und Entwicklung          für Nachhaltige Entwicklung, Universität Göttingen: Um-
                                                                                                                                                                                        Redaktionsschluss: November 2009
     von Lösungsansätzen zur Reduzierung der Nutzungs-          setzung eines umweltfreundlichen Energiepflanzenan-
     konkurrenzen beim weiteren Ausbau der energetischen        baus im Bioenergiedorf Jühnde. In: Fachverband Biogas
     Biomassenutzung. 1. Zwischenbericht, Leipzig/Hanno-        (Hg.): 18. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas,
     ver, 2009.                                                 Tagungsband, Hannover, 2009.

     [DEBRIV 2009] Deutscher Braunkohlen- Industrie-Verein      [Leibniz] Leibniz-Institut für Länderkunde: Germany in
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     dustriezweiges, Köln, 2009.
                                                                [LIAG 2009] Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik:
     [DEWI 2009] Deutsches Windenergie-Institut: Status der     Geothermisches Informationssystem für Deutschland,
                                                                                                                           Dieser Atlas und die Beschreibung von lokalen Verhältnissen ist nach den besten vorliegenden Daten erstellt
     Windenergienutzung in Deutschland – Stand 31.12.2008,      www.geotis.de [Zugriff: 20.10.2009].
                                                                                                                           worden. Er kann jedoch selbstverständlich für die Realisierung konkreter Projekte keine spezifische Potenzial-
     Wilhelmshaven, Januar 2009.
62                                                                                                                         analyse durch Fachleute am jeweiligen Standort ersetzen.                                                             63
Potenzialatlas 2020 Online

Potenzialatlas 2020 Online

  • 1.
  • 2.
    ERNEUERBARE ENERGIEN 2020 POTENZIALATLAS DEUTSCHLAND www.unendlich-viel-energie.de
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    INHALT Inhaltsübersicht 1. EINLEITUNG 5 2. FLÄCHENBEDARF FÜR ERNEUERBARE ENERGIEN 2020 6 3. WINDENERGIE - RÜCKENWIND FÜR DIE STROMVERSORGUNG 8 Mehr Ertrag mit weniger Anlagen 10 Windenergie holt mehr Strom aus der Fläche als Braunkohle 14 Offshore-Windenergie: Energie vom stürmischen Meer 16 4. SOLARENERGIE – SONNIGE AUSSICHTEN FÜR STROM UND WÄRME 18 Strom aus Solarenergie 20 Dachanlagen für Solarenergie 22 Freiflächenanlagen für Solarenergie 24 Solarthermie: Heizen und Kühlen mit Sonne 26 5. GEOTHERMIE – ENERGIE AUS DER TIEFE 28 Nutzungstiefen Geothermie 30 Geothermische Kraft –und Heizwerke 32 Oberflächennahe Geothermie 34 6. BIOENERGIE – VIEL ERTRAG VON WENIG FLÄCHE 36 Woher die Bioenergie kommt: Acker- und Grünland 40 Woher die Bioenergie kommt: Reststoffe 42 Selbstversorgung mit Bioenergie 44 7. WASSERKRAFT – QUELLE FÜR SAUBERE ENERGIE 46 Wasserkraftpotenzial: Bestehende Querverbauungen 49 Ausbaupotenzial der kleinen Wasserkraft 50 Ausbaupotenzial der großen Wasserkraft 52 8. DATEN KOMPAKT 54 GLOSSAR 56 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 61 LITERATUR- UND ABBILDUNGSNACHWEIS, IMPRESSUM 62 2 3
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    EINLEITUNG Eine zukunftsfähige Energiepolitik muss Umwelt- und Kli- Aber Deutschland hat das Potenzial zu viel mehr. Bis 2020 maschutz, Wirtschaftlichkeit sowie Versorgungssicherheit werden nach Branchenberechnungen 28 Prozent des End- gleichermaßen verfolgen. Erneuerbare Energien leisten energieverbrauchs durch Erneuerbare Energien gedeckt. hierzu einen erheblichen Beitrag. Dieser Ausbau geht einher mit enormen volkswirtschaft- lichen Gewinnen. So können im Jahr 2020 Kosten für fos- Anders als fossile Energiequellen verursachen Strom, sile Brennstoffimporte in Höhe von 50 Mrd. Euro durch die Wärme und Kraftstoffe aus Erneuerbaren Energien kaum Nutzung von Erneuerbaren Energien eingespart werden. Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2). So wirken sie dem Zudem können sie den Ausstoß von 287 Mio. Tonnen Treib- Klimawandel entgegen, der mit erheblichen wirtschaft- hausgasen vermeiden und somit zukünftige Umwelt- und lichen Folgekosten verbunden ist. Klimaschäden in Höhe von etwa 20 Mrd. Euro verhindern. Gleichzeitig reduzieren Erneuerbare Energien die Import- Deutschland hat in den vergangenen 10 Jahren gezeigt, kosten für Erdöl, Erdgas und Kohle (BEE: 8,3 Mrd. Euro im dass ein starker Ausbau der Erneuerbaren Energien in kur- Jahr 2008). Drei Viertel der in Deutschland genutzten Ener- zer Zeit möglich ist und gilt international als Vorbild. Und gie wird importiert. Durch den Ausbau von Erneuerbaren Deutschland hat das Potenzial, diesen starken Ausbau auch Energien kann die Importabhängigkeit verringert und in den kommenden 10 Jahren fortzuführen. Die Branche gleichzeitig die Versorgungssicherheit gesteigert werden. prognostiziert für das Jahr 2020 einen Anteil der Erneuer- baren Energien von 47 Prozent am Stromverbrauch, 25 Zukunftsfähig ist deshalb nur eine Energieversorgung aus Prozent am Wärmeverbrauch und von 22 Prozent am Kraft- Wind-, Solar-, Wasser-, Bioenergie und Geothermie. Sie stoffverbrauch im Straßenverkehr. stehen weltweit unendlich zur Verfügung. Ihr Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Die Fläche, die hierfür benötigt wird, ist gering. Das zeigt dieser „Potenzialatlas der Erneuerbaren Energien 2020“. Auch die Europäische Union (EU) hat dies erkannt und be- Je nach Klima, Landschaft, Siedlungs- und Agrarstruktur schlossen, den Anteil Erneuerbarer Energien in der EU bis bietet jede Region ihre eigenen, unterschiedlichen Poten- 2020 auf 20 Prozent zu steigern. Dabei ist für Deutschland ziale. Überall liegen ungenutzte Chancen, die nur da- ein nationales Ziel von 18 Prozent am gesamten Endener- rauf warten, ergriffen zu werden. Denn eines ist gewiss: gieverbrauch vorgesehen. Deutschland hat unendlich viel Energie. Anteile Erneuerbarer Energien an der Energieversorgung in Deutschland Strom Wärme Kraftstoff Endenergieverbrauch Anteile Erneuerbarer Anteile Erneuerbarer Anteile Erneuerbarer Anteile Erneuerbarer Energien am gesamten Energien am gesamten Energien am gesamten Energien am gesamten Bruttostromverbrauch Wärmeverbrauch Kraftstoffverbrauch Endenergieverbrauch (Straßenverkehr) (Strom, Wärme, Verkehr) 47 % ≥ 30 % 28 % 25 % 22 % 18 % 47 Prozent regenerativer Strom 15,1 % 14 % in Deutschland bis 2020 – das 12 % 9,5 % prognostiziert die Erneuerbare- 7,4 % Energien-Branche 4,8 % 5,9 % 3,1 % 3,5 % 0,2 % 1998 2008 2020 2020 1998 2008 2020 2020 1998 2008 2020 2020 1998 2008 2020 2020 Ziel der Branchen- Ziel der Branchen- Ziel der Branchen- Ziel der Branchen- Bundes- prognose Bundes- prognose Bundes- prognose Bundes- prognose regierung 2020 regierung 2020 regierung 2020 regierung 2020 (Stand (BEE/AEE) (Stand (BEE/AEE) (Stand (BEE/AEE) (Stand (BEE/AEE) 2009) 2009) 2009) 2009) 4 5
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    FLÄCHENBEDARF FÜR ERNEUERBAREENERGIEN 2020 Kraftstoff Wärme Strom 22 % 2020 25 % 2020 47% 2020 Anteile am Kraftstoffverbrauch Anteile am Wärmeverbrauch 2020: Anteile am (Straße, einschließlich Elektro- Stromverbrauch 2020: fahrzeuge) 2020: 5,8 %2020 Windenergie auf See: Strom aus 37,0 Mrd. kWhel Erneuerbaren Energien: 67,0 Mrd. kWh Gesamtfläche Deutschlands: 35,7 Mio. ha 0 6 ,2 %2020 Windenergie an Land: 112,1 Mrd. kWhel 1 8 ,8 %2020 Windenergieanlagen werden vorrangig auf landwirt- schaftlich genutzten Flächen installiert. Der Flächen- bedarf errechnet sich aus 270.000 ha den Abstandsflächen zur nächsten Anlage bzw. aus den 13,1 versiegelten Flächen durch Fundamente. %2020 2.700 ha Bioenergie: 150,3 Mrd. kWhth 0 9 ,1 Bioenergie: 54,3 Mrd. kWhel 0,2 %2020 %2020 3,7 Mio. ha Strom aus Der überwiegende Teil von Erneuerbaren Energien Photovoltaik- und Solarthermie- anlagen wird in Dächer und 0,9 Mrd. kWh Fassaden integriert: 37.000 ha. Freiflächenanlagen (Strom): 10.500 ha Wasserkraft: 31,9 Mrd. kWhel 2,6 0 5 ,4 %2020 %2020 21,4 %2020 Solarthermie: 30,1 Mrd. kWhth Photovoltaik: 39,5 Mrd. kWhel Bioenergie: 0 6 ,6 %2020 111,3 Mrd. kWh 3,6 960.000 ha (unterirdisch) %2020 Geothermie: 42,1 Mrd. kWhth Geothermie: 3,8 Mrd. kWhel 0 0 ,6 %2020 Die Rechtecke bilden den jeweiligen Flächenbedarf der Erneuerbaren Energien an der Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland maßstabsgetreu ab und 6 sind nicht ortsbezogen. 7
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    WINDENERGIE RÜCKENWIND FÜR DIE Windgeschwindigkeiten in 120 m Höhe Kiel STROMVERSORGUNG Hamburg Schwerin WINDENERGIE Bremen In 120 m Höhe weht der Berlin Wind durchschnittlich mit einer Geschwindigkeit Hannover von Die Windenergie liefert zwar heute schon den größten Anteil erneuer- baren Stroms, ihr Potenzial ist jedoch noch längst nicht ausgeschöpft. Das über 8 m/s liegt in erster Linie an der rasanten Leistungssteigerung der Technik. Der Magdeburg stärkere Wind in großen Höhen kann fast überall in Deutschland genutzt werden, und viele alte können durch wenige moderne leistungsstarke An- 7 – 8 m/s lagen ersetzt werden. Das bedeutet, dass immer weniger, aber leistungs- stärkere Windenergieanlagen immer mehr Strom erzeugen werden. nur Fundamentsflächen 2008: 1.700 ha 6 – 7 m/s Seit August 2009 erzeugen auch Windenergieanlagen vor der deutschen 2020: 2.700 ha Düsseldorf Küste (sog. Offshore-Windenergie) Strom. Sie werden zukünftig in erheb- Dresden lichem Maße zur Stromversorgung beitragen. 4,5 – 6 m/s inkl. Abstandsflächen 2008: 170.000 ha 2020: 270.000 ha 3 – 4,5 m/s unter 3 m/s Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020 (nur Onshore-Windenergie) Dass der Wind an der Küste am 40,4 2008 stärksten weht, ist keine Über- 1 8,8 % Mrd. kWh/a Mainz raschung. Trotzdem lohnt es sich 2020 Strom 2020 112,1 auch in Süddeutschland, auf Wind- Mrd. kWh/a energie zu setzen. Denn es gibt für jeden Wind die passende Anlage. Flächenbedarf 2008 und 2020 Saarbrücken 2008: 170.000 ha Stuttgart 2020: 270.000 ha inkl. Abstandsflächen 2008: 1.700 ha 2020: 2.700 ha nur Fundamentsflächen München Um die gegenseitige Beeinflussung zu minimieren, müssen Wind- energieanlagen einen Mindestabstand zueinander einhalten. Dieser ist abhängig von der vorherrschenden Windrichtung und der Anlagengröße. Der rechnerische Wert für das Jahr 2008 beträgt eine Abstandsfläche von 7 Hektar pro MW. Da immer weniger, aber leistungsstärkere Wind- energieanlagen immer mehr Strom produzieren, fällt der rechnerische Wert für das Jahr 2020 mit 6 Hektar pro MW geringer aus. Die Fundamentsfläche einer Windenergieanlage beträgt maximal ein Prozent der Abstandsfläche und versiegelt den Boden. Die Abstands- 100 km flächen können aber z.B. für die Landwirtschaft genutzt werden. Quelle:
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    MEHR ERTRAG MITWENIGER ANLAGEN DURCH TECHNISCHEN FORTSCHRITT UND AUSNUTZUNG DES HÖHENPOTENZIALS WINDENERGIE Technische Entwicklungen in der Windenergiein- Rotordurchmesser x 2 BEISPIEL NORDRHEIN-WESTFALEN: DAS WINPOTENZIAL WÄCHST MIT DER HÖHE dustrie führen zu größeren und leistungsfähigeren = Ertrag x 4 Anlagen. Mehrere alte Windenergieanlagen kön- nen durch eine moderne Anlage ersetzt werden. Windgeschwindigkeiten in 80 m Höhe Windgeschwindigkeiten in 120 m Höhe Im Zuge des sogenannten Repowering kann mehr Strom mit weniger Anlagen erzeugt werden. Nabenhöhe + 1 m In höheren Bereichen weht der Wind nicht nur = Ertrag + 1 % stärker, sondern auch regelmäßiger. Durch eine Steigerung der Nabenhöhe können deshalb selbst Anlagen an durchschnittlichen Standorten Nabe im Binnenland die Erträge eines Küstenstand- orts erreichen. Als Faustregel gilt: pro Meter höherer Nabe steigert sich der Ertrag der Windenergie bis zu einem Prozent. 100 km 0 3 4,5 6 7 8+ m/s 0 3 4,5 6 7 8+ m/s Kartengrundlage: DWD (2008) Kartengrundlage: Es gibt überall Wind und für jeden Wind die passende Anlage. Beispielrechnung: An jedem Standort können ähnliche Stromerträge erzielt werden, wenn Höhe und Größe der Windenergieanlage dem Standort angepasst sind. Höhenbegrenzungen schmälern Installierte Leistung das Repowering-Potenzial. und potenzieller Jahresenergieertrag 2008 Der Einsatz moderner Anlagen scheitert häufig an den Vorgaben für Höhenbegrenzungen der Länder und Ge- meinden. Dadurch bleibt viel Potenzial ungenutzt. In Nordrhein-Westfalen ist die Höhe von Windenergie- 2.694 MW anlagen pauschal auf 100 m beschränkt (Stand 2009). 5,4 Mrd. kWh 1.431 MW 2.700 Anlagen (insgesamt rund 2.700 MW) haben 2008 34 MW 2,7 Mrd. kWh ca. 4,6 Mrd. kWh Strom produziert. Allein der Ersatz von 0,1 Mrd. kWh schwachen Altanlagen mit einer geringeren Leistung als 88 MW 0,2 Mrd. kWh 1 MW durch Anlagen der 2 MW-Klasse mit einer maxima- 2 MW len Höhe von 150 m könnte diesen Ertrag auf 10,2 Mrd. 6.028 MW 4 Mio. kWh kWh mehr als verdoppeln – bei deutlich verringerter 11,3 Mrd. kWh 3.767 MW Anlagenzahl. 6,5 Mrd. kWh 3.014 MW Nordrhein-Westfalen wäre ohne Höhenbeschränkungen 2.677 MW 5,8 Mrd. kWh 4,6 Mrd. kWh bundesweit in der Spitzengruppe in Sachen Windenergie. 851 MW 1,4 Mrd. kWh Offshore (Auf See) Küstennah Norddeutsches Tiefland Mittelgebirge Quelle: BWE (2009) 692 MW 509 MW 1,2 Mrd.kWh 4 MW Leistung 0,8 Mrd. kWh 4 MW Leistung 4 MW Leistung 4 MW Leistung 1.207 MW 140 m Nabenhöhe 1,9 Mrd. kWh 90 m Nabenhöhe 120 m Nabenhöhe 125 m Rotor- 140 m Nabenhöhe 95 m Rotor- 100 m Rotor- durchmesser 125 m Rotor- 77 MW 0,1 Mrd. kWh durchmesser durchmesser durchmesser 12,0 Mio. kWh 14,4 Mio. kWh 14,4 Mio. kWh Stromertrag 13,2 Mio. kWh 422 MW Stromertrag Stromertrag pro Jahr Stromertrag 0,6 Mrd. kWh 411 MW 0,5 Mrd. kWh pro Jahr pro Jahr pro Jahr 10 0- 100- 500- 1.000- 2.000- über installierte Leistung 100 500 1.000 2.000 5.000 5.000 in MW Kartengrundlage: DEWI (2009) 10 11
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    REPOWERING BERUHIGT DASLANDSCHAFTSBILD REPOWERING WINDENERGIE Simonsberg BEISPIEL SCHLESWIG-HOLSTEIN: WINDPARK SIMONSBERG vorher 13 Windenergieanlagen 42 m Nabenhöhe 5,5 MW gesamte installierte Leistung Stromerzeugung pro Jahr: 14,4 Mio. kWh nachher 5 Windenergieanlagen 120 m Nabenhöhe 15 MW gesamte installierte Leistung Stromerzeugung pro Jahr: 48 Mio. kWh 12 13
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    WINDENERGIE HOLT MEHRSTROM AUS DER FLÄCHE ALS BRAUNKOHLE FLÄCHENBEDARF WINDENERGIE Flächenbedarf der Braunkohle (Garzweiler II, Nordrhein-Westfalen) Garzweiler 9 km 2006 2017 2035 2025 Braunkohletagebau Garzweiler II (NRW) Windpark Bergheim/Rheidt 2044 12 km Braunkohle Windenergie Das Abbaufeld Garzweiler II umfasst eine Fläche von 4.800 Hektar und Tagebau Garzweiler II 2008 2008 Windpark Bergheim/Rheidt beinhaltet rund 1,3 Mrd. Tonnen Braunkohle. Die Laufzeit des Tagebaus Jährlicher potenzieller ca. 7,3 Mio. kWh ca. 22,5 Mio. kWh nur Jährlicher Ertrag beträgt 40 Jahre. Im Schnitt könnten 32,5 Mio. Tonnen pro Jahr geför- Ertrag pro Hektar Fundamentsfläche pro Hektar dert werden. Ein modernes Braunkohlekraftwerk mit einem Wirkungs- ca. 225.000 kWh inkl. Abstandsflächen grad von 43 Prozent kann mit dieser Menge pro Jahr etwa 35 Mrd. kWh Strom produzieren. Daraus ergibt sich ein Stromertrag pro Hektar und Abstandsfläche Jahr von ca. 7,3 Mio. kWh. Vergleicht man diesen Wert mit dem Stromertrag pro Hektar versie- gelter Fläche einer Windenergieanlage des benachbarten Windparks Bergheim/Rheidt, so zeigt sich, dass schon eine Anlage mit einer instal- Deutschland 2008 2008 2020 Deutschland lierten Leistung von zwei Megawatt mehr Strom aus der Fläche holt als (nur Onshore-Windenergie) Fundamentsfläche Braunkohle. Stromerzeugung 150 Mrd. kWh 40,4 Mrd. kWh 112,1 Mrd. kWh Stromerzeugung Flächenbedarf 48.300 ha 1.700 ha 2.700 ha nur Flächenbedarf Braunkohle ist ein äußerst problematischer Energieträger, denn im Ver- Fundamentsfläche gleich zu Steinkohle und Erdgas setzt sie besonders viel Kohlendioxid 170.000 ha 270.000 ha inkl. Abstandsflächen frei und trägt somit wesentlich zum Klimawandel bei. Für den Abbau Jährlicher Ertrag 3,1 Mio. kWh 24 Mio. kWh 41,5 Mio. kWh nur Jährlicher Ertrag wird zudem großflächig das Grundwasser abgesenkt und gesamte pro Hektar Fundamentsfläche pro Hektar Dörfer werden umgesiedelt. Für den Tagebau Garzweiler II müssen ins- 240.000 kWh 415.000 kWh inkl. Abstandsflächen gesamt 7.600 Einwohner aus 13 Ortschaften ihr Heim verlassen. Quelle: DEBRIV (2009) 14 500 m 15
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    OFFSHORE-WINDENERGIE: ENERGIE VOMSTÜRMISCHEN MEER OFFSHORE WINDENERGIE Offshore-Windparks Ausschließliche Wirtschaftszone Auf dem Meer weht der Wind stärker und Deutschlands 05 stetiger. Deshalb ist die Energieausbeute 07 von Windenergieanlagen auf See etwa 06 40 Prozent höher als die an Land. Die 08 Herausforderungen des Ausbaus in deut- schen Gewässern liegen vor allem darin, die Anlagen in großer Entfernung von der 23 Küste (30-100 km) und in großen Wasser- tiefen (20-40 m) zu installieren. 24 25 22 11 13 10 Kiel 09 12 14 21 4 Rostock 16 18 19 01 15 17 20 Hamburg 03 Im August 2009 ging die erste deutsche Emden Offshore-Windenergieanlage (Alpha Ven- 02 tus, 5 MW) ans Netz. Bau Anzahl der Anlagen Leistung (erste Baustufe/Endausbau) je Anlage (MW) Windparks in Betrieb Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020 01 Alpha Ventus 2009 1 / 12 5 (nur Offshore-Windenergie) 02 Dollart (Emden)* 2004 1/1 4,5 03 Hooksiel* 2008 1/1 5 04 Rostock* 2006 1/1 2,5 0 6,2 % 0 2008 Mrd. kWh/a Genehmigte Windparks (erste Baustufe) 05 Sandbank 24 2010 80 / 980 3-5 2020 Strom 2020 37 Mrd. kWh/a 06 Nördlicher Grund k.A. 80 / 402 3-5 07 Dan Tysk 2011 80 / 300 5 Windpark 08 Butendiek 2012 80 / 80 3,6 Die Windenergie auf hoher See wird zukünftig in erheblichem Maß zur 09 Bard Offshore I 2009 80 / 320 5 erneuerbaren Energieversorgung beitragen. in Betrieb 10 Hochsee Windpak Nordsee k.A. 80 / 508 k.A. Etwa 20 Windparks mit einer gesamten installierten Leistung von 20.000 11 Global Tech I 2011 80 / 320 5 12 Nordsee Ost 2010 8/8 4-5 MW sind genehmigt. Zwölf weitere Windparks mit insgesamt ca. 5.000 genehmigt 13 Amrumbank West 2011 80 / 80 3,5-5 MW sind im fortgeschrittenen Genehmigungsverfahren. Wassertiefe 14 Meerwind 2010 80 / 270 5 15 Borkum Riffgrund West 2011 80 / 458 2,5-5 unter 5 m 16 Borkum West II 2012 80 / 80 5 5 – 10 m 17 Borkum Riffgrund West 2011 77 / 180 3-5 Ausbaupotenzial 10 – 20 m 18 Delta Nordsee 2012 36 / 80 4-5 20 – 30 m 19 Gode Wind 2011 80 / 224 3-5 20 Nordergründe 2010 18 / 18 5 über 30 m 21 Geofree k.A. 5/5 5 22 Baltik I 2010 21 / 21 2,3 0 MW 10.000 MW 20.000 MW 23 Kriegers Flak 2011/2012 80 / 80 3-3,5 und 5 Installierte Leistung Installierte Leistung Leistung 40 km 24 Ventotec Ost 2 2012 50 / 200 3 2008 2020 aller bereits 25 Arkona Becken Südost 2012 80 / 201 4-5 genehmigter Anlagen 16 * Offshore-Testanlage in Ufernähe Quelle: BSH (2009) 17
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    SOLARENERGIE SONNIGE Kiel AUSSICHTEN FÜR Hamburg Schwerin STROM UND WÄRME Bremen SOLARENERGIE Berlin In Deutschland liegt die jährliche Sonneneinstrahlung pro Quadrat- Hannover meter zwischen 900 und 1.200 kWh. Das ist zwar weniger als in Süd- europa oder Afrika, jedoch ausreichend, einen wichtigen Beitrag zur Strom- und Wärmeversorgung in Deutschland zu leisten. 234.400 Hek- Magdeburg tar Gebäudeflächen sind für die solare Nutzung geeignet. Bisher wur- den hiervon nur 2,5 Prozent genutzt. Das zeigt: Es gibt noch sehr viel Potenzial zu erschließen. Freiflächenanlagen (Strom) Düsseldorf 2008: 1.700 ha Dresden 2020: 10.500 ha Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020 Gebäudeflächen für Photovoltaik und Solarthermie Jährliche Im Durchschnitt jährlich erzeugte Strom- 2008 4,0 0 6,6 % Sonnenein- menge einer 1 kWpeak -Photovoltaikanlage Mrd. kWh/a 2008 5.800 ha strahlung mit südwärts ausgerichteten PV-Modulen im Winkel von 35 Grad und einem Perfor- 2020 Strom 2020 39,5 2020: 37.000 ha mance Ratio von 0,85. Mrd. kWh/a kWh/m² kWh/kWp 2008 4,1 2,6 > 1.400 > 1.190 Potenzial geeigneter Mrd. kWh/a Mainz Gebäudeflächen: 1.350 1.150 %2020 Wärme 2020 30,1 234.400 ha Mrd. kWh/a 1.300 1.105 1.250 1.065 Saarbrücken 1.200 1.020 1.150 980 Flächenbedarf 2008 und 2020 1.100 935 Stuttgart < 1.050 < 890 Freiflächen für Photovoltaik 2008: 1.700 ha 2020: 10.500 ha Gebäudeflächen für Photovoltaik München Beispielrechnung: und Solarthermie In Kiel beträgt die jährliche Sonnenein- 2008 5.800 ha strahlung 1.100 kWh/m². Eine südlich ausgerichtete und um 35 Grad geneigte 2020: 37.000 ha Photovoltaikanlage mit 1 kWp installierter Leistung auf ca. 10 m2 erzeugt 935 kWh im Jahr. Dies entspricht 27 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs eines Durch- Potenzial geeigneter schnitthaushaltes. In München erzeugt 100 km Gebäudeflächen: 1 kWpeak 1.170 kWh Strom pro Jahr und deckt 234.400 ha somit 33 Prozent des Stromverbrauchs. Quelle:
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    STROM AUS SOLARENERGIE So viel Strom wurde 2008 aus der Sonneneinstrahlung in Deutschland erzeugt: Es gibt noch viel Potenzial für Photovoltaik auf privaten Dächern. Sonneneinstrahlung 2008 Stromerzeugung je Wahlkreis in kWh 2008 Schon 10 m2 Dachfläche reichen aus, um ca. ein Viertel des Das Potenzial, das die Dachflächen von Ein- und Zweifami- Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushaltes zu de- lienhäusern in Deutschland zur Stromerzeugung bieten, ist cken. Viele Haushalte nutzen die Chance, Strom auf dem jedoch noch bei Weitem nicht ausgeschöpft. eigenen Dach zu produzieren. Potenzial für Dachflächen-Photovoltaik je Landkreis Ausschöpfung des Potenzials für Dachflächen-Photovoltaik in MWpeak je Landkreis in Prozent 2008 100 km 100 km 1.230 kWh/m² 125 Mio. kWh 1.145 kWh/m² 60 Mio. kWh 1.070 kWh/m² 15 Mio. kWh 100 km 100 km 985 kWh/m² 5 Mio. kWh 900 kWh/m² Kartengrundlage: DWD (2009) 0,2 Mio. kWh Quelle: BSW-Solar , EuPD Research (2009) So wird die Sonneneinstrahlung zur Stromerzeugung genutzt: 350.000 200.000 MWpeak MWpeak 27 10 % % 150.000 MWpeak 8 % 6 % 100.000 MWpeak 4 % 50.000 MWpeak 2 % 10.000 MWpeak 1 % 5.000 MWpeak Quelle: BSW-Solar , EuPD Research (2009) 0 % Quelle: BSW-Solar , EuPD Research (2009) BEISPIEL BERLIN: DACHFLÄCHENPOTENZIAL Berlin Dachflächenpotenzial privater Wohnhäuser: 340 MWpeak Bisherige Potenzialausschöpfung: 3,2 % Die Solarzellen erzeugen aus der Energie der Sonnenstrahlen Gleichstrom. So wurde gerechnet: Die Potenzialberechnung basiert auf der Anzahl der Ein- Der Wechselstromrichter wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom und Zweifamilienhäuser. Dabei wird davon ausgegangen, um, damit er ins Stromnetz eingespeist werden kann. dass im ländlichen Raum aufgrund geringerer Verschattung ein höherer Anteil der Wohnhäuser für Photovoltaik geeig- Die Stromzähler messen, wie viel Strom eingespeist und wie viel net ist als im städtischen Raum. Strom wieder aus dem Netz bezogen wird. 20 21
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    DACHANLAGEN SOLARENERGIE BEISPIEL OSNABRÜCK: Osnabrück ist ein Beispiel dafür, wie die Nutzung der Solar- So wurde gerechnet: DURCH SOLARENERGIE KÖNNEN OSNABRÜCKS DÄCHER energie optimiert werden kann. Die Stadt gab eine so ge- • Erfasste Gebäude: 69.759 von 73.430 Gebäuden MEHR ALS 100 PROZENT DES STROMBEDARFS ALLER HAUSHALTE DECKEN nannte Laserbefliegung in Auftrag, mit der die Eignung der • Gut und sehr gut geeignete Gebäude: 27.500 Osnabrücker Dächer für Solarenergie überprüft werden • Bei der Berechnung wurde von einem Modulwirkungs- konnte. grad von 15 Prozent ausgegangen, wie ihn gute mono- Osnabrück Dabei sind Spezialflugzeuge im Einsatz, an deren Rumpf ein und polykristalline Solarzellen aus Silizium heute er- Sensor angebracht ist. Dieser Sensor scannt das gesamte reichen (Stand 2009). Gelände hochauflösend ab. Auf Grund des hohen Detaillie- • 1 kWp Nennleistung erzeugt in Osnabrück pro Jahr Solarenergiepotenzial (Stromertrag) rungsgrades sowie der großflächigen Erfassung von Laser- 650- 900 kWh Strom. Dafür ist eine PV-Anlage mit einer scannerdaten sind erstmals kleinräumige Analysen wie die Modulfläche von 6,7 m2 notwendig. über 125 kWh/m² Bestimmung der Dachneigung über große Untersuchungs- gebiete möglich gewesen. Der Ertrag ist abhängig von Neigung, Ausrichtung und Für diese Methode zur Erfassung des solaren Ertragspoten- Verschattung des Moduls. Die höchsten Erträge werden 105–125 kWh/m² zials diente Osnabrück 2005 als Pilotregion. Bei fast 70.000 bei genauer Südausrichtung und 35 Grad Dachneigung Gebäuden konnte die Dachform, -neigung, -ausrichtung und erzielt. 90–105 kWh/m² -verschattung ermittelt und somit das Solarenergiepoten- zial aller Dächer erfasst werden. Inzwischen folgten mehre- re Städte dem Beispiel Osnabrücks. ungeeignet für Photovoltaik- anlagen keine Daten aus der Scanner- befliegung vorliegend Gewässer 37 % der Dachflächen Osnabrücks Wald sind sehr gut oder gut für die Nutzung der Solarenergie geeignet. Grünflächen Verkehrsflächen N 100 m Maschstr. 20 max. installierbare Modulfläche: 13 m² Stromverbrauch der Stromertrag: 1.314 kWh/a Privathaushalte von bedingt geeignet Osnabrück in 2008 231 Mio. kWh Wären alle sehr gut und gut geeigneten Dächer im Stadtgebiet mit Photovoltaikanlagen belegt, könnte Stromproduktion von Augustenburger Str. 32 mehr Strom produziert allen sehr gut und gut max. installierbare Modulfläche: 13 m² werden, als alle Privathaushalte geeigneten Dachflächen Stromertrag: 1.681 kWh/a zusammen verbrauchen. (37 %) 249 Mio. kWh sehr gut geeignet 22 Quelle: SUN-AREA (2008) 23
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    PHOTOVOLTAIK NUTZT AUFGEGEBENEMILITÄRFLÄCHEN FREIFLÄCHENANLAGEN SOLARENERGIE BEISPIEL BRANDENBURG: KONVERSIONSFLÄCHE LIEBEROSE Lieberose Konversionsfläche Lieberose ehemaliges Chemielager und -städtchen, heute Standort des Solarparks Lieberose 25 km Konversionsflächen Solarpark Lieberose Gebäude und Industrie Der Solarpark Lieberose produziert nicht nur saubere Energie, sondern sorgt auch dafür, dass gefährliche Munition von dem Verkehrsflächen ehemaligen Truppenübungsplatz entfernt wird. Die dafür not- wendigen fünf Millionen Euro konnten durch eine Einmalzahlung Landwirtschaftlich genutzte Flächen der Investoren des Solarkraftwerks und durch die Pachtein- nahmen für das Gelände finanziert werden. Lieberose ist damit Wald ein Paradebeispiel für die gelungene Verbindung von Hightech und aktivem Naturschutz. Gewässer Baubeginn/Inbetriebnahme: Januar bis Dezember 2009 (in mehreren Bauabschnitten) Grundfläche: 162 ha (über 210 Fußballfelder) Modulfläche: ca. 50 ha Konversionsflächen ca. 700.000 Dünnschicht-Module In Deutschland gibt es rund 350.000 Hektar ehemaliger Militärflächen bzw. Militärflächen, die in Kürze aus der Nutzung gehen. Zwar ist nur ein Teil dieser Flächen für Photovoltaik nutzbar, denn oft handelt es sich Leistung: ca. 53 MW Konversionsflächen: 350.000 ha bei Konversionsflächen um Naturschutzgebiete. Dahinter verbirgt sich jedoch trotzdem ein hohes Flächenpotenzial für Freiflächenanlagen. Dies zeigt das Praxisbeispiel aus Brandenburg: Ertrag pro Jahr: rund 53 Mio. kWh (entspricht dem Jahresbedarf von Mit einer Fläche von 27.000 Hektar war der Truppenübungsplatz Liebe- rund 15.000 Haushalten) davon Flugplätze: 22.000 ha rose der größte in der ehemaligen DDR. Nach dem Abzug der Sowjet- armee im Jahr 1992 ging er in den Besitz des Bundeslandes Branden- burg über – mit allen Altlasten. Neben scharfer Munition auf einer Fläche von rund 400 Hektar sorgten vor allem Chemikalien für Gefahr und verunreinigten den Boden sowie das Grundwasser. Heute wird das Gelände zur umweltfreundlichen Stromerzeugung genutzt. 24 25 Quelle: Naturstiftung David (2005)
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    HEIZEN UND KÜHLENMIT SONNE: DAS FLÄCHENPOTENZIAL IST NOCH FAST UNGENUTZT SOLARTHERMIE SOLARENERGIE Berlin Solarthermische Anlagen wandeln mit Hilfe von Solarkollektoren BEISPIEL BERLIN: Kollektoren die Sonnenenergie in Wärmeenergie Neu installierte Fläche nach Bundesländern 2008 SOLARTHERMISCHES POTENZIAL IN DER BUNDESHAUPTSTADT um. In Deutschland wird die Solarwärme überwie­ gend zur Erwärmung von Wasser zum Waschen und Duschen oder zur Raumheizung genutzt. Berlins Dächer sind voller Energie. Vor allem für Solar­ einer Photovoltaikanlage, sondern auch über das So­ Es ist jedoch auch möglich, mit Solarwärme zu thermieanlagen besteht ein großes Potenzial. Bisher larthermiepotenzial in den ausgewählten Pilotregionen. kühlen. Die Nutzung von solarthermisch ange­ wurden seit 2001 nur 24,5 Hektar Solarkollektoren in der Eine davon ist das Projektgebiet „Friedrichstraße“, das triebenen Kältemaschinen ist eine zukunfts­ 4 ha 1 ha Bundeshauptstadt installiert. Zwar ist die Tendenz stei­ auf einem Gebiet von 1.000 Hektar über 5.837 Gebäude weisende Möglichkeit, um den Strombedarf für gend – fast ein Viertel der Anlagen wurden 2008 errichtet verfügt. Für die Nutzung der Solarthermie eignen sich die Klimatisierung zu reduzieren. Der große Vor­ 1 ha – jedoch ist das Dachflächenpotenzial bei Weitem noch 3.926 Gebäude mit einer Dachflächengröße von 71 ha. teil bei der Technik ist die zeitliche Übereinstim­ 0,3 ha nicht ausgeschöpft. Dies zeigt das Pilotprojekt „Solar­ Schon 10 m2 Solarkollektoren erzeugen ca. 4.500 kWh mung von Kühlbedarf und Sonneneinstrahlung. 14 ha 2 ha atlas Berlin“. Das öffentlich zugängliche Internetportal Wärme pro Jahr. Das entspricht ca. einem Fünftel Denn je sonniger es ist, desto höher ist auch der informiert den Nutzer nicht nur über die mögliche Stro­ des jährlichen Wärmebedarfs eines Durchschnitts­ 1 ha Kühlbedarf. So bietet es sich an, die gleiche An­ merzeugung, CO2­Einsparung und Investitionskosten haushaltes. lage im Sommer zur Kühlung und im Winter als 2 ha Heizung einzusetzen. 16 ha 4 ha 3 ha 10 ha Neu installierte Bisher wird jedoch nur ein Bruchteil der Gebäu­ Fläche 2008 deflächen, die für die Nutzung der Solarenergie 7 ha 0–1 ha geeignet sind, genutzt. 1–4 ha 4–8 ha 2 ha 8–16 ha 16–32 ha über 32 ha Gebäudeflächenpotenzial 25 ha 234.400 ha 40 ha Friedrichstraße Bis 2008 mit inden Solarkollektoren belegt: Unter den L 1.100 ha Quelle: BSW-Solar (2009) So funktioniert Solarthermie: 100 m Nutzbare Fläche in m² Quelle: Berlin Partner GmbH (2009) pro Gebäude 5.000 3.000 ­ 5.000 1.000 ­ 3.000 Sonnenstrahlen erwärmen die Wärmeträger- flüssigkeit im Kollektor. 250 ­ 1.000 Ist die Temperatur der Flüssigkeit höher als bis 250 die Temperatur im Speicher, startet der So- larregler die Zirkulation. 0 Der Wärmetauscher gibt Solarwärme an das Wasser im Pufferspeicher ab. Der Pufferspeicher stellt die Wärme auch Bundespresseamt nachts und an kalten Tagen zur Verfügung. Die Solarthermieanlage hat eine Fläche von 348 m2 und ist mit Vakuumröhren bestückt. Die Solarwärme wird im Reicht die Kollektorwärme nicht aus, wird Sommer genutzt, um zwei Absorptionskältemaschinen eine Zusatzheizung (z.B. Holzpelletheizung) zu betreiben, die das Gebäude teilweise kühlen. Im Win- aktiviert. ter wird die Wärme zur Heizungsunterstützung benötigt. 26 27
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    GEOTHERMIE ENERGIE AUS DER TIEFE Kiel Hamburg Schwerin GEOTHERMIE Bremen Hydrothermale Geothermie Die Geothermie ist nach menschlichem Ermessen eine unerschöpf­ liche Energiereserve. Sie ist die erneuerbare Energiequelle, die grund­ sätzlich an fast jedem Standort genutzt werden kann. Auch in Deutsch­ Berlin Petrothermale Geothermie land gibt es ein beachtliches geothermisches Potenzial, welches den Energiegehalt aller konventionellen Energieträger um ein Vielfaches Hannover Hydrothermale und übersteigt. petrothermale Geothermie Bei der oberflächennahen Geothermie wird die Erdwärme aus Tiefen Tiefenstörungen bis 400 Metern mit Hilfe von Wärmepumpen zur Wärmeversorgung Magdeburg (Hydrothermale Geothermie) eingesetzt. Die Tiefengeothermie (> 400 m) wird sowohl zur Wärme­ als auch zur Stromerzeugung genutzt. Wirtschaftlich interessant für die geothermische Stromerzeugung sind insbesondere die Bereiche Unterirdische Flächeninanspruchnahme in Deutschland, deren geologische Formationen Schichten mit heißem (Strom und Wärme) Wasserangebot führen. Sie finden sich vor allem in den oberrheinischen 2008: 129.200 ha und norddeutschen Tiefebenen sowie im süddeutschen Molassegebiet. Düsseldorf Neben dieser so genannten hydrothermalen Geothermie gibt es die petrothermale Geothermie. Mit diesem Verfahren kann Strom und Dresden Wärme auch dort erzeugt werden, wo es kein heißes Wasser im Unter­ grund gibt. Um dennoch die hohe Temperatur des trockenen Gesteins 2020: 960.000 ha nutzen zu können, wird dabei Wasser in das Gestein gepresst. Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020 Mainz 0,02 2008 0 0 ,6 % Mrd. kWh/a Saarbrücken 2020 Strom 2020 3,8 Mrd. kWh/a 2008 2,5 Stuttgart 3,6 %2020 Wärme 2020 Mrd. kWh/a 42,1 Mrd. kWh/a Flächenbedarf 2008 und 2020 München Unterirdische Flächeninanspruchnahme 2008: 129.200 ha 100 km 2020: 960.000 ha Kartengrundlage: TAB (2003)
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    NUTZUNGSTIEFEN GEOTHERMIE Potenziale der geologischen Formationen Erdwärmesonde Erdwärmesonde Erdwärmesonde Koaxial Hydrothermale Hydrothermal Petrothermale Petrothermal Hydrothermale Störungszonen (mit(Wärmepumpe) (ohne Wärmepumpe) Wärmepumpe) Erdwärmesonde Geothermie Geothermie Geothermie Oberflächennahe Geothermie Oberflächennahe Geothermie Die oberflächennahe Geothermie nutzt die Ener- gie, die in Erdschichten bis 400 Meter Tiefe oder im 0m 10 °c mit Wärmepumpen Grundwasser gespeichert ist. Die hier herrschenden für Wärmegewinnung Temperaturen von 8 bis 12 °C lassen sich mit Hilfe von geeignet Wärmepumpen, Erdwärmekollektoren oder Erdwär- mesonden zur Bereitstellung von Raumheizung und Warmwasser nutzen. Zunehmend werden Wärme- 1.000 m 40-60 °c pumpen auch zur Kühlung von Gebäuden verwendet und die überschüssige Wärme in der Erde für den Winter gespeichert. Wärmeerzeugung 2.000 m 60-80 °c Tiefengeothermie Hydrothermale Geothermie Als Tiefengeothermie bezeichnet man die Nutzung 3.000 m 100-130 °c der Erdwärme in Tiefen zwischen 400 und 6.000 Metern. Die Temperaturen sind im Vergleich zur oberflächennahen Geothermie weitaus höher. Neben geeignet für Strom- der Wärmeversorgung ist die Tiefengeothermie des- und Wärmegewinnung halb auch für die Stromerzeugung nutzbar. Ab einer Temperatur von etwa 90 °C ist eine wirtschaftliche vorrangig geeignet für Wärme- 4.000 m 130-170 °c Stromerzeugung möglich. gewinnung Während die hydrothermale Geothermie heißes Thermalwasser zur Strom- und Wärmegewinnung nutzt, sitzt die petrothermale Geothermie „auf dem Trockenen“. Aus diesem Grund wird unter hohem 5.000 m 160-190 °c Druck Wasser in das trockene Gestein in ca. 2.000 bis 6.000 m Tiefe gepresst. Hierdurch entstehen Risse Wärme- und mit einer Breite von weniger als einem Millimeter. Stromerzeugung Quelle: TAB (2003) Diese werden als Transportweg genutzt, um kalte Flüssigkeiten mit Hilfe der natürlichen Wärme des 6.000 m 190-220 °c Petrothermale Geothermie heißen Gesteins zu erhitzen. Die hohen Tempera- turen können dann zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. geeignet für Tiefenstörungen sind natürliche Risse im Erdreich. Strom- und Diese Bruchzonen haben ein höheres Leitvermögen Wärme- 7.000 m über 220 °c ng von Flüssigkeiten als das benachbarte Gestein. Auf- gewinnung ru steigendes Thermalwasser konzentriert sich deshalb stö auf diese Bruchzonen, so dass Wärme in geringere fen Tiefen transportiert wird. Dies macht Tiefenstörungen Tie für eine geothermische Nutzung interessant. Stö- rungszonen werden bisher in Deutschland noch nicht für die Erdwärmegewinnung genutzt. Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto wärmer wird es. In Deutschland nimmt die Temperatur im Mittel um etwa 30 °C pro Kilometer zu. Das heißt, dass in 1.000 m Tiefe 40 °C, in 2.000 m Geothermische Ressourcen für die Stromerzeugung Quelle: TAB (2003) Tiefe 70 °C und in 3.000 m Tiefe 100 °C erreicht werden. Diese Werte Selbst das Potenzial der kleinsten Ressource (hydro- schwanken regional jedoch oft stark. Abweichungen vom Standard thermale Geothermie) entspricht noch ungefähr dem werden als Wärmeanomalien bezeichnet. Energetisch interessant sind Tiefenstörungen Fünffachen des deutschen Jahresstrombedarfs. (Hydrothermale Geothermie) besonders Gebiete mit deutlich höheren Temperaturen. Hier steigt das Thermometer schon in geringer Tiefe auf mehrere hundert Grad Celsius. geeignet für Nicht nur die Temperatur ist für die geothermische Nutzung relevant, 1 % Hydrothermale Strom- und sondern auch die geologischen Bedingungen. Je nach Bodenbeschaf- Wärme- fenheit werden verschiedene technische Verfahren zur Strom- und Geothermie gewinnung 4 % Störungszonen Wärmeerzeugung genutzt. 95 % Petrothermale Geothermie 30 Quelle: TAB (2003) Quelle: BGR 31
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    KRAFTWERKE GEOTHERMIE Geothermische Kraft- und Heizwerke in Betrieb und in Bau In Deutschland wird in rund 170 größeren geothermischen Anlagen Wärme und teilweise Strom produziert. Die Leistung dieser Anlagen erreicht insgesamt rund 100 Megawatt. Vor allem Thermalbäder und Gebäudekomplexe werden mit Tiefengeothermie beheizt. 13 geothermische Heizkraftwerke speisen Wärme in ein Nahwärmenetz ein und 3 geothermische Kraftwerke produzieren Strom. Zwei weitere Kraftwerke, in Bruchsal und Simbach am Inn, sind im Probebetrieb. Ende 2008 waren nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums und der Branche rund 15 Pro- jekte zur geothermischen Strom- und Wärmeerzeugung in Planung. An 180 Standorten wurden bei den Bergämtern Aufsuchungserlaubnisse beantragt. BEISPIELE: WÄRME- UND STROM AUS So funktioniert die GEOTHERMISCHEN KRAFTWERKEN IN DEUTSCHLAND hydrothermale Geothermie Geothermiekraftwerk Neustadt-Glewe 5 4 Inbetriebnahme 1994 (Heizwerk), 2003 (Kraftwerk) Erschließungskonzept Hydrothermal 3 Stromerzeugungsverfahren Organic Rankine Cycle (ORC) 2 Tiefe der Bohrung 2.455 m Fördertemperatur des Thermalwassers 92 – 97 °C Abstand der Bohrungen übertage 1.500 m 6 Abstand der Bohrungen untertage 1.500 m Elektrische Leistung 0,2 MWel Thermische Leistung 5,5 MWth Geothermiekraftwerk Landau 1 Inbetriebnahme 2007 Erschließungskonzept Hydrothermal Stromerzeugungsverfahren Organic Rankine Cycle (ORC) Tiefe der Bohrung ca. 3.000 m Fördertemperatur des Thermalwassers 155 °C 7 Abstand der Bohrungen übertage 6m Abstand der Bohrungen untertage 1.300 m Elektrische Leistung 3 MWel Thermische Leistung 5 MWth Aus 2.000 bis 4.000 Meter Tiefe 1 wird vorhandenes Thermalwasser mit einer Geothermiekraftwerk Unterhaching Temperatur von 90 bis 150°C an die Oberfläche gepumpt. Inbetriebnahme 2008 Erschließungskonzept Hydrothermal In einem ersten Wärmetauscher 2 gibt das Stromerzeugungsverfahren Kalina Cycle Thermalwasser seine Wärme an einen Tiefe der Bohrung ca. 3.400 m schnell verdampfenden Wärmeträger ab 3 . Fördertemperatur des Thermalwassers 122 °C Der Dampf treibt über eine Turbine Abstand der Bohrungen übertage 3.500 m den Generator zur Stromerzeugung an 4 , ehe er Abstand der Bohrungen untertage 4.500 m kondensiert und wieder abkühlt 5 . Elektrische Leistung 3,4 MWel Thermische Leistung 38 MWth Das Thermalwasser ist danach noch immer heiß genug, um in einem zweiten Wärmetauscher Wärme an den Kreislauf eines Nahwärmenetzes abzugeben 6 . Das abgekühlte Wasser wird wieder in die Tiefe gepumpt, wo es sich erneut erhitzt 7 . Thermalbäder Gebäude-/Fernwärme Wärme und Strom 100 km Quellen: LIAG (2009), Pester, S., Schellschmidt, R. & Schulz, R. (2007): Verzeichnis geothermischer Standorte - Geothermische 32 Anlagen in Deutschland auf einen Blick - Geothermische Energie; Geothermische Vereinigung (GtV) 33
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    OBERFLÄCHENNAHE GEOTHERMIE Mit Hilfe von Wärmepumpen kann jeder Haushalt seinen Wärmebedarf selbst decken BEISPIEL RIESA: Riesa ERDWÄRME DECKT DEN WÄRMEBEDARF EINES EINFAMILIENHAUSES Die Funktionsweise der Wärmepumpe ist im Prinzip zum Vorjahr nahm der Absatz um mehr als ein Drittel So viel Wärme steckt in 40 m Tiefe identisch mit der eines altbekannten Alltagsgerätes: dem zu. Wärmepumpen, die die Umgebungsluft nutzen, hat- Kühlschrank. Während der Kühlschrank allerdings sei- ten 2008 einen Marktanteil von ca. 45 Prozent aller neu nem Innenraum die Wärme entzieht und nach draußen installierten Anlagen. Erdwärmepumpen haben somit ei- abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Außenbereich die nen etwas höheren Marktanteil. Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab. Die Funktion läuft also genau umgekehrt ab. Eine Wärme- Der Wärmebedarf eines Haushaltes kann komplett durch pumpe erzeugt aus rund 75 Prozent natürlich vorhan- eine Erdwärmepumpe gedeckt werden. Das Nutzungspo- dener Umweltwärme und 25 Prozent Antriebsenergie tenzial der oberflächennahen Geothermie ist abhängig von Der Wärmebedarf eines durchschnitt- (d.h. Strom) die Wärme, die man zum Heizen und zur • der Gesteinswärmeleitfähigkeit und lichen Einfamilienhauses kann durch eine Warmwasserbereitung benötigt. Sie kann aber auch sehr • der spezifischen Entzugsleistung. Diese gibt an, Erdwärmepumpe mit einer Leistung von effektiv zum Kühlen eingesetzt werden. wieviel Erdwärme dem Erdreich nachhaltig entzogen rund 12 kW gedeckt werden. werden kann, ohne dass zu viel oder zu wenig Wärme Insgesamt sind in Deutschland rund 350.000 Wärmepum- entnommen würde, um den jeweiligen Wärmebedarf pen installiert – Tendenz weiter steigend. Im Vergleich zu decken. Erdwärme am Standort in bis zu 40 m Tiefe 50,1 – 52,5 W/m Entzugsleistung x 40 m So funktioniert oberflächennahe Geothermie = 2.004 bis 2.100 W = 2,0 bis 2,1 kW In einer Erdsonde 1 in ca. 10 Meter Tiefe erwärmt sich Die benötigte Heizleistung von 12 kW kann eine Flüssigkeit (z.B. Wasser) auf rund 10 °C. beispielsweise durch sechs Erdsonden- bohrungen à 40 m Tiefe erreicht werden Die Erdwärmepumpe 2 überträgt die Erdwärme aus (6 x 2,0 kW = 12 kW). der Erdsonde auf einen Wärmeträger. Dieser wird durch In den meisten Fällen ist es sinnvoll, statt Druckerhöhung erhitzt – die Erdwärmepumpe funkti- vieler kleiner Bohrungen nur eine oder oniert also wie ein umgekehrter Kühlschrank. Für eine zwei tiefe Erdsonden anzulegen, um eine Heizleistung von 3 – 5 Kilowattstunden Wärme benötigt stetige, gleichmäßige Wärmequelle zu sie ca. 1 Kilowattstunde Strom. erschließen. 2 Quelle: LfULG (2009) Der Pufferspeicher sammelt die Erdwärme, um sie 3 2 km zum Heizen und zur Warmwasserbereitung nutzen zu 3 So viel Wärme steckt in 100 – 130 m Tiefe können. Entzugsleistung in Watt pro Meter bei 1.800 Jahresbetriebsstunden Eine Erdwärmepumpe kann den Wärmebedarf eines Ge- unter 40 bäudes zu 100 Prozent decken. 40,1-42,5 42,6-45 1 45,1-47,5 47,6-50 50,1-52,5 52,6-55 Prinzip der Erdwärmepumpe 55,1-57,5 57,5-60 über 60,1 Erdwärme am selben Standort in 100-130 m Tiefe 52,6 – 55 W/m Entzugsleistung x 130 m = 6.838 bis 7.150 W Die Erde erwärmt Der Wärmeträger Der elektrische = 6,8 bis 7,1 kW die Flüssigkeit der Erdwärme- Kompressor der in der Sonde auf pumpe nimmt Erdwärmepumpe verdichtet Somit kann mit zwei 130 m tiefen Sonden 10 °C. diese Wärme auf den Dampf. Dadurch eine Heizleistung von 13,6 kW bereitge- und verdampft steigt dessen Temperatur. stellt werden (2 x 6,8 kW = 13,6 kW). schnell. Die Wärme kann dann Da im Durchschnitt aber nur eine Heizlei- zum Heizen und für die stung von 12 kW benötigt wird, würde es Warmwasserbereitung ausreichen, zwei Sonden à 115 m Tiefe zu genutzt werden. installieren (52,6 W/m x 115 m = 6,05 kW; 2 x 6,05 kW = 12,1 kW). Quelle: LfULG (2009) 2 km 34 35
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    BIOENERGIE VIEL ERTRAG VON WENIG FLÄCHE Kiel Rostock Hamburg Schwerin BIOENERGIE Bremen Berlin Hannover Berlin Hannover Magdeburg Magdeburg Flächenbedarf 2008 Deutschland benötigt nur einen geringen Teil seiner Anbau von landwirtschaftlich genutzten Flächen für den Ausbau Energiepflanzen der Bioenergie. Für den Ausbau bis 2020 wird nur Düsseldorf eine Fläche von 3,7 Mio. Hektar in Anspruch genom- Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020 men. Das entspricht 21,9 Prozent der heutigen land- Köln Dresden wirtschaftlich genutzten Flächen. Bioenergie nutzt Dresden 2008 eine Fläche von 1,6 Mio. Hektar (9,5 Prozent der 27,1 2008 0 9,1 % landwirtschaftlich genutzten Flächen). Mrd. kWh/a 2008: 1,6 Mio. ha 2020 Strom 2020 54,3 Diese Fläche für den Anbau von Energiepflanzen Mrd. kWh/a liefert jedoch nur einen Teil des Potenzials der Flächenbedarf 2020 Bioenergie. Bioenergie nutzt für die Strom-, Wär- 2008 97,1 Anbau von Energiepflanzen 2020: 3,7 Mio. ha Gebäude und Industrie me- und Kraftstoffproduktion auch Reststoffe (z.B. Gülle, Restholz, Bioabfall), die in der Land- und 13,1 2020 Mrd. kWh/a 150,3 Frankfurt/Main Verkehrsflächen Forstwirtschaft sowieso anfallen. Die für Bioenergie %2020 Wärme Mrd. kWh/a eingesetzte Menge Reststoffe würde 2020 theore- Mainz landwirtschaftlich genutzte Flächen tisch dem Ertrag von einer zusätzlichen Fläche von 4,1 Mio. Hektar entsprechen. 2008 36,7 Wald 21,4 %2020 Kraftstoff 2020 Mrd. kWh/a 111,3 Gewässer Deutschland importiert für Futter- und Nahrungs- Mrd. kWh/a Saarbrücken mittel sowie als Rohstoff Produkte aus Raps, Soja- bohnen und Ölpalmen. Auch in Zukunft wird nur ein Teil davon für Bioenergie genutzt. Diese Menge wür- Flächenbedarf 2008 und 2020 de 2020 dem Ertrag von einer Fläche von ca. 2-3 Mio. Hektar entsprechen. Stuttgart Stuttgart München München 2008: 1,6 Mio. ha 100 km Importe 2020: ca. 2-3 Mio. ha 2020: 3,7 Mio. ha Quellen: DLR 2004, Leibniz-Institut
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    FLÄCHENBEDARF BIOENERGIE Die deutsche Landesfläche ist vor allem von Ackerland, Grünland und Wald belegt. Gebäude und Landwirtschaftlich genutzte Flächen (Acker- und Wald Gewässer Industrie Grünland; mit Gartenland, Heide, Moor, Betriebs- 10,7 Mio. ha 0,8 Mio. ha 2,7 Mio. ha flächen u.a.) 18,8 Mio. ha Kiel Verkehrsflächen Sonstige 1,8 Mio. ha (Grünanlagen, Schutzflächen, Militär) 0,9 Mio. ha Hamburg Schwerin Bremen gesamte Landesfläche: 35,7 Mio. ha Quelle: Stat. Bundesamt 2009 Berlin Hannover Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen wird 2008 für Futtermittel genutzt. Differenz: ohne Gartenland, Heide, Magdeburg Moor, Betriebsflächen u.a. Rund 40 % der Bioenergie-Fläche die- nen gleichzeitig auch der Produktion von Futtermittel, da bei der Herstel- lung von Rapsöl und Bioethanol immer auch Futtermittel wie Rapsschrot und Düsseldorf Trockenschlempe als Koppelprodukt anfallen. Dresden Erfurt Futter- Nahrungs- stoffl. Brach- Bioenergie mittel mittel Nutzung fläche 10,2 Mio. ha 4,5 Mio. ha 0,3 Mio. ha 0,3 Mio. ha 1,6 Mio. ha landwirtschaftlich genutzte Flächen: 16,9 Mio. ha Gebäude und Industrie Quelle: BMELV, FNR, eigene Berechnungen Verkehrsflächen Mainz landwirtschaftlich genutzte Flächen Bioenergie belegt heute und in Zukunft nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Flächen. Wald Gewässer Fläche für Bioenergie: 1,6 Mio. ha Saarbrücken 9,5 % der landwirtschaftlich genutzten 2008 Flächen von Deutschland (16,9 Mio. ha) Stuttgart Fläche für Bioenergie: 3,7 Mio. ha = 21,9 % der landwirtschaftlich genutzten 2020 Flächen von Deutschland (16,9 Mio. ha) München Quelle: BEE/DBFZ Auf 1,6 Mio. Hektar der landwirtschaftlich genutzten Flä- Bis zum Jahr 2020 kann die Anbaufläche für Energie- chen Deutschlands wuchsen 2008 Energiepflanzen wie pflanzen auf ca. 3,7 Mio. Hektar mehr als verdoppelt Raps, Mais und andere Getreide, die Strom, Wärme und werden. Dann würde die Bioenergie 21,9 Prozent der Kraftstoffe lieferten. Das sind 9,5 Prozent der landwirt- landwirtschaftlich genutzten Flächen belegen. schaftlich genutzten Flächen. 100 km 38 Quellen: DLR 2004, Leibniz-Institut 39
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    FLÄCHENBEDARF BIOENERGIE Woher die Bioenergie kommt: Acker- und Grünland Woher kommen die zusätzlichen Flächen für Bioenergie? Was wächst heute wofür auf den Flächen für Bioenergie? Flächenpotenzial für Bioenergie bis 2020 Durch den Bevölkerungsrückgang in Deutschland sinkt auch der Bedarf nach Futter- und Nahrungsmitteln sowie nach Siedlungsflächen. Gleichzeitig steigen die Ernteer- sonstige landwirtschaftlich Fläche für Bioenergie: 1,6 Mio. ha träge weiterhin leicht an. So werden zusätzliche Flächen genutzte Flächen: 15,3 Mio. ha Flächennutzung für für den Anbau von Energiepflanzen frei, ohne dass die Bioenergie 2008 Selbstversorgung Deutschlands mit Nahrungsmitteln in 1,6 Mio. ha Frage gestellt würde. Trotz des steigenden Anteils der Bioenergie gab es 2008 einen deutlichen Überschuss bei der Getreideernte in Deutschland und der EU. 2008 Raps Getreide und Mais, Getreide Zuwachs durch Ertragssteigerungen für Biodiesel Zuckerrüben für u.a. für Biogas +1 Mio. ha (Kraftstoff) Bioethanol (Strom, Wärme, 0,9 Mio. ha (Kraftstoff ) Kraftstoff) 0,2 Mio. ha 0,5 Mio. ha Zuwachs durch Nutzung Welche Energiepflanzen werden wie genutzt? Quelle: FNR von Brach- und sonst. Flächen So viel Energie kommt von einem Hektar: wird zu +0,8 Mio. ha Biodiesel, Raps Pflanzenöl Zuwachs durch Nachfragerückgang Getreide nach Futter- und Nahrungsmitteln Bioethanol (z.B. Weizen, Triticale) infolge Bevölkerungsrückgang +0,4 Mio. ha 100 m Zuckerrüben Biogas Verlust durch Flächenbedarf für 100 m Siedlungs- und Verkehrsflächen -0,1 Mio. ha Mais 1 ha Mais = ca. 45 t Ernteertrag Flächenpotenzial für = ca. 9.000 m³ Biogas Was wächst 2020 wofür auf den Flächen für Bioenergie? Bioenergie 2020 3,7 Mio. ha = 18.000 kWhel = Strom für 5 Haushalte + 12.000 kWhth = Wärme für 0,6 Haushalte sonstige landwirtschaftlich Fläche für Bioenergie: 3,7 Mio. ha Quelle: DBFZ genutzte Flächen: 13,2 Mio. ha So funktioniert eine Biogasanlage: 2020 Raps Getreide und Mais, Getreide Pappeln und Weiden Strom, Wärme und Kraftstoff aus Energiepflanzen und Reststoffen für Biodiesel Zuckerrüben für u.a. für Biogas für Holzpellets und (Kraftstoff) Bioethanol (Strom, Wärme, -hackschnitzel Gärrestelager Gasspeicher Gasaufbereitung 1,5 Mio. ha (Kraftstoff ) Kraftstoff) (Strom, Wärme) Ist die Biomasse im Das entstehende Biogas Methangehalt und Qualität des Biogases Fermenter vergoren, wird in der Haube des werden gesteigert, um es konventionellem 0,7 Mio. ha 1,2 Mio. ha 0,3 Mio. ha kommt sie zunächst Fermenters gespeichert, Erdgas anzugleichen. ins Gärrestelager, direkt über der Quelle: AEE/BEE/DBFZ um dann als hoch- vergärenden Biomasse. Erdgasnetz wertiger Dünger Das aufbereitete Biogas Welche Energiepflanzen werden wie genutzt? genutzt zu werden. kann direkt in bestehende Erdgasnetze eingespeist werden. wird zu Biodiesel, Raps Blockheizkraft- Biogastankstelle Pflanzenöl Kraftstoff für Erdgasautos Ener werk (BHKW) Im BHKW wird das Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt. Zuckerrübe Bioethanol Bioabfälle Biomüll und andere Reststoffe Reststoffe Getreide Biogas (z.B. Weizen, Triticale) Holzpellets, Mais -hackschnitzel Fermenter Wärmetauscher Gülle und Mist In dem Behälter wird die Die Abwärme des Biomasse unter Ausschluss BHKW beheizt den von Licht und Sauerstoff von Fermenter und Vorgrube Mikroorganismen abgebaut. Gebäude, z.B. über Sammelbecken für Aus diesem Gärprozess ein Nahwärmenetz. Pappeln, Weiden Biomasse entsteht das Biogas. 40 41
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    RESTSTOFFE BIOENERGIE Woher die Bioenergie kommt: Reststoffe Woher kommen die zusätzlichen Reststoffe? Die für Bioenergie genutzte Menge Reststoffe würde heute einer Fläche von 2,6 Mio. Hektar entsprechen, wenn diese Potenzial für Stroh Potenzial für Gülle Potenzial für Waldrestholz Biomasse eigens angebaut werden müsste. Dabei bleibt noch fast ein Drittel der verfügbaren Reststoffe ungenutzt. Das Potenzial für die energetische Das Potenzial für die energetische Das Potenzial für die energetische Nutzung von Stroh liegt in mehre- Nutzung von Gülle und anderen Nutzung von Waldrestholz liegt ren Regionen Nordost- und Mittel- tierischen Exkrementen liegt in in mehreren Regionen Nordost- deutschlands bei über 1.000 kWh mehreren Regionen Norddeutsch- und Süddeutschlands bei über pro Person. Wird es in Biogasan- lands bei über 1.000 kWh pro 2.000 kWh pro Person. Wird es in Fläche für Bioenergie: 1,6 Mio. ha lagen eingesetzt, ließe sich damit Person. Werden diese in Biogasan- Holzkraftwerken eingesetzt, ließen z.B. ein Drittel ihres jährlichen lagen eingesetzt, ließe sich damit sich damit – neben Wärme – zwei Stromverbrauchs abdecken. ein Drittel ihres jährlichen Strom- Drittel ihres gesamten jährlichen verbrauchs abdecken. Stromverbrauchs abdecken. Dabei ist das Potenzial von Altholz und Industrierestholz noch nicht be- Bioenergie aus Reststoffen rücksichtigt. 2008 entspricht einer Fläche von 2,6 Mio. ha. Quelle: AEE/BEE/DBFZ Reststroh Reststroh Tierische Exkremente Tierische Exkremente Schwach- und Restholz Schwach- und Waldrestholz Jährliches Potenzial/Person in kWh Jährliches Potenzial/Person in kWh Jährliches Potenzial/Person in kWh Jährliches Potenzial/Person in kWh Jährliches Potenzial/Person in kWh Jährliches Potenzial/Person in kWh < 278 < 139 < 556 278-556 139-417 556-1.111 557-833 417-833 1.111-1667 833-1.111 833-1.250 1.667-2.222 Die für Bioenergie genutzte Menge Reststoffe würde 2020 einer Fläche von 4,1 Mio. Hektar entsprechen. Fast alle verfüg- >1.111 >1.250 >2.222 baren Reststoffe werden dann für Bioenergie genutzt. Fläche für Bioenergie: 3,7 Mio. ha Bioenergie aus Reststoffen 2020 entspricht einer Fläche von 4,1 Mio. ha. Quelle: AEE/BEE/DBFZ Quelle: BBR/BFH Welche Reststoffe werden wie genutzt? So viel Energie steckt in einem Kuhstall. Holzenergie – ausreichender Vorrat für viel Wärme Mit über 75 Prozent macht Holz heute schon den größ- wird zu Gülle, Mist, Stroh ten Anteil der erneuerbaren Wärme aus. Der Ausbau der Holzenergie ist darum unerlässlich, um Treibhausgase und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu re- 30 Rinder duzieren. Genormte Holzbrennstoffe wie Holzpellets für Erntereste, Biomüll Biogas = ca. 540 t Rindergülle die Wärmeversorgung von Ein- und Mehrfamilienhäusern = ca. 13.500 m³ Biogas oder zunehmend für Nahwärmenetze sind mit Wirkungs- graden von über 90 Prozent äußerst effizient. Sie werden Altfett Biodiesel = 31.500 kWhel = Strom für 9 Haushalte mittelfristig einen deutlich höheren Anteil an der regene- + 20.000 kWhth = Wärme für 1 Haushalt rativen Wärme ausmachen. Holz ist – wie Biomasse von Energiepflanzen – ein nach- Holzpellets, wachsender Rohstoff. Die Entwicklung des Holzvorrats in Restholz -hackschnitzel den deutschen Wäldern zeigt, dass ausreichende Poten- So viel Holz wächst jede Sekunde nach. ziale vorhanden sind, um die energetische Holznutzung auszuweiten. Trotz Orkanschäden (Kyrill 2007) wuchs Klärschlamm Klärgas auch im vergangenen Jahr rund 10 Prozent mehr Holz Im Jahr wachsen in Deutsch- land etwa 120 Mio. m³ Holz hinzu, als eingeschlagen wurde. Der deutsche Holzvor- hinzu, das sind 4 m³ Holz pro rat stieg von rund 3,4 Mrd. m3 im Jahr 2004 auf mehr als Sekunde, was einem Wür- 3,6 Mrd. m3 (2008). fel mit 1,6 m Kantenlänge Quelle: vTI-Inventarstudie 2008 gleichkommt. 42 43
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    SELBSTVERSORGUNG BIOENERGIE BEISPIEL NIEDERSACHSEN: JÜHNDE VERSORGT SICH SELBST MIT STROM UND WÄRME Die Fläche von Jühnde ist vor allem von Ackerland, Grünland und Wald belegt. Gebäude und Landwirtschaftlich genutzte Flächen Landwirtschaftlich genutzte Flächen Gewässer Jühnde Industrie (Ackerland) (Grünland u.a.) 10 ha 149 ha 865 ha 182 ha Wald Sonstige Verkehrs- 718 ha 5 ha flächen Die Gemeinde Jühnde benötigt nur 26,5 % ihrer landwirtschaftlichen Flächen, um ihren Strom- und Wär- Biogasanlage mebedarf vollständig mit Bioener- gie abzudecken: Gesamtfläche von Jühnde: 1.929 ha Quelle: Geries Ingenieure/IZNE/ Bioenergiedorf Jühnde Jühnde nutzt Restholz aus seinen Waldflächen für ein Holzheizkraft- werk Futter- und Nahrungsmittel dominieren weiterhin die Flächennutzung in Jühnde. Jühnde und Flächen für den Anbau von Mais Differenz: 68 Hektar Flächen auswärtiger Landwirte in und anderem Getreide für seine Jühnde Biogasanlage. Die Landwirte mit Viehhaltung liefern außerdem Gülle zur Nutzung in der Biogasanlage. Landwirtschaftlich genutzte Flächen (Ackerland) Ackerland genutzt für Biogasanlage Landwirtschaftlich genutzte Flächen (Grünland) Quelle: Geries Ingenieure/IZNE/ Bioenergiedorf Jühnde Grünland genutzt für Biogasanlage Wald 1 km Futter- Nahrungs- Bioenergie Gebäude und Industrie mittel mittel landwirtschaftlich genutzte Flächen Biogasanlage 440 ha 280 ha 259 ha in Jühnde: 979 ha Verkehrsflächen/Industrie Quelle: Geries Ingenieure/IZNE Gewässer Bioenergie belegt heute und in Zukunft nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Flächen. Jühnde ist eine Gemeinde im Süden Niedersachsens mit Die Wärme wird über ein Nahwärmenetz besonders rund 1.000 Einwohnern. Die Jühnder haben sich 2005 effizient verteilt. Fast alle Haushalte in Jühnde sind an entschlossen, ihre Strom- und Wärmeversorgung voll- das Nahwärmenetz angeschlossen. Die genossenschaft- Fläche für Bioenergie: 259 ha ständig auf Bioenergie umzustellen. Dazu wurden aus- lich betriebene Biogasanlage liefert mit ihrem Block- = 26,5 % der landwirtschaftlich genutzten schließlich die Potenziale für Bioenergie erschlossen, die heizkraftwerk nicht nur Abwärme, sondern erzeugt auch Flächen von Jühnde das Gemeindegebiet selbst bietet. doppelt so viel Strom wie die Einwohner von Jühnde ver- Die Abwärme der Biogasanlage und das Heizkraftwerk brauchen. Der Strom wird in das lokale Stromnetz einge- decken den Wärmebedarf von Jühnde fast vollständig. speist und regional weitergeleitet. Jühnde 2008 Fläche für Bioenergie: 3,7 Mio. ha = 21,9 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen von Deutschland (16,9 Mio. ha) Strom- und Wärmeversorgung aus Bioenergie in Jühnde Wärmeerzeugung Deutschland 2020 Biogasanlage 2,8 Mio. kWh Holzheizkraftw. 1,5 Mio. kWh Wärmeverbrauch 4,5 Mio. kWh Trotz des Anbaus von Energiepflanzen dominiert sowohl in Jühnde als auch in 96 % des Wärmeverbrauchs durch Bioenergie gedeckt Deutschland 2020 weiterhin die Produktion von Futter- und Nahrungsmitteln. Der An- Stromerzeugung Biogasanlage 4,0 Mio. kWh teil der Flächen für Bioenergie ist zwar auf rund ein Viertel der landwirtschaftlichen Stromverbrauch 2,0 Mio. kWh Flächen gestiegen. Damit ist jedoch ein Niveau erreicht, das weiterhin die Selbst- 200 % des Stromverbrauchs durch Bioenergie gedeckt versorgung Deutschlands mit Futter- und 44 Quelle: Geries Ingenieure/IZNE Nahrungsmitteln erlaubt. 45
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    WASSERKRAFT QUELLE FÜR Standorte von Laufwasserkraftwerken mit mehr als 5 MW Leistung und Speicherwasserkraftwerken mit mehr als 10 MW Leistung SAUBERE ENERGIE Kiel Hamburg Schwerin WASSERKRAFT Bremen Berlin Hannover Laufwasserkraftwerke 5-10 MW 10-25 MW Die Wasserkraftnutzung ist technisch ausgereift und hat eine lange Magdeburg Tradition. Dennoch gibt es noch Ausbaupotenzial. Denn die Mehrzahl 25-100 MW der Wasserkraftanlagen mit einer installierten Leistung von mehr mehr als 100 MW als 1 MW wurde vor 1960 gebaut. Zuwachsmöglichkeiten bestehen deshalb vor allem in der Modernisierung von bestehenden Anlagen Speicherwasser- und der damit verbundenen Chance höhere Leistungen zu erzielen. kraftwerke Düsseldorf 10-100 MW Potenzial steckt auch in der Reaktivierung von Anlagen, die im Zwei- Dresden ten Weltkrieg zerstört oder in den 1960er und 70er Jahren stillge- mehr als 100 MW legt wurden. Diese können mit moderner Technik wieder in Betrieb Erfurt genommen werden und haben gleichzeitig die Möglichkeit, den Schutz von Natur und Gewässern zu erhöhen. Bei einem Laufwasserkraftwerk wird ein Fluss gestaut und mit dem abfließenden Wasser elektrischer Strom produziert. Ein Speicherkraftwerk speichert das Wasser über einen Zeitraum (mehrere Mainz Stunden bis mehrere Monate) in einem Becken, um bei Bedarf die gespeicherte Energie in Strom umzuwandeln. Saarbrücken Stuttgart Anteil an der Energieversorgung 2008 und 2020 München 21,3 2008 0 5 ,4% Mrd. kWh/a 2020 Strom 2020 31,9 Mrd. kWh/a 100 km Kartengrundlage: Fichtner (2003)
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    QUERVERBAUUNGEN WASSERKRAFT Anteil an der Stromerzeugung aus Wasserkraft je Leistungsklasse in Deutschland (%) BEISPIEL NORDRHEIN-WESTFALEN: BESTEHENDE QUERVERBAUUNGEN BILDEN EIN GROSSES POTENZIAL 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% FÜR DIE NUTZUNG DER WASSERKRAFT <1 1-5 5-10 10-20 20-50 über MW MW MW MW MW 50MW Mehr als 14.000 bestehende Querverbauungen In Nordrhein-Westfalen gibt es ca. 14.000, in ganz Deutschland ca. 60.000 Querverbauungen an Ge- wässern. Querbauwerke wurden zur Trink- und Brauchwassergewin- nung, zur Bewässerung benachbar- ter Flächen, für die Schifffahrt oder zur Wasserkraftnutzung errichtet. Die künstlich in Wasser einge- brachten baulichen Strukturen kön- nen die Durchgängigkeit der Gewäs- Lippe ser negativ beeinflussen. 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Rhein Anteil der in Deutschland installierten Wasserkraftanlagen je Leistungsklasse (%) Ruhr Quelle: UBA (2008) Wupper Kleine Wasserkraftanlagen mit einer Leistung bis Für das Wasserkraftpotenzial eines Standorts sind geo- 5 Megawatt machen rund ein Viertel der gesamten grafische Faktoren wie die Höhendifferenz und Abfluss- installierten Leistung und der Stromproduktion aus menge entscheidend. Die meisten Wasserkraftwerke (1.200 MW bzw. 5,5 Milliarden Kilowattstunden). Der nutzen daher die Seen und Flüsse der Gebirge und Mit- Querverbauung Ausbau und die Modernisierung der Kleinwasserkraft telgebirge. Das wird besonders bei der regionalen Ver- Sieg bleibt aus Sicht des Klimaschutzes weiterhin bedeut- teilung der Laufwasserkraftwerke unter 5 MW deutlich: 50 km sam. Ziel muss sein, alle Möglichkeiten der CO2-freien Diese Anlagen sind hauptsächlich in den Ländern Bayern, Energiebereitstellung zu fördern, die im Einklang mit Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thü- Quelle: MUNLV (2005) den Belangen des Gewässer- und Naturschutzes stehen. ringen zu finden. Regionale Verteilung der Laufwasserkraftwerke unter 5 MW in Deutschland (2007) Rund 380 aktive Laufwasserkraftwerke Weniger als 15 Prozent der Quer- verbauungen in Deutschland wer- den durch Wasserkraftwerke be- ansprucht. Mehr als 85 Prozent der fehlenden Durchgängigkeit von Gewässern ist also nicht durch die Wasserkraft bedingt. In Nordrhein-Westfalen werden so- gar nur 3 Prozent der Querverbau- Lippe ungen von aktiven Laufwasserkraft- Rhein werken genutzt. Wo bereits Querverbauungen be- Ruhr stehen, kann der Einsatz zur Strom- erzeugung zusätzlichen ökolo- Wupper gischen Nutzen bringen. Mit dem EEG 2009 besteht die Möglichkeit, an bestehenden Querverbauungen Wasserkraftanlagen zu errichten Anlagenanzahl Laufwasserkraftwerk und gleichzeitig durch Fischtrep- Faktor Sieg pen die biologische Durchgängig- 50 km = 10 keit wiederherzustellen. Quelle: MUNLV (2005) Quelle: UBA (2008) Quelle: EEG -Planen & Beraten GmbH Datenbasis: Veröffentlichungen der Netzbetreiber gemäß § 15 Abs. 2 EEG 2004 (Datenaggregierung auf PLZ-Ebene zweistellig) 48 49
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    KLEINE LAUFWASSERKRAFTANLAGEN WASSERKRAFT BEISPIELE RUDOLFZELLER AACH, LENNE UND ALB: Lenne, Nordrhein-Westfalen REAKTIVIERUNG UND MODERNISIERUNG ERMÖGLICHEN NATURSCHUTZ DURCH KLEINE WASSERKRAFT Die Wehre an der Lenne zwischen Altena und Dortmund Nachrodt (Sauerland) haben seit über 350 Jahren Wasserkraftbetrieb eine einzigartige Naturlandschaft Menschen nutzen seit Jahrhunderten die Kraft der Die Nutzung der kleinen Wasserkraft wird von Fischern RU entstehen lassen. Zwischen dem ursprünglichen HR Bäche und Flüsse zur Energiegewinnung. Seit Mitte des und Naturschützern kritisiert. Folgende Beispiele zei- Lenneverlauf und der Lenneumleitung zum Obergraben 19. Jahrhunderts wird die Wasserkraft auch zur Strom- gen, dass sich der Ausbau der Kleinwasserkraft und hat sich eine 1,1 Hektar große Insel gebildet, die zum erzeugung genutzt. Viele Wasserräder und -mühlen Naturschutz nicht ausschließen – vielmehr gehen Hagen Naturschutzgebiet erklärt wurde. Ein Beweis, dass sich Iserlohn wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört. Außer- Naturschutz und moderne Wasserkraftanlagen zusam- Wasserkraftnutzung und Naturschutz nicht nur ergänzen dem wurden in den 1960er und 70er Jahren viele Anla- men. können, sondern sich manchmal auch ursächlich gen stillgelegt. In ihrer Reaktivierung und Modernisie- bedingen. Mit der Modernisierung der Wasserkraftanlage, rung steckt großes Potenzial. aus der eine Ertragsteigerung von 50 Prozent resultierte, war keinerlei Eingriff in die Natur verbunden. Die Arbeiten Lüdenscheid wurden im Gegenteil dazu genutzt, Fischwanderhilfen zu LEN NE installieren. Daten und Fakten Seit 1635 Wasserkraftnutzung am Standort Jahr der Modernisierung 1998-2001 Radolfzeller Aach, Baden Württemberg Installierte Leistung 400 kW Stromproduktion 2,4 Mio. kWh/a Die in den 1970er Jahren stillgelegte Wasserkraftanlage an der Radolfzeller Aach wurde von einer ehemals ansässigen 5 km Quelle: DUH (2006) Spinnerei genutzt. Die Wasserkraftanlage wurde 2004 re- aktiviert und dient nun zur Stromversorgung von 200 Haus- halten. Vor der Reaktivierung war das Mutterbett weder für Fische noch für Kleinlebewesen passierbar. Dies wirkte sich negativ auf die gesamte Lebenswelt des Fließgewäs- Radolfzell sers aus. Im Zuge der Reaktivierung der Wasserkraftanlage konnte u.a. durch eine Fischtreppe eine weitgehende Durchgängig- RAD keit des Gewässers und eine Verbesserung der Lebensbe- OLF ZELLE R AACH Bodensee Alb, Baden-Württemberg dingungen erreicht werden. Mit dem Neubau des Wasserkraftwerkes an der Alb kön- Reichenau nen an diesem Standort rund 500 Haushalte mit sauberen Strom versorgt werden. Der Neubau führte zudem zu Daten und Fakten einer Verbesserung der ökologischen Situation: Das vor- Baujahr ca. 1896 RH EIN handene Stauwehr wurde durch einen sehr aufwändigen Jahr der Modernisierung 2004 Fischpass durchgängig gestaltet und der nicht mehr be- Installierte Leistung 120 kW 5 km nötigte Triebwasserkanal wurde in ein naturnahes Fließ- Stromproduktion 0,7 Mio. kWh/a gewässer mit neuem Lebensraum für Pflanzen und Tiere Quelle: DUH (2006) umgewandelt. Daten und Fakten Baujahr 2001-2002, Wehr von 1905 Installierte Leistung 420 kW Stromproduktion 1,8 Mio. kWh/a Karlsruhe 5 km IN RHE ALB 50 Reaktivierte Wasserkraftanlage an der Rudolfzeller Aach Quelle: DUH (2006) Ein aufwändiger Fischpass verbesserte die ökologische Situation der Alb. 51
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    GROSSE LAUFWASSERKRAFTANLAGEN WASSERKRAFT BEISPIELE RHEIN, WESER UND MULDE: Beispiel für Neubaupotenzial: POTENZIALNUTZUNG DURCH MODERNISIERUNG, NEUBAU UND INNOVATION Weserkraftwerk Bremen Für die Wasserkraftanlage in Bremen wurde kein neues Wehr errichtet, sondern ein vorhandenes Wehr genutzt. Beispiel für Modernisierungspotenzial: Bei dem Weserkraftwerk handelt es sich um das größte Wasserkraftwerk Rheinfelden Neubauprojekt Norddeutschlands zur Nutzung der Was- serkraft. Die Anlage wird zudem das größte Wasserkraft- Im bestehenden Wasserkraftwerk arbeiten 20 Turbinen - einige werk an der Weser werden. In ökologischer Hinsicht setzt zum Teil schon länger als 100 Jahre. Mit dem Ersatz der alten das Projekt Maßstäbe: Geplant ist ein für diese Kraft- Turbinen durch vier moderne Maschinen kann mehr als dreimal werksgröße bisher einmaliges, innovatives Fischschutz- so viel Strom erzeugt werden – nämlich rund 600 Millionen Ki- konzept aus umfangreichen Auf- und Abstiegshilfen in lowattstunden pro Jahr. Durch die Erneuerung der bestehenden Verbindung mit einem wirksamen Schutz vor der Passage Anlage hat sich die installierte Leistung vervierfacht. durch die Turbinen. Zwar bringt das neue Wasserkraftwerk Veränderungen in Natur und Landschaft. Doch aufgrund der zahlreichen Ausgleichsmaß- Sauberer Strom vom Weserwehr nahmen wird der Raum ökologisch aufgewertet. Eingebunden in 1906-12 Bau einer Schleusenanlage, des Wehres und das Projekt sind Maßnahmen wie ein Fischpass und ein lachs- eines Wasserkraftwerks am Standort gängiges Laich- und Aufstiegsgewässer anstelle des heutigen Bremen-Hemelingen Kraftwerkskanals. 1912 Das einzige deutsche Wasserkraftwerk am Unterlauf eines Flusses geht in Betrieb Daten und Fakten 1981 Schweres Hochwasser der Weser bestehend Im Bau (rund 25 Millionen Euro Schaden) Leistung 25,7 MW 100 MW 1987-93 Abriss des alten und Bau des neuen Wehres Stromproduktion 185 Mio. kWh/a 600 Mio. kWh/a 2003-06 Planung eines neuen Kraftwerks Inbetriebnahme 1898 2010 2007 Bewilligung der Planung 2008 Baubeginn 2010/11 Geplante Inbetriebnahme des neuen Weserkraftwerks Daten und Fakten Leistung 10 MW Stromproduktion 42 Mio. kWh/a Inbetriebnahme Ende 2009 Fotomontage des neuen Weserkraftwerks (nach Fertigstellung) Wasserkraftwerk Rheinfelden am Oberrhein Beispiel für Innovationspotenzial: Wasserkraftwerk Raguhn Wasserräder gibt es schon seit 2.500 Jahren. Dennoch besteht immer noch technologisches Entwicklungspo- tenzial für die Wasserkraft. Jüngstes Beispiel: Das Was- serkraftwerk Raguhn (Sachsen-Anhalt) nutzt neue Turbi- nen, die einen besonders hohen Wirkungsgrad erreichen. Die Wasserkraft profitierte hier von den technischen Wei- terentwicklungen bei Windenergieanlagen. Deren Fort- schritte lassen sich erfolgreich in den Bau von Turbinen für Wasserkraftwerke übertragen. Dadurch können nun auch Standorte mit niedrigen Fallhöhen erschlossen wer- den. Zudem handelt es sich beim Wasserkraftwerk Rag- uhn um eine äußerst fischfreundliche Bauart. Begleitet wird es von einem umfassenden Fischmonitoring. Das Ergebnis: Tiere und Pflanzen nehmen das seit Januar in- stallierte Wasserkraftwerk als Teil ihres Lebensraumes sehr gut an. Daten und Fakten Leistung 2,1 MW Stromproduktion 9,3 Mio. kWh/a Die neu angelegte Fischtreppe am 52 Inbetriebnahme Juni 2009 Weserkraftwerk 53
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    DATEN KOMPAKT Windenergie in Deutschland 2008 Klimaschützer Erneuerbare Energien Deutschland hat unendlich viel Energie. Uns steht die ge- Beschäftigungsmotor Erneuerbare Energien Installierte Gesamtleistung: 23.895 MW Die Nutzung Erneuerbarer Energien anstelle von Erdöl, Kohle samte Palette der Erneuerbaren Energien zur Verfügung Erneuerbare Energien schaffen Arbeit. Ende 2008 waren ca. Neu installierte Leistung: 1.665 MW und Erdgas ist der wichtigste Weg zur Erreichung der Reduk- – von Sonne, Wind und Wasser bis zu Biomasse und Erd- 278.000 Menschen mit der Planung, Montage und dem Be- Erzeugte Strommenge: 40,4 Mrd. kWh tionsziele für klimaschädliche Treibhausgase. Allein 2008 wärme. Erneuerbare Energien können nicht aufgebraucht trieb von Anlagen in Deutschland beschäftigt. Damit hat sich Anteil am Stromverbrauch: 6,6 % vermieden Erneuerbare Energien CO2-Emissionen von insge- werden. Sie warten nur darauf, intelligent genutzt zu wer- die Zahl der Arbeitsplätze seit 1998 mehr als vervierfacht und CO2-Vermeidung: 30,4 Mio. t samt 109 Mio. Tonnen. Allein 53 Mio. Tonnen CO2-Einsparung den. Angesichts schwindender fossiler Energieträger bie- ist allein 2008 um 28.000 gestiegen. Aufgrund der weltweit Arbeitsplätze: ca. 85.100 – 98.300* bewirkte das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die ten Erneuerbare Energien heute zuverlässige Lösungen steigenden Nachfrage nach Erneuerbaren Energien rechnet * Angabe Bundesverband Windenergie Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien an der Strom- für Strom, Wärme und Mobilität. die Branche damit, im Jahr 2020 in Deutschland über 500.000 versorgung zum Ziel hat. Menschen Arbeit zu geben. Ein Großteil wird direkt für den Solarenergie in Deutschland 2008 Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Erneuerbaren Export von Anlagen und Zubehör arbeiten, um die steigende Installierte Leistung (Strom): 5.311 MW Wird das Ausbaupotenzial im Strom-, Wärme- und Mobili- Energien werden in Deutschland gerade erst erschlossen. Nachfrage nach deutscher Erneuerbare-Energien-Technik im Neu installierte Leistung (Strom): 1.500 MW tätssektor weiterhin gezielt erschlossen und bis zum Jahr Dennoch ist ihr Ausbau eine weltweit einmalige Erfolgsge- Ausland zu erfüllen. Erzeugte Strommenge: 4 – 4,3* Mrd. kWh 2050 mindestens 50 Prozent der in Deutschland benötigten schichte, die zeigt, wie Schutz vor Klimaschäden und teuren CO2-Vermeidung: 2,4 – 2,9* Mio. t Energie durch Erneuerbare Energien gedeckt, können rund Brennstoffimporten möglich ist. Dabei kommt der Branche die jahrelange erfolgreiche Ent- Installierte Gesamtleistung (Wärme): 7.900 MW 370 Mio. Tonnen CO2 jährlich vermieden werden. Dies ent- wicklung auf dem Heimatmarkt zugute, die sie zu einem Neu installierte Leistung (Wärme): 1.200 MW spricht bereits rund 45 Prozent des CO2-Ausstoßes, der der- Erneuerbarer Strom weltweiten Technologieführer gemacht hat. Rund 60 Prozent Erzeugte Wärmemenge: 4,1 – 5,3* Mrd. kWh zeit durch die gesamte Energieerzeugung in Deutschland Erneuerbare Energien deckten 2008 rund 15 Prozent des der Unternehmen, so das Ergebnis einer Studie des Wissen- Anteil am Wärmeverbrauch: 0,3 % verursacht wird. Geht man davon aus, dass durch Energie- deutschen Strombedarfs. Sie haben damit bereits drei Jahre schaftsladens (WiLa) Bonn, sind auf der Suche nach zusätz- CO2-Vermeidung: 0,9 – 1,2* Mio. t einsparung und -effizienzmaßnahmen der Energiebedarf im Voraus die politische Zielmarke von 12,5 Prozent übertrof- lichen Fachkräften. Arbeitsplätze: ca. 74.400 bis 2050 erheblich gesenkt wird, steigt der Beitrag der CO2- fen, die von der Europäischen Union für das Jahr 2010 vorge- * Angabe Bundesverband Solarwirtschaft Vermeidung durch Erneuerbare Energien entsprechend. sehen war. Noch bis Mitte der 1990er Jahre waren alte Was- serkraftwerke nahezu die einzige Quelle für erneuerbaren Erdwärme in Deutschland 2008 Strom in Deutschland. Seitdem hat sich die Stromerzeugung Installierte Gesamtleistung 109 Mio. Tonnen CO2-Vermeidung durch aus Erneuerbaren Energien mehr als verdreifacht. Ausbau- (Wärme): ca. 1.200 MW Erneuerbare Energien in Deutschland 2008 ziel der Bundesregierung ist ein Anteil am Stromverbrauch Erzeugte Wärmemenge: 2,5 Mrd. kWh von mindestens 30 Prozent bis 2020. Die Branche der Erneu- Vorteile vor Ort Anteil am Wärmeverbrauch: 0,2 % erbaren Energien prognostiziert einen Anteil von 47 Prozent. Zahlreiche Kommunen und Regionen vor allem im Installierte Gesamtleistung ländlichen Raum machen den Aufbau einer Energievor- (Strom): 6,6 MW Erneuerbare Wärme sorgung durch heimische Erneuerbare Energien zum Erzeugte Strommenge: 18 Mio. kWh Auch der Wärmebedarf wird in Deutschland zunehmend Drehpunkt ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Am de- Arbeitsplätze: 9.100 Kraftstoffe -8,3 Mio. t durch Erneuerbare Energien gedeckt (Anteil 2008: 7,4 %). zentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien kann sich Bisher stammt die erneuerbare Wärme überwiegend aus jeder beteiligen, z.B. mit Bürgerwindparks oder Solaran- Wärme -29,1 Mio. t Bioenergie in Deutschland 2008 Bioenergie in Form von Holz. Neben dem Heizen mit Holzpel- lagen. Bürger, Kommunen, Landwirte sowie kleine und Installierte Gesamtleistung (Strom): 3.453 MW lets bieten solarthermische Anlagen sowie Erdwärmepum- mittelständische Unternehmen fördern so die regionale Erzeugte Strommenge Strom -71,6 Mio. t pen kostengünstige Wärmequellen. Mit steigenden Heizöl- Wertschöpfung: Installation, Wartung und Betrieb Er- (inkl. biogener Abfall): 27,1 Mrd. kWh und Erdgaspreisen ist eine verstärkte Nutzung zu erwarten. neuerbarer-Energien-Anlagen werden meist von lokalen Anteil am Stromverbrauch: 4,4 % Ausbauziel der Bundesregierung ist ein Anteil am Wärme- Betrieben wie z.B. Handwerkern und Technikern sowie CO2-Vermeidung: 20,7 Mio. t verbrauch von 14 Prozent im Jahr 2020. Die Leitstudie des Land- und Forstwirtschaft getragen. Eine stärkere Ei- Erzeugte Wärmemenge: 97,1 Mrd. kWh Bundesumweltministeriums hält eine Steigerung des Anteils genversorgung mit Erneuerbaren Energien verringert die Anteil am Wärmeverbrauch: 6,9 % CO²-Ausstoß auf über 50 Prozent bis 2050 für möglich. Schon für 2020 er- Abhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten und ihren CO2-Vermeidung: 27,9 Mio. t 832 Mio. t wartet die Branche der Erneuerbaren Energien einen Anteil steigenden Preisen. Kommunen und Stadtwerke können Biokraftstoffnutzung: 3,7 Mio. t von 25 Prozent. als Nutzer von Erneuerbaren Energien effektiv Kosten davon: reduzieren, z.B. durch solarthermische Anlagen für ihre Biodiesel 2,7 Mio. t Erneuerbare Mobilität Schwimmbäder oder durch die energetische Nutzung von Bioethanol 0,6 Mio. t Zu Lande, zu Wasser und in der Luft können Personen und Bioabfällen in Biogasanlagen. Statt die Energierechnung Pflanzenöl 0,4 Mio. t Güter mit Erneuerbaren Energien bewegt werden. In we- bei russischen Erdgas-Konzernen oder arabischen Öl- Quellen: UBA, BMU Anteil am Kraftstoffverbrauch: 5,9 % niger als zehn Jahren ist der Anteil der Erneuerbaren En- scheichs zu bezahlen, bleiben die Ausgaben für Energie CO2-Vermeidung: 8,3 Mio. t ergien am Kraftstoffverbrauch von Null auf 5,9 Prozent dann in der Region. Werden lokale Synergien geschaffen Arbeitsplätze: ca. 95.800 im Jahr 2008 gestiegen. Dieser Beitrag wird bisher fast aus- und Kreisläufe geschlossen, sind Erneuerbare Energien schließlich von Biokraftstoffen geliefert, die in Verbrennungs- ein wichtiger Motor wirtschaftlicher Entwicklung. Wasserkraft in Deutschland 2008 motoren von Autos und Lkw, in Bahnen, Schiffen und Flug- Installierte Gesamtleistung: 4.740 MW zeugen zum Einsatz kommen können. Mehr Informationen: Erzeugte Strommenge: 21,3 Mrd. kWh www.kommunal-erneuerbar.de Anteil am Stromverbrauch: 3,5 % Einen steigenden Anteil wird in Zukunft die Elektromobilität CO2-Vermeidung: 18,5 Mio. t bestreiten: Strom aus Erneuerbaren Energien treibt sauber Arbeitsplätze: ca. 9.300 und effizient Elektromotoren in Autos und Motorrädern, in Bussen und Bahnen an. Bis 2050 kann der Anteil der Erneu- Quelle: BMU erbaren Energien im Verkehrsbereich nach der Leitstudie des Bundesumweltministeriums auf über 50 Prozent steigen. Die Erneuerbare-Energien-Branche prognostiziert bereits für 2020 einen Anteil von 19 Prozent. Ausblick Geplante Investitionen 2005-2020: 200 Mrd. Euro Zum Vergleich: angekündigte Investitionen der konventionellen Energieversorger in neue Kraftwerke bis 2020: rund 40 Mrd. Euro 2008 Prognose 2020 CO2-Vermeidung: 109 Mio. Tonnen 287 Mio. Tonnen Arbeitsplätze: 278.000 500.000 Einsparung Energieimporte: 8,3 Mrd. Euro 50 Mrd. Euro Exportvolumen: 12 Mrd. Euro 80 Mrd. Euro 54 55
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    GLOSSAR Blockheizkraftwerk (BHKW) len Biodiesel, Bioethanol, Biomethan (aus Biogas), reine trägerflüssigkeit, die die im Untergrund gespeicherte Holzenergie Ein Blockheizkraftwerk ist eine Anlage zur gekoppelten Pflanzenöle und die synthetischen Biomass-to-Liquid Wärme aufnimmt. Über eine Wärmepumpe wird die Tem- Neben Reststoffen und Energiepflanzen ist Holz der Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der (BtL) - Kraftstoffe. peratur weiter erhöht und die so gewonnene Wärme zum wichtigste Pfeiler der Bioenergie in Deutschland. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung. Siehe auch >Biodiesel, >Bioethanol, >Biogas, >Bio- Heizen und für die Warmwasserbereitung verwendet. Verarbeitung von Waldholz fällt Waldrestholz an sowie Siehe auch >Kraft-Wärme-Kopplung masse, >Koppelprodukt Siehe auch >Wärmepumpe anschließend Industrierestholz, wie z.B. Nebenprodukte von Sägewerken. Althölzer (z.B. gebrauchte Lagerpa- Biodiesel Biomasse Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) letten aus Holz, alte Holzmöbel) sind zuvor bereits für Biodiesel ist der in Deutschland am weitesten verbreite- Biomasse dient als Oberbegriff für alle Stoffe organischer Das EEG setzt in Deutschland die Rahmenbedingungen andere Zwecke genutzt worden und können energetisch te Biokraftstoff. Biodiesel wird mittels eines chemischen Herkunft, die ihr Wachstum letztlich der Nutzung der für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Neben einem weiterverwertet werden. Genutzt werden z.B. auch Höl- Prozesses, der Umesterung, aus Pflanzenöl von Ölpflan- Sonnenenergie verdanken. Aus Sicht der Bioenergie kann Beitrag zum Klimaschutz dient es der Markteinführung zer aus der Landschaftspflege. zen unter Einsatz von Alkohol gewonnen. In Deutschland unterschieden werden zwischen Erneuerbarer Energien und der Erfüllung der europä- Siehe auch >Holzpellets, >Holzhackschnitzel kommt hauptsächlich Raps zum Einsatz. Auch Sonnen- • den in der Natur lebenden Pflanzen und Tieren, ischen und deutschen Zielvorgaben für den Anteil Erneu- blumenöl, Soja- und Palmöl können verarbeitet werden, • deren Rückständen (z.B. abgestorbene Pflanzen wie erbarer Energien am Stromverbrauch. Durch garantierte Holzpellets wenn Produzenten nachweislich bestimmte ökologische Stroh) und deren Nebenprodukte (z.B. Exkremente wie Abnahmepreise für den erzeugten Strom bekommen In Stäbchenform gepresstes Brennmaterial aus Holz. Mit Mindestkriterien einhalten. Neben der Nutzung von Pflan- Gülle), Anlagenbetreiber und die –hersteller eine langfristige Holzpellets können moderne vollautomatische Heizungs- zenölen zur Kraftstoffherstellung können auch Reststoffe • im weiteren Sinne allen organischen Stoffe, die durch Planungs- und Investitionssicherheit. Die Förderung der anlagen betrieben werden. Für Holzpelletheizungen gibt wie Fritier- oder Bratfett für die Biodieselproduktion eine technische Umwandlung entstanden sind (z.B. Pa- Technologien ist degressiv aufgebaut, so dass ein konti- es Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm. Holzpel- genutzt werden. Nebenprodukt der Produktion von Bio- pier, Zellstoff, Pflanzenöl) oder die durch eine andere nuierlicher Anreiz zur Effizienzsteigerung und Kosten- lets werden ohne chemische Bindemittel aus getrockne- diesel ist Glycerin, das in der chemischen Industrie zum Nutzung entstanden sind (z.B. Biomüll, Abfälle aus der senkung besteht. Die Vergütungssummen werden in tem, naturbelassenem Restholz (Sägemehl, Hobelspäne, Einsatz kommt. Rapsschrot, ein weiteres Koppelprodukt Nahrungsmittelindustrie). Form eines Umlageverfahrens auf alle Stromverbraucher Waldrestholz) gepresst. der Biodieselproduktion, dient als Futtermittel. Biodiesel Siehe auch >Energiepflanzen, >Koppelprodukt, verteilt. Da keine staatlichen Mittel betroffen sind, han- Siehe auch >Holzenergie, >Holzhackschnitzel kann sowohl als Reinkraftstoff getankt werden oder fos- >Nachwachsende Rohstoffe, >Reststoffe, >Triticale delt es sich nicht um Subventionen. silem Dieselkraftstoff in Deutschland bis zu einem Anteil Holzhackschnitzel von 7 Prozent beigemischt werden. Endenergie Fernwärme Holzhackschnitzel sind maschinell zerkleinertes Holz. Als Endenergie bezeichnet man denjenigen Teil der Pri- Fernwärme ist thermische Energie, die durch ein System Die Normen geben eine maximale Größe von ca. 3 - 5 Bioethanol märenergie, welcher dem Verbraucher, nach Abzug von isolierter Rohre zum Endverbraucher gelangt. Die Ener- cm2 vor. Nicht jede moderne vollautomatische Heizungs- Im Gegensatz zu Biodiesel findet Bioethanol bei Otto- Transport- und Umwandlungsverlusten, zur Verfügung gie wird überwiegend zur Heizung von Gebäuden genutzt. anlagen, die mit Holzpellets befeuert wird, ist auch für motoren Anwendung. Als Rohstoffe für die Herstellung steht. Das heiße Wasser, das in das Fernwärmenetz einge- die Verbrennung von Holzhackschnitzeln ausgelegt. von Bioethanol eignen sich stark zucker- und stärke- Siehe auch >Primärenergie speist wird, stammt aus Heizwerken oder Heizkraftwer- Für Holzschnitzelheizungen gibt es Zuschüsse aus dem haltige Pflanzen wie Zuckerrüben, Zuckerrohr, Roggen, ken. Letztere gewinnen mittels Kraft-Wärme-Kopplung Marktanreizprogramm. Weizen, Mais und Kartoffeln. In Deutschland kommen Energiepflanzen gleichzeitig Strom und nutzbare Abwärme. Die meisten Siehe auch >Holzenergie, >Holzpellets hauptsächlich Getreide und Zuckerrüben zum Einsatz. Energiepflanzen sind Pflanzen, die gezielt für die ener- Anlagen werden noch mit Kohle oder Erdgas betrieben, Wie herkömmlicher Alkohol wird Bioethanol durch alko- getische Nutzung angebaut werden. Kulturpflanzen, die es gibt aber auch Anlagen, die Biomasse (z.B. Holzhack- Hot-Dry-Rock-Verfahren (HDR) holische Gärung aus Zucker mit Hilfe von Mikroorga- sich besonders gut für die energetische Nutzung eignen, schnitzel) oder Erdwärme nutzen. Das Hot-Dry-Rock-Verfahren macht die Nutzung von nismen gewonnen und anschließend durch thermische sind in Deutschland z.B. Getreide wie Mais, Weizen, Rog- Siehe auch >Kraft-Wärme-Kopplung, >Nahwärme Tiefengeothermie möglich, wenn in der Tiefe kein Trennverfahren gereinigt. Bioethanol kann sowohl als gen oder Triticale, neben weiteren Gräsern wie China- Thermalwasser vorhanden ist. Der Oberbegriff für Reinkraftstoff (sog. E85) getankt werden oder fossilem schilf (Miscanthus) und Weidelgras. Als Energiepflanzen Fossile Energieträger Stimulationsverfahren, die bei fehlenden oder zu gerin- Ottokraftstoff in Deutschland bis zu einem Anteil von werden auch Ölsaaten wie z.B. Raps und Sonnenblumen Fossile Energieträger sind durch biologische und physi- gen Thermalwassermengen eingesetzt werden, lautet mindestens 5 Prozent beigemischt werden. sowie außerhalb Deutschlands Ölpalmen und Soja ge- kalische Vorgänge im Erdinneren und auf der Erdober- Enhanced Geothermal Systems (EGS), wobei der Begriff Siehe auch >Trockenschlempe nutzt. Heimische Energiepflanzen sind außerdem schnell fläche über lange Zeiträume entstanden. Zu ihnen zählen HDR in der Öffentlichkeit bekannter ist. Bei EGS oder wachsende Hölzer wie Pappeln und Weiden; ferner z.B. Erdöl und Erdgas sowie Braun- und Steinkohle. Ihre Nut- HDR wird mit hohem Druck Wasser durch ein Bohrloch in Biogas Rüben sowie Hanf. Ob eine Kulturpflanze als Energie- zung setzt Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid frei, das mehr als 3.000 Meter Tiefe in den Untergrund gepresst, Biogas entsteht, wenn Biomasse unter Ausschluss von pflanze genutzt wird, entscheidet sich möglicherweise wesentlich zum Klimawandel beiträgt. wodurch Risse im Gestein entstehen. Anschließend wird Licht und Sauerstoff in einem Gärbehälter, dem Fer- erst nach der Ernte, da die meisten der in Deutschland Siehe auch >Kohlenstoffdioxid (CO2) Wasser durch das Bohrloch in das unterirdische Riss- menter einer Biogasanlage, durch bestimmte Bakterien angebauten Energiepflanzen gleichzeitig auch als Roh- system geleitet, wo es sich erwärmt und durch ein an- abgebaut wird. Biogas besteht aus Methan, Kohlen- stoff für Futtermittel, für Nahrungsmittel oder für die Geothermie deres Bohrloch wieder hoch gepumpt wird. Das mittels dioxid sowie Sauerstoff, Stickstoff und Spurengasen (u.a. stoffliche Nutzung z.B. in der chemischen Industrie in Wärmeenergie unterhalb der Erdoberfläche. Bei der Tie- HDR geförderte Wasser erreicht Temperaturen, die eine Schwefelwasserstoff). Der Hauptbestandteil, das Methan, Frage kommen. fengeothermie (ab 400 Meter Tiefe) wird Energie, die aus Stromerzeugung ermöglichen. ist energetisch nutzbar. Biogas kann aus Energiepflanzen Siehe auch >Biomasse, >Nachwachsende Rohstoffe, dem Erdinneren nach außen aufsteigt, zur Strom- und/ Siehe auch >Geothermie, >Petrothermale Geothermie (z.B. Mais, Getreide) als auch aus Reststoffen wie Biomüll, >Reststoffe, >Triticale oder Wärmegewinnung genutzt. Die Tiefengeothermie Ernteresten und Stroh sowie tierischen Exkrementen wie wird nach hydrothermaler Geothermie und petrotherma- Hydrothermale Geothermie Gülle und Mist gewonnen werden. Das in einer Biogasan- Erdwärmekollektoren ler Geothermie unterschieden. Hydrothermale Geothermie bezeichnet die Strom- und lage erzeugte Biogas kann in einem Blockheizkraftwerk Erdwärmekollektoren werden in 80-160 cm Tiefe hori- Unter oberflächennaher Geothermie versteht man bzw. oder Wärmeerzeugung mit Thermalwasser. Die zu Strom und Wärme umgewandelt werden. Wird Bio- zontal verlegt. In den Kollektoren befindet sich eine Wär- die Nutzung der Energie, welche in den obersten Erd- Temperatur des Wassers muss mindestens 80-100°C gas aufbereitet und gereinigt (sog. Biomethan), kann es meträgerflüssigkeit, die die von Regen und Sonne ins schichten oder dem Grundwasser gespeichert ist. Auch betragen, damit eine Stromerzeugung möglich ist. Bei auch direkt in bestehende Erdgasnetze eingespeist und Erdreich eingebrachte Wärme aufnimmt und der Wärme- die hier herrschenden geringen Temperaturen lassen Temperaturen ab 80°C kommen neu entwickelte Organic- fossilem Erdgas beigemischt werden oder in Fahrzeugen pumpe zuführt. Nachdem diese die Temperatur erhöht sich auf verschiedene Arten nutzen. Sie können je nach Rankine-Cycle-Anlagen (ORC) oder das Kalina-Verfahren mit Gasmotor als Kraftstoff genutzt werden. hat, kann die Wärme zum Heizen und für die Warmwas- Temperatur und Bedarf sowohl zur Bereitstellung von zum Einsatz. Bei beiden Verfahren werden an Stelle Siehe auch >Blockheizkraftwerk, >Kraft-Wärme-Kopp- serbereitung genutzt werden. Wärme als auch zur Erzeugung von Klimakälte dienen. von Wasser Stoffe genutzt, die bereits bei geringeren lung, >Biomasse Siehe auch >Wärmepumpe Um die vorhandene Energie im flachen Untergrund nut- Temperaturen verdampfen (zum Beispiel Pentan oder zen zu können, werden Wärmepumpen, Erdwärmekollek- Ammoniak). Thermalwasser kann gleichzeitig oder aus- Biokraftstoff Erdwärmesonden toren und Erdwärmesonden eingesetzt. schließlich für die Wärmeversorung genutzt werden. Die Aus Biomasse gewonnener Kraftstoff für den Betrieb von Erdwärmesonden werden in senkrechten Bohrungen Siehe auch >Erdwärmekollektoren, >Erdwärmeson- thermische Energie des geförderten Wassers wird dazu Verbrennungsmotoren (z.B. in Fahrzeugen oder Block- mit einer Tiefe von wenigen Metern bis über 100 Metern den, >hydrothermale Geothermie, >petrothermale Geo- über einen Wärmetauscher in ein Wärmenetz abgegeben. heizkraftwerken) oder Heizungen. Zu Biokraftstoffen zäh- installiert. Im Sondenkreislauf zirkuliert eine Wärme- thermie Siehe auch >Fernwärme, >Geothermie, >Nahwärme, >Petrothermale Geothermie 56 57
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    GLOSSAR Installierte Leistung chemischen Industrie als Rohstoff eingesetzt. Peakleistung Potenzieller Jahresenergieertrag Die installierte Leistung kennzeichnet die maximale elek- Siehe auch >Biokraftstoffe, >Biomasse, >Trocken- Die Nennleistung von Photovoltaikanlagen wird in kWp Der potenzielle Jahresenergieertrag gibt an, wie viel Strom trische Leistung eines Kraftwerks oder des gesamten schlempe (Kilowattpeak) angegeben. Dabei bezieht sich „peak“ (engl. alle am Ende eines Jahres in Deutschland installierten Kraftwerksparks. Sie wird bei kleineren Anlagen in Kilo- Höchstwert, Spitze) auf die Leistung, die unter interna- Windenergieanlagen produzieren würden, wenn sie unter watt (kW), sonst in Megawatt (MW) oder auch Gigawatt Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) tionalen Standard-Testbedingungen erzielt wird. Dieses durchschnittlichen Bedingungen ein Jahr lang Strom pro- (GW) angegeben. Ein Megawatt sind 1.000 kW. Ein GW Bei der Stromerzeugung in thermischen Kraftwerken Vorgehen dient zur Normierung und zum Vergleich ver- duzierten. Er weicht insofern von der tatsächlichen Einspei- sind 1.000 MW oder so viel Leistung wie der Betrieb von entsteht immer auch Wärme. Bei herkömmlichen Kraft- schiedener Solarzellen. Als Faustregel gilt in unseren sung ab, da die meisten Neuanlagen erst im Laufe des Jah- 1 Million Wasserkochern oder Haarföhnen benötigt. werken wird diese Abwärme ungenutzt über Kühltürme Breitengraden ein Stromertrag von mindestens 800 kWh res in Betrieb genommen werden und jährlich schwankende an die Umwelt abgegeben, wohingegen sie bei der KWK pro kWp installierter Leistung der Anlage und Jahr. Windverhältnisse vorliegen. Kalina-Verfahren ausgekoppelt und über ein Wärmenetz als Nah- oder Siehe auch >Performance Ratio, >Photovoltaik Ein Verfahren zum Betrieb von Dampfturbinen zur geo- Fernwärme nutzbar gemacht wird. Das steigert den Wir- Primärenergie thermischen Stromerzeugung bei relativ niedrigen kungsgrad und bedeutet somit eine wesentlich höhere Performance Ratio Energie, die in Form von natürlich vorkommenden Energie- Temperaturen. Herkömmliche Wasserdampfturbinen Energieeffizienz. Den angegebenen Nennwirkungsgrad, der unter Stan- trägern zur Verfügung steht. Primärenergie wird durch ver- benötigen Temperaturen von weit über 100°C. Um auch Siehe auch >Blockheizkraftwerk, >Fernwärme, >Nah- dard-Testbedingunegn ermittelt wird, erreichen So- schiedene Verfahren in nutzbare Energie, d.h. in Endenergie Temperaturen um 90°C zur geothermischen Stromer- wärme larmodule in der Realität kaum. Denn hier reduzieren umgewandelt. Ein Beispiel ist die Erzeugung von Strom und zeugung nutzen zu können, wird die Wärme des Tiefen- Widrigkeiten wie Staub, Vogeldreck, Reflexionen, Er- Wärme in Holzheizkraftwerken aus dem Primärenergieträ- wassers an ein Ammoniak-Wasser-Gemisch mit einem Nachwachsende Rohstoffe (Nawaro) wärmung, Leitungs- und Wechselrichterverluste den ger Holz oder die Umwandlung von Rapsöl in Kraftstoff, der wesentlich niedrigeren Siedepunkt abgegeben. Der ent- Holz und Energiepflanzen sind Nachwachsende Rohstoffe realen Ertrag. Deshalb spricht man auch vom realen wiederum für den Antrieb von Fahrzeugen genutzt wird. Die stehende Dampf wird dann an Stelle von reinem Wasser- (Nawaro). Diese werden im Gegensatz zu Energiepflan- Wirkungsgrad. Das Verhältnis von realem Wirkungsgrad Umwandlung ist immer auch mit Energieverlusten verbun- dampf zum Antrieb von Turbinen genutzt. zen zusätzlich aber auch für eine stoffliche Nutzung an- zum Nennwirkungsgrad nennt man Performance Ratio den, die umso geringer ausfallen, je höher der Wirkungsgrad Siehe auch >Geothermie, >Hydrothermale Geothermie, gebaut, z.B. als Baumaterial, als Zellstoff für die Papier- (PR). Dieser wird auch als Qualitätsfaktor bezeichnet. der eingesetzten Technik ist. >Organic-Rankine-Cycle industrie, als Schmierstoff, Farbstoff oder als sonstige Neue Anlagen, die optimal auf dem Dach installiert und Siehe auch >Endenergie, >Wirkungsgrad Rohstoffe für die chemische Industrie. wenig verschmutzt sind, haben einen PR-Wert von 0,85. Kilowattstunde Siehe auch >Biomasse, >Energiepflanzen Das heißt, dass 85 Prozent des vom Generator erzeugten Repowering Einheit zur Messung von Energiemengen. Dabei ent- Stroms real zur Verfügung steht. Eine durchschnittliche Ersatz alter Anlagen zur Stromerzeugung durch neue, lei- spricht eine Wattstunde (1 Wh) ca. 3,6 Kilojoule (kJ). Nahwärme Anlage mit kleineren Verlusten durch Verschattung hat stungsstärkere Anlagen am selben Standort. Der Begriff Re- 1.000 Wh sind eine Kilowattstunde (1 kWh) und 1.000 Nahwärme ist die Übertragung von Wärme über ver- einen PR-Wert von ca. 0,7. powering wird vor allem im Zusammenhang mit dem Ersatz kWh sind eine Megawattstunde (MWh). Der Stromver- hältnismäßig kurze Strecken durch ein Nahwärmenetz Siehe auch >Peakleistung, >Photovoltaik, >Wirkungs- von alten Windenergieanlagen verwendet. brauch in Deutschland liegt bei ungefähr 615 Terawatt- zwischen Gebäuden zu Heizzwecken. Rechtlich wird grad Siehe auch >Onshore-Windenergie stunden (TWh), das sind 615 Milliarden Kilowattstunden. zwischen Nah- und Fernwärme nicht unterschieden. Ein durchschnittlicher 3-Personen-Haushalt verbraucht Nahwärme wird im Unterschied zur Fernwärme in klei- Petrothermale Geothermie Reststoffe etwa 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr. Mit einer Kilo- nen, dezentralen Einheiten realisiert und bei relativ nied- Im Gegensatz zur hydrothermalen Geothermie kann die Reststoffe werden, im Gegensatz zu Energiepflanzen, nicht wattstunde kann man beispielsweise 15 Stunden Radio rigen Temperaturen übertragen. Daher lässt sich Wärme petrothermale Geothermie nicht auf natürlich vorhan- eigens für die energetische Nutzung angebaut, sondern sind hören, einmal mit der Waschmaschine Wäsche waschen, aus Blockheizkraftwerken, aber auch aus Solarthermie- denen Dampf oder Thermalwasser zurückgreifen. Die bei einer anderen, vorherigen Nutzung von Biomasse an- oder Mittagessen für vier Personen kochen. anlagen oder Erdwärmeanlagen verwerten. Im Zuge der petrothermale Geothermie „sitzt auf dem Trockenen“ gefallen. Was auf den ersten Blick als überflüssiger Abfall verstärkten Nutzung Erneuerbarer Energien spielt der und nutzt die natürliche Wärme des heißen Gesteins in erscheint, ist aber ein wertvoller Reststoff, der auch energe- Kohlenstoffdioxid (CO2) Ausbau von Nahwärme daher eine große Rolle. ca. 2.000 - 6.000 Meter Tiefe. Die Verfahren werden da- tisch genutzt werden kann. Für Bioenergie werden biogene Kohlenstoffdioxid ist ein farbloses, geruchsneutrales Gas Siehe auch >Blockheizkraftwerk, >Fernwärme, her auch als „Hot-Dry-Rock-Verfahren“ bezeichnet. Mit Reststoffe wie Erntereste, Biomüll, Stroh sowie tierische Ex- aus Sauerstoff und Kohlenstoff. Es entsteht bei der Ver- >Solarthermie hydraulischen und chemischen Stimulationsverfahren kremente (z.B. Gülle, Mist) genutzt. brennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe, insbesondere können Risse und Klüfte im Gestein erzeugt oder erwei- Siehe auch >Biomasse, >Energiepflanzen, >Nachwach- der fossilen Energieträger. Kohlenstoffdioxid trägt erheb- Offshore-Windenergie tert werden. In diese Risse und Klüfte wird per Injektions- sende Rohstoffe lich zum Klimawandel bei, der zu einer durchschnittlichen Die Stromerzeugung aus Windenergie auf dem Meer. bohrung dann unter hohem Druck Wasser eingepresst. Erwärmung der Erdatmosphäre um 0,8 Grad Celsius im Strom aus Offshore-Windenergieanlagen soll einen Das Wasser erhitzt sich im ca. 200°C heißen Gestein. Eine Solare Kühlung vergangenen Jahrhundert geführt hat. Die Folgen davon wichtigen Beitrag zur zukünftigen Energieversorgung Förderbohrung pumpt das ca. 90 - 150°C heiße Wasser Raumkühlung mit Solarenergie. Bei der solaren Kühlung sind unter anderem der Anstieg des Meeresspiegels, die Deutschlands leisten. Die hohen durchschnittlichen dann wieder an die Erdoberfläche. Dort kann es wie bei wird als Antriebsenergie für Kältemaschinen, wie etwa eine Zunahme von Stürmen und Dürren und das Abschmelzen Windgeschwindigkeiten auf dem Meer versprechen eine der hydrothermalen Geothermie mit den ORC- (Organic Klimaanlage, nicht elektrischer Strom genutzt, sondern So- der Gletscher. hohe Stromausbeute. Offshore-Windparks stehen z.B. Rankine Cycle) und Kalina-Verfahren genutzt werden: larthermie. schon vor Dänemark, Großbritannien und den Niederlan- Das heiße Wasser gibt seine Wärme an einen schnell Siehe auch >Solarthermie Konversionsflächen den. verdampfenden Wärmeträger ab. Dieser treibt wiederum Der Begriff Konversion beschreibt in der Stadtplanung über einen separaten Kreislauf eine Turbine zur Stromer- Solarthermie die Wiedereingliederung von Brachflächen in den Wirt- Onshore-Windenergie zeugung an. Auch der Anschluss eines Nahwärmenetzes Nutzung der Solarenergie zur Erzeugung von Wärme. Eine schafts- und Naturkreislauf. Der Begriff entstand im Die Windenergienutzung an Land. Die Onshore-Wind- ist möglich. typische Nutzung der Solarthermie läuft über Sonnenkollek- Zuge der Umnutzung ehemaliger militärischer Anlagen energie ist in Deutschland die Erneuerbare Energie, die Siehe auch >Hot-Dry-Rock-Verfahren, >Hydrothermale toren. In diesen wird Wasser erwärmt, das zur Raumheizung (Konversionsflächen) und wurde speziell für diese ver- den größten Anteil an der erneuerbaren Stromproduktion Geothermie, >Kalina-Verfahren, >Organic-Rankine-Cycle oder für den direkten Bedarf genutzt werden kann. wendet. Im Laufe der Jahre fand der Begriff auch bei an- hat (ca. 6,5 Prozent des gesamten deutschen Stromver- deren Entwicklungsflächen Anwendung. brauchs im Jahr 2008). Photovoltaik Tiefenstörungen Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Ener- Tiefenstörungen entstehen in der Erdkruste, wenn dortige Koppelprodukte Organic-Rankine-Cycle (ORC) gie. Bei der Photovoltaik wird in Solarzellen durch ein- Gesteine auf einwirkende tektonische Kräfte – meist bruch- Koppelprodukte fallen während der Produktion z.B. von Ein Verfahren, bei dem Dampfturbinen in Kraftwerken mit fallendes Licht (Photonen) ein elektrisches Feld erzeugt. haft – reagieren. Störungen können deutlich größere Durch- Biokraftstoffen als Nebenprodukte an. Rund 40 Prozent einem anderen Arbeitsmittel als Wasserdampf betrieben Elektronen können über elektrische Leiter abfließen. Der lässigkeiten als benachbarte Gesteine haben. Aufsteigendes der Bioenergie-Flächen dienen daher gleichzeitig auch werden. Ausschlaggebend ist der niedrigere Siedepunkt Strom kann direkt verwendet werden oder in das Strom- Thermalwasser konzentriert sich deshalb auf diese Bruch- der Produktion von Futtermittel, da bei der Herstellung von organischen Stoffen, wodurch man den Dampfdruck netz eingespeist werden. zonen, so dass Wärme in geringere Tiefen transportiert wird. von Rapsöl und Bioethanol immer auch Futtermittel wie bei relativ geringen Temperaturen erhöhen kann. Das Siehe auch >Peakleistung, >Performance Ratio Dies macht Tiefenstörungen für eine geothermische Nut- Rapsschrot und Trockenschlempe anfallen. Das ebenfalls Verfahren kommt bei der Stromerzeugung aus Geother- zung interessant. Störungszonen werden bisher in Deutsch- im Produktionsprozess anfallende Glyzerin wird in der mie zum Einsatz, z.B. im ersten geothermischen Kraft- land noch nicht für die Erdwärmegewinnung genutzt. werk Deutschlands in Neustadt-Glewe. Siehe auch >Geothermie, >hydrothermale Geothermie Siehe auch >Geothermie, >hydrothermale Geothermie 58 59
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    GLOSSAR, ABKÜRZUNGEN Triticale Abkürzungsverzeichnis Triticale ist ein Getreide. Es ist eine Kreuzung aus Wei- zen und Roggen. Seine Körner sind ca. 3–5 cm lang und a Jahr vierkantig. Triticale verbindet hohe Erträge mit geringen AEE Agentur für Erneuerbare Energien Ansprüchen an Klima und Bodenqualität. BEE Bundesverband Erneuerbare Energie BtL Biomass-to-Liquid Trockenschlempe CO2 Kohlenstoffdioxid Trockenschlempe fällt in einer Anlage zur Herstellung EE Erneuerbare Energien von Bioethanol auf Basis von stärkehaltigen Getreiden EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz an. Während der Produktion entstehen Dämpfe, die nach EGS Enhanced Geothermal Systems Abkühlung Rückstände hinterlassen. Dieses Nebenpro- ha Hektar dukt heißt Schlempe. Nach der Trocknung wird die so ge- HDR Hot-Dry-Rock-Verfahren nannte Trockenschlempe pelletiert und als lagerfähiges kJ Kilojoule Futtermittel verwendet. kW Kilowatt Siehe auch >Bioethanol kWh Kilowattstunden kWhel Kilowattstunde elektrisch Versiegelung von Flächen kWhth Kilowattstunde thermisch Flächenversiegelung oder Bodenversiegelung bezeichnet KWK Kraft-Wärme-Kopplung das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke MW Megawatt (1.000 Kilowatt) des Menschen. Von Flächenversiegelung wird deshalb Nawaro Nachwachsende Rohstoffe gesprochen, weil in den Boden kein Niederschlag mehr PR Performance Ratio eindringen kann und so viele der dor t normalerweise ab- PV Photovoltaik laufenden Prozesse gestoppt werden. ORC Organic-Rankine-Cycle Wärmepumpe Eine Wärmepumpe hebt die natürliche Wärme in ihrer Umgebung (z.B. aus dem Erdreich, Grundwasser oder aus der Luft) auf ein höheres Temperaturniveau. Sie nutzt dazu den Effekt, dass sich Gase unter Druck erwärmen (wie z.B. bei einer Fahrrad-Luftpumpe). Siehe auch >Geothermie Wasserkraft Energie, die mit Hilfe von Wasserrädern oder Wassertur- binen aus fließendem Wasser gewonnen wird. Wasser- kraft ist eine natürliche Energiequelle, die überall dort verfügbar ist, wo eine ausreichende Menge Wasser und/ oder Fallhöhe von stetig fließendem Wasser vorhanden ist. Eine Wasserturbine treibt einen Generator an, der Strom aus Wasserkraft erzeugt. Wirkungsgrad Verhältnis von Energieeinsatz und erhaltener Leistung (z.B. Strom oder Wärme). Der Gesamtwirkungsgrad von Anlagen zur Stromproduktion setzt sich zusammen aus dem elektrischen und dem thermischen Wirkungsgrad. So kann man den Wirkungsgrad erhöhen, indem man auch die Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, nutzt. Siehe auch >Kraft-Wärme-Kopplung Wirtschaftlichkeit Das Verhältnis von Aufwand und Ertrag. Die Wirtschaft- lichkeit ist ein Maß für Effizienz. Sie entscheidet darüber, ob ein Produkt oder eine Technologie im Wettbewerb be- stehen kann. 60 61
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    LITERATUR UND FOTONACHWEIS Literatur Fotonachweis [AEE / BEE 2009] Agentur für Erneuerbare Energien [DLR] Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, [MUNLV 2005] Ministerium für Umwelt und Naturschutz, S. 4/5 IStockphoto.com, Montage BBGK e.V. / Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.: Strom- Institut für Technische Thermodynamik / Institut für En- Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes S. 8/9 IStockphoto.com Ausbauprognose der Erneuerbare-Energien-Branche, ergie- und Umweltforschung (IfEU) / Wuppertal Institut Nordrhein-Westfalen: Handbuch Querbauwerke, Aachen, S. 12/13 Windpark Simonsberg Stromversorgung 2020 - Wege in eine moderne Energie- für Klima, Umwelt und Energie: Ökologisch optimierter 2005. S. 14/15 o. ESA, GoogleEarth, Landsat, Montage BBGK wirtschaft, Berlin, Januar 2009. Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien in Deutsch- S. 14 u. Raimond Spekking land, Stuttgart, Heidelberg, Wuppertal, 2004. [Naturstiftung David 2005] Naturstiftung David: „Na- S. 15 o. 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