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2012Ratgeber zum wirkungsvollen Investieren
mit Mikrofinanzen
kleines geld, grosse wirkung
förderer des ratgebers
PlaNet Finance Deutschland e.V. enga-
giert sich in Deutschland für die Weiter-
entwicklung des Mikrofinanzsektors mit
dem Ziel, die Lebensbedingungen von
Menschen in Entwicklungs- und Schwel-
lenländern zu verbessern. Der Verein ist
an das internationale Netzwerk der
PlaNet Finance Group angegliedert, eine
gemeinnützige Organisation mit Aktivitä-
ten in gegenwärtig über 80 Ländern.
PlaNet Finance Deutschland hat PHINEO
als Mikrofinanzexperte inhaltlich bei der
Erstellung des PHINEO-Ratgebers „Kleines
Geld, große Wirkung“ unterstützt.
www.planetfinancegroup.org/pfd
Impressum
Januar 2012
©PHINEO gAG, Berlin
www.phineo.org
Autoren:
Sven Volland (PlaNet Finance
Deutschland e.V.),
Philipp Hoelscher (PHINEO gAG)
2 | 3inhalt
Warum dieser Ratgeber?
So funktionieren Mikrofinanzen
Das Grundmodell der Mikrofinanzen
Herausforderungen für Soziale Investoren
Wer nutzt Mikrofinanzen?
Wie Mikrofinanzprodukte helfen können
„Soziale und finanzielle Ziele widersprechen sich nicht“ –
Chuck Waterfield über die Funktionsweise der Mikrofinanzen
Von MFIs, MIVs und Investoren –
Die Mikrofinanzlandschaft im Überblick
Tipps für Soziale Investoren
Welche Beteiligungsmöglichkeiten gibt es?
Gutes bewirken – was heißt das?
Den geeigneten Investitions-Anbieter finden
Besondere Tipps für Geldanlagen
Auf einen Blick
Zum Weiterlesen
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„Mikrofinanzierung gibt den Armen die Chance,
ihr Leben besser zu gestalten. Allerdings,
Mikrofinanzierung ist keine Wunderwaffe!
Sie eröffnet armen Haushalten jedoch die
Chance, Ziele wie Wohlstand und Bildung besser
zu erreichen, als sie es ohne den Zugang zu
Mikrofinanzierung könnten.“
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
warum dieser ratgeber?
Spätestens die Verleihung des Friedens-
nobelpreises 2006 an Muhammad Yunus
hat die Mikrofinanzierung in den Fokus
der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt.
Der Gründer der
Grameen Bank wurde
als „Armutsbekämp-
fer“, das Konzept der
Mikrofinanzierung als
„Revolution des
Bankwesens“ gefeiert.
Die zugrundeliegende
Idee war bemerkens-
wert: Auch einkom-
mensschwache Menschen, die in weniger
entwickelten Volkswirtschaften keinen
Zugang zu Finanzdienstleistungen haben,
sollten diesen Zugang erhalten und damit
Marktteilnehmer statt Adressaten von
Hilfsprogrammen werden. Finanzdienst-
leistungen – seien es Kredite, Sparanla-
gen, Versicherungen oder auch nur Über-
weisungen – sind wirtschaftlicher Motor
einer Gesellschaft. Denn sie versetzen
Menschen in die Lage, ihre Zukunft zu
gestalten und die eigene Lebensqualität
zu verbessern. Um die Bedeutung dieser
Entwicklung nachzuvollziehen, kann
man sich vor Augen führen, wie unser
eigenes Leben ohne Versicherungen,
Sparkonten oder die Möglichkeit zur
kreditfinanzierten Investition aussähe.
Yunus in Bangladesch und die Nichtregie-
rungsorganisation ACCION waren die
Geburtshelfer der modernen Mikrofinanz-
bewegung in den 1970er Jahren. Heute gibt
es circa 200 Millionen Mikrofinanzkunden.
4 | 5
eingesetzt werden – weiterhin ein sinn-
volles Ziel für soziale Investitionen sein.
Sozialen Kleinanlegern, die sich im
Mikrofinanzbereich engagieren möchten,
bieten die folgenden Seiten auf über-
sichtliche und anschauliche Weise die
nötigen Informationen, um die soziale
Wirkung ihrer Investition zu maximieren.
Der Ratgeber erläutert ausführlich die
Funktionsweise von Mikrofinanzen in
Entwicklungs- und Schwellenländern mit
besonderem Augenmerk auf Mikrokredi-
ten. Er gibt einen Überblick über Inves-
titionsmöglichkeiten und zeigt, wie sozia-
le Wirkung erzielt und auch mit möglichen
finanziellen Renditezielen in Einklang
gebracht werden kann.
Nach dem zunächst großen Erfolg des
neuen Ansatzes wurde in den vergangenen
Jahren jedoch auch Kritik laut. Denn mit
wachsender Attraktivität des Mikrofinanz-
modells wurde auch das Interesse von
Akteuren geweckt, die weniger einer
sozialen Motivation folgten, als vielmehr
von den finanziellen Gewinnaussichten
im Mikrofinanzbereich angezogen wurden.
Es erschienen außerdem Meldungen, die
von Überschuldung und finanziellem Ruin
der Kreditkunden bis hin zu Selbstmord-
fällen berichteten. Die einst euphorisch
gefeierte Idee hat Kratzer bekommen.
Viele soziale Kleinanleger sind verunsichert.
Der Ratgeber möchte dieser Verunsiche-
rung entgegenwirken. Denn Mikrofinanzen
können – wenn sie verantwortungsvoll
„Kleines Geld, große Wirkung“ möchte auf
diese Weise wirksame soziale Investitio-
nen im Bereich Mikrofinanzen unterstützen
und damit einen Beitrag zur Förderung
einkommensschwacher Menschen in Ent-
wicklungs- und Schwellenländern leisten.
Verkauf
Einkauf
Arbeitstage
Umsatz
das grundmodell der mikrofinanzen
Nguyen Thu Cuc ist eine viet-
namesische Händlerin, die an
sechs Tagen pro Woche täglich
acht Stunden auf dem Markt
von Ho-Chi-Minh-Stadt ihre
Waren anbietet.
An jedem Morgen verbringt sie
zwei Stunden damit, Nach-
schub von einem Großhändler
zu besorgen. In diesen zwei
Stunden erzielt Nguyen keiner-
lei Einkünfte.
In den übrigen acht Stunden
setzt sie pro Stunde 1 Dollar
um und verdient dabei 25 Cent.
Auf diese Weise verdient sie
pro Woche 12 Dollar, das sind
48 Dollar im Monat. Ihre
Lebenshaltungskosten kann
sie damit notdürftig decken.
So funktionieren Mikrofinanzen
6 | 7
Mikrokredit
Verkauf
20 % Zinsen
zusätzlicher
Gewinn
Arbeitstage
Umsatz
Nun erhält sie einen Mikro-
kredit in Höhe ihres doppelten
Tagesumsatzes, also von
16 Dollar. Sie kann damit beim
Großhändler einen Waren-
bestand für drei Tage statt nur
für einen Tag einkaufen.
In ihrer Sechs-Tage-Woche
spart sie so acht Stunden
Reisezeit, die sie für den
Verkauf nutzt.
Ihr Gewinn steigt damit um
2 Dollar die Woche, monatlich
also von 48 auf 56 Dollar.
Selbst mit einem Zinssatz von
40% (das sind 6,40 Dollar pro
Monat) bliebe Nguyen Thu
Cuc im Plus. Ein durchschnitt-
licher Mikrokredit mit 20%
Zinsen kann ihr demnach zu
einer guten Gewinnsteigerung
verhelfen.
herausforderungen für soziale investoren
Wer sich im komplexen Bereich der
Mikrofinanzen engagieren möchte, steht
zunächst vor einigen Herausforderungen,
bei deren Bewältigung der Ratgeber
Unterstützung bietet:
einen ausgewogenen
blick bewahren
Die zwischen Extremen schwankende
öffentliche Wahrnehmung von Mikro-
finanzen erschwert eine unbefangene
Annäherung an die Mikrofinanzrealität.
Ihre anfänglich extrem positive Über-
zeichnung hat unhaltbare Erwartungen
geschürt. Mikrofinanzierung war und ist
kein Allheilmittel gegen Armut – schließ-
lich ist ein Kredit auch nur Mittel zum
Zweck. Aber Sparkonto, Versicherung und
Kredit ermöglichen Stabilität und eröffnen
Menschen die Chance, ihr Leben besser
zu gestalten. Zwischen der Beschwörung
als Allheilmittel einerseits und extrem
negativer Berichterstattung andererseits
gilt es für Soziale Investoren, eine ausge-
wogene Sichtweise zu bewahren. Denn
die meisten negativen Vorkommnisse
sind bislang Einzelfälle, die Beispiele für
positives Wirken von Mikrofinanzen in
den Hintergrund drängen.
soziale wirkung durch
marktwirtschaftliche
prinzipien
Eine zentrale Herausforderung ist die
Vereinbarkeit von philanthropischer
Geisteshaltung und marktwirtschaftlichen
Prinzipien. Denn die Vergabe von Mikro-
krediten und anderen Produkten durch
die Mikrofinanzinstitutionen (MFIs)
an die Endkunden verfolgt gleichzeitig
soziale und wirtschaftliche Ziele. Diese
Dualität der Zielsetzung basiert auf einer
marktwirtschaftlichen Herangehens-
weise, die soziale Wirkungen keinesfalls
ausschließt. Im Gegenteil: Kreditrückzah-
lung und Zinsen sind die Voraussetzung
für die Entstehung eines selbsttragen-
den Systems. Sie schaffen die Grundlage
dafür, möglichst vielen Menschen
So funktionieren Mikrofinanzen
Zugang zu Finanzdienstleistungen zu
ermöglichen.
Diese Dualität kann auch auf das Engage-
ment Sozialer Investoren angewendet
werden. In sozialer Hinsicht sollen
einkommensschwache Menschen Zugang
zu Finanzdienstleistungen erhalten.
Erhofft werden dadurch armutsmindernde
Effekte. Außerdem wünschen sich viele
Investoren über die soziale Rendite hinaus
auch einen finanziellen Gewinn oder
zumindest einen Kapitalerhalt.
soziale wirkung
im blick behalten
Um mehr Menschen mit Krediten zu
versorgen, suchten Mikrofinanzorganisa-
tionen verstärkt nach finanziellen Mitteln
und wurden bei internationalen Fonds
fündig. Zinserträge und rentabel arbei-
tende Mikrofinanzinstitutionen weckten
gleichzeitig das Interesse vornehmlich
kommerziell orientierter Investoren.
Geld verdienen und dabei auch noch
Gutes tun – das erwies sich als attraktives
Konzept. Doch die damit einhergehende
Kommerzialisierung hat auch ihre Schat-
tenseiten. Denn die Möglichkeit, durch
die Ansprache wohlhabenderer Kunden-
gruppen auch höhere Erträge zu erwirt-
schaften, sorgte für eine Umorientierung
mancher Mikrofinanzinstitutionen hin zur
finanziellen Rendite auf Kosten der sozialen
Wirkung. Wie Soziale Investoren darauf
achten können, dass die sozialen Ziele
nicht vernachlässigt werden, zeigen die
Kapitel unter „Tipps für Soziale Investoren“.
eigeninitiative ist gefragt
Für Soziale Investoren ist es meist nicht
einfach zu erfahren, welche Investitions-
möglichkeiten vorhanden sind. Noch
schwieriger ist es zu verstehen, welche
soziale Wirkung von den jeweiligen
Optionen zu erwarten ist. Anleger müs-
sen daher selbst aktiv werden, um die
Möglichkeiten zu bewerten. Für einen
umfassenden Überblick ist dabei die
Lektüre englischsprachiger Publikationen
unerlässlich.
Die folgenden Seiten zeigen, wie Soziale
Investoren den Herausforderungen begeg-
nen können.
8 | 9
wer nutzt mikrofinanzen?
Im Fokus der Mikrofinanzen stehen ein-
kommensschwache Menschen in den
Entwicklungs- und Schwellenländern der
Welt. Dazu gehören Bauern, Fischer,
Angestellte, Gelegenheitsarbeiter sowie
Kleinstproduzenten und Händler. Oft
haben sie ein kleines Geschäft oder einen
kleinen Stand, an dem sie Waren verkau-
fen oder reparieren. Ihre Einnahmen sind
schwankend und meist gering. Für die
meisten sind Arbeitslosengeld und
Krankenversicherung Fremdwörter. Dafür
müssen sie ständig mit den Herausforde-
rungen eines unregelmäßigen Einkom-
mens umgehen. Sie sind auf sich gestellt,
wenn sie das Schulgeld für die Kinder
organisieren, den Ausfall der Ernte über-
brücken, den Warenbestand des Dorf-
ladens erweitern oder als Handwerker in
Werkzeuge investieren müssen, die
die Annahme größerer Aufträge erst
erlauben.
Die Herausforderung, geringe und schwan-
kende Einkommen mit den anfallenden
Ausgaben in Einklang zu bringen, treibt
die Menschen zu einem aktiven Finanz-
management an. Doch viele haben keinen
ausreichenden Zugang zu formellen
Finanzdienstleistungen. Das Banksystem,
so wie es hierzulande üblich ist, kann die
kleinen Kredit- oder Sparbeträge, um die
es in Entwicklungsländern geht, nicht
kostendeckend oder gar gewinnbringend
bearbeiten. Zudem werden einkommens-
schwache Menschen von den Banken
häufig als riskantere Kunden wahrgenom-
men, weil sie selten die üblichen Sicher-
heiten bieten. Sie müssen deshalb meist
auf ein vielschichtiges Netzwerk von
informellen Finanzbeziehungen zurück-
greifen. Freunde, Verwandte und Nachbarn
helfen mit kleinen Beträgen aus. Mit-
glieder der Gemeinde organisieren sich in
Spar- und Kreditvereinen. Vermögende
So funktionieren Mikrofinanzen
Gemeindemitglieder, Arbeitgeber und
Geldverleiher vergeben Kleinstkredite.
Darüber hinaus investieren die Menschen
ihre Ersparnisse in Schmuck und andere
Dinge, die bei Bedarf kurzfristig zu Geld
gemacht werden können.
Auch wenn sich die Menschen mit diesem
informellen Beziehungsgeflecht zu helfen
wissen, stellt es doch bei vielen Proble-
men keine zufriedenstellende Lösung dar.
Denn Verwandte oder Nachbarn verfügen
nicht in jeder Situation über ausreichende
Finanzmittel. Zudem könnte die eigene
finanzielle Notsituation in der Nachbar-
schaft bekannt werden. Freundschaften
werden belastet, wenn ausstehende
Darlehen nur unregelmäßig zurückgezahlt
werden können. Außerdem fällt es oft
Menschen ohne Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen sind häufig
auf private Geldverleiher angewiesen. Einige dieser Geldverleiher
verlangen für ihre Dienste astronomische Summen. Von den Philippinen
wird berichtet, dass für Kleinstkredite mit einmonatiger Laufzeit bis zu
1.000% Zinsen pro Jahr verlangt werden.
Die Kosten informeller Geldverleiher
schwer, die Ersparnisse zum Kauf der
motorisierten Rikscha unangetastet zu
lassen, wenn die täglichen Ausgaben stets
dringlicher erscheinen.
Informelle Arran-
gements im per-
sönlichen Umfeld,
aber auch Geldver-
leiher bieten
letztlich also keine
finanzielle Stabi-
lität für einkom-
mensschwache
Gruppen. Auch herkömmliche Banksys-
teme bieten keine Lösung. Mikrofinanz-
produkte füllen diese Lücke.
10 | 11
wie mikrofinanzprodukte helfen können
Mikrofinanzprodukte
eröffnen auch ein-
kommensschwachen
Menschen die
Möglichkeit, Finanz-
dienstleistungen zu
nutzen.
Das wohl
bekannteste
Mikrofinanz-
produkt ist der
Mikrokredit. Kleinstbe-
träge werden für notwendige
Anschaffungen in Betrieben, für Investiti-
onen in Bildungsmaßnahmen und bis-
weilen auch als Konsumkredit vergeben.
Die Kreditaufnahme stellt jedoch nur eine
Option im Mix der finanziellen Strategien
einkommensschwacher Menschen dar.
Darüber hinaus gibt es Mikrosparprodukte,
Geldtransfers sowie Mikroversicherungen.
Einige Mikrofinanzinstitutionen (MFIs)
bieten ihren Kunden begleitend auch
nicht-finanzielle Dienstleistungen an,
etwa Trainings zur Förderung unterneh-
merischer Fähigkeiten oder finanzieller
Bildung. Ihr Ziel ist es, Arme in den
Finanzmarkt einzuführen und Überschul-
dung vorzubeugen.
Die Mikrofinanzprodukte sind so gestal-
tet, dass auch kleine Kreditbeträge
kostendeckend vergeben werden können,
etwa durch Kreditvergabe an Gruppen.
Fehlende Sicherheiten werden ersetzt,
indem die Rückzahlungsfähigkeit der
Kunden besonders sorgsam
überprüft wird oder Kredit-
gruppen gemeinsam haften.
Zudem helfen unkonventionelle
Methoden wie der Einsatz
mobiler Bankfilialen dabei,
auch abgelegen lebende
Bevölkerungsgruppen zu
erreichen. Dies alles führt dazu, dass
ähnlich hohe Rückzahlungsquoten wie im
traditionellen Banksektor erzielt werden
können.
Die durchschnittliche Kredithöhe der in der Datenbank MIX Market
erfassten MFIs beträgt 535 Dollar. Der Betrag variiert je nach Region:
In Osteuropa liegt er derzeit bei 1.824, in Afrika bei 323 Dollar.
Durchschnittliche Kredithöhe
So funktionieren Mikrofinanzen
Die Kostendeckung
durch Zinsen ermög-
licht es, selbst-
tragende und von
Spenden unabhän-
gige Kreditverga-
beinstitutionen
aufzubauen, die
sich zu dauerhaf-
ten und verlässli-
chen Finanzpart-
nern für die Men-
schen entwickeln
können. Diese markt-
wirtschaftliche Heran-
gehensweise ist ein
zentrales Merkmal der
Mikrofinanzierung.
Außerdem sind die Anbieter von Mikrofi-
nanzprodukten im Gegensatz zu Freunden
oder Nachbarn meist ausreichend liquide.
Damit können sie jederzeit die benötigten
Beträge auszahlen. Gleichzeitig garan-
tieren die rein professionellen Kunden-
beziehungen eine größere Diskretion.
Sparpläne ermöglichen zudem den diszi-
plinierten Aufbau langfristiger Ersparnisse.
Empörung lösen bei vielen die oftmals
hohen Kreditzinsen aus. Mikrokreditzinsen
sind höher als die in anderen Banksegmen-
ten. Der Grund: Jeder Kredit verursacht
Kosten. Je kleiner der vergebene Kredit-
betrag, desto höher fallen anteilig die
Kosten aus. Um zumindest kostendeckend
arbeiten zu können, müssen also teils
hohe Zinssätze berechnet werden.
Beispielrechnung Zinssätze
100 $ 500 $
25 $ Trans-
aktionskosten
10 % Kapital-
beschaffung
1 % Ausgleich
ausgefallener
Kredite
Die „Consultative Group to Assist the Poor“ (CGAP) errechnet das
folgende Beispiel: Die Vergabe eines 100-Dollar-Kredits kostet eine
MFI 36 Dollar. Darin enthalten sind 10% Kosten für die Beschaffung
des Kapitals, 1% Kosten für den Ausgleich ausgefallener Kredite
sowie so genannte Transaktionskosten, die mit der Bonitätsprüfung
des Kunden, der Kreditvergabe und -überwachung anfallen.
Die Transaktionskosten sind für jede Kredithöhe etwa gleich – im
Beispiel werden sie mit 25 Dollar angenommen. Ein Kredit über
500 Dollar kostet die MFI demnach 50 + 5 + 25 = 80 Dollar.
Damit die MFI kostendeckend arbeiten kann, muss sie für
den 100-Dollar-Kredit einen Zinssatz von 36%, für den
500-Dollar-Kredit lediglich einen Zinssatz von 16%
veranschlagen.
12 | 13
„soziale und finanzielle ziele widersprechen
Was versteht man unter der soge-
nannten „Double Bottom Line“?
Der Begriff bezieht sich auf die Dualität
von finanziellen und sozialen Zielen.
Aus der Perspektive einer Mikrofinanz-
institution bedeutet das einerseits einen
Fokus auf die finanzielle Nachhaltigkeit
der Institution sowie andererseits auf die
Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppen,
die sie bedient. Diese lediglich zu bedie-
nen, reicht jedoch nicht. MFIs müssen
sicherstellen, dass sie die Zielgruppen
erreichen, die nicht vom herkömmlichen
Bankensektor erreicht werden, und sie
müssen neben rein finanziellen Bedürfnis-
sen auch Fragen der Lebensqualität
adressieren. Außerdem sollten die Ange-
bote für Kunden qualitativ hochwertig,
fair und transparent sein.
Soziale und finanzielle Ziele zur
gleichen Zeit – ist das kein Wider-
spruch?
Im Gegenteil: Für ein Unternehmen, das
sein Einkommen ausschließlich von armen
Bevölkerungsgruppen erzielt, ist das
sogar essenziell. Die Mikrofinanzbranche
wurde auf dieser dualen Zielsetzung
aufgebaut. Um sie zu erreichen, müssen
wir uns auf beide Ziele gleichermaßen
konzentrieren. Diese Balance stellt einen
ständigen Drahtseilakt dar. In der Mikrofi-
nanzbranche arbeiten wir an der Formu-
lierung und Umsetzung von verantwort-
lichen Methoden, die uns dabei helfen.
Auch aus wirtschaftlichen Gründen spricht
viel dafür, den sozialen Fokus aufrecht-
zuerhalten. Denn die erfolgreichsten
Mikrofinanzinstitutionen sind diejenigen,
Chuck Waterfield über die Funktionsweise der Mikrofinanzen
So funktionieren Mikrofinanzen
Zinssätze bezahlen, damit der Kreditgeber
diese Kunden überhaupt erreichen kann.
Daneben haben andere Faktoren Einfluss
auf die Zinssätze: etwa unterschiedliche
Zielgruppen oder das politische und
wirtschaftliche Umfeld. Beispielsweise
kann sich die Vergabe von Krediten an
Menschen in abgelegenen Gebieten
aufgrund der höheren Reisekosten auch
in höheren Zinsen niederschlagen.
Wie lassen sich ungerechtfertigt hohe
Zinsen verhindern?
Transparenz ist das grundlegende Element
für die Entwicklung von verantwortlichem
Geschäftsgebahren und Kundenschutz.
MicroFinance Transparency geht davon
aus, dass transparente Preise für mehr
Wettbewerb sorgen und sich die Zinsen
sich nicht“
die ihre Kunden am besten bedienen und
gleichzeitig finanziell nachhaltig arbeiten.
Mikrofinanz-Zinssätze erscheinen
oft außergewöhnlich hoch – wie
beurteilen Sie das?
Mikrokredite kosten nicht immer gleich
viel, und die Zinsen sind auch nicht immer
„hoch“. Die von den MFIs verlangten
Zinssätze hängen von vielen Faktoren ab
und können sich daher substanziell unter-
scheiden. Ein wichtiger Faktor ist die
Kredithöhe, denn die Bearbeitungskosten
für einen Kredit sind unabhängig von
dessen Höhe relativ konstant. Daher gilt:
Je kleiner die Kreditsumme, desto höher
sind die Kosten im Verhältnis zur vergebe-
nen Summe. In manchen Fällen müssen
daher die ärmsten Kunden die höchsten
für einzelne Kreditprodukte dadurch
dem Marktniveau annähern. Dazu ist ein
transparenter Markt erforderlich, der
fairen Wettbewerb ermöglicht. Davon
profitieren die Kunden. Denn sie können
sich dann gut informiert für diejenigen
Produkte entscheiden, die ihnen wirklich
nutzen.
Chuck Waterfield
ist Präsident von
MicroFinance
Transparency.
Die amerikanische
Organisation setzt
sich für Transparenz
bei der Vergabe
von Mikrokrediten
ein.
14 | 15
6 % Landwirt-
schaftsbanken
7 % Banken
18 % Genossenschaften
NGOs 36 %
Andere Finanz-
institutionen 33 %
von mfis, mivs und investoren –
die mikrofinanzlandschaft im überblick
Woher kommen die Investitionen, und wie
erreichen sie die Endkunden? Die folgen-
den Absätze stellen die Mikrofinanzland-
schaft vom lokalen Mikrofinanzprodukt-
anbieter bis zu den Investoren vor.
Mikrofinanzinstitutionen
bei MIX Market (Stand: 2008)
auf Länder Osteuropas und Lateiname-
rikas. Die übrigen verteilen sich auf die
Regionen des Nahen Ostens, Afrikas,
Asiens und des Pazifiks. Manche MFIs
sprechen gezielt urbane Bevölkerungs-
gruppen an, andere eher ländliche.
Viele richten sich gezielt an Frauen und
manche bedienen bestimmte Einkommens-
oder Berufsgruppen (etwa Bauern).
Hauptprodukte der MFIs sind Mikrokredite
und Sparprodukte. Während einige MFIs
Kredite an Einzelpersonen vergeben,
setzen andere vorwiegend auf die Grup-
penkreditvergabe. Innovative Vorreiter
zeichnen sich zum Beispiel durch das
Angebot von Mikroversicherungen oder
mobilen Bankdienstleistungen aus.
Hinsichtlich ihrer Größe – gemessen an
mikrofinanzinstitutionen
Die Kunden vor Ort bekommen Mikrokre-
dite und andere Produkte von sogenann-
ten Mikrofinanzinstitutionen. Ihre Gesamt-
zahl wird auf 10.000 weltweit geschätzt.
Darunter sind nicht nur Banken, sondern
auch Genossenschaften und Nicht-Regie-
rungsorganisationen (NGOs). Banken,
bei denen Mikrofinanzen nur eines unter
mehreren Geschäftsfeldern ist,
werden nicht dazugezählt.
Die MFI-Landschaft ist also
äußerst heterogen. Etwa
die Hälfte der in der
Datenbank MIX
Market registrier-
ten Institutionen
konzentriert sich
So funktionieren Mikrofinanzen
der Anzahl bedienter Kunden, vergebener
Kredite oder Volumen der Spareinlagen –
sind die MFIs sehr unterschiedlich. Bis
heute sind viele MFIs nicht in der Lage,
finanziell nachhaltig zu arbeiten.
Mikrofinanzkunden brauchen verlässliche
Finanzpartner. Eine MFI sollte sich daher
langfristig selbst tragen können – man spricht
dann von finanzieller Nachhaltigkeit. Kosten
für MFIs – beispielsweise für die Ausbildung
und Entlohnung der Mitarbeiter oder die
Bearbeitung von Kreditanträgen – werden
typischerweise durch Zinszahlungen der
Mikrokreditnehmer gedeckt.
lokale und internationale
investoren
Investoren sind eine wichtige Finanzquelle
für MFIs. Auf lokaler Ebene finanzieren
zum Beispiel einheimische Banken die MFIs
mit Krediten und Eigenkapitalbeteiligungen.
Investoren auf internationaler Ebene sind
Kleinanleger und wohlhabende Einzel-
personen, Stiftungen sowie institutionelle
Investoren, zum Beispiel Rentenfonds
und Versicherungen. Als Hauptgeldgeber
fungieren Organisationen wie die Welt-
bank-Tochter International Finance
Cooperation oder die deutsche KfW Ent-
wicklungsbank. Der Anteil internationaler
Privatinvestitionen ist in den letzten
Jahren unverkennbar gestiegen und lag
2009 bei 13 Milliarden Dollar.
intermediäre als
bindeglied
Mit zunehmendem Interesse internatio-
naler Investoren entstanden Intermediäre,
die als Mittler zwischen Investoren
und MFIs fungieren und so Investitionen
erleichtern. Denn gegenüber beiden
haben sie einen Wissensvorsprung:
Im Gegensatz zu Investoren verfügen sie
über notwendiges Mikrofinanz-Know-
how. Dadurch können sie für Investoren
etwa die Auswahl der zu finanzierenden
MFIs übernehmen. Im Unterschied zu
den MFIs besitzen sie Kenntnisse über
die internationale Investorenlandschaft.
Diese Intermediäre sind für Soziale
Investoren in der Regel die relevanten
Investitionsziele.
Definition:
„Finanzielle Nachhaltigkeit“
16 | 17
Vier bedeutende Typen von Intermediären
gibt es. Zu den (1) Mikrofinanz-Investitions-
Vehikeln (MIV) zählen Genossenschaften,
Holdinggesellschaften und Investment-
fonds, die mindestens die Hälfte ihrer
Mittel in Mikrofinanzen investieren.
(2) Nachhaltige Mischfonds investieren
nur einen geringen Anteil ihrer Kapitalmit-
tel im Bereich Mikrofinanzen. (3) Peer-to-
Peer-Anbieter stellen potenziellen Inves-
toren im Internet Kundenprofile der von
ihnen unterstützten MFIs vor. Als letzte
Gruppe sind (4) Spendenorganisationen
zu nennen, die vollständig oder als Kom-
ponente ihrer Entwicklungsprogramme im
Mikrofinanzbereich engagiert sind.
Investoren
Inter-
mediäre
MFIs
Kunden
Öffentliche
Investoren
Private
Investoren
(1) MIVs (2) Nachhaltige
Mischfonds
(3) Peer to Peer (4) Spenden-
organisationen
MFIs
Mikrofinanz-
kunden
Direkt-
investitionen
So funktionieren Mikrofinanzen
Vom Investor zum Kunden –
der Geldfluss internationaler Investitionen
welche beteiligungsmöglichkeiten gibt es?
Soziale Investoren im Mikrofinanzbereich
müssen zunächst eine grundlegende
Entscheidung treffen: zwischen Engage-
ment in Form einer Geldanlage oder einer
Spende. Beide können auf unterschiedliche
Weise soziale Wirkung entfalten. Die
folgenden Absätze zeigen für beide Opti-
onen die Beteiligungsmöglichkeiten auf.
geldanlagen
Anleger verstehen ihr Engagement als Teil
eines marktwirtschaftlichen Prozesses:
Sie legen Geld an, in der Regel bei den
Intermediären, und finanzieren über diese
ausgewählte MFIs. Die MFIs können dann
bestehende Kunden bedienen und neue
erreichen. Die Kunden wiederum zahlen
die Kredite zurück. Im Unterschied zu
Spendern sollten Anleger ihr investiertes
Geld daher zurückerhalten. Eventuelle
Zinsgewinne werden von einigen Interme-
diären an die Investoren ausgezahlt, von
anderen direkt reinvestiert.
Vier Anlageoptionen stehen zur Verfügung:
Anleger können Anteile an (1) Invest-
mentfonds und (2) Genossenschaften
erwerben oder (3) selbst Kredite über
Peer-to-Peer-Anbieter vergeben. Darüber
hinaus besteht die Möglichkeit, sich
(4) direkt per Aktien- oder Anleihenkauf
an einer MFI zu beteiligen.
[1] Investmentfonds stellen eine „traditio-
nelle“ Anlage dar. Das heißt: Die Höhe
der Rendite ist abhängig vom wirtschaft-
lichen Erfolg der Fondsaktiva. Wichtig:
Diese marktwirtschaftliche Orientierung
schließt nicht aus, dass ein Fonds sozial
ausgerichtet ist.
[2] Für Anleger, die sich über ihre Anlage-
entscheidung hinaus aktiv engagieren
möchten, könnte eine Genossenschafts-
beteiligung das Richtige sein. Denn Genos-
senschaftsmitglieder haben ein Stimm-
recht und sind damit an Entscheidungen
der Geschäftspolitik beteiligt. Die meis-
ten Genossenschaften sind langjährige
Tipps für Soziale Investoren
18 | 19
Wegbegleiter der Mikrofinanzierung.
[3] Peer-to-Peer-Anbieter vermitteln das
Gefühl, mitten im Geschehen zu stehen.
Auf den Internetseiten der Anbieter
finden sich etliche Profile unterschied-
licher Mikrokreditnehmer, die der Anbieter
mit Hilfe der eingehenden Anlagen
unterstützt. Diese Variante ist besonders
geeignet, um sich einen ersten Zugang
zur oftmals weit entfernten und fremd
anmutenden Mikrofinanzwelt zu ver-
schaffen.
[4] Direktinvestitionen über Aktien oder
Anleihen sind etwas für Experten und
nur bei wenigen
MFIs möglich.
Sie erfordern ein
überdurchschnitt-
liches Maß an
Eigeninitiative,
denn Investoren
müssen selbst
Informationen über
die auszuwählen-
den MFIs beschaffen, und die meisten
Aktien und Anleihen werden nur auf
lokalen Börsen gehandelt.
spenden
Spender unterstützen die Grundidee der
Mikrofinanzen, ohne Wert darauf zu legen,
Teil des marktwirtschaftlichen Mikrofinanz-
Kreislaufs zu sein. Entsprechend wird das
Geld nicht zurückgezahlt oder verzinst.
Potenzielle Empfänger von Spenden sind
Vereine, Förderkreise von Genossenschaf-
ten und andere Organisationen, die sich
mit entwicklungspolitischer Motivation
im Bereich Mikrofinanzen engagieren.
Auch international tätige Organisationen,
darunter Initiativen zur strukturellen
Verbesserung des Mikrofinanzwesens, aber
auch Peer-to-Peer-Anbieter und Genossen-
schaften können mit einer Spende unter-
stützt werden.
Da die Produkte der meisten Anlageanbieter in Deutschland bisher
nicht öffentlich beworben werden, ist bei der Recherche Eigeninitiative
gefragt. Mit der Neuordnung des Investmentgesetzes im Jahr 2011
wurden jedoch auch deutsche Mikrofinanzfonds ermöglicht. Informa-
tionen zu Anbietern siehe Seite 31 „Zum Weiterlesen“.
Anlageanbieter
Tipps für Soziale Investoren
Die Organisationen verwenden die Gelder
auf zwei verschiedene Arten:
[1] Zur Refinanzierung von MFIs, damit
diese wiederum weitere Kunden erreichen
können. Zwar werden die Gelder nicht
immer auch als Spende an MFIs weiterge-
reicht, spendensammelnde Organisatio-
nen werden jedoch besonderen Wert auf
die soziale Wirkung legen. Junge MFIs
werden zum Beispiel in der kritischen
Gründungs- und Aufbauphase unter-
stützt. Eine Spende bewirkt so, dass mehr
Menschen von Mikrofinanzprodukten
profitieren können.
[2] Für die Verbesserung der sozialen
Verantwortlichkeit im Mikrofinanzbereich.
So widmen sich organisationsüber-
greifende Initiativen der Förderung und
Erforschung von Teilaspekten der
Mikrofinanzierung, wie dem Kunden-
schutz und der Preistransparenz. Andere
bieten Mikrofinanzkunden nicht-finan-
zielle Dienstleistungen an, etwa Kurse in
finanzieller Allgemeinbildung.
Da spendensammelnde Organisationen
die Gelder zu unterschiedlichen Zwecken
nutzen, sollten Soziale Investoren sich auf
den Internetseiten der Spendenorganisa-
tionen über die jeweilige Verwendung der
Spenden informieren.
Manche Fonds verlangen hohe Mindesteinlagebeträge und sind daher für die
meisten sozial orientierten Investoren irrelevant. Einige ausländische Peer-
to-Peer-Anbieter sind zudem für deutsche Kleinanleger nicht zugänglich.
Ausschlusskriterien
20 | 21
gutes bewirken – was heisst das?
Wie Mikrofinanzinstitutionen können auch
Soziale Investoren gleichzeitig soziale
und finanzielle Ziele verfolgen. Aus finan-
zieller Sicht geht es bei Anlagen zunächst
darum, das Geld zurückzuerhalten. Hinzu
kommt das mögliche Erwirtschaften einer
Rendite, beispielsweise in Form einer
Dividende. Was aber kann eine Mikrofi-
nanzinvestition – sei es als Spende oder
Geldanlage – in sozialer Hinsicht
bewirken?
Mikrofinanzen
zielen als wirt-
schaftliches För-
derinstrument
darauf ab, einkom-
mensschwache
Menschen in den
formellen Finanz-
sektor einzubin-
den. Diese können
dann mit Mikrover-
sicherungen extreme Notsituationen
abfedern oder durch Mikrokredite Investi-
tionen in Kleinunternehmen, aber auch in
Ausgaben für Bildung oder Gesundheit
finanzieren. Dass dadurch letztlich
armutsmindernde Effekte erzielt werden
ist möglich, aber nicht garantiert.
Flächendeckende Nachweise für diese
Effekte gibt es bisher kaum. Denn die
vielen Varianten der Mikrofinanzierung
wirken sich je nach Land, Zielgruppe oder
genutztem Produkt unterschiedlich aus.
„Mikrofinanzen sind keine Almosen. Sie sind ein Weg,
um Geringverdienern dieselben Rechte und Dienst-
leistungen zu ermöglichen, die auch allen anderen
zugänglich sind. Sie sind die Anerkennung, dass
arme Menschen die Lösung sind und nicht das
Problem. Sie sind ein Weg, um auf Ideen, Kraft und
Weitblick dieser Menschen aufzubauen. Sie sind
ein Weg zur Entstehung produktiver Unternehmen
und ermöglichen Gemeinschaften, Erfolg zu haben.“
Kofi Annan, 2004
Tipps für Soziale Investoren
Doch Entwicklung ist nicht nur ein ökono-
misches Phänomen. Auch die Entstehung
zusätzlicher politischer, sozialer und
finanzieller Freiheitsräume kann als
Entwicklung verstanden werden. Und
der Zugang zu Finanzdienstleistungen
eröffnet einkommensschwachen Menschen
neue Freiräume. Das bedeutet: Das soziale
Ziel einer Investition ist primär, diesen
Menschen Zugang zu Finanzdienstleis-
tungen zu ermöglichen. Und dies zu
Bedingungen, die negative Auswirkungen
wie etwa Überschuldung verhindern.
Voraussetzung für positive soziale Wirkung
ist dann einerseits, dass die Zielgruppe
erreicht wird oder in Zukunft erreicht
werden kann. Andererseits sollte der
finanzielle Zugang zu Mikrofinanzdienst-
leistungen auch im Interesse der
Zielgruppe gestaltet sein – also (1) sozial
verantwortlich und (2) an den Kunden-
bedürfnissen ausgerichtet.
[1] Sozial verantwortlichen Zugang zu
Mikrofinanzen gewährleisten MFIs, die
ihre Kunden vor Überschuldung bewahren,
Einlagen sicher hüten und Kundendiskri-
minierung durch MFI-Mitarbeiter ahnden.
Menschenrechte und internationale
Arbeitsstandards werden eingehalten.
Kleinstunternehmer, die beispielsweise
Menschen zur Arbeit zwingen, dürfen
nicht finanziert werden. Zudem sollte
das Ziel, Menschen finanziell einzubinden,
einen höheren Stellenwert einnehmen
als mögliche Rentabilitäts- und Risiko-
bedenken. Dies zeigt sich etwa bei der
Versorgung schwer erreichbarer ländlicher
Kundengruppen.
[2] MFIs sind auf die Bedürfnisse der
Zielgruppe ausgerichtet, wenn sie auf die
Zufriedenheit ihrer Kunden Wert legen
und ihre Produkte an unterschiedliche
Kundengruppen anpassen. Das kann zum
Beispiel bedeuten, dass MFIs sich mit
mobilen Bankfilialen darum bemühen,
auch Menschen in abgelegenen Regionen
zu erreichen, und nicht nur Menschen in
dicht besiedelten Stadtgebieten bedienen.
Soziale Investoren können die soziale
Wirkung von Mikrofinanzen positiv beein-
flussen, indem sie einen Investitions-
Anbieter auswählen, der diese Aspekte
berücksichtigt. Das bedeutet auch, dass
eine Spende nicht zwangsläufig eine
„sozialere“ Wirkung hat als eine
Geldanlage.
22 | 23
den geeigneten investitions-anbieter finden
Ob Spende oder Geldanlage – die ge-
wünschte soziale Wirkung lässt sich vor
allem über die Wahl des richtigen Investi-
tions-Anbieters erzielen. Soziale Inves-
toren sollten daher bei der Wahl dieses
Anbieters anspruchsvoll sein.
Die folgenden Kriterien zeigen, woran sich
empfehlenswerte und verantwortungs-
volle Anbieter erkennen lassen. Bei der
Entscheidung sollten zunächst die Basis-
Aspekte unter Punkt 1 berücksichtigt
werden.
Die weiteren Kriterien unter Punkt 2 erfor-
dern etwas mehr Recherche. Sie eignen
sich daher für Soziale Investoren, die
zusätzlichen Aufwand in Kauf nehmen,
um die soziale Wirkung ihres Engagements
sicherzustellen.
transparenz
Ein Anbieter zeigt Transparenz
durch die Veröffentlichung von
Tätigkeitsberichten. Regelmäßige Publi-
kationen von Daten zu finanzieller und
sozialer Performance, etwa zu den
erreichten Kundengruppen, erhöhen die
Glaubwürdigkeit des Anbieters. Er sollte
außerdem Informationen über die eigene
Finanzierung sowie über die Zinskonditio-
nen für finanzierte MFIs öffentlich
bereitstellen.
gütesiegel
Ein wichtiger Anhaltspunkt für die Qua-
lität von Investitions-Anbietern sind
Gütesiegel. Das „CGAP Transparency
Certificate“ beurteilt die soziale Leistung
von Genossenschaften und Fonds.
Das „Luxflag Lable“ hingegen wird aus-
schließlich für Fonds vergeben und
bescheinigt seinen Trägern sowohl gute
soziale als auch finanzielle Performance.
Beide Gütesiegel können bei der Entschei-
dung für einen Anbieter herangezogen
werden.
Mit der Ratifizierung der „Client Protec-
tion Principles“ verpflichtet sich ein
Anbieter dem Schutz seiner Kunden.
Die Prinzipien enthalten unter anderem
die Aufforderung, Preise transparent zu
gestalten und Kunden vor Überschuldung
zu bewahren. Auf den Internetseiten der
Gütesiegel (siehe „Zum Weiterlesen“)
stehen Listen mit den zertifizierten Fonds
und Genossenschaften.
1
Tipps für Soziale Investoren
Spendenorganisationen sollten als gemein-
nützig anerkannt sein und über einen
Freistellungsbescheid vom Finanzamt
verfügen. Mikrofinanzunabhängige Güte-
siegel für gemeinnützige Organisationen
in Deutschland sind das DZI-Spenden-
siegel oder die PHINEO-Empfehlung.
empfehlenswerte Anbieter gehen bei der
Auswahl über finanzielle Kriterien hinaus
und berücksichtigen, ob die finanzierten
MFIs die Zielgruppe erreichen und sozial
verantwortlich bedienen. Dies wird
häufig als „Social Performance Manage-
ment“ oder „Soziale Wirkungsmessung“
bezeichnet. Überlässt ein Anbieter die
MFI-Auswahl hingegen einem externen
Partner, sollten Informationen über den
Partner bereitgestellt werden.
laufende prüfung
der sozialen performance
von mfis
Nach der Auswahl der finanzierten
MFIs sind herausragende Anbieter auch
um die kontinuierliche Sicherstellung
von deren sozialer Performance bemüht.
Soziale Investoren, die über diese
Basisinformationen hinaus
Investitions-Anbieter mit beson-
derem Anspruch an die soziale Wirkung
suchen, können zusätzlich folgende
Auswahlkriterien
heranziehen:
sorgsame
auswahl der
mfis
Der Anbieter gibt
in Internetpräsenz
und Publikationen
Auskunft über den
Auswahlprozess
der von ihm finan-
zierten MFIs oder kann diese gegenüber
Sozialen Investoren erläutern. Besonders
Das Zertifikat signalisiert, dass Investitionsanbieter anhand von Kenn-
zahlen über ihre soziale Performance berichten. Zu den Kennzahlen
gehört die durchschnittliche Kredithöhe als grober Indikator für das
Einkommensniveau der erreichten Kunden. Weitere Kennzahlen umfassen
den Anteil ländlicher und städtischer Kunden oder den prozentualen
Frauenanteil. Sie lassen eine ungefähre Einschätzung über die erreichten
Kundengruppen und deren Bedürfnisbefriedigung zu.
Das „CGAP Transparency Certificate“
2
24 | 25
Informationen dazu sollten ebenfalls
auf den Internetpräsenzen und in Publika-
tionen der Anbieter enthalten sein. Bei
kleineren Fonds können langfristige und
vertrauensbasierte Beziehungen zum
MFI-Management jedoch die laufende
Überprüfung ersetzen.
Besonders engagierte Anbieter setzen
sich darüber hinaus für die Einführung
von sozialer Wirkungsmessung auf MFI-
Ebene ein. Erkennbar ist dies etwa daran,
dass sie Befragungen zur Kundenzufrie-
denheit durchführen und zusätzlich Para-
meter wie den „Progress out of Poverty
Index“ der Grameen Stiftung oder andere
soziale Ratings zur Bewertung einsetzen.
berichterstattung
zur sozialen performance
des anbieters
Auf seiner Internetpräsenz stellt der
Investitions-Anbieter regelmäßig Berichte
zur Messung seiner eigenen sozialen
Wirkung zur Verfügung. Ein herausragen-
der Anbieter ist daran zu erkennen,
dass er sich zudem selbst einem Rating
oder einer externen Prüfungen unterzieht,
etwa durch die Rating-Agenturen M-CRIL
oder CERISE.
investitionen
in lokaler währung
Anbieter sollten wenn möglich die Gelder
für MFIs in deren lokaler Währung ver-
geben. So wird verhindert, dass
Wechselkursschwankungen zu einer
möglichen Erhöhung der MFI-Schuldenlast
führen. Allerdings tragen die Investoren
dann das Wechselkursrisiko. Nicht in allen
Ländern sind jedoch Investitionen in
lokaler Währung möglich.
kapazitätsaufbau bei mfis
Engagierte Anbieter können auch daran
erkannt werden, dass sie mit einem Teil
ihrer Mittel MFIs über finanzielle Investi-
tionen hinaus unterstützen, zum Beispiel
durch Schulungen für MFI-Mitarbeiter.
Dieser Transfer von Wissen und interna-
tional bewährter Praxis hilft den MFIs bei
ihrer Entwicklung zu sozial verantwort-
lichen und finanziell nachhaltigen
Organisationen.
Tipps für Soziale Investoren
besondere tipps für geldanlagen
Wer sein Geld als Anlage investiert, sollte
außerdem die folgenden Aspekte beachten.
ausfallrisiko streuen
Die Anlageoptionen bergen unterschied-
lich hohe Ausfallrisiken. Bei einer Fonds-
und Genossenschaftsanlage teilen sich
die Anleger die Verluste. Je breiter das
Portfolio über verschiedene Regionen und
MFIs gestreut ist, desto unwahrschein-
licher ist ein kompletter Ausfall einer
Anlage. Informationen zur Portfoliostreu-
ung sollten in den Performance-Berichten
der Anbieter
enthalten sein.
Bei Peer-to-Peer-
Anbietern hinge-
gen sind Soziale
Investoren biswei-
len alleiniger
Kreditgeber und
tragen folglich das
gesamte Risiko.
Sie können daher selbst das Anlageportfo-
lio über mehrere Mikrokreditnehmer
streuen. Jeder Anbieter sollte jedoch auch
zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um
Ausfällen vorzubeugen. Dazu gehören
beispielsweise eine gewissenhafte Vorab-
überprüfung und konstante Beobachtung
der finanzierten MFIs. Ferner bieten
manche Peer-to-Peer-Anbieter Ausfallga-
rantien an. Gute Anbieter informieren
darüber auf ihrer Website.
Transparenz bei Peer-to-Peer-Anbietern
Bei einigen Peer-to-Peer-Anbietern vergibt man Kredite zinslos. Null Pro-
zent Zinsen für den Investor bedeuten aber nicht null Prozent Zinsen für
den Mikrokreditnehmer. Dieser wird im Regelfall branchenübliche Zins-
sätze zahlen. Mit dem zinslosen Kredit wird lediglich ermöglicht, dass
die MFI sich zu günstigeren Konditionen finanzieren kann. Transparente
Peer-to-Peer-Anbieter kommunizieren dies offen auf ihrer Website.
26 | 27
den zeitlichen anlage-
horizont bedenken
Anlagen mit langfristigem Zeithorizont
ermöglichen dem Anbieter größere
Planungssicherheit. Dies wirkt sich unter
Umständen in längeren und damit besseren
Laufzeitkonditionen für die finanzierten
MFIs aus und zahlt damit auf die soziale
Zielsetzung ein. Denn MFIs können dann
mehr Kredite zu günstigeren Konditionen
anbieten. Kurzfristig orientierte Anleger
sollten auf die Kündigungsfristen ihres
Anbieters achten. In einigen Fällen kön-
nen diese bis zu sechs Monate betragen.
finanzielle rendite prüfen
Die finanzielle Rendite einer Fonds-,
Genossenschafts- oder Direktinvestition
ist im Zeitverlauf Schwankungen
unterworfen. Anleger sollten sich erkun-
digen, wie hoch die Rendite ausfällt und
wie stabil sie im Zeitverlauf ist. Die meis-
ten für Kleinanleger offenen Fonds zahlen
derzeit keine Dividende aus, sondern
reinvestieren die Gewinne, beispielsweise
in Form neu ausgegebener Kredite an
MFIs. Die Rendite ist dann an der jährli-
chen Wachstumsrate der Fondsanteils-
werte, dem sogenannten Net Asset
Value (NAV), ablesbar. Bei Peer-to-Peer-
Anbietern stellt der Anlagezinssatz die
Rendite dar. Je nach Anbieter variiert der
gewährte Zinssatz erheblich.
kosten berücksichtigen
Die Verwaltungskosten eines Investitions-
anbieters sollten die branchenübliche
Höhe nicht überschreiten. Diese beträgt
bei großen Fonds circa 1,5 bis
3% des Gesamtinvestitions-
volumens, die der kleineren
Fonds kann höher ausfallen.
Hinzu können Ausgabeaufschlag
und Depotkosten kommen.
Genossenschaften und Peer-to-
Peer-Anbieter machen in der Regel
keine expliziten Angaben zu Verwal-
tungskosten. Diese können jedoch
erfragt werden. Zusätzliche Kosten
können für Mitgliedsbeiträge, für Gebüh-
ren für den Transfer von Geldbeträgen
sowie für die Konvertierung der Beträge in
die Währung des Anbieters anfallen.
Tipps für Soziale Investoren
Option
Kauf von Investment-
fondsanteilen
Kauf von Genossen-
schaftsanteilen
Kreditvergabe über
Peer-to-Peer-Anbieter
Wie investieren? Zusätzliche
Anforderungen
Über Hausbank, Direktbank, Onlinebroker, freie
Fondsvermittler. In einigen Fällen auch direkt
über die Fondsgesellschaft.
Mikrofinanzfonds sind oft unbekannt: Halten
Sie den Namen des gewünschten Fonds und seine
Kennungsnummer, die sogenannte ISIN, bereit.
In der Regel per Banküberweisung. Genaue
Informationen enthalten die Internetseiten der
Genossenschaften.
Mitgliedschaft. Kann mit der Banküberweisung
beantragt oder vorab abgeschlossen werden.
In der Regel per Banküberweisung, Kreditkarte
oder Paypal. Genaue Informationen enthalten die
Internetseiten der Anbieter.
Online-Registrierung beim Anbieter.
Direktinvestition
in MFIs
Einige Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere
von MFIs werden auch an deutschen Börsen
gehandelt. In diesem Fall wird wie beim Kauf der
Investmentfondsanteile vorgegangen. Unter
Umständen können Wertpapiere über andere
Vertriebskanäle erworben werden, beispielsweise
direkt über die MFI.
Der direkte Weg über die MFI kann mit einigem
Aufwand verbunden sein: Einige MFIs verlangen
die Eröffnung eines Kontos, in manchen Fällen
muss der Aktienkauf bei nationalen Abwicklungs-
organisationen beantragt werden. Ausführliche
Informationen sind auf den Internetseiten der
jeweiligen MFIs zu finden.
28 | 29
auf einen blick
Die drei wichtigsten Schritte auf dem Weg
zum Mikrofinanzengagement – kompakt
zusammengefasst:
1. eigeninitiative zeigen:
• Sich engagieren heißt aktiv werden.
Ein gewisser Grad an Eigeninitiative ist
nötig, um Informationen über die Anbie-
ter zu beschaffen.
• Etliche Anbieterinformationen sind auf
Deutsch erhältlich. Für einen umfassen-
den Überblick über die Anbieterland-
schaft sollten Sie jedoch auch auf Eng-
lisch verfasste Texte nicht scheuen.
2. wahl der investitionsform:
• Entscheiden Sie sich vorab – wollen Sie
spenden oder Geld anlegen? Davon
hängt die Anbieterauswahl ab.
• Mikrofinanzen basieren auf marktwirt-
schaftlichen Prinzipien. So können
die Kunden dauerhaft auf verlässliche
Finanzpartner zurückgreifen. Eine
Anlage oder eine als Kredit weiter-
gereichte Spende lässt sich mit einer
philanthropischen Geisteshaltung
durchaus vereinbaren.
• Auch in einer sich zunehmend kommer-
zialisierenden Mikrofinanzwelt werden
Spenden benötigt. Mit ihrer Hilfe können
neue MFIs auf- und ausgebaut werden.
3. wahl des anbieters:
• Stellen Sie sicher, dass der Investitions-
Anbieter regelmäßig Leistungsberichte
veröffentlicht.
• Überprüfen Sie, ob Ihr Anbieter Zertifi-
kate besitzt und sich zu Qualitätsstan-
dards bekennt. Dazu gehören das
Luxflag Label und das CGAP Transpa-
rency Certificate (für die Anbieter von
Geldanlagen) sowie für Spendenorga-
nisationen die PHINEO-Empfehlung oder
das DZI-Spendensiegel.
• Vergewissern Sie sich, dass Ihr Anbieter
die von ihm finanzierten MFIs sorgsam
überprüft. Dabei sollten nicht nur finan-
zielle, sondern auch soziale Kriterien
eine Rolle spielen.
zum weiterlesen
literatur zu konkreten
anlageoptionen:
Finanztest: „Investieren statt spenden“,
Stiftung Warentest, November 2010,
S.38–39. Dieser Artikel enthält eine
einführende Auflistung aller für Kleinan-
leger zugänglichen Mikrofinanzfonds.
CGAP: „CGAP 2010 MIV Survey Report:
Market Data & Peer Group Analysis“,
August 2010. Auf Seite 37 finden Sie unter
„Cooperative Companies/NGOs“ einige
Genossenschaften aufgeführt.
CGAP: „Microfinance Managers Consider
Online Funding: Is it Finance, Marketing,
or Something Else Entirely?“, Focus Note
54, April 2009. Einen groben Überblick
über die Peer-to-Peer-Anbieter erhalten
Sie auf Seite 2.
links zu gütesiegeln:
Luxflag:
www.luxflag.com > enter Microfinance
Label website > Labelled MIVs > List
of labelled MIVs
CGAP Transparency Certificate:
www.cgap.org > Our Work
> Donors and Investors > Features
Client Protection Principles:
www.smartcampaign.org > About the
campaign > Campaign Endorsers
DZI:
www.dzi.de > Zum DZI > Downloads >
DZI Spenden-Siegel Bulletin
weiterführende links:
CGAP: Hier erhalten Sie aktuelle, einfüh-
rende Informationen zu verschiedenen
Mikrofinanzthemen. CGAP veröffentlicht
einen jährlichen Bericht zur aktuellen
Entwicklung der MIVs: www.cgap.org
Microfinance Gateway: Die Bibliothek
von Microfinance Gateway eignet sich für
eine detailliertere Auseinandersetzung mit
Mikrofinanzthemen:
www.microfinancegateway.org
> Library
MIX Market: Umfassendes Mikrofinanz-
daten- und Informationsmaterial ist unter
www.themix.org abrufbar.
Stiftung Warentest: Die Internetseite
www.test.de > Tests > Geldanlage +
Banken > Specials > Investmentfonds
enthält Informationen zu Investment-
fonds. Unter anderem sind Vertriebswege
aufgelistet.
30 | 31
Hauptgesellschafter
Gesellschafter
Ideelle Gesellschafter
Strategische Partner • CSI–Centrum für soziale • Deutscher Spendenrat
Investitionen und Innovationen • Stiftung Charité
Förderer • Baden-Württembergische Bank • Freshfields Bruckhaus Deringer
• Bank im Bistum Essen e.G. • MLP Finanzdienstleistungen AG
phineo ist ein bündnis starker partner
stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt
PHINEO bei allen an, die nicht nur Gutes
tun, sondern auch Gutes bewirken wollen.
PHINEO empfiehlt auf Basis der mehrstu-
figen PHINEO-Analyse gemeinnützige
Projekte, die besonderes Potenzial haben,
die Gesellschaft nachhaltig zu gestalten.
PHINEO ist ein unabhängiges Analyse-
und Beratungshaus für wirkungsvolles
gesellschaftliches Engagement. Ein breites
Bündnis aus Wirtschaft und Zivilgesell-
schaft hat 2010 die gemeinnützige
Aktiengesellschaft PHINEO ins Leben
gerufen, um den gemeinnützigen Sektor zu
Mit Porträts dieser empfehlenswerten
Organisationen, Reports zu ausgewählten
Themenfeldern, Ratgebern zum Wie des
Gebens sowie individueller Beratung
bietet PHINEO Orientierung für wirkungs-
volles gesellschaftliches Engagement.
www.phineo.org

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Mikrofinanzen - Kleines Geld, große Wirkung

  • 1. 2012Ratgeber zum wirkungsvollen Investieren mit Mikrofinanzen kleines geld, grosse wirkung
  • 2. förderer des ratgebers PlaNet Finance Deutschland e.V. enga- giert sich in Deutschland für die Weiter- entwicklung des Mikrofinanzsektors mit dem Ziel, die Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungs- und Schwel- lenländern zu verbessern. Der Verein ist an das internationale Netzwerk der PlaNet Finance Group angegliedert, eine gemeinnützige Organisation mit Aktivitä- ten in gegenwärtig über 80 Ländern. PlaNet Finance Deutschland hat PHINEO als Mikrofinanzexperte inhaltlich bei der Erstellung des PHINEO-Ratgebers „Kleines Geld, große Wirkung“ unterstützt. www.planetfinancegroup.org/pfd Impressum Januar 2012 ©PHINEO gAG, Berlin www.phineo.org Autoren: Sven Volland (PlaNet Finance Deutschland e.V.), Philipp Hoelscher (PHINEO gAG)
  • 3. 2 | 3inhalt Warum dieser Ratgeber? So funktionieren Mikrofinanzen Das Grundmodell der Mikrofinanzen Herausforderungen für Soziale Investoren Wer nutzt Mikrofinanzen? Wie Mikrofinanzprodukte helfen können „Soziale und finanzielle Ziele widersprechen sich nicht“ – Chuck Waterfield über die Funktionsweise der Mikrofinanzen Von MFIs, MIVs und Investoren – Die Mikrofinanzlandschaft im Überblick Tipps für Soziale Investoren Welche Beteiligungsmöglichkeiten gibt es? Gutes bewirken – was heißt das? Den geeigneten Investitions-Anbieter finden Besondere Tipps für Geldanlagen Auf einen Blick Zum Weiterlesen 4 6 8 10 12 14 16 19 22 24 27 30 31
  • 4. „Mikrofinanzierung gibt den Armen die Chance, ihr Leben besser zu gestalten. Allerdings, Mikrofinanzierung ist keine Wunderwaffe! Sie eröffnet armen Haushalten jedoch die Chance, Ziele wie Wohlstand und Bildung besser zu erreichen, als sie es ohne den Zugang zu Mikrofinanzierung könnten.“ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) warum dieser ratgeber? Spätestens die Verleihung des Friedens- nobelpreises 2006 an Muhammad Yunus hat die Mikrofinanzierung in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Der Gründer der Grameen Bank wurde als „Armutsbekämp- fer“, das Konzept der Mikrofinanzierung als „Revolution des Bankwesens“ gefeiert. Die zugrundeliegende Idee war bemerkens- wert: Auch einkom- mensschwache Menschen, die in weniger entwickelten Volkswirtschaften keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben, sollten diesen Zugang erhalten und damit Marktteilnehmer statt Adressaten von Hilfsprogrammen werden. Finanzdienst- leistungen – seien es Kredite, Sparanla- gen, Versicherungen oder auch nur Über- weisungen – sind wirtschaftlicher Motor einer Gesellschaft. Denn sie versetzen Menschen in die Lage, ihre Zukunft zu gestalten und die eigene Lebensqualität zu verbessern. Um die Bedeutung dieser Entwicklung nachzuvollziehen, kann man sich vor Augen führen, wie unser eigenes Leben ohne Versicherungen, Sparkonten oder die Möglichkeit zur kreditfinanzierten Investition aussähe. Yunus in Bangladesch und die Nichtregie- rungsorganisation ACCION waren die Geburtshelfer der modernen Mikrofinanz- bewegung in den 1970er Jahren. Heute gibt es circa 200 Millionen Mikrofinanzkunden.
  • 5. 4 | 5 eingesetzt werden – weiterhin ein sinn- volles Ziel für soziale Investitionen sein. Sozialen Kleinanlegern, die sich im Mikrofinanzbereich engagieren möchten, bieten die folgenden Seiten auf über- sichtliche und anschauliche Weise die nötigen Informationen, um die soziale Wirkung ihrer Investition zu maximieren. Der Ratgeber erläutert ausführlich die Funktionsweise von Mikrofinanzen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit besonderem Augenmerk auf Mikrokredi- ten. Er gibt einen Überblick über Inves- titionsmöglichkeiten und zeigt, wie sozia- le Wirkung erzielt und auch mit möglichen finanziellen Renditezielen in Einklang gebracht werden kann. Nach dem zunächst großen Erfolg des neuen Ansatzes wurde in den vergangenen Jahren jedoch auch Kritik laut. Denn mit wachsender Attraktivität des Mikrofinanz- modells wurde auch das Interesse von Akteuren geweckt, die weniger einer sozialen Motivation folgten, als vielmehr von den finanziellen Gewinnaussichten im Mikrofinanzbereich angezogen wurden. Es erschienen außerdem Meldungen, die von Überschuldung und finanziellem Ruin der Kreditkunden bis hin zu Selbstmord- fällen berichteten. Die einst euphorisch gefeierte Idee hat Kratzer bekommen. Viele soziale Kleinanleger sind verunsichert. Der Ratgeber möchte dieser Verunsiche- rung entgegenwirken. Denn Mikrofinanzen können – wenn sie verantwortungsvoll „Kleines Geld, große Wirkung“ möchte auf diese Weise wirksame soziale Investitio- nen im Bereich Mikrofinanzen unterstützen und damit einen Beitrag zur Förderung einkommensschwacher Menschen in Ent- wicklungs- und Schwellenländern leisten.
  • 6. Verkauf Einkauf Arbeitstage Umsatz das grundmodell der mikrofinanzen Nguyen Thu Cuc ist eine viet- namesische Händlerin, die an sechs Tagen pro Woche täglich acht Stunden auf dem Markt von Ho-Chi-Minh-Stadt ihre Waren anbietet. An jedem Morgen verbringt sie zwei Stunden damit, Nach- schub von einem Großhändler zu besorgen. In diesen zwei Stunden erzielt Nguyen keiner- lei Einkünfte. In den übrigen acht Stunden setzt sie pro Stunde 1 Dollar um und verdient dabei 25 Cent. Auf diese Weise verdient sie pro Woche 12 Dollar, das sind 48 Dollar im Monat. Ihre Lebenshaltungskosten kann sie damit notdürftig decken. So funktionieren Mikrofinanzen
  • 7. 6 | 7 Mikrokredit Verkauf 20 % Zinsen zusätzlicher Gewinn Arbeitstage Umsatz Nun erhält sie einen Mikro- kredit in Höhe ihres doppelten Tagesumsatzes, also von 16 Dollar. Sie kann damit beim Großhändler einen Waren- bestand für drei Tage statt nur für einen Tag einkaufen. In ihrer Sechs-Tage-Woche spart sie so acht Stunden Reisezeit, die sie für den Verkauf nutzt. Ihr Gewinn steigt damit um 2 Dollar die Woche, monatlich also von 48 auf 56 Dollar. Selbst mit einem Zinssatz von 40% (das sind 6,40 Dollar pro Monat) bliebe Nguyen Thu Cuc im Plus. Ein durchschnitt- licher Mikrokredit mit 20% Zinsen kann ihr demnach zu einer guten Gewinnsteigerung verhelfen.
  • 8. herausforderungen für soziale investoren Wer sich im komplexen Bereich der Mikrofinanzen engagieren möchte, steht zunächst vor einigen Herausforderungen, bei deren Bewältigung der Ratgeber Unterstützung bietet: einen ausgewogenen blick bewahren Die zwischen Extremen schwankende öffentliche Wahrnehmung von Mikro- finanzen erschwert eine unbefangene Annäherung an die Mikrofinanzrealität. Ihre anfänglich extrem positive Über- zeichnung hat unhaltbare Erwartungen geschürt. Mikrofinanzierung war und ist kein Allheilmittel gegen Armut – schließ- lich ist ein Kredit auch nur Mittel zum Zweck. Aber Sparkonto, Versicherung und Kredit ermöglichen Stabilität und eröffnen Menschen die Chance, ihr Leben besser zu gestalten. Zwischen der Beschwörung als Allheilmittel einerseits und extrem negativer Berichterstattung andererseits gilt es für Soziale Investoren, eine ausge- wogene Sichtweise zu bewahren. Denn die meisten negativen Vorkommnisse sind bislang Einzelfälle, die Beispiele für positives Wirken von Mikrofinanzen in den Hintergrund drängen. soziale wirkung durch marktwirtschaftliche prinzipien Eine zentrale Herausforderung ist die Vereinbarkeit von philanthropischer Geisteshaltung und marktwirtschaftlichen Prinzipien. Denn die Vergabe von Mikro- krediten und anderen Produkten durch die Mikrofinanzinstitutionen (MFIs) an die Endkunden verfolgt gleichzeitig soziale und wirtschaftliche Ziele. Diese Dualität der Zielsetzung basiert auf einer marktwirtschaftlichen Herangehens- weise, die soziale Wirkungen keinesfalls ausschließt. Im Gegenteil: Kreditrückzah- lung und Zinsen sind die Voraussetzung für die Entstehung eines selbsttragen- den Systems. Sie schaffen die Grundlage dafür, möglichst vielen Menschen So funktionieren Mikrofinanzen
  • 9. Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. Diese Dualität kann auch auf das Engage- ment Sozialer Investoren angewendet werden. In sozialer Hinsicht sollen einkommensschwache Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten. Erhofft werden dadurch armutsmindernde Effekte. Außerdem wünschen sich viele Investoren über die soziale Rendite hinaus auch einen finanziellen Gewinn oder zumindest einen Kapitalerhalt. soziale wirkung im blick behalten Um mehr Menschen mit Krediten zu versorgen, suchten Mikrofinanzorganisa- tionen verstärkt nach finanziellen Mitteln und wurden bei internationalen Fonds fündig. Zinserträge und rentabel arbei- tende Mikrofinanzinstitutionen weckten gleichzeitig das Interesse vornehmlich kommerziell orientierter Investoren. Geld verdienen und dabei auch noch Gutes tun – das erwies sich als attraktives Konzept. Doch die damit einhergehende Kommerzialisierung hat auch ihre Schat- tenseiten. Denn die Möglichkeit, durch die Ansprache wohlhabenderer Kunden- gruppen auch höhere Erträge zu erwirt- schaften, sorgte für eine Umorientierung mancher Mikrofinanzinstitutionen hin zur finanziellen Rendite auf Kosten der sozialen Wirkung. Wie Soziale Investoren darauf achten können, dass die sozialen Ziele nicht vernachlässigt werden, zeigen die Kapitel unter „Tipps für Soziale Investoren“. eigeninitiative ist gefragt Für Soziale Investoren ist es meist nicht einfach zu erfahren, welche Investitions- möglichkeiten vorhanden sind. Noch schwieriger ist es zu verstehen, welche soziale Wirkung von den jeweiligen Optionen zu erwarten ist. Anleger müs- sen daher selbst aktiv werden, um die Möglichkeiten zu bewerten. Für einen umfassenden Überblick ist dabei die Lektüre englischsprachiger Publikationen unerlässlich. Die folgenden Seiten zeigen, wie Soziale Investoren den Herausforderungen begeg- nen können. 8 | 9
  • 10. wer nutzt mikrofinanzen? Im Fokus der Mikrofinanzen stehen ein- kommensschwache Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Welt. Dazu gehören Bauern, Fischer, Angestellte, Gelegenheitsarbeiter sowie Kleinstproduzenten und Händler. Oft haben sie ein kleines Geschäft oder einen kleinen Stand, an dem sie Waren verkau- fen oder reparieren. Ihre Einnahmen sind schwankend und meist gering. Für die meisten sind Arbeitslosengeld und Krankenversicherung Fremdwörter. Dafür müssen sie ständig mit den Herausforde- rungen eines unregelmäßigen Einkom- mens umgehen. Sie sind auf sich gestellt, wenn sie das Schulgeld für die Kinder organisieren, den Ausfall der Ernte über- brücken, den Warenbestand des Dorf- ladens erweitern oder als Handwerker in Werkzeuge investieren müssen, die die Annahme größerer Aufträge erst erlauben. Die Herausforderung, geringe und schwan- kende Einkommen mit den anfallenden Ausgaben in Einklang zu bringen, treibt die Menschen zu einem aktiven Finanz- management an. Doch viele haben keinen ausreichenden Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen. Das Banksystem, so wie es hierzulande üblich ist, kann die kleinen Kredit- oder Sparbeträge, um die es in Entwicklungsländern geht, nicht kostendeckend oder gar gewinnbringend bearbeiten. Zudem werden einkommens- schwache Menschen von den Banken häufig als riskantere Kunden wahrgenom- men, weil sie selten die üblichen Sicher- heiten bieten. Sie müssen deshalb meist auf ein vielschichtiges Netzwerk von informellen Finanzbeziehungen zurück- greifen. Freunde, Verwandte und Nachbarn helfen mit kleinen Beträgen aus. Mit- glieder der Gemeinde organisieren sich in Spar- und Kreditvereinen. Vermögende So funktionieren Mikrofinanzen
  • 11. Gemeindemitglieder, Arbeitgeber und Geldverleiher vergeben Kleinstkredite. Darüber hinaus investieren die Menschen ihre Ersparnisse in Schmuck und andere Dinge, die bei Bedarf kurzfristig zu Geld gemacht werden können. Auch wenn sich die Menschen mit diesem informellen Beziehungsgeflecht zu helfen wissen, stellt es doch bei vielen Proble- men keine zufriedenstellende Lösung dar. Denn Verwandte oder Nachbarn verfügen nicht in jeder Situation über ausreichende Finanzmittel. Zudem könnte die eigene finanzielle Notsituation in der Nachbar- schaft bekannt werden. Freundschaften werden belastet, wenn ausstehende Darlehen nur unregelmäßig zurückgezahlt werden können. Außerdem fällt es oft Menschen ohne Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen sind häufig auf private Geldverleiher angewiesen. Einige dieser Geldverleiher verlangen für ihre Dienste astronomische Summen. Von den Philippinen wird berichtet, dass für Kleinstkredite mit einmonatiger Laufzeit bis zu 1.000% Zinsen pro Jahr verlangt werden. Die Kosten informeller Geldverleiher schwer, die Ersparnisse zum Kauf der motorisierten Rikscha unangetastet zu lassen, wenn die täglichen Ausgaben stets dringlicher erscheinen. Informelle Arran- gements im per- sönlichen Umfeld, aber auch Geldver- leiher bieten letztlich also keine finanzielle Stabi- lität für einkom- mensschwache Gruppen. Auch herkömmliche Banksys- teme bieten keine Lösung. Mikrofinanz- produkte füllen diese Lücke. 10 | 11
  • 12. wie mikrofinanzprodukte helfen können Mikrofinanzprodukte eröffnen auch ein- kommensschwachen Menschen die Möglichkeit, Finanz- dienstleistungen zu nutzen. Das wohl bekannteste Mikrofinanz- produkt ist der Mikrokredit. Kleinstbe- träge werden für notwendige Anschaffungen in Betrieben, für Investiti- onen in Bildungsmaßnahmen und bis- weilen auch als Konsumkredit vergeben. Die Kreditaufnahme stellt jedoch nur eine Option im Mix der finanziellen Strategien einkommensschwacher Menschen dar. Darüber hinaus gibt es Mikrosparprodukte, Geldtransfers sowie Mikroversicherungen. Einige Mikrofinanzinstitutionen (MFIs) bieten ihren Kunden begleitend auch nicht-finanzielle Dienstleistungen an, etwa Trainings zur Förderung unterneh- merischer Fähigkeiten oder finanzieller Bildung. Ihr Ziel ist es, Arme in den Finanzmarkt einzuführen und Überschul- dung vorzubeugen. Die Mikrofinanzprodukte sind so gestal- tet, dass auch kleine Kreditbeträge kostendeckend vergeben werden können, etwa durch Kreditvergabe an Gruppen. Fehlende Sicherheiten werden ersetzt, indem die Rückzahlungsfähigkeit der Kunden besonders sorgsam überprüft wird oder Kredit- gruppen gemeinsam haften. Zudem helfen unkonventionelle Methoden wie der Einsatz mobiler Bankfilialen dabei, auch abgelegen lebende Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Dies alles führt dazu, dass ähnlich hohe Rückzahlungsquoten wie im traditionellen Banksektor erzielt werden können. Die durchschnittliche Kredithöhe der in der Datenbank MIX Market erfassten MFIs beträgt 535 Dollar. Der Betrag variiert je nach Region: In Osteuropa liegt er derzeit bei 1.824, in Afrika bei 323 Dollar. Durchschnittliche Kredithöhe So funktionieren Mikrofinanzen
  • 13. Die Kostendeckung durch Zinsen ermög- licht es, selbst- tragende und von Spenden unabhän- gige Kreditverga- beinstitutionen aufzubauen, die sich zu dauerhaf- ten und verlässli- chen Finanzpart- nern für die Men- schen entwickeln können. Diese markt- wirtschaftliche Heran- gehensweise ist ein zentrales Merkmal der Mikrofinanzierung. Außerdem sind die Anbieter von Mikrofi- nanzprodukten im Gegensatz zu Freunden oder Nachbarn meist ausreichend liquide. Damit können sie jederzeit die benötigten Beträge auszahlen. Gleichzeitig garan- tieren die rein professionellen Kunden- beziehungen eine größere Diskretion. Sparpläne ermöglichen zudem den diszi- plinierten Aufbau langfristiger Ersparnisse. Empörung lösen bei vielen die oftmals hohen Kreditzinsen aus. Mikrokreditzinsen sind höher als die in anderen Banksegmen- ten. Der Grund: Jeder Kredit verursacht Kosten. Je kleiner der vergebene Kredit- betrag, desto höher fallen anteilig die Kosten aus. Um zumindest kostendeckend arbeiten zu können, müssen also teils hohe Zinssätze berechnet werden. Beispielrechnung Zinssätze 100 $ 500 $ 25 $ Trans- aktionskosten 10 % Kapital- beschaffung 1 % Ausgleich ausgefallener Kredite Die „Consultative Group to Assist the Poor“ (CGAP) errechnet das folgende Beispiel: Die Vergabe eines 100-Dollar-Kredits kostet eine MFI 36 Dollar. Darin enthalten sind 10% Kosten für die Beschaffung des Kapitals, 1% Kosten für den Ausgleich ausgefallener Kredite sowie so genannte Transaktionskosten, die mit der Bonitätsprüfung des Kunden, der Kreditvergabe und -überwachung anfallen. Die Transaktionskosten sind für jede Kredithöhe etwa gleich – im Beispiel werden sie mit 25 Dollar angenommen. Ein Kredit über 500 Dollar kostet die MFI demnach 50 + 5 + 25 = 80 Dollar. Damit die MFI kostendeckend arbeiten kann, muss sie für den 100-Dollar-Kredit einen Zinssatz von 36%, für den 500-Dollar-Kredit lediglich einen Zinssatz von 16% veranschlagen. 12 | 13
  • 14. „soziale und finanzielle ziele widersprechen Was versteht man unter der soge- nannten „Double Bottom Line“? Der Begriff bezieht sich auf die Dualität von finanziellen und sozialen Zielen. Aus der Perspektive einer Mikrofinanz- institution bedeutet das einerseits einen Fokus auf die finanzielle Nachhaltigkeit der Institution sowie andererseits auf die Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppen, die sie bedient. Diese lediglich zu bedie- nen, reicht jedoch nicht. MFIs müssen sicherstellen, dass sie die Zielgruppen erreichen, die nicht vom herkömmlichen Bankensektor erreicht werden, und sie müssen neben rein finanziellen Bedürfnis- sen auch Fragen der Lebensqualität adressieren. Außerdem sollten die Ange- bote für Kunden qualitativ hochwertig, fair und transparent sein. Soziale und finanzielle Ziele zur gleichen Zeit – ist das kein Wider- spruch? Im Gegenteil: Für ein Unternehmen, das sein Einkommen ausschließlich von armen Bevölkerungsgruppen erzielt, ist das sogar essenziell. Die Mikrofinanzbranche wurde auf dieser dualen Zielsetzung aufgebaut. Um sie zu erreichen, müssen wir uns auf beide Ziele gleichermaßen konzentrieren. Diese Balance stellt einen ständigen Drahtseilakt dar. In der Mikrofi- nanzbranche arbeiten wir an der Formu- lierung und Umsetzung von verantwort- lichen Methoden, die uns dabei helfen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen spricht viel dafür, den sozialen Fokus aufrecht- zuerhalten. Denn die erfolgreichsten Mikrofinanzinstitutionen sind diejenigen, Chuck Waterfield über die Funktionsweise der Mikrofinanzen So funktionieren Mikrofinanzen
  • 15. Zinssätze bezahlen, damit der Kreditgeber diese Kunden überhaupt erreichen kann. Daneben haben andere Faktoren Einfluss auf die Zinssätze: etwa unterschiedliche Zielgruppen oder das politische und wirtschaftliche Umfeld. Beispielsweise kann sich die Vergabe von Krediten an Menschen in abgelegenen Gebieten aufgrund der höheren Reisekosten auch in höheren Zinsen niederschlagen. Wie lassen sich ungerechtfertigt hohe Zinsen verhindern? Transparenz ist das grundlegende Element für die Entwicklung von verantwortlichem Geschäftsgebahren und Kundenschutz. MicroFinance Transparency geht davon aus, dass transparente Preise für mehr Wettbewerb sorgen und sich die Zinsen sich nicht“ die ihre Kunden am besten bedienen und gleichzeitig finanziell nachhaltig arbeiten. Mikrofinanz-Zinssätze erscheinen oft außergewöhnlich hoch – wie beurteilen Sie das? Mikrokredite kosten nicht immer gleich viel, und die Zinsen sind auch nicht immer „hoch“. Die von den MFIs verlangten Zinssätze hängen von vielen Faktoren ab und können sich daher substanziell unter- scheiden. Ein wichtiger Faktor ist die Kredithöhe, denn die Bearbeitungskosten für einen Kredit sind unabhängig von dessen Höhe relativ konstant. Daher gilt: Je kleiner die Kreditsumme, desto höher sind die Kosten im Verhältnis zur vergebe- nen Summe. In manchen Fällen müssen daher die ärmsten Kunden die höchsten für einzelne Kreditprodukte dadurch dem Marktniveau annähern. Dazu ist ein transparenter Markt erforderlich, der fairen Wettbewerb ermöglicht. Davon profitieren die Kunden. Denn sie können sich dann gut informiert für diejenigen Produkte entscheiden, die ihnen wirklich nutzen. Chuck Waterfield ist Präsident von MicroFinance Transparency. Die amerikanische Organisation setzt sich für Transparenz bei der Vergabe von Mikrokrediten ein. 14 | 15
  • 16. 6 % Landwirt- schaftsbanken 7 % Banken 18 % Genossenschaften NGOs 36 % Andere Finanz- institutionen 33 % von mfis, mivs und investoren – die mikrofinanzlandschaft im überblick Woher kommen die Investitionen, und wie erreichen sie die Endkunden? Die folgen- den Absätze stellen die Mikrofinanzland- schaft vom lokalen Mikrofinanzprodukt- anbieter bis zu den Investoren vor. Mikrofinanzinstitutionen bei MIX Market (Stand: 2008) auf Länder Osteuropas und Lateiname- rikas. Die übrigen verteilen sich auf die Regionen des Nahen Ostens, Afrikas, Asiens und des Pazifiks. Manche MFIs sprechen gezielt urbane Bevölkerungs- gruppen an, andere eher ländliche. Viele richten sich gezielt an Frauen und manche bedienen bestimmte Einkommens- oder Berufsgruppen (etwa Bauern). Hauptprodukte der MFIs sind Mikrokredite und Sparprodukte. Während einige MFIs Kredite an Einzelpersonen vergeben, setzen andere vorwiegend auf die Grup- penkreditvergabe. Innovative Vorreiter zeichnen sich zum Beispiel durch das Angebot von Mikroversicherungen oder mobilen Bankdienstleistungen aus. Hinsichtlich ihrer Größe – gemessen an mikrofinanzinstitutionen Die Kunden vor Ort bekommen Mikrokre- dite und andere Produkte von sogenann- ten Mikrofinanzinstitutionen. Ihre Gesamt- zahl wird auf 10.000 weltweit geschätzt. Darunter sind nicht nur Banken, sondern auch Genossenschaften und Nicht-Regie- rungsorganisationen (NGOs). Banken, bei denen Mikrofinanzen nur eines unter mehreren Geschäftsfeldern ist, werden nicht dazugezählt. Die MFI-Landschaft ist also äußerst heterogen. Etwa die Hälfte der in der Datenbank MIX Market registrier- ten Institutionen konzentriert sich So funktionieren Mikrofinanzen
  • 17. der Anzahl bedienter Kunden, vergebener Kredite oder Volumen der Spareinlagen – sind die MFIs sehr unterschiedlich. Bis heute sind viele MFIs nicht in der Lage, finanziell nachhaltig zu arbeiten. Mikrofinanzkunden brauchen verlässliche Finanzpartner. Eine MFI sollte sich daher langfristig selbst tragen können – man spricht dann von finanzieller Nachhaltigkeit. Kosten für MFIs – beispielsweise für die Ausbildung und Entlohnung der Mitarbeiter oder die Bearbeitung von Kreditanträgen – werden typischerweise durch Zinszahlungen der Mikrokreditnehmer gedeckt. lokale und internationale investoren Investoren sind eine wichtige Finanzquelle für MFIs. Auf lokaler Ebene finanzieren zum Beispiel einheimische Banken die MFIs mit Krediten und Eigenkapitalbeteiligungen. Investoren auf internationaler Ebene sind Kleinanleger und wohlhabende Einzel- personen, Stiftungen sowie institutionelle Investoren, zum Beispiel Rentenfonds und Versicherungen. Als Hauptgeldgeber fungieren Organisationen wie die Welt- bank-Tochter International Finance Cooperation oder die deutsche KfW Ent- wicklungsbank. Der Anteil internationaler Privatinvestitionen ist in den letzten Jahren unverkennbar gestiegen und lag 2009 bei 13 Milliarden Dollar. intermediäre als bindeglied Mit zunehmendem Interesse internatio- naler Investoren entstanden Intermediäre, die als Mittler zwischen Investoren und MFIs fungieren und so Investitionen erleichtern. Denn gegenüber beiden haben sie einen Wissensvorsprung: Im Gegensatz zu Investoren verfügen sie über notwendiges Mikrofinanz-Know- how. Dadurch können sie für Investoren etwa die Auswahl der zu finanzierenden MFIs übernehmen. Im Unterschied zu den MFIs besitzen sie Kenntnisse über die internationale Investorenlandschaft. Diese Intermediäre sind für Soziale Investoren in der Regel die relevanten Investitionsziele. Definition: „Finanzielle Nachhaltigkeit“ 16 | 17
  • 18. Vier bedeutende Typen von Intermediären gibt es. Zu den (1) Mikrofinanz-Investitions- Vehikeln (MIV) zählen Genossenschaften, Holdinggesellschaften und Investment- fonds, die mindestens die Hälfte ihrer Mittel in Mikrofinanzen investieren. (2) Nachhaltige Mischfonds investieren nur einen geringen Anteil ihrer Kapitalmit- tel im Bereich Mikrofinanzen. (3) Peer-to- Peer-Anbieter stellen potenziellen Inves- toren im Internet Kundenprofile der von ihnen unterstützten MFIs vor. Als letzte Gruppe sind (4) Spendenorganisationen zu nennen, die vollständig oder als Kom- ponente ihrer Entwicklungsprogramme im Mikrofinanzbereich engagiert sind. Investoren Inter- mediäre MFIs Kunden Öffentliche Investoren Private Investoren (1) MIVs (2) Nachhaltige Mischfonds (3) Peer to Peer (4) Spenden- organisationen MFIs Mikrofinanz- kunden Direkt- investitionen So funktionieren Mikrofinanzen Vom Investor zum Kunden – der Geldfluss internationaler Investitionen
  • 19. welche beteiligungsmöglichkeiten gibt es? Soziale Investoren im Mikrofinanzbereich müssen zunächst eine grundlegende Entscheidung treffen: zwischen Engage- ment in Form einer Geldanlage oder einer Spende. Beide können auf unterschiedliche Weise soziale Wirkung entfalten. Die folgenden Absätze zeigen für beide Opti- onen die Beteiligungsmöglichkeiten auf. geldanlagen Anleger verstehen ihr Engagement als Teil eines marktwirtschaftlichen Prozesses: Sie legen Geld an, in der Regel bei den Intermediären, und finanzieren über diese ausgewählte MFIs. Die MFIs können dann bestehende Kunden bedienen und neue erreichen. Die Kunden wiederum zahlen die Kredite zurück. Im Unterschied zu Spendern sollten Anleger ihr investiertes Geld daher zurückerhalten. Eventuelle Zinsgewinne werden von einigen Interme- diären an die Investoren ausgezahlt, von anderen direkt reinvestiert. Vier Anlageoptionen stehen zur Verfügung: Anleger können Anteile an (1) Invest- mentfonds und (2) Genossenschaften erwerben oder (3) selbst Kredite über Peer-to-Peer-Anbieter vergeben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich (4) direkt per Aktien- oder Anleihenkauf an einer MFI zu beteiligen. [1] Investmentfonds stellen eine „traditio- nelle“ Anlage dar. Das heißt: Die Höhe der Rendite ist abhängig vom wirtschaft- lichen Erfolg der Fondsaktiva. Wichtig: Diese marktwirtschaftliche Orientierung schließt nicht aus, dass ein Fonds sozial ausgerichtet ist. [2] Für Anleger, die sich über ihre Anlage- entscheidung hinaus aktiv engagieren möchten, könnte eine Genossenschafts- beteiligung das Richtige sein. Denn Genos- senschaftsmitglieder haben ein Stimm- recht und sind damit an Entscheidungen der Geschäftspolitik beteiligt. Die meis- ten Genossenschaften sind langjährige Tipps für Soziale Investoren 18 | 19
  • 20. Wegbegleiter der Mikrofinanzierung. [3] Peer-to-Peer-Anbieter vermitteln das Gefühl, mitten im Geschehen zu stehen. Auf den Internetseiten der Anbieter finden sich etliche Profile unterschied- licher Mikrokreditnehmer, die der Anbieter mit Hilfe der eingehenden Anlagen unterstützt. Diese Variante ist besonders geeignet, um sich einen ersten Zugang zur oftmals weit entfernten und fremd anmutenden Mikrofinanzwelt zu ver- schaffen. [4] Direktinvestitionen über Aktien oder Anleihen sind etwas für Experten und nur bei wenigen MFIs möglich. Sie erfordern ein überdurchschnitt- liches Maß an Eigeninitiative, denn Investoren müssen selbst Informationen über die auszuwählen- den MFIs beschaffen, und die meisten Aktien und Anleihen werden nur auf lokalen Börsen gehandelt. spenden Spender unterstützen die Grundidee der Mikrofinanzen, ohne Wert darauf zu legen, Teil des marktwirtschaftlichen Mikrofinanz- Kreislaufs zu sein. Entsprechend wird das Geld nicht zurückgezahlt oder verzinst. Potenzielle Empfänger von Spenden sind Vereine, Förderkreise von Genossenschaf- ten und andere Organisationen, die sich mit entwicklungspolitischer Motivation im Bereich Mikrofinanzen engagieren. Auch international tätige Organisationen, darunter Initiativen zur strukturellen Verbesserung des Mikrofinanzwesens, aber auch Peer-to-Peer-Anbieter und Genossen- schaften können mit einer Spende unter- stützt werden. Da die Produkte der meisten Anlageanbieter in Deutschland bisher nicht öffentlich beworben werden, ist bei der Recherche Eigeninitiative gefragt. Mit der Neuordnung des Investmentgesetzes im Jahr 2011 wurden jedoch auch deutsche Mikrofinanzfonds ermöglicht. Informa- tionen zu Anbietern siehe Seite 31 „Zum Weiterlesen“. Anlageanbieter Tipps für Soziale Investoren
  • 21. Die Organisationen verwenden die Gelder auf zwei verschiedene Arten: [1] Zur Refinanzierung von MFIs, damit diese wiederum weitere Kunden erreichen können. Zwar werden die Gelder nicht immer auch als Spende an MFIs weiterge- reicht, spendensammelnde Organisatio- nen werden jedoch besonderen Wert auf die soziale Wirkung legen. Junge MFIs werden zum Beispiel in der kritischen Gründungs- und Aufbauphase unter- stützt. Eine Spende bewirkt so, dass mehr Menschen von Mikrofinanzprodukten profitieren können. [2] Für die Verbesserung der sozialen Verantwortlichkeit im Mikrofinanzbereich. So widmen sich organisationsüber- greifende Initiativen der Förderung und Erforschung von Teilaspekten der Mikrofinanzierung, wie dem Kunden- schutz und der Preistransparenz. Andere bieten Mikrofinanzkunden nicht-finan- zielle Dienstleistungen an, etwa Kurse in finanzieller Allgemeinbildung. Da spendensammelnde Organisationen die Gelder zu unterschiedlichen Zwecken nutzen, sollten Soziale Investoren sich auf den Internetseiten der Spendenorganisa- tionen über die jeweilige Verwendung der Spenden informieren. Manche Fonds verlangen hohe Mindesteinlagebeträge und sind daher für die meisten sozial orientierten Investoren irrelevant. Einige ausländische Peer- to-Peer-Anbieter sind zudem für deutsche Kleinanleger nicht zugänglich. Ausschlusskriterien 20 | 21
  • 22. gutes bewirken – was heisst das? Wie Mikrofinanzinstitutionen können auch Soziale Investoren gleichzeitig soziale und finanzielle Ziele verfolgen. Aus finan- zieller Sicht geht es bei Anlagen zunächst darum, das Geld zurückzuerhalten. Hinzu kommt das mögliche Erwirtschaften einer Rendite, beispielsweise in Form einer Dividende. Was aber kann eine Mikrofi- nanzinvestition – sei es als Spende oder Geldanlage – in sozialer Hinsicht bewirken? Mikrofinanzen zielen als wirt- schaftliches För- derinstrument darauf ab, einkom- mensschwache Menschen in den formellen Finanz- sektor einzubin- den. Diese können dann mit Mikrover- sicherungen extreme Notsituationen abfedern oder durch Mikrokredite Investi- tionen in Kleinunternehmen, aber auch in Ausgaben für Bildung oder Gesundheit finanzieren. Dass dadurch letztlich armutsmindernde Effekte erzielt werden ist möglich, aber nicht garantiert. Flächendeckende Nachweise für diese Effekte gibt es bisher kaum. Denn die vielen Varianten der Mikrofinanzierung wirken sich je nach Land, Zielgruppe oder genutztem Produkt unterschiedlich aus. „Mikrofinanzen sind keine Almosen. Sie sind ein Weg, um Geringverdienern dieselben Rechte und Dienst- leistungen zu ermöglichen, die auch allen anderen zugänglich sind. Sie sind die Anerkennung, dass arme Menschen die Lösung sind und nicht das Problem. Sie sind ein Weg, um auf Ideen, Kraft und Weitblick dieser Menschen aufzubauen. Sie sind ein Weg zur Entstehung produktiver Unternehmen und ermöglichen Gemeinschaften, Erfolg zu haben.“ Kofi Annan, 2004 Tipps für Soziale Investoren
  • 23. Doch Entwicklung ist nicht nur ein ökono- misches Phänomen. Auch die Entstehung zusätzlicher politischer, sozialer und finanzieller Freiheitsräume kann als Entwicklung verstanden werden. Und der Zugang zu Finanzdienstleistungen eröffnet einkommensschwachen Menschen neue Freiräume. Das bedeutet: Das soziale Ziel einer Investition ist primär, diesen Menschen Zugang zu Finanzdienstleis- tungen zu ermöglichen. Und dies zu Bedingungen, die negative Auswirkungen wie etwa Überschuldung verhindern. Voraussetzung für positive soziale Wirkung ist dann einerseits, dass die Zielgruppe erreicht wird oder in Zukunft erreicht werden kann. Andererseits sollte der finanzielle Zugang zu Mikrofinanzdienst- leistungen auch im Interesse der Zielgruppe gestaltet sein – also (1) sozial verantwortlich und (2) an den Kunden- bedürfnissen ausgerichtet. [1] Sozial verantwortlichen Zugang zu Mikrofinanzen gewährleisten MFIs, die ihre Kunden vor Überschuldung bewahren, Einlagen sicher hüten und Kundendiskri- minierung durch MFI-Mitarbeiter ahnden. Menschenrechte und internationale Arbeitsstandards werden eingehalten. Kleinstunternehmer, die beispielsweise Menschen zur Arbeit zwingen, dürfen nicht finanziert werden. Zudem sollte das Ziel, Menschen finanziell einzubinden, einen höheren Stellenwert einnehmen als mögliche Rentabilitäts- und Risiko- bedenken. Dies zeigt sich etwa bei der Versorgung schwer erreichbarer ländlicher Kundengruppen. [2] MFIs sind auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausgerichtet, wenn sie auf die Zufriedenheit ihrer Kunden Wert legen und ihre Produkte an unterschiedliche Kundengruppen anpassen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass MFIs sich mit mobilen Bankfilialen darum bemühen, auch Menschen in abgelegenen Regionen zu erreichen, und nicht nur Menschen in dicht besiedelten Stadtgebieten bedienen. Soziale Investoren können die soziale Wirkung von Mikrofinanzen positiv beein- flussen, indem sie einen Investitions- Anbieter auswählen, der diese Aspekte berücksichtigt. Das bedeutet auch, dass eine Spende nicht zwangsläufig eine „sozialere“ Wirkung hat als eine Geldanlage. 22 | 23
  • 24. den geeigneten investitions-anbieter finden Ob Spende oder Geldanlage – die ge- wünschte soziale Wirkung lässt sich vor allem über die Wahl des richtigen Investi- tions-Anbieters erzielen. Soziale Inves- toren sollten daher bei der Wahl dieses Anbieters anspruchsvoll sein. Die folgenden Kriterien zeigen, woran sich empfehlenswerte und verantwortungs- volle Anbieter erkennen lassen. Bei der Entscheidung sollten zunächst die Basis- Aspekte unter Punkt 1 berücksichtigt werden. Die weiteren Kriterien unter Punkt 2 erfor- dern etwas mehr Recherche. Sie eignen sich daher für Soziale Investoren, die zusätzlichen Aufwand in Kauf nehmen, um die soziale Wirkung ihres Engagements sicherzustellen. transparenz Ein Anbieter zeigt Transparenz durch die Veröffentlichung von Tätigkeitsberichten. Regelmäßige Publi- kationen von Daten zu finanzieller und sozialer Performance, etwa zu den erreichten Kundengruppen, erhöhen die Glaubwürdigkeit des Anbieters. Er sollte außerdem Informationen über die eigene Finanzierung sowie über die Zinskonditio- nen für finanzierte MFIs öffentlich bereitstellen. gütesiegel Ein wichtiger Anhaltspunkt für die Qua- lität von Investitions-Anbietern sind Gütesiegel. Das „CGAP Transparency Certificate“ beurteilt die soziale Leistung von Genossenschaften und Fonds. Das „Luxflag Lable“ hingegen wird aus- schließlich für Fonds vergeben und bescheinigt seinen Trägern sowohl gute soziale als auch finanzielle Performance. Beide Gütesiegel können bei der Entschei- dung für einen Anbieter herangezogen werden. Mit der Ratifizierung der „Client Protec- tion Principles“ verpflichtet sich ein Anbieter dem Schutz seiner Kunden. Die Prinzipien enthalten unter anderem die Aufforderung, Preise transparent zu gestalten und Kunden vor Überschuldung zu bewahren. Auf den Internetseiten der Gütesiegel (siehe „Zum Weiterlesen“) stehen Listen mit den zertifizierten Fonds und Genossenschaften. 1 Tipps für Soziale Investoren
  • 25. Spendenorganisationen sollten als gemein- nützig anerkannt sein und über einen Freistellungsbescheid vom Finanzamt verfügen. Mikrofinanzunabhängige Güte- siegel für gemeinnützige Organisationen in Deutschland sind das DZI-Spenden- siegel oder die PHINEO-Empfehlung. empfehlenswerte Anbieter gehen bei der Auswahl über finanzielle Kriterien hinaus und berücksichtigen, ob die finanzierten MFIs die Zielgruppe erreichen und sozial verantwortlich bedienen. Dies wird häufig als „Social Performance Manage- ment“ oder „Soziale Wirkungsmessung“ bezeichnet. Überlässt ein Anbieter die MFI-Auswahl hingegen einem externen Partner, sollten Informationen über den Partner bereitgestellt werden. laufende prüfung der sozialen performance von mfis Nach der Auswahl der finanzierten MFIs sind herausragende Anbieter auch um die kontinuierliche Sicherstellung von deren sozialer Performance bemüht. Soziale Investoren, die über diese Basisinformationen hinaus Investitions-Anbieter mit beson- derem Anspruch an die soziale Wirkung suchen, können zusätzlich folgende Auswahlkriterien heranziehen: sorgsame auswahl der mfis Der Anbieter gibt in Internetpräsenz und Publikationen Auskunft über den Auswahlprozess der von ihm finan- zierten MFIs oder kann diese gegenüber Sozialen Investoren erläutern. Besonders Das Zertifikat signalisiert, dass Investitionsanbieter anhand von Kenn- zahlen über ihre soziale Performance berichten. Zu den Kennzahlen gehört die durchschnittliche Kredithöhe als grober Indikator für das Einkommensniveau der erreichten Kunden. Weitere Kennzahlen umfassen den Anteil ländlicher und städtischer Kunden oder den prozentualen Frauenanteil. Sie lassen eine ungefähre Einschätzung über die erreichten Kundengruppen und deren Bedürfnisbefriedigung zu. Das „CGAP Transparency Certificate“ 2 24 | 25
  • 26. Informationen dazu sollten ebenfalls auf den Internetpräsenzen und in Publika- tionen der Anbieter enthalten sein. Bei kleineren Fonds können langfristige und vertrauensbasierte Beziehungen zum MFI-Management jedoch die laufende Überprüfung ersetzen. Besonders engagierte Anbieter setzen sich darüber hinaus für die Einführung von sozialer Wirkungsmessung auf MFI- Ebene ein. Erkennbar ist dies etwa daran, dass sie Befragungen zur Kundenzufrie- denheit durchführen und zusätzlich Para- meter wie den „Progress out of Poverty Index“ der Grameen Stiftung oder andere soziale Ratings zur Bewertung einsetzen. berichterstattung zur sozialen performance des anbieters Auf seiner Internetpräsenz stellt der Investitions-Anbieter regelmäßig Berichte zur Messung seiner eigenen sozialen Wirkung zur Verfügung. Ein herausragen- der Anbieter ist daran zu erkennen, dass er sich zudem selbst einem Rating oder einer externen Prüfungen unterzieht, etwa durch die Rating-Agenturen M-CRIL oder CERISE. investitionen in lokaler währung Anbieter sollten wenn möglich die Gelder für MFIs in deren lokaler Währung ver- geben. So wird verhindert, dass Wechselkursschwankungen zu einer möglichen Erhöhung der MFI-Schuldenlast führen. Allerdings tragen die Investoren dann das Wechselkursrisiko. Nicht in allen Ländern sind jedoch Investitionen in lokaler Währung möglich. kapazitätsaufbau bei mfis Engagierte Anbieter können auch daran erkannt werden, dass sie mit einem Teil ihrer Mittel MFIs über finanzielle Investi- tionen hinaus unterstützen, zum Beispiel durch Schulungen für MFI-Mitarbeiter. Dieser Transfer von Wissen und interna- tional bewährter Praxis hilft den MFIs bei ihrer Entwicklung zu sozial verantwort- lichen und finanziell nachhaltigen Organisationen. Tipps für Soziale Investoren
  • 27. besondere tipps für geldanlagen Wer sein Geld als Anlage investiert, sollte außerdem die folgenden Aspekte beachten. ausfallrisiko streuen Die Anlageoptionen bergen unterschied- lich hohe Ausfallrisiken. Bei einer Fonds- und Genossenschaftsanlage teilen sich die Anleger die Verluste. Je breiter das Portfolio über verschiedene Regionen und MFIs gestreut ist, desto unwahrschein- licher ist ein kompletter Ausfall einer Anlage. Informationen zur Portfoliostreu- ung sollten in den Performance-Berichten der Anbieter enthalten sein. Bei Peer-to-Peer- Anbietern hinge- gen sind Soziale Investoren biswei- len alleiniger Kreditgeber und tragen folglich das gesamte Risiko. Sie können daher selbst das Anlageportfo- lio über mehrere Mikrokreditnehmer streuen. Jeder Anbieter sollte jedoch auch zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um Ausfällen vorzubeugen. Dazu gehören beispielsweise eine gewissenhafte Vorab- überprüfung und konstante Beobachtung der finanzierten MFIs. Ferner bieten manche Peer-to-Peer-Anbieter Ausfallga- rantien an. Gute Anbieter informieren darüber auf ihrer Website. Transparenz bei Peer-to-Peer-Anbietern Bei einigen Peer-to-Peer-Anbietern vergibt man Kredite zinslos. Null Pro- zent Zinsen für den Investor bedeuten aber nicht null Prozent Zinsen für den Mikrokreditnehmer. Dieser wird im Regelfall branchenübliche Zins- sätze zahlen. Mit dem zinslosen Kredit wird lediglich ermöglicht, dass die MFI sich zu günstigeren Konditionen finanzieren kann. Transparente Peer-to-Peer-Anbieter kommunizieren dies offen auf ihrer Website. 26 | 27
  • 28. den zeitlichen anlage- horizont bedenken Anlagen mit langfristigem Zeithorizont ermöglichen dem Anbieter größere Planungssicherheit. Dies wirkt sich unter Umständen in längeren und damit besseren Laufzeitkonditionen für die finanzierten MFIs aus und zahlt damit auf die soziale Zielsetzung ein. Denn MFIs können dann mehr Kredite zu günstigeren Konditionen anbieten. Kurzfristig orientierte Anleger sollten auf die Kündigungsfristen ihres Anbieters achten. In einigen Fällen kön- nen diese bis zu sechs Monate betragen. finanzielle rendite prüfen Die finanzielle Rendite einer Fonds-, Genossenschafts- oder Direktinvestition ist im Zeitverlauf Schwankungen unterworfen. Anleger sollten sich erkun- digen, wie hoch die Rendite ausfällt und wie stabil sie im Zeitverlauf ist. Die meis- ten für Kleinanleger offenen Fonds zahlen derzeit keine Dividende aus, sondern reinvestieren die Gewinne, beispielsweise in Form neu ausgegebener Kredite an MFIs. Die Rendite ist dann an der jährli- chen Wachstumsrate der Fondsanteils- werte, dem sogenannten Net Asset Value (NAV), ablesbar. Bei Peer-to-Peer- Anbietern stellt der Anlagezinssatz die Rendite dar. Je nach Anbieter variiert der gewährte Zinssatz erheblich. kosten berücksichtigen Die Verwaltungskosten eines Investitions- anbieters sollten die branchenübliche Höhe nicht überschreiten. Diese beträgt bei großen Fonds circa 1,5 bis 3% des Gesamtinvestitions- volumens, die der kleineren Fonds kann höher ausfallen. Hinzu können Ausgabeaufschlag und Depotkosten kommen. Genossenschaften und Peer-to- Peer-Anbieter machen in der Regel keine expliziten Angaben zu Verwal- tungskosten. Diese können jedoch erfragt werden. Zusätzliche Kosten können für Mitgliedsbeiträge, für Gebüh- ren für den Transfer von Geldbeträgen sowie für die Konvertierung der Beträge in die Währung des Anbieters anfallen. Tipps für Soziale Investoren
  • 29. Option Kauf von Investment- fondsanteilen Kauf von Genossen- schaftsanteilen Kreditvergabe über Peer-to-Peer-Anbieter Wie investieren? Zusätzliche Anforderungen Über Hausbank, Direktbank, Onlinebroker, freie Fondsvermittler. In einigen Fällen auch direkt über die Fondsgesellschaft. Mikrofinanzfonds sind oft unbekannt: Halten Sie den Namen des gewünschten Fonds und seine Kennungsnummer, die sogenannte ISIN, bereit. In der Regel per Banküberweisung. Genaue Informationen enthalten die Internetseiten der Genossenschaften. Mitgliedschaft. Kann mit der Banküberweisung beantragt oder vorab abgeschlossen werden. In der Regel per Banküberweisung, Kreditkarte oder Paypal. Genaue Informationen enthalten die Internetseiten der Anbieter. Online-Registrierung beim Anbieter. Direktinvestition in MFIs Einige Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere von MFIs werden auch an deutschen Börsen gehandelt. In diesem Fall wird wie beim Kauf der Investmentfondsanteile vorgegangen. Unter Umständen können Wertpapiere über andere Vertriebskanäle erworben werden, beispielsweise direkt über die MFI. Der direkte Weg über die MFI kann mit einigem Aufwand verbunden sein: Einige MFIs verlangen die Eröffnung eines Kontos, in manchen Fällen muss der Aktienkauf bei nationalen Abwicklungs- organisationen beantragt werden. Ausführliche Informationen sind auf den Internetseiten der jeweiligen MFIs zu finden. 28 | 29
  • 30. auf einen blick Die drei wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Mikrofinanzengagement – kompakt zusammengefasst: 1. eigeninitiative zeigen: • Sich engagieren heißt aktiv werden. Ein gewisser Grad an Eigeninitiative ist nötig, um Informationen über die Anbie- ter zu beschaffen. • Etliche Anbieterinformationen sind auf Deutsch erhältlich. Für einen umfassen- den Überblick über die Anbieterland- schaft sollten Sie jedoch auch auf Eng- lisch verfasste Texte nicht scheuen. 2. wahl der investitionsform: • Entscheiden Sie sich vorab – wollen Sie spenden oder Geld anlegen? Davon hängt die Anbieterauswahl ab. • Mikrofinanzen basieren auf marktwirt- schaftlichen Prinzipien. So können die Kunden dauerhaft auf verlässliche Finanzpartner zurückgreifen. Eine Anlage oder eine als Kredit weiter- gereichte Spende lässt sich mit einer philanthropischen Geisteshaltung durchaus vereinbaren. • Auch in einer sich zunehmend kommer- zialisierenden Mikrofinanzwelt werden Spenden benötigt. Mit ihrer Hilfe können neue MFIs auf- und ausgebaut werden. 3. wahl des anbieters: • Stellen Sie sicher, dass der Investitions- Anbieter regelmäßig Leistungsberichte veröffentlicht. • Überprüfen Sie, ob Ihr Anbieter Zertifi- kate besitzt und sich zu Qualitätsstan- dards bekennt. Dazu gehören das Luxflag Label und das CGAP Transpa- rency Certificate (für die Anbieter von Geldanlagen) sowie für Spendenorga- nisationen die PHINEO-Empfehlung oder das DZI-Spendensiegel. • Vergewissern Sie sich, dass Ihr Anbieter die von ihm finanzierten MFIs sorgsam überprüft. Dabei sollten nicht nur finan- zielle, sondern auch soziale Kriterien eine Rolle spielen.
  • 31. zum weiterlesen literatur zu konkreten anlageoptionen: Finanztest: „Investieren statt spenden“, Stiftung Warentest, November 2010, S.38–39. Dieser Artikel enthält eine einführende Auflistung aller für Kleinan- leger zugänglichen Mikrofinanzfonds. CGAP: „CGAP 2010 MIV Survey Report: Market Data & Peer Group Analysis“, August 2010. Auf Seite 37 finden Sie unter „Cooperative Companies/NGOs“ einige Genossenschaften aufgeführt. CGAP: „Microfinance Managers Consider Online Funding: Is it Finance, Marketing, or Something Else Entirely?“, Focus Note 54, April 2009. Einen groben Überblick über die Peer-to-Peer-Anbieter erhalten Sie auf Seite 2. links zu gütesiegeln: Luxflag: www.luxflag.com > enter Microfinance Label website > Labelled MIVs > List of labelled MIVs CGAP Transparency Certificate: www.cgap.org > Our Work > Donors and Investors > Features Client Protection Principles: www.smartcampaign.org > About the campaign > Campaign Endorsers DZI: www.dzi.de > Zum DZI > Downloads > DZI Spenden-Siegel Bulletin weiterführende links: CGAP: Hier erhalten Sie aktuelle, einfüh- rende Informationen zu verschiedenen Mikrofinanzthemen. CGAP veröffentlicht einen jährlichen Bericht zur aktuellen Entwicklung der MIVs: www.cgap.org Microfinance Gateway: Die Bibliothek von Microfinance Gateway eignet sich für eine detailliertere Auseinandersetzung mit Mikrofinanzthemen: www.microfinancegateway.org > Library MIX Market: Umfassendes Mikrofinanz- daten- und Informationsmaterial ist unter www.themix.org abrufbar. Stiftung Warentest: Die Internetseite www.test.de > Tests > Geldanlage + Banken > Specials > Investmentfonds enthält Informationen zu Investment- fonds. Unter anderem sind Vertriebswege aufgelistet. 30 | 31
  • 32. Hauptgesellschafter Gesellschafter Ideelle Gesellschafter Strategische Partner • CSI–Centrum für soziale • Deutscher Spendenrat Investitionen und Innovationen • Stiftung Charité Förderer • Baden-Württembergische Bank • Freshfields Bruckhaus Deringer • Bank im Bistum Essen e.G. • MLP Finanzdienstleistungen AG phineo ist ein bündnis starker partner stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt PHINEO bei allen an, die nicht nur Gutes tun, sondern auch Gutes bewirken wollen. PHINEO empfiehlt auf Basis der mehrstu- figen PHINEO-Analyse gemeinnützige Projekte, die besonderes Potenzial haben, die Gesellschaft nachhaltig zu gestalten. PHINEO ist ein unabhängiges Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement. Ein breites Bündnis aus Wirtschaft und Zivilgesell- schaft hat 2010 die gemeinnützige Aktiengesellschaft PHINEO ins Leben gerufen, um den gemeinnützigen Sektor zu Mit Porträts dieser empfehlenswerten Organisationen, Reports zu ausgewählten Themenfeldern, Ratgebern zum Wie des Gebens sowie individueller Beratung bietet PHINEO Orientierung für wirkungs- volles gesellschaftliches Engagement. www.phineo.org