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Fachtagung am 15. Mai 2009 an der Fachhochschule Osnabrück   Thema: Blogs, Communities und das liebe Geld…. Wie können Nonprofit-Organisationen das Web 2.0 nutzen? Wirkung: Wie kann eine kritische Öffentlichkeit für NPO-Kampagnen mit Unterstützung von Online-Campaigning über das Netz erreicht werden? Björn Lampe, erlassjahr.de
Übersicht Kurzvorstellung erlassjahr.de Erfolgskriterien einer Kampagne Teilnehmerzahl = Erfolg? Fallbeispiele Faktoren, die die Erfolgschancen erhöhen
"erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung"  ist ein breites ge-sellschaftliches Bündnis, welches aus 850 deutschen Mitträgerorganisa-tionen besteht. erlassjahr.de setzt sich für gerechte Finanzbeziehungen zwischen den Ländern des Nordens und des Südens, einen weitreichenden Schuldenerlass für Hochverschuldete Entwicklungsländer, die Streichung sogenannter illegitimer Schulden (Odious debts) sowie die Einführung eines fairen und transparenten Schiedsverfahrens („internationales Insolvenz-verfahren“), anstelle des bis dato durch den Gläubiger bestimmten Ver-fahrens, ein.
erlassjahr.de will erreichen... ...dass arme Länder bei künftigen Schuldenkrisen in einem  fairen und transparenten Verfahren Schuldenerlasse erhalten  können - statt weiterhin von Gnade und Einsicht ihrer Gläubiger im Einzelfall abzuhängen; ...dass  Auslandsschulden , die unter  Missachtung internationaler Rechtsstandards  zustande gekommen sind und die die Erreichung von international vereinbarten Entwicklungszielen verhindern,  gestrichen werden ; ...dass  Standards für verantwortliche Kreditvergabe und Kreditaufnahme  entwickelt und durchgesetzt werden, um die gemeinsame Verantwortung von Gläubigern und Schuldnern festzuschreiben.
In  Mosambik  konnten die Ausgaben für Armutsbekämpfung zwischen 1999 und 2006 mehr als verdoppelt werden. Ursächlich waren u.a. Gelder, die aus Schuldenerlassen stammten.    In  Tansania  hat die Regierung nach der Entschuldung die Grundschulgebühren abgeschafft. Danach stieg die Einschulungsquote von 57% (2000) auf 95% (2005) an. 500.000 Kinder konnten in  Mosambik  geimpft werden, nach dem freiwerdene Gelder aus Schuldenerlassen in den Kauf von Medizin investiert wurden. 20 Millionen Kinder mehr konnten im  sub-saherischen Afrika  eingeschult werden, ermöglicht durch Schuldenerlasse und Entwicklungshilfezahlungen.   Schuldenerlass: Erfolge
erlassjahr.de: Struktur Bündnis besteht seit über 10 Jahren Generationswechsel kommt relativ langsam voran Hauptunterstützer nutzen das Internet eher wenig Fax und Brief sind die meist genutzten Kommunika-tionsmittel, aber e-mail ist stark im Kommen Inhaltsstarkes Thema, was intensive Einarbeitung erfordert Auch kleine Erfolge bringen deutliche Verbesserung Intensive Zusammenarbeit mit Südpartnern
Fragestellung: Wirkung: Wie kann eine kritische Öffentlichkeit für NPO-Kampagnen mit Unterstützung von Online-Campaigning über das Netz erreicht werden?
Wann ist eine kritische Öffentlichkeit (Menge) erreicht?  Ist das überhaupt messbar? Sind 20.000 Demonstranten eine kritische Masse?
Was sind die Erfolgskriterien für eine Kampagne? Wurde das (Spenden-)Ziel erreicht? Kam die Botschaft bei den Ansprechpartnern (z.B.) der Politik an? Hat sich durch die Kampagne etwas verändert? Wurden neue Unterstützer gefunden, bestehende motiviert?
Beispiel: erlassjahr.de Postkartenaktion zur Doha-Entwicklungsfinanzierungskonferenz Ergebnis: Ziel nicht erreicht Viele Unterstützer kurzfristig motiviert und involviert Reaktion der Politik erhalten (Antwortbriefe) Agendasetting Kampagne lief hauptsächlich offline (Postkarten)
Ist die Zahl der Teilnehmer entscheidend für den Erfolg? Erlaßjahr2000: über 17 Millionen Unterschriften an die G8 überreicht Schuldenerlass erreicht Deine Stimme gegen Armut: 1,4 Mio. Unterschriften an die G8 überreicht Entwicklungshilfe aufgestockt
Feststellung: die Kampagnen sammelten einen Großteil der Unterschriften Offline sie hatten eine Vielzahl an organisierten Unterstützern sie hatten einen klar definierten, übermächtigen ‚Gegner‘ (David vs. Goliath) Sie wurden von Prominenten unterstützt (Grönemeyer, Bono, Geldof etc.)
Es geht auch klein(er) und erfolgreich Campact Aktion gegen Genmais Über 50.000 Unterstützer Starke Bündnispartner Viele Offline-Aktivisten Ergebnis: Einführung verhindert
Es entscheiden: Thema, Timing und Unterstützung Atheistische Buskampagne Aktuelles Thema Promi-Unterstützung Medienunterstützung Einfache Webtools Spendenziel um das 2400fache übertroffen Weltweite Verbreitung Ursprünglich keine NGO-Kampagne
Erfolg durch Medien und  Mund-zu-Mund-Propaganda
Ist eine große Medienresonanz  Garant für den Erfolg? Aktion Uwe Viel Medien- und Internetresonanz (relativ) wenig Spenden schwieriges Thema, sehr weitläufige Adressaten Keine NGO/Bündnis-Unterstützung Keine NGO-Kampagne
Es geht auch ohne Medien Petition gegen Internetsperren Nahezu ohne Unterstützung von Medien Blogger, Social Networks, twitter, Multiplikatoren, Meinungsführer im Web 50.000 Unterschriften in 4 Tagen Klassische Medien ziehen verspätet nach, sorgen für zweiten Schwung Keine NGO-Kampagne
Ein weiterer Faktor: Emotionale Nähe (Betroffenheit) Oxfam Unverpackt Spendenshop Visualisieren und greifbar machen Konkrete Maßnahmen/Ziele benennen Zielgruppengerechte Ansprache Bewusstes Lernen und Kopieren – ohne schlechtes Imitieren: echt sein
Faktoren, die die  Erfolgschancen erhöhen: Thema: aktuell, relevant, simpel Unterstützung: Bündnisse, Promis, Medien, Meinungsmacher (Blogger) Emotionalisierung: zielgruppengerechte Ansprache, Identitätswahrung, ruhig ‚abgefahren‘ oder ‚witzig‘ – nicht altbacken Komplette (Aus-)Nutzung aller relevanten Web2.0-Tools (Facebook, Youtube, MySpace, twitter etc.) Kapazitäten einplanen, organisatorische Unterstützung sichern On- und Offline Aktivitäten abstimmen, ergänzen
Beachten: Auch Online braucht Offline-Unterstützung Zeitaufwand für Online-Aktivitäten nicht unterschätzen Potential von Web2.0 nicht überschätzen Politik nimmt (bisher) Online-Aktivitäten (häufig) nicht oder nur eingeschränkt wahr Klassische Klientel nicht vergessen, neue Unterstützer können über online hinzukommen Web(2.0)-Kommunikation bietet Chancen (1:1, Kommentare, Foren, twitter etc.), braucht aber ausreichende Kapazitäten
Nicht vergessen: Web2.0 bietet sehr gute Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme mit Zielgruppe Zielgenaue Verbreitung von Informationen möglich (z.B. via Blog) 1:1 Kommunikation kann als Grundlage für Grassroots-Campaigning genutzt werden Web2.0 kann (!) Anstoss zu viralen Kampagnen ermöglichen
Erlassjahr.de im Web2.0 Blog:  www.erlassjahr.de/blog Aktuelle Kampagne:  www.erlassjahr.de/wkampagne Twitter:  www.twitter.com/erlassjahr Dailymotion:  www.dailymotion.com/erlassjahr Facebook:  http://www.facebook.com/pages/erlassjahrde/25137293726 MySpace:  www.myspace.com/erlassjahr XING:  www.xing.com/net/erlassjahr/

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  • 1. Fachtagung am 15. Mai 2009 an der Fachhochschule Osnabrück Thema: Blogs, Communities und das liebe Geld…. Wie können Nonprofit-Organisationen das Web 2.0 nutzen? Wirkung: Wie kann eine kritische Öffentlichkeit für NPO-Kampagnen mit Unterstützung von Online-Campaigning über das Netz erreicht werden? Björn Lampe, erlassjahr.de
  • 2. Übersicht Kurzvorstellung erlassjahr.de Erfolgskriterien einer Kampagne Teilnehmerzahl = Erfolg? Fallbeispiele Faktoren, die die Erfolgschancen erhöhen
  • 3. "erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung" ist ein breites ge-sellschaftliches Bündnis, welches aus 850 deutschen Mitträgerorganisa-tionen besteht. erlassjahr.de setzt sich für gerechte Finanzbeziehungen zwischen den Ländern des Nordens und des Südens, einen weitreichenden Schuldenerlass für Hochverschuldete Entwicklungsländer, die Streichung sogenannter illegitimer Schulden (Odious debts) sowie die Einführung eines fairen und transparenten Schiedsverfahrens („internationales Insolvenz-verfahren“), anstelle des bis dato durch den Gläubiger bestimmten Ver-fahrens, ein.
  • 4. erlassjahr.de will erreichen... ...dass arme Länder bei künftigen Schuldenkrisen in einem fairen und transparenten Verfahren Schuldenerlasse erhalten können - statt weiterhin von Gnade und Einsicht ihrer Gläubiger im Einzelfall abzuhängen; ...dass Auslandsschulden , die unter Missachtung internationaler Rechtsstandards zustande gekommen sind und die die Erreichung von international vereinbarten Entwicklungszielen verhindern, gestrichen werden ; ...dass Standards für verantwortliche Kreditvergabe und Kreditaufnahme entwickelt und durchgesetzt werden, um die gemeinsame Verantwortung von Gläubigern und Schuldnern festzuschreiben.
  • 5. In Mosambik konnten die Ausgaben für Armutsbekämpfung zwischen 1999 und 2006 mehr als verdoppelt werden. Ursächlich waren u.a. Gelder, die aus Schuldenerlassen stammten.   In Tansania hat die Regierung nach der Entschuldung die Grundschulgebühren abgeschafft. Danach stieg die Einschulungsquote von 57% (2000) auf 95% (2005) an. 500.000 Kinder konnten in Mosambik geimpft werden, nach dem freiwerdene Gelder aus Schuldenerlassen in den Kauf von Medizin investiert wurden. 20 Millionen Kinder mehr konnten im sub-saherischen Afrika eingeschult werden, ermöglicht durch Schuldenerlasse und Entwicklungshilfezahlungen. Schuldenerlass: Erfolge
  • 6. erlassjahr.de: Struktur Bündnis besteht seit über 10 Jahren Generationswechsel kommt relativ langsam voran Hauptunterstützer nutzen das Internet eher wenig Fax und Brief sind die meist genutzten Kommunika-tionsmittel, aber e-mail ist stark im Kommen Inhaltsstarkes Thema, was intensive Einarbeitung erfordert Auch kleine Erfolge bringen deutliche Verbesserung Intensive Zusammenarbeit mit Südpartnern
  • 7. Fragestellung: Wirkung: Wie kann eine kritische Öffentlichkeit für NPO-Kampagnen mit Unterstützung von Online-Campaigning über das Netz erreicht werden?
  • 8. Wann ist eine kritische Öffentlichkeit (Menge) erreicht? Ist das überhaupt messbar? Sind 20.000 Demonstranten eine kritische Masse?
  • 9. Was sind die Erfolgskriterien für eine Kampagne? Wurde das (Spenden-)Ziel erreicht? Kam die Botschaft bei den Ansprechpartnern (z.B.) der Politik an? Hat sich durch die Kampagne etwas verändert? Wurden neue Unterstützer gefunden, bestehende motiviert?
  • 10. Beispiel: erlassjahr.de Postkartenaktion zur Doha-Entwicklungsfinanzierungskonferenz Ergebnis: Ziel nicht erreicht Viele Unterstützer kurzfristig motiviert und involviert Reaktion der Politik erhalten (Antwortbriefe) Agendasetting Kampagne lief hauptsächlich offline (Postkarten)
  • 11. Ist die Zahl der Teilnehmer entscheidend für den Erfolg? Erlaßjahr2000: über 17 Millionen Unterschriften an die G8 überreicht Schuldenerlass erreicht Deine Stimme gegen Armut: 1,4 Mio. Unterschriften an die G8 überreicht Entwicklungshilfe aufgestockt
  • 12. Feststellung: die Kampagnen sammelten einen Großteil der Unterschriften Offline sie hatten eine Vielzahl an organisierten Unterstützern sie hatten einen klar definierten, übermächtigen ‚Gegner‘ (David vs. Goliath) Sie wurden von Prominenten unterstützt (Grönemeyer, Bono, Geldof etc.)
  • 13. Es geht auch klein(er) und erfolgreich Campact Aktion gegen Genmais Über 50.000 Unterstützer Starke Bündnispartner Viele Offline-Aktivisten Ergebnis: Einführung verhindert
  • 14. Es entscheiden: Thema, Timing und Unterstützung Atheistische Buskampagne Aktuelles Thema Promi-Unterstützung Medienunterstützung Einfache Webtools Spendenziel um das 2400fache übertroffen Weltweite Verbreitung Ursprünglich keine NGO-Kampagne
  • 15. Erfolg durch Medien und Mund-zu-Mund-Propaganda
  • 16. Ist eine große Medienresonanz Garant für den Erfolg? Aktion Uwe Viel Medien- und Internetresonanz (relativ) wenig Spenden schwieriges Thema, sehr weitläufige Adressaten Keine NGO/Bündnis-Unterstützung Keine NGO-Kampagne
  • 17. Es geht auch ohne Medien Petition gegen Internetsperren Nahezu ohne Unterstützung von Medien Blogger, Social Networks, twitter, Multiplikatoren, Meinungsführer im Web 50.000 Unterschriften in 4 Tagen Klassische Medien ziehen verspätet nach, sorgen für zweiten Schwung Keine NGO-Kampagne
  • 18. Ein weiterer Faktor: Emotionale Nähe (Betroffenheit) Oxfam Unverpackt Spendenshop Visualisieren und greifbar machen Konkrete Maßnahmen/Ziele benennen Zielgruppengerechte Ansprache Bewusstes Lernen und Kopieren – ohne schlechtes Imitieren: echt sein
  • 19. Faktoren, die die Erfolgschancen erhöhen: Thema: aktuell, relevant, simpel Unterstützung: Bündnisse, Promis, Medien, Meinungsmacher (Blogger) Emotionalisierung: zielgruppengerechte Ansprache, Identitätswahrung, ruhig ‚abgefahren‘ oder ‚witzig‘ – nicht altbacken Komplette (Aus-)Nutzung aller relevanten Web2.0-Tools (Facebook, Youtube, MySpace, twitter etc.) Kapazitäten einplanen, organisatorische Unterstützung sichern On- und Offline Aktivitäten abstimmen, ergänzen
  • 20. Beachten: Auch Online braucht Offline-Unterstützung Zeitaufwand für Online-Aktivitäten nicht unterschätzen Potential von Web2.0 nicht überschätzen Politik nimmt (bisher) Online-Aktivitäten (häufig) nicht oder nur eingeschränkt wahr Klassische Klientel nicht vergessen, neue Unterstützer können über online hinzukommen Web(2.0)-Kommunikation bietet Chancen (1:1, Kommentare, Foren, twitter etc.), braucht aber ausreichende Kapazitäten
  • 21. Nicht vergessen: Web2.0 bietet sehr gute Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme mit Zielgruppe Zielgenaue Verbreitung von Informationen möglich (z.B. via Blog) 1:1 Kommunikation kann als Grundlage für Grassroots-Campaigning genutzt werden Web2.0 kann (!) Anstoss zu viralen Kampagnen ermöglichen
  • 22. Erlassjahr.de im Web2.0 Blog: www.erlassjahr.de/blog Aktuelle Kampagne: www.erlassjahr.de/wkampagne Twitter: www.twitter.com/erlassjahr Dailymotion: www.dailymotion.com/erlassjahr Facebook: http://www.facebook.com/pages/erlassjahrde/25137293726 MySpace: www.myspace.com/erlassjahr XING: www.xing.com/net/erlassjahr/