Quarterly
Foresight  Trends  Strategie

Mai 2013
Die Sharing-Economy
wird erwachsen

Jedem sein eigener
Chauffeur

Infografik:
Crowdfunding

Wer zahlt, bestimmt

Social Media als
Kristallkugel

Kollege Roboter


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Q2 | 2013

Die Sharing-Economy wird
erwachsen
Immer schon wurde geteilt und getauscht, gemietet
und geschenkt. Technologie macht solche Transaktionen heute jedoch einfacher denn je und beflügelt
Sharing. Den Kinderschuhen entwachsen wird sich
die Sharing-Economy weiter professionalisieren.

E

in gutes Jahrzehnt nachdem Jeremy möglich wird. Im Internet werden AnRifkin die Access Economy ausrief, bieter und Nachfrager auf einfachste Art
scheint die „Ökonomie des Zugangs“ und Weise zusammengebracht. SmartWirklichkeit zu sein: Im Internet sprie- phones und mobiles Internet machen
ßen derzeit Plattformen, auf denen die die Dienste dazu noch höchst flexibel: ad
verschiedensten Dinge geteilt, getauscht hoc wird jedem geholfen. Smartphones
und gemietet werden können. Warum mit Navigation und GPS führen uns direkt
auch sollte man Dinge kaufen, wenn man zum nächstgelegenen vermietbaren Zimsie viel günstiger leihen kann? Eigentum mer oder zum nahe geparkten Auto zur
verliert an Bedeutung, was zählt, ist der Leihe. Soziale Netzwerke sowie RatingZugang und die Möglichkeit der Nutzung. und Empfehlungssysteme sorgen dafür,
Natürlich kann man einwenden, das hat dass Transparenz entsteht und das für
es immer gegeben: Bücher aus der Bib- solche Geschäfte nötige Vertrauen aufliothek, Betten im
gebaut wird. OnHotel, Autos von Das Internet bringt Angebot
line Zahlungssysder Autovermie- und Nachfrage auf einfachste
teme unterstützen
tung.
schließlich noch die
Art zusammen. Dadurch wird
Und doch unter- Sharing einfacher denn je.
Zahlungsabwickscheidet sich die
lung. Die TechnoSharing-Economy von den alten Formen logie hat also großen Anteil daran, dass
des Mietens und Leihens in wesentlichen heute Millionen Fremder sich gegenseiPunkten: Das Internet hat nicht nur die tig Gebrauchsgegenstände leihen.
Intermediäre ausgeschaltet; geliehen Die Sharing-Economy schafft Konsuwird heute nicht mehr von Hotelketten menten nicht nur Zugang zu einer schier
oder Autovermietungen, sondern di- unendlichen Auswahl an Gütern, sie verrekt von privaten Eigentümern. Zudem schafft ebenso den Eignern der Dinge ein
hat Technologie die Transaktionskosten Geschäftsmodell, um ein bisschen hinzudes Teilens drastisch verringert und den zuverdienen. Wer gerade knapp bei KasAustausch vereinfacht, wodurch Teilen se ist, hat die Möglichkeit ohne großen
heute auf einem gänzlich neuen Niveau Aufwand sein Auto gegen Gebühr zu 
f/21 Quarterly	

 Die Sharing-Economy wird erwachsen (Forts.)
verleihen, sein Sofa einem Weltenbummler zu überlassen oder seine Schiausrüstung zu vermieten. Wo immer freie, ungenutzte Kapazitäten vorhanden sind,
bietet sich das Prinzip der Sharing-Economy an. Aber nicht nur für Nachfrager
und Anbieter ergibt das Teilen Vorteile,
auch die Umwelt freut sich: Weil Dinge
genutzt werden, die es ohnehin schon
gibt, werden Ressourcen geschont.
Die Sharing-Economy ist ein recht junges
Phänomen und noch im privaten Bereich
verhaftet. Je erwachsener sie wird, desto
mehr wird sich Teilen professionalisieren
und ebenso in den Unternehmensbereich wandern. Warum sollten Firmen
nicht ihre freien Kapazitäten zu Geld machen und etwa zeitweilig nicht genutzte Büroflächen, Maschinen, Fahrzeuge
vermieten? Im Moment steht bei den
Transaktionen in den seltensten Fällen
der finanzielle Gewinn im Vordergrund.
Absehbar ist jedoch, dass die Tauschcommunitys im Internet stärker zur Umsetzung entsprechender Geschäftsmodelle
genutzt werden und dort etwa Autos,
die speziell zum Zweck der Vermietung
angeschafft wurden, „geteilt“ werden.
In diesem Zuge wird die Sharing-Economy auch verstärkt mit Fragen der Besteuerung, Versicherungen, Haftung und
branchenspezifischer Regulierung konfrontiert werden.
Dass etablierte Unternehmen und Behörden ein Auge auf die Sharing-Economy
werfen, ist bestes Indiz dafür, welch großes Potential im peer-to-peer-Geschäft
steckt. Das Prinzip, von Privatpersonen
anstelle von gesichtslosen Unternehmen
zu mieten, wird etablierte Branchen zu
einem Umdenken zwingen. Eine Vielzahl
neuer Geschäftsmodelle wird entstehen, nicht immer wird Sharing in seiner

Q2/2013

Reinform verwirklicht werden, oftmals
auch wird es integriert sein in die Geschäftsmodelle der „Alteingesessenen“
der jeweiligen Branche. Allein schon weil
Sharing Konsumenten einen solch unschätzbaren Wert bringt, wird die Idee
keine Eintagsfliege sein. In Zukunft wird
Sharing zwar mit etwas weniger Idealismus, wie er neue demokratisierende
Märkte oftmals umgibt, verbunden sein,

aber Sharing ist bereits fixer Teil des Konsumentenverhaltens und wird weiterhin
eine bedeutende Rolle spielen. 	

Für weitere Informationen zur SharingEconomy besuchen Sie bitte unsere
Webseite oder kontaktieren Sie uns!
 www.f-21.de/thema_sharing
 zukunft@f-21.de

Jedem sein eigener Chauffeur
Fahrerlose Autos sind auf dem besten Wege Wirklichkeit auf unseren Straßen zu werden. Mehr Sicherheit, weniger Umweltbelastung sowie mehr Komfort
und Zeit verspricht der Autoverkehr der Zukunft.

A

uf die in Zukunftsszenarien sich hart- als vielmehr der Klärung von Straßenvernäckig haltenden fliegenden Autos kehrsordnungs- und Haftungsfragen. Das
wird die Welt weiter warten müssen. Auch mit Videokameras, Radarsensoren und
wenn Autos (vorerst noch) am Boden Lasern ausgestattete Gefährt ist in der
bleiben, Innovationen rund um den fahr- Lage, sämtliche relevante Informationen
baren Untersatz
zum Straßenvergibt es dennoch Fahrerlose Autos sind keine Zu- kehr zu erfassen
reichlich. Was den kunftsillusion mehr. Die Techund wird auf dieser
Autoverkehr vor nik ist bereits soweit.
Basis von einem
allem revolutionieRechner gesteuert.
ren wird, ist der gewollte Autonomiever- Rechnerunterstützung im Auto ist freilich
lust des Fahrers. Autos und die gesamte nichts Neues: Heute schon stehen AssisVerkehrssteuerung werden intelligenter tenzsysteme dem Fahrer helfend zur Seiund damit kehren mehr Sicherheit, we- te und parken selbständig ein, erkennen
niger Staus, verringerte Schadstoffbelas- Verkehrszeichen, halten den Sicherheitstungen und mehr Bequemlichkeit ein.
abstand ein und bremsen im Notfall auSeit 2010 arbeitet Google an fahrerlosen tomatisch. Das autonome Auto hingegen
Autos, welche nun seit rund einem Jahr enthebt den Fahrer vollkommen von altestweise auf den Straßen Nevadas, Ka- len Aufgaben: einfach zurücklehnen und
liforniens und Floridas unterwegs sind. Zeitung lesen, im Internet surfen oder
Wann der kommerzielle Verkauf startet, ein Nickerchen halten. Nicht nur die geist wohl weniger eine Frage der Technik, wonnene Freizeit für den Fahrer ist ein
Pluspunkt, auch versprechen autonome
Autos flüssigeren Verkehr, verringerten
Treibstoffverbrauch sowie weniger Unfälle.
Diese Vorteile verstärken sich noch, werden fahrerlose Autos zu „Autozügen“
vereint. Das EU-Projekt SARTRE erarbeiWISSEN,
Welche Trends prägen die Welt von morgen?
tet Strategien und Technologien, die AuWAS
Was sind die Zeichen der Zeit,
tos drahtlos zu semi-autonomen Konvois
KOMMT!
die auf Ihre Organisation wirken?
verbinden. In dieser Vision bildet ein von
einem professionellen Fahrer gesteuertes Führungsfahrzeug die Spitze des
Benötigen Sie Orientierungswissen für Ihre BranMit dem f/21 Zukunftsmonitor
che? Möchten Sie Zukunftsanalysen zur KundenAutozuges, in den sich Autos jederzeit
liefern wir Ihnen Zukunftswissen:
bindung oder Mitarbeiterinformation nutzen?
eingliedern können und damit die Steue maßgeschneidert
Gerne erörtern wir gemeinsam mit Ihnen, wie der
rung an den Konvoi abgeben. Sobald das
 im Abonnement
f/21 Zukunftsmonitor dabei helfen kann!
 frei Haus
Fahrtziel naht, übernimmt der Fahrer 
Weitere Infos: www.f-21.de/zukunftsmonitor

f/21 ZUKUNFTSMONITOR

f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 	

2
f/21 Quarterly	

Q2/2013

 Jedem sein eigener Chauffeur (Forts.)
wieder die Kontrolle und verlässt den
Autozug. Durch die Nutzung aerodynamischer Effekte ist hierbei der ökologische
Gewinn durch eine gesteigerte Treibstoffeffizienz besonders groß: Wie in der
Formel I oder bei Radrennen machen
sich Autozüge den Trick des Windschattenfahrens zunutze. Auch bei den Autokonvois ist der Knackpunkt für den Erfolg weniger die Lösung technologischer
Fragen, zumal Technik genutzt wird, die
bereits Bestandteil moderner Autos ist,
wie etwa adaptive Geschwindigkeitsregelung, automatisches Bremsen oder
Spurhaltesysteme. Die größere Frage ist,
ob Fahrer gewillt sind, die Kontrolle über
ihren Wagen an den Konvoiführer abzugeben.

INFOGRAFIK

– Crowdfunding –
Das weltweite Finanzierungsvolumen
durch Crowdfunding wächst und
wächst - bis auf 2,7 Milliarden US$ im
Jahr 2012.
2009
2010

854 Mio.
1.470 Mio.

2012

2.700 Mio.

Ein Blick auf den Marktführer Kickstarter führt das immense Wachstum
und Potential von Crowdfunding
deutlich vor Augen.
2012 Mai 2013

+78%

4 Mio.

Menschen

sammelten

+89%

605 Mio.
US$ ein und

finanzierten
+126%

rungen mit Rabatten für die Nutzung
von Blackboxes, mit deren Hilfe das Fahrverhalten nachvollzogen werden kann.
Wird Selbstfahren zum unbezahlbaren
Risiko? Wird es noch Verkehrsstrafen
geben? Schließlich werfen die vernetzten
Autos auch gänzlich neue Sicherheitsfragen auf: Werden Hacker imstande sein,
die autonomen Autos zu kapern oder gar
Massenunfälle zu provozieren? 	

Für weitere Informationen zum Wandel
der Auto-Mobilität besuchen Sie bitte
unsere Webseite oder kontaktieren Sie
uns!
 www.f-21.de/thema_automobilitaet
 zukunft@f-21.de

Wer zahlt, bestimmt
Auf der Suche nach dem perfekten Produkt werden
Konsumenten zu Finanziers und kaufen bloße Konzepte statt fertiger Produkte. Crowdfunding-Plattformen sind die neuen Shoppingcenter.

L

530 Mio.

2011

Neben Akzeptanzproblemen werfen
fahrerlose Autos aber auch eine Reihe
anderer wichtiger Fragen auf. Setzt sich
das autonome Auto mit all seinen Vorteilen erst einmal durch, so werden manuell
betriebene Fahrzeuge einen schweren
Stand haben. Werden künftig herkömmliche Autos von den Straßen – zumindest den chronisch verstopften Hauptverkehrswegen – verbannt werden, um
Unfälle zu vermeiden und den Verkehr
effizienter fließen zu lassen? Auch Versicherungen kommt die größere Sicherheit
autonomer Autos entgegen, denn Computer werden nicht müde und lassen sich
nicht ablenken, sitzen nicht betrunken
am Steuer oder mit dem Mobiltelefon
am Ohr. Schon heute winken Versiche-

41.000
Projekte.

Quelle: Massolution, Kickstarter
f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 	

ange vorbei sind die Zeiten, als Kun- Promotion – schon bevor das Ganze reden kauften, was Unternehmen auf alisiert ist.
den Markt warfen. Auch dass Produzen- So werden Crowdfunding-Plattformen
ten ihr Ohr nah am Kunden haben, um zu den neuen Shoppingcentern: Statt
nach den Bedürfnissen einer abstrakten der üblichen Massenware finden KonsuZielgruppe zu produzieren, ist längst menten dort neue und einzigartige Produkte, die exakt
Schnee von gestern. Und selbst Auf Crowdfunding-Plattformen ihren Wünschen
entsprechen – und
Consumer Involve- finden Kunden das Neueste
erhalten dazu noch
ment, das Einbe- vom Neuen und können sogar
das Gefühl, gehört
ziehen des Kunden mitreden – gegen Vorkasse.
zu werden und Teil
in den Innovationsund Entwicklungsprozess, ist keine Neu- einer innovativen Community zu sein.
heit mehr. Der Konsument von heute tritt Crowdfunding bietet damit einen Weg
in Vorleistung, um sich Mitsprache zu si- aus der Qual der Wahl des übersättigten
chern und sodann der innovativsten und Konsumenten: Heute zählt, was neuer,
besser, individualisierter ist. Dabei wereinzigartigsten Produkte zu erfreuen.
Auf Crowdfunding-Plattformen treffen den die Geldgeber stets die ersten sein,
sich kreative Unternehmer und Kun- die das geförderte Produkt in Händen
den auf der Suche nach ausgefallenen halten. Aber nicht nur dieser Startvorteil
Neuheiten. Schlagen Kunden schon vor spricht viele an. Zusätzlich werden Kundem Produktlaunch zu, erhalten sie ihr den in eine Community eingebunden, die
Wunschprodukt statt für einen anony- ein Zugehörigkeitsgefühl schafft, das oftmen Markt produzierte Ware. Bei der mals höher eingestuft wird als das bloße
Schwarmfinanzierung geben Internet- Besitzen eines Produkts. So ist dem Pronutzer nicht nur Geld für die Produktion duzenten eine loyale Anhängerschaft sider Ideen anderer, sie beteiligen sich cher und Word-of-Mouth ergibt sich wie
auch an der Entwicklung, indem sie ihre von selbst. Auch weil es dem Kunden
Ideen beisteuern und Produktwünsche nicht nur um den Kauf auf Vorkasse geht:
offenlegen und sorgen für ausreichend Konsumenten können durch Crowd- 
3
f/21 Quarterly	

 Wer zahlt, bestimmt (Forts.)
funding in einen Dialog mit dem Produzenten treten und ihre Gestaltungswünsche ausdrücken. Unternehmen erhalten
so wertvolles Feedback und eine gute
Möglichkeit, die Kundennachfrage schon
vor Produktionsstart auszutesten.
Während beim Crowdfunding für große
Unternehmen weniger das Auftreiben
von Geld m Vordergrund steht, als vielmehr die Möglichkeit, Kundenwünsche
zu erheben, könnte für kleine Unternehmen und Einzelpersonen Crowdfunding
in Zukunft der primäre Weg der Produkt-

Q2/2013

finanzierung sein. So wird vor allem die
Makers-Bewegung der Schwarmfinanzierung kräftigen Rückenwind bescheren:
Da heute mit Hilfe von Technologien wie
3D-Printing jeder zum Produzenten werden und Produkte herstellen kann, wie
sie noch vor kurzem nur von den Fließbändern großer Fabriken gerollt sind, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten der
Individualisierung. Jedes einzelne Stück
könnte nach Maßgabe des Kunden hergestellt werden – gegen Vorkasse, versteht sich. 	


Social Media als Kristallkugel
Spiegelt der stete Fluss an Social Media Content die
Befindlichkeiten der Welt wider? Gewusst wie, werden Twitter, Facebook & Co. zur Kristallkugel und
künftig bei Marktprognosen unverzichtbar.

D

ie Idee, Suchbegriffe von Internetre- zwei Begriffe zusammen auftauchen?
cherchen zur Voraussage von Trends Sich verändernde Muster von Wahrzu nutzen, ist nicht ganz neu. So ist etwa scheinlichkeiten deuten auf neue Beziedie Häufigkeit der Suche nach bestimm- hungen hin. Auf Inhalte sozialer Medien
ten Produkten ein guter Indikator für angewandt, verspricht diese Methode eidie späteren Verkaufszahlen dieser Wa- niges an Voraussagekraft. Unternehmen
ren. Auch Grippewellen kündigen sich könnten auf diese Art und Weise einen
durch entsprechende Suchbegriffe an. besseren Einblick in zukünftige NachfraBerufsbezogene Schlagwörter geben geentwicklungen erhalten. Im Bereich
Aufschluss über die Arbeitslosenrate und der Produktentwicklung kann die Social
die Veränderung der Häufigkeit bestimm- Media Clusteranalyse Hinweise auf Kunten Suchbegriffen kann als Frühwarnsig- denbedürfnisse geben: Cluster, die sich
nal für Bewegungen am Aktienmarkt rund um Beschwerden und Probleme
gelten. Nun ist die Aussagekraft solcher oder fehlende Funktionalitäten bilden,
Ableitungen freilich beschränkt. Denn sind deutliche Hinweise auf den Kunin all diesen Fällen
denwunsch eines
handelt es sich um Die Auswertung sozialer Medineuen Produktfeabekannte Unbe- en erlaubt die Erkundung des
tures.
kannte: Die Frage unbekannten Unbekannten.
Noch haben Maist klar, die Herschinen ihre Probausforderung besteht lediglich darin, leme, aus Texten die korrekte Bedeutung
die Antwort zu finden. Viel interessanter abzuleiten. Überhaupt gibt ihnen heute
sind unbekannte Unbekannte, also Fra- noch das Verarbeiten von natürlicher
gen, die man gar nicht zu fragen wusste. Sprache große Rätsel auf, etwa SarkasSolche Entdeckungen erweitern den Ho- mus zu erkennen und richtig zu deuten.
rizont und bringen daher einen wahren Aber immer besser werden Maschinen
Erkenntnisgewinn.
imstande sein, aus der wachsenden DaWie aber entdeckt man neue Fragen? tenflut brauchbare Informationen abzuDie Clusteranalyse stellt nicht einzelne leiten. Und je mehr Persönliches auf den
Suchbegriffe in den Fokus, sondern un- sozialen Netzwerken geteilt wird, desto
tersucht Wörter und ihre Beziehung zu präziser werden Tweets, Blogs, Suchanfanderen Wörtern. Im Grunde geht es um ragen und Facebookseiten das KundenWahrscheinlichkeiten: Wie wahrschein- verhalten voraussagen. 	

lich oder unwahrscheinlich ist es, dass
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Kollege Roboter
An zwei Orten gleichzeitig zu
sein, ist kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Roboter
werden unser Alter Ego.

S

olch große Hoffnungen wurden einst
in Videokonferenzen gesetzt, dass
Geschäftsreisen bereits das Totenglöckchen geläutet wurde. Virtuelle Meetings
schonten nicht nur die Umwelt, sondern
ließen noch dazu freie Zeit für produktivere Tätigkeiten, hieß es. Durchgesetzt
haben sich Treffen mit Bild- und Tonübertragung über räumliche Grenzen hinweg
trotz all der vermeintlichen Vorteile jedoch nie.
Einen neuerlichen Anschlag auf die
Geschäftsreise unternehmen nun Telepräsenz-Roboter. Wie in einem Computerspiel lassen sich solche Roboter
fernsteuern, wodurch sich Menschen virtuell an einem entfernten Ort bewegen
können. Mit Kamera und Mikrofon sowie
Lautsprecher und Bildschirm ausgestattet lassen sie ihren Piloten am Geschehen
teilhaben und mit anderen Anwesenden
interagieren.
Anders als bei Videokonferenzen wäre
die Kommunikation mit Kollegen nicht
auf einen fixen Zeitrahmen beschränkt,
sondern das zweite Ich könnte beliebig Kontakte pflegen, einfach mal am
Schreibtisch eines Kollegen vorbeischauen oder in der Kaffeeküche Halt machen
– und so auch an informellen Gesprächen teilhaben. Und nicht nur im Büro
sind Einsätze von Telepräsenz-Robotern
denkbar: Immobilienkäufer könnten Objektbesichtigungen virtuell durchführen,
Ärzte könnten ihren Patienten von der
Ferne aus die Visite abstatten.	


Impressum
f/21 Büro für Zukunftsfragen
Mag. Nora S. Stampfl, MBA
 Rosenheimer Straße 35
D-10781 Berlin
 +49.30.69 59 82 58
 zukunft@f-21.de
 www.f-21.de
Fotos von photocase.com:
zanthia (S. 1), suze (S. 2)
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f/21 Quarterly Q2|2013

  • 1.
    Quarterly Foresight  Trends Strategie Mai 2013 Die Sharing-Economy wird erwachsen  Jedem sein eigener Chauffeur  Infografik: Crowdfunding  Wer zahlt, bestimmt  Social Media als Kristallkugel  Kollege Roboter  Abonnieren Sie f/21 Quarterly! Wir informieren Sie regelmäßig über die neuesten Ausblicke in die Welt von morgen. Bleiben Sie am Ball und verpassen Sie keine Ausgabe des f/21 Quarterly – per Mail erhalten Sie jeweils direkt nach Erscheinen kostenlos die neueste Ausgabe. Registrieren Sie sich hier: www.f-21.de/quarterly-bestellung Q2 | 2013 Die Sharing-Economy wird erwachsen Immer schon wurde geteilt und getauscht, gemietet und geschenkt. Technologie macht solche Transaktionen heute jedoch einfacher denn je und beflügelt Sharing. Den Kinderschuhen entwachsen wird sich die Sharing-Economy weiter professionalisieren. E in gutes Jahrzehnt nachdem Jeremy möglich wird. Im Internet werden AnRifkin die Access Economy ausrief, bieter und Nachfrager auf einfachste Art scheint die „Ökonomie des Zugangs“ und Weise zusammengebracht. SmartWirklichkeit zu sein: Im Internet sprie- phones und mobiles Internet machen ßen derzeit Plattformen, auf denen die die Dienste dazu noch höchst flexibel: ad verschiedensten Dinge geteilt, getauscht hoc wird jedem geholfen. Smartphones und gemietet werden können. Warum mit Navigation und GPS führen uns direkt auch sollte man Dinge kaufen, wenn man zum nächstgelegenen vermietbaren Zimsie viel günstiger leihen kann? Eigentum mer oder zum nahe geparkten Auto zur verliert an Bedeutung, was zählt, ist der Leihe. Soziale Netzwerke sowie RatingZugang und die Möglichkeit der Nutzung. und Empfehlungssysteme sorgen dafür, Natürlich kann man einwenden, das hat dass Transparenz entsteht und das für es immer gegeben: Bücher aus der Bib- solche Geschäfte nötige Vertrauen aufliothek, Betten im gebaut wird. OnHotel, Autos von Das Internet bringt Angebot line Zahlungssysder Autovermie- und Nachfrage auf einfachste teme unterstützen tung. schließlich noch die Art zusammen. Dadurch wird Und doch unter- Sharing einfacher denn je. Zahlungsabwickscheidet sich die lung. Die TechnoSharing-Economy von den alten Formen logie hat also großen Anteil daran, dass des Mietens und Leihens in wesentlichen heute Millionen Fremder sich gegenseiPunkten: Das Internet hat nicht nur die tig Gebrauchsgegenstände leihen. Intermediäre ausgeschaltet; geliehen Die Sharing-Economy schafft Konsuwird heute nicht mehr von Hotelketten menten nicht nur Zugang zu einer schier oder Autovermietungen, sondern di- unendlichen Auswahl an Gütern, sie verrekt von privaten Eigentümern. Zudem schafft ebenso den Eignern der Dinge ein hat Technologie die Transaktionskosten Geschäftsmodell, um ein bisschen hinzudes Teilens drastisch verringert und den zuverdienen. Wer gerade knapp bei KasAustausch vereinfacht, wodurch Teilen se ist, hat die Möglichkeit ohne großen heute auf einem gänzlich neuen Niveau Aufwand sein Auto gegen Gebühr zu 
  • 2.
    f/21 Quarterly  DieSharing-Economy wird erwachsen (Forts.) verleihen, sein Sofa einem Weltenbummler zu überlassen oder seine Schiausrüstung zu vermieten. Wo immer freie, ungenutzte Kapazitäten vorhanden sind, bietet sich das Prinzip der Sharing-Economy an. Aber nicht nur für Nachfrager und Anbieter ergibt das Teilen Vorteile, auch die Umwelt freut sich: Weil Dinge genutzt werden, die es ohnehin schon gibt, werden Ressourcen geschont. Die Sharing-Economy ist ein recht junges Phänomen und noch im privaten Bereich verhaftet. Je erwachsener sie wird, desto mehr wird sich Teilen professionalisieren und ebenso in den Unternehmensbereich wandern. Warum sollten Firmen nicht ihre freien Kapazitäten zu Geld machen und etwa zeitweilig nicht genutzte Büroflächen, Maschinen, Fahrzeuge vermieten? Im Moment steht bei den Transaktionen in den seltensten Fällen der finanzielle Gewinn im Vordergrund. Absehbar ist jedoch, dass die Tauschcommunitys im Internet stärker zur Umsetzung entsprechender Geschäftsmodelle genutzt werden und dort etwa Autos, die speziell zum Zweck der Vermietung angeschafft wurden, „geteilt“ werden. In diesem Zuge wird die Sharing-Economy auch verstärkt mit Fragen der Besteuerung, Versicherungen, Haftung und branchenspezifischer Regulierung konfrontiert werden. Dass etablierte Unternehmen und Behörden ein Auge auf die Sharing-Economy werfen, ist bestes Indiz dafür, welch großes Potential im peer-to-peer-Geschäft steckt. Das Prinzip, von Privatpersonen anstelle von gesichtslosen Unternehmen zu mieten, wird etablierte Branchen zu einem Umdenken zwingen. Eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle wird entstehen, nicht immer wird Sharing in seiner Q2/2013 Reinform verwirklicht werden, oftmals auch wird es integriert sein in die Geschäftsmodelle der „Alteingesessenen“ der jeweiligen Branche. Allein schon weil Sharing Konsumenten einen solch unschätzbaren Wert bringt, wird die Idee keine Eintagsfliege sein. In Zukunft wird Sharing zwar mit etwas weniger Idealismus, wie er neue demokratisierende Märkte oftmals umgibt, verbunden sein, aber Sharing ist bereits fixer Teil des Konsumentenverhaltens und wird weiterhin eine bedeutende Rolle spielen.  Für weitere Informationen zur SharingEconomy besuchen Sie bitte unsere Webseite oder kontaktieren Sie uns!  www.f-21.de/thema_sharing  zukunft@f-21.de Jedem sein eigener Chauffeur Fahrerlose Autos sind auf dem besten Wege Wirklichkeit auf unseren Straßen zu werden. Mehr Sicherheit, weniger Umweltbelastung sowie mehr Komfort und Zeit verspricht der Autoverkehr der Zukunft. A uf die in Zukunftsszenarien sich hart- als vielmehr der Klärung von Straßenvernäckig haltenden fliegenden Autos kehrsordnungs- und Haftungsfragen. Das wird die Welt weiter warten müssen. Auch mit Videokameras, Radarsensoren und wenn Autos (vorerst noch) am Boden Lasern ausgestattete Gefährt ist in der bleiben, Innovationen rund um den fahr- Lage, sämtliche relevante Informationen baren Untersatz zum Straßenvergibt es dennoch Fahrerlose Autos sind keine Zu- kehr zu erfassen reichlich. Was den kunftsillusion mehr. Die Techund wird auf dieser Autoverkehr vor nik ist bereits soweit. Basis von einem allem revolutionieRechner gesteuert. ren wird, ist der gewollte Autonomiever- Rechnerunterstützung im Auto ist freilich lust des Fahrers. Autos und die gesamte nichts Neues: Heute schon stehen AssisVerkehrssteuerung werden intelligenter tenzsysteme dem Fahrer helfend zur Seiund damit kehren mehr Sicherheit, we- te und parken selbständig ein, erkennen niger Staus, verringerte Schadstoffbelas- Verkehrszeichen, halten den Sicherheitstungen und mehr Bequemlichkeit ein. abstand ein und bremsen im Notfall auSeit 2010 arbeitet Google an fahrerlosen tomatisch. Das autonome Auto hingegen Autos, welche nun seit rund einem Jahr enthebt den Fahrer vollkommen von altestweise auf den Straßen Nevadas, Ka- len Aufgaben: einfach zurücklehnen und liforniens und Floridas unterwegs sind. Zeitung lesen, im Internet surfen oder Wann der kommerzielle Verkauf startet, ein Nickerchen halten. Nicht nur die geist wohl weniger eine Frage der Technik, wonnene Freizeit für den Fahrer ist ein Pluspunkt, auch versprechen autonome Autos flüssigeren Verkehr, verringerten Treibstoffverbrauch sowie weniger Unfälle. Diese Vorteile verstärken sich noch, werden fahrerlose Autos zu „Autozügen“ vereint. Das EU-Projekt SARTRE erarbeiWISSEN, Welche Trends prägen die Welt von morgen? tet Strategien und Technologien, die AuWAS Was sind die Zeichen der Zeit, tos drahtlos zu semi-autonomen Konvois KOMMT! die auf Ihre Organisation wirken? verbinden. In dieser Vision bildet ein von einem professionellen Fahrer gesteuertes Führungsfahrzeug die Spitze des Benötigen Sie Orientierungswissen für Ihre BranMit dem f/21 Zukunftsmonitor che? Möchten Sie Zukunftsanalysen zur KundenAutozuges, in den sich Autos jederzeit liefern wir Ihnen Zukunftswissen: bindung oder Mitarbeiterinformation nutzen? eingliedern können und damit die Steue maßgeschneidert Gerne erörtern wir gemeinsam mit Ihnen, wie der rung an den Konvoi abgeben. Sobald das  im Abonnement f/21 Zukunftsmonitor dabei helfen kann!  frei Haus Fahrtziel naht, übernimmt der Fahrer  Weitere Infos: www.f-21.de/zukunftsmonitor f/21 ZUKUNFTSMONITOR f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 2
  • 3.
    f/21 Quarterly Q2/2013  Jedemsein eigener Chauffeur (Forts.) wieder die Kontrolle und verlässt den Autozug. Durch die Nutzung aerodynamischer Effekte ist hierbei der ökologische Gewinn durch eine gesteigerte Treibstoffeffizienz besonders groß: Wie in der Formel I oder bei Radrennen machen sich Autozüge den Trick des Windschattenfahrens zunutze. Auch bei den Autokonvois ist der Knackpunkt für den Erfolg weniger die Lösung technologischer Fragen, zumal Technik genutzt wird, die bereits Bestandteil moderner Autos ist, wie etwa adaptive Geschwindigkeitsregelung, automatisches Bremsen oder Spurhaltesysteme. Die größere Frage ist, ob Fahrer gewillt sind, die Kontrolle über ihren Wagen an den Konvoiführer abzugeben. INFOGRAFIK – Crowdfunding – Das weltweite Finanzierungsvolumen durch Crowdfunding wächst und wächst - bis auf 2,7 Milliarden US$ im Jahr 2012. 2009 2010 854 Mio. 1.470 Mio. 2012 2.700 Mio. Ein Blick auf den Marktführer Kickstarter führt das immense Wachstum und Potential von Crowdfunding deutlich vor Augen. 2012 Mai 2013 +78% 4 Mio. Menschen sammelten +89% 605 Mio. US$ ein und finanzierten +126% rungen mit Rabatten für die Nutzung von Blackboxes, mit deren Hilfe das Fahrverhalten nachvollzogen werden kann. Wird Selbstfahren zum unbezahlbaren Risiko? Wird es noch Verkehrsstrafen geben? Schließlich werfen die vernetzten Autos auch gänzlich neue Sicherheitsfragen auf: Werden Hacker imstande sein, die autonomen Autos zu kapern oder gar Massenunfälle zu provozieren?  Für weitere Informationen zum Wandel der Auto-Mobilität besuchen Sie bitte unsere Webseite oder kontaktieren Sie uns!  www.f-21.de/thema_automobilitaet  zukunft@f-21.de Wer zahlt, bestimmt Auf der Suche nach dem perfekten Produkt werden Konsumenten zu Finanziers und kaufen bloße Konzepte statt fertiger Produkte. Crowdfunding-Plattformen sind die neuen Shoppingcenter. L 530 Mio. 2011 Neben Akzeptanzproblemen werfen fahrerlose Autos aber auch eine Reihe anderer wichtiger Fragen auf. Setzt sich das autonome Auto mit all seinen Vorteilen erst einmal durch, so werden manuell betriebene Fahrzeuge einen schweren Stand haben. Werden künftig herkömmliche Autos von den Straßen – zumindest den chronisch verstopften Hauptverkehrswegen – verbannt werden, um Unfälle zu vermeiden und den Verkehr effizienter fließen zu lassen? Auch Versicherungen kommt die größere Sicherheit autonomer Autos entgegen, denn Computer werden nicht müde und lassen sich nicht ablenken, sitzen nicht betrunken am Steuer oder mit dem Mobiltelefon am Ohr. Schon heute winken Versiche- 41.000 Projekte. Quelle: Massolution, Kickstarter f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de ange vorbei sind die Zeiten, als Kun- Promotion – schon bevor das Ganze reden kauften, was Unternehmen auf alisiert ist. den Markt warfen. Auch dass Produzen- So werden Crowdfunding-Plattformen ten ihr Ohr nah am Kunden haben, um zu den neuen Shoppingcentern: Statt nach den Bedürfnissen einer abstrakten der üblichen Massenware finden KonsuZielgruppe zu produzieren, ist längst menten dort neue und einzigartige Produkte, die exakt Schnee von gestern. Und selbst Auf Crowdfunding-Plattformen ihren Wünschen entsprechen – und Consumer Involve- finden Kunden das Neueste erhalten dazu noch ment, das Einbe- vom Neuen und können sogar das Gefühl, gehört ziehen des Kunden mitreden – gegen Vorkasse. zu werden und Teil in den Innovationsund Entwicklungsprozess, ist keine Neu- einer innovativen Community zu sein. heit mehr. Der Konsument von heute tritt Crowdfunding bietet damit einen Weg in Vorleistung, um sich Mitsprache zu si- aus der Qual der Wahl des übersättigten chern und sodann der innovativsten und Konsumenten: Heute zählt, was neuer, besser, individualisierter ist. Dabei wereinzigartigsten Produkte zu erfreuen. Auf Crowdfunding-Plattformen treffen den die Geldgeber stets die ersten sein, sich kreative Unternehmer und Kun- die das geförderte Produkt in Händen den auf der Suche nach ausgefallenen halten. Aber nicht nur dieser Startvorteil Neuheiten. Schlagen Kunden schon vor spricht viele an. Zusätzlich werden Kundem Produktlaunch zu, erhalten sie ihr den in eine Community eingebunden, die Wunschprodukt statt für einen anony- ein Zugehörigkeitsgefühl schafft, das oftmen Markt produzierte Ware. Bei der mals höher eingestuft wird als das bloße Schwarmfinanzierung geben Internet- Besitzen eines Produkts. So ist dem Pronutzer nicht nur Geld für die Produktion duzenten eine loyale Anhängerschaft sider Ideen anderer, sie beteiligen sich cher und Word-of-Mouth ergibt sich wie auch an der Entwicklung, indem sie ihre von selbst. Auch weil es dem Kunden Ideen beisteuern und Produktwünsche nicht nur um den Kauf auf Vorkasse geht: offenlegen und sorgen für ausreichend Konsumenten können durch Crowd-  3
  • 4.
    f/21 Quarterly  Werzahlt, bestimmt (Forts.) funding in einen Dialog mit dem Produzenten treten und ihre Gestaltungswünsche ausdrücken. Unternehmen erhalten so wertvolles Feedback und eine gute Möglichkeit, die Kundennachfrage schon vor Produktionsstart auszutesten. Während beim Crowdfunding für große Unternehmen weniger das Auftreiben von Geld m Vordergrund steht, als vielmehr die Möglichkeit, Kundenwünsche zu erheben, könnte für kleine Unternehmen und Einzelpersonen Crowdfunding in Zukunft der primäre Weg der Produkt- Q2/2013 finanzierung sein. So wird vor allem die Makers-Bewegung der Schwarmfinanzierung kräftigen Rückenwind bescheren: Da heute mit Hilfe von Technologien wie 3D-Printing jeder zum Produzenten werden und Produkte herstellen kann, wie sie noch vor kurzem nur von den Fließbändern großer Fabriken gerollt sind, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten der Individualisierung. Jedes einzelne Stück könnte nach Maßgabe des Kunden hergestellt werden – gegen Vorkasse, versteht sich.  Social Media als Kristallkugel Spiegelt der stete Fluss an Social Media Content die Befindlichkeiten der Welt wider? Gewusst wie, werden Twitter, Facebook & Co. zur Kristallkugel und künftig bei Marktprognosen unverzichtbar. D ie Idee, Suchbegriffe von Internetre- zwei Begriffe zusammen auftauchen? cherchen zur Voraussage von Trends Sich verändernde Muster von Wahrzu nutzen, ist nicht ganz neu. So ist etwa scheinlichkeiten deuten auf neue Beziedie Häufigkeit der Suche nach bestimm- hungen hin. Auf Inhalte sozialer Medien ten Produkten ein guter Indikator für angewandt, verspricht diese Methode eidie späteren Verkaufszahlen dieser Wa- niges an Voraussagekraft. Unternehmen ren. Auch Grippewellen kündigen sich könnten auf diese Art und Weise einen durch entsprechende Suchbegriffe an. besseren Einblick in zukünftige NachfraBerufsbezogene Schlagwörter geben geentwicklungen erhalten. Im Bereich Aufschluss über die Arbeitslosenrate und der Produktentwicklung kann die Social die Veränderung der Häufigkeit bestimm- Media Clusteranalyse Hinweise auf Kunten Suchbegriffen kann als Frühwarnsig- denbedürfnisse geben: Cluster, die sich nal für Bewegungen am Aktienmarkt rund um Beschwerden und Probleme gelten. Nun ist die Aussagekraft solcher oder fehlende Funktionalitäten bilden, Ableitungen freilich beschränkt. Denn sind deutliche Hinweise auf den Kunin all diesen Fällen denwunsch eines handelt es sich um Die Auswertung sozialer Medineuen Produktfeabekannte Unbe- en erlaubt die Erkundung des tures. kannte: Die Frage unbekannten Unbekannten. Noch haben Maist klar, die Herschinen ihre Probausforderung besteht lediglich darin, leme, aus Texten die korrekte Bedeutung die Antwort zu finden. Viel interessanter abzuleiten. Überhaupt gibt ihnen heute sind unbekannte Unbekannte, also Fra- noch das Verarbeiten von natürlicher gen, die man gar nicht zu fragen wusste. Sprache große Rätsel auf, etwa SarkasSolche Entdeckungen erweitern den Ho- mus zu erkennen und richtig zu deuten. rizont und bringen daher einen wahren Aber immer besser werden Maschinen Erkenntnisgewinn. imstande sein, aus der wachsenden DaWie aber entdeckt man neue Fragen? tenflut brauchbare Informationen abzuDie Clusteranalyse stellt nicht einzelne leiten. Und je mehr Persönliches auf den Suchbegriffe in den Fokus, sondern un- sozialen Netzwerken geteilt wird, desto tersucht Wörter und ihre Beziehung zu präziser werden Tweets, Blogs, Suchanfanderen Wörtern. Im Grunde geht es um ragen und Facebookseiten das KundenWahrscheinlichkeiten: Wie wahrschein- verhalten voraussagen.  lich oder unwahrscheinlich ist es, dass f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de Kollege Roboter An zwei Orten gleichzeitig zu sein, ist kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Roboter werden unser Alter Ego. S olch große Hoffnungen wurden einst in Videokonferenzen gesetzt, dass Geschäftsreisen bereits das Totenglöckchen geläutet wurde. Virtuelle Meetings schonten nicht nur die Umwelt, sondern ließen noch dazu freie Zeit für produktivere Tätigkeiten, hieß es. Durchgesetzt haben sich Treffen mit Bild- und Tonübertragung über räumliche Grenzen hinweg trotz all der vermeintlichen Vorteile jedoch nie. Einen neuerlichen Anschlag auf die Geschäftsreise unternehmen nun Telepräsenz-Roboter. Wie in einem Computerspiel lassen sich solche Roboter fernsteuern, wodurch sich Menschen virtuell an einem entfernten Ort bewegen können. Mit Kamera und Mikrofon sowie Lautsprecher und Bildschirm ausgestattet lassen sie ihren Piloten am Geschehen teilhaben und mit anderen Anwesenden interagieren. Anders als bei Videokonferenzen wäre die Kommunikation mit Kollegen nicht auf einen fixen Zeitrahmen beschränkt, sondern das zweite Ich könnte beliebig Kontakte pflegen, einfach mal am Schreibtisch eines Kollegen vorbeischauen oder in der Kaffeeküche Halt machen – und so auch an informellen Gesprächen teilhaben. Und nicht nur im Büro sind Einsätze von Telepräsenz-Robotern denkbar: Immobilienkäufer könnten Objektbesichtigungen virtuell durchführen, Ärzte könnten ihren Patienten von der Ferne aus die Visite abstatten.  Impressum f/21 Büro für Zukunftsfragen Mag. Nora S. Stampfl, MBA  Rosenheimer Straße 35 D-10781 Berlin  +49.30.69 59 82 58  zukunft@f-21.de  www.f-21.de Fotos von photocase.com: zanthia (S. 1), suze (S. 2) 4