Lisdorfer Heimatblatt 3

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Ausgabe Nr. 3 Jahr 2001

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Lisdorfer Heimatblatt 3

  1. 1. r., Sixborfer 6etun,lt. 3 Sü.d POOI Ttci!: 5,oo O0l Lisdorfer .lahrgang 1893/94 mit ihrer Lehrerin Lina Hofrmann. [usstellunU uon alten f0l0s in lisdo]lct llcimatstule Der Verein für Heimatkunde Lisdorfe. V. zeigt zur Zeit in seiner Heimatstube im historischen Torboten- gebäude der Prof.-Ecker-Schule in Lisdorf eine Ausstellung mit 150 alten lahryangF und Klassenfotos aus der Zeit von t864 bis 1951. Geöffnet ist die Ausstellung leweils sonntags von 15.00 - 18.00 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarunt (Tel. 40651), ,t e,r )rF Y *t J
  2. 2. lnhaltsverzeichnis Heiner Groß Agnes Groß Wolfgang l4ang Alois Schmitt Wolfgang Mang Günter Mang Früher und heute: Lisdorf und seine Bauern Eröffnung der historischen Foto-Ausstellung Fotos aus unserer Ausstellung Vom Bannofen zur Bäckerei Zur Geschichte der Lisdoder Schule Die Glocken von Lisdorf Die Glocken in der Lisdorfer Kirche (Fotos) 3 5 6 8 t0 24 26 Themenvorschau für die nächsten Hefte: Lisdorf-Seine Straßen und Wege Auf den Spuren der Evakuierung 1939/40 Seidenraupenzucht in Lisdort Entwicklung von Handel und Handwerk in Lisdorf Erntedankfeste in Lisdorf nach dem KrieS Kriegserlebnisse eines Lisdorfers Letzter Wolf auf Lisdorfer Berg Hans Kröning-Ein Kriegsschicksal Aus Mundart und Brauchtum Abte des Klosters Wadgassen aus Lisdorf Rektor Johann [Yatthias Floran8e Ein Grenzlandschicksal Kinder- und Jugendtag des VHL am Samstag, l4.Juli 2001 in Perl-Borg Die römische Villenanlage in Bort haben wir ausgewählt für einen ErlebnistaS für unsere Kinder und lu- gendlichen mit folgendem Programm: 10.00 Uhr Abfahrt Feuerwehrhaus, Führung, Multimediashow, Teilnahme an Grabungsarbeiten, Mittages- sen und Getränke in der römischen Taverne, Rückänkunft in Lisdorfgegen 18.30 Uhr Kostenb€itrag insgesamt: 20,- DM. Auch Erwachsene können teilnehmen. Verbindliche Anmeldungen bis spätestens I 0. Juli: H. Groß (41 694), W. Naumann (2770). M. Scholly (42621) und e mail: heimatverein@lisdorlde lmpressum: Herausseber: Dru(kl BankverbindunSen: Bezugspreis: Mitgliedsbeitrag: Verein für Heimatkunde Lisdo''f e. V (VHL) Am Ginsterberg 13. 55740 SaärlouiFlisdorf Tel.: 06831/41594, Fax: 05831/128753, e-mail: heimawerein@lisdod.de Heiner Groß (verantwonlich) Geore Groß (Pc-Bearbeituns). Günter Mang, Wolfgang Mang, Werner Naumann, Druckerei und Verlag Heinz Klein GmbH, Aufder Wies 7, 56740 Saarlou s-Lisdorf Kreissparkasse Saarlouis (BLz 593 501 l0), Kto.Nr: 74 30088-0 Volksbank Säärlouis (BLZ 591901 00), Kto.Nn: 1401217629 5,00 DM je Heft, Vereinsmitglieder erhalten es kostenlos 36,00 DM/lahr bei Einzelmitgliedschäft, 60,00 DM bei Fami ienmitgliedschaft Namentlich gekennzeichnete Anikel geben die lleinung des Verfassers, n cht !nbed ngt der Redakton wieder. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehm gung des Heräusgebers Titelbild: Originalfoto wurde uns von Frau lYaria Kunzler Breiningeraus Überherrn zurVerfütunggeste r 2
  3. 3. Uonron Wie vorSesehen, konnten wir zu Beginn der Sommerferienzeit die 3. AusSabe des ,.Lisdorfer Heimatblattes" herausbringen. Das ist nicht selbswerständlich, da einer- seits die redaktionelle Bearbeitunt von den wenigen damit Befassten in deren Frei- zeit, d.h. in der ReSel abends und nachts. erledigt werden muss. andererseits auch die Finanzierung der bisherigen Ausgaben ohne Werbung [ür uns jeweils ein Pro- blem darstellte. das zunächst zu lösen galt. Die anfängliche HoffnLrng, die Herstellungskosten durch den Verkaufzu decken, hat sich bisher leider nicht erfüllt. Zwar läult der Verkauf nicht schlecht. aber es müs- sten mehr als 700 bis 800 Exemplare verkault werden, um die Kosten zu decken. Davon sind wir noch weit entfernt, zumal ja unsere fasr 400 MitSlieder das Heimat- blatt kostenlos erhalten. Für die nächsten AusSaben müssen Sponsoren gewonnen werden. Nur über diesen Weg kann die weitere Herausgabe gewährleistet werden. Die vorlieSende Ausgabe Lr nterscheidet sich von den beiden früheren Ausgaben durch einen aul28 Seiten ver- 8rößerten Umfant. Vielleicht känn dadurch erreicht werden, dass mehr Exemplare zum unverändenen Preis von 5,- Dl,1 verkäuft werden. Schwerpunkt dieserAusgabe ist die Geschichte der Lisdorfer Schule. die von dem früheren Lisdorfer Schulleiter und Heimatkundler, Rektor Johann Goergen. bis etwa I 97 I /72 bearbeitet wurde u nd von dem heutigen Lisdor- fer Schulleker und Vorstandsmitglied unseres Vereins, Rektor Alois Schmitt, für diese Veröffentlichung bis zum Jahre 2000 akrualisien wurde. Anfäntlich war die Lisdorfer Schule Volksschule für die Kinder aus Lisdorf und Ensdorf; später Volksschule aus- schließlich für Lisdorf, mit zeitlveise mehr als 650 Schulkinder Seit der khulreform I 970/7 I ist sie Grundschule. Mit der Einweihung des leeten Schultraktes am 27. Mai 1953 wurde die Lisdorfer Volksschule nach dem in Lisdorf gebürti8en Theologen Prol Dr. Jakob Ecker benannt. Während der Nazizeit hieß sie übrigens Her- mann-Görint-Schule. Die seit dem 29. April 2001 in der Heimatstube gezeigte Ausstellung von etwä 150 historischen Fotos der Lisdorfer .lahrtän8e von 1864 bis l95l war bisher ein voller ErfolS. Mehr äls 800 Eesucher haben bisher die Ausstellunt besucht, sodass vorgesehen ist, diese über Endejuni hinaus geöffnet zu halten. Auch die von uns initiierte Ausstellunt von Bildern zum Thema,,Landschaftliche lmpressionen" des ein- heimischen Hobby-Malers, Bäckermeister Kurt Daub, in der Lisdorfer Filiale der Kreissparkasse Saarlouis war für alle BeteiliSten eine sehr Eelungene Sache. Es bleibt zu hoffen, dass Kun Daub mit seiner Ausstellung an- dere Freizeitkünstler ermutigt hat, ihm nachzueifern. Wir als Heimatkundeverein sind gerne bereit. eine ent- sprechende Ausstellung zu arrantaeren. Fast zeitSleich mit dem Erscheinen dieses Heftes haben die Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis und der Verein für Heimatkunde Lisdorfdas von dem Familienforscher RudolfZenner verfasste Buch ,,Die Einwohner von Lisdorfvor I900" vorgestelh. Das aus 3 Teilbänden bestehende umfassende Werk ist jedem familien8eschichtlich lnteressierten zu empfehlen. Da es nur in einerbegrenzten ALrflage gedruckt wurde, sollten KaufwilliSe es alsbald beschaffen. Für Mitglieder unseres Vereins kann es zum ermäßigten Preis von 73,- DM über uns bezoten werden. Auch an diesem Beispielzeigt sich, dass es sich lohnt, Mitg,ied zu sein. Und wir freuen uns, Sie, sofern Sie noch nicht zu den annähernd 400 Mitgliedern gehören, bei uns zu begrüßen. Heiner Groß Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde Lisdorf e.V. ,q -§
  4. 4. Aus unsGrGm ffGnau: Der nachfolgende Aftikelwurde am 21. Au8ust l935,alsovornunmehr66Jahren,inderdamaligenSaar ZeitunS in Saarlouis veröffentlicht. Der bereits vor Jahren verstorbene ehemalite Berufsschullehrer Adolf Blasius aus Saarlouis. dessen Mutter Elisabeth Breininger aus ,,Breidasch Winschaft" in Lisdorfstammte, hatte ihn aus8eschnitten und bis zu seinem Tod aufbewahrt. Seine Tochter Marga Blasius stellte ihn neben anderen alten Unterlagen über Lisdorf dem Unterzeichner zur Verfütung. Da dieser Artikel interessante historische Gegebenheiten enthäk, haben wir uns entschlossen, ihn unverän- dert nachzudrucken. Nach dem damaligen Kenntnisstand war Lisdorf erstmals 966 erwähnt. Der Heimatforscher Dr. Andreas Mailänder aus Saarlouis hatte jedoch vor tut 30lahren nachtewiesen, dass Lisdorf bereits im Jahre 9l I erst- mals urkundlich erwähnt wurde. Frohcr und heuts Heiner Groß 0is0orl ün0 leine Ssueuf &rit6€t 6iI6ete öng erihndllq im i_fo6rc 966 ü!tur!6fi6 cUbd6nre !i;öori,tuidm, tn.n mta 6em lrn.niauB intlstjlen Gn;, öoIf einen t.!!f6dfrllrien gqirf, cin OcmcinrD€irn ünü eine li!.6li6e rüift6ert. 6a rrd! cu6 b.3 Si!6!ort öcr cr., formpfdtret. 5i. Ördfcn uon gcd!, b r i.i d c n l.fdBer öi. 6.iöcn t6rf.! ot8 Br.tqut ünö fa!.n dll6 itt. öItclrcn 6c!ren. r8iA.ndrtis, öcE l.ö.r. öc! nui irgent.in.n !nr.tl dn ö.n ü.rri6ortt, tedten 6.ldB, rllm üinöcltcn ütl öi!i.n o!äfli6.n 6dut. relEdnöl rDor. A106 ö.! S.rlerlt!.rüno ö.! ir.fib!.!6dllni Ji. unö ö.8 &.6(.rd einca.inbcitli6.n Oitl t.rfldnöcB q.lanp.a 0.r l[6r.t 8dö. g a t [. n, ö€m Gdmiltcrllotlcr 6.1 (5ra, fln Don graürüdcn, l6on f.6r füit, ädi düi üem Aanne Don linÖolf usö qnnlorf lElllrc! m€6r 6rutrö.is.n!{m .nrDeifer iu {oäcn, Do!ßn fr6 ödtrn öi. cII!lä6Ii6e §rErrrunA öe! S€r.r6df!3. tc6le orf6ro6. 6iB tlSo a t I. |o.(ili6en I[nlcile dm €.äb öe! 6einü aörler 6., ItnS fo lornl.n 6(nn öte g6öilen Dor 8tBöorf ltn l!ei r Sabrseöins ooü 1i159 örEl !t6t lor Soösorlen ot, obctllen 9erflr ,uD.ticn üod Ole6ot "i!6cr E«nr unä ,tlorrn, Strs ünö 8(ug, 8üilet ]rI! 8ei6c. S.Iöe!. 8ron.n" uilD. 5e: U6t ,alte 6ac! öie s.iamlc 0.ri6t36,rtteit- 5dmal3 cab .C in !i0. ösif ru6 lie6.rr ürci!ar.rr, !i? ö.m todm.ie! 6.ti€n t!{len, .o[.n tln. s.roifnm rnä nlle OeEqttld6e ru aDin' slr ur6 ar lt!d[.n, lol]1i. öie O.iqnc.ncn nd6 !ß(t6salfen 3rl lü6ren unö nolta[3 61! 6üt.!r' Eon Dlcr ilrei6du. acn. n.n Eit ät! 9raft.r: 6üdel€!, aaßp.!§, $tiltr.n §oIoE u $rüei. Aon t.Er Si.i6du.! 6ud.ter teil.r !i. G L B. r, ö.1?r tobaflrtErd SodI.t i6r 01.' l6t!6t 06. loü l4on 1607 so6 .n nüt ür.tr ör.t ll.ie i8auetn, hii6r.nö öi. üElioen tntlDii6clt obEd6epiti4liB 6.' n olten rEor.n. Oie $0519.öing. s.. ncnnt.n Ditsq.lirbt. Eurö.n i.ücnfdllt 06 u22 ftr 6eiö. §r!! in li3öorf 060., odllat. t[t, 6 o 6 s . ! t 6 t 3 I . i 6 . tt üi€irt. .ln 6o6et tsfa6l, 6.t un!.! &er' l.gen Seitl'tmlcr dIIü!.r(isf€lt.r 8ot, metn oufgeli4iel l,uti.. lttöolf 6altE t:ti 346t. 1608 (t[ ag Oaua6otluns.n, 1738 f6on 60, 1801 6c' t.itt 180 €äüf.t ltnö 1888 gd! 290 §öll, fer. gm t.,.. 18!1 ,ö6lle .t 1010 ctnr Do6n.q 160 $feröe,860 gtürf Sinölrcfr, .9 €6,ri., 26: 96ID.inc. {}n ö.r Ieutcn Irunöclr Sd6ren 6dt 6o. Oolf tid De. ,.racrö D.rErd8.!t, forcobl fin. ii6tli6 l.ine! Ginrcölnclrdbt ftic or4 ö.r tdrDlIi6c,l t[LBöeonuns nnö. tan gDll rrot ro! ctrlo 100 §]a6!.r ln fcine, ldnürrirtfddllli6en cntrDid. turB no6 iebr Ärtrid. Dic ütrcrbnurt öie b.imif6. gdnö'3lrlf6dft. tie !ünöDlciie Fdrcr trDillJ'd 6c!in0. !t6r. 3i0öoif |!nr. öc in J!äi.Irl 3orrr.1.6nlcn öurli r.inen Gl.:rliii.6ou mcitttn !.fdnnt, unÜ 6enl. irl .E Ddnr n.n iä6rn itl.iic Jci' ner Ann.rn [r. 11,.rrriiLf dmmca !.3 .rontcn goorldn§.a qcDrtücn. Saa !i3öolrcr ßt.mtiic tonö otr6 frütc, l6olt Io6ncnöcn llbid§, !cfonö!!, oxf ncn !ßo. (6cnmä:lrcn iü g'rarlouilr unü g,ror. trüdcn, unä rnit icin.n $oppu3, ürt nrfclrübcni.bIinq.n !ol 3l§öotf on.t nir IDt6ri gii.6en unö Iurch6utniil6crt lnötll! tmrIl.. D.riorEt. .FButc !cidridl eB immer no6 eilla ! !eiiio gl ärf 1{ ir öct nühelen unü Ecrt.rcn U]rlocsenü. Aür öic ilrl!D öce lr!i !r16alt iidn, !en iln Edhicn ,Qi.{fc Goarrluit Iln Siabt. 191s lrft rünö 600 Dudörot cl.t 8rtl6!ccrleniter iü! !&€lfügunß, 1113: f6on 1000 unä 1993 qor !500 C,ücü!dt. rn.l.r. Unb ödron Edlcn öi. me:frct tn gtitöod. aie 6ic! Int ö.x c!€mirie. 6on Senx$tr ß1,i6.6.rrug lsll elir 14,,0 ,n!!geß, rm 6d11n im i,1d6!e 1!il3 c:rf 15rE lglDrq.n onjurDo6ien. 6ctr4. fte6t au6 öie 6emrinö. !tg, öorf to, $i6tiE.:r !risc!.n Eirtlödftli6et l!!ö a:i6 rDftmundl.t lirt Uuö für jie ift üi. ir !(reii6r s.' nomnatr. gao!rcguli!rnn g DDn ori,tl.r !3idliAfcir, öa n!! ödöu!6 öiq I'ri. icöee ildllr arir!ercr,)cn $o6tDaife!, fr6döcn rni! itrcr to6lenmoB:q sa! ni6a au crfollcn6cn- EerIüiter sB5dnttt rDCr, 6en !öntrcn. gerDii, ö.r ü1riq.öcfntC Odn!.t nät)!t l.iren :uanrn, unb ln il6. äoli to(t §da 6ir{ö, Ei. mdn.r fdA.n Dtl.ot. E6c! üerri üo ödnn ou.6 im. mct on §re Uniun,rle !!n üIciil unö UnDüörofier6*it, öic ö.t !rauer tcgtia, los.ul, auiDcnöen Eruit, unö ar [enlt Di.tcrIci torgeutrn ßeöanfen, üie t5n !!qlcrt.n oon 6€r godr brB Au! Grnrcr urö öic i6n t1ic DeltqFcn ? (lnöI 4
  5. 5. Ausstcllung uon nismilschen Iotos in der ileimatstu[c Seit 29. April 9OO1 ,eigt der Ver€in lür Heimatldnde Lit' do,t in '.ine, H€imdtstube in Toüosensebäude der P.of.- Ecle,-Schule ii Lisdo,t eine Aus'tellL,ne mit hi'to,ikhen Schul' Iassen- und Jah'sansdotos. Aufetwö 150 Foios im Formd DIN A3 we'dei die Lsdo" ler Jahreänse von 1864 bis 1951 seze[t, rum Te als Schul- * md/odd be ernem späteren Khssen- und Jahryansstref- fer, Goldaner Kommurron oder ;hnhcher Anl;sen. Fast a e absebldeten Percnen sind auch namentlich nachsewlesen. Zu' Erollnune der Austellune mit selddenen Gästen öm Sonntde, dem 29. fulil, 1 1.o0 Uhr (neben.n d.von einiee Schnapp' sdüsse) *a' dieAn6hlde, Gäste noch sut übe«haubar, d«h 6e,eits am Nächmittae und an den lolgenden Offn,nsstaeen herschte zeih{eise ziemliche G€d.ärye, so 'iele l.tere$enten habe. sich 6ishe' die Aosstellurs anseschaut. Ußprünslich wd, dr€ Ddue, derAusteluns nur 6is Ende Mal vorgesehen. Aulq'urd des bisheriq€n qroßen lnt€rcss€s b eibt die Austeluis vo,eßt bi, Ende Juni 2001 hestehen. Da nach wlrd de, Vo'stand des HeimatLundavereins entscheden, ob se noch einmal 'erlänsert wid. G€öllner isi siejeweih $nn iaes von 15.OO bis 18 00 Uh, so*le nach telefo"rcherVer eiobaung mit Agnc G,oß (06831/ aO651) Asnc Groß, die im Ve'etn*o'sta"d tu' dre Schrrftfi:hrung zus;ndrs ist, fühd auch seit Bestehen des Vereins d.' inzwischen recht umfäne €iche h€tmatl<undlich€ BilddrchN. Sie st€llte tü, di€ Austel- lune d € B lde, zusmm€n. Zu Besinn der Ausstelfu"g *a,en €s etwd 195 Bildeii inzwschen sind es aufsrund von Leihea- 6en und Uberlasons anrähemd 1 50 Weitere B lder wer den darlbar entsesengenommen. Die Vorausetzonsen fü, drese Ausrellune wurde von Gun- ter Mdns und seinen Ko lqinnen und Kolesen im Arbeitsheis He,traßtuhe ee(häll"n 5'e len'eren danLens*ere,*ere u a. mehrere sroße Stell*ande, denn die Waodfl;chen rn der Heimdlstube hätten die sezeistell Bild€. bei weiten iicht duf- eeoommen. Dadurch lonnten e,hebliche Kosten eiryespä,t wüden. D€moch ,eru6&ht€ die Ausstellune bßhe, Ko5t€n von fast 30OO DM, denen nur mlnimale Spendeneinnahmen gesenliberctehen T'ot. dteser Kosten und des erheb then A" beits- und Zeitaufwandes der Ve,airwot ichen vom He mdi [unde,eretn Lisdol kann sclon jetzt festgeste lr *e'den, das diese Austelune eln eroße, Elos war De Prese, die er I'eoltche'*eise mehrfach rn Wo^ !nd Bild ube. die Au$id. lury berichta hat, +elhe len, 'Da ndunen ,elhd die Lisdo" fa"l (SZ ,om 5.5.9001)Allen, Jie dddn beteilist wdren und noch weiterhin sind, gilt eii h€alicher ,,Danle".Diejenisen, di€ 'ch die Au$telluns ioch n chr aneeschaut haben, sind zu der aneeeebenen Offiuresz€lt€n b€i t'€ em E nt' tt he'.hch Heiner Groß Fotos: Asnes Groß (3), Georg Groß (l) JI I , i t, 3r" *..C t
  6. 6. [otos aus unserer Ausstcllung I .lahrtary.l9l0/l I am Tag der cotdenen Kommunion im rahre 1972 (Foto stellte Herr Berthold Nagel zur Verfügung) Jahrtant ,1899/ l900.am Tag der Goldenen Kommunion im lahre 196 I (Foto stelhe Herr Norbert Amann zur Verfügung) -t ffiH Ji r I I 4 l,i 1r l.i1 ,'r l ltt a il I t n'l n"l
  7. 7. oben: Lisdorfer Mädchenklasse des lahrgangs l9l0/l I im lahre 1920 (3.Klasse) (Foto stellte Frau MarSa Setter-Schmidt zur Verfügung) u nt€n: Lisdorfer lY ädchen klasse des .lah rcan+s 1924125 im Jahre I 934 (3. Klasse) mit Leh rerin l'4 agdalena Schwan (Foto stellte Frau Anni Blaß-Amann zur Verfügunt) ., t) Li ,.. . Erl!!. §III 7 4'gr ! ,ü.4
  8. 8. Wolfgang Mang Uom Bannolcnrur BäGlerei ln alter Zeit war die Landbevölkerung zur Befriedi- 8un8 ihrer Lebensbedür{nisse im wesendichen aufsich selbst angewiesen. Die Erz eugnisse wurden zum gro- ßen Teilselbst verarbeitet. ,,Selbstgewebt und selbst Semacht, ist des Bauers schönste Tr-ächt." hieß es noch zu Kaisers Zeiten. Und was für die Kleidung 8alt. das galt auch für die Nahrunt. Bis etwa 1850 8ab es in den meisten Dörfern unserer Heimat keine Bäcker. Dastägliche Brot wurde selbst gebacken. Heute noch kann man in diversen Dörfern. etwa des Hunsrücks und der Hinterpfalz, beialten Bauernhöfen die Back- öfen sehen. Diese hofeigenen Backöfen sind allerdints eine relativjunte Erscheinung. lm Mittelalter, zur Zeit der Adelsherrschaft. war es den einzelnen Dorf- familaen nämlich nicht gestattet, ihr Brot auf dem ei- genen Hofzu backen. laan muss bedenken, dass der Landadelsein Einkommen fast ausschließlich aus den landwirtschaftlichen Erzeugnissen der ihm hörigen Dorfbewohner bezog. So waren diese gebannt (= gezwungen), ihr Brot im Bannofen zu backen. Die- ser gehörte dem Grundherrn, und für seine Benut- zung musste eine GebÜhr gezahlt werden. lm Weistum von Lisdod einem alle Lebensbereiche regelnden VertraS, den die Abtei Wadgassen als Grund- und Gerichtsherr 1458 mit der Gemeinde Lisdorf abgeschlossen hatte, wurden auch die Lis- dorfer verpflichtet, ihr Brot im Bannofen zu backen. Später, esva zu der Zeit, da die Stadt Saarlouis ge- tründet wurde, schloss der Abt mit der Gemeinde Lisdorf/Ensdorf einen ewiten Vertrag des lnhaltes, dass ledem Untertan Sestatter wurde, an seinem Hause einen Backofen zu haben. Als GeSenleistun8 für diese Großzütitkeit hatte die Gemeinde dem Abt allerdings 25 Franken zu zahlen. Bedenkt man, dass die Bauern für etlvas zahlen mussten. das sie selbst tepflanzt und geerntet hatten, so wird verständlich, das diese Reglunt ihnen missfiel. So weigerten sich die Einwohner von Lisdorf im lahre 1689 den Bei- trag zu zahlen. Die Sache Sing vor Gericht, und wie nicht anders zu erwarten, wurden die Lisdorfer ge- zwungen, den Beitrat zu bezahlen. Genau hundert Jahre später änderte sich die Late Srundlegend. ln der Franzdsrschen Revolunon wur- den in der berühmten Nacht vom 4. auf den 5. Au- Bust 1789 die Feudalrechte auf$hoben. Und mit ih- nen fiel der Bannofen. Nun konnte ieder sein Brot am eigenen Haus backen. Diese Regelung hatte iedoch nichtlange Bestand. Lis- dorf kam l8l5 zu Preußen, und Preußen ständ für reglementierte Ordnung. l8l8 verfü8te der Landrat 8 des Kreises Saarlouis die ErbauunS und EinrichtunS Semeinsamer Backöfen für das Sanze Dorf. Dafür 8ab es gute Gründe. Der Landrat riet den Ortsvor- srehern dre Vorterle und Notwendigkerr gemern- schaftlicher Bacl<öfen den Dorlbewohnern auch klar- zumachen. Zunächst einmal war da die Holz- ersparnis. ln einem Dorf wie Lisdorf war der Gemeindebäckofen - er soll in der Feldstrasse ge- standen haben praktisch kontinuierlich an. Er brauchte also nicht erst lanSe vorgeheizt zu wer- den. Das Holz stammte zwar zum Teil aus den ge- meindeeigenen Waldungen, musste aber zuweilen auch selbst besortt werden. Speziell Lisdorl das über nicht viel Waldfläche auf seinem Bann verfüt- te. dafüraber bereits damals weit über tausend Ein- wohner zählte. hatte da ein Problem. l8l5 wurde noch nicht mat Kohle teheizt. Wenn über tausend Einwohner täglich, ieder für sich, ihr Brot backten, war der Wäld bald abgeholzt. zumal man damals auch den tanzen Winter Über mit Holz heizte. Ansonsten kam ein Gemeindebackofen ge- rade den ärmeren Dorfbewohnem zu Gute. Dies gak nr(ht nur in BezuS auf dre Holzersparnrs. son- dern auch weil zum Backofen alle Einrichtuntsge- genstände gehörten, die zur Herstellung des Brotes benötigt wurden. Ein noch gewichtigerer Grund für die EinrjchtunS eines Gemeindebackhaus la8 allerdings in der Ein- dämmung der Brandgefahr. Die Backöfen waren an srch schon feuerSefahr|ch. Dazu kam. dass sie vor allem in engbebauten Dörfern allzu nahe an die Häu- ser gebaut waren. Diese aber waren l8l8 noch im ganzen Saargebiet mit Stroh gedeckt. Dass diese Gefahr ganz realwar. wurde aufschreckliche weise bestäti8t, als im Sommer 1816 Roden, das damals trößte Dorf im Kreis, wo viele kleine Srrohdach- hütten besonders en8 beieinander standen, weite Teile abbrannten. Vielleicht war der Brand von Roden der Grund für die Verordnunt des Landrates aus dem lahre 1818. Der Landrat hatte allerdings kein generelles Verbot von hof oder hauseiSenen Backöfen erlassen, Wer Sewisse Sicherheitsvorschriften einhielt, der durfte seinen eigenen Bäckofen benuEen. Es waren dann vor allem die ..dicken Bauern' die das auch taten. ln Lisdorf ist von solchen hofeigenen Backöfen nich§ mehr bekannt. Bis esva 1900 waren sie aber in den oben erwähnten Getenden noch im Gebrauch. Zu der Zeit gab es aber in Lisdorf schon Bäcker. 5päte- stensgeten 1870 hatte die lndustrialisierunt die Saar- tegend erreicht. Nun lebte auch in den Dörfern un- serer Heimat eine immer trößerer Zahl von l,ten- s€hen, die weder Land besaßen, noch irSendeiner landwirtschaftlichen Tätigkeit nachtingen. Foltlich verfügten sie äuch nicht über den Rohstoff zur Her-
  9. 9. stellung des Brotes. So kam es denn, dass sich Bäk- ker rn den Dorlern etablienen und bäld über 8enü- gend Kundschaft verfüBten. Die Nachfrage zu ihren Produkten war eine andere als heute. Feinbackwerk wurde selten nachgefragt, denn immer noch wares Ehrensache, dass die Haus- frau sonntags den Kuchen selber backte, und an Kai sers Geburtstag gab es einen ,,weißen Weck". Brot wurde allerdings in erheblichen [Yengen herSestellt und gekauft. Dabei muss bedacht werden, dass die Familien damals erheblich kinder.eicher waren als heute. Ebenso sei beim Studium der beigefügten Ta- belledaranerinnert, dassdie Löhnenureinem Bruch- teil der heutigen entsprachen. So romantisch uns auch die Vorstellung eines Back- ofens erscheint. wie wir ihn aus dem Märchen von der Frau Holle kennen, so muss man doch zuSeste- hen. dass es vor allem Iür die Frauen eine schöne Sache war, nun das täSliches Brot beim Bäcker zu kaufen. Hoffen wir angesichts eines größeren An- teilsvon Brot aus fabrikmäßi8er Herstellung, dass es auch unseren Kindern vergönnt sein wird, frisches, duftendes brot vom Bäckerhandwerker zu essen, das nicht schon näch zwei Tagen nicht mehr schmeckt. § qs7 -/e:la"g 9.+. /C9+ 1ä 10 40 45 {8 a5 10 12 40 6 ddrlr[i6, lin 6. 133 lts lso lss lss 138 lsr ls5 las lar I qtdt g0 30 30 30 30 30 30 30 30 30 30 1ri91. Ebc. 8l!h sd.pb ür.! §rani ooB0tofi §.drl 84f.1! SrctE eEifr. solom §l.i! !bi!9! i§st §i &(!t Dtadrg?! ,lilol@rt Elo!. 6!$0 eqbirn llilol, gkffttt sof$! Altcr 8limc.,!tb.I 65 65 60 65 65 05 70 65 ?0 ?0 ß5 66 Oa 8filctmcifter, titz. 65 60 50 m €o 66 §0 60 §0 56 55 7, ,- t. { 5. 6. t, I, e, r0. 11 1A ls, 80 70 80 80 80 80 75 't5 Nachruf auf Hans Welsch *30.4. 1924 t 14.01 .200 I Wir trauern um den Verstorbenen, der bis kurz vor seinem allzu lrühen Tod seinen Betraeb, die Bäckerei und das Caf6 Welsch in Lisdorf führte. Mit seiner Familie gehörte er unserem Verein als treues Mitglied an. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Verein für Heimatkunde Lisdor"f e. V. s§o - 9
  10. 10. Iu Geschichte der lisdorfer Schule Nach Aufzeichnungen von Rektor a. D. rohann Goergen bis l97ll72 Ergänzt und aktualisiert bis 2001 von Rektor Alois Schmitt ln seinem unveröffentlichen Geschichtswerk ,,Lisdorf - Entstehung, lvachstum und Entwicklung zum Stadtteil von Saarlouis" widmete der verdienswolle HeimatforscherJohann Goergen auch ein längeres Kapiteldem Thema,, Die Ent- wicklunS der Schule Lisdorf" Darin ist folgendes nachzulesen: Die Professor-Ecker-Schule in Lisdorf tehört nachweisbar zu den äkesten Un- terrichts- und Erziehuntseinrichtungen unserer Heimat. Wie alle Schulgründun- 8en im AustanS des Mittelalters an der Saar, besonders äuf dem Lande, gehen sae zurück auf die Arbeit der chrastlichen Kirchen und Klöster Nachdem gegen Ende des 8. Jah rhundens die Christianisierung unserer Heimat abgeschlossen war mitden geistiSen lYittelpunkten: Tholey, Mettlach und später Wadgassen und das Parochialsystem eingerichtet war, konnte der Gedanke einer allgemeinen Volks- bildung allmählich und stetig verwirklicht werden. 9l I ist in Lisdorf eine Pfarr, kirche zu Ehren der Heiligen Crispinus und Crispinianus urkundlich bestätiEt, für das Vorhandensein einer Pfarrschule in Lisdorf konnten für diese Zeit bis heute allerdinSs keine Anhaltspunkte gefunden werden. Die ersten Nachrichten über eine Schule in Lisdorf finden sich in der Geschichte der Abtei Wadgassen, der die Herrschaft Lisdorf/Ensdorf seit dem 13. Jahrhundert bis in die Tage der Französischen Revolution unter- stellt blieb, wen n auch erst u nter loth ringischer und ab I 766 Lr nter lranzösischer Souverän ität. !n der Geschichte der AbteiWadgassen von M. Tritzwird berichtet, dass in Wadgassen eine besondere Elementarschule gegründet und einem Elementarlehrer übenragenworden sei. lm .lahre 1569 wird besonders vermerkt. dass diese Schule 8ut besucht war und däss trotz dergeringen Entfernunt dieser Orte von Wadgassen auch in Bous und Lisdorf Schul€n einterichtet waren. Lisdorf zählte damals 45 Feuerstellen (ca. 250 Einwohner) und gehörte zu den volkreichsten Orten der Um- Sebunt. Das.lahr 1569 kann jedoch nicht als das eigendiche Gründungsjahr der Lisdorfer Schule angesehen werden, denn es ist von der bereits vorhandenen Schule die Rede. die also schon längere Zeit vorher bestan- den haben konnte. ln diesen Jahren um 1569 wurden die Conventualen von Wadgassen. die im Auftrag des Wadgasser Abtes d ie Pfarrei Lisdorf/Ensdorf seit der lY itte des I 3. Jahrhunderts betreuten, in Lisdorf sesshaft. während sie vorher näch Erledigung ihrer seelsorgerischen Aufgaben und ihrer Verwaltungsauftaben in Lis- dorf stes nach Wadtassen ins Kloster zurückkehrten. ln den oben tenannten Schulen konnte in den ersten lähren von einem geschlossenen und regelmäßigen Schulunterricht kaum gesprochen werden. Das Hauptge- wicht des Unterrichtes la8 auf der relitiösen Unterweisung. Die Lehrer dieser Schulen waren meist die Ons- teistlichen selbst. Erst als die Geistlichen bei s!ärkerer Bevölkerungszunahme von den Aulgaben der Pfarr- verwakung und Pfarrseelsorge immer mehr in Anspruch genommen wurden, erteilte man den Lehrauftrag - wie die Lisdorfer Gerichtsbücher ausweisen - den Gerichtsschreibern des Lisdorfer Hochgerichts oder auch dem Küster oder Glöckner, wenn sie eine gewisse Bilduntshöhe nachweisen konnten. ln fasr allen wad- Sassischen Orten wurde der Aufbau des Schulwesens von dem Gerichtsherrn (Abt) übernommen, also auch in Lisdorf. Dae Revision oblat den Pfarrherren. Eine Schulpflicht bestand in den lothringischen Orten nicht, doch herrschte nun überall ein geordneter Schulbetrieb. Die Einrichtung von Schulen war damals noch nicht tleichbedeutend mit Schulpflicht. ln der Grafschaft Saarbrücken wurde die Schulpflicht erst l6l2 und in Kurtrier 1685 einSeführt. VorSebildet wurden die Lehrer der Elementarschulen, soweit sie Laien waren, in der ersten Zeit von den Pfarrgeistlichen oder sie besuchten die äußere Klosterschule in Wadgassen. wo man auch die notlvendigen Einrichtungen zu ihrer Weiterbildung (Bibliotheken u.s.w.) benuEen konnte. Seine Anstelluna erhielt der Lehrer von dem ört- lichen PfarrSeistlichen. wenn dieser nicht selbst. wie im benachbarten Fraulautern und in Dillingen (im Jahre 1645) Pastor, Schulmeister und Gerichtsschreiber in einer Person war. ln den Pfarrvisitationsberichten wurden Angaben und Urteile verlantt über die schulische Arreit des Lehrers und den Leistungsstand der Kinder. Über die Unterrichtsarbeit an unserer Schule seit dem Jahre 1569 sind keine Besonderheiten bekannt.Wiean allen ländlichen Pfarrschulen im Herrschaftsbereich des Klosters Wadgas- sen wurden die Schulen im Winter meist regelmäßiter besucht als im Sommer. Die Namen der schulpflichti- t0 ,ohänn coersen * 1898 t 1975
  11. 11. gen Kinder ermiltelte man aus den Pfarrbüchern, denn die Gebuns-, Tauf-, Heirats- !nd Sterberegister wur- den ausschließlich vom Ortsgeistlichen geführt. Soweit Laien als Lehrer eingesetzt waren, fehlte ihnen in den ersten Gründerjahren vielfach die methodische Vorbildunt und ihre Veryütunt bestand meist in Naturallen. Noch in einem Visitationsbericht imlahre 1743 an die bischöfliche Behörde wird erwähnt, dass der Lehrer in Lisdorf von jeder Ehe ein Maß Korn und von iedem Schüler monatlich 4 Ass erhält. Zudem waren Lehrer, OrSanisten und Büttelvon allen PflichtabSaben befreit. ln dem Sleichen Bericht wird weiter ausgeführt, dass die Schule in Trümmern liege und dass nur im Winter Unterricht erteilt wird. Bemerkenswert sind die Anga- ben, dass um diese Zeit auch in Ensdorf im Winter unterrichtet wird und dass dort ein eigener Lehrer vor- handen ist. Die Ausstattung der Schule mit den erforderlichen EinrichtunSen kann nur bescheiden und dürftit gewesen sein. zumal jegliche Bildungsarbeit besonders bei der ländlichen Bevölkerung wenig geschätzt wur- de. Eine fortschreitende und erfolgreiche weiterentlvacklu ng des Schulwesens in unserer Heimat wurde durch die Wirren der Reformation und des 30 iährigen Krietes sehr gehemmt oder euch fast gänzlich unmöglich temacht. Über da5 Schicksalder Lisdorfer Schulewährend des 30 iähriSen KrieSes ist wenig bekannt. Es wird in der Schulchronik berichtet, dass in diesen unheilvollen lahren der Ort zum troßen Teil verlassen oder aus' gestorben war und der Pfarrer sich aus Sicherheitsgründen in das Kloster WadSassen zurückgezoSen habe. Wie wenig die Bildungsarbeit der Schule in dieser Zeit die einzelnen erfasst hatte, beweisen Verkaufsakte und Verträ8e aus den Jah ren I 63 3 und I 72 3 , denen zufolSe der Geselle Matth ias G retscher aus Lisdorf u nd Bau- ern aus Hostenbach vor dem Notariat in Wallerfängen noch mit Händzeichen Unterschrift leisteten. Auch die staatliche ZuSehörigkeit unsererengeren Heimat und der damit verbundeneWechsel in der Amtssprache waren für die Sch ularbeit wenig förderlich, denn I 58 I kam Lisdort an Lothringen und I 697 fiel Lisdorf an Fran kreich. lmmerhin fällt in diese Zeit des 30 jährigen KrieSes die erste urkundliche Erwähnungeines Lisdorfer Lehrers aus dem Laienstaod. Erwird in den Gerichtsakten neben dem Pastor Claudius mit dem Namen LeonardArrel(1632 - I 649) anse8eben und bezeichnete sich selbst als" Schulmeister und zugleich Gerichtsschreiber". Weiterh in sind durch Urkunde bekanntr Rütgerus, scholmeister von liestroff (1663) und Diederich Lambert (1589). Genauere Angaben enthält die Lisdorfer Schulchronik und das Lagerbuch über die weitere EntwicklunS unse- rer Schu le u nd die dort täti8en Lehrpersonen vom .lahre I 7 I 0 an. (Siehe h ierzu auch die An lage: Verzeichn is der Lehrpersonen, die an der Schule in Lisdorf ab 1632 wirkten). Während um die Mitte des 18. Jahrhunderts in den benachbarten preußischen Gebieten Entsch€idungen ge- troffen wurden. welche die weitere Entyvicklung aufdem Gebiete derVolksschule tiefgreifend beeinflussten, wirkten sich diese l'4aßnahmen bei uns erst nach 18l5 aus. als unsere Heimat im 2. Pariser Frieden an Preu- ßen kam. H ier waren bereits I 7 I 7 d ie allgemeine Sch ulpflicht e ingefü h rt und I 764 d ie ersten Lehrersem inare gegründet worden. Die Schulen waren nunmehr Veranstaltungen des Staates und die Schulaufsicht der Bi- schöfe ging auf den Staat über. Nach einer Verfütu nt der könitlichen Retierunt in Trier aus dem lah re I 8 I 7 wurden die Schulverhältnisse in unserer Heimat denen angepasst, wie sie bereits Jahrzehnte vorher in Preu- ßen bestanden. Die Schulpflicht betann mit dem vollendeten 6. Lebensiahr und dauene bis zum vollendeten 13. Lebensiahr Es wurden diglich 6 Stunden Unterricht eneilt und zwar vormittaSs und nachmittags. ln Trier St. l.aatthias wurde ein Lehrerseminar eröffnet und zur Erleichterung der Schulaulsicht wurden Beringschul- inspektionen einSerichtet. Die Beringschulinspektoren waren meistens Geistliche. Ab 1875 kamen dann die Kreissch ulinspektionen aul Die Lehrer, welche nach I 8 I 9 in Lisdorf beschäfti8t waren, erhielten nach der Schu l- chronik ihre seminaristische Ausbildung in Trier. Brühl, Wittlich, Saarburg. Prümm, Münstereifel, lYerz ig, Saar- brücken und Saarlouis. ln einer Nachweisung vom.lahre 1804 wird gemeldet, dass Küster- und Lehrerstelle in einer Hand vereinigt sind, da5s ein eigenes Schulhäus vorhanden ist und 104 Kinder die Schule besuchen. Dae Besoldu n8 des Lehrers betruS 88 Thaler und dae N utznaeßun8 von I 0 l'4o€en Land. Die weitere Entwicklung der Schule zeiSt folSende Übersicht. die der Schul(hronik entnommen ist: 1828 waren in Lisdorf2 Klassen t9 t5 t920 t93l 1946147 t947t4A t949tS0 t95v52 l0 mit 678 Kindern l0 mit 673 Kindern l2 mit 529 Kindern l4 mit 588 Kindern I I mit 630 Kindern l2 mit 592 Kindern 12 mit 481 Kindern r840 t873 r894 t896 r908 t9tI 4 mit 285 Kindern 5 mit 375 Kindern 6 mit 483 Kindern 7 mit 503 Kindern 9 mit 621 Kindern l0 mit 642 Kindern
  12. 12. Der Rückgang der Schülerzahlen in den lahren um I 930 ist mit dem Abwandern von Familien in die neuen Siedlungen in Roden und Beaumarais zu erklären. Die Zunahme zum Schuljahr 1947148 ist auf die Rücl<kehr von Kriegsflüchtlingen zurrjckzuführen. Der erneuter RückganS der Schülerzahlen zum Schuliahr 195 l/52 ist mit dem Abwandern von Familien in die neu errichteten Sozialwohnungen am Bah nhof Saa.lou is zu erklären. Diese stürmische Aufwärtsentwicklung in der Zahl der Kinder und Klassen während der letzten 150 lahre hängt eng zusammen mit dem Aulkommen der lndustrie und der Bildung von Wirtschaftszentren in unmit- telbarer Nähe von Lisdorf. Der Rückgang der Schülerzahl in denJahren l93lund l95l/52imVergleichzu den vorhergehenden lahren findet u.a. seine Ursache darin, dass in Lisdorf wenig Bauland verfügbar war, und daher viele, besonders iunge Familien nach den neuen Siedlungen in Beaumarais, Roden und Bahnhol Saarlouis abwanderten. Für die UnterbringunS der Kinder in schuleigenen Gebäuden mussten 8roße Anstrengungen gemacht wer- den. Bereits 1764 ist ein besonderes Schulhaus vorhanden, das aber zu diesem Zeitpunkt in Trümmern la8. Sein Standort war nach den Lisdorfer Bannbüchern in der Großstraße neben der Gemeindehalle. (La maison de l'6cole ä cote de la maison de la communaut6). lm lahre 1857 wurde das im Jahre 1804 errichtete Schul- gebäude in der Großstraße durch einen Anbau verSrößert. lmJahre 1868 musste weSen P.aummangelfür ein- zelne Klassen Halbtagsunterricht eingerichtet werden. Einige Jahre daraul im Jahre 1881, wurden zwischen dem Bürgermeister und der Wwe. Adam welsch und der Wwe. Lonsdorfer-Zipp Mietverträge abgeschlos- sen zu r Bereitstellung von 2 weiteren Sch ulsälen m it Leh rerdienstwoh nu ngen in Privathäusern. lm lahre I 894 wurde sodann ein neues Schulhaus gebaut mit 4 Sälen und einer Lehrerdienstwohnung auf dem GrundstÜck der Frl. Teusch auf Hof-Saar, das wegen seiner günstigen Lage zur AnLage eines Turn- und Spielplatzes beson- ders geeignet war. Es ist das Torhaus der jetzigen Lisdorfer Schule. 1904 wurde das alte historische Schulhaus in der Großstraße abgerissen und 8 m dahinter ein neues Gebäude errichtet mit 4 Sälen und 4 Dienssvoh- nunSen. l9l2 musste bereits ein 3. Schulhaus erbaut werden auf Hof-Saar mit 4 Sälen, von denen 2 vorläulig äls Lehrerdienstwohnungen benutzt wurden. Bei den Durchbruchs- und Abwehrkämpfen der KrieSsfront im Jah re I 944 wu rden alle Sch ulhäuser d erart beschädi8t oder zerstö n, dass I 945 bei wiederaufnahme des U n- terrichtes am l. Oktober nur in 2 Sälen unterrichtet werden konnte. Das Schulhaus in der Großstraße wurde wegen seiner ungünsti8en Lage nicht mehr als Schulhaus aufSebaut. An seinem Standoft errichtete man ein lYehrfamilienhaus und den Gebäudetrakt der Feuerwache Lisdorf. Statt dessen baute man nach lnstandset- zung der anderen beschädigten Schulhäuser im Jahre 1952/53 auf Hotsaar einen neuen 3. Trakt mit 6 Sälen einem Lehrerzimmer und einem Verwaltungsraum für die Schulleitung. Bei der Einwelhung dieses Trakts er- hielt die Schule den Namen ,, Professor-Ecker-Schule". lm früheren Schulgarten neben dem nunmehrgeschlos- senen Gebäudekomplex wurde I965 eine Turnhalle errichtet. Seit der Zugehörigkeit Lisdorfs zu Preußen im Jahre l8l5 wär die Gemeinde selbst Trä8,:rin der sachlichen Unkosten für den Bau, die Unterhaltung und die Ausstattung der Schulhäuser. Da jedoch vor mehr als 150 Jahren die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Gemeinde Lisdorfsehr schiecht war. konnten auch nur Seringe Geldmittel für die Bedürfnisse der Schule, und dies erst nach vielfältigen Bemühungen, bereitgestelk werden. lm Jahre 1837 berichtet der Chronist, dass in den Dienstlvohnungen sich die Decken gesenl<t haben. 1883 richtet der Bürgermeister eine Beschwerde an den zuständigen Schulinspektor, dass 2 Lehrpersonen in den geheizten Stuben die Fenster offen lassen. Der Gemeinde entstünden dadurch hohe Kosten. weil zuviel Koh- len verbrannt würden. Der eiserne Ofen sei der beste Ventilator. Der zuständige Schulinspektor schlägt da- her vor, dass in ledem Saal je 2 Fenster mit Oberlicht versehen werden, da dieses die zweckmäßigste und billigste Herrichtung des Ventilationsapparates sei. Auch für die lnnenausstattung der Schulsäle flossen die Geldmitrel recht spärlich. ln einem Visitationsbericht imlahre I867 des zuständigen Schulinspektors wird erwähnt, dass in einem Saalein StuhI undeinTischfeh- len und in der Oberklasse nicht einmal eine Karte des brandenburgisch- preußischen Staates vorhanden ist. 1833 wird der Gemeinde durch den Schulinspektor anheim gegeben, Barren, Recl<, Steig- und Klettergerüste zu beschaffen, da ein Turnplatz fehlt und die Freiübungen nicht in vollem l1aße betrieben werden können. Der Schulinspektor selbst will dem Schreiner Anweisu ng geben. ln dem gleichen Bericht wird anSeführt, dass schon in der Unterklasse die große Schuster'sche biblische Geschichte als Lesebuch gebraucht wird statt das Trierische Lesebuch zu benutzen. Diese La8e, in Verbindung mit dem Ansteigen der Schülerzahl durch Bevöl- kerungszunahme und VerlänterunS der Schulpflicht bis zum 14. Lebensjahr imJahre 1857, dem lYangel an Schulräumen, der Einrichtungvon Wechselunterricht und dem unregelmäßigen Schulbesuc'r lassen erkennen, unter welch schwieriten Voraussetzungen sich damals die Arbeit der Schule vollzogen hat. Die Aufnahme der Schulneulin8e erfolgte 1826 an Ostern und im Herbst. Der Beginn des neuen Schuljahres war nach 1838 der 3. November. An Ostern wurden keine Kinder entlassen. Entlassungstermine waren der t2
  13. 13. l. Mai und der AnfanS des lYonats August. Unter Pfarrer Schuster wurde bestimmt, dass die Kinder mit l2 Jahren zur l. hl. Kommunion teführt wurden. Das Schuliahr zerfiel damals in ein Sommer-und ein Winterse- mester Nach jedem Semester und vor der Entlassung fand eine Schulprüfunt durch den Schulinspektor statt. Die Entlasskinder erhielten bei dieser Geletenheit Schulzeugnisse und Erinnerungsblätter. Schulfesle, die an unserer Schule um 1840 beganSen wurden waren am 28. Januar, dem Feste Karls des Großen, am 3. August. dem Geburtstäg Seiner Maiestät des Könits, am 2l.Juni. dem Namensfest des hl. Aloysius und am 6. Dezem- ber, dem Fest des hl. Nikolaus. Das La8erbuch der Schule führt auch den Bestand an Lernmitteln auf, die 1837 den Lehrpersonen zur Verfü- gung standen: l. Eine Landkarte des preußischen Staätes 2. Muhle's Erzeugung der Liebe für König und Vaterland 3. Jeres, Geschichte und lehrreiche Erzählunten zur Sittenlehre 4. Anweisung zur Behandlunt von Scheintoten 5. Allgemein fassliche Belehrung über die Kennzeichen und Verbreitung von Tollwut 6. Schnur, Der preußische Staat 7. Kir(henlieder als Text zu Gralz Liederhefren 8. Hansen's Sammlung der vorzüglichen Gesetze und Verordnungen über das vaterländische Schulwesen 9. Liederheft, 2-. 3-, 4- stimmite Lied€r für Schüler beiden verschiedensten Geiegenheiten von Wagner Um das Jahr 1840 8ab der Lehrer Wagener in Lisdorf zwei Schriften für den Lautier- und Leseunterricht in den unteren Klassen der Elementarschulen heraus, auf die im Amtsblatt der Ktl. Preußischen Regierunt Nr. 55/1840 empfehlend hingewiesen wurde. Unterrichtsgegenstände waren nach den Eintragungen im Lagerbuch um 1840 folgende Disziplinen: l. Religionslehre l. Kolhechetischer Unlerrichl 2. Biblische Geschichte ll. Deutsche Sprochlehre l. LeseLrnlerrichl 2. Grommolischer Unlerrichl 3. Orthogrophie lll. Kolliogrophie lV Arilhmetik l. Kopfrechnen 2. Zifier- und Tofelrechnen 3. Geomelrie V Gesonglehre 1. Theorie des Gesonges 2. Proktische Ausführung von Schul- und Kirchengesöngen Vl. Geogrophie Vll- Geschichtsstudium l. Voterlöndische Geschichte 2. Noturgeschichte ln der Chronik unserer Schule wird in dergleichen Zeit bemerkt, dass der Mädchenhandarbeitsunterricht zum ersten Male von den Providenzschwestern eingeführt wurde. Diese waren im Jahre 1828 aulWunsch des Pfar- rers von Lisdorf für die lYädchenklassen nach Lisdorf berufen worden. Es waren Nonnen von der,.Kongregati' on dergöttlichen Vorsehung" zu St. Jean de Basel in Lothringen. Sie wirkten in Lisdorf bis zum lahre 1872. Sie waren die ersten weiblichen Lehrkräfteund mussten als Folteder Kulturkampfgesetze Lisdorf verlassen. lm Jahre 1859 wurde der Zeichenunterricht von dem Hauptlehrer Michael Ritter probeweise erteilt. ln den Zensurregi- stern sind erstmaliSe Noten für Turnen eingetragen imJahre 1898 für Knaben und 1905 für |,1ädchen. lm Jah re I 8 3 7 wu rde dem Lehrer lYatth ias Wagener ein 40 Quad ratruten großer Garten zugeteilt zur Anlage einer Baumschule jn den Bruchgärten. lm gleichen Jahr erfolgte die Kernsaat und das Einpflanzen von wilden l3
  14. 14. Obstbäumen. Späterwurden sie dann versetzt. okuliert und veredelt. Es waren Birnbäume. Apfelbäume, Apri- kosenbäume, Pflaumenbäume. Pfirsichbäume, Karschbäume, ZwetschSenbäume, Reineclaudenbäume und Ananas. 1846 wurden I l3 l.'laulbeerbäume 8epflanzt, von denen ein großer Teil nichr anwuchs. 1859 musste die tesamte Anlage we8en zu großer Feuchtigkeit aufgegeben werde. Die flaulbeerbäume wurden in den Schulganen verpflanzt. Als im Jahre 1875 die erste hauptamtliche Kreisschulinspekrion Saarlouis eingerichtet wurde und die Bering- schulinspektoren d urch Ortsschu linspektoren (bis I 920) ersetzt wurden, vollzog sich eine deutlich erkenn ba- Aulnahme um 1900. Die Lehrerschaft unter Pfarrer Wehn (von 1869-1906 in Lisdorfl Sirzend v l. n. r.: Rektor Peter Becker, Pfarrer KarlWehn, Konrektor Emil Pohl Stehend v L n. r.: Lehrer lohann Spaniol, Lehrer Matthias Seiwert, Lehrerin Katharina Fink, Lehrerin Lina Hoffmann, Kaplan.losef Friedrich, Lehrerin Anna-lYaria Roos (später Konrektorin) re Festigung und Aufwärtsentwicklunt im gesamten Volksschulleben. Unterbrochen wurde diese Entwicklung durch die beiden WeltkrieSe, die auch u nserer Schule schwere Opfer abverlangten. Vom 4. bis 30. August I 9 I 4 waren die Schulen für die Kinder geschlossen. Die Säle waren von l'1ilitär belegt. Einzelne Räume dienten als Zahlmeisterei oder VerpflegungslaSer, der Hof als ExerzierplaE. Nach Abzut der Neuformationen, die in Lis- dorf zusammengestellt wurden, trafen Ende August die ersten Verwundeten ein. Mehrere Klassenriume wur- den als Krankenzimmer bzw. Küche oder Schreibstube eingerichtet, sodass für l0 Klassen nur 5 Säle als Unter- richtsräume zur Verfügung standen, Die Verwundeten wurden von 3 Franziskanerschwestern aus Ensdorf be- treut. ln den Heuferien desJahres l9l5 brach die Ruhr äus. ln Lisdorfwurden in 3 Lazaretten damals 400 Perso- nen verpflegt. darunter 2 Cholerafälle behandelt. Es starben 56 Personen, darunter l3 Schulkinder und 36 Kin- der unter 6.lahren. Am 6. September l9l5 wurde der Unterricht wieder in 2 Sälen aufgenommen;die übrigen dur{ten wegen AnsteckungsSefahr nicht benutzt werden. Die Ernteferien l9l5 wurden bis 15. Oktober verlän- 8en zur Mithilfe der Schulkinder bei der Ernte. Für den Unterricht standen nur 8 Lehrpersonen zu Verfügung, da die übrigen einSezogen waren. Sodann setzten die Sammlungen für Kriegszwecke ein. Die Kinder wirkten mit beider Zeichnuntvon Kriegsanleihen, beiden Sammlungen von Zeitungspapiet Konservenbüchsen. Brenn- nesselsten8eln, Roggenähren, Lumpen, Alteisen usw. Von 1916 ab war nur Vormittagsunterricht. l9l7 waren t4 t x t.l;, .-:-r"---=!---- :-.;----rT. -.jr Tq-- ,I, ,,r- . *' ' t;:.. *'' . '- 'O"'$: "I _.',r-.*: i:r,,i.- :,.e Ari a3 2 7r v 7 ' ':.$l :.t oI +_-_ -.--4 ,i- e iß_'> -E
  15. 15. die Schulen vom I 2. L bis I 2. 3. wegen Kohlenmangel geschlossen. lm tleichen lahr setzten die LuftanSriffe durch feindliche Flieger ein. Ein feindlicher Fliegerwurde von der Flak abgeschossen, die,, aufdem Berg" Stellung be- zogen hatte. lm Jahre l9l8 breatete sich eine Grippeepidemie aus, sodass von 601 Kindern 362 im Unterricht fehlten. Der Unterricht wurde wieder geschlossen vom 24. 10. bis 8. I I .19 18. Es stärben damals 34 Pe6onen; davon waren 3 Schulkinder DieZeitzwischen den beiden Weltkriegen, welche bis 1935 die Zugehöri8keit unserer Heimatzum französisch- verwaketen Saargebiet brachte, war angefüllt mit troßen AnstrenSungen, die Rückschllige im schulischen Le- ben infolte des Krietes wieder auszugleichen. Zwar waren wegen der herrschenden wohnungsnot die Mansar- den und Kellerräume im Schulhaus ,,Hof-Saar" bis 1926 von Privatpersonen bewohnt und die Lehrerwohnun- gen im Schulhaus ,,Großstraße" als Kinderverwahrschule eingerichtet (1921). so konnte sich doch die Schular- beit an Ruhe und Stetigkeit vollziehen. WeSen der 8roßen Arbeitslositkeit und dem I'läntel an finanziellen l'4it- teln in den 30 erJahren konnte kein neues Schulhaus erstellt werden. llan musste die übrigen Dienssvohnun- Ben in den Schulhäusern ,,Hof-Saar" und ,Großstraße" zu Schulsälen umbauen, um die l2 Klassen ordnungsge- mäß u nterz ubringen. Während dieser Zeit von I 9 I 9 bis I 935 wurde erstmalig der französische Unterricht fa- kuhativ eingefühn. Am l. l2.l9l9 richtete man den ungeteiken Unterricht mit 5 Vormittagsstunden von 07.30 Uhr bis 12. l0 Uhr ein. Nach der RückgliederunS im lah re I 9 3 5 löste d ie Gemeinschaftssch ule ab I 937 d ie bisherige konfessionelle Schule ab. Zur Ergänzung und Vertiefung des Biologieunterrichtes legte Konrektor Amann im Jahre 1936 ei- nen Schul8anen beim Schulhaus .,Hof-Saar" an, in dem Gewürz-. Hell- und Gespinstpflanzen angebaut wur- den. Ebenso wurden 300 Maulbeerbäume geseEt und eine vorbildliche Blumenzucht ins Leben gerufen. Die Blätter der lYaulbeerbäume d ienten zur Nahrun8 von Seidenraupen. Der Zuchtrau m war der heutige (in I 97 I ) Büchereisaal im Torhaus. Die letzten Maulbeerbäume wurden 1963 beim Bau der Turnhalle entfernt. U m das Jahr I 93 7 fühne man das Schulsparen ein. Eine planmäßige VerkehrserziehunS erfolgte in den sogenannten Polizeiwochen. Die Kinderlandverschickung für erholunSsbedLirfrige Kinder kam in Übung; monatliche Wander- tage für alle Klassen wurden anSeordnet. 1938 baute man die Kellerräunre für Knabenhandfenigl<eit, FlugzeuS- modellbau und Einfachstschulung aus. ln diesemlahr erhielt die Schule auch ean eigenes Stummfilmgerät. Da man auf die körperliche EnüchtiSung der SchuljuSend besonderen wert lette, benuEte man im Sommer die Turn- stunden für den Schwimmunterricht. lm September I937 effolgte erstmalig dieAufstellung einer Schülermann- schaft. die mit den l.4annschaften anderer Stadtschulen Wettkämpfe austrut. Eine folgenschwere Unterbrechung des gesamten Schullebens bewirkte derALrsbruch des Zweiten weltkrie- ges. Unsere Heimat wurde geräumt. Ehern, Kinder und Lehrpersonen wurden in den Bertungsgebieten lYit- teldeutschlands bis zum September 1940 untertebracht. lm Verlauf des Krieges wurden 6 Lehrpersonen ein- gezogen. Der Unterricht wurde nach der Rückkehr in die Heimat von 5 Lehrpersonen erteilt. FlieSerangriffe bei Tag und Nacht wurden eine schwere Belastung für Lehrer und Kinder. TiefflieSer machten Straßen, Fel- der und Wiesen unsicher. 8 Lisdorfer fanden bei diesen AnSriffen den Tod; unter ihnen die Schülerin Maria Comtesse. lm November 1944 erfolgte die zweite Freimachung unserer Heimat, als die Kampffront immer näher rückte. Bis zur Rückkehr in die Heimat nach Beendigung des Krieges im Autust/ September 1945 war die schulische Arbeit unterbrochenen. Am I . 10. 1945 wurde der Unterricht wieder aufSenommen, und zwar in 2 Sälen des Schulhauses ,,Hof-Saar". Die übrigen Säle waren entweder schwer beschädi8t, aus$brannt oder zerstört. Der Unterricht konnte nur als Schichtunterricht von mortens 08.00 Uhr bis nachmittags 16.30 Uhrerteilt werden. Anwesend waren von den Irüheren Lehrpersonen nur 4. Nur durch zähe, zielbewusste Wiederaulbauarbeit konnte dieser Zustand allmählich temildert werden. Nach der StätuierunS des Saarlandes im lahre 1945 wurde 2 lahre später der Französischunterricht wieder eingeführt. Die Schule als solche erhielt wieder den Charakter einer Konfessi- onsschule. 1952/53 wurde ein neuer Schultrakt mit 6 Sälen auf dem Schulgelände ,,Hof-Saar" errichtet, die übrigen Säle dort gründlich überholt und an eine Zentralheizunt anteschlossen. Das Schulhaus an der Groß- straße war als solches nach seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut worden. 1955 erhieh unsere Schule eine Schülerbücherei mit über 700 Bänden. lm Laufe der folgendenJahre wurden als Lehrmittel akustische und optische Geräte angeschafft; ebenso auch eine Ausstattung für den Werkunter- richt und d ie Verkehrserz iehung. Ostern I 958 erhielt unsere Schule eine neunte Jah rgangsstufe als Zentralab- schlussklasse für Knaben und an Ostern 1962 auch eine Abschlussklasse für l'lädchen zurwegweisenden Vor- bereitun8 der Endasskinder auf Beruf und Leben. lm Jahre 1970 wurde im zuSe der Reform des Bildun8swe- sens besonders in der Volksschule eine Konzenträtion der bisherigen Grund- und Hauptschule angeordnet. Daher war die Umwandlung der Prol-Ecker-Schule in eine Grundschule notwendig geworden. Die Schule t5
  16. 16. wurde Standon eines SchulkinderSartens, in den die schulpflichtigen aber nicht schulreifen S(hulneulinSe al- ler Grundschulen der Stadt Saarlouis aufgenommen werden. Zusätzlich wurde als Schulversuch eine Vorklas- se für fünfjähri8e Kinder aus dem Stadtgebiet Saarlouis eingerichtet Hier konnten auf Antrag der Eltern Kin- der in beschränkter Anzahl aultenommen werden. Die Kinder der bisherigen Hauptschulklassen 7. - f. in Lisdorffanden Aufnahme in der Hauptschule lm VoSel- sang" Saarlouis. Diese vorläufite Retelunt wurde am l. 10. 1970 Setroffen. Die Klassenstufen 5 und 6 ver- blieben zunächst noch einige Jahre in Lisdorl Zur Förderung und BeaufsichtiSung von Schulkindern bei der Anfeftitunt von Hausaufgaben an den unterrichtsfreien NachmittaSen wurde erstmalig und versuchsweise ein Schülerseminar eingeführt Auch die Auswertung und Anwendung neuer pädago8ischer Erkenntnisse und Einsichten gaben dem Sch ulleben neue lm pulse. Nach dem I . WeltkrieS war es d ie Arbeitsschu lidee und nach dem 2. WeltkrieS das ganzheitliche Prinzip auf dem Gebiet des Unterrichtes und der Erziehung. Um die Zu- sämmenarbeit zwischen Schule und Elternschaft zu intensivieren, wurde der Elternbeirat einteführt, der alle 2Jahrevon den Erziehungsberechtigten der Schulkinder 8ewählt wird. Demgleichen Zweckdienen auch Klas- senehernabende und -nachmittage sowie Feierstunden bei der Schulaufnahme und bei der Entlassunt, bei Nikolaus- und Adventsfeiern, Aufklärungsveranstahungen über Schmurz und Schund in der Literatur u.s-w.. Zur Gesunderhaltung und körperlichen Ertüchtitunt ist seit 1955 die tägliche MilchspeisunB rn Übung. Seit 1956 kamen die Ernteferien in Wegfall und an deren Stelle erfolgte die Einführung der durchgehenden Som- merferien. Zuschüsse der ReSierunt und kleinere Beiträte der Ekern ermöglichten die Kinderferienekt on, die einen mehrwöchigen Ferienaufenthalt in den schönsten Teilen Deutschlands und des deutschsprach gen Auslands gestatteten. Hier ist der lobenswerte Einsatz des Konrektors der Lisdorfer Schule Franz KillinSer, zu erwähnen, dersich in den 60 erJahren beider Krnderferienal(tion rn Sudtirolund rn Österreich bleibende Ver- dienste erworben hat, 1952 wurde das Schulsportfest für alle Schulen der Stadt Saarlouis eingelührt, das 1955 als Tag derVolksschu- le für alle Schulen und später als BundesjuSendspiele weitergeführt wurde. Mehdach sind die Kinder unserer Aufnähme im Schuljahr 1970/71. Die Lehrerschaft mit Rektor Hans Zender. Sitzend v L n. r: Edith Schwarz, Frau Edelbluth, lrene Thimmel-Philippi. Genrud Frank-lost. Barbara Ger- gen. Gerlinde Ney, Norbert Sperling Stehend v. l. n. r.: Konrektor Franz KillinSer, Rektor Hans Zender, Alois Schmitt 16 I i :.l 1,i flc L I 7-t srI I : *
  17. 17. Schule bei diesen VeranstaltunSen mit SpiEenleistungen heryorgetreten. Die Handballmannschaften wurden Stadt-, Kreis- Lrnd Landesmeister. Die Anlage einer Spielwiese im Jahre 1960 und der Bau der Turnhalle im Jahr 1954 gaben der Pflege der Leibesübungen neuen Auftrieb und machten ihre Durch{ührung von der Wet- terlaSe unabhängig. Dergroße Lehrermangel, der seit mehreren Jahren sich sehr nachteilig auswirkte, zwang dazu, die Schülerzahl in den einzelnen Klassen zu erhöhen, Klassen zusammenzulegen oder Schleppklassen einzurichten. Da durch diese lYaßnahmen 2 Säle freiwurden. richtete man einen besonderen Bücherei-Saal ein, der auch als Verkehrszimmer dient, nachdem auch in dergleichen Zeit ein Schülerlotsendienst eingesetzt worden wat Ein weiterer Saalwurde als Lichtbildsaalbereitgestellt. Diese beiden Säledienten im Winter 1959/ 60 der landwiftschaftlichen Berufsschule Saarlouis und seit September 1963 den Kindern von italienischen Gast arbeitern als Unterrichtsraum. Außerdem werden sie in der unterrichtsfreien Zeitvon der Pfarrbücherei oder fÜr die Zwecke derJugendpflege in Anspruch genommen. So hat sich unsere Schule an der jahrhundertelan, 8en Zeit ihres Bestehens bemüht. mit der jeweiligen wiftschaftlichen und kukurellen L2ge gleichen Schritt zu halten, um unseren Kindern den Eintritt ins öffentliche und Berufsleben nach Maßgabe des Möglichen leichter und hoffnungsvoller zu gestalten. Lisdoi im )ahre l97l172 Irgänrung dor Gescnicnle der Lisd0rtü Scnuh Ift [ie lah]G 1965 - 2000 von Rektor Alois schmitt lm Jahre 1956 wurde die ehemaliSe Lehrerdienstyvohnung im Torhaus umgebaut. Zusammen mit dem dort befindlichen Klassenraum entstanden im l. Stockwerk ein Physik- und Chemieraum (heute IYusikraum),ein kleiner Lehr- und Lernmittelraum und ein großer l'4ehrzweckraum. lm gleichen Jahr begann die Neugestal- rit litn ttü 9l)(t' rhtL,tL, I Idtt.-U; l( 17 L, r L}A tilan rliL, I'ntl. l.L ] b ,lt » ()rttA,'n rl
  18. 18. tunS des Schulhofes. Es wurden anSelegt: ein großes Ballspielfeld, eine Laulbahn und eine l'lehrzwecksprunt- anlage. Dafür mussten die Kastanienbäume entlangder Begrenzungsmauer zum Kirchentelände entlerntwer- den. Bei den PlanunSen, notwendigen Verhandlunten mit dem Schulträger und bei der Ausführun8 dcs 8e- samten Projektes hab€n sich Rektor Hans Zender und der KolleSe Klaus Kamp in lobenswerter Weise enSx- giert. Nachdem die Ballspaelfläche und die Laulbahn mit einer Feinaschendecke versehen waren.konnte die AnlaSe im Frühjahr 1967 einteweiht werden. Eine weitere bauliche Veränderung erfolSte in den jahren I 972- I 973 mit dem Ein bau einer Pausenhofüber- dachungzwischen Haupqebäude und Torhäus. lm Sommer l98l wurde die Grenze zwischen dem Schulgrund- stück und dem Kindergartengelände der Kirchengemeinde neu zuSeschnitten und durch eine Steinmauer do- kumentiert- ln den Sommerferien 1987 und 1989 wurden die Dächer des Hauptgebäudes und des Schulhau- ses .,Hof-Saar" neu eingedeckt. Mit Stadtratsbeschluss vom l. 7- 1985 bereits wurden die Klassenstufen 5 und 6 der Lisdorfer Grundschule zum Beginn des Schuljahres 1986/87 der Hauptschule jm VoSelsang l, Saarlouis zuteordnet. Die Lisdor{er Elternschaft wehrtg sich vehement (Protestmarsch zum Rathaus in der lnnenstadt) jedoch vertebens tegen den Beschluss. Auch in den läh ren zwischen I 965 bis 2000 hat sich die Lisdorfer Sch ule an zah lreichen sport- lichen Wettbewerben auf Landes- Kreis- und Stadtebene beteili$. Dabei konnten die Schüler/lnnen sich wie- derholt in die Siegerlisten eintragen.Besonders erwähnt sei hier der zweimalige Gewinn der Landesmeister- schaft im lYini-Handball, ausgeschrieben für saarländische Grundschulen. ln den Jahren 1987 1989 beteilig- ten sich mehrere Klassen än der landesweiten Aktion .,Schülerfreundliches Klassenzimmer" des SLLV Dabei wurden das Klassenzjmmer von Frau Thimmel-Philippi mit einem l. Preis und die Klassenzimmer von Frau Pitillo und von Frau Adter mit einem 3. Preis ausgezeichnet. Ausgehend von einem Schulfest am Ende des Schu ljahres 1 980/8 1 fanden bis weit in die 90 er .lahre h inein wieder retelmäßig Scht liah resabsch lussfeiern statt,bei denen alle Schulkinder mitwirken durften, und die von der Elternschaft gerne besucht und 8efördert Aufnahme im Schuliahr 2000/2001. Die Lehrerschaft mit Rektor Alois Schmitt. v L n. r.: Monika Adler, Alois Schmitt, Gerlinde Ney, Rainer Mohr, Gabriele Kurdziej-Winter, Sascha Haas, Nicole Wiencken-Lesch, Werner Philippi t8 4 a iI1? I3 t-l Iir
  19. 19. wurden.Ein besonderes EnSaSement zeigten bei diesen VeranstaltunSen auch die Lehramtsanwäner/innen, die in diesen Jahren an unserer Schule ihre praktische Ausbildung bei den Fachleitern Lothar Rupp und Petra Pitillo erhielten. Bei der Sch uliah resabschlussfeier im lah re I 984 wu rde Rektor Hans Zender von seiner Sch u- le in den Ruhestand verabschiedet. Nach 20 Jahren Schulleitertätitkeit musste er kränkheitsbedinSt seinen Dienst beenden. Zu seinem Nächfolger wurde Alois Schmitt aus Schwalbach ernannt, der bereits seit 1964 an der Schule als Lehrer, zulerzt als Hauptlehrer wirkte. Am 5luni 1989 kam es zur Gründung eines Schulfördervereins. SetraSen vom Elternbeirat der Schule und geführt vom L Vorsitzenden Bernd Lay. Auch unter dessen Nachfolgern GeorgJungmann und Ralf Grabow- ski unterstür/te der Verein bisher die schulische Arbeit in lobenswener Weise; zuletzt durch die Ausstattung eanes PC-Lernraurnes mat den notwenditen Geräten, Ebenfalls im lahre 1989 kam es zr einer ersten Begegnung mit der Partnerschule in Merten/Lothringen. lm Jah re I 990 erfolgte dann der Abschluss einer offiziellen Sch ulpartnerschaft zwischen den beiden Grundsch u- len. Seitdem kommt es jährlich zu zwei Begegnungen im Jahre 2000, zum I0 jährigen Bestehen der rtner- schaft, zu einem EmpfanS in den Pathäusern der Stadt Saarlouis und der Gemeinde Merten. Von November 1993 bis Juni 1995 wurde auf dem Schulgelände der GrLrndschule eine I.4ehrzweckhalle für den Stadtteil Saarlouis Lisdorf erbaut.Dazu waren vorher umfangreiche Kanalbaumaßnahmen notwendig; aus- gehend von der Prol-Ecker-Straße quer über den Schulhof bis zum Standort der geplanten Halle unmittel- bar vor dem Friedhof. Danach musste der gesamte Schulhof neu aufteteilt und antelegt werden. Anschlie- ßend wurde die noch benuEte Schulturnhalle abtenissen. Die Schulchronik berichtet dazu: ,,... Die Arbeiten zur VerlegunS des neuen Abwasserkanals und der Fernwärmeleitung erreichen im März 1995 den Schulhol Die Lärmbelästitung und die Unfallgelahr für Kinder und Lehrpersonen übersteiSen des öfteren das zumut- bare l'4aß. Gleichzeitig gehen die Arbeiten in der neuen f4ehrzweckhalle weiter. lm April 1995 beSinnen die Aushubarbeiten für die Anletung der erforderlichen Stellplätze vor der Mehrzweckhalle. Auch hierbei wer- den an Geduld und Nervenstärke der Kinder und Lehrpersonen höchste Anforderunten gestellt. Wegen der notwendigen AbsperrunSen verfü$ der Schulhof nur noch über ein Vienel seiner ursprünglichen Größe ... " Die offizielle Eröffnung der Hälle fand am 8. 6. 1995 im Rahmen einer Fesweranstaltung statt. Für die Schule wurde eine eiSene Feierstunde du rchgefüh rt. Am I 5. I 2. I 995 erh ieh d ie H alle auf Beschluss des Stadtrates den Namen,,Häns-Welsch-Halle". Drei Schulhäuser. eine moderne lYehrzweckhalle,ein neu anSeletter Schulhof mit einer Spielecke und Ruhe- bänken für die Kinde( sowie eine erneuene PausenhofüberdachunS bilden seither ein Seschlossenes archi- tektonisch stimmiSes Gebäudeensemble der,,Grundschule Prol-Ecker". Mit Datum vom 3l. 10. 1995 schied Herr Manfred Fritz nach 32 jähriger Hausmeistertätigkeit an der Schu- le in Lisdorf äus dem Dienst bei der Stadt Saarlouis aus. Sein Vorgänter, Herr Dennemark, war der erste hauptamtlich eingestellte Hausmeister der Lisdorfer Schule überhaupt. Nachfol8er von Manfred Fritz wur- de Dirk Luxenburger. der seit l. 7. 1995 mit der Betreuung der Schulanlate und der Mehflweckhalle be- auftratt ist. 14it Betinn des Schuljahres 1997/98 konnte der Standort der ehemaligen Schulturnhalle als zusätzlicher Spielplatz für die Pausengestaltung der Schulkinder und für Freilufweranstakungen den Klas- sen zur Verfütun8 testellt werden. Zu Betinn deslahres 2000 überließ der Schulträger dem ,yerein tür Heimatkunde Lisdorfe. V" den Schul- saal Nr. I l. im Torhaus gelegen,zur Nutzung als Archivräum und Heimatstube. Daher musste die nachunter- richtliche BetreuunS für einzelne Grundschüler/lnnen, die vom DRK-Kreisverband Saarlouis seit Beginn des Schuljahres 1999/2000 an unserer Schule ein8erichtet ist, in das Schulhaus ,,HoI-Saar" verleSt werden. Am 7. l'4ai 2001 konnte in Sääl 6 des Hauptgebäudes der vom Schulförderverein und vom llinisterium für Bildung Sesponserte Medienraum seiner Bestimmung übe€eben werden. lm Beisein zahlreicher Gäte durf- ten die Schüler/lnnen der 4.Klässen ihre Kenntnisse in der informationste.hnischen Grundbildung an l2 PCs unter Beweis stellen. lm Rahmen des landesweiten Projektes ,, Bücher bauen Brücken" fanden an unserer Schule in der Woche vom 14. 5. bis 19- 5. 2001 eine Ausstellung von Kinderbüchern und eine Betegnung mit dem luxemburSischen Kinderbuch-Autor .lhem p Hoscheit statt, die beide bei unseren Grundschülem einen nach- haltigen Eindruck hinterließen- Lisdod im Mai 200 I t9
  20. 20. Ion.lcinls ü0r[0[]m§0n0n, üic rb16320n d0rschul0ln lisd0 trirmGn 0[0r[ocn$rl0n 1632- l 649 Leonard Arell Gerichtsschreiber u nd Schu lmeister (Bann buch N r 2 I 8/709 S. 5 7 u. 204) I 663 Rütgerus, scholmeister von liestroff (Bannbuch N r.2 I 8/698 u nd Renov. I 508 - I 7 I 0) 1689 Diederich Lambert (A 587/23 Nr70 - Blatt 50, vom 2. 3. 1689) l7l0-1730 Johann Nikolaus Klein aus Lisdorf, Llehrer (5) für alle folgenden l7l0 Nikolaus Schumacher aus Niedaltdorf 1746-1749 lean Weber; maitre d'6cole 1786-1794 Andreas Theobald aus Lisdod l.Lehrer. Er wurde 1794 während der Revolutionszeh ohne teistlichen Beistand beerdigt. An seinem Grabe durrte weder gesungen noch tebetet werden. I 8 I 3 Damian Ketterle, wird am I 9Januar des Jahres als ZeuSe bei einem Sterbeakt Eenannt. l8l3 lohann Ketterle, Sohn des Damian Ketterle 1814-1821 Johann Amann aus Lisdorf, l. Lehrer 1823-1855 Johann Rullant aus Lisdorf; bis 1833 l- Lehrer, von 1833 bis 1848 entlassen, da er eine Stelle in Beckingen ablehnte, danach Lehrer der 2. Klasse 1828-1860 SchwesterA.Götz, ProvidenzschwesterausSt.Jeän/Lothringen 1830-1840 Schwester Vizentia Neu, Providenzschwester aus StJean/Lothringen 1833-1845 Matthias Wagener aus Kröv L Lehrer 1840 SchwesterAngelina,ProvidenzschwesterausStJean/Lothringen 1845- 1858 Johann Theuten aus Niederprümm, l.Lehrer 1853 SchwesterRosalieDecker,ProvidenzschwesterausSt.Jean/Lothringen 1855- lS5S Johann Mathias Wagner aus Schweich 1858- 1889 Michael Ritter aus Filzen. Hauptlehrer 1858- 1954 Johann Kreten aus Becond lA57-1A72 Schwester Katharina Decker, Provideizschwester aus StJean/Lothringen 1864-1865 Mathiasffeifer 1865-1867 l,lathiasStolz 1867-1872 Schwester l'4artarethaThiel, Providenzschwester aus St.jeän/Lothringen 1868 lohänn Adam aus SerriS 1868-1871 l'lathias Valerius aus Trassem l87l-1920 l,lafthias Seiwert aus lhn. L Leh.er von 1889- 1898 1872-1901 Eva Götten 1872-1873 VenerandaPavie 1872-1875 KatharinaPfeifer 1871-1874 Susanne Backes aus Rudesheirn 1874-1877 ElisabethHermann lS74-lS7S Elisabeth Weiland aus Losherm 1875 Johann Hunning 1877- 1880 llse BurSund 1878 August Schäfer, Präparand aus Ensdorf 1880 Anna Theis aus Sarwellingen lA79-1924 Käthärina Fink aus wasserlaesch 1880 Johann Haffner Präpärand aus Fraulautern 1889-1928 Emil Pohl aus Schwalbach: Lehrer. Konrektor I 890- I 920 Peter Becker aus Schwalbach; Leh rer, I . Lehrer, Hau ptleh rer, Rektor. E r legte die noch heute vorliegende Schulchronik an. 1890- 1894 Franziska Thinnes aus Dudweiler 1894- l93l Anna-Maria Roos aus WelschbilliE, Lehrerin, Konrektorin lA96-1932 Lina Hoffmann aus SaarburS l90l- 1913 lohann Spaniol aus Schiffweiler 1903- 1915 lYaria Latz aus Neunkirchen 1907-1934 Johann lakob Glabus aus Lieser, Lehrer, Konrektor l9l I Katharina |'lary aus Wallerfangen l9l2-1916 Anna Klein aus Lisdorf 20
  21. 21. 1914-1948 .lohann Jakob Amann aus Lisdorf; Lehrer, Konrektor 1970-1944 Peter Bost äus Sotzweiler l92l-1926 PeterJunausZwalbachMeiskirchen.Rektor 1924-1948 Anna Stenter aus Quierschied, Lehrerin, komm. Schulleiterin 1925-l,944 JohannMatthiasFlorangeausScheuerwald/Diedenhofen,Rektor 1928-1929 Alois Becker aus Mühlfeld 1929-1936 Hans Konter aus Besseringen 1931-1944 Ludwig Bohr aus Rockershausen l93l Klara Vahle aus Düsseldorf l93l- 1945 Agnes Laaf aus Senheim 1932-1949 MaSdalena Schwan aus Furschweiler bei St. Wendel 1934-1943 Hermann Dohrmaier aus Wadem 1935 Joseline Leinen aus Saarlouis 1936-1943 Rosa Backes aus f4öhn 1938 Frau Weiten aus Hilbringen 1943 Richard Eberhardt aus Völklingen 1944 Antonia Louis aus Ensdorf 1945 Frau Florange, Wwe. des verstorbenen Rektors Johann l,latthias Florange 1945-1960 Nikolaus Maximini aus Küreny'frie( Lehrer, Konrektor 1945-1944 Schulrat a. D. Limbach 1945-1949 Frl. Conz 1945-1948 FrauEngel(Cavelius) 1945-1946 Frl.Michels,Gewerbelehrerin 1946-1947 lreneJohannes I946-1980 Franz Killinger aus lauernig/Schlesien, ab 1965 Konrektor 1946-1948 l4aria Ehre 1947 Frl. Canäris 1948 Herr l"laisant 1948-1965 Herbert Frantz aus Saarlouis, ab 196l Konrektor 1948-1949 Anna lYarSaretha Kraft aus Wällerfanten 1948-1952 HansKelkelausDillinten 1948- 1951 Herr Kiel 1948-1956 llärlies Deltes (verh. Frau Turner) 1948-1965 Karl-HeinzUmau 1948-1950 Albert Schröder; Direktor der Volksschule 194e.1964 Anni Flesch geb. Schwarz (wiederverheiratete Frau Probst) 1948-1957 Karl Balzer 1948- 1952 Anni Bitz 1949- 1958 Maria Rektenwald 1950- 1951 Edmund Bohnenberger 1950- 1967 Johann Goergen, Direktor bis 1964; nach Pensionierung I 964- I 967 als Lehrer l95l- 1963 Adalbert Tiapp aus Fraulautern 1952 Leo Huber 1952 SieSfried Schmidt 1953-1955 Hubeft Drescher 1953-1956 Juliane Watner (später Frau Neis) 1957-1962 PeterLück.Oberlehrer 1958- 1960 Edith Urnau 1958-1960 EdeltraudReiter 1959 losef Wannemacher 1960-1964 lnSe Wolf (verh.Frau Lux) 1950-1961 RalmundKläser 196l Herr RiSot Oberlehrer, abgeordnet aus Wadgassen l86l- 1985 Genrud Frank l96l- 1970 Gisela Aurin (verh.Frau WaSner - Aurin) 7
  22. 22. 1962-t970 t962-1975 1963-t967 1964-heute 1964-1994 t965 t965- t970 t965-t967 t955 t967-t972. 1967- t96g 1967-t971 1968- r983 t969 1970-heute t970-t973 t97 t-1975 l97l-heute t972-t98t t972- t98t t973- t976 t973-1976 1974-heute 1974- 1992 t975-t976 1976-1977 t976 1976- 1977 t977-t995 r980- I 984 t983 t983 r984 t984- t986 t984- t985 I 984- I 985 r985 t985-t986 t985-t995 t985- t 986 t985-t986 t985-t996 I985 heute t986- t 997 t987 1987 -t99 t t988-t992 1989-t994 t99 t -t999 1992-t993 t992-t993 1992-1996 t993-t995 1994-heute t995-1999 22 Klaus Kämp Edith Schwatz - Schmifting Peter Prümm; Rektor a. D. der Volksschule St. Ludwig Saarlouis. als Lehrer im Ruhestand Alois Schmitt, Lehrer, seit 1985 Hauptlehrer, Rektor Hans Zender, Rektor lrmgard Bier Bernd Rupp Ursula Steiner Frau Strauß Bärbara Ge€en Anneliese 8ä16 lnge Maftin Norbert Sperlin$ Lehrer.Konrektor Dorothea Gerner lrene Thimmel-Philippi Wältrud Burch Elfi Seel Gerlinde Ney MaSdalena Hubenus Heidi l,lischler Heidi Trinkaus Hildegard Hafner Monika Adler Lothar Rupp Frau H.l'4aftin-Henry Michael Görg Eva Ginen lnSeborg Sandhöfer Rudolf Fries Mariä Reith Eva Thiery Petra Schuster Martina Rischard Hildegard Altmayer Eva-Maria Jung Helga Fries Georg Seitz (heute als Künstler Schorsch SeiE bekannt) Anna Etervar), Ernst-Alfred Lentes Jürten Knips Annefte Bru.h Beate Clemann Wemer Philippi Petra Gitzinger Rainer Kiefer SieSrid Lang-Mever Petra Pitillo Maria Ames Eva-Maria Anton Claudia Thommes l',lar8aretha Maas Christa Blasius Eva-Maria Feyand Gabriele Kurdziej-winter Marianne Krug
  23. 23. 1995 Ruth Welsch 1995-1998 OrtwinSommer 1996-heute NicoleWienken-Lesch 1998 Miriarn Früh-Bühler 1998 Brigitte Lüsint 1999-2000 Kerstin Blum 2000-2001 StefanieBrockmann 2000-heute Painer Mohr 2000-heute Sascha Haas Lisdorf. im Mai 200 I UGnGicnnis dcr SchullcitGr dGr lisdorlcr Schule l7l0-1730 Johann,Nikolaus Klein aus Lisdorf, l.Lehrer 1730- Nikolaus Schumacher aus Niedaltdorf. Llehrer 1786-1794 Andreas Theobald aus Lisdorl l. Lehrer l8l3 Damian Ketterle aus Blieskastel? , l.Lehrer l8l3 Johann Ketterle, Sohn des Vorgängers, l.Lehrer l8l4- 1823 johann Amann aus Lisdorf, L Lehrer 1823- 1833 Johann Rullant aus Lisdorl l.Lehrer I 83 l - I 845 Matthras Wa8ene r aus Krov/l'1osel, L Leh rer 1845- 1858 johann Theuten aus Niederprüm, l.Lehrer 1858-1889 Michäel Ritter äus Filzen, Hauptlehrer 1889- 1898 lYatthias Seiwen aus lhn. l.Lehrer 1898-1920 Peter Becker aus Schwalbach, I . Leh rer, Hauptlehrer, Rektor I 92 l - 1926 Peter.lun aus Zwalbach^Veiskirchen, Rektor 1926-1944 Johann Matthias Florange aus Scheuerwald/Thionville, Rektor 1945-1944 AnnaStengerausQuierschied,komm.Schulleiterin 1948-1950 Albert Schröder äus Hangard, Direktor der Volksschule 1950-1964 lohann GoerSen aus Fraulautern, Direktor der Volksschule 1964-1984 Haos Zender aus Saarbrücken, Rektor 1985-heute Alois Schmitt aus Ensdorf. Hauptlehrer, Rektor lenrrcrsonGn der lisd0ilH Schulc, dic aus lisdofi ge[ünig wa]cn l7l0-1730 Johann,Nikolaus Klein 1786-1794 AndreasTheobald l8l3 lohann Ketterle lSl4-1823 Johann Amann 1823-1833 und 1848 - l855.lohann Rullan8 1912-1936 Anna Klein 19l4-1948 Johann Jakob Amann 23
  24. 24. Wolfgang Mang 0ie GloGlGnuon lisüoil Dank der Bemühungen unseres Archivars Günter l'lang und des Vorsifzenden des Pfarrgemeinderats Manfred Sonntag ist es unsgelungen, einiges überdie Geschichte der Lisdorfer Kirchentlocken herauszu- finden. lm Jahre I 95 3 erhielt die Lisdorfer Kirche jene vier Glocken, deren Klang wir heute noch hören. Vorher besaß Lisdorfnur drei Glo<ken. Die erste von ihnen wurde 1834 in Lisdorf selbst, nahe des Land- wehrkreuzes, das damals noch nicht existierte, ge- gossen. Dies geschah offenbar durch wandernde Glockentießer. Diese 1834 geSossene Glocke hieß ,Weltheilands-Glocke". Sie wog 1780 kg. Als zweitschwerste Glocke wurde 1882 mit 875 kg Gewicht die Marien Glocke gegossen. 1898 folSte mit 740 kt Gewicht die St. Josefs-Glocke, gegossen bei Caussard zu Colmär. Sie hatte den Ton gis. Be- merkenswen ist bei d ieser zu letzt gegossenen Glok- ke, dass aufihrem Mantel die zwölf Apostel und eine KreuzitunSsszene abgebildet srnd. Außerdem trägr sie die Namen des im lahre 1898 amtierenden Trie- rer Bischofs Felix Korum, des damaligen Dechanten Prälat Subtil, des Lisdorfer Pastors Carl wehn und der Mitglieder des damaliSen Kirchenvorstandes. Ob diese beiden letzrgenannten Glocken andere er- setzten, oder ob die 1834 gegossene Weltheilands- Glocke bis 1882 die einziSe Glocke in Lisdorfgewe- sen ist, teht aus den Unterlagen im Pfarrarchiv nicht hervor Wohl aber erfahren wir, dass die beiden schwersten Glocken,Weltheiland- und Marien Glok- ke, während des Ersten Weltkrieges durchVerfügunt des Landrats vom 7.5.1917 konfisziert wurden. Weil sie offenbar keine EntschädiSung erhalten hatte, führ- te die katholische KirchenSemeinde Lisdorf bald da- nach einen Prozess vor dem Reichsschiedsgericht in Berlin. Er endete noch vor KrieSsende am 9.9.1918 damit. dass der KirchenSemeinde 5245 Reichsmark an EntschädiSun8 angeboten wurden. Das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn als die Kirchengemeinde nach dem Krieg als Ersatz fur die beiden beschlagnahmten Glocken zwei neue erwarb, kosteten diese bei 2266 kg Gewicht 92906 Reichsmark. Das ist das Achtzehnfache der Entschä- diSunSssumme. Daber rst anzumerken, dass rn jenem Jahr 1922 in Deutschland die lnflation zu galoppie- ren beSonnen hatte. Her8estellt wurden die beiden Glocken von der Gießerei l.aabilon zu Saarburg. Keine zwanziS lahre konnten sich die Lisdorler des Geläuts der beiden l922gelieferten Glocken erfreu- 14 en. 1940 wurden sie beschlaSnahmt. Damit wurden -zumzweitenmal-LisdorferKirchenslockendem Krieggeopfert. Es ist schon seltsam. dass lnstrumen- te, deren Geläut dem Frieden dienen sollte. für des- sen Gegenteil zweckentfremdet werden, Nur die St. losefs-G locke hatte beide Kriege über- lebt. Sie durften die Lisdorfer behahen. Wenn dem Dorf schon eine Glocke zugestanden wurde, dann die kleinste. ln den Jahren nach dem Krieg herrschte reges reli- 8iöses Leben. Vor allem waren die lYenschen froh, davongekommen zu sein. Es war die Zeit, da überäll im Lande MarienheiliStü- merentstanden. Damals tab es auch viele Kirchenneu- bauten. Auch in Lisdorfgab es damals eine rege Bau- tätigkeit in Bezug äufdie Kirche. So war es auch nicht verwunderlich, dass die katholische Kirchengemeinde 1953 bei derSaarländischen Glockengießerei in Frau- lautem vier Glocken bestellte. Damit hatte aber auch fürdie kleine St.losefs-Glocke die Srunde geschlagen. Sie musste aus Platzgründen demontiert werden, Noch im Jahr 1953 lieferten die Herforder Elektrizi- tätswerke vier Läutemaschinen, für deren iährliche Überprüfungdie Firma sich veranrwonlich ze chnete. lm Dezember l953waresdann endlich soweit. Die Fraulauterner Werke lieferten das Geiäut !nd die Glockenweihe konnte durchgefühn werden. Erst- mals verfü$e die Lisdorfer Kirche übervier Glocken. Sie hätten ein Gesamtgewichr von 5300 kg und ko- steten 4.3 l"lillionen Francs. Die größte Glocke, die Christ-Köni$-Glocke, hat- te die Stadt Saarlou s gerriftet. Sie wiegt 2300 kg und trägt die lateinische lnschrift: EGO SUM VOX VITAE + VENITE OMNES QUI ONERE ET LABORE ONERATI ESTIS ET CHRI- STUS REFICIET VOS lch bin die 5!imme des Lebens + Kommt alle, die ihr mir Lasr und Arbeit beladen seid und Christus belebt Die neue Marien-Glocke wiegt 1400 k8 und trägt die lareinische lnschriftl AVE MARIA GACIA PLENE DOMINUS TE- CUM+ SANCTA MARIA VOCOR HONORE. QUE DEr SONO+ GeSrüsset seist Du lYariavollerGnade, Der Herr sei m t Dir + Heilige Märia werde ich genannt und ich läute die Ehre Gottes
  25. 25. Die neue St.losefs-clocke wiegt 1000 kg und trägt die lareinische lnschrift: DUM TRAHOR AUDITE VOCO VOS AD SACRA A/ENITE in deutsch: Solange ich gezogen werde, hört lhrdurch den Klang bis zu den Heiligen / Kommt Die kleinste Glocke istdie St. MiahaelFclocke. Sie wieSt 600 l(8 und trä$ die lateinische lnschrift: SIGNIFER AETERNI MICHAEL / CONTUNDE DRACONEM INCLIT BELLATOR / STERNE VIAM PATRIAE+ I953 in deutsch: Ewi8er Fahnenträger Michael / Zerschmettere den sich wälzenden Drachen als Krieger/ Ebne den Wet zur Heimat Mögen wir nie wieder in die Situation kommen, diese Glocken zum Gießen von Waffen hergeben zu müssen. ti Glockensammelstelle während des l. Weltkrieges Die Glocke am Flaschenzug ist eine der Lisdorfer Glocken, die durch Verfügung des tandrats vom 7.S.1917 beschlatnahmt wurden. (Foto stellte Herr Gerhärd Destruelle zur Verfügung) 15 ln t,ln ü F ü
  26. 26. Die Gloclcn in der lisdofiH !filcnG Fotos: Günter Mang Christ Königs Glocke (2300 kg) St. Josef-Glocke ( 1000 kg) 26 Marien-Glocke ( 1400 kg) St. Michaels-Glocke (600 kg) 7" '.r'h I r tI I 7 düI
  27. 27. Seit der letzten llilir grutulieren Ausgabe des Lisdorfer Heimatblattes 90. Geburtstag Frau Rosa Groß Frau f4argareta Amann Frau Regina Breininger Frau Maria Schmitt Frau f4aria Welsch feierten ihren Gloriastraße I Feldstraße 24 Am Ginsterberg l4 Ensdorfer Straße 22 Großstraße 42 5. Januar 9. Januar 28. Mai 30. Mai 6. Juni Wirwünschen allen Jubilarinnen auf ihrem weiteren Lebensweg Gottes reichen Segen. AnsctuiIt: D?rqm Un!erschriftl Bjtte zum Verein für Heimatkunde Lisdorfe. V, Am cinsrerberg öder Anrlf Tel.: 06831/41694 13,65740 saarlouis Lisdorl oder Fax:0683l/ 128753, Klingende Hörerreise des SR 3 zur BUGA nach Potsdam vom 23.-25. August mit Gesellschafts-Sonderzug ab Saarlouis (5.35 Uhr) Mit däbei: SR 3 lYusikpalette (lngrid Peters, f4arcel Adam, Elke Martens u. w.) Preise: 585,- DM bis 755,- DM (Zugfahrt mrtVerpflegung, Transfers. Hotel ÜE Eintritt, Führungen Ausflüge gegen Aufpreis: Schloß Sanssoucl, Babelsberger Filmstudios, Stadtrundfahrt Berlin,Wannseefahft Organisation: FuT Reise-Service, Feibel u. Tuillier, Saarbrücken lnformation und Anmeldung bis 30.luni 2001, Heimatkundeverein, Tel.:06831/41694 Beitrittserklärung zum Verein für Heimatkunde Lisdorf e. V. Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zum Verein für Heimatkunde Lisdorfe. V und verpflichte mich zur Zahlung des l.litgliedsbeitrages. (l4indestbeitrag je Monat bei Einzelmirgliedschaft: 3,- DM und 5, DM bei Familienmitgliedschaft) Vor und Zunamel Geb. Datüm: 17
  28. 28. ilitulisd0r dcs Uereinslür Hcimallonile lisdolf e. U. aul der Bclgehalde dcl Glubc tnsdorf 2 inceressdnae Bücher von ilritgliedem des vereins JÜt Heimdckunde Lisdort e. v- Ludwig Karl Balzer Rudolf Zenner Saarlouis Die Einwohner von Lisdorf vor 1900 3 TeilbändeDas königliche Sechseck Quellen zur Genealogie Band 23 Erhältlich I Erhältlich im Buchhandel I im Buchhandel, Kreisarchiy Heimatkundeverein I Lisdorf Preis; 72,- DM I Preis: 78.- DM (für Mrtglieder 73,- Dl4)

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