DISD_Handbuch_Fördern Fordern

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DISD_Handbuch_Fördern Fordern

  1. 1. DIAGNOSTIK, FÖRDERUNG UND FORDERUNG AN DER DEUTSCHEN INTERNATIONALEN SCHULE DUBAI (DISD) Schuljahr 2015 – 2016 Stand: 07. September 2015 Bearbeitet: Silke Glaab
  2. 2. WERTEUNDZIELE INHALTSVERZEICHNIS Werte und Ziele “Special Needs” Kategorien Diagnose Schulischer Fertigkeiten Aufnahmeverfahren nach Klassenstufen Prozess der Förderung im Schulischen Alltag Voraussetzung Nachteilsausgleich Schülerakte “Special Needs” Schülerakte Verhaltensauffälligkeiten 3 4-5 6-7 8-10 11-15 16-17 18-19 20-21 Seiten Soziales Netzwerk “Special Needs” Förderung an der DISD Anpassungen im Unterricht 22-23 24-26 27-44 Prozess einzelner diagnostischer Verfahren im Kindergarten, Vorschule und Grundschule 11-16
  3. 3. WERTEUNDZIELE Werte und Verantwortung Im Zentrum der Deutschen Internationalen Schule Dubai (DISD) stehen die Kinder und Jugendlichen mit ihren individuellen Fähigkeiten. Die Schule etabliert eine Kultur der Begabten- und Begabungsförderung, die es jedem ermöglicht, seine Schwächen zu überwinden und seine Stärken zu entdecken, auszubauen und sie im freundschaftlichen Wettbewerb innerhalb und außerhalb der Schule zu präsentieren. Das Ziel der Förderung an der DISD ist es, Schüler, trotz bestehender Schwächen, dabei zu unterstützen ihr volles akademisches, emotionales und soziales Potential zu erreichen. Teilziele 1. Effektive Identifikation von Schülern mit Teilleistungsstörungen. Auf diese Schüler abgestimmte Unterstützung im Unterricht und begleitende Förderung, damit diese ihr volles Potential erreichen. 2. Ein einschließendes Curriculum anzustreben, in dem Kinder mit Teilleistungsstörungen, Deutsch als Fremdsprache und begabte Schüler in einer Regelschule gleichgestellt mit ihren anderen Mitschülern unterrichtet und gefördert werden können. 3. Alle Beteiligten im Schulbetrieb sind sich ihrer Verantwortung für diese Schülergruppen bewusst. 4. Weiterbildung aller Klassenlehrer und Fachlehrer zu den Themen allgemeine Lernförderung im Unterricht, Teilleistungsstörungen und Hochbegabtenförderung. 5. Dokumentation aller Schüler mit Förderbedarf, deren Fördermaßnahmen und Effektivität der Maßnahmen. 6. Regelmäßige Besprechungen des Lernfortschritts, um die Fördermaßnahmen den aktuellen Bedürfnissen des Schülers anzupassen. 7. Enge Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten bei der Aufstellung des Förderplans. Wenn möglich, Einbezug des Schülers.
  4. 4. SONDERPÄDAGOGISCHEKATEGORIEN Entwicklung: Schulische Fertigkeiten Entwicklung: Sprache und Sprechen Intelligenz und Begabung Einschränkungen der Wahrnehmung Einschränkungen der visuellen Wahrnehmung (Dioptrien zwischen 6/24 und 6/60 mit dem besseren Auge). Einschränkung der Hörwahrnehmung (Dezibel zwischen 35 und 69 mit einem Hörgerät). Hörschwierigkeiten können von milden zu schweren Hörverlusten reichen. Die umschriebene Entwicklungsstörung in schulischen Fertigkeiten umfassen Gruppen von Störungen mit spezifischen und deutlichen Beeinträchtigungen des Erlernenes schulischer Feritigkeiten wie Sprachverständnis, Lesen, Rechtschreibung und Rechnen. Die Störungen treten häufig mit anderen klinischen Syndromen (wie Aufmerksamkeitsstörungen oder Störungen des Sozialverhaltens) oder anderen Entwicklungsstörungen (wie motorischer Funktionen oder des Sprechens und der Sprache) auf. Die Störungen sind entwicklungsbezogen und werden nicht später in der Schullaufbahn erworben. Die Beeinträchtigung darf nicht allein durch eine Intelligenzminderung erklärbar sein. Herausragende Fähigkeiten oder ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft in einem oder mehreren Bereichen der Intelligenz, der Kreativität oder akademischen Leistungen und besonderes Talent im Vortrag, in der Poesie, in der Kunst, im Handwerken, im Sport, beim Theaterspiel oder besondere Führungsqualität. Eine Intelligenzminderung ist eine sich in der Entwicklung manifestierende, stehen gebliebene oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten, die zur Intelligenz beitragen, wie z. B. Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten. Bei diesen Störungen sind die normalen Muster des Spracherwerbs von frühen Entwicklungsstadien an gestört. Sie umfassen Bereiche der Artikulation sowie gesprochene und verstandene Sprache. Sprachfunktionen wie Wort-Laut Produktion, Wortfluss, Vokabular, Satzstruktur und Sprachverständnis sind davon betroffen. Häufig sind ebenso Bereiche der zwischenmenschlichen Beziehung, im emotionalen und Verhaltensbereich beeinträchtigt. In diese Kategorie fällt auch die Sinnesintegrationsstörung, in der gesprochene Worte und Laute nicht im Gehirn verarbeitet werden. Tiefgreifende Entwicklungsstörungen wie Autismus und Asperger-Syndrom umfassen eine Gruppe von Störungen, die durch qualitative Beeinträchtigungen in sozialen Interaktionen sowie stereotypes Reportoire von Interessen und Aktivitaeten charakterisiert sind.
  5. 5. Verhalten und Emotion Gesundheitliche Erkrankung Verminderung Körperliche Behinderung, geistige Behinderung Ein Verhalten, das eine oder mehrere der unten beschrieben Charakteristiken aufweist und über einen längeren Zeitraum anhält und damit die schulische Leistung des Schülers beeinflusst: a) Unfähigkeit zu lernen ohne dass Schwierigkeiten im Lernen vorliegen; b) Unfähigkeit, Beziehungen zu Mitschülerinnen/Mitschülern aufzubauen; c) Verhaltensweisen und Gefühle, die in der normalen Situation unangemessen sind; d) eine durchgehende depressive und traurige Stimmung; e) Phobien und Ängste, die mit persönlichen und schulischen Problemen zusammenhängen. Zu diesen Störungen gehören Depression, Essstörungen etc. Zu den Aufmerksamkeitsstörungen zählen Störungen, die mit durchgängigen Problemen der Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität (vorhanden oder nicht vorhanden) und Impulsivität einhergehen. Diese Auffälligkeiten kommen bei diesen Individuen häufiger und signifikanter vor als bei der altersmäßigen Vergleichsgruppe. Gesundheitliche Probleme, die chronisch und so schwerwiegend sind, dass sie zu einer verminderten oder begrenzten schulischen Funktionalität führen: Asthma, ADHS/ADS, Diabetes, Herzprobleme, Epilepsie, Leukämie etc. SONDERPÄDAGOGISCHEKATEGORIEN
  6. 6. DIAGNOSESCHULISCHERFERTIGKEITEN Diagnose Schulischer Fertigkeiten Stufe Welches Verfahren Wann durchgeführt Wer verantwortlich Klasse 1  Hamburger Schreibprobe HSP  Stolpersteine  Mathebegleiter Jan und Juni Juni Oktober, Juni Klassenlehrer Klassenlehrer Klassenlehrer Klasse 2  Hamburger Schreibprobe HSP  Stolpersteine  Online Diagnose Grundschule Jan und Juni Juni Sept, Jan, Juni Klassenlehrer Klassenlehrer Klassenlehrer Klasse 3  Hamburger Schreibprobe HSP  Stolpersteine  Online Diagnose Grundschule Jan und Juni Juni Sept, Jan, Juni Klassenlehrer Klassenlehrer Klassenlehrer Klassenlehrer Klasse 4  Hamburger Schreibprobe HSP  Stolpersteine  Online Diagnose Grundschule Jan und Juni Juni Sept, Jan, Juni Klassenlehrer Klassenlehrer Klassenlehrer Primarstufe Stufe Welches Verfahren Wann durchgeführt Wer verantwortlich Kindergarten  Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten DESK 3-6  Marburger Screening Ab November jedes Kindergartenjahres Bei mehrsprachigen Kindern Erzieherin DaF Lehrerin Vorschule  BASIC PRE – School  Schuleignungstest In den ersten Monaten des Schuljahres Im Bedarfsfall (wenn auffällig im Basic Pre-School) Vorschullehrer Grundschullehrer Kindergarten Primarstufe
  7. 7. DIAGNOSESCHULISCHERFERTIGKEITEN Begleitende Diagnose Kognitiver und Schulischer Fertigkeiten Stufe Welches Verfahren Wann durchgeführt Wer verantwortlich Klasse 5  Online Diagnose Deutsch und Mathematik Klasse 5 Wiederholung Deutsch und Mathematik je nach Förderunterricht September (Förderunterricht) Januar Juni (Evaluierung es Förderunterrichts) Klassenlehrer Klasse 6  Online Diagnose Deutsch und Mathematik Klasse 5 Wiederholung Deutsch und Mathematik je nach Förderunterricht Klasse 6  Thüringer Kompetenztest (VERA) September (Förderunterricht) Januar Juni (Evaluierung es Förderunterrichts) Testtermine Mitte Mai Klassenlehrer Klassenlehrer, Auswertung zentral Klasse 7  Online Diagnose Deutsch und Mathematik Klasse 7 Siehe Klasse 5 Klassenlehrer Klasse 8  Thüringer Kompetenztest (VERA) Testtermine Mitte Mai Klassenlehrer, Auswertung zentral Klasse 9  Online Diagnose Deutsch und Mathematik Klasse 9 Siehe Klasse 5 Klassenlehrer Klasse 10  Online Diagnose Deutsch und Mathematik Klasse 9 Siehe Klasse 5 Klassenlehrer Sekundarstufe
  8. 8. AUFNAHMEVERFAHRENNACHKLASSENSTUFEN Aufnahmeverfahren und Aufnahmekriterien Stufe Welches Verfahren Wer verantwortlich Wann Ausschluss Beginn Klasse 1  Einschulungstest  Interviewleitfaden (für sprachlichen Ausdruck)  Delfin Screening (bei nichtdeutschen Muttersprachlern)  Weitere Kriterien: Sozialverhalten, besuchte Einrichtungen etc. Grundschullehrer DAF Fachkraft Mitte Klasse 1  HSP (ab Jan) Klasse 1  Mathebegleiter (Sept und Jan) Klasse 1  Interviewleitfaden  Delfin Screening Grundschullehrer Grundschullehrer Grundschullehrer DAF Fachkraft Beginn Klasse 2  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE GRUNDSCHULE KLASSE 2 Grundschullehrer Grundschullehrer Mitte Klasse 2  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE GRUNDSCHULE KLASSE 2 (Deutsch (15 – 30min) Mathe (15 - 30min) Grundschullehrer Grundschullehrer Beginn Klasse 3  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE GRUNDSCHULE KLASSE 2 Grundschullehrer Grundschullehrer Mitte Klasse 3  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE GRUNDSCHULE KLASSE 3 Grundschullehrer Grundschullehrer Beginn Klasse 4  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE GRUNDSCHULE Klasse 3 Grundschullehrer Grundschullehrer Mitte Klasse 4  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE GRUNDSCHULE Klasse 4 Grundschullehrer Grundschullehrer Primarstufe
  9. 9. AUFNAHMEVERFAHRENNACHKLASSENSTUFEN Aufnahmeverfahren und Aufnahmekriterien Stufe Welches Verfahren Wer verantwortlich Wann Ausschluss Beginn Klasse 5  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE GRUNDSCHULE Klasse 4  Weitere Kriterien: Sozialverhalten, besuchte Einrichtungen etc. Sekundarlehrer Sekundarlehrer Mitte Klasse 5  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 5 Gymnasialniveau! Deutsch (90min): Haupttest Textproduktion offline! Mathe (60min): Haupttest Statistik nicht Sekundarlehrer Sekundarlehrer Beginn Klasse 6  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 5 (HS, RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Mitte Klasse 6  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 6 (HS, RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Beginn Klasse 7  Interviewleitfaden  ODER ONLINE DIAGNOSE Klasse 6 (HS, RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Mitte Klasse 7  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 7 (HS, RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Beginn Klasse 8  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 7 (HS, RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Mitte Klasse 8  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 8 (HS, RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Beginn Klasse 9  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 8 (HS, RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Mitte Klasse 9  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 9 (HS, RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Sekundarstufe
  10. 10. AUFNAHMEVERFAHRENNACHKLASSENSTUFEN Stufe Welches Verfahren Wer verantwortlich Wann Ausschluss Beginn Klasse 10  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 9 (RS, GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Mitte Klasse 10  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 9 (GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Beginn Klasse 11  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE Klasse 9 (GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Mitte Klasse 11  Interviewleitfaden  ONLINE DIAGNOSE ONLINE DIAGNOSE Klasse 9 (GYM) Sekundarlehrer Sekundarlehrer Aufnahmeverfahren und Aufnahmekriterien Sekundarstufe fortgesetzt
  11. 11. PROZESSDESDES-KIMKINDERGARTENALLTAG 1 2 3 4 DurchführungdesDES-K ScreeningsundAuswertungdurch dieErzieherinnen. InformationandieElternüberdie DurchführungdesDES-KScreenings. ElterngesprächüberdieErgebnisse desDES-K.ImBedarfsfallVerweis anaußerschulische BeratungsstellenundErstellen einesDES-KMaßnahmenkatalogs. ImBedarfsfallImplementierung derMaßnahmenundWiederholung desDES-Knach5Monaten. Prozessverlauf DES-K  Die Eltern werden schriftlich über die Durchführung des DES-K informiert. Sie erhalten kurze Informationen über Ziel, Inhalte und Zeitraum der Durchführung. Dies kann Eltern neuer Kindergartenkinder auch im Aufnahmeverfahren erläutert werde. 1. Information an die Eltern  Die Erzieherin plant die Durchführung des DES-K nach der Eingewöhnungszeit. Angestrebt ist der Zeitraum November bis zu den Weihnachtsferien. Alle Kinder des Kindergartens (auch der Vorschule) nehmen an dem DES-K Screening teil.  In den Zirkusspielszenen werden bis zu 6 Kinder einer Altersgruppe (3 Jahre, 4 Jahre und 5-6 Jahre) zusammengenommen  Die Erzieherin wertet die Ergebnisse anhand der Normtabellen für die jeweilige Altersstufe aus. Dabei werden für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die Ergebnisse mit und ohne Sprachanteil ausgewertet.  Die Kindergartenleitung erstellt eine Liste für jede Kindergartengruppe, in der „auffällige“ (Staninwert 1) und „fragliche“ (Staninwert 2) sowie „durchschnittliche bis überdurchschnittliche“ Kinder dokumentiert werden. Von den beiden ersten Gruppen wird die Kopie des Auswertungsbogens abgeheftet. Dire Dokumentation erfasst diejenigen Kinder, die in der Gesamtbeurteilung oder im Bereich Sprache Kognition „auffällig“ bzw. „fraglich“ sind. 2. Durchführung und Auswertung des DES-K
  12. 12. PROZESSDESDES-KIMKINDERGARTENALLTAG BeobachtungimUnterricht anHandvon Beobachtungsbögen. Prozessbegleitungund Evaluation  Wurde ein Maßnahmenkatalog vereinbart, führt die Erzieherin diese Maßnahmen im Unterricht durch und hält das Datum der Durchführung fest.  Die Eltern müssen die Ergebnisse außerschulischer Gutachten oder die Rückmeldung über eingeleitete Fördermaßnahmen zu den vereinbarten Terminen der Erzieherin einreichen.  Die Erzieherin wiederholt bei den „auffälligen“ und „fraglichen“ Kindern im Mai noch einmal den DES-K, um die eingeleiteten Maßnahmen zu evaluieren.  Die Ergebnisse werden, wenn sie wieder im „auffälligen“ und „fraglichen“ Bereich liegen, mit dem Schulberater oder Sonderpädagogen besprochen.  Rückmeldung Eltern: Den Eltern werden im Elterngespräch die Ergebnisse des DES-K Beobachtung rückgemeldet und eine Einigung zu Zielen und Teilzielen der Förderung gefunden. 4. Im Bedarfsfall Implementierung der Maßnahmen und Wiederholung des DES-K.  Bei allen „auffälligen“ und „fraglichen“ Kindern, bespricht die Erzieherin vor dem Elterngespräch mit dem Schulberater oder Sonderpädagogen die Ergebnisse. Sie erhält dabei klare Handlungsanweisungen bezüglich Verweis auf außerschulische Beratungsstellen und kindergarteninterne Maßnahmen zur Förderung des Kindes.  Die Ergebnisse des obigen Gesprächs hält die Erzieherin in der Förderempfehlung Eltern (bitte unbedingt bei Verweis auf externe Beratungsstelle ein Datum bis zur Erfüllung dieser Maßnahmen setzen) und/oder dem DES-K Maßnahmenkatalog fest. Siehe Anlagen.  Die Erzieherin plant die Rückmeldung der DES-K Ergebnisse nach den Weihnachtsferien im neuen Jahr. Die Eltern, deren Kinder im DES-K „auffällig“ oder „fraglich“ sind, werden möglichst zuerst zum Gespräch eingeladen. Der Schulberater oder Sonderpädagoge kann bei schwierigen Gesprächen anwesend sein.  Rückmeldung Eltern: Den Eltern werden im Elterngespräch die Ergebnisse rückgemeldet. Bei den „auffälligen“ und „fraglichen“ Kindern wird eine Einigung zu den Förderempfehlungen und/oder den kindergarteninternen Maßnahmen gefunden (Gesprächsprotokoll). Verweigern die Eltern die Kenntnisnahme, wird dies vermerkt. 3. Rückmeldung an die Eltern
  13. 13. PROZESSDESBASIC-PRESCHOOLINDERVORCHULE 1 2 3 4 DurchführungdesBASIC-Preschool ScreeningsundAuswertungdurch dieVorschullehrerin. InformationandieElternüberdie DurchführungdesBASIC-Prechool. ElterngesprächüberdieErgebnisse desBASIC-Preschool.ImBedarfsfall Verweisanaußerschulische BeratungsstellenundErstellen einesBASIC-Preeschool Maßnahmenkatalogs. ImBedarfsfallImplementierung derMaßnahmenundTeilnahme amSchuleinsteigertestzuBeginn Klasse1. Prozessverlauf BASIC-Preschool  Die Eltern werden schriftlich über die Durchführung des BASIC-Preschool informiert. Sie erhalten kurze Informationen über Ziel, Inhalte und Zeitraum der Durchführung. 1. Information an die Eltern  Die Vorschullehrerin führt den BASIC-Preschool im November über einen Zeitraum von zwei Wochen den BASIC-Preschool mit allen Vorschulkindern durch.  Die Vorschullehrerin wertet die Ergebnisse anhand der Normtabellen für die jeweilige Altersstufe aus. Kann ein Kind altersmäßig nicht mehr einer Normtabelle zugeordnet werden, wird dies notiert.  Die Vorschullehrerin erstellt eine Liste, in der „unterdurchschnittliche“ (Gesamtrisikobereich 5 – 8) und „sehr schwache“(Gesamtrisikobereich 9 – 18) Kinder dokumentiert werden.  Bei allen „unterdurchschnittlichen“ und „sehr schwachen“ Kindern, bespricht die Vorschullehrerin vor dem Elterngespräch mit dem Schulberater oder Sonderpädagogen die Ergebnisse. Sie erhält dabei klare Handlungsanweisungen bezüglich Verweis auf außerschulische Beratungsstellen oder schulinterne Maßnahmen zur Förderung des Kindes.  Die Ergebnisse des obigen Gesprächs hält die Vorschullehrerin in der Förderempfehlung Eltern (bitte unbedingt bei Verweis auf externe Beratungsstelle ein Datum bis zur Erfüllung dieser Maßnahmen setzen) und/oder dem BASIC.Preschool Maßnahmenkatalog fest. Siehe Anlagen. 2. Durchführung und Auswertung des BASIC-Preschool
  14. 14. PROZESSDESBASIC-PRESCHOOLIMSCHULISCHENALLTAG BeobachtungimUnterricht anHandvon Beobachtungsbögen. Prozessbegleitungund Evaluation  Wurde ein Maßnahmenkatalog vereinbart, führt die Vorschullehrerin diese Maßnahmen im Unterricht durch und hält das Datum der Durchführung fest. Bei Fragen kann sie der Sonderpädagoge unterstützen.  Die Eltern müssen die Ergebnisse außerschulischer Gutachten oder die Rückmeldung über eingeleitete Fördermaßnahmen zu den vereinbarten Terminen der Vorschullehrerin einreichen.  Alle „unterdurchschnittlichen“ und „sehr schwachen“ Kindern nehmen am Schuleinsteigertest für die Klasse 1 teil, um Lernfortschritte festzuhalten und im Bedarfsfall weitere Fördermaßnahmen einzuleiten.  Rückmeldung Eltern: Den Eltern werden im Elterngespräch die Ergebnisse des Schuleinsteigertest rückgemeldet und im Bedarfsfall eine Einigung zu Zielen und Teilzielen der Förderung gefunden. 4. Im Bedarfsfall Implementierung der Maßnahmen und Schuleinsteigertest  Die Vorschullehrerin plant die Rückmeldung der BASIC-Preschool Ergebnisse vor den Weihnachtsferien.  Rückmeldung Eltern: Die Eltern, deren Kinder im BASIC-Preschool „unterdurchschnittlich“ und „sehr schwach“ abschnitten, werden zu einem Elterngespräch eingeladen. Der Schulberater oder Sonderpädagoge kann bei schwierigen Gesprächen anwesend sein. Nach Rückmeldung der Ergebnisse wird gemeinsam mit den Eltern eine Einigung zu den Förderempfehlungen und/oder den schulinternen Maßnahmen gefunden (Gesprächsprotokoll). Verweigern die Eltern die Kenntnisnahme, wird dies vermerkt. Eltern, deren Kinder im BASIC-Preschool „durchschnittlich“ oder „überdurchschnittlich“ abschnitten, erhalten eine schriftliche Mitteilung der Ergebnisse. Haben die Eltern weiteren Gesprächsbedarf können sie einen Gesprächstermin mit der Vorschullehrerein vereinbaren. 3. Rückmeldung an die Eltern
  15. 15. PROZESSDERBEGLEITENDENDIAGNOSENINDERGRUNDSCHULE 1 2 3 4 Durchführungdesbegleitenden DiagnosendurchKlassenlehrerder Grundschule. InformationandieElternüberdie Durchführungderbegleitenden DiagnoseninKlasse1bis4 ElterngesprächüberdieErgebnisse derbegleitendenDiagnosenund Eignungaufschulinterne Fördermaßnahmen.ImBedarfsfall Verweisanaußerschulische Beratungsstellen. ImBedarfsfallTeilnahmean Fördermaßnahmenund abschließendeDiagnosen. Prozessverlauf Online Diagnose, HSP, STOLPERWÖRTER und DIAGNOSEBEGLEITER  Die Eltern werden zu Jahresbeginn schriftlich über die Durchführung von begleitenden Diagnosen wie Hamburger Schreibprobe (Rechtschreibung), Stolperwörter (Lesen), Diagnosebegleiter (Mathematik) sowie Online Diagnose informiert. Sie erhalten kurze Informationen über Ziel und Inhalt der Durchführung. Dies kann Eltern neuer Schüler auch im Aufnahme-verfahren erläutert werden. 1. Information an die Eltern  Die Klassenlehrerin plant die Durchführung der begleitenden Diagnosen wie im Abschnitt „Diagnose Schulischer Fertigkeiten“ erläutert und führt diese mit der ganzen Klasse durch.  Bei der Online Diagnose, der Hamburger Schreibprobe (HSP) und den Stolpersteinen erfolgt die Auswertung online. Beim Diagnosebegleiter wertet die Klassenlehrerin die Erfassungsbögen selbständig aus. Jede Klassenlehrerin trägt die Ergebnisse ihrer Schüler in einer vorgegebenen Tabelle ein.  Die Fachleitungskraft Deutsch und die Fachleitungskraft Mathematik erstellen eine Liste für jede Klasse, in der alle Schüler nach Leistungsprofil dokumentiert werden. Bei den „sehr schwachen“, „unterdurchschnittlichen“ und „herausragenden“ Schülern wird die jeweilige Klassenlehrerin gebeten, die Ergebnisse anhand von Klassenbeobachtungen und Ergebnissen zu stützen oder zu widerlegen. Dabei kann sie vom Sonderpädagogen unterstützt werden. 2. Durchführung und Auswertung der begleitenden Diagnosen
  16. 16. PROZESSDERBEGLEITENDENDIAGNOSENGRUNDSCHULE BeobachtungimUnterricht anHandvon Beobachtungsbögen. Prozessbegleitungund Evaluation  Wurde die Teilnahme am Förderunterricht vereinbart, nimmt der Schüler an diesem Programm regelmäßig teil.  Die Eltern müssen die Ergebnisse außerschulischer Gutachten oder die Rückmeldung über eingeleitete Fördermaßnahmen zu den vereinbarten Terminen der Klassenlehrerin einreichen.  Im Rahmen des Förderunterrichts nehmen die Schüler an einem Zwischen- und Abschlusstest teil, um Lernfortschritte festzuhalten.  Die Ergebnisse werden, wenn sie wieder im „sehr schwachen“ und „unterdurchschnittlichen“ Bereich liegen, mit dem Sonderpädagogen besprochen.  Rückmeldung Eltern: Den Eltern, deren Kinder sich durch den Förderunterricht nicht verbessern konnten, werden im Elterngespräch die Abschlussergebnisse rückgemeldet und eine Einigung zu Zielen und Teilzielen der Förderung gefunden. Konnten sich Schüler durch den Förderunterricht verbessern, werden die Eltern schriftlich informiert. 4. Im Bedarfsfall Teilnahme an Fördermaßnahmen und abschließende Diagnose.  Kann die Klassenlehrerin bei den „sehr schwachen“, „unterdurchschnittlichen“ und „herausragenden“ Schülern die Ergebnisse der begleitenden Diagnosen mit ihrer eigenen Beobachtung im Unterricht decken, findet ein Elterngespräch statt. Vor diesem bespricht die Klassenlehrerin mit dem Sonderpädagogen die Ergebnisse. Sie erhält dabei klare Handlungsanweisungen bezüglich Verweis auf außerschulische Beratungsstellen und/oder Maßnahmen zur Förderung des Schülers. Eine schulinterne Maßnahme kann die Empfehlung zur Teilnahme am Förderunterricht sein. Diese wird von der Klassenlehrerin anhand der oben aufgeführten Diagnosen ausgesprochen.  Die Ergebnisse des obigen Gesprächs hält die Klassenlehrerin in der Förderempfehlung Eltern (bitte unbedingt bei Verweis auf externe Beratungsstelle ein Datum bis zur Erfüllung dieser Maßnahmen setzen) fest. Siehe Anlage.  Der Schulberater oder Sonderpädagoge kann bei schwierigen Gesprächen anwesend sein.  Rückmeldung Eltern: Den Eltern werden im Elterngespräch die Ergebnisse rückgemeldet. Bei den „sehr schwachen“ und „unterdurchschnittlichen“ Kindern wird eine Einigung zu den Förderempfehlungen gefunden (Gesprächsprotokoll). Verweigern die Eltern die Kenntnisnahme, wird dies vermerkt. 3. Rückmeldung an die Eltern
  17. 17. PROZESSDERFÖRDERUNGIMSCHULISCHENALLTAG 1 2 3 4 BeobachtungimUnterricht anHandvon Beobachtungsbögen. EvaluationimSpecialNeeds KomiteederSchule. Erstellungund ImplementierungvonFörder- undFörder-maßnahmen Prozessbegleitungund Evaluation Förderbedarf bei Einschulung bekannt  Das Special Needs Team (SNT) bildet sich, je nach schulischer Einstufung, aus insgesamt 5 Personen: dem Schulleiter sowie dem Leiter Kindergarten oder dem Leiter Primarstufe oder dem Leiter Sekundarstufe I, dem Schulberater, dem Sonderpädagogen und der Lehrkraft des betroffenen Schülers.  Das SNT trifft sich 14tätig und bespricht vorliegende Fälle.  Liegt eine eindeutige Diagnose durch ein anerkanntes Psychologisches Zentrum oder ein Medizinisches Gutachten zum auffälligen Föderbereich vor, hat der Schüler Anspruch auf Sonderpädagische Förderung an der DISD und einen Nachteilsausgleich. Der Schulberater und/oder Sonderpädagoge erstellt eine Zusammenfassung aller vorliegenden medizinischen und psychologischen Berichte sowie bisheriger Fördermaßnahmen und des schulischen Fortschritts. Daraus werden Stärken und Schwächen der betroffenen Schülerin/des betroffenen Schülers abgeleitet.  Rückmeldung Eltern: Mit den Eltern werden im Elterngespräch die Ergebnisse der Zusammenstellung abgeglichen und das Einverständnis um gezielte Beobachtung im Unterricht zu den zu förderenden Bereichen erfragt (Gesprächsprotokoll). 1. Evaluation im Special Needs Team
  18. 18. PROZESSDERFÖRDERUNGIMSCHULISCHENALLTAG BeobachtungimUnterricht anHandvon Beobachtungsbögen. EvaluationimSpecialNeeds KomiteederSchule. Prozessbegleitungund Evaluation  Das SNT entwickelt einen Förder- und Forderplan, der Langzeit- und Teilzeitziele sowie die Anpassungen im Unterricht und der Lernumgebung beinhaltet.  Der Förderplan kann auch die Empfehlung enthalten, andere Experten wie Logopäden, Ergotherapeuten oder Psychologen außerhalb der Schule zu Rate zu ziehen.  Rückmeldung Eltern: Die Eltern geben ihre schriftliche Einwilligung zur Implementierung des Plans. Danach wird der Plan sofort im Unterricht umgesetzt (schriftliche Einwilligungserklärung). 3. Implemetierung des Förderplans 4. Prozessbegleitung und Evaluation  Der Förder- und Forderplan wird im Abstand von 8 Wochen evaluiert und die Erreichung von Teilzielen festgehalten. Außerschulische Experten sollten ihre Fortschrittsergebnisse (im Regelfall nach 6. Sitzungen) durch die Eltern dem SNT einreichen.  Erzielte Lernfortschritte müssen im Unterrichtsgeschehen demonstriert werden.  Rückmeldung Eltern: Mit den Eltern werden die Ergebnisse der Evaluation unmittelbar besprochen.  Der Sonderpädagoge und/oder Schulberater überwachen die gesamte Evaluierung des Förderplans und schreiben am Ende des Schuljahres einen Bericht über die Erreichung der Förderziele und sprechen eine Empfehlung für das nächste akademische Schuljahr aus.  Die Lehrkraft beobachtet anhand von Beobachtungsbögen den definierten Förderbereich über einen Zeitraum von maximal 30 Tagen. Die Lehrkraft wird im Bedarfsfall vom Schulberater und/oder Sonderpädagogen unterstützt.  Die Ergebnisse der Beobachtungen werden von der Lehrkraft zusammengefasst.  Dieser Bericht wird vom SNT evaluiert.  Rückmeldung Eltern: Den Eltern werden im Elterngespräch die Ergebnisse der Beobachtung rückgemeldet und eine Einigung zu Zielen und Teilzielen der Förderung gefunden (Gesprächsprotokoll). 2. Beobachtung im Unterricht
  19. 19. PROZESSDERFÖRDERUNGIMSCHULISCHENALLTAG EvaluationimSpecialNeeds KomiteederSchule. Nr. Förderplan läuft VON BIS 1. Ende September des angefangenen Schuljahres Anfang November 1. Elternsprechtag 2. 1. Woche nach 1. Elternsprechtag Ende Januar Notenkonferenz Halbjahreszeugnis 3. 1. Woche nach Notenkonferenz Mitte März 2. Elternsprechtag 4. 1. Woche nach 2. Elternsprechtag Mitte Juni Notenkonferenz Jahreszeugnis Zeitliche Vorgaben Prozessbegleitende Förder- und Forderpläne 4. Prozessbegleitung und Evaluation fortgesetzt
  20. 20. PROZESSDERDIAGNOSEIMSCHULISCHENALLTAG BeobachtungimUnterricht anHandvon Beobachtungsbögen. EvaluationimSpecialNeeds KomiteederSchule. Erstellungund ImplementierungvonFörder- undFörder-maßnahmen Prozessbegleitungund Evaluation  Förderbedarf bei Einschulung nicht bekannt  Die Lehrkraft meldet dem SNT schriftlich Schülerinnen und Schüler mit Auffälligkeiten im Unterricht. Diese Beoabachtung kann aus dem Unterrichtsgeschen oder den begleitenden Diagnosen (wie Hamburger schreibprobe, Mathebegleiter usw.) stammen. 1. Identifikation im Unterricht  Ein Mitglied des SNT beobachtet anhand von Beobachtungsbögen den definierten Förderbereich im Unterricht. Die Beobachtungen finden moeglichst im Fach Deutsch, Mathematik und Kunst oder Sport statt.  Die Ergebnisse der Beobachtung werden von dem Mitglied des SNT zusammengefasst.  Dieser Bericht wird vom SNT evaluiert und gegebenfalls die Empfehlung um diagnostische Abklärung an einer externen Beratungsstelle ausgesprochen und schriftlich formuliert.  Rückmeldung Eltern: Den Eltern werden im Elterngespräch die Ergebnisse der Beobachtung rückgemeldet und die Empfehlung erklärt (Gesprächsprotokoll). 3. Beobachtung im Unterricht 1 2 3 4 5 BeobachtungimUnterricht anHandvon Beobachtungsbögen. ÜberweisungandasSpecial NeedsKomiteederSchule. ImBedarfsfallÜberweisung anexterneStellezur Abklärung. Lehrkrafterkennt AuffälligkeitenimUnterricht. Erstellungund ImplementierungvonFörder- undFordermaßnahmen Prozessbegleitungund Evaluation  Der Schulberater und/oder Sonderpädagoge erstellt eine Zusammenfassung der Vorgeschichte des schulischen Forschritts und des Berichts der Lehrkraft und leitet daraus Stärken und Schwächen ab. 2. Überweisung an das SNT
  21. 21. PROZESSDERFÖRDERUNGIMSCHULISCHENALLTAG BeobachtungimUnterricht anHandvon Beobachtungsbögen. EvaluationimSpecialNeeds KomiteederSchule. Prozessbegleitungund Evaluation  Liegt eine eindeutige Diagnose durch ein anerkannets Psychologisches Zentrum oder ein Medizinisches Gutachten zum auffälligen Föderbereich vor, hat der Schüler Anspruch auf Sonderpädagische Förderung an der DISD und einen Nachteilsausgleich. Das SNT entwickelt anhand der Diagnose und der vorliegenden Berichte einen Förder- und Forderplan, der Langzeit- und Teilzeitziele sowie die Anpassungen im Unterricht und der Lernumgebung beinhaltet.  Der Förderplan kann auch die Empfehlung enthalten, andere Experten wie Logopäden, Ergotherapeuten oder Psychologen außerhalb der Schule zu Rate zu ziehen.  Rückmeldung Eltern: Die Eltern geben ihre schriftliche Einwilligung zur Implementierung des Plans. Danach wird der Plan sofort im Unterricht umgesetzt (schriftliche Einwilligungserklärung). 3. Erstellung von Förder- und Fordermaßnahmen 4. Prozessbegleitung und Evaluation  Der Förder- und Forderplan wird im Abstand von 8 Wochen evaluiert und die Erreichung von Teilzielen festgehalten. Außerschulische Experten sollten ihre Fortschrittsergebnisse (im Regelfall nach 6. Sitzungen) durch die Eltern dem SNT einreichen.  Erzielte Lernfortschritte müssen im Unterrichtsgeschehen demonstriert werden.  Rückmeldung Eltern: Mit den Eltern werden die Ergebnisse der Evaluation unmittelbar besprochen.  Der Sonderpädagoge und/oder Schulberater überwachen die gesamte Evaluierung des Förderplans und schreiben am Ende des Schuljahres einen Bericht über die Erreichung der Förderziele und sprechen eine Empfehlung für das nächste akademische Schuljahr aus. Nr. Förderplan läuft VON BIS 1. Ende September des angefangenen Schuljahres Anfang November 1. Elternsprechtag 2. 1. Woche nach 1. Elternsprechtag Ende Januar Notenkonferenz Halbjahreszeugnis 3. 1. Woche nach Notenkonferenz Mitte März 2. Elternsprechtag 4. 1. Woche nach 2. Elternsprechtag Mitte Juni Notenkonferenz Jahreszeugnis Zeitliche Vorgaben Prozessbegleitende Förder- und Forderpläne
  22. 22. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:  Klinisches Gutachten durch ein anerkanntes Psychologisch-Psychiatrisches Zentrum, Klinischen Psychologen oder Facharzt.  Die Diagnose muss durch einen im deutschsprachigen Raum anerkannten Klinschen Therapeuten oder Mediziner durchgeführt worden sein.  Aktuelles Gutachten, das für das jeweilige Schuljahr relevant ist. Folgende Bereiche sollten für die Feststellung einer Lese-Rechtschreibstörung oder Rechenstörung erfasst werden: 1. Allgemeiner Intelligenztest zum Sprachverständnis, Wahrnehmungsgebundenes Logisches Denken, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, auditive Verarbeitung kombiniert mit 2. Altersgemäßen und standardisierten Testverfahrens zur Überprüfung des Lesens, der Lesegenauigkeit, des Leseverständnisses, und der Rechtschreibung bzw. bei Rechenstörung standardisierten Testverfahrens zur Überprüfung der Rechenfähigkeit. 3. Die Leistungen des Kindes müssen eindeutig unterhalb des Niveaus liegen, welches aufgrund des Alters, der allgemeinen Intelligenz und der Schulklasse und Schuleinstufung zu erwarten ist. 4. Es empfiehlt sich auch die Durchführung einer Diagnostik der visuellen Verarbeitung, die Auffälligkeiten in der Augenfolgebewegungen zeigen. Die Richtlinie „Umgang mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreibung sowie beim Rechnen“ regelt alle Maßnahmen im Rahmen eines Nachteilsausgleichs (schulorganisatorische, technische, didaktisch-methodische, Aufgabenformat und Nachteilsausgleich bei Leistungsfeststellungen. Inanspruchnahme Sonderpädagogischer Hilfe und Nachteilsausgliech durch DISD VORAUSSETZUNGNACHTEILSAUSGLEICH
  23. 23. Schülerakte Register  DECKBLATT SCHÜLERAKTESPECIALNEEDS  IDENTIFIKATION  FÖRDERPLAN  BEGLEITENDE EVALUATION  ANLAGEN Ist eine Schülerin/ ein Schüler als „förder- bzw. forderbedürftig“ eingestuft, wird eine spezielle Schülerakte angelegt, die im Verwaltungstrakt der Schule für alle Lehrkräfte einsehbar ist.
  24. 24. Deckblatt Identification Name: Geburtsdatum: Anamnese: Meldung bei der KHDA: Wann und Art der Kategorisierung Hier finden sich:  Ergebnisse Aufnahmetest  Medizinische und psychologische/psychiatrische Gutachten  Schulinterner Beobachtungsbogen zu akademischen Leistungen  Zusammenfassung aller vorliegenden Gutachten und Beobachtungen SCHÜLERAKTESPECIALNEEDS Förderplan Der Förderplan enthält:  Förderbereiche  Ist-Zustand in jedem Bereich  Förderziel in jedem Bereich (Langzeit und Kurzeitziele) Begleitende Evaluation Der Maßnahmenplan enthält:  Förderbereiche  Ist-Zustand in jedem Bereich  Lernziele auf Monats- und Wochenbasis basierend auf dem Curriculum  Angepassungsmaßnahmen im Unterricht  Evaluation der Maßnahmen Anlagen In den Anlagen finden sich:  Alle Gesprächsprotokolle mit den Eltern (wichtig: Eltern müssen diese mit einer Unterschrift zur Kenntnis nehmen.  Empfehlungen der Schule  Gedächtnisprotokolle  Notiz über Verweigerung von Maßnahmen oder Kontaktaufnahmen  Emails
  25. 25. Schülerakte Register  DECKBLATT SCHÜLERAKTEVERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN  VORFÄLLE  ANLAGEN Ist eine Schülerin/ ein Schüler wiederholt verhaltensauffällig, wird von der Lehrkraft eine spezielle Schülerakte zur Dokumentation aller Vorfälle angelegt. Diese verbleibt bei der Lehrkraft und ist zur Einsicht allen Lehrkräften zugänglich.
  26. 26. Deckblatt Vorfälle Name: Geburtsdatum: Anamnese: Meldung bei der KHDA: Wann und Art der Kategorisierung Hier finden sich:  Datum des Ereignisses  Kurze Beschreibung des Ereignisses  Durchgeführte Maßnahmen (Gespräch mit Schüler; Info an Eltern; Mündliche Verwarnung (Notiz); SCHÜLERAKTEVERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN Anlagen  Dokumentation (Gesprächsnotizen, Gedankenprotokolle, Emails, Vereinbarungen, Gesprächsprotokolle mit Eltern (unterschriebene Kenntnisnahme), Reaktion der Eltern bei Anruf oder email (haben sie abgenommen oder geantwortet).
  27. 27. SOZIALESNETZWEKSPECIALNEEDS Klassenzimmer Sonderpädagoge Außerschulischer Bereich Schulberater Lernumgebung mit schulischer und außerschulischer Unterstützung
  28. 28. Klassenzimmer Schulberatung Die Schülerin/der Schüler besucht die Regelklasse. Die Lehrkraft übernimmt die Anpassungen im Unterricht, die das SNT im Förder- und Forderplan empfohlen hat. Sie stellt die Umsetzung der Maßnahmen im Klassenzimmer sicher. Die Satzung der Schulberatung ist separat beschrieben. Die Schülerin/der Schüler nimmt an ausgewählten Sitzungen zur Spieltherapie und Verhaltensmodifikation im Beratungszimmer der Schule teil. Erzielte Erfolge schreibt Schülerin/der Schüler selbst auf, um diese der Lehrkraft zu übergeben. Die Lehrkraft evaluiert den Lernerfolg im Unterricht. Wenn im Unterricht nicht replizierbar, Rückmeldung an Schulberatung. SOZIALESNETZWEKSPECIALNEEDS Außerschulischer Bereich Experten (Logopäde, Ergotherapeut, Physiotherapeut, Lernzentren) arbeiten mit der Schülerin/dem Schüler außerhalb der schulischen Umgebung. Im Bedarfsfall kommt der Experte auch in das Klassenzimmer, um der betroffenen Schülerin dem betroffenen Schüler Hilfe anzubieten. Die Schule erhält regelmäße Berichte (nach 6 Sitzungen) über die erzielten Lernfortschritte. Die Lehrkraft evaluiert den Lernerfolg im Unterricht. Wenn im Unterricht nicht replizierbar, erfolgt eine Rückmeldung an die Eltern. Sonderpädagische Beratung Die Satzung der Sonderpädagogischen Beratung ist separat beschrieben. Der Sonderpädagoge unterstützt die Schülerin/der Schüler in ausgewählten Förderbereichen innerhalb des Klassenzimmers und/oder im Rahmen von Einzel- bzw. Gruppenförderung. Erzielte Erfolge schreibt Schülerin/der Schüler mithilfe des Sonderpädagogen oder selbst auf, um diese der Lehrkraft zu übergeben. Die Lehrkraft evaluiert den Lernerfolg im Unterricht. Wenn dieser im Unterricht nicht replizierbar ist, erfolgt die Rückmeldung an den Sonderpädagogen.
  29. 29. FÖRDERUNGANDERDISD Schulische Fördermaßnahmen an der DISD Förderung Förderunterricht Sonderpädagogische Beratung Deutsch als Fremdsprache
  30. 30. Geeignet für: Schülerinnen und Schüler, deren akademische Leistungen in den Fächern Mathematik und Deutsch „sehr schwach“ oder „unterdurchschnittlich“ sind. Als Quelle dienen die begleitende Diagnose (HSP, Stolperwörter, Diagnosebegleiter), Online Grundschuldiagnose (ab 2. Klasse) und Beobachtung im Unterricht. Klassenlehrerin sendet Informationen an Sonderpädagogen. Dieser gibt klare Handlungsanweisungen bezüglich Verweis auf außerschulische Beratungsstellen und/oder Maßnahmen zur Förderung des Schülers Inhalte und Maßnahmen: Vor Beginn der Förderung muss die Schülerin oder der Schüler an der Online Grundschuldiagnose teilgenommen haben. Anhand der Diagnose werden durch das System automatisch Förderbereiche und Inhalte erstellt. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Inhalte entweder im Unterricht oder zuhause selbstständig durch und erhalten von der Lehrkraft individuelle Unterstützung. Neben der individuellen Förderung durch die Klassenlehrerin werden von der DISD folgende Förderprogramme angeboten: 1. Rechtschreibleiter und Lies mal (Förderung der Rechtschreibung und Leseverständnis) 2. Komm mit – Rechne mit (Förderung des Zahlen- und Mengenverständnisses) 3. Spracherziehung (Förderung des Schreibens und der Sprachkompetenz) Diese Programme bieten den Schülern die Möglichkeit, im Rahmen einer Kleingruppe wichtige Förderbereiche intensiv und spielerisch zu bearbeiten. Der Förderunterricht wird für ein Schuljahr angeboten und von Lehrkräften der Primarstufe durchgeführt. Evaluation: Zum Schulhalbjahr wird durch einen Zwischentest und mit Hilfe des Fachlehrers der Lernfortschritt des einzelnen Schülers erfasst. Förder- und Forderunterricht in Deutsch und Mathematik Sekundarstufe Geeignet für: Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6. Inhalte und Maßnahmen: Zu Beginn des Schuljahres nehmen alle Schülerinnen und Schüler an der Online Diagnose teil. Anhand der Diagnose werden durch das System automatisch Förder- und Forderbereiche und Inhalte erstellt. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Inhalte im Unterricht selbstständig durch und erhalten von der Lehrkraft und Sonderpädagogen individuelle Unterstützung. Evaluation: Nach dem Halbjahr wechselt der Förderbereich von Deutsch auf Mathematik oder umgekehrt. Der persönliche Lernfortschritt des Schülers wird anhand der Online Diagnose erfasst. FÖRDERUNGANDERDISD Förderunterricht in Deutsch und Mathematik Primarstufe
  31. 31. Deutsch als Fremdsprache Geeignet für: Alle Schülerinnen und Schüler der DISD vom Kindergarten (ab 4 Jahre) bis Sekundarstufe I (6. Klasse), deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die nach einer Testung durch eine Fachkraft Deutsch als Fremdsprache als förderbedürftig eingestuft sind. Die Einstufung erfolgt für: Kindergarten: mit Marburger Sprachscreening Grundschule und Sekundarstufe: anhand der Einschätzung des Lehrkraft Deutsch und Grundschuldiagnose bzw. Onlinediagnose. Inhalte und Maßnahmen: Schülerinnen und Schüler erhalten durch eine Fachkraft Deutsch als Fremdsprache einen angepassten und altersspezifischen Förderunterricht in einer Kleingruppe: Kindergarten (2x in der Woche): : Es findet eine ganzheitliche Sprachförderung in lebendigen Spiel- und Handlungssituationen statt. Die Inhalte sind am Kindergartenprogramm ausgerichtet. Grundschule (2x in der Woche): Lehrbuch von Xa-Lando fuer die Klassenstufen 1-4. Sekundarstufe (1x in der Woche): Anhand der Ergebnisse der Online Diagnose erstellt das System automatisch Förderbereiche und Inhalte. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Inhalte selbstständig durch und erhalten von der Lehrkraft individuelle Unterstützung. Zudem werden wichtige Themen aus dem Lehrplan Deutsch in der Kleingruppe geübt. Evaluation: Beurteilungsbogen der sprachlichen Kompetenz und Nachtests aus Grundschuldiagnose und Onlinediagnose. Die Ergebnisse der Beurteilung werden im Kindergarten mit den Eltern besprochen. In der Primarstufe und Sekundarstufe wird der Lernfortschritt anhand der akademischen Entwicklung im Fach Deutsch festgehalten. FOERDERUNGANDERDISD
  32. 32. FOERDERUNGANDERDISD Sonderpädagogische Betreuung Anspruch haben: Schülerinnen und Schüler, die aufgrund eines, extern angefertigten, medizinischen und/oder psychologischen Gutachtens das Recht auf sonderpädagogische Betreuung haben. Die Schülerinnen und Schüler erhalten durch den Sonderpädagogen/die Sonderpädagogin einen individuell angepassten Förderunterricht. Die Förderung findet, nach vorherigem Beschluss, im Beratungszimmer in Form von Einzel- oder Gruppenunterricht sowie alternativ im Klassenverband statt. Inhalte und Maßnahmen: Die Maßnahmen reichen von individuell angepassten Erklärungen und der Aufarbeitung des Unterrichtsstoffs über besondere Aufgaben und Trainings zur Überwindung von Lern-, Konzentrations- oder anderen Schwächen bis hin zu komplett individualisiertem, nicht mehr lehrplangebundenem Fachunterricht. Evaluation: Es finden regelmäßige Gespräche mit den Eltern statt, um den Lernfortschritt zu besprechen. Der Sonderpädagoge/die Sobderpädagogin evaluiert den Lernfortschritt sowie das Lernprogramm jeden Förderschülers in schriftlicher Form jeweils am Ende jeden Schulhalbjahres (zweimal pro Schuljahr). Es wird ein Bericht angefertigt, aus dem der aktuelle Lernstand des zu fördernden Bereiches hervorgeht, dieser wird in der Förderakte des Schülers aufbewahrt. Die Schülerin/der Schüler und der Sonderpädagoge/die Sonderpädagogin stehen in ständigem mündlichen und/oder schriftlichen Kontakt mit dem Klassenlehrer/der Klassenlehrerin, um über Lernfortschritte zu informieren bzw. deren Umsetzung im Unterricht zu überprüfen.
  33. 33. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Generelle Anweisungen für den Unterricht  Stelle offene Fragen zum neuen Unterrichtsthema, um Denkprozesse der Schülerinnen/ der Schüler anzuregen.  Stelle Schülerin/ Schüler eine Frage und lasse sie/ihn die Frage noch einmal mit eigenen Worten wiederholen.  Unterrichtsthema und Ziele sind klar formuliert und werden zu Beginn des Unterrichts vermittelt.  Verbalisiere durchgehend, was in Tafelbildern und Diagrammen dargestellt ist.  Sorge für eine ruhige Lernumgebung.  Im Bedarfsfall stelle der Schülerin/dem Schüler eine schriftliche Zusammenfassungen des Unterrichtsstoffs zur Verfügung. Erlaube eine Kopie der Mitschrift einer Mitschülerin/eines Mitschülers.  Paare den Schüler mit Lernschwierigkeiten mit einem guten Schüler, um Verständnisschwierigkeiten aufzufangen und vom Partner zu profitieren.  Stelle sicher, ob der Schüler eine Aufgabenstellung richtig verstanden hat.  Nimm komplexen Unterrichtsstoff auf Tonband auf und stelle dem Schüler diese Tonaufnahme zur Verfügung.  Unterstütze die Schülerin/den Schüler beim Anstreichen wichtiger Schlüsselworte und Arbeitsschritte.  Gib eine Hausaufgabenverlängerung bei komplexen Hausaufgaben.  Verwende Grafiken, Schaubilder und Flussdiagramme, um komplexe Inhalte zu verdeutlichen.  Beziehe den Lehrstoff wird auf seine praktische Anwendung im Alltag.  Gliedere komplexe Aufgaben in Teilschritte.  Gib Instruktionen verbal und visuell.  Biete einen multisensorischen Unterricht, um möglichst alle Lernstile der Schüler zu erreichen. Entwicklung: Schulische Fertigkeiten
  34. 34. Generelle Anweisungen fürs Lesen  Leseschwache Schülerinnen/Schüler lesen einfache Textpassagen vor.  Kündige Leseproben rechtzeitig an.  Stelle, wenn möglich, eine Tonaufnahme zum gelesenen Buch zur Verfügung.  Erlaube der Schülerin/dem Schüler, wichtige Textpassagen auf Tonband aufzunehmen.  Gib eine Buchliste vor Beginn des Schuljahres heraus, damit die Schülerinnen und Schüler bereits vorlesen oder sich Hörbücher bestellen können.  Stelle der Schülerin/dem Schüler eine Zusammenfassungen von Kapiteln zur Verfügung.  Lese laut Anweisungen an der Tafel oder in Aufgabenblättern vor. Lehrertipps für Lernschwierigkeiten im Bereich Lesen  Erstelle eine Fehleranalyse der Schülerin/des Schülers: lasse die Schülerin/den Schülerin eine unbekannte, in Umfang, Schweregrad und Thema altersgemäße, Textpassage von etwa 100-500 Wörtern (je nach Klassenstufe) lesen. Während die Schülerin/der Schüler liest, notiere alle gemachten Fehler. • Häufige Fehler sind: Vertauschung von Buchstaben wie „b“ für „d“ oder „p“ für „q“; Vertauschung von Zahlen „12“ für „21“; Großbuchstaben und Kleinbuchstaben; Wörter überlesen oder zusammengelesen. • Zeige die notierten Fehler der Schülerin/dem Schüler und erkläre, warum dies Fehler sind. • Lasse die Schülerin/den Schüler diese wiederholten Fehler selbst erkennen. • Erarbeite zusammen mit der Schülerin/dem Schüler eine Strategie, diese Fehler zu korrigieren. • Verkürze für die betroffenen Schülerinnen und Schüler die vorzulesende Textlänge.  Schreibe oder verwende eine Geschichte, die farblich auf unterschiedliche Lesefähigkeiten unterteilt werden kann: grün für durchschnittliches Niveau, rot für überdurchschnittliches Niveau und gelb für unterdurchschnittliches Niveau. Schülerinnen und Schüler wissen nichts von dieser Vorabeinstufung. Im Unterricht werden die Schüler dann je nach Leseniveau zum Lesen aufgerufen.  Finde Interessensgebiete der Schülerinnen und Schüler heraus. Biete eine Anzahl von Textmaterialien mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und Informationsniveau.  Zuhause können die Schülerinnen und Schüler eine spezielle Software benutzen, die Text in Sprache umwandelt. Lesen ANPASSUNGENIMUNTERRICHT
  35. 35. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Spezielle Lehrertipps fürs Lesen  Hänge schwierige Wörter an der Wand im Klassenzimmer auf. Setze eine Bild neben das Wort, um sich das Wort besser merken zu können.  Lasse die Schülerin/den Schüler schwierige Wörter in einem Vokabelbuch eintragen. lasse jüngere Schülerinnen und Schüler diese Wörter auch bildlich darstellen. • Gehe von Zeit zu Zeit durch das Vokabelbuch und überprüfe die Richtigkeit. • Manchmal ist es sinnvoll Wörter, die eine Schülerin/ein Schüler nicht lesen kann zu überspringen, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen. Notiere die übersprungenen Wörter für den Schüler und schreibe diese in sein Vokabelheft.  Lasse bei neuen Wörtern die Schülerin/den Schüler die Sätze um das neue Wort herum lesen und lasse sie/ihn erraten, wie das neue Wort heißen könnte.  Gib dem Schüler eine Liste von Wörtern, die in einem Text neu vorkommen. lasse die Schülerin/den Schüler die neuen Wörter laut aussprechen. Biete Hilfe an, wenn die Schülerin/der Schüler das Wort nicht aussprechen kann. Frage die Schülerin/den Schüler, ob das Wort wie ein anderes bekanntes Wort klingt. Lesen fortgesetzt Spezielle Lehrertipps fürs Leseverständnis  Bereite die Schülerin/den Schüler auf das Lesen vor, damit diese zielbezogen lesen. • Gehe vorab den Text durch (Überschrift, Illustrationen etc.). So erhält die Schülerin/den Schüler ein mentales Bild des Inhalts und Aufbaus des zu lesenden Textes. • Bereite Schlüsselfragen zum Text vor, an denen die Schülerin/der Schüler sich beim Lesen orientieren kann. Lasse die Schülerin/den Schüler Schlüsselbegriffe finden und diese aus dem Kontext heraus erklären. • Lasse die Schülerinnen und Schüler ein Vokabelheft führen, in das fachspezifische Wörter und deren Bedeutungen mit Anwendungsbeispielen eingetragen werden. Dieses Heft kann zweimal im Jahr überprüft werden. • Stelle weiterführende Fragen zum Text, welche die Schülerin/den Schüler veranlassen, detailliertere Informationen aus dem Text zu finden.
  36. 36. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Generelle Anweisungen fürs Schreiben  Manchmal haben Schülerinnen/Schüler Schwierigkeiten im Schreiben, weil sie in ihrer Sprachentwicklung verlangsamt sind. Kinder brauchen deshalb viel Praxis im Sprechen bevor sie ihre Gedanken schriftlich fassen können. Spiele deshalb vor dem Schreiben Wortspiele und rege dabei ihre Beteilung am Sprechen an.  Gib weniger Aufgaben zum Schreiben. lasse statt dessen die Schülerin/den Schüler richtige Antworten anstreichen.  Im Bedarfsfall stelle der Schülerin/dem Schüler eine schriftliche Zusammenfassungen des Unterrichtsstoffs zur Verfügung. Erlaube eine Kopie der Mitschreibt einer Mitschülerin/eines Mitschülers.  Verbinde visuelle und auditive Wahrnehmung: Fordere bei Hausaufgaben oder Arbeitsblättern die Schülerin/den Schüler auf, zuerst die Antworten laut auszusprechen und dann sofort aufzuschreiben.  Weise Schülerinnen und Schüler an, beim Durchlesen des Geschriebenen immer nur nach einem Fehlertypen zu suchen und die gefundenen Fehler farblich zu markieren.  Zeige Beispiele von gelungenen Aufsätzen und begründe dies.  Verkürze im Bedarfsfall die Länge der erwarteten Mitschrift, wenn der Schülerin/dem Schüler das Schreiben sehr schwer fällt. Erlaube mündliche Antworten.  Erlaube die Verwendung von Wörterbuch, Wortbanken und Vokabelbuch falsch geschriebener Worte.  Wenn die Handschrift ein Problem ist, erlaube einen .5 Bleistift mit Halterung. Im Bedarfsfall kann eine Schreibschablone benutzt werden. Zuhause emphiehlt sich ein Wortverarbeitungsprogramm. Spezielle Lehrertipps fürs Schreiben  Satzerweiterungspiele in einer Kleingruppe mit maximal vier Schülern/Schülerinnen mit Lernschwierigkeiten: Fange mit einem Basissatz an und verlängere mehr und mehr den Satz. Z. B. Person 1: „Ich habe eine Katze.“ Person 2 „Ich habe eine große Katze.“ Person 1 „Ich habe eine große graue Katze.“ Person 2 „ich habe eine große graue Katze mit dem Namen Lulu.“  Verwende Mind Maps, um Gedanken zu einem Thema zu strukturieren und zu ordnen bevor sie auf Papier geschrieben werden.  Lasse Schülerinnen und Schüler bei einem Ausatz etwas aus ihrem Interessensgebiet aussuchen oder biete an, ihrem Idol oder einem Experten zu schreiben. Aufgabenbearbeitung und Tests:  Verbinde visuelle Darstellungen mit mündlichen Anweisungen.  Gib weniger Aufgaben zur Bearbeitung. Schreiben
  37. 37. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Generelle Anweisungen für Lernschwierigkeiten in Mathematik  Erstelle eine Bestandsaufnahme der mathematischen Rechenfertigkeiten (Algebra, Geometrie, Differential- und Integralrechnung)  Benutze handwerkliche Materialien (wie Spielgeld, Bonbons etc.) für mathematische Lösungen und stelle Bezug zum Alltag her.  Der Unterricht ist multisensorisch, um möglichst alle Lernstile der Schülerinnen und Schüler zu erreichen.  Verwende mathematische Software mit visuellen und auditiven Testungen. Spezielle Lehrertipps für mathematische Wortprobleme  Vereinfache das mathematische Problem auf einen Kernsatz. Stelle sicher, dass die Schülerin/der Schüler die mathematische Begriffe versteht und die Aufgabenstellung versteht.  Vermeide Fürwörter und verwende konkrete Wörter.  Verwende den Imperativ bei der Aufgabenstellung wie „Addiere diese Zahlen.“  Zeige und diskutiere Problemlösungen Schritt für Schritt. Unterrichtsanpassungen für mathematische Schwierigkeiten Aufgabenbearbeitung und Tests:  Verbinde visuelle Darstellungen mit mündlichen Anweisungen.  Gib weniger Aufgaben zur Bearbeitung.  Ermögliche mehr Übungszeit.  Räume mehr Bearbeitungszeit ein (1,5 mehr als übliche Zeit).  Mündliche Tests statt schriftlicher. Unterrichtsmaterialien:  Erlaube die Verwendung von Taschenrechnern und Computer.  Biete beim Thema Geometrie dreidimensionale Modelle.  Erlaube Formelkarten und Karten mit der Beschreibung mathematischer Begrifflichkeiten.  Biete der Schülerin/dem Schüler wenig Aufgaben auf einem Blatt.  Verwende für mathematische Operationen Farben oder andere Marker.  Gib eine Mitschrift von Problemlöseaufgaben an Tafel und Projektor heraus. Unterrichtsumgebung:  Wenn möglich halte Tests in einem anderen Raum.  Paare die Schülerin/den Schüler mit einem guten Schüler, um Verständnisschwierigkeiten aufzufangen und vom Partner zu profitieren. Mathematik
  38. 38. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Intelligenz Generelle Anweisungen für den Unterricht  Bewerte die kognitive und emotionale Intelligenz sowie Lernstil und Interessensgebiete.  Biete vertiefende Aufgaben mit erweiterten Anforderungen statt mehr Aufgaben einer Anforderungsstufe (z. B. im Sachkundeunterricht beim Thema Wildtiere erforscht die begabte Schülerin/der begabte Schüler noch zusätzlich, warum z. B. der Wolf in Deutschland ausstarb)  Übertrage das Wissen auf Alltagsbeispiele (z. B. Winkelberechnung beim Elfmeterschießen; Winkelberechnung anhand des Stuhls.)  Entwickle pädagogische Ziele, um das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler anzuregen (siehe generelle Anweisungen zur Förderung des Denkens).  Verwende eine Vielzahl pädagogischer Mittel: Probleme lösen, Brainstorming, Erforschung eines Themas, kooperatives Lernen, Wettbewerbe untereinander, Einzelarbeit.  Biete an, dass die Schülerin/der Schüler andere Mitschüler unterrichtet oder erster Ansprechpartner bei Fragen der Mitschüler ist bevor die Lehrkraft die Fragen beantwortet. Spezielle Lehrertipps bei Begabung  Biete der Schülerin/dem Schüler herausfordernde Aktivitäten innerhalb des Klassenzimmers oder schulische Zusatzangebote: Förderung der Sprachbegabung durch weitergehende Essays; Debattierklubs und Gedichtvorträge; Teilnahme an internationalen Physik und Deutschwettbewerben für Sekundarstufe; „Antoli“ das Leseförderprogramm und „Känguru“ der Mathematik für Primarstufe.  Richte eine Förderecke ein, in der die begabte Schülerin/der begabte Schüler erweiterte Materialien findet. Zum Beispiel im Fach Mathematik Aufgaben aus www.nrich- maths.org Begabung und Hochbegabung
  39. 39. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Generelle Anweisungen für den Unterricht  Beurteile eine Schülerin/einen Schulerin niemals nur nach seinen Testergebnissen.  Beobachte das Verhalten der Schülerin/des Schülers im Unterricht (Mathematik, Deutsch, Englisch etc.), das von der Norm der Klasse abweicht und Grund zur Förderung gibt. Erarbeite mit der Schülerin/dem Schüler eine Strategie, wie sie/er bei Schwierigkeiten um Hilfe nachfragt.  Appelliere an die Mitschülerinnen und Mitschüler Schüler/Schülerinnen mit Lernschwierigkeiten zu akzeptieren.  Halte an hohen und realistischen Zielen fest, um die Motivation der Schülerin/des Schülers auf soziale und bildungsmäßige Ziele aufrecht zu erhalten.  Betone die Erfolge der Schülerin/des Schülers.  Wertschätze die Schülerin/den Schüler und achte auf ihre/seine Bedürfnisse.  Sprich die betroffene Schülerin/Schüler wie jeden anderen in der Klasse an.  Memotechniken helfen die Gedächtnisleistung zu unterstützen. Intelligenzminderung Generelle Anweisungen zur Förderung der Merkfähigkeit  Multisensensorischer Unterricht (sag es mir und ich vergesse es; zeige es mir und ich werde es erinnern; beziehe mich mit ein und ich verstehe). Binde alle Sinnesorgane mit ein (z. B. Beim Erlernen eines neuen Wortes lasse die Schülerin/den Schüler das Wort spielen, fühlen, berühren etc.,)  Beziehe Informationen auf bereits Gelerntes und reale Lebensbeispiele (z. B. Verwandle Klassenraum in eine Supermarkt und lasse Schülerinnen und Schüler im „Supermarkt“ mit Spielgeld einkaufen.  Lenke die Aufmerksamkeit auf das Wichtige, wenn Anweisungen und Informationen gegeben werden. Spezielle Lehrertipps zur Förderung der Merkfähigkeit  Stelle eine schriftliche Zusammenfassung des Unterrichtsthemas zur Verfügung. • lasse die Schüler und Schülerinnen wichtige Stellen bunt markieren, unterstreichen oder zusammenfassen.  Lasse Schülerinnen und Schüler das Gelernte anwenden oder lasse sie den Lernstoff gegenseitig erklären.  Biete der Schülerin/dem Schüler visuelle Merkhilfen: Spielregeln, Wortspeicher, Arbeitsschritte, Rechenformeln, Bilder zu Worten.  Geschichte fortführen: lasse die Schülerinnen/Schüler im Sitzkreis sitzen. Beginn eine Geschichte zu erzählen (schmücke diese bunt aus) und lasse der Sitzreihe folgend jedes Kind die Geschichte weiter erzählen (je nach Fähigkeit und Talent). Weise die Schülerinnen/Schüler darauf in, gut aufzupassen, was zuvor gesagt wurde. Merkfähigkeit
  40. 40. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Spezielle Lehrertipps zur Förderung des Denkens  Sokratische Methode: • Stelle Aufmerksamkeit durch Unerwartetes her. • Zu Beginn eines neuen Themas stelle viele Fragen (was? Warum? Was, wenn? etc.). Fordere die Schülerinnen und Schüler auf, Fragen zum Thema zu stellen und diese zu beantworten. • Mache Lückentextübungen, um Ereignisfolgen, Wortfolgen und Abfolgen vorherzusehen. • lasse Schülerinnen und Schüler Ereignisse und Fakten schätzen und wenn möglich begründen. • Frage nach, warum bestimmte Dinge nicht funktionieren. lasse Schülerinnen und Schüler selbst darauf kommen.  Unkonventionelles Denken: • Fragen in der 2. Klasse: Was wäre wenn alle Kühe bunt wie die Milka Kuh wären? Fragen in der 3. Klasse: Was wäre, wenn alle Menschen kahlköpfig wären? Welche Produkte würden wegfallen? Fragen in der 4. Klasse: Was ist falsch daran, Schweine, Elefanten, Sand und Tomaten als Währung zu benutzen? • Lasse Schülerinnen/Schüler unkonventionelle Briefe schreiben (z. B. an Monster oder Dracula, um Verletzungen zu reklamieren).  Metacognitive Skills: • Lasse Schüler laut denken, um Denkprozess nachzuvollziehen. • Gestalte Mindmaps (zentrale Idee mit Unteraspekten und Erläuterungen) • Bilde Kategorien und visualisiere diese: Bestandteile, Aspekte, Ähnlichkeiten, Differenzen. • Rege Denkprozesse an: Gib Schülerinnen und Schülern Zufallswörter wie Licht, Teppich, Frau oder Bilderfolgen und fordere diese auf, Zusammenhänge zu finden und Geschichten zu erzählen.  Wissensanwendung: • Schülerinnen und Schüler wenden abstrakte Konzepte auf Alltagssituationen an: (Einkaufsmathematik; Winkelberechnung auf Abschusstaktik beim Elfmeterschießen; Vorhersage des Wetters aufgrund historischer Daten; Sicherheitsvorkehrungen einer Stadt gegen drohendes Umweltereignis; Verwendung von Googlemaps um historische Orte in Dubai zu finden).  Prototypen: • Plane handwerkliche Übungen in den Unterricht mitein. • lasse Schülerinnen und Schüler Prototypen und Kunstwerke erstellen (malen, schreiben, basteln) und diese vor der Klasse vorstellen. Die gesamte Klasse bewertet dann konstruktiv die Darbietungen. Denken
  41. 41. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Sprache und Kommunikation Sprachstörung Generelle Anweisungen für den Unterricht  Aufklärung der Klasse und Aufforderung zur Toleranz.  Räume der Schülerin/dem Schüler mehr Zeit für die Beantwortung der Frage ein.  Sprich klar und verständlich mit der Schülerin/dem Schüler.  Halte Augenkontakt mit der Schülerin/dem Schüler mit Sprachschwierigkeiten  Wiederhole im Bedarfsfall noch einmal die gesprochen Worte und Sätze der Schülerin/des Schülers und achte darauf, die Worte genau auszusprechen.  Ermuntere die Schülerin/den Schüler, ihre/seine Gedanken aufzuschreiben und dann laut vorzulesen. Gib der Schülerin/dem Schüler Zeit, sich vorzubereiten.  Arbeite eng mit der Logopädin/dem Logopäden zusammen, um Förderprogramme im Klassenraum zu implementieren.  Halte die Sprachfortschritte schriftlich fest und informiere die Eltern und Logopäden. Selektiver Mutismus Spezielle Lehrertipps bei selektivem Mutismus  Aufklärung der Klasse und Aufforderung zur Toleranz.  Dem Schüler werden Karten zur Kommunikation gegeben oder es werden Signale zur Kommunikation ausgemacht (Toilette, Verständnisfrage etc.)  Mündliche Zusammenarbeit kann durch schriftliche Eingaben ersetzt werden.  Schüler kann eine Höraufnahme von zuhause mitbringen oder Sprachtests können in einem separaten Raum stattfinden.  Schüler sitzt neben verständnisvollem Schüler.  Ersatz von mündlichen Tests durch schriftliche Aufgaben.
  42. 42. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Spezielle Lehrertipps bei Sprachverständnisstörungen  Aufklärung der Klasse über Sprachschwierigkeiten und Aufforderung zur Toleranz.  Räume der Schülerin/dem Schüler mehr Zeit für die Beantwortung der Frage ein.  Achte auf verwendeten Wortschatz.  Bei fachspezifischen Worten erkläre diese im Zusammenhang mit dem Unterrichtsfach. Hierbei eignen sich Lückentexte, die Verständnis des Gelernten und neue Wörter abfragen.  Sprich in kurzen, knappen und aktiven Sätzen. Wiederhole Im Bedarfsfall diese Sätze mehrmals wortwörtlich bevor die Sätze umschrieben werden.  Deute Unterrichtsübergänge klar an, um die Aufmerksamkeit auf das jeweilige Thema zu lenken: z. B. „Zuerst werden wir dies machen.......“, „Jetzt ist es Zeit ......“  Überprüfe von Zeit zu Zeit, ob die Schülerin/der Schüler das Gesagte versteht. • Fordere zum z. B. die Schülerin/den Schüler, das Gesagte noch einmal mit eigenen Worten zu wiederholen. • Oder achte auf nonverbale Hinweise wie Mimik, Gestik und Körperhaltung, um herauszufinden in welchem augenblicklichem Zustand die Schülerin/der Schuler ist.  Schreibe Schlüsselbegriffe an die Tafel und ergänze diese durch visuelle Marker wie konkrete Objekte, Diagramme, Karten, Bilder, Fotos oder eigene Mimik und Gestik. • Im Bedarfsfall stelle der Schülerin/dem Schüler eine schriftliche Zusammenfassungen des Unterrichtsstoffs zur Verfügung. Markiere dabei wichtige Wörter und Schlüsselideen. • Eine schriftliche Anweisung ist dann besonders wichtig, wenn Hausaufgaben oder eine Projektarbeit ansteht.  Erstelle eine Fehleranalyse der Schülerin/des Schüler beim Schreiben und Sprechen: z. B. Groß- und Kleinschreibung, Weglassen von Pluralformen, falsche Konjugation der Verben etc. • Greife jeweils zu einem Förderzeitraum nur einen Fehlertypen heraus (z. B. falsche Verwendung der Adjektive). • Bei Sprachfehlern antworte mit der richtigen Formulierung im gegeben Kontext (z. B. „Deutschland haben viele großen Flüsse“ „Ja. Deutschland hat viele große Flüsse. Kannst du manche benennen?“ oder „Wer besitzt diesen Stift?“ „Leider weiß ich nicht, wem dieser Stift gehört.“) • Bei Schreibfehler korrigiere nur den einen Fehlertypen zu einer gegeben Zeit. Achte aber zuerst auf den Inhalt und dann auf Grammatik und Wortwahl.  Verwende eigene Höraufnahmen von gelesenen Taxen und rege Hörbücher für zuhause an.  Bilde Möglichkeiten des kooperativen Lernens. • Bilde Kleingruppen mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlichen Leistungsniveaus. • Ermuntere Schülerinnen und Schüler, sich Gelesenes oder Anweisungen gegenseitig zu erklären und mit eigenen Worten zu umschreiben. Rezeptive Sprache
  43. 43. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Tiefgreifende Entwicklungstörung: Autismus Spezielle Lehrertipps bei Autismus  Umweltbedingungen • Arbeitsplatz sollte im Bedarfsfall störungsfrei sein: keine störenden visuellen und akustischen Einflussreize und entfernt von Durchgängen. • Stelle sicher, ob fluoreszierendes Licht die Schülerin/den Schüler stört.  Visuelle Abfolgen • Visualisiere tägliche Routineabläufe und Unterrichtsstunden. Mache Erwartungen deutlich und hake erfolgte Tätigkeiten ab. • Biete viel Struktur im Unterrichtsablauf. • Bei Änderungen der Routine kündige dies rechtzeitig an und visualisiere dies auf dem Stundenplan.  Visuelle Struktur • Benutze Arbeitsblätter mit vielen visuellen Ablaufschritten, um verbale Kommunikation zu verringern. • Verbinde verbale Anweisungen mit visuellen Illustrationen. • Markiere Tisch, Stuhl und Schulfach mit dem Namen der Schülerin/des Schülers. • Halte Emotionskarten bereit, damit die Schülerin/der Schüler seine augenblickliche Stimmung visualisieren kann (z. B. frustriert, glücklich, gelangweilt, wütend). Übe mit ihr/ihm vorher ein, was die Emotionskarten bedeuten. Setze diese je nach Stimmungseinschätzung ein.  Erarbeitung von Sozialverhalten (siehe auch FAUSTLOS für Kindergarten und Primarstufe) • Sozialverhalten muss von diesen Schülerinnen und Schülern wie akademische Fächer gelernt werden. Es ist nicht zu erwarten, dass diese Verhaltensweisen automatisch gelernt werden. Soziale Geschichten wie im Ethikunterricht eignen sich hierzu sehr gut. • Entwickle eine Geschichte, die eine soziale Situation beschreibt, die nach eigener Beobachtung schwierig für die Schülerin/den Schüler war oder die wiederholt unangemessenes Verhalten hervorruft. • Verwende fiktive Namen oder Fabelfiguren für die Geschichte. Achte darauf, dass das Alter und das Geschlecht der betroffenen Schülerinnen/Schüler bewahrt bleibt. • Frage die Schülerin/den Schüler, die Gefühle der Protagonisten zu erkennen. • Frage die Schülerin/den Schüler ihre/seine Gefühle zu der Situation zu beschreiben. • Spiele die Szene mit angemessenem und unangemessenem Verhalten der Protagonisten noch einmal nach. • Frage die Schülerin/den Schüler, wie sie/er in einer ähnlichen Situation reagieren würde. • Zeige der Schülerin/dem Schüler auf, wie andere dann auf sie/ihn reagieren würden.  Sensorische Integration • Alle Schülerinnen und Schüler dieser Gruppe von Störungen sollten ein sensor- isches Profil haben. Anhand des Profils können dann sensorische Aktiväten gestaltet und im Laufe des Schultages eingebaut werden wie z. B. Braingym
  44. 44. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Einschränkungen der Wahrnehmung Generelle Anweisungen für den Unterricht  Kläre Klasse über Ausmaß der Wahrnehmungseinschränkung auf und fordere diese zur Toleranz auf.  Frage nach Informationen über Hörvermögen, Frequenzbereiche etc.  Stelle sicher, dass die Schülerin/der Schüler Zugang zu unterstützenden technischen Hilfen hat.  Stelle bei direkter Kommunikation mit der Schülerin/dem Schüler Augenkontakt her.  Sprich die Schülerin/den Schüler mit normaler Stimmhöhe an und frage nach, ob sie/er diese gut versteht.  Vermeide Lärm und Störungen, damit sich die Schülerin/der Schüler konzentrieren kann.  Kläre Mitschriften und Instruktionen an der Tafel und betreue die Schülerin/den Schüler im Bedarfsfall individuell nach.  Verbinde mündlichen Anweisungen mit visuellen Darstellungen.  Wiederhole nicht mehrmals eine Frage, wenn die Schülerin/der Schuler etwas nicht zu verstehen scheint. Statt dessen stelle sicher, die volle Aufmerksamkeit der Schülerin/des Schüler zu haben z. B. durch leichtes Berühren der Schulter, des Armes oder durch Heben der eigenen Hand.  Bleibe ruhig und gelassen, auch wenn die Schülerin/der Schüler etwas nicht zu verstehen scheint.  Im Bedarfsfall stelle der Schülerin/dem Schüler eine schriftliche Zusammenfassungen des Unterrichtsstoffs zur Verfügung. Erlaube eine Kopie der Mitschreibt einer Mitschülerin/eines Mitschülers. Stelle sicher, dass Testzeiten und wichtige Termine auch schriftlich festgehalten werden.  Vor Einführung eines neuen Unterrichtsthemas teile eine Liste mit den zentralen Punkten und neuen Begriffen an alle Schülerinnen/Schüler aus, um die Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Punkte zu lenken.  Achte auf die Sitzordnung (störungsfrei; in der Nähe der Lehrperson; neben einer toleranten Schülerin/einem toleranten Schüler, die/der als Lernpate die eingeschränkte Schülerin/den eingeschränkten Schüler untersetzen kann) und vermeide unnötigen Lärm.  Berücksichtigte, von welcher Seite die Schülerin/den Schüler angesprochen wird (wenn möglich vom gesunden Ohr).  Aufgabenbearbeitung und Tests: • Mündliche Hörproben und Diktate werden am Computer über Kopfhörer vorgegeben Dies kann in einem separaten Raum stattfinden. Im Bedarfsfall können mündliche Diktate auch ausgesetzt werden. • Freistellung von weiteren Fremdsprachen. Einschränkung des Hörens
  45. 45. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Generelle Anweisungen für den Unterricht  Kläre Klasse über Ausmaß der Wahrnehmungseinschränkung auf und fordere diese zur Toleranz auf.  Frage nach Informationen über Lichtwahrnehmung, Farbkontrast und Grad der visuellen Einschränkung, um Unterrichtsmaterialen abzustimmen.  Berücksichtigte, wo und wie Lehrstoff an der Tafel oder Whiteboard präsentiert wird. Lehrstoff sollte für die Schülerin/den Schüler gut sichtbar sein.  Lies jede Information an der Tafel oder Whiteboard laut vor. Achte darauf, dass die Schülerin/der Schüler aufmerksam ist.  Stelle wichtige Aufgaben visuell vergrößert dar.  Im Bedarfsfall stelle der Schülerin/dem Schüler eine schriftliche Zusammenfassungen des Unterrichtsstoffs zur Verfügung. Erlaube eine Kopie der Mitschrift einer Mitschülerin/eines Mitschülers.  Erlaube der Schülerin/dem Schüler jegliche Formen von technischen Hilfen.  Achte auf die Sitzordnung (in der Nähe der Tafel oder Whiteboard; neben einer toleranten Schülerin/einem toleranten Schüler, die/der als Lernpate die eingeschränkte Schülerin/den eingeschränkten Schüler unterstützen kann). Einschränkung des Sehens
  46. 46. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Social und Emotionales Verhalten Generelle Anweisungen für den Unterricht  Als Lehrkraft stelle ein Model für gutes und kontrolliertes Verhalten dar.  Behandle die Schülerin/den Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten mit Respekt und Aufmerksamkeit.  Wenn angemessen, lasse die Schülerin/den Schüler seine Stärken, Schwächen und Verhaltensziele formulieren.  Paare die Schülerin/den Schüler mit Mitschülern, deren Verhalten vorbildhaft ist.  Werbe um Unterstützung der Mitschüler/Mitschülerinnen für die Schülerin/Schüler mit emotionalen Schwierigkeiten.  Bei Gruppenarbeit honoriere die Beiträge der Schülerin/des Schülers mit Verhaltensauffälligkeiten.  Erwarte nicht eine sofortige Verhaltensänderung; gehe einzelne Teilbereiche an.  Bleibe in der Grundhaltung positiv. Spezielle Anweisungen bei Verhaltensauffälligkeiten  Information über Strategien, die in der Vergangenheit halfen (ehemaliger Lehrer, Eltern).  Information über Medikamenteneinnahme und Art der Störung (Medikament, Nebenwirkungen des Medikaments auf Leistung in der Klasse). Passe Lehrstrategien dieser Information an.  Regelmäßiger Bezug auf Klassenregeln und Verhaltensrichtlinien.  Lobe mehr als Bestrafe: In der Regel sollte auf eine negative Konsequenz drei positive Verstärkungen (Lob) bei gezeigtem positiven Verhalten erfolgen. • Lobe jede Form von positiv gezeigtem Verhalten. • Verstärker sollten ein Anreiz für die Schülerin/den Schüler sein. Im Bedarfsfall ändere die Verstärker.  Ignoriere negativ gezeigtes Verhalten, außer wenn es die Lernumgebung massiv stört oder die Schülerin/der Schüler sich oder andere gefährdet.  Diskutiere und dokumentiere mit der Schülerin/dem Schüler Handlungsalternativen bei Fehlverhalten. Stelle eine Tabelle von unerwünschtem und erwünschtem Verhalten in bestimmten Situationen zusammen.  Vereinbare Handlungskonsequenzen bei Fehlverhalten. • Zeige Konsequenzen bei Fehlverhalten auf und sei konsequent in der Ausführung, wenn ein Fehlverhalten erfolgt. Die Konsequenz muss unmittelbar erfolgen.  Erlaube eine Auszeit, um Emotionen abkühlen zu lassen, oder wenn die Schülerin/der Schüler aufgrund ihrer/seiner Störung diese braucht. Verhaltensauffälligkeiten
  47. 47. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Verhaltensauffälligkeiten fortgesetzt Spezielle Anweisungen bei Verhaltensauffälligkeiten  Finde die Auslöser für negatives Verhalten und antizipiere Situationen, in denen die Schülerin/der Schüler emotional reagieren wird. Erarbeite Strategien, die emotionale Reaktion aufzufangen.  Einige aggressive Schülerinnen/Schüler verhalten sich so, weil sie Aufmerksamkeit erzielen wollen. Es ist möglich, deren Verhalten zu modifizieren, indem das positive Verhalten verstärkt wird.  Lasse die Schülerin/den Schüler die Führugsrolle bei Gruppenaufgaben übernehmen. Dies allein kann schon das Fehlverhalten reduzieren.  Sorge dafür, dass die Schülerin/der Schüler Erfolgerlebnisse bei Gruppenaktivitäten erzielt.  Halte die Lernumgebung sauber und strukturiert: Routinetätigkeiten, Sitzplanung, Verhaltensweisen.  Bei unstrukturierten oder außerplanmäßigen Aktivitäten kündige diese rechtzeitig an und mache Erwartungen an das Verhalten deutlich. Gib Ziele klar vor und biete Hilfe bei der Aufgabenerfüllung an.  Im Bedarfsfall ziehe Schulberater und Sonderpädagogen dazu. Tipps zur Verhaltensmodifikation  Erzieherische Massnahmen (Siehe Satzung Förderung Positiven Verhaltens, Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, Smileyheft) • Beobachte Verhalten und lenke die Schülerin/den Schüler direkt auf erwünschtes Verhalten hin. • Verweise immer wieder auf die Klassenregeln. • Vermeide Kritik und Sarkasmus. • Belohne mehr als Bestrafung. • Lobe sofort bei positiv gezeigtem Verhalten. • Verändere Anreize, wenn sie nicht mehr helfen. • Bringe der Schülerin/dem Schüler positive Selbstverstärkung bei. Fordere sie/ihn zum positiven Selbstgespräch auf: (z. B. „Heute habe ich es geschafft, ruhig auf meinem Platz sitzen zu bleiben. Ich bin richtig stolz auf mich!“  Ordungsmaßnahmen: • Beobachte die Schülerin/den Schüler und lege im Bedarfsfall eine Verlaufsmappe des auffälligen Verhaltens an. Diese enthält eine zeitliche Auflistung der gezeigten Auffälligkeiten:  Datum des Ereignisses  Kurze Beschreibung des Ereignisses  Durchgeführte Maßnahmen (Gespräch mit Schüler; Info an Eltern; Mündliche Verwarnung)  Dokumentation (Gesprächsnotizen, Gedankenprotokolle, eMails, Vereinbarungen, Gesprächsprotokolle mit Eltern (unterschriebene Kenntnisnahme), Reaktion der Eltern bei Anruf oder eMail (haben sie abgenommen oder geantwortet).
  48. 48. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Generelle Anweisungen für den Unterricht (Siehe Lehrertipps bei Aufmerksamkeitsstörungen):  Stelle Augenkontakt bei mündlichen Anweisungen her.  Gib klare und kurze Anweisungen.  Bei direkten Fragen an die Schülerin/den Schüler mit AD(H)D nenne zuerst den Namen und warte kurz ein paar Sekunden bevor die Frage gestellt wird.  Kündige Unterrichtsübergänge rechtzeitig an und gib klare Anweisungen, um diese reibungslos zu gestalten.  Wiederhole, wiederhole und wiederhole Anweisungen mit einer ruhigen und klaren Stimme.  Sprich die Schülerin/den Schüler mit AD(H)D verbal und visuell an, um Aufmerksamkeit und Verhalten zu lenken.  Bei neuen Themen stelle zuerst Fragen zum Thema oder führe Aktivitäten durch, um die Aufmerksamkeit der Schülerin/des Schülers auf das Thema zu lenken.  Führe ein Hausaufgabenbuch und hilf im Bedarfsfall dem Schüler, die Hausaufgaben vollständig aufzuschreiben. Unterschreibe die Vollständigkeit der Hausaufgaben und lasse das Hausaufgabenheft von den Eltern gegenzeichnen.  Vereinbare mit der Schülerin/dem Schüler ein Zeichen, um ihre/seine Aufmerksamkeit zu steuern. Wenn sie/er das Zeichen hört, kann sie/er dann in einer Liste notieren, ob die Aufmerksamkeit beim Thema war oder nicht. Solche Selbstmanagementlisten sind dann allerdings nur erfolgreich, wenn sie mit einem Bonussystem gekoppelt sind und Qualitätschecks durchgeführt werden.  Lernumgebung • Achte, dass der Arbeitsplatz der Schülerin/des Schülers aufgeräumt und nicht mit unwichtigen Sachen überladen ist. • Achte auf eine Sitzordnung, welche die Schülerin/den Schüler wenig ablenkt. Paare die Schülerin/den Schüler mit Ad(H)D mit Mitschülern, deren Verhalten vorbildhaft ist und die sich nicht leicht ablenken lassen. • Setze häufig Gruppenarbeit und gemeinsames Lernen ein. Achte darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nach der Gruppenarbeit wieder auf ihren eigenen Sitzplatz wechseln. • Vermeide, dass die Schülerin/der Schüler mit AD(H)D abgelenkt wird durch: Klimaanlage, Türen, Fenster etc. • Schaffe, wenn möglich, einen Ruheplatz im Klassenzimmer, der Raum für erweiterte Aktivitäten bietet. • Diskutiere mit den Eltern, dass sie zuhause Hausaufgaben und Studierzeit strukturieren: aufgeräumter Arbeitsplatz und festgelegte Zeiten und Abläufe. Ermuntere die Eltern, erforderliche Schulmaterialien und Hausaufgaben zu überprüfen. Pläne und Poster (Stundenplan, Arbeitsplan mit Zeiten) können als visuelle Hilfe dienen. • Private Nachhilfe kann den Lernprozess der Schülerin/des Schülers unterstützen. Aufmerksamkeit
  49. 49. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Spezielle Lehrertipps für Emotionale Intelligenz  Gefühlszuordnung • Vorbereitung: Sammle Bilder mit Gesichtern, die verschiedene Emotionen ausdrücken. Diese Bilder finden sich Magazinen, unter „google Bilder“ oder können selbst gezeichnet werden. Warum nicht auch, Kinder verschiedene Gesichtsausdrücke darstellen lassen und dann aufnehmen. Danach bereite Karten vor, welche die gezeigten Gefühle in den Bildern beschreiben (langweilig, fröhlich, zornig etc..). • Die Kinder ordnen nun die Gefühlskarten den jeweiligen Bilder zu.  Rollenspiel • Spiele mit dem Kind in vertauschten Rollen Alltagsszenen nach, die oft emotionsgeladen sind. Beispiele sind: „Nach einem Plätzchen fragen und ein Nein zu erhalten.“ „Der Hund ist letzte Nacht weggelaufen.“ „Du kommst von der Schule nach Hause ……… und Überraschung! Alle deine Freunde und deine Familie haben eine Geburtstagsparty vorbereitet.“  Gefühle benennen und lass die Kinder…… • Spielen (jedes Kind liebt es, Gesichter zu schneiden!) • Malen (mit Bundstiften, Markern, auf dem Whiteboard etc.) • Spiegeln (Besonders kleine Kinder lieben es, sich im Spiegel zu sehen)  Dem Gefühl auf der Spur • Sammle Bilder mit Gesichtern, die verschiedene Emotionen ausdrücken. Diese Bilder finden sich Magazinen, unter „google Bilder“ oder können selbst gezeichnet. • Lasse das Kind ein Bild auswählen und erzählen, wann es sich selbst einmal so fühlte. Es ist wichtig, dass die Lehrkraft während Schultages selbst ihre eigenen Gefühle laut formuliert, die gezeigten Gefühle des Kindes anspricht oder aus Erzähltem die Gefühle heraushört („Und dann warst du plötzlich allein. Das hat dich so richtig sauer gemacht.“) Emotionale Intelligenz
  50. 50. ANPASSUNGENIMUNTERRICHT Spezielle Lehrertipps für Ordnung und Sorgfalt  Hausaufgaben: • Überprüfe regelmäßig das Hausaufgabenheft oder erlaube die Tonaufnahme von Hausaufgaben. • Halte eine Wand für Hausaufgaben und deren Abgabetermine frei. Stelle sicher, dass die Schülerin/der Schüler die Hausaufgaben tatsächlich aufschreibt. Erledigte Hausaufgaben werden von der Wand entfernt und noch offene Aufgaben bleiben stehen. • Im Bedarfsfall stelle ihr/ihm eine zuverlässigen Schülerin/einen zuverlässigen Schüler zur Seite, die/der die Hausaufgaben abgleicht. Im Bedarfsfall schicke Hausaufgaben per E-Mail an die Eltern. • Überprüfe mündlich, ob die Hausaufgaben gemacht worden sind. • Mache Stichproben, ob Hausaufgaben gemacht worden sind und sammle in Abständen Hausaufgaben ein.  Schulablauf: • Biete eine klare Struktur im Ablaufplan und visualisiere die Abläufe. • Kündige Unterrichtswechsel rechtzeitig an und gib klare Anweisungen.  Organisation: • Beschrifte Hefter (Hausaufgaben, Mitschriften, Arbeitsblätter) • Gib ausreichend Zeit, Dinge richtig abzuheften.  Testvorbereitung: • Mache die Anforderungen des angekündigten Tests deutlich. • Lasse Schülerinnen und Schüler Probleme lösen: Fragen zum Thema selbst beantworten; wichtige Inhalte auf Karten festhalten. • Schreibe Mustertest. Ordnung und Sorgfalt

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