Eiweißoffensive aus dem Grünland
Mehr Rohprotein aus dem Grundfutter
Josef GALLER, Landwirtschaftskammer Salzburg, 2014
We...
Wiesen –ungenutzte Eiweißreserven
Im Grünland steckt noch viel ungenutztes Potential. Dauergrünland kann zwischen
1000 kg ...
Eiweißstabilität (UDP-Anteil) einiger Futtermittel
Eiweißbedarf steigt mit der Milchleistung
Der Proteinbedarf einer Kuh s...
zuerst die wertvollen Gräser ab, während der Kräuteranteil bzw. häufig auch die Gemeine
Rispe als agressiver Lückenfüller ...
Tab. : TM und RP-Erträge in Abhängigkeit von Düngung und Nutzung
(n. Rieder, Dauergrünland, 1983)
Mähweide
3 Nutzungen je ...
Aus: Rieder- Dauergrünland, N-Steigerung – Mähweide, (1983)
Nutzungszeitpunkt und Rohprotein
Ganz entscheidend ist neben d...
Tab. : Ammoniumanteile einiger Dünger im Vergleich
(Angaben in %)
Ammonium (NH4) organisch geb. N
Mineraldüngerstickstoff ...
Fazit:
Im Grünland stecken enorme Eiweißreserven, die stärker genutzt werden müssen,
um Eiweißimporte zu reduzieren. Da mi...
Mögliche Ergänzungen:
Düngungsversuche zeigen Reserven
Anhand verschiedener Düngungsversuche sieht man, wie sich die Rohpr...
kg / ha an. Der Mehrertrag je kg Stickstoff lag zwischen der Variante 1 und 2
ebenfalls bei 16 kg TM /kg N.
*Der Gräserant...
Die Gräser erscheinen hellgrün (ähnlich S-Mangel) und die Blattmasse wird weniger. Letztlich geht der
Gräseranteil zurück ...
*N-Verluste müssen so gering wie möglich gehalten werden, wenngleich sie nicht gänzlich
vermieden werden können. Die Verme...
Nutzungen nicht empfehlenswert, da dadurch nur der Klee verdrängt wird (sog.
Kompromissgaben). Anders ist die Situation be...
Ammonsulfat (21 % N + 24 % S) sowie Ammonsulfatsalpeter (AAS), eine Mischung aus 70 %
Ammonsulfat + 30 % Ammonnitrat mit 2...
dt TM/ha MJ NEL/kg MJ NEL/ha
Einmähdige Wiesen 20 -40 4,0-5,0 8.000 - 20.000
Zweimähdige Wiesen 45 -70 4,5-5,5 20.000 - 40...
(nach Rieder, 1995)
Zahl der Bruttoertrag B r u t t o e n t z u g k g / h a
Pflanzengesellschaft Nutzungen dt TM/ha N P205...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

GALLER - Eiweißoffensive aus dem Grünland, Jan 2014

595 Aufrufe

Veröffentlicht am

Veröffentlicht in: Bildung
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
595
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
1
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
2
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

GALLER - Eiweißoffensive aus dem Grünland, Jan 2014

  1. 1. Eiweißoffensive aus dem Grünland Mehr Rohprotein aus dem Grundfutter Josef GALLER, Landwirtschaftskammer Salzburg, 2014 Weltweit ist die Sojaanbaufläche in den letzten 10 Jahren um 30 Mio. ha auf derzeit 105 Mio. ha angestiegen. Der Bedarf steigt weiter. Allein in China ist in den letzten 5 Jahren der Sojabedarf um 60 % gestiegen. Drei Viertel aller Soja Anbauflächen liegen in Nord- und Südamerika. Nur 0,4 % der weltweiten Sojaanbauflächen befinden sich in der EU 27, was einen Selbstversorgungsgrad von lediglich 2 % bedeutet, während der Verbrauch bei 20 % der weltweiten „Sojaproduktion“ liegt. Europäische Eiweißstrategie notwendig Derzeit werden 70 % des gesamten Eiweißfuttermittelbedarfes durch Sojaimporte (23 Mio.t Sojaschrot + 14 Mio.t Sojabohnen) gedeckt. Aus heimischer Produktion stammen weniger als 30 % der in der EU 27 eingesetzten Eiweißfuttermittel einschließlich aller Nebenprodukte. Allein in Österreich werden jährlich über 720.000 Tonnen an Eiweißfuttermittel importiert. In Österreich werden etwa ein Drittel (Bayern 52 %) aller eingesetzten Eiweißfuttermittel an Rinder verfüttert. Während die wünschenswerte Soja-Strategie nur in Gunstlagen möglich ist und mit einem Flächenverlust für andere Ackerfrüchte (Getreide, Raps etc.) verbunden ist, kann allein über die Steigerung des Rohproteinertrages im Dauergrünland noch ein großer Beitrag zur Einsparung von Eiweißimporten ohne zusätzlichen Flächenbedarf geleistet werden. Finadvice Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 1
  2. 2. Wiesen –ungenutzte Eiweißreserven Im Grünland steckt noch viel ungenutztes Potential. Dauergrünland kann zwischen 1000 kg bis zu 2500 kg und Kleegras bis zu 3000 kg Rohprotein je ha produzieren. Ein Hektar Sojabohne liefert im Vergleich bei einem mittleren Ertrag von 3.500 kg/ha nur etwa 1200 kg Rohprotein, d.h. ein Hektar intensiveres Grünland liefert etwa denselben Rohproteingehalt (RP) wie 2 ha Sojabohnen, aber ohne eine zusätzliche Flächenbeanspruchung. Allein dieser Zahlenvergleich zeigt die enormen Eiweißreserven im Grünland, die künftig zumindest auf Teilflächen durch z.B. „Abgestufte Bewirtschaftung“ stärker genutzt werden müssen. Das Geld liegt auf der Wiese Werden je ha Grünland nur um 300 kg RP/ha mehr produziert, so entspricht dies bereits 770 kg Sojabohnen (300 kg RP/390 g/kg Sojabohne). Bei einem Betrieb mit 25 ha würde dies bereits einen Mehrertrag an Rohprotein von fast 20 t Sojabohnen aus dem eigenen Grundfutter bedeuten. Und das Ganze wiederkäuergerecht und ohne Verdrängung von Grundfutter durch das Kraftfutter. Zu beachten ist, dass das Protein von Gras im Pansen im Vergleich zur Energie schneller verfügbar ist. Um einen N-Überschuss und damit erhöhte Ausscheidung von Harnstoff über den Urin zu vermeiden, ist bei der Rationsgestaltung auf eine Synchronisierung zu achten. Dies kann durch höhere Anteile an stabilerem Eiweiß mit mehr unabgebauten Protein (UDP) wie Maissilage, Belüftungsheu bzw. Futtermittel mit mehr stabilerer Stärke bzw. Strukturkohlenhydraten (NDF) wie Mais, Trockenschnitzel erfolgen. Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 2
  3. 3. Eiweißstabilität (UDP-Anteil) einiger Futtermittel Eiweißbedarf steigt mit der Milchleistung Der Proteinbedarf einer Kuh steigt von 1.300 g nutzbarem Rohprotein (nXP) am Dünndarm bei 10 kg Milchleistung bis knapp 4.000 g nXP bei 40 kg Milch. Mit zunehmender Milchleistung wird die Grundfutterqualität immer wichtiger, da damit gleichzeitig die Fressleistung gesteigert wird. Die Futteraufnahme hängt vom Energiegehalt, aber auch entscheidend vom RP-Gehalt und P-Gehalt im Futter ab. Auch die Kraftfuttereffizienz steigt mit der Grundfutterleistung, d.h. es kann Kraftfutter eingespart und der mit steigenden Kraftfuttergaben zunehmenden Grundfutterverdrängung (Mittel 0,5 kg je kg KF) entgegengewirkt werden. Anzustreben sind im Grundfutter 16-18 % RP, mind. 3,5 P und über 6,0 MJ NEL/kg Grundfutter TM. Stickstoffentzug und Nachlieferung Der N-Entzug der Pflanzen errechnet sich, indem man den Rohproteinertrag je Hektar durch 6,25 (Eiweiß enthält im Durchschnitt 16% Stickstoff) dividiert. Der Düngerbedarf ist jedoch geringer als der N-Entzug, da dieser auch vom Kleeanteil im Bestand und der N-Nachlieferung aus dem Humuspool des Bodens abhängig ist. Die Differenz zum Entzug muss jedoch gedüngt werden, da eine langfristige Stickstoff-Unterbilanzierung nicht nur den Ertrag und die Qualität, sondern auch die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig gefährden kann. Je Prozent Klee werden je Hektar und Jahr etwa 2-4 kg Stickstoff gebunden, d.h. bei üblicherweise 10 % Kleeanteil kann mit einer N-Bindung von etwa 30 kg N/ha kalkuliert werden. Dazu kommt noch eine jährlich N-Nachlieferung von 0,5 – (1) % aus dem Dauerhumus-Pool des Bodens, sodass bei einem fruchtbaren Grünlandboden mit 4000-6000 kg organisch gebundenen Stickstoff und einem C:N-Verhältnis von 8-10:1 insgesamt mit 40- 60 kg Stickstoffnachlieferung und auf sehr guten Standorten bis zu 100 kg und mehr gerechnet werden kann. Düngung und Nutzung müssen im Einklang stehen Der N-Bedarf hängt neben dem Standort von der Pflanzengesellschaft, dem Gräseranteil im Bestand und ganz entscheidend von der Nutzungshäufigkeit und dem Ertrag ab. Eine Dreischnittwiese hat einen Düngerbedarf von etwa 120-150 kg N/ha, welcher in der Regel bei einem mittleren Viehbesatz von etwa 1,5 GVE/ha (70 % Kuhanteil und 30 % Jungviehanteil) allein über den Wirtschaftsdüngerkreislauf gedeckt werden kann. In Gunstlagen mit 4-5 Nutzungen steigt hingegen der N-Bedarf aus Wirtschafts- und Mineraldünger auf über 200 bis 300 kg N/ha an. Fehlt der Stickstoff, so geht zuerst der Rohproteingehalt im Futter und dann der Mengen- und Energieertrag zurück. Dabei nehmen Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 3
  4. 4. zuerst die wertvollen Gräser ab, während der Kräuteranteil bzw. häufig auch die Gemeine Rispe als agressiver Lückenfüller zunimmt. Stickstoffkreislauf – Nutzungsintensität abhängig Der Stickstoffkreislauf ist bis zu 3 Nutzungen bei einem Viehbesatz von etwa 1,5 Großvieheinheiten (2/3 Milchkühe, 1/3 Jungvieh) sowie einem Leguminosenanteil von etwa 10 % weitgehend geschlossen. Die unvermeidbaren vorrangig gasförmigen Ammoniakverluste bei der Wirtschaftsdüngerlagerung- und Ausbringung von ca. 25 % können hier durch den Kleeanteil im Bestand bzw. der Bodennachlieferung ausgeglichen werden. Es ist in der Regel kein mineralischer Stickstoffeinsatz erforderlich. Anders ist die Situation in Gunstlagen mit vier- oder fünfmaliger Nutzung. Hier steigen die N- Entzüge, d.h. es ist in der Praxis entweder ein höherer Viehbesatz, ein Anbau von Kleegras oder ein zusätzlicher Mineraldüngereinsatz notwendig. Diese Zusammenhänge sind speziell in Gunstlagen bei ÖPUL-Teilnahme mit „Düngerverzicht“ zu bedenken. Düngerbedarf des Dauergrünlandes (n. Diepolder, LBP, 2003) Düngerbedarf nach Abzug der N-Nachlieferung aus dem Boden bzw. N-Bindung durch Leguminosen sowie der Werbungsverluste. Pflanzengesellschaft Zahl der Nutzunge n Nettoertra g dt TM/ha Düngebedarf in kg/ha N P2O5 K2O Extensivwiesen kleearm (< 15 %) 2 45-50 0-30 25-30 100-120 kleereich (> 15 %) 2 50-60 0-20 30-40 115-140 typische Glatthaferwiesen Goldhaferwiese 3 65-80 90-130 55-65 180-210 Intensivwiesen (3 u. mehr Nutzungen) kräuterreiche voralpine Mähweiden Knaulgras-Kräuterwiesen Wiesenfuchsschwanzwiesen 3 4 5 65-75 70-80 75-100 120-150 190-220 230-305 75- 90 85-100 90-110 200-230 250-290 260-330 weidelgrasreiche Mähweiden 3 4 5 80-100 90-110 100-130 140-180 210-260 270-330 80-100 90-110 105-125 275-330 315-330 330 *Aufgrund der Nitratrichtlinie 2008 dürfen ohne Ausnahmeregelung im Betriebsdurchschnitt aus Wirtschaftsdünger max. 170 kg N lagerfallend (= 148 kg N feldfallender bzw. pflanzenwirksamer Stickstoff) je ha landwirtschaftliche Nutzfläche und zusätzlich in Österreich aufgrund des WRG 1990 gemeinsam mit Mineraldüngern max. 210 kg /N ha gedüngt werden. Einzelflächen dürfen hingegen bei „Abgestufter Bewirtschaftung“ auch intensiver gedüngt werden. Grünlandreserven nutzen Bei einer Erhöhung der Nutzungsfrequenz einer Mähweide von drei auf vier Nutzungen bei einer mittleren Düngungsintensität von 40-50 kg N/Aufwuchs sind Erträge von etwa 85 dt TM bis 110 dt TM möglich. Bei weidelgrasbetonten Beständen sogar auf 130 dt TM und mehr, wie langjährige Versuche zeigen. Der Rohproteinertrag kann nur bei einem leistungsfähigen Pflanzenbestand, bedarfsgerechter Düngung und zeitgerechter Nutzung ausgeschöpft werden. Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 4
  5. 5. Tab. : TM und RP-Erträge in Abhängigkeit von Düngung und Nutzung (n. Rieder, Dauergrünland, 1983) Mähweide 3 Nutzungen je 40 kg N 85 dt TM mit 1.275 kg RP 4 Nutzungen je 50 kg N 98 dt TM mit 1.860 kg RP Weidelgrasweide 3 Nutzungen je 40 kg N 109 dt TM mit 1.560 kg RP 4 Nutzungen je 50 kg N 121 dt TM mit 2.050 kg RP 5 Nutzungen je 80 kg N 138 dt TM mit 2.620 kg RP Beachte: Bei der N-Düngung gilt, dass mit steigender Düngung zuerst der Mengenertrag und erst dann der Rohproteingehalt im Futter (ähnlich wie bei der Qualitätsdüngung beim Weizen) ansteigt. Daher ist beim RP-Ertrag auch das Leistungspotential der jeweiligen Pflanzengesellschaft entscheidend. Langjährige Düngungsversuche von Dr. Rieder (Lfl-Bayern) erbrachten auf einer voralpinen Mähweide bei Erhöhung der Nutzung von drei auf vier Schnitte und gleichzeitiger Erhöhung der N-Düngung von 40 kg auf 50 kg N/Aufwuchs eine Ertragssteigerung von 85 dt TM auf 99 dt TM, d.h. einen Mehrertrag von 18 kg TM je zusätzlich eingesetztem Kilogramm Stickstoff. Der Rohproteingehalt stieg von 15 % (1275 kg RP/ha) auf 18,5 % (1830 kg RP/ha), d.h. um + 555 kg mehr RP/ha. Der Energieertrag stieg im Futter um ca. 8.100 MJ-NEL /ha (+ 15 %). Bei Weidelgrasbeständen sind bei 5 Nutzungen Erträge bis zu 140 dt TM und Rohproteinerträge bis über 2500 kg RP/ha und darüber möglich (siehe auch Tab. 1+2 von Rieder). Eiweißertrag von Grünland Eiweißertrag – voralpine Mähweide 1 ha Sojabohnen 3.500 kg Ertrag (350g RP/kg 1.225 kg RP/ha 1 ha Ackerbohnen 3.500 kg Ertrag (280g RP/kg) 980 kg RP/ha 1 ha Grünland 1.000 – 2.500 kg Rohprotein/ha 3 Nutzungen + 40 N/Aufwuchs 1.310 kg RP 4 Nutzungen + 50 kgN/Aufwuchs 1.900 kg RP Differenz + 555 kg RP = ½ ha Ackerbohnen + 8.100 kg MJ-NEL/ha = 1.000 kg Futtergerste + 14 dt Mehrertrag (entspricht 18 kg /Mehrertrag je kg N) + wiederkäuergerechtes Grundfutter Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 5
  6. 6. Aus: Rieder- Dauergrünland, N-Steigerung – Mähweide, (1983) Nutzungszeitpunkt und Rohprotein Ganz entscheidend ist neben der Düngung auch der Nutzungszeitpunkt, da bei zu später Nutzung der Rohproteingehalt bis auf unter 12 % zurückgehen kann. Wichtig ist die zeitige Nutzung des 1. Aufwuchses, da dieser rascher altert als die Folgeaufwüchse und eine späte Nutzung auch ungenutzt Vegetationszeit verschlingt. Eine zu späte Nutzung verdrängt infolge Lichtmangel auch wertvolle Untergräser wie die Wiesenrispe. Bei zeitgerechter Nutzung sind Rohproteingehalte im Futter von 16 bis zu 18 % und mehr erreichbar. Werte unter 14-15 % RP deuten auf eine zu späte Nutzung (Rohfasergehalte über 26 %) oder Stickstoffmangel hin. Bei N-Mangel nimmt langfristig der wertvolle Gräseranteil im Bestand ab. Rohprotein- und P-Werte im Vergleich (Futteranalysen 2012) Region Nieder- sachsen Hessen Bayern Steiermark Milchvieh- AK Heuprojekt Österreich 2012 Probenzahl 1302 357 983 216 735 Rohprotein 169 179 172 145 108 Rohfaser 251 256 227 249 277 MJ NEL 6,2 6,1 6,5 6,19 5,7 Rohasche 106 118 83 101 88 P 3,7 3,6 3,4 3,1 2,4 Zucker 55 31 80 51 140 Bedeutung der Düngerform Wirtschaftdünger enthalten den Stickstoff in Form von rasch pflanzenverfügbarem Ammonium als auch in Form von organisch gebundenem Stickstoff. Der Ammoniumanteil eines Düngers (siehe Tab.) steht bereits im Jahr der Anwendung der Pflanze zur Verfügung, d.h. bei Gülle ca.50 % des Gesamtstickstoffgehaltes. Der organisch gebundene Stickstoff geht zuerst in den Humus-Pool des Bodens und wird dann in den Folgejahren langsam zu Ammonium und Nitrat mineralisiert und damit pflanzenverfügbar. Die Gesamtausnutzung beträgt bei Gülle etwa 75 %. Der Rest auf 100 % sind weitgehend unvermeidbare gasförmige Verluste vorrangig in Form von Ammoniak während der Lagerung bzw. nach Ausbringung sowie auch gewisse Immobilisierungsverluste im Humuspool. Bei Jauche ist die Gesamtausnutzung etwas höher und bei Stallmist aufgrund der höheren Lagerverluste mit etwa 50 % niedriger. Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 6
  7. 7. Tab. : Ammoniumanteile einiger Dünger im Vergleich (Angaben in %) Ammonium (NH4) organisch geb. N Mineraldüngerstickstoff 100 - Jauche 95 5 Rindergülle 50 50 Schweinegülle 65 35 Legehennengülle 60 40 Stallmist 15 85 Stallmistkompost 5 95 BMLFUW 2006 *) 1 m³ verdünnte Rindergülle (1:1) mit 5 % TS enthält in Abhängigkeit von der Milchleistung ca. 1,7 -2 kg anrechenbaren N, davon die Hälfte in Form von Ammonium. Eine Gabe von 25 m³ verdünnter Gülle enthält somit ca. 40-50 kg Gesamtstickstoff. Verdünnte Jauche mit ca. 2 % TS enthält ca. 2 kg rasch wirksamen Ammonium-Stickstoff und Stallmist je Tonne mit 25 % TS ca. 3,5 kg langsam wirksamen N. Merke: Je höher die Nutzungshäufigkeit, umso wichtiger wird der Einsatz von Düngern mit einem hohen Ammoniumanteil wie Jauche, Gülle oder mineralischem Stickstoff. Ammoniumstickstoff fördert über den sog. „Priming-Effekt“ auch die mikrobielle Stickstoff-Nachlieferung aus dem Dauerhumus des Bodens. Stickstoffdüngung Der Stickstoffbedarf hängt von der Pflanzengesellschaft, dem Gräseranteil und der Nutzungshäufigkeit ab. Bei gräserbetonten Mehrschnittwiesen gilt als Faustzahl ein Bedarf von 40-60 kg N/Aufwuchs aus Wirtschafts- oder Mineraldüngern. Fehlt jedoch das notwendige Grasgerüst, kann eine bessere Düngung nicht umgesetzt werden bzw. sogar verstärkt ins „Kraut“ (Doldenblütler) gehen. Grundsätzlich sollte der 1. Aufwuchs eine höhere N-Gabe erhalten als die Folgeaufwüchse. Speziell bei einem kalten Frühjahr (langsame Bodenerwärmung) oder bei Bodenverdichtungen ist beim 1. Aufwuchs die N-Nachlieferung aus dem N-Pool des Bodens geringer, weshalb bei Mehrschnittwiesen speziell zum 1. Aufwuchs eine mineralische Ergänzungsdüngung von ca. 30 kg N (Priming-Effekt) zur Gülle meist günstig wirkt. Auch hat der 1. Aufwuchs die höchste N-Effizienz. Kleegras verbessert N-Bilanz Für Ackerbaubetriebe ist der Anbau von Rotklee-, Weißklee- oder Luzernegras im Rahmen der Fruchtfolge eine Möglichkeit die Rohproteinerträge ohne mineralische N- Ergänzungsdüngung zu steigern. Kleegraswiesen verbessern die N-Bilanz um etwa 100 – 150 kg N/ha. Kleebestände erreichen einen Rohproteingehalt bis zu 20% in der TM. Allerdings dienen derzeit nur 11 % der Ackerfläche dem Feldfutteranbau, wo im Rahmen einer Fruchtfolge (Kleekrankheiten) auf ackerfähigen Grünland Kleegrasanbau möglich ist. Aber auch das Dauergrünland liefert bei entsprechender Düngung und zeitgerechter Nutzung bis zu 2.500 kg Rohprotein (RP) mit 16-18 % RP je kg TM. Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 7
  8. 8. Fazit: Im Grünland stecken enorme Eiweißreserven, die stärker genutzt werden müssen, um Eiweißimporte zu reduzieren. Da mit zunehmender Milchleistung auch der Proteinbedarf in der Futterration steigt, ist speziell im ersten Laktationsdrittel ein Rohproteingehalt von 16-18 % i.d.TM anzustreben. Ziel sind 2.000 kg Rohprotein je ha aus dem Grundfutter. Eine Erhöhung des RP-Ertrages um nur 200 kg/ha bedeutet bei einem Betrieb mit 25 ha Grünland einen zusätzlichen Eiweißertrag von über 14 t Sojabohnen. Der Stickstoffkreislauf kann durch mineralische Ergänzungsdüngung, Erhöhung des Viehbesatzes sowie Anbau von Kleegrasmischungen verbessert werden. Bei gezielter Düngung können aus 1 kg Stickstoff im Mittel 17- 20 kg TM sowie 3 kg Rohprotein produziert werden, was dem Rohproteingehalt von 8 kg Sojabohnen entspricht. Das Grundfutter produziert das Rohprotein am billigsten. Für die Produktion von 1 kg mineralischem Stickstoff (incl. Ausbringung) werden etwa 36 MJ (3/4 l Erdöl) benötigt. Bei einem Ertrag von 15- 20 kg TM wird mit Hilfe der Assimilation etwa die 7-8 fache Energiemenge produziert, die für die N- Produktion benötigt wurde. Auch eine „Abgestufte Bewirtschaftung“ kann bei getrennter Lagermöglichkeit des Futters einen Beitrag zur Eiweißoffensive leisten. Höhere Rohproteinwerte sind nur in der 1. Laktationshälfte notwendig. Die Grundfutterleistung schwankt in der Praxis zwischen 10 – 20 kg Milch. Anzustreben ist eine Grundfutterleistung von 5.000 – 6.000 kg Milch/Kuh und Jahr. Josef Galler LK Salzburg Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 8
  9. 9. Mögliche Ergänzungen: Düngungsversuche zeigen Reserven Anhand verschiedener Düngungsversuche sieht man, wie sich die Rohprotein- als auch Rohfasergehalte im Futter in Abhängigkeit von N-Düngung und Nutzungshäufigkeit verändern. Ein Düngungs- und Nutzungsintensitätsversuch von Dr. RIEDER zeigt eindrucksvoll die theoretischen Reserven anhand zweier intensiverer Pflanzengesellschaften des Dauergrünlandes, nämlich einer voralpinen Weidelgrasweide bzw. einer typischen Mähweide. Tab. : Nährstoff- und Mineralstoffgehalt einer voralpinen Mähweide in Abhängigkeit von der Düngungs- und Nutzungsintensität im Mittel von 5 Jahren (n. Rieder 1983) 3 Schnitte (N/P2O5/K2O = 120/120/200) Schnitt 4 Schnitte (N/P2O5/K2O = 200/160/300) Schnitt 5 Schnitte (N/P2O5/K2O = 400/160/300) Schnitt 1 2 3 1 2 3 4 1 2 3 4 5 Ertrag dt TM/ha 34,9 26,0 24,5 32,5 24,3 25,1 16,6 26,1 28,0 25,5 20,2 11,3 Rohprotein %TS 15,4 15,6 14,9 17,7 18,8 18,5 22,1 23,1 20,6 21,9 25,1 28,8 Rohfaser %TS 24,3 24,5 21,3 23,4 22,8 23,4 19,6 20,5 23,8 23,2 20,9 17,2 Auf der intensiveren Weidelgrasweide wurde bei 3 Nutzungen und 40 kg N/Aufwuchs ein Ertrag von 109 dt TM geerntet mit im Mittel 14% Rohprotein (1530 kg/ha) bei durchschnittlich knapp 25% Rohfasergehalt. Bei 4 Nutzungen und 50 kg N/Aufwuchs stieg der Ertrag auf 121 dt TM mit im Mittel 17,5 % Rohprotein (2120 kg/ha) und 23 % Rohfasergehalt. Dies entspricht einer Ertragssteigerung beim Rohproteinertrag von 38 %. Die Erhöhung der N-Düngung von 40 kg auf 50 kg N/Aufwuchs brachte auch noch eine TM-Ertragssteigerung von knapp 16 kg TM / kg N. Bei 5 Nutzungen und 80 kg N/Aufwuchs stieg der Ertrag noch um 17 dt auf 138 dt TM bei knapp 21 % Rohprotein (2860 kg/ha) und durchschnittlich 21 % Rohfaser an. Diese überhöhte N-Düngung brachte noch 14 % TM-Mehrertrag bzw. einen um 35 % höheren Rohproteingehalt gegenüber der vorherigen 4-Schnittvariante. Ähnlich verhielt sich auch die Mähweide bei etwas niedrigerem Ausgangsniveau. Die TM-Erträge stiegen von 85 dt auf 98 dt bzw. 111 dt bei der intensivsten Düngungsvariante, die Rohproteinerträge von 1310 kg/ha auf 1890 kg/ha bzw. 2650 Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 9
  10. 10. kg / ha an. Der Mehrertrag je kg Stickstoff lag zwischen der Variante 1 und 2 ebenfalls bei 16 kg TM /kg N. *Der Gräseranteil im Bestand sollte mindestens 60 % betragen. Stickstoffmangel senkt Rohproteingehalt N – M A N G E L Rohproteinwerte nehmen ab Gräseranteil geht zurück Kräuteranteil nimmt zu Mengenertrag geht zurück unter 14 % Rohprotein in der Futter-Trockenmasse bei zeitgerechter Nutzung = N-MANGEL Dauergrünland 15 – 18 % RP Kleegras bis 20 % RP Klee, Luzerne bis 25 % RP Stickstoffmangel erkennen N-Mangel äußert sich durch Abnahme der Rohproteingehalte im Futter. Liegt laut Futteranalyse trotz früher Nutzung (22-25% Rohfasergehalt) der Rohproteingehalt unter 14%, so liegt in aller Regel ein N-Mangel vor. Angestrebt wird für Milchkühe je nach Leistung ein Rohproteingehalt von 16-18 %. Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 10 Idealer Pflanzenbestand 70 - 80 %Gräser 10 - 15 %Leguminosen 10 – 15 % Kräuter (keine Unkräuter)
  11. 11. Die Gräser erscheinen hellgrün (ähnlich S-Mangel) und die Blattmasse wird weniger. Letztlich geht der Gräseranteil zurück und der Ertrag sinkt. Die Gefahr der Verunkrautung steigt infolge immer lückiger werdender Bestände. Mit dem Rückgang des Grasgerüstes verringert sich auch der Zuckergehalt (Silierfähigkeit) und damit verbunden die Futteraufnahme. Rohproteinmangel verringert ebenso wie P-Mangel die Fresslust. Dazu kommt, dass weniger Gräser und höhere Kräuteranteile im Bestand aufgrund der höheren Pufferkapazität zusätzlich die Silierbarkeit des Futters erschweren. Dadurch wird die pH-Absenkung und damit die „anaerobe Stabilität“ der Silage verzögert. N-Mangel im Futter (unter 1 g Nitrat je kg TM) begünstigt auch die Gärschädlinge (z.B. Buttersäurebildung) . Stickstoffdüngung in Abhängigkeit von der Nutzung Nutzungsart Gesamt N/ha/Aufwuchs Anmerkung Kleereiche Ein- und Zweischnittwiesen Dreischnittwiesen (kleebetont) bis 20 30 - 50 bevorzugt Stallmist bzw. Kompost im Frühjahr oder Herbst zum 2. bzw. 3. Aufwuchs bevorzugt Jauche oder Gülle düngen Gräserbetonte Vier- u. Fünfschnittwiesen 40 - 60 *) bevorzugt verdünnte Jauche bzw. Gülle oder Mineraldünger zum jeweiligen Aufwuchs Umtriebsweide Kurzrasenweide 30 Mineral-N oder stark verdünnte Jauche bzw. Gülle 1x jährlich 250 kg Kalkstickstoff im Frühjahr (Hygienemaßnahme) 30 kg N im Spätsommer speziell bei weidelgrasbetonten Beständen zur Verlängerung der Vegetationszeit Feldfutterbestände (gräserbetont) 50 - 70 Verdünnte Jauche oder Gülle bzw. Mineraldünger Wege des Güllestickstoffes Gülle enthält den Stickstoff je zur Hälfte als rasch wirksamen Ammonium- und als organisch gebundenen Stickstoff. Der organisch gebundene Stickstoff geht vorerst in den N-Pool (Humus) des Bodens, während der Ammoniumanteil (abgesehen von den Verlusten bei der Ausbringung) im Jahr der Düngung wirksam wird. Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 11
  12. 12. *N-Verluste müssen so gering wie möglich gehalten werden, wenngleich sie nicht gänzlich vermieden werden können. Die Vermeidung von N-Verlusten liegt auch im Eigeninteresse der Landwirtschaft. 1 kg N hat eine Produktionskraft von ca. 20 kg Heu. Einfluss der Gülleverdünnung auf den TM-Ertrag in dt (n. Trunninger, 1976) Gülle unverdünnt (ca.10 % TM) 76 dt Gülle 1:05 86 dt Gülle 1:1 90 dt Gülle 1:3 94 dt * Eine Verdünnung von 1: 0,5 auf 1:1 verringert die gasförmigen N-Verluste um etwa 20 kg/ha/Jahr Wirtschaftsdüngeranfall und Verteilung Eine Rindergroßvieheinheit (Basis 70 % Kuhanteil mit 7.000 – 8.000 kg Milchleistung und 30 % Jungviehanteil) liefert jährlich etwa 35 m³ (40) Gülle 1:1 verdünnt mit 5 % TM mit etwa 60-(70) kg N feldfallend (= pflanzenwirksam), 30-35 kg P2O5 und 120- 130 kg K2O an. Mit 2 GVE/ha fallen demnach jährlich 70-(75) m³ Gülle (1:1), 120- (140) kg N, 60-70 kg P2O5 und 240-260 kg K2O an. Damit können drei Aufwüchse mit knapp 25 m³ Gülle 40-(45) kg N/Aufwuchs) oder 4 Aufwüchse mit etwa 20 m³ Gülle 30-(35 kg) N/Aufwuchs) gedüngt werden. Da zu den 120-(140) kg N aus Wirtschaftsdüngern kann im Mittel mit etwa 60 kg N- Nachlieferung aus dem Bodenpool gerechnet werden, d.h. mit 2 GVE kann max. eine Vierschnittwiese annähernd bedarfsgerecht mit Stickstoff gedüngt werden. Auf Dreischnittwiesen mit oft später Heunutzung können höhere Stickstoffgaben über 40-50 kg N durch verstärkte Förderung der Obergräser den Klee infolge Lichtmangel verdrängen. Dabei verdrängt die Gülle den Klee im Vergleich zum Mineraldünger weniger stark, da der rasch wirksame Ammoniumanteil geringer ist. Eine höhere bzw. kombinierte N-Düngung ist daher auf Mähwiesen mit nur 2-3 Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 12
  13. 13. Nutzungen nicht empfehlenswert, da dadurch nur der Klee verdrängt wird (sog. Kompromissgaben). Anders ist die Situation bei 4 oder mehr Nutzungen. Pflanzengesellschaft und Stickstoffbedarf (Faustzahlen) Gesellschaften Erträge Schnitt- anzahl Düngerbedarf in kg N N-Düngung je Aufwuchs Glatt- u. Goldhaferwiese 65 – 85 3 120 50/40/30 Fuchsschwanzwiese 80 – 100 4 160 50/40/40/30 Knaulgras- Kräuterwiese 85 – 110 4 200 60/50/50/40 Intensive Knaulgraswiese 90 – 120 5 250 60/50/50/50/40 Weidelgraswiese 110 – 140 5 300 80/60/60/50/50 Der Stickstoffbedarf hängt von der Pflanzengesellschaft, dem Gräseranteil, der Nutzungshäufigkeit und vom Ertrag ab. *) der erste Aufwuchs sollte eine höhere N-Gabe erhalten als die Folgeaufwüchse **) mit 2 GVE (120 – 140 kg N) kann nur eine 3 –(4)-Schnittwiese bei guter Bodenbonität annähernd bedarfsgerecht gedüngt werden. Zur Berechnung des N-Düngerbedarfes wurde eine Nachlieferung aus dem Boden von etwa 60 kg angenommen. Stickstoffdünger im Vergleich *Alle mineralischen N-Dünger sind wasserlöslich und haben eine ähnliche Wirkung. Der TM- Mehrertrag liegt meist zwischen 17- 20 kg /kg je eingesetztem kg Stickstoff. Beim Düngereinkauf ist vorrangig auf den aktuellen Reinnährstoffpreis zu achten. Kalkammonsalpeter (NAC) mit 27 % N je zur Hälfte als schnell wirksames Nitrat und langsamer wirksames Ammonium ist der am meisten verwendete N-Dünger. Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 13
  14. 14. Ammonsulfat (21 % N + 24 % S) sowie Ammonsulfatsalpeter (AAS), eine Mischung aus 70 % Ammonsulfat + 30 % Ammonnitrat mit 26 % N wirken zwar versauernd und kalkzehrend, können aber speziell bei kalter Frühjahrswitterung im intensiveren Grünland die Schwefelversorgung verbessern. Harnstoff hat mit 46 % die höchste N-Konzentration, wodurch aber das Risiko von Streufehlern größer ist. Ferner ist das Abgasungspotenital etwas höher und die kalkzehrende Wirkung ähnlich wie bei ASS zu beachten. Abgestufte Bewirtschaftung Eine abgestufte Bewirtschaftungsintensität ist besonders für Biobetriebe und Betriebe mit Düngerverzicht von Bedeutung, wo der hofeigene Dünger nicht ausreicht, um alle Flächen intensiver zu bewirtschaften. Dabei erhalten Milchkühe in den ersten 200 Laktationstagen das bessere Futter, während altmelkende, trockenstehende Kühe und Jungvieh das extensivere Futter bekommen. Voraussetzung ist jedoch die Möglichkeit einer getrennten Lagerung. Abb. : Beispiel für abgestufte Bewirtschaftungsintensität sehr intensiv Weidelgrasweide mittel intensiv >6-6,8 MJ NEL pro kg TM Knaulgras- Kräuterwiese wenig intensiv Wiesenfuchsschwanz- wiese 5,5-6,5 MJ NEL pro kg TM Glatthaferwiese extensiv 5-6 MJ NEL 4-6 Nutzungen pro kg TM Trespenwiese 3 – 5 Nutzungen sowie 2 – 3 Nutzungen Feuchtwiese <5 MJ NEL pro kg TM 1 – 2 Nutzungen Tab. : Mittlere Variationsbreite von Ertrag und Futterqualität Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 14 A r t e n v i e l f a l t tra g u. Q ua lit ät
  15. 15. dt TM/ha MJ NEL/kg MJ NEL/ha Einmähdige Wiesen 20 -40 4,0-5,0 8.000 - 20.000 Zweimähdige Wiesen 45 -70 4,5-5,5 20.000 - 40.000 Dreimähdige Wiesen Viermähdige Wiesen Fünfmähdige Wiesen 65 -85 80-125 90-130 5,5-6,5 5,7-6,5 5,8-6,7 35.000 - 55.000 50.000 - 75.000 55.000 - 85.000 Feldfutter 100-140 6,0-6,7 60.000 - 90.000 Silomais teigreif 150-220 6,6-6,8 120.000 -160.000 *Die Grundfutterleistung schwankt in der Praxis zwischen 3:000 bis 6.000 kg je Kuh und Jahr. Eine Dreischnittwiese kann 6.000 bis 9.000 kg Milch je ha liefern, während aus einer Fünfschnittwiese zwischen 10.000 bis 15.000 kg Milch je ha und Jahr produziert werden können. Tab . : Wirkungsgrade der Hauptnährstoffe im Jahr derAnwendung bzw. langjährige Gesamtwirkung im Vergleich zu Mineraldünger Wirkung in % Wirtschaftsdünger N-Jahreswirkung bzw. (*N- Gesamtwirkun g) P2O5 K2O Jauche Gülle Stallmist Kompost 85 (*85-90) 50 (*70-75) 25 (*50-60) 15 (*30-40) 100 100 100 100 100 100 100 100 • Die Gesamtwirkung (Werte in Klammer) ist die Jahreswirkung einschl. der Nachwirkungen des organisch gebundenen Stickstoffanteiles in den Folgejahren. Grünland-Gülledüngungsversuch - Spitalhof im Kempten (Schröpel,2002) Düngung N-Reinnährstoff Ertrag in dt 4 x Gülle je 20 m3 170 106 4 x Gülle je 20 m3 + 4 x KAS je 40 N 170 + 160 140 Ertragsdifferenz + 34 dt *Der zusätzliche Einsatz von 1 kg N brachte bei Vierschnittnutzung einen Mehrertrag von 21 kg TM/ kg N B r u t t o e r t r a g u n d B r u t t o e n t z u g w i c h t i g e r P f l a n z e n b e s t ä n d e d e s D a u e r g r ü n l a n d e s Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 15
  16. 16. (nach Rieder, 1995) Zahl der Bruttoertrag B r u t t o e n t z u g k g / h a Pflanzengesellschaft Nutzungen dt TM/ha N P205 K20 Extensivwiesen 1schürig 1 30 30-40 25 80 2schürig 2 50 60 30 100 kleearm (< 15 %) 2 60 80 35 140 kleereich (> 15 %) 2 70 120 40 160 typ. Glatthaferwiesen 3 90 180 65 230 Kräuterreiche voralpine 3 85 210 100 260 Mähweiden 4 90 280 110 320 5 110 370 125 380 weidelgrasreiche 3 110 240 110 380 Weiden, Mähweiden 4 125 330 125 450 und Intensivwiesen 5 135 400 140 470 Aus: Leitfaden für Düngung, Bayr. Landesanstalt für Bodenkultur u. Pflanzenbau, 6. Auflage, 1997 Josef GALLER, Eiweißoffensive aus dem Grünland, 24.01.2014, Seite 16

×