Dr. Franz Zürn
Ratschläge
zur neuzeitlichen
Grünlandbewirtschaftung
1951
Ertragssteigerung auf dem Grünland
Organische und...
Ratschläge
zur neuzeitlichen
Grünlandbewirtschaftung
Kurzgefaßte Anleitungen zur Ertragssteigerung
auf Wiesen und Weiden
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Inhaltsverzeichnis Seito
1. Notwendigkeit der Ertragssteigerung auf dem
Grönland ............................................
Vorwort
Wiesen uti'l Weiden werden heute noch recht stief­
mütterlich behandelt. Wir brauchen uns daher über
schlechte Heu...
I. Notwendigkeit der Ertragssteigerung
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Der größte Teil der landwirtschaftlich genutzten
Fläche Österreich...
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Betrieb mit Fruofctlolge und Dauerwiesen
(Gesamtfläche 12 ha, Schlaggröße 1 ha)
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Höhe des S a a t g u t b e d a r f e s !
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III. Ertragssteigerung auf Wiesen und Weiden
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grünlande...
1. Die Stallmist-Kompost-Düngung
Nach den neuesten Erfahrungen ist Stallmist auf
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Wo Stallmist fehlt, muß Kompos t in Mengen von
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wird, so ist doch auch auf guten Wiesen die Stallmist­
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bei der Jauche: sie braucht eine Ergänzung durch
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IV. Die Bedeutung der Kalkdüngung
auf dem Dauergrünland
Die Kalkdüngung auf den Wiesen und Weiden hat
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und Leguminosen auf dem Dauergrünland brauchen
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können durch entsprechende Volldüngung, der aber
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V. Die Herbstdüngung der Wiesen und Weiden
1. Die mineralische Grunddüngung
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Die Höhe des Stickstoffgehaltes (N) im Heu be­
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der Bodenfruchtbarkeit wesentlich beitragen, von
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(Stallmist, Kalk, Kalisalz, Thomasmehl) höchste Er­
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Ratschläge zur neuzeitlichen Grünlandbewirtschaftung, Ertragssteigerung auf Wiesen und Weiden Franz Zürn 1951

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Bessere und höhere Erfräge von Futtererwiese und Weiden aus Grünland in Östereich von einem Pionier der Wiesenforschung zur Verbesserung und Ernerungen von Wiesen und Feldfutter, die nicht vergessen werden sollten: FRANZ ZÜRN.
Die vielen Tipps halfen Österreichs Grünlandbauern zu erfolgreichsten Bauern zu werden die mit ihren wenigen Boden von 10-20 ha das Armenland Österreich nach dem 2. Weltkrieg zu den erfolgreichsten Länder mit Agrarexporten avancierte - dank der Beratung durch Pionieire für bessere und ertragreichere Futterwiesen.
Vergessene Literatur für bessere Futterwiesen.

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Ratschläge zur neuzeitlichen Grünlandbewirtschaftung, Ertragssteigerung auf Wiesen und Weiden Franz Zürn 1951

  1. 1. Dr. Franz Zürn Ratschläge zur neuzeitlichen Grünlandbewirtschaftung 1951 Ertragssteigerung auf dem Grünland Organische und mineralische Düngung Herbstdüngung — Frühjahrsdüngung Umtrieb in der Mähweidewirtschaft Bodentrocknung — Gerüsttrocknung 1951
  2. 2. Ratschläge zur neuzeitlichen Grünlandbewirtschaftung Kurzgefaßte Anleitungen zur Ertragssteigerung auf Wiesen und Weiden Von Dr. Franz ZürnReferent für GrünlandWirtschaft an der Bundesanstalt für alpine Landwirtschaft, Admont 1951 Dipl.-Ing. Rudolf Bohmann • Industrie- und Fachverlag Wien • Heidelberg
  3. 3. Inhaltsverzeichnis Seito 1. Notwendigkeit der Ertragssteigerung auf dem Grönland ............................................................... 3 11. „Wechselwiesen“ oder „Kleegras und Dauergrün­ land“ ........................................... ................... .. • > 6 1. Gute Pflanzenbestände durch Weidenutzung....... 6 2. Ursachen schlechter Wiesen................................. 7 3. Fruchtfolgen mit kurzfristigem Kleegrasbau ....... 8 4. Höhere Erträge auf Dauerwiesen........................ 10 5. Wie steht es mit dem Wert der Grassämereien? . 11 6. Wo ist Neuansaat nötig?............... ................... 12 III. Ertragssteigerung auf Wiesen und Weiden durch organische Dünger.................................................15 1. Die Stallmist-Kompost-Düngung.......................... 16 2. Jauche und Gülle................................................ 18 IV. Die Bedeutung der Kalkdüngung auf dem Dauer­ grünland ................................................................ 20 V. Die Herbstdüngung der Wiesen und Weiden ... 23 1. Die mineralische Grunddüngung ................. 23 2. Der Einsatz der verschiedenen Düngerarten......... 24 3. Empfehlenswerte Düngungsfolge für Mäh- und Koppelweiden..................................................... 26 4. Empfehlenswerte Düngungsfolge für Wiesen......... 28 VI. Die Düngung des Dauergrünlandes im Frühjahr und Sommer..........................................................30 1. Die Düngung der Wiesen....................................30 2. Die Düngung der Weiden............... ................... 34 '% Der Umtrieb in der MähWeidewirtschaft............. 37 höhere Nährstoffertrage von den Wiesen durch üsttrocknung.................................................... 44 >he Gerüste können wir verwenden?............ 46 sind Gerüste einzusetzen?.......................... 46 Molge erzielen wir durch Gerüsttrock- ....................................................... 47
  4. 4. Vorwort Wiesen uti'l Weiden werden heute noch recht stief­ mütterlich behandelt. Wir brauchen uns daher über schlechte Heu- und Weideerträge nicht zu wundern. Es gibt aber auch viele fortschrittliche Landwirte, die durch gute Bewirtschaftung hohe GrünJanderträge er­ zielen und damit den Nachweis liefern, daß die von. der GrünJajidforschung in den letzten Jahrzehnten ge­ wonnenen Erkenntnisse für die neuzeitliche Grünland- wirtsrhaft praktische Gültigkeit besitzen. Von fortschrittlichen Landwirten ist in den letzten Jahren vielfach der Wunsch geäußert worden, die vom Verfasser in Zeitschriften veröffentlichten zahlreichen Artikel über Grünlandwirtschaft in geschlossener Form zu erhalten. l>ieser Anregung Rechnung tragend, wur­ den einige grundlegende Richtlinien für die neuzeit­ lich«* GrünlandWirtschaft nach nochmaliger Überarbei­ tung und Ergänzung zu einer kleinen Broschüre zu- sammengefaßt. Möge diese Schrift ihren Zweck, das Verständnis für die neuzeitliche Bewirtschaftung des Grünlandes zur Erzielung höherer Erträge zu wecken, erfüllen. Denn im Grünland liegen die größten Reserven! Fr. Zürn
  5. 5. I. Notwendigkeit der Ertragssteigerung au! dem Grünland Der größte Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche Österreichs stellt Grünland dar. Die Grünland­ flächen bilden die Grundlage der bodenständigen Vieh­ haltung, deren Umfang und 'Leistung sowohl vom Aus­ maß der Grünlandflächen wie auch von der Höhe ihrer Erträge abhängt. Schon bei der derzeitigen Leistung des Grünlandes, die keineswegs als hoch bezeichnet werden kann, stammen, entsprechend den klimatisch verschiedenen Erzeugungsbedingungen, in den einzelnen Bundesländern 55 bis 90o/o der landwirtschaftlichen Er­ zeugung aus der Tierhaltung. Die Bedeutung der Grün­ landflächen für die Steigerung 'der landwirtschaftlichen Produktion im allgemeinen und für die Produktivität und Rentabilität gerade der Grünlandbetriebe im be­ sonderen wird aber um so deutlicher, wenn man be­ rücksichtigt, daß im Getreide-Hackfruchtbau in abseh­ barer Zeit nur eine Steigerung von höchstens 10 bis 20o/o im Bereiche des Möglichen liegt, während auf dem Grünland und insbesondere auf den Wiesen und Wei­ den, die ja die größten Flächen einnehmen, mit großer Sicherheit eine Ertragssteigerung von 50 bis 100o/o in kürzester Zeit erreicht werden kann, wenn eine ent­ sprechende Aufklärung über die Erfolge der neuzeit­ lichen Grünlandbewirtschaftung einsetzt. Wie der Aufbau der Futtererzeugung in Österreich gegliedert ist und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, soll im folgenden gezeigt werden, wobei aller­ dings die Almen mit rund 900.000 ha, das sind 22o/0 der landwirtschaftlich genutzten Fläche, nicht be­ rücksichtigt werden können. Wohl besteht auch auf idem Almen die Möglichkeit einer weitgehenden Er­ tragssteigerung*, wie unsere zahlreichen Versuche zur Verbesserung der Pflanzenbestände und des Futter- wuchses auf den Almen eindeutig ergeben haben, jedoch wioilen wir uns hier nur auf die Futterflächen des Tal- oder Heimbetriebes beschränken. * Fr. Zürn, Steigerung des Almertrages durch Verbesserung der Pflanzenbestände. Der Pflug, Jhg. 1961, II. 1. Flugblatt Nr. 4 der österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Alm- und Weidewirtschaft. l* 3
  6. 6. I. Notwendigkeit der Ertragssteigerung au! dem Grünland Der größte Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche Österreichs stellt Grünland dar. Die Grünland­ flächen bilden die Grundlage der bodenständigen Vieh­ haltung, deren Umfang und 'Leistung sowohl vom Aus­ maß der Grünlandflächen wie auch von der Höhe ihrer Erträge abhängt. Schon bei der derzeitigen Leistung des Grünlandes, die keineswegs als hoch bezeichnet werden kann, stammen, entsprechend den klimatisch verschiedenen Erzeugungsbedingungen, in den einzelnen Bundesländern 55 bis 90o/o der landwirtschaftlichen Er­ zeugung aus der Tierhaltung. Die Bedeutung der Grün­ landflächen für die Steigerung 'der landwirtschaftlichen Produktion im allgemeinen und für die Produktivität und Rentabilität gerade der Grünlandbetriebe im be­ sonderen wird aber um so deutlicher, wenn man be­ rücksichtigt, daß im Getreide-Hackfruchtbau in abseh­ barer Zeit nur eine Steigerung von höchstens 10 bis 20o/o im Bereiche des Möglichen liegt, während auf dem Grünland und insbesondere auf den Wiesen und Wei­ den, die ja die größten Flächen einnehmen, mit großer Sicherheit eine Ertragssteigerung von 50 bis 100o/o in kürzester Zeit erreicht werden kann, wenn eine ent­ sprechende Aufklärung über die Erfolge der neuzeit­ lichen Grünlandbewirtschaftung einsetzt. Wie der Aufbau der Futtererzeugung in Österreich gegliedert ist und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, soll im folgenden gezeigt werden, wobei aller­ dings die Almen mit rund 900.000 ha, das sind 22o/0 der landwirtschaftlich genutzten Fläche, nicht be­ rücksichtigt werden können. Wohl besteht auch auf dein Almen die Möglichkeit einer weitgehenden Er­ tragssteigerung*, wie unsere zahlreichen Versuche zur Verbesserung der Pflanzenbestände und des Futter­ wuchses auf den Almen eindeutig ergeben haben, jedoch wollen wir uns hier nur auf die Futterflächen des Tal- oder Heimbetriebes beschränken. * Fr. Zürn, Steigerung des Almertrages durch Verbesserung der Pflanzenbestände. Der Pflug, Jhg. 1961, II. 1. Flugblatt Nr. 4 der österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Alm- und Weidewirtschaft. l* 3
  7. 7. s i i | i| f lm a 3 ®R er JS-S X 0 Mehrertrag an Hektar i | i i « 3 2oc®d—1 CMfe * | i Heu ln Mill. q 1 verdl. Eiweiß ln I 1000q Dauerwiesen ... 1,021.746 26 40 70 30,6 1,224 Dauerweiden... 384.823 9 60 100 19,2 1,162 Rotklee.......... 120.305 3 60 70 1,2 60 Naturegart___ 97.019 2 40 60 1,0 30 Luierne.......... 84.636 2 60 80 2,6 160 Kleegras.......... 69.160 1 60 90 1,8 72 Kunstegart___ Sonstige Futter­ pflanzen (Mais, Hülsenfrüchte 44.618 1 60 80 1,3 62 u. a .).......... 124.620 3 70 76 0,6 18 Gesamt.......... j 1,936.726 | 46 | 1 168,2 2,768 Oie Aufstellung zeigt den Umfang der einzelnen Grünlandarten, woraus eindeutig hervorgeht, daß die Wiesen und Weiden den größten Teil eiimehrruen und alle übrigen Futterflächen an Ausmaß dagegen weit Zurückbleiben. Dementsprechend liegt auch das Schwergewicht der notwendigen Ertragssteigerung auf den Wiesen und Weiden, die mit einer in kurzer Zeit erreichbaren Mehrerzeugung von etwa 50 Mill. q Dürr­ futter und 2,37Mill. q verdaulichem Eiweiß eine nach­ haltige Verbesserung der wirtschaftseigenen Futter­ grundlage zum Zwecke der gesteigerten Milch- und Fleischerzeugung im Inlande ermöglichen. Bei der ungleichmäßigen Verteilung der einzelnem Grünlandarten auf die verschiedenen Bundesländer kommt aber auch den anderen Futterarten größte Be­ deutung zu. Hiebei ist besonders der Rotklee, das Kleegras, die Luzerne und die Kunstegart zu erwähnen. Bei diesen Futterpflanzen wird die Ertragssteigerung vielfach dadurch erzielt, daß z.B. die Sicherheit des Anbaus von Rotklee durch Kleegras erhöht, die langjährige Kunstegart durch kurzfristiges zwei jähri ges Kleegras ersetzt, die Dauer der L u z e r ne n u t z u n g von 5 bis 7 Jahren auf 2 bis 4 Jahre verkürzt und bei Einhaltung dieser Richt­ linien natürlich auch die Düngung erhöht wird. 4
  8. 8. Nicht zuletzt ist aber im Feldfutterbau gerade die Luzerne in weit größerem Ausmaße anzubauen, da sie als eiweißreichste Futterpflanze bei sachgemäßer Der große Ampfer wird mit Wuchsstoffpräparaten, wie Dicopur, Erpan, U46 und anderen, bekämpft Ansaat und richtiger Nutzung in fast allen Lagen die höchsten Erträge zu liefern vermag. Auch in den feuchteren Gebieten ist die kurzfristige Luzerne- g r a s w i r t s c h a f t jeder anderen Graswirtschaft überlegen, wenn die Böden luzemefähig sind. N a t u r e g a r t f l äc h en , die unter alpinen Klima­ verhältnissen bei guter Zusammensetzung des Pflanzen­ bestandes eine Berechtigung haben, lassen sich eben­ falls durch sachgemäße Düngung im Ertrag steigern, jedoch sind Unkrautegärten durch Umwandlung in Klee­ grasflächen bzw. in Dauerwiesen, wie es im folgenden geschildert wird, im Ertrag zu verbessern. Bei den vielen Möglichkeiten der Steigerung der Futtererzeugung erscheint jedoch die bessere Behand­ lung der Wi esen und' We i d e n am wichtigsten, da deren neuzeitliche Bewirtschaftung die größten und schnellsten Erfolge bringt. Die Möglichkeit der Steige­ rung des Ertrages ist auf den Wiesen und Weiden un­ gleich größer als auf dem Ackerland. „Im Grünland liegen die größten Reserven“, gilt nach wie vorl 5
  9. 9. II. *w wlenen“ oder „Kleegras und DauergrQnlandM Im «lji»in*n (iriinlaudgohiel int <jh zur X<*il allgem ein u N ich , v,emp^er von It.iu<*rvi<*;;cii m ul Dauerweidcm zu ln'ii ,11h von W echselw iesen niid W <tIincI woid<*n. Die l«i*d<'ni.c|, daß der Her^l »auer und (irün la n d wirl, <11uid.m d in i*<‘u issen Xeiiahsl,finden iiinner wi<*ler undii mId und nach einigen Jahren Ackerbau von n e u e m t t i i a ä t . i>!>wnid die ;<Mi.uisaal von Holir Hchlechlen Orün- Iuidfl;ii'lu‘ii manchmal ihr«* fbiruchtigung hat und diese <Mi,in -1;jf<•11. vvh- nie von S c h u b e r t bereits weil, liJ10 |n-/.t«‘|j /hi <*iI d e r llnkrau(.e^irlen und Du l.rauht nvs<*n empfohlen wurden, einen wesentlichem l Mil^rliritl (i.irHtolil, hat diu neuere (irünlandWirtschaft .1ui (inind ihrer bodenbiologiHchen, pflanzoriHoziologi- ■i Ih'ii und vor allem auch ihror pflanzotihaulichen Er- keniilniü.se ^ e /e ig i, daß m an dan (irü n la n d nicht nach einem e m h e illirh e n Schema. behandeln darf, Hondern m iJjI nl »erleben m uß, welche M aß nahm e in der Bewirt* < J i . t f i u n f i , d <*:. ( i r ü n l a n d e s ( W i e s e , W e i d e , K l e e g r a s , K u i j . - l e ^ / i r i , N a t u n ^ a r t ) d i e r i c h t i g e i s t . S c h o n l ‘. ) l ( ) h a t S c h u h u r t b e t o n t , d a ß e n w i c h t i g e r i s t , d i e d u r c h D ü n g u n g v r r h e s h e r u 1 4 's f ;Ü i i g e n W i e s e n a u c h d u r c h I ) ü n c u m : / u v e r b e s s e r n a l s s i e n e u a n / .U H Ü e n . I l i e i s e r ( i r u m U a t z w u r d e . i h n i n d e n v e r g a n g e n e n J a h r z e h n t e n n i c h t i i i i m i ‘ r b e f o l g t . D a n u n d i e n e u e s t e n F o r s c h u n g e n g w a d e d e - D i c h t i g k e i t d e r I ) a u e r g r f t n l a i i d n u l ; z u n g i n M - ln i u n d Ih m d e n a l p i n e n n i e d e r s ( •.11l'a g s r < ».i e h (9ii K l i m a v m l i a l i n c t s e n i n d < *n m e i s l e n F ä l l e n b e w i e s e n h a b e n , : r.licji die A usfiihruugeu de:; folgenden AbHcihniUew das Weith i d<-: D auergrünlandes einerseits und dos Feld Iuliejli.iuc .. uder den Kleegrases im R ahm en der Acker* fn irh lfo ig * anderseits zeigen, 1. Mute rNaii/enbesUlnde durch WridenutziiriK Di** in den [ei1/,len Jahrzehnten dllTClhgeführten wis ■ i i . i f U j r h e n I I n i e r s u r h u n g e r n ü b e r d i e W e i d e n u t - / i m ! ' u n d ( J e r n i p r a k l / s c h e A n w e n d u n g h a b e n e r g e b e n , d a l . <• 11m 1 r i c h t i g d n r e h g e f l i h r t e W e i d e m i t z u n g d i e h tö c h - s t e n F u t t e r u n d F l a c h e n e r f r / i g e e r m ö g l i c h t , w o f e r n d i e
  10. 10. natürlichen Voraussetzungen für ausreichenden Gras- wuchs gegeben sind. Neuzeitliche Weidenutzung hat sich als das sicherste Mittel zur Ertragssteigerung auf dem Dauergrünland erwiesen und in den meisten Füllen können schlechte Pflanzenbestände durch Dün­ gung und Nutzung»weise in gute Weiderasen verwan­ delt und so selbst ertragsarme Hutweiden in leistungs­ fähige Mähweiden überführt werden. Da Neuansaaten hiezu nur in seltenen Fällen nötig sind, stellt die Weidenutzung die billigste und schnellste Methode der DauergrünlandVerbesserung dar. So können auf extensiven Hutweiden nur 400 bis 600 kg Stärkewert je Hektar erzielt werden, während die Unterteilung in Koppeln und eine gute Düngung Er­ träge von 1500 bis 2500 kg Stärkewert je Hektar er­ möglichen, was etwa 50 bis 80 q/ha Heu entspricht. Auch Standweiden, die in Tallagen ohne Düngung nur etwa 1200 bis 1500 kg Stärkewert je Hektar liefern, werden durch Einteilung in Koppeln (Elektrozaun) und Düngung auf einen Ertrag von 3000 bis 5000 kg/ha Stärkewert gebracht. 2. Ursachen schlechter Wiesen Während also bei den Weiden die für die Ertrags­ steigerung notwendigen Wege schon lange Jahre ziem­ lich klar aufgezeigt sind, ist dies bei den Wiesen bis heute keineswegs der Fall. Wir finden speziell im Alpengebiet, aber auch im Osten des Landes D a u e r ­ wi es e n und W e c h s e l w i e s e n nebeneinander vor und die Bezeichnung „Wechselwiesen“ besagt schon, daß diese Flächen nur eine bestimmte Zahl von Jahren als Wiesen genutzt, dann umgebrochen und nach einer gewissen Zeit wieder als Wiesen angesät werden. Von den verschiedenen Gründen, die zu dieser Art der Wiesenwirtschaft geführt haben, seien zwei wesentliche horausgegriffen: 1. Die Egartwirtschaft im Alpengebiet, 2. Der schlechte Pflanzenbestand der Wiesen. Die E g a r t w i r t s c h a f t ist dadurch gekennzeich­ net, daß nach kurzfristiger Ackernutzung eine lang­ fristige Futternutzung in Form der Naturegart, Kunst­ egart oder Wechselwiesen folgt. Während es in den früheren Jahrzehnten, als die DüngerWirtschaft noch 7
  11. 11. nicht den heutigen Stand erreicht hatte, wohl notwendig erschienen sein mag, durch Umbruch des Grünlandes den Stallmistdünger in den Boden zu bringen, um da­ durch die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Ge­ treidebau und für den einige Jahre anhaltenden mehr oder weniger guten Futterwuchs — gleichgültig ob Natur- oder Kunstegart — zu schaffen, wissen wir heute, daß dieser Umbruch zur Steigerung der Erträge auf den eigentlichen Wiesen in den meisten Fällen nicht notwendig ist Wenn wir uns die Pflanzenbestände und Erträge von den aus der Kunstegartwirtschaft hervorgegangenen Wechselwiesen ansehen, dann können wir feststellen, daß diese wohl in den ersten Nutzungsjahren gute Er­ träge liefern, jedoch im folgenden Jahre weder im Pflanzenbestand noch im Ertrag befriedigen. Die Ertragsausfälle in diesen „Hungerjahren“ sind um so größer, je schlechter die Wiesen gedüngt werden, und auch starke Düngungen können Hungerjahre nicht ganz ausschalten. Sind jedoch einmal diese Hungerjahre überwunden, dann bringen vorschriftsmäßig angesäte Wiesen bei guter Bewirtschaftung wieder höchste Er­ träge. 3. Frnehtfolgen mit kurzfristigem Kleegrasbau Zur Vermeidung dieser schlechten Ertragsjahre ist es notwendig, einerseits die Nutzungsdauer von An­ saaten im Rahmen der Egartwirtschaft, Wechsel- wiesenWirtschaft oder der Fr u c h t f o l g e zu ver­ kürzen und anderseits die N u t z u n g s d a u e r der Wiesen zu verlängern, bzw. zur Dauerwiese über­ zugehen. Wie sich diese Maßnahme in der Praxis auswirkt, zeigt das folgende Beispiel eines Betriebes mit Wechsel­ wiesen bzw. mit Fruchtfolge und Dauerwiesen. Betrieb mit Kunstegart- oder Wechselwiesenwirtschaft (Gesamtfläche 12 ha, Schlaggröße 1 ha) 1. Jahr Roggen, 2. 11 Hafer, 3. 91 Kartoffeln, 4. 99 Weizen, 6. Gerate, .—12. „ Kunstegart oder Wechselwiese. 8
  12. 12. Der Betrieb hat also fünf Jahre lang Getreide-Hack- fruchtbau und anschließend sieben Jahre lang Futter­ nutzung. Die Reihenfolge der Ackerfrüchte kann na­ türlich auch anders und insbesondere von kürzerer Dauer sein. Maßgebend sind hiebei die sieben Jahre Wechselwiese. Welche Futtererträge in diesen sieben Jahren auf der Kunstegart bzw. Wechselwiese bei bester Düngung möglich sind, können wir auf Grund langjähriger Versuche mit folgenden Zahlen angeben. 1. Jahr 130—160 q/ha Heu und Grummet 2. „ 100—130 „ „ „ „ 3. „ 80—100 „ „ „ 4. „ 60— 80 „ 5.-7. „ 50— 70 „ Die Ertragsentwicklung, die sich auf zehnjährige Untersuchungen von fünf verschiedenen Kunstegart- mischungen stützt, entspricht vollkommen den prak­ tischen Verhältnissen auf langjährigen Kleegrasflächen, Kunstegärten und Wechselwiesen. Dabei sind die an­ gegebenen Erträge nur dann möglich, wenn in den ersten zwei Jahren eine ausreichende Düngung mit Kalisalz und Thomasmehl' und vom dritten Jahre an auch noch eine zusätzliche Stickstoffdüngung gegeben wird. Der starke Ertragsrückgang ist vorwiegend da­ durch bedingt, daß die in den ersten zwei Jahren überwiegenden Kleearten vom dritten Jahr an restlos verschwinden, von der Ansaat nur noch Gräser übrig- bleiben und an Stelle des ausgestorbenen Klees Un­ kräuter treten. In den weitaus meisten Fällen ist daher nach zweijähriger Nutzung der Höhepunkt in der Leistungsfähigkeit des Bestandes überschritten und da­ mit der Zeitpunkt des Umbruches für eine neuerliche Ackemutzung gegeben. Längere Futtemutzung bringt trotz erhöhten Düngeraufwandes nur Mindetrerträge und verunkrautete Felder. Zweck des Futterbaues auf dem Ackerland aber soll die Reinigung des Ackers von Unkräutern sein. Da nun der Betrieb seine Getreide-Hackfruchtflächen nicht vergrößern kann und nur zwei Jahre Futter bauen soll, bleiben alle übrigen Flächen zur Dauerwiesien- nutzung liegen und der Betrieb sieht dann folgender­ maßen aus: 2 9
  13. 13. Betrieb mit Fruofctlolge und Dauerwiesen (Gesamtfläche 12 ha, Schlaggröße 1 ha) 1. Jahr Roggen, 2 „ Hafer, 3. „ Kartoffeln, 4. „ Weilen, 5. „ Gerste, 6. „ Kleegras, 7. „ Kleegras. 7 Schläge ä 1ha= 7ha übrige Flächen Dauerwiese= 6 „ Gesamtfläche= 12ha Bei zweckmäßiger Ansaat einer guten Kleegras­ mischung sichert diese Fruchtfolge höchste Futter­ erträge einerseits und schafft die Vorbedingungen für einen erfolgreichen Getreide-Hackfruchtbau anderseits, indem der Kleegrasbau den Boden mit Stickstoff an­ reichert, tiefere Schichten durch die Kleewurzeln er­ schließt und durch die zurückbleibenden Wurzeln den Boden mit Humus anreichert. Die durchschnittlichen Erträge dieses zweijährigen Kleegrases liegen bei 100 bis 130q/ha Dürrfutter. Auch die Luzerne kann in eine solche Frucht­ folge mit 2- bis 3jähriger Nutzungsdauer eingeschaltet werden und liefert so höchste Erträge. 4. Höhere Erträge auf Dauerwiesen! Welche Erträge aber können und müssen wir von den Dauerwiesen erwarten? Hierüber geben die neue­ sten Versuchsergebnisse auf Dauerwiesen Auskunft. Wir haben in langjährigen Versuchen festgestellt, daß jede einseitige Düngung, also allein mit Stallmist oder Jauche bzw. allein mit Handelsdüngern, auf die Dauer keine leistungsfähigen Pflanzenbestände und auch keine hohe Wirtschaftlichkeit gewährleistet. Da­ gegen ist es möglich, durch wechselweise Düngung der Wiesen mit Stallmist, Kompost, Jauche und mit Handelsdüngern im Rahmen einer planmäßigen Dün­ gungsfolge Erträge von 80 bis 100q/ha Dürrfutter im mehrjährigen Mittel zu erzielen, ohne dabei die Wirt­ schaftlichkeit der Düngung in Frage zu stellen. Von wesentlicher Bedeutung aber ist die Tatsache, daß 10
  14. 14. 1. die Dauerwiesennutzung höhere Ertrüge als Wech­ selwiesen oder Kunstegärten von vier- bis zehnjährigem Alter liefert, Gräser- und Leguminosenbestände mit mäßigem Futterkräuter- anteil liefern höchste Wiesenerträge mit gutem Nährstoffgehalt 2. der Düngeraufwand bei neuzeitlicher Dauerwiesen­ nutzung niedriger als bei Wechselwiesen ist, 3. die Dauerwiesen durch neuzeitliche Bewirtschaf­ tung im Ertrag wesentlich verbesserungsfähig und 4. Neuansaaten zur Verbesserung der Dauerwiesen nur in Sonderfällen nötig sind. Der k u r z f r i s t i g e Fe l d f ut t e r b a u im Rah­ men einer Fruchtfolge einerseits und die Dauer­ wi esennut zur i g anderseits stellen also in der Regel die sicherste Grundlage sowohl für den erfolg­ reichen Ackerbau wie auch für die Erzielung hoher Wiesenerträge dar. Diese Nutzungsweise des Dauergrünlandes schließt jedoch nicht aus, daß wir in speziellen Fällen auch Neuansaaten von Wiesen und Weiden durchführen müssen. 6. Wie steht es mit dem Wert der Grassämereien? Die Erträge unserer Kulturpflanzen sind von den Sorteneigenschaften wie auch von der Pflege, Düngung 2» 11
  15. 15. und NuUungsweise abhängig. Die Sorteneigenschaft spielt vor allem bei unseren Getreidearten und Hack­ früchten eine große Rolle und es gibt für bestimmte Klimagebiete bestimmte Getreide- und Hackfruchtsorten mit verschiedenen Eigenschaften, die beim Anbau je­ weils berücksichtigt werden müssen, wenn man einen Erfolg haben will. Anders ist es heute noch bei unseren Futterpflanzen, vor allem bei den Gräsern und Kleearten, die wir für die Ansaaten von Kleegras, Wiesen und Weiden ver­ wenden. Hiebei werden, gleichgültig ob es sich um Flachland oder Gebirgsgegenden handelt, bei der Zu­ sammenstellung der Mischungen nur die Arten berück­ sichtigt und keine bestimmten Sorten verwendet. Da wir aber solche spezielle Sorten nicht besitzen und die Grünlandsämereien aus einem beliebigen Lande einführen, sind unsere Grünlandmischungen derzeit noch mit gewissen Mängeln behaftet, und wir können gerade aus diesem Grunde vielfach mit Neuansaaten nicht das erzielen, was wir erwarten. Kommt noch hinzu, daß die Mischungen unsachgemäß zusammen­ gestellt werden und die Ansaat schlecht und ohne Düngung erfolgt, dann ist der Mißerfolg gegeben. Wenn daher bei Ansaaten von Wiesen und Weiden schlechte Erfahrungen gemacht werden, so hat dies mancherlei Ursachen und die Lehre der umbruch- losen Verbesserung des D a u e r g r ü n l a n ­ des durch reine Düngungs- und Nutzungsmaßnahmen hat jedenfalls solange ihre Berechtigung, als wir keine Gräser- und Kleezüchtungen besitzen, die bei gleicher Düngung wesentlich mehr zu leisten vermögen als die in den vorhandenen Wiesen- und Weidebestäinden natürlich vorkommenden Leguminosen und Gräser. Jedoch nicht allein die Pflanzenbestände, sondern auch andere biologische und wirtschaftliche Gesichts­ punkte beweisen in der Regel die Richtigkeit der umbruchlosen Verbesserung des Dauergrünlandes. 6. Wo ist Neuansaat notwendig? Trotzdem gibt es aber Fälle, in denen wir ohne Neuansaat zu keinen brauchbaren Grünlandpflanzen­ beständen kommen. Es ist also keineswegs so, wie manchmal aus der Lehre der umbruchlosen Verbesse­ 12
  16. 16. rung geschlossen wird, daß wir bei den Wiesen und Weiden nach einem einheitlichen Schema verfahren können, sondern jedes Grünland verlangt eine seinem Zustand entsprechende Behandlung. So sind Neuansaaten in folgenden Fällen nötig: 1. Wo sehr nasse Wiesen mit vorwiegendem Be­ stand von Moosen, Binsen, Seggen und anderen Sauer­ gräsern entwässert wurden und später wieder als Wiesen genutzt werden sollen. Eine entsprechende Zwischennutzung mit Getreide und Hackfrüchten, wo­ bei meist auch Kalk in den Boden eingearbeitet werden muß, ist in solchen Fällen für die Vorbereitung des Bodens auf die Neuansaat zweckmäßig and für gute Wiesenerträge nützlich. 2. Wo trotz guter Bewirtschaftung hochwertige Gräser- und Kleearten im Pflanzenbestand völlig fehlen und eine Umstellung der bisherigen Bewirtschaftung keinen Erfolg verspricht. 3. Wo grobe Unkräuter oder Giftpflanzen (reine Dol­ denblütlerwiesen, Rasenschmiele, starke Ampfer­ bestände, Herbstzeitlose, Hahnenfuß usw.) auftreten, die nicht durch veränderte Nutzung und Düngung, sondern nur durch mehrjährige Ackemutzung beseitigt werden können. 4. Wo Bodenfehler (Ortsteinschichten) vorliegen, die offensichtlich zu Mindererträgen führen und nur durch Umbruch beseitigt werden können. 5. Wo unebenes Gelände zur Ermöglichung des Maschineneinsatzes eingeebnet und daher umgebrochen werden muß. 6. Wo Ackerland in Wiesen überführt werden soll. 7. Wo Weiden angelegt werden sollen und beweid- bare Wiesen nicht vorhanden sind. 8. Wo die Erfahrung bzw. exakte Versuche ergeben haben, daß andere Verbesserungsmaßnahmen versagen. Es gibt also mannigfaltige Verhältnisse auf dem Grünland, die uns zum Umbruch und zur Neuansaat zwingen. Um so mehr ist daher die Forderung berech­ tigt, nicht unnötig Grünlandflächen durch Neuansaaten verbessern zu wollen, wenn durch bessere Bewirtschaf­ tung dasselbe erreicht wird. Denn vielfach sind Mager­ keit und Unkrautbestand der Wiese nur durch Nähr­ stoffmangel bedingt, der nicht durch Umbruch, son­ dern nur durch Düngung beseitigt werden kann. 13
  17. 17. Höhe des S a a t g u t b e d a r f e s ! Rechnen wir von den 1,400.000ha Wiesen und Wei­ den Österreichs jährlich nur 2o/0 als umbruchreif, so sind dies 28.000ha, die jährlich neu anzusäen wären und einen Bedarf von 11.000 bis 15.000q Gras- und Kleesämereien verursachen. Den Hauptbedarf an Klee­ sämereien aber haben wir im Feldfutterbau, wo wir bei rund 300.000ha ein- und zweijährigen Klee* und Kleegrasflächen jährlich mindestens 40.000 bis 50.000q Klee- und Grassämereien brauchen. Dazu kommt noch der Bedarf des derzeit noch rund 70.000ha umfassen­ den „Wechselgrünlandes“, das bei einem angenom­ menen siebenjährigen Umtrieb mindestens 2000 bis 3000q Saatgut jährlich erfordert. Insgesamt ergibt sich also nach dieser Berechnung bei den derzeitigen Grünlandflächen ein Bedarf von rund 50.000 bis 70.000q Klee- und Grassämereien, wovon ein großer Teil aus dem Ausland eingeführt werden muß, weil wir keine ausreichende eigene Er­ zeugung haben. Selbst wenn der tatsächliche Saatgut­ bedarf um einige tausend Zentner niedriger liegen sollte, sind diese Mengen doch zu groß, um sie jähr­ lich durch Eigenerzeugung oder durch Einfuhr regel­ mäßig beschaffen zu können. Um so weniger dürfen wir den Bedarf an Gras- und KJeesämereien durch un­ überlegten Umbruch von Dauergrünland erhöhen. Die uns zur Verfügung stehenden Klee-1und Grassäme- reien brauchen wir für den Futterbau auf dem, Acker in Form von Klee, Luzerne, Esparsette, Klee­ grasmischungen und Kunstegärten und für die oben aufgezeigten unumgänglichen Neuansaaten von Wiesen und Weiden. Zücht ung und Vermehrung l ei s t ungs ­ fähi ger Fut t er pf l anzen! Die bodenständige Futtersamenerzeugung kann den laufenden Bedarf an Klee- und Grassamen nicht decken. Für die Förderung des Futtarbaues wäre es aber un­ bedingt wichtig, geeignete leistungsfähige Zuchtsorten von Gräsern und Kleearten zu besitzen, ebenso wie wir im Getreidebau für alle klimatisch verschiedenen Gegenden spezielle Sorten verwenden, denn nur da­ durch ist es möglich, befriedigende Erträge zu erzielen. 14
  18. 18. III. Ertragssteigerung auf Wiesen und Weiden durch organische Dünger Wenn wir von organischer Düngung des Dauer­ grünlandes sprechen, dann handelt es sich um die Dün­ ger Stallmist, Kompost, Jauche oder Gülle. Daß mit diesen bei richtiger Anwendung große Er­ tragssteigerungen erzielt werden können, ist vielen Bauern bekannt. Wenn sie aber trotzdem das Dauergrünland nicht im erforderlichen Umfange orga­ nisch düngen, so liegt dies vielfach daran, daß man den Stallmist für die Wiesen als „zu wertvoll“ hält. Sind die Wiesen aber so mager geworden, daß sie im Ertrage nicht mehr befriedigen, dann wird das Heilmittel zur Ertragsverbesserung im Umbruch und in der Neuansaat gesucht. Daß dadurch aber grobe Fehler begangen werden und die Neuansaat viel teurer ist als eine ausreichende Stallmistdüngung, durch die die alte Wiese ohne Umbruch l ei cht und schnell hätte verbessert werden können, ist nur wenigen Grünlandwirten bekannt. Selbst auf fast u n p r o d u k t i v e m Ödland ist es möglich, sofern die natürlichen Voraussetzungen für Dauergrünland gegeben sind, durch S t a l l m i s t ­ düngung ganz erstaunliche, fast unv ors t el l bar e Er t r agss t ei ger ungen zu erzielen, wie die fol­ genden in drei Jahren an einem trockenen Steilhang erzielten Ergebnisse zeigen: 1. Ungedüngt....................................... 776kg/ha Heu 2. 400kg/ha Thomasmehl 300kg/ha 40er Kalisalz l ............2914kg/ha Heu 200kg/ha KalkammonsalpeterJ 3. 200q/ha Stallmist............................ 3622kg/ha Heu 4. Stallmist + Düngung wie bei Nr. 2...... 5076kg/ha Heu Aus der är ms t en Wiese lassen sich also durch r i cht i ge Düngung hohe Erträge her­ ausholen, eine Erkenntnis, die bei der Bewirtschaf­ tung unserer Wiesen immer wieder maßgebend sein muß. Wie die organische Düngung auf Wiesen und Weiden zu erfolgen hat, wird nachstehend kurz beschrieben. 15
  19. 19. 1. Die Stallmist-Kompost-Düngung Nach den neuesten Erfahrungen ist Stallmist auf Dauergrönland in kleinen Mengen von 100 bis löO q/ha alje 3 bis 4 Jahre zu geben. Bei Anwendung größerer Mengen wird ein zu großer Teil der Grasnarbe be­ deckt. Die Grasnarbe lebt aber auch im Winter und zu dichte Bedeckung mit Stallmist bringt sie zum Er­ sticken, so daß dann Lücken entstehen, die mit Un­ kräutern besiedelt werden. Kleine Mengen Stallmist, ganz dünn verteilt, reichen für die Humusversorgung des Grünlandes aus und können auch von den Klein­ lebewesen des Grünlandrasens schnell verarbeitet werden. Vielfach ist es üblich, das ausgewaschene Miststroh von den Wiesen wieder abzurechen, was aber nur nach Verabreichung von sehr hohen Mistgaben, die von der Grasnarbe nicht aufgenommen werden kön­ nen, nötig ist Bei kleinen Gaben wächst der Mist leicht in die Grasnarbe ein — auch strohiger Mist — womit ja der Zweck der Mistdüngung erreicht ist. Wie der Stallmist für die oberflächliche Grünland­ düngung beschaffen sein soll, ob gut verrottet oder nicht, scheint nach unseren schon längere Zeit laufen­ den Versuchen und auch nach Schweizer Berichten ziemlich gleichgültig zu sein. Wir haben mit zwei Mistarten 1944 'bis 1949 folgendes festgestellt: Mittel Ton sechs Jahren Ertrag an Heu und Grummet q/ha bei Handelsdüngung u. zusätzlich Arischer strohiger Mist | alter verrot­ teter Mist Versuch I .................................. 86,2 89,3 Versuch 11 ........................... ....... 70,6 67,8 M ittel........................................... 78,4 78,5 Die Mistmengen betrugen 150q/ha und wurden alle 2 Jahre, das heißt in den 6 Versuchsjahren dreimal gegeben. Im Gegensatz zum Acker, der nur verrotteten Mist gut verwertet, ist beim Grünland das Al ter des Mistes we ni ger wichtig, aber die N o t we n ­ digkeit, mi t Mist ü b e r h a u p t zu düngen, um so größ er. 16
  20. 20. Wo Stallmist fehlt, muß Kompos t in Mengen von 300 bis 400 q/ha für die Grünlanddüngung verwendet werden. Kompostbereitung und Kompostdüngung er­ fordern mehr Arbeitsaufwand, haben jedoch bei zweck­ mäßiger Anwendung ebenfalls eine gute Wirkung, wie die folgenden Zahlen zeigen: Düngung Gesamtertrag (Heu und Grummet) q/ha im Mittel von fünf Jahren ohne Kompost mit Kompost Mehrertrag durch Kompost Kaliphosphat .................... 64 69 5 Kaliphosphat + Kalkammon­ salpeter ......................... 80 94 1 Je intensiver die Düngung, um so höher ist die Kompostwirkung; es lohnt sich also auch bei sehr hohen Erträgen noch eine zusätzliche organische Dün­ gung, weil sich die Handelsdünger dadurch besser aus­ wirken können. Auch ist es von Bedeutung, den Mist im Herbst auszubringen, weil in den meisten Fällen die Herbst­ düngung eine bessere Wirkung als die Frühjahrs­ düngung hat. In sechsjährigen Versuchen hat es sich gezeigt, daß die organische Düngung mit Stallmist und Kompost bei Anwendung im Herbst einen höheren Mehrertrag als bei Anwendung im Frühjahr brachte, wie die folgenden Zahlen beweisen: Gesamtertrag q/ha (Heu und Grummet) Düngung mit bei Düngung im Frühjahr im Herbst 400 q/ha Kompost............................ 53 64 160 q/ha verrottetem Stallmist............ 66 70 150 q/ha frischem Stallmist................. 79 86 Daher sollte Kompost und Stallmist bereits im Spätherbst oder, wo kein Schnee liegt, im Laufe des Winters ausgebracht und zur Schonung der Grasnarbe sofort dünn verteilt werden. Auch ist im Herbst oder Winter mehr Zeit für das Ausfahren des Stallmistes. Wenn meist auf Flächen, die bisher nur selten oder noch nie eine organische Düngung mit Kompost oder 17
  21. 21. Stallmist erhielten, die beste Stalimistwirkung erzielt wird, so ist doch auch auf guten Wiesen die Stallmist­ düngung nötig und erfolgreich, wie folgende mehr­ jährige Ertragszahlen zeigen: Volldüngung ohne Stallmist... 92,6 q/ha Heu und Grummet Volldüngung m it Stallmist......108,1 q/lia Heu und Grummet Die Stallmistdüngung erfolgte hier alle 3 Jahre und wir ersehen daraus, daß alle Dauergrünlandflächen mindestens im 3- bis 4jährigen Turnus regelmäßig mit Stallmist oder Kompost gedüngt werden müssen. Die Düngung mit strohigem Stallmist oder anderen strohigen Bedeckungsmitteln auf Wiesen und Weiden im S o m m e r ist besonders dann nützlich, wenn nach dem Abweiden oder nach dem ersten Schnitt mit großer Trockenheit zu rechnen ist. Hier sorgt eine dünne Bedeckung mit strohigem Dünger für eine Beschattung, durch die die Gare erhalten bleibt, so daß.die Grasnarbe schneller nachwachsen kann. 2. Jauche und Gülle Durch die Jauche wird kein Humus, sondern nur ein flüssiger Kali-Stickstoffdünger ausgebracht, der bei ein­ seitiger und zu häufiger Anwendung schnell zu den be­ kannten Wiesenkerbelunkrautbeständen führt. Man darf daher die Wiesen nur alle 3 bis 4 Jahre mit 300 bis 400hl/ha Jauche düngen, wobeieine Ergänzungsdüngung mit 200 bis 400 kg/ha Thomasmehl zur Erreichung guter Wiesenbestände und hoher Erträge unbedingt notwendig ist. Auf diese Weise sind durch Jauchedün­ gungen je nach der Güte der Jauche 1000 bis 3000 kg/ha M e h r e r t r ä g e an Heu leicht erzielbar. Wei den können dagegen fast regelmäßig mit Jauche gedüngt werden, weil hier durch geregelte Beweidung jede Verunkrautung verhütet wird. Daher ist besonders in Weidebetrieben auf die G e w i n n u n g und r i c h ­ ti ge A n w e nd u n g der Jauche, die während der Vegetationszeit die höchste Wirkung hat, großer Wert zu legen. G ü l l e nimmt eine Zwischenstellung zwischen Mist und Jauche ein, enthält aber auch vorwiegend Kali und Stickstoff, wenig Phosphorsäure und je nach der Art des verwendeten Mistes aüch etwas Humusstoffe. Für ihre Anwendung gilt im wesentlichen dasselbe wie 18
  22. 22. bei der Jauche: sie braucht eine Ergänzung durch Thomasmehl, darf auf Wiesen nicht zu oft angewendet werden und ist im Weidebetrieb am leichtesten ein- Kleegrasmischungen liefern bei zweijähriger Nutzungsdauer die höchsten Erträge setzbar und am wertvollsten. Auch Kalkdüngung ist ergänzend zur Gülle notwendig. So sind al le w i r t s c h a f t s e i g e n e n D ü n g e r in der Grünlandwirtschaft außerordentlich we r t v o l l e H i l f s m i t t e l zur Er t r ags s t ei ger ung, wenn sie zeitlich und mengenmäßig richtig eingesetzt wer­ den. Es ist sehr einfach, die Wirtschaftsdünger mit den Handelsdüngern so zu kombinieren, daß ein aus­ geglichener Pflanzenwuchs von Gräsern, Klee und Kräu­ tern zustande kommt, der die Grundlage für hohe und höchste Erträge auf den Wiesen bildet. Wie diese kombinierte Düngung einzurichten ist, wird im 5. Abschnitt geschildert. 8* 19
  23. 23. IV. Die Bedeutung der Kalkdüngung auf dem Dauergrünland Die Kalkdüngung auf den Wiesen und Weiden hat verschiedenen Zwecken zu dienen. Sie muß auf sauren Böden die Säuren abstumpfen, die Bodenstruktur ver­ bessern, den Pflanzenbestand günstig beeinflussen, den Kalkgehalt im Heu erhöhen und nicht zuletzt auch den Ertrag steigern. Unsere Grünlandböden sind, soweit es sich nicht um ausgesprochene Kalkböden handelt, größtenteils kalkarm, das heißt sauer, und weisen niedrige pH- Zahlen von 4 bis 5 und manchmal auch darunter auf. Da Kalk leicht ausgewaschen und in die für Grünland­ pflanzen nicht mehr erreichbaren tieferen Bodenschich­ ten geschwemmt wird, ist es keine Seltenheit, daß auch Grünlandböden auf Kalkunterlage kalkarm sind, wenn nicht durch kalkführendes Überschwemmungswasser regelmäßig Kalk zugeführt wird. Diese Auswaschungs­ gefahr des Kalkes ist um so größer, je höher die Nieder­ schläge sind, weshalb gerade das Grünland unserer Alpengebiete besonders stark darunter zu leiden hat. Die Grünlandpflanzen gedeihen am besten im schwach saueren Boden mit einer pH-Zahl von 5,5 bis 6,5. Liegt die pH-Zahl niedriger, dann reicht der Kalk im Boden für ein kalkreiches, gesundes Futter nicht aus. Nach Schweizer Untersuchungen beeinflußt die pH-Zahl den Kalkgehalt des Heues wie folgt: Bodenreaktlon Kalkgehalt pH 4,6—6,0 stark sauer............ ............................. 0,8% pH 6,0—6,6 sauer.................................................. 1,1% pH 5,6—6,0 schwach sauer...................................... 1,4% Da gutes Heu einen Kalkgehalt von etwa 1,5% aufweisen soll, zeigen diese Ergebnisse deutlich, wie notwendig es ist, die Bodenreaktion durch ent­ sprechende Kalkung zu verbessern. Wir wissen, daß durch dieArt derDüngung auf denWie­ sen undWeidendieZusammensetzung des Pflanzen- bestandes stark verändert werden kann. Es wachsen Kleearten und Leguminosen besonders üppig, wenn mit Kalisalz und Thomasmehl gedüngt wird und gleichzeitig genügend Kalk im Boden vorhanden ist. Denn Klee 20
  24. 24. und Leguminosen auf dem Dauergrünland brauchen mehr Kalk bzw. einen mehr neutralen Boden als die Gräser. Von noch größerer Bedeutung aber ist die Wir- Durch reine Düngungsmaßnahmen bewirkte Änderung des Pflanzenbestandes: vorne rechts guterBestand, links vorwiegend ■Löwenzahn und hinten rechts Wiesenkerbelbestand kung des Kalkes hinsichtlich der Verdrängung von säureliebenden Gräsern und Unkräutern, die den Futter­ wert des Heues stark herabsetzen und in extremen Fällen es sogar für Futterzwecke wertlos machen. Auf nicht zu nassen Wiesen und Weiden mit Sauergräsern muß die Kalkung die Vorbedingungen für eine erfolg­ reiche Anwendung von Handels- und Wirtschaftsdün­ 21
  25. 25. gern schaffen. Viele zur Vernässung neigende Wiesen können durch entsprechende Volldüngung, der aber eine starke Kalkung mit 2000 bis 3000 kg/ha Mischkalk vorausgehen muß, ohne Entwässerung in gute Wiesen mit Leguminosen und Süßgräsern umgewandelt werden, eine Methode, die stets billiger und wirtschaftlicher ist als eine Drainage. Aber auch alle entwässerten Wiesen brauchen eine starke mehrmalige Kalkung mit 2000 bis 3000 kg/ha Mischkalk, damit Süßgräser und Le­ guminosen wachsen. Letzten Endes aber können wir bei richtiger An­ wendung des Kalkes auf dem Dauergrünland auch einen direkten Mehrertrag erwarten, der natürlich um so höher ist, je mehr der Boden 'eine Kalkung ver­ langt. In Versuchen konnten wir nach einmaliger Kal­ kung mit 1500 kg ha kohlensaurem Kalk in den nach­ folgenden 3 Jahren an mittleren Erträgen erzielen: Heuertrag q/ha Dungung ohneKalk mit Kalk Mehrertrag saure Wiese mit PK.............. 19,0 26,4 7,4 schwach saure Wiese mit PK. 60,7 66,2 6,6 schwach saure Wiese mit NPK. 81,2 85,9 4,7 schwachsaure Wieseungedüngt 44,6 44,6 — • Auf der schlechtesten Wiese wurde der größte Er­ folg erzielt, ■während bei Volldüngung auf der sehr guten Wiese der Mehrertrag etwas niedriger war. Be­ sonders deutlich ist aber aus den Ergebnissen auf der ungedüngten Wiese zu ersehen, daß Kalk allein in der Regel überhaupt keine Wirkung hat, sondern, wie bereits erwähnt, nur dann zur Wirkung kommt, wenn gleichzeitig für das Gedeihen der Grünland­ pflanzen mit Kalisalz, Thomasmehl und Kalkammon­ salpeter gedüngt wird. Soweit es daher nicht eindeutig feststeht, daß im Wiesen- und Weideboden genügend Kalk vorhanden ist, muß in Abständen von 3 bis 4 Jahren regelmäßig mit 1000 bis 1500 kg/ha kohlensaurem Kalk oder Misch­ kalk im Herbst gedüngt werden. Gesundungskalkungen auf sehr sauren Wiesen verlangen 2000 bis 3000 kg/ha Mischkalk und nach 2 bis 3 Jahren kann dann die Kalk­ düngung in kleineren Gaben von 1000 bis 1500 kg/ha im 3- bis 4jährigen Turnus fortgesetzt werden. 22
  26. 26. V. Die Herbstdüngung der Wiesen und Weiden 1. Die mineralische Grunddüngung Um aul dem Dauergrünland hohe Erträge an Heu, Weide- und Griiniutter erzielen zu kommen, muß eine ausreichende Düngung gegeben werden. Was beim Ge­ treide und den Kartoffeln die richtige Sortenwahl und die Düngung für den Ertrag bedeuten, das bedeuten bei den Wiesen und Weiden die Düngung und die zweckentsprechende Nutzung. Ungedüngte Wiesen liefern nur einen Schnitt und eine Nachweide im Herbst, während bei ausreichender Düngung zwei gute Schnitte und noch eine Herbstweide möglich sind. Ebenso bietet die Weide nur bei guter Nährstoffversor­ gung während der ganzen Weidezeit ' ausreichendes Futter für hohe Milchleistungen. Die Grundlage der gesamten Grünlanddüngung bildet neben der periodenweisen Düngung mit Stallmist, Jauche oder Gülle (alle 3 bis 4 Jahre) die regelmäßige Er­ gänzungsdüngung mit jährlich 200 bis 400 kg/ha Thomas­ mehl und 150 bis 300 kg/ha 40er Kalisalz. Welche Bedeutung dieser Ergänzungsdüngung zukommt, mag aus folgenden Zahlen eines Wiesendüngungsversuches hervorgehen, welche die Düngung, den Heu- und Roh­ proteinertrag sowie den durch die Ernte verursachten Nährstoffentzug aus dem Boden im Mittel von 8 Jah­ ren angeben: Ertrag an Mineralstoffentzug kg/ha Jährliche Düngung Heu q/ha Roh­ kg/ha protein kg/ha CaO K,0 P.O, N 1. ungedüngt 44 490 72 60 22 78 2. 260 Thomasmehl 150 40er Kalisalz 65 750 97 107 42 120 3. 600 Thomasmehl 300 40er Kalisalz 73 810 106 128 49 ISO 4. 500 Thomasmehl 300 40er Kalisalz 200 Kalkammon­ salpeter 84 850 104 140 54 136
  27. 27. Die Höhe des Stickstoffgehaltes (N) im Heu be­ stimmt die Höhe des Rohproteingehaltes. Die üb­ rigen Mineralstoffe: Kalk (CaO), Kali (Ks0) und Phos­ phorsäure (PfOj) sind lebenswichtige Stoffe für die Ernährung unserer Nutztiere. Da mit steigenden Erträ­ gen dem Boden auch höhere Mineralstoff- bzw. Nähr­ stoffmengen entzogen werden und diese in unseren Grünlandböden von Natur aus nur noch in geringem Umfange enthalten sind, müssen sie regelmäßig im Herbst zugeführt werden. Wo diese Düngung im Herbst nicht gegeben wird, kann sie im Laufe des Winters und im zeitigen Frühjahr noch mit Erfolg durchgeführt werden. Denn ohne ausreichende Grunddüngung ist es weder auf den Weiden noch auf den Wiesen möglich, die Sommerdüngung mit Jauche, Gülle oder Kalk­ ammonsalpeter erfolgreich anzuwenden. 2. Der Einsatz der verschiedenen Düngerarten Fortschrittliche Ackerbauern haben in der Regel eine feststehende Fruchtfolge, nach der die verschiedenen Früchte in entsprechender Reihenfolge angebaut werden müssen, um einen höchstmöglichen Ertrag zu bringen. Ebenso sollte es auch beim Grünlandwirt einen Dün­ g u n g s f o l ge p l a n f ür die Wi esen und Wei ­ den geben, damit hohe Grünlanderträge erzielt werden. Die richtige Grünlanddüngung erfordert die verschie­ densten Dünger, wie Stallmist, Kalk, Kalisalz, Thomas­ mehl, Jauche oder Gülle und Kalkammonsalpeter. Da m an nun aus wirtschaftlichen und düngungstech­ nischen Gründen nicht alle Dünger in einem Jahre oder zur selben Jahreszeit anwenden kann, müssen wir einen Düngungsfolgeplan aufstellen, in dem die Düngung für 3 bis 4 Jahre festgelegt wird. Stallmist, Kalk, Kalisalz und Thomasmehl sind die Grunddünger des Grünlandes, ohne die keine hohen Erträge erzielt werden und ohne die jede weitere Dün­ gung mit Stickstoff (Jauche, Gülle, Kalkammonsalpeter) nicht nur zwecklos, sondern sogar nachteilig sein kann. Der S t a l l m i s t ist auf dem G r ü n l a n d vor­ wi egend ein H u m u s d ü n g e r und daher für den Humusgehalt des Bodens und für die Bakterien und Kleinlebewesen, die durch ihre intensive Tätigkeit im Boden zur Erhöhung der Stoffumsätze und damit 24
  28. 28. der Bodenfruchtbarkeit wesentlich beitragen, von größter Bedeutung. Humusreiche Böden sind leistungs­ fähiger als humusarme; wir müssen daher das Grün­ land mindestens alle 3 his 4 Jahre mit Stallmist düngen. Die spezielle Wirkung des Stallmistes und des Kom­ postes ist in Kapitel 3 bereits behandelt und soll hier nur nochmals auf deren grundlegende Bedeutung für die Ertragssteigerung auf dem Dauergrünlande bei zweckmäßigem Einsätze hingewiesen werden. Zur Aufstellung einer Düngungsfolge gehört auch der Kalk, der, wie in Kapitel 4 beschrieben wurde, um so notwendiger ist, je saurer die Wiesen sind. Kalk wird ebenso wie Stallmist nur alle 3 bis 4 Jahre gegeben. Die Höhe der notwendigen Kalkung kann auch durch eine Bodenuntersuchung festgestellt werden. Neben der Humusdüngung der Wiesen und Weiden ist die K a l i p h o s p h a t d ü n g u n g im Herbst das Wichtigste. Humus, Kali, Phosphorsäure und auch Kalk bilden die Grundlage für einen guten Futterwuchs, und erst wenn diese Nährstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind, ist es möglich, mit der Stickstoff­ düngung, sei es mit Jauche, Gülle oder Kalkammon­ salpeter, im Frühjahr eine weitere Ertragssteigerung zu erzielen. Daher müssen wir im Herbst eine ausreichende Kaliphosphatdüngung durchführen, wobei 150 bis 300 kg/ha 40er Kalisalz und 200 bis 400 kg/ha Thomasmehl angebracht sind. Diese Mengen mögen manchem Bauern hoch erscheinen, aber sie sind für die Ver­ besserung unserer Grünlandbestände und der Erträge auf Wiesen und Weiden notwendig. Eine starke Dün­ gung mit Kalisalz und Thomasmehl, wobei die an­ gegebenen Mengen noch erhöht werden können, stellt eine Meliorationsdüngung dar, die besonders auf Mäger- wiesen zur umbruchlosen Verbesserung und nachhal­ tigen Ertragssteigerung erfolgreich ist. Insbesondere muß darauf hingewiesen werden, daß Kalisalz und Thomasmehl Vorratsdünger darstellen, die im Boden festgehalten und nicht ausgewaschen werden. Bei reich­ licher Vorratsdüngung haben sie eine 3 bis 4 Jahre lang anhaltende Wirkung. In Zeiten günstiger Bezugs­ möglichkeiten sollte man daher damit reichlich düngen, um dann in finanziell ungünstigeren Jahren daran 25
  29. 29. sparen zu können, ohne den Wiesen- und Weideertrag zu beeinträchtigen. Einige Zahlen mögen beweisen, wie schnell sich die Kalisalz- und Thomasmehldüngung auf den Ertrag und Pflanzenbestand einer Wiese in 1120 m Höhe aus­ wirkte. Ertrag und Pflanzenbestand nach einmaliger Düngung 450 kg/ha Thomasmehl s 300 kg/ha Kalisalz 450 kg/ha Thomasmehl 300 kg/ha Kalisalz 200 kg/ha Kalk­ ammonsalpeter Heuund Grummetg/ha 42,9 59,1 73,6 Pflanzenbestandin % Gräser................ 25 40 60 Klee-Leguminosen 10 30 15 Kräuter............... 65 30 25 Zusammen ............. 100 100 100 Der für viele Wiesen typische hohe K r ä u t e r ­ a n t e i l wurde schon im ersten Jahre der Düngung mit Kaliphosphat stark zurückgedrängt und dafür der K 1ee- u n d G r ä s e r a n t e i l erhöht. Wurde schon bei der Kaliphosphatdüngung ein hoher Ertrag (59,1) erzielt, so zeigt die zusätzliche Kalkammonsalpetergabe, welche Erträge bei guter Grunddüngung möglich sind. Gleich­ zeitig zeigt dieser Versuch, wie durch Kaliphosphat vorwiegend Kleearten und Leguminosen und durch zusätzliche Stickstoffdüngung wieder vorwiegend die Gräser gefördert werden und daß auf den Wiesen nur durch wechselweise Düngung mit diesen Nährstoffen hohe Erträge und gleichzeitig gute Pflanzenbestände erzielt werden können. 3. Empfehlenswerte Düngunggfolge für Mäh- und Koppelweiden Die neuzeitlich genutzten Weiden bringen höchste Er­ träge, wenn sie richtig bewirtschaftet werden. Infolgeder häufigen Weidenutzung kann reichlich mit Stickstoff (Jauche, Gülle, Kalkammonsalpeter) gedüngt werden, wodurch die Weiden bei ausreichender Grunddüngung
  30. 30. (Stallmist, Kalk, Kalisalz, Thomasmehl) höchste Er­ träge bringen. Auf den Mäh- und Koppel wei den erscheint es daher zweckmäßig, folgenden Düngungsturnus für die H e r b s t d ü n g u n g einzurichten. Die Mähweidenutzung sichert in den Grünlandgebieten der Alpen die höchsten Flächenerträge und fährt za höchsten Milchleistungen aller Rinderrassen! 1. Viertel der Weide bzw. i. Jahr:................ 120 bis 150 q/ha Stallmist 2. Viertel der Weide bzw. 2. Jahr:................ 200 bis 300 kg/ha 40er Kalisalz 300 bis 400 kg/ha Thomasmehl 3. Viertel der Weide bzw. 3. Jahr:................ 100 bis 150 hl/ha Jaucheoder Gülle 400 bis 500 kg/ha Thomasmehl 4. Viertel der Weide bzw. 4. Jahr:................ 200 bis 300 kg/ha 40er Kalisalz 300 bis 400 kg/ha Thomasmehl 1000 bis 1500 kg/ha kohlensaurer Kalk Betriebe, die kalkhaltige Böden haben, können auf die Kalkdüngung verzichten, und bei Betrieben, die mit Jauche oder Gülle ihre Weiden nicht erreichen (was eigentlich nur Sonderfälle sind), fällt die Düngung Nr. 3 aus, so daß sich ein dreijähriger Düngungstumus ergibt. 97
  31. 31. Dieser Düngungsplan bezieht sich nur auf die Horbst- bzw. Winterdüngung und bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Weidenutzung, zu der eine sach­ gemäße Koppelanlage und die ausreichende Stickstoff­ düngung im Sommer gehört, die im Kapitel 6 be­ handelt wird. Mit Stallmist gedüngte Koppeln werden im Frühjahr von den Kühen nicht gerne abgeweidet und müssen daher das erste Mal gemäht werden. 4. Empfehlenswerte Düngungsfolge für Wiesen Für die W i e s e n d ü n g u n g ist ein Düngungsplan gemäß Tabelle auf Seite 29 zu empfehlen. Die Wiesen werden in vier Teile geteilt und jedes Viertel erhält eine andere Düngung, so daß nach vier Jahren jedes Viertel alle Düngungen erhalten hat. Selbstverständlich kann es aus betriebstechnischen Gründen nötig sein, die eine oder andere Düngung, wie z. B. die Jauche oder Gülle, fallenzulassem. Dann richtet man eben einen dreijährigen Turnus ein; aber die Stallmiatdüngung sollte nie fehlen. Die höheren Düngermengen auf den schlechten Wiesen sind deshalb notwendig, weil ihr Düngungszustand ein­ mal schnell gehoben werden muß und weil auf bisher schlecht gedüngten Wiesen kleine Gaben nur langsam wirken. Nach einer stärkeren Vorratsdüngung kann dann zur schwächeren Düngung übergegangen werden. Für Wiesen, die mit Jauche oder Gülle nicht er­ reicht werden, ist eine andere Düngungsfolge etwa nach folgendem Schema einzurichten: 1. Jahr 100—160 q/ha Stallmist im Herbst (auf guten Wiesen nach dem 1. Schnitt Kalkammonsalpeter). 2. Jahr 1000—1600 kg/ha Kalk im Herbst 300— 400 kg/ha Thomasmehl im Herbst 160— 300 kg/ha Kalisalz im Herbst 3. Jahr 200— 300 kg/ha Thomasmehl im Herbst 160— 200 kg/ha Kalisalz im Herbst Kalkammonsalpeter im Frühjahr und nach dem 1. Schnitt. 4. Jahr bei ausreichendem Stallmistvorrat Düngung wie im 1. Jahr oder: 200— 260 kg/ha Thomasmehl 100— 200 kg/ha Kalisalz Kalkammonsalpeter nach dem 1. Schnitt. 28
  32. 32. Düngungsplan Düngung Im Herbst Wiesen ln Wiesen ln schlechtem gutem Düngungs- j Düngungs­ zustand zustand Düngung im Frühjahr und Sommer 1.Jahrbzw. 1.Viertelder Wiesen Stallmist Thomasmehl Kalisalz q/i 120 bis 150 1 weiterhin 200 100 ia 100 bis 160 ltg/ba nach dem 1. Schnitt Kalk­ ammon­ salpeter 2.Jahrbzw. j2.Viertelder Wiesen Kalk Thomasmehl Kalisalz 1000 bis 1500 400 300 nur bei Kalk- mangel 300 160 — 3.Jahrbzw.j I3.Viertelder Wiesen Thomasmehl 400 300 Jauche oder Gülle im Herbst, Frühjahr u.Sommer 4.Jahrbzw. 4.Viertelder Wiesen Thomasmehl Kalisalz 300 200 200 100 Kalk­ ammon­ salpeterim Frühjahr u. Sommer Wohl kann man auch niedrigere Handelsdünger­ mengen anwenden, man muß sich aber stets darüber im klaren sein, daß die Höhe des Wiesenertrages unter sonst gleichen Bedingungen von der Höhe der Dün­ gung abhängig ist. Es besteht nur in Ausnahmefällen die Gefahr, daß zuviel gedüngt wird, während in 99.o/o der, Fälle die Düngung meist zu gering ist. In- temsivwiesen mit dreimaliger Nutzung (2 Schnitte und Herbst- oder Frühjahrsweide) verlangen und lohnen natürlich eine stärkere Düngung als Wiesen mit nur zweimaliger Mahd. Bei diesen Düngungsfolgen werden jedoch gute Gräser-Leguniinosen-Futterkräuterbestände erzielt, die hoho Erträge bringen. Mehr F u t t e r bedeutet aber me h r Vieh, und me hr Vieh bringt mehr Mist für die Düngung unseres Grünlandes. 29
  33. 33. VI. Die Düngung des Dauergrünlandes im Frühjahr und Sommer Unsere Grünlandpflanzen haben ihre stärkste Ent­ wicklung im Frühjahr und Vorsommer und diese natur­ bedingte Entfaltung zu größter Leistungsfähigkeit müs­ sen wir durch angemessene zusätzliche Stickstoffdün­ gung iKalkammonsalpeter, Jauche, Gülle) ausnutzen, um höchste Erträge im Vorsommer, aber auch noch gute Erträge im Sommer und Herbst zu erzielen. Die Wiesen und Weiden bringen im großen Durchschnitt so geringe Erträge und sind aber so weitgehend ver- 1lesserungsfähig, daß sie einen großen Teil des feh­ lenden Eiweißfutters für unsere Viehbestände in Form von Weidegras, Weideheu, Wiesengrummet und Gär­ futter liefern könnten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, zu der bisher besprochenen Herbst- oder Grunddüngung auch eine entsprechende Sommerdüngung zu geben, damit alle Möglichkeiten, die zu höheren Erträgen an Masse und an Nährstoffen führen, ausgenutzt wer­ den. Wird dann noch eine der Düngung entsprechende intensive Nutzung der Wiesen und Weiden durch­ geführt, so bleiben die Erträge des Dauergrünlandes hinter den ertragsreichsten Ackerfrüchten nicht mehr zurück. 1. Die Düngnng der Wiesen Bei der Herbstdüngung der Wiesen wurde bereits darauf hingewiesen, daß die Düngung der Wiese nicht einseitig sein darf. Es ist in erster Linie darauf zu achten, daß die Jauche oder Gülle nicht jährlich auf dieselbe Wiese kommt, sondern daß nur alle zwei, besser aber nur alle 3 bis 4 Jahre auf der­ selben Wiese Jauche gegeben wird. In dem ei nen J a h r e ohne Jauche oder Gülle erhalten die Wiesen eine reine Kaliphosphatdüngung, damit sich die Legu­ minosen entwickeln und ausbreiten können, während in dem a n d e r e n J a h r e eine Stallmistdüngung gege­ ben wird. Dadurch ist es notwendig, einen größeren Teil der Wiesen als bisher in die Jauchedüngung einzu- bezieben. Da die Jauche aber ohnedies nicht für alle Wiesen ausreicht und 300 bis 400hl/ha gegeben wer­ den sollen, ist es zweckmäßiger, eine Wiese gut als 30
  34. 34. drei Wiesen schlecht zu düngen. Man düngt mit Jauche oder Gülle am besten im Frühjahr, nach dem ersten Schnitt und wenn der zweite Schnitt zeitig ist, auch Solche Wiesenkerbelbestände werden am schnellsten durch mehrmalige Beweidung verbessert noch einmal nach dem zweiten Schnitt, damit ein guter Nachwuchs im Herbst anfällt. Aus der auf Seite 29 besprochenen Düngungsfolge geht hervor, daß zur Erzielung hoher Erträge auf den Wiesen auch «die Anwendung von Handelsdüngerstick­ stoff notwendig ist. Die Stickstoffdüngung mit Kalkammonsalpeter ■soll 200 bis 300 kg/ha betragen und in zwei oder drei Gaben von je 100 bis 150kg/ha angewendet werden. Die erste Gabe im Frühjahr, die zweite nach dem Heuschnitt und bei Intensivwiesen oder zur Erzielung einer Herbst­ weide die dritte Gabe nach dem Grummetschnitt. Eine Kalkammonsalpetergabe von 100 kg/ha bringt bei den hiesigen Klimaverhältnissen nach unseren Ver­ suchen im Mittel einen Mehrertrag von 500 kg Heu. Vielfach wird behauptet, daß nach einer Stickstoff­ düngung der Ertrag in der folgenden Zeit, in der nicht mehr mit Stickstoff gedüngt wird, niedriger sei als vor der Anwendung. Das Verhalten und die Auswirkung der einzelnen Stickstoffgaben zeigen folgende Zahlen aus einem sechsjährigen Wiesendüngungsversuch: 31
  35. 35. Parzelle Nr. A. Die Düngung zu den Erträgen der einzelnen Schnitte Kalkammonsalpeter kg/ha nach demim Frühjahr 1. Schnitt nach dem 2. Schnitt Gesamtmenge I 11 200 III 300 IV 300 — 100 | 200 100 200 400 600 B. Heuertrag Q /ha beim Rohprotein­ ertrag k g /h a Nr. 1. Schnitt 2. Schnitt 8. Schnitt Gesamt i 46,1 29,6 13,8 89,4 937 ii 60,6 29,0 13,9 103,4 1036 in 64,7 3 4 j| _ 14,3 113,1 1109 IV 63,9 39,8 19,7 123,4 1186 Parzelle Nr. C. Mehrertrag an Heu q/ha gegenüber Parzelle I beim Mehrertrag an Heu q/ha je 1. Schnitt 2. Schnitt 3. Schnitt Insgesamt ammonsalpeter u 14,4 — 0,6 0,1 14,0 7,00 in 18,6 4,6 0,6 23,7 6,92 IV 17,8 10,3 6,9 34,0 6,67 Diese Versuchsergebnisse zeigen uns folgendes:. 1. Die Stickstoffdüngung hat stets einen Mehrertrag gebracht, der der Höhe der Düngung entspricht und der in keinem Falle unter der für eine Wirtschaftlich­ keit erforderlichen Grenze liegt. 2. Die Wirkung der Sommerdüngung ist ebenso gut wie die der Frühjahrsdüngung. 3. Kleinere Gaben von 100 bis 200 kg/ha Dünger wirken besser als große einmalige Gaben (siehe 1. Schnitt!). Die Erträge der Parzellen II und III, die nach dem ersten bzw. nach dem zweiten Schnitt keine Stickstoff­ düngung erhielten, sind beim zweiten bzw. beim dritten Schnitt nicht niedriger, sondern genau so hoch wie die Ertäge der Parzelle I ohne 'Stickstoffdüngung. Daraus geht folgendes hervor: a) Die Stickstoffdüngung wird auf Wiesen, gleich­ gültig, in welcher Höhe sie gegeben ist, in der Zeit von 32
  36. 36. der Düngung bis zur nächsten Nutzung völlig auf­ gebraucht und zeigt im nächsten Schnitt keinerlei Wir­ kung mehr. Solche Wiesenbestände mit vorwiegend Löwenzahn (Taraxacum und Leontodon) sind ein Zeichen zu niedrigen Futterwuchses, weil sich diese Pflanzen nur in niedrigen Beständen ausbreiten können b) Eine einmal mit Stickstoff gedüngte Wiese bringt nach Weglassen der Stickstoffdüngung in der folgenden Zeit keinen niedrigeren Ertrag als die vergleichbare nie mit Stickstoff gedüngte Wiese. Wie müssen wir nun praktisch die Sommerdüngung der Wiesen durchführen? Mit Rücksicht darauf, daß die Wiesen nur bei zweck­ mäßiger Wechseldüngung gute Pflanzenbestände von Gräsern, Leguminosen und Kräutern aufweisen und nur diese die Gewähr für hohe Heu- und Eiweißerträge bieten, kann auf den Wiesen die Stickstoffdüngung (Jauche, Gülle, Kalkammonsalpeter) nicht jährlich an­ gewendet werden, und zwar wird man dort, wo ge­ nügend Jauche oder Gülle vorhanden ist, vorwiegend mit dieser düngen, während auf Wiesen, wo keine Jauche hingebracht werden kann, mit Kalkammon­ salpeter zu düngen ist. In beiden Fällen gilt der Grund­ satz, daß nicht zu häufig und1nicht immer zum selben Zeitpunkt (Frühjahr, Sommer) dieselbe Wiese damit gedüngt werden soll und daß die Düngermenge in 33
  37. 37. kleineren Gaben verteilt auf die ganze Wachslumszeit stets besser wirkt als eine große einmalige Gabe. Dün­ gung und Nutzung müssen stets aufeinander abge- Htiimnl sein. Vorweide im Frühjahr oder .zeitiger Gär- futlerschnitt verlangen eine Kalkammonsalpeterdüngung oder Dcgüllung. Will man im Herbst einen guten Nach­ wuchs für Weidezwecke haben, dann ist es unerläßlich, im Sommer eine Stickstoffdüngung zu geben. 2. Die Düngung der Weiden Die Anluge einer neuzeitlichen Milhweide hat nur dann einen Zweck, wenn sie ausreichend gedüngt wird. Dafür bringt aber die gut gedüngte Maliweide gegen­ über der llutweido oder Standweid© auch den 3- bis ßfachon Erlrag und es ist nicht übertrieben, daß' durch Einkoppelung und Düngung l>oi Deweidung mit Kühen rund 3000 bis 6000kg/ha Milch erzielt werden können. Die Weide braucht im Gegensatz zur Wiese jedes Jahr hohe Stickstoffgaben, um ausreichendes Weidegras erzeugen zu können. Hinsichtlich der Anwendung der (i (111e, Jauche oder, des K a l k a m m o n s a l p e ­ ters gölten die gleichen Grundsätze wie hoi der Wiese: kleine, häuf i ge Gaben wirken besser als große einmalig» Düngungen. Da wir auf der Weide ß- bis 7mal nulzon, können wir noch öfters als auf der Wiese düngen. Din erste Düngung erfolgt im zeitigen Früh­ jahr und dio letzte Düngung kann mit demselben Er­ folge im August gegeben werden, so daß durch diese Verteilung der Stickstoffdüngung auf 3 bis ß Gaben der l'utlerwuchs auf der Weide wiihrend des ganzen Jahres gut ist. Zweckmäßig ist es aber, auch auf der Weide bei Vorhandensein von Jauche oder Gülle, soweit diese nicht ausroicht, abwechselnd mit Kalk­ ammonsalpeter zu düngen. Wohl ist auf der gut g>o- pfloglon Milhweide durch Jauche keine Verunkrautung des Pflanzenbestandes zu befürchten, jedoch ist es besser, nicht immer dieselbe Fläche mit dem gleichen Dünger zu düngen, sondern damit zu wechseln. Kür die Sommerdüngung dor Weiden rechnet man 300 bis fiOOkg/ha Kalkammonsalpeter, der in 3 bis f>Gaben von je 100 bis IM) kg, ha anzuwenden ist. Wo Jauche oder Gülle angewendet wird, kann jeweils durch eine Güllediluguiig ei ne Gnlio des Kalkammonsalpeters eingesparl worden. Auf Grund dor zur Verfügung slohen- 34
  38. 38. den Gülle- oder Jauchemengen kann man sich leichtaus­ rechnen, wieviel Kalkammonsalpeter zusätzlich für eine ausreichende Düngung der Koppeln gebraucht wird. Da 100 bis 150kg/ha Kalkammonsalpeter 20 bis 30kg Rein­ stickstoff enthalten und mit, einer Düngung jeweils diese Mengen gegeben werden sollen, um einen sicht­ baren Wachstumserfolg zu erzielen, ist danach auch berechenbar, wie hoch die Jauche oder Gülledüngung sein muß. Bei konzentrierter Jauche sind grundsätz­ lich 100 bis 150 hl/ha und bei Gülle (1:5) etwa 500hl je ha für eine einmalige Gabe notwendig. Die Weide verwertet die Düngung unter allen Kul­ turen mit am besten und deshalb wäre es falsch, an der Weidedüngung zu sparen. Milchviehweiden, um die es sich ja vorwiegend handelt, bringen 3 bis 4 Wochen nach der Düngung das für den Dünger ausgegebene Geld durch erhöhten Futterwuchs wieder herein und setzen so das Düngerkapital am schnellsten um. Hiezu folgende Weidekontrollergebnisse: Düngung Stärke- wert­ ertrag kg/ha Ertrags- 1 Steigerung } i» °/o Mehrertrag an Milch kg/ha 1 Mehrertrag an kg Milch durch 100kg Kalk­ ammonsalpeter Kalisalz— Thomas­ mehl(KP)............ 2129 - KP + 300kg/ha Kalkammonsalpeter 3011 41 1056 362 KP + 460kg/ha Kalkammonsalpeter 3467 63 1644 3651 Diese gute Wirkung der Stickstoffdüngung, sei es nun Kalkammonsalpeter, Jauche oder Gülle, die in dem hohen Milchertrag zum Ausdruck kommt, müssen wir uns in der Weidebewirtschaftung zunutze machen, indem wir regelmäßig und ausreichend mit Stickstoff düngen. Selbstverständlich muß der Unitrieb richtig durch- gaführt werden und die Weideeinteilung (mindestens 8 bis 12 Koppeln) in Ordnung sein. Hohe Leistungen können die Weidetiere nur dann hervorbringen, wenn sie gut gefüttert werden. Man spricht oft von einer zu starken Eiweilifütterung auf der Weide. Da wir aber zur Zeit noch mehr Hutweiden als Intensivweiden haben, kommt es in erster Linie darauf an, die umfang­ 35
  39. 39. reichen Hutweiden zu verbessern. Wo aber bereits gute Weiden bestehen, entgeht man einer zu starken Eiweiß- tütterung dadurch, daß man die Koppeln erst dann be­ setzt, wenn das Futter mindestens 15 bis 20cm lang ist und das Eiweiß-Stiirkeverhällnis des Futters dem Bedarf der Milchkühe am besten entspricht. Dazu ge hören die richtige Weideeinteilung, das richtige Ver­ ständnis für den rechtzeitigen Umtrieb und für den zeitgemäßen Schnitt der überständigen Weidekoppeln. Denn nur bei sorgfältiger Beobachtung der Futter­ entwicklung. und zwar besonders im Frühjahr, ist es möglich, stets das richtige Futter zur Verfügung zu haben. Hiebei aber ist die Düngung stets das sicherste Mittel, um den Futtemachwuchs günstig zu beein­ flussen. Dies beweisen die Ergebnisse von 35 prak­ tischen Weidebetrieben, die 12 Jahre lang auf Ertrag und Düngung der Weiden geprüft wurden: Mittel derWeiden Hr. Düngung kg/ha Ertrag an Kalk­ ammon­ salpeter Thomas­ mehl 40er Kalisalz Milch kg/ha Stärke­ werten kg/ha 1—5 SO 95 47 1965 1690 6—10 125 100 57 2460 2106 11—15 245 190 108 2786 2430 16—20 275 210 167 2998 2888 21—25 900 245 173 3447 3163 36—30 445 350 220 3652 3766 31—36 460 460 250 6049 4260 Mit fast versuchsmäßiger Genauigkeit beweisen die festgestellten Ergebnisse den Wert einer reichlichen Düngung für die Erzielung hoher Weideerträge. Selbstverständlich gilt für die intensive Mähweide­ ndtzung die Voraussetzung, daß ausreichende Nieder­ schläge fallen, ln den Übergangsgebieten ist es zweckmäßig, bei Trockenheit nach dem Abweiden eine dünne Bedeckung der Koppel mit strohigem Stallmist durchzuführen, um ein Ausbrennen der Grasnarbe zu verhindern. Insbesondere darf in solchen Gebieten nicht zu kurz abgeweidet, das heißt nicht totgeweidet werden, weil sich die Weide Sonst nur mehr schwer von solchen Trockenschäden erholt. Gut gedüngte und gut bewirt­ schaftete Weiden aber überstehen Trockenzeiten stets besser als nährstoffarme Weiden. 36
  40. 40. VII. Der Umtrieb in der Mfthweidewirtgchaft Für die Einteilung einer Weide ein einheitliches Schema anzugeben, ist sehr schwierig, da die Weide- und Betriebsverhältnisse überall verschieden sind. Aber trotzdem müssen bei Anlage einer Weide bestimmte Richtlinien eingehalten werden, die in der Mähweide- wirtschait als zweckmäßig erkannt worden sind, da der Erfolg einer Weide in hohem Maße von der Koppel­ größe, der Koppelzahl und dem geregelten Umtrieb abhängt. Es soll deshalb an einigen Beispielen gezeigt werden, wie sich der Koppelumtrieb bei der Mähweide im Laufe des Weidejahres gestaltet.*) Ein Weidebetrieb habe 20 K ühe.............................. & 600 kg = 100 q Lebendgewicht 12 Stück Jungvieh.............. ä 300 kg = 36 q Lebendgewicht 7 Stück Jungvieh.............. ä 200 kg = 14 q Lebendgewicht zusammen 160 q Lebendgewicht = 30 Stück Großvieh. Da je nach Güte der Weide e in St ück Gr oßvi eh "2,5 bis 5 Ar W e i d e f l ä c h e in einer Koppel b r a u c h t und unser Weidebetrieb über eine sehr gute Weide verfügt, reichen hier 3,3 Ar Weidefliiche je Stück Großvieh in einer Koppel, das heißt 30 Stück Großvieh X 3,3 Ar = 100 Ar Koppelgröße aus. Weiden wir in einer Gruppe (also alle 30 Stück Großvieh auf einmal), dann haben wir die E i n g r u p p e n wei de mit einem Koppelbesatz von 150q/ha. Wenn wir aber Kühe und Jungvieh in zwei Weidegruppen trennen, um eine zweckmäßigere Ausnutzung des Weidefutters zu erzielen, dann haben wir die Z w e i g r u p p e n- we i d e mit einem Koppelbesatz von 20 Kühen oder 100 q/ha (Besatzdichte) in der ersten Weidegruppe und mit einem Koppelbesatz von 50 q/ha (19 Stück Jungvieh) in der zweiten Weidegruppe. Bei der Eingruppenweide legen wir zugrunde, daß die Weidetiere in einer Koppel für zwei Tage Futter vorfinden, so daß wir also eine Z w e i t a g s w e i d e vor uns haben. Weiden die Kühe und das Jungvieh getrennt, dann ist auch für jede Gruppe für zwei Tage Futter vorhanden, aber es weidet zuerst das *) Vgl. „Der fortschrittliche Landwirt“, 8, 1960. Verlag Leopold Stöcker, Gruz. 37
  41. 41. Schema I. Beispiel für den Weideumtrieb Umtnd Neide- gruppe kopp*VI*. * k V *X* W. N un* V«. ■>/ ' ^ ‘k< ►Xlv lu * < x y%%«/ ' W K Viu V» Wi, 11/tu 1 I. n. 15.-2.5 Beift, 3SrAS 3.-45. «er 5.-6.5. 5.-65. zum 7-5.5. 7-65. IVe/cfe 9.-10S 9.-10S iberga H-125 11-125 »0 13.-14.6 13.-1451 15:165| 2. I. n. 775:18.5 195.-205 19.-206 21.-225 21.-225 23.-24.5 23.-245. 25.-265 2S.-26S 27-26.5 27-28.5 29.-305 29.-305* 31.5.-1-6| 3. t . R. 25.-36. 4.6-56 4-5.6. 6.-7.6. 6.-t.6. 8-9.6 8.-96. 10.-11.6. 10.-115. 12:13.6. 12:10. 14:166. 14r1S£. 16:17.6.| 4. I. R. 22.6-236 24.6:25.6. 24.-256 26-276. 26.-27.fi. 28.-29.6 26.-23.6 30JB.-1.7. 30£.-1.7. Ir 3.7 2.-3.7. 4.-5.7. 4-5.7 6.-7.7.1 S. Z. R. 78.7-19.7 20.7-21.7. 20.-21.7. 22:23.7. 22:23.7. 24.-25.7. 24:25.7. 26:27.7. 26.-27.7 26.-29.7. 26:29.7 30.-317 30.-31.7.1 18r2i. 6. I. R. 19SZ0Ä 21,8:22.8 21-225 23-24.8 23:24.8 25:268. 25:26.8. 27.-288. 27.-26.8. 29.-30.8 29.-30.6 31.8:19. 315.*1.9.| 2-3.9. 7. I. R. 20.921.9. 225-239 22-239 >b 24.-255. 24-25.9 M itte 28.-275. 26:27.9. Jepte 26:29.9 28-29.9 möer 309.-1.1fl 303410. Nebei 2.-3.101 2.-3.10.1 meide 4:5.101 Reihenfolge der Beweidung und I.Jahr 1 Z 3 4 5 6 7 Z.Jahr S 6 7 8 9 70 77 3.Jahr 3 10 77 72 73 74 75 4.Jahr 13 14 15 76 7 2 3 • Düngungs- ohne organischeDüngung Kalk plan zusätzlich nach Bedarf Kalisalz,
  42. 42. bei Zweitagsweide mit einer oder zwei Weidegrnppen 14.-15.9 16.-17.9. 18.-19.9. 16r17.9. 18:19.9. 20:21-9. 6.-7.10. 8:9.10. 1(Mt10 Wies* n uml Kle 8-9.10. I0r11.ia 12r13.Hl 14:15.10 1647.10 ichläc en 16.-17.1Ü18:19.10 12:13.10. ?gras 14.-15.« 20:21.10 22:23.10, Schnittnutzung der Koppeln in mehreren Jahren 6 3 10 11 12 13 14 15 16 12 13 14 15 16 1 2 3 4 16 1 2 3 4 5 6 7 S 4 S 6 7 8 9 10 11 12 Jauche oder Gülle Stallmist Thomasmehl und Kalkammonsalpeter 6.-7.9. 8.-S.9. S.-9.9. 10:11.9. 10.-11.9. 12.-13.9. 12:133 14:15.9. 6.-7. 7. 8.-97 8-9.7. 10.-11.7. 18.-28 3.-4.8 5.-6.8 2.-3.9 4.-59 39
  43. 43. Milchvieh zwei Tage und sucht sich das beste Futter aus und dann folgt das Jungvieh ebenfalls zwei Tage und weidet das von den Kühen stehengelassene Futter ab. So wird also die Koppel bei Eingruppenweide 2 Kalendertage und bei Zweigruppenweide 4 Kalender­ tage lang bestoßen. Die Zahl der Koppeln soll, da wir einen Mähweide- betrieb vor uns haben, im ersten Beispiel 16 be­ tragen. Wie sich nun der Koppelumtrieb und die Mähnutzung im Laufe des Jahres unter normalen Ver­ hältnissen bei dem oben angegebenen Koppelbesatz in der Regel gestaltet, ist in Schema I auf Seit© 38/39 dargestellt. Dieses Schema gilt sowohl für Zweigrup­ penweide, bei der — wie angegeben — die zwei Gruppen stets nacheinander je 2 Tage auf einer Koppel weiden, wie auch für Eingruppenweide. Im letzten Falle muß man sich nur die Angaben für die „zweite Gruppe“ wegdenken. Aus diesem Schema ersehen wir, daß beim ersten und zweiten Umtrieb nur 8 Kop­ peln gebraucht werden, weil im Mai das Weidegras auf den zuerst beweideten Koppeln schon nach 12 bis 14 Tagen wieder soweit nachgewachsen ist, daß eine neue Beweidung erfolgen kann. Beim dritten Umtrieb aber müssen bereits neue Koppeln herangezogen wer­ den, und zwar in unserem Beispiel die Koppeln Nr. 9 und 10. Ende Juni beginnt ja der Futterwuchs schon langsamer zu werden, deshalb müssen zwischen den fol­ genden Umtrieben längere Ruhepausen oder Wachs­ tumszeiten als zwischen dem ersten und zweiten Um­ trieb eingeschaltet werden. Es sind im Durchschnitt zwischen je zwei Beweidungen einer Koppel fol­ gende Wachstumszeiten erforderlich: Zwischen 1. und 2. Umtrieb (Mai).................... 12—14Tage 2. und 3. Umtrieb (Mai/Juni)............ 12—14Tage 3. und 4. Umtrieb (Juni/Juli)............ 16—18Tage 4. und 5. Umtrieb (Juli/August) ........ 22—24Tage 5. und 6. Umtrieb (August/Sept.)........ 28—30 Tage 6. und 7. Umtrieb (Sept./Okt.)........... 35—40Tage Diesen Wachstumszeiten wird in unserem Weide­ beispiel durch Einschaltung neuer Koppeln nach dem dritten, vierten und fünften Umtrieb Rechnung ge­ tragen. Nach dem sechsten Umtrieb aber haben wir keine neuen Koppeln mehr eingeschaltet, weil1ab Sep­ tember Wiesen und Kleegrasschläge für die Beweidung 40
  44. 44. SchemaII.BeispielfürdenWeideumtriebbeiDreitagsweidemiteinerWeidegruppe 41
  45. 45. als Ausgleich mr Verfügung stehen. Diese Flächen wer­ den besserdurch Hüten oder Aufstellen fliegender Elektro­ zäune als im festen Koppelsystem genutzt. Bei diesem Wachstumsrhythmus des Weidegrases wird also im Frühjahr nur die Hälfte der Koppeln beweidet, die andere Hälfte bleibt zur Mähnutzung übrig. Diese Koppeln, die größtenteils zweimal gemäht werden kön­ nen. müssen aber so zeitig geschnitten werden, daß sie bei Bedarf für die Beweidung wieder nachgewach­ sen sind. Darin liegt die Kunst des Mähweidewirtes, jede Unterbrechung im Weidebetrieb zu vermeiden und für eine gute Staffelung des Futteranfalles auf den einzelnen Koppeln etwa nach Schema III zu sorgen. . . ... fürHYeide Schema in zu hoch, daher berreidungs- reif im Nachwuchs Gruppe ‘ Q jppelNr 1 2 3 4 - 5 6 7 8 9 10 11 12 Bei richtiger Mähweidenutzung darf man nicht jedes Jahr dieselben Koppeln mähen, sondern muß mit dem Mähen und Beweiden der einzelnen Koppeln so abwech­ seln. wie es unterhalb des Schemas I angegeben wurde. Gleichzeitig mit der Nutzung wechselt auch die Dün­ gung mit Stallmist, Gülle oder Jauche und Kalk im vierjährigen Turnus, wie dies ebenfalls im Schema I eingezeichnet ist. Stallmist-, Jauche- und Güllekop­ peln werden danach zuerst gemäht, dann beweidet. Da es aber viele Weidebetriebe mit geringerer Kop­ pelzahl und vor allem mit anderer Weidedauer je Koppel gibt, soll das Schema H auf Seite 41 zeigen, wie der Weideumtrieb z.B. bei 12 Koppeln und bei drei­ tägiger Beweidung mit einer Weidegruppe vor sich gebt. Wir gehen wieder von 16ha Mähweidefläche und 30 Stück Großvieh aus, so daß sich also bei Einteilung in 12 Koppeln eine Koppelgröße von 1,33ha und ein Koppelbesatz von 150 q Lebendgewicht: 1,33 ha Koppelgröße = 113 q/ha ergibt. Der Verlauf des Umtriebes ist ähnlich wie beim ersten Beispiel, jedoch ist es bei dreitägiger Beweidung 42
  46. 46. gut iiDugiiujj, in äwöi uruppea zu weiaon, weil sonst die Koppel sechs Tage lang besetzt wäre und eine so lange IJeweidungszeit für den Nachwuchs des Heuhütten eignen sich für vorgetrocknetes Futter Weidegrases nicht günstig ist. Es gibt aber viele Be­ triebe, die vorwiegend Milchkühe auf den Mähweiden haben und daher mit e i n e r Weidegruppe auskomnien. Auch bei reinen Jungviehweiden genügt in der Regel eine Weidegruppe und in diesen Fällen ist dann die Drei- oder gar Viertagsweide mit geringerem Koppel­ besatz angebracht. Es gibt also viele Möglichkeiten, den Weidebetrieb er­ folgreich zu gestalten, und auf Grund der besprochenen Beispiele ist es leicht möglich, die Koppelgröße für verschieden große Viehbestände zu berechnen. Be­ züglich der Anzahl der Koppeln gilt der Grundsatz, daß sich der Weidebetrieb um so leichter gestalten läßt, je mehr Koppeln vorhanden sind. Eine geringe Zahl von 6 bis 8 Koppeln ermöglicht meist nur reine Weidenutzung; zur Mäliweidenutzung sind 10 bis 12 oder noch besser 12 bis 16 Koppeln erforderlich, die mit dem Elektrozaun leicht eingezäunt werden. 43
  47. 47. VIII. Höhere Nährstofferträge von den Wiesen durch Gerüsttrocknung Wenn wir das auf Wiesen und Kleeschlägen ge­ wachsene Futter verlustlos zu Heu bereiten könnten, dann wäre die Nährstoffversorgung unserer Kühe im Winter ausreichend gesichert. Leider sind wir aber hiezu nicht in der Lage, weil durch die Heu­ wer bu n g von den zum Z e i t p u n k t des S c h n i t t e s im G r ü n f u t t e r e n t h a l t e n e n N ä h r st o f f e n je nach der Wi t t er ung 25 bis 60o/o verl orengehen. Diese Verluste entstehen bei der Heuernte 1. durch Atmung des Futters nach dem Mähen, 2. durch Abbröckeln wertvoller Blatteile beim Bearbeiten, 3. durch Auswaschung bei Regenwetter und 4. durch Gärung im Heustock. Während die At mu n g s v e r l u s t e nicht verringert werden können, sind wir in der Lage, die unter 2. bis 4. angeführten Verluste durch Heuwerbung auf Ge­ rüsten weitestgehend zu verhüten. Abbröckelungs- ver l us t e entstehen bei Bodentrocknung durch das Wenden, Häufeln und Anstreuen des Futters, wobei die Verluste um so größer sind, je häufiger diese Arbeiten durchgeführt werden müssen und je blattreicher das zu trocknende Futter ist. Letzteres bezieht sich vor allem auf kleereiches Futter, reinen Rotklee und auf Luzerne, bei denen durch Bodentrocknung auch bei schönstem Heuwetter fast nur die rohfaserreichen Sten­ gel geerntet werden, während die eiweißreichen Blatt­ teile völlig verlorengehen. Diese Verluste vermeiden wir durch Heuwerbung auf Gerüsten. Die während der Heuernte dur ch R e g e n ­ wetter v e r u r s a c h t e n Au s w a s c h u n g s V e r ­ l ust e können wir durch Anwendung von bewährten Trockengerüsten fast völlig verhindern. Die Aus­ waschungsverluste sind um so größer, je stärker das Futter beim Eintreten des Regens bereits an­ gewelkt ist. Die G ä r u n g im Heustock, die ebenfalls Nähr­ stoffverluste mit sich bringt, ist allgemein bekannt. Diese Gärung verläuft um so heftiger, je schneller 44
  48. 48. das Heu getrocknet wurde. Auch stark gedüngtes Futter (Güllewiesen!) gärt stärker als mager gewachsene®. Dagegen macht das langsam auf Gerüsten getrocknete Heu im Heustock fast keine Gärung mehr durch. Wenn die bei Bodentrocknung auftretenden Nähr­ stoffverluste durch Einsatz von Trockengerüsten weit­ gehend beseitigt werden können, dann ist hiebei noch besonders zu berücksichtigen, daß durch die Boden­ trocknung besonders das Eiweiß, der teuerste Nährstoff, verlorengeht. Inwieweit wir diese Nährstoffe bei der Heuernte durch Gerüsttrocknung herabsetzen können, hat W i e gn e r in der Schweiz bereits vor beinahe 20 Jahren mit folgendem Ergebnis nachgewiesen: Bodentrocknnngbei ungünstigemWetter Gerösttrocknung Verlust an Verlust an Stärkewerten .. Eiweiß............. 61,7% 62,4% 33,2% 20,8% Bei kleeartigen Futterpflanzen, die vor allem durch die Bearbeitung unter Abbröckelungsverlusten leiden, müssen wir mit viel höheren Verlusten rechnen. 1. Welche Gerüste können wir verwenden? Beim Einsatz der Gerüste gilt der Grundsatz, daß die Gerüste um so kleiner sein sollen, je niederschlags­ reicher die Gegend ist. Dies gilt als erstes für die vieler­ lei Arten von He u h ü t t e n . Auf großen Heuhütten von mehr als 2 m Länge und mit größeren Zwischenräumen der Querstangen als 35cm kann nur abgewelktes, vor­ getrocknetes Futter sperriger Art aufgehängt werden. Zweckmäßig sind Hütten, deren waagrechte und senk­ rechte Stangen nicht mehr als 1,80 bis 2 m lang sind,, wobei die Zwischenräume der waagrechten Stan­ gen nur 30 bis 35 cm betragen sollen. Auf solchen Heuhütten kann bei lockerem Auflegen des Futters und sorgfältiger Arbeit auch Klee und Luzerne grün sofort nach dem Schnitt aufgehängt werden. Wiesen­ gras ist jedoch nur in gut angetrocknetem Zustande auf Hütten aufzuhängen. Die Hütten müssen stets in der Windrichtung stehen und gut bodenfrei sein, damit die Luft durchstreichen kann. Die H i ef e 1n (Naturhiefler) sind, soweit sie ge­ nügend Äste haben, auch zum Aufhängen von frischem 45
  49. 49. grünem, aber langem Futter jeder Art geeignet. Mau muß nur locker aufhängen, damit keine Schimmel- steilen entstehen. Besonders geeignet sind sie für vyr- gewelktes Wiesengras, das vor Regen geschützt werden soll. Luzerne und Rotklee hängt man stets grün nach dem Schnitt auf. Die H e i n ze n mit ihren 3 bis 4 künstlich ein­ gesetzten Quersprossen sind das Trocknungsgerüst regenreichster Gebirgslagen, wobei in der Regel das Flitter sofort grün aufgehängt wird. Das Trocknungsgerüst, das sich für alle Lagen, ob regenarm oder regenreich, bestens bewährt hat, ist der Sc h we d e n r e u t e r . Seine Anwendung ist. in den meisten Gebieten bereits eingeführt, doch wird er noch nicht seinem Werte entsprechend genügend an­ gewendet. Auf dem Schwedenreuter wird nur grünes und kein angewelktes Futter aufgehängt. Selbst regennasses Futter trocknet bei sachgemäß lockerem Aufhängen in kurzer Zeit ohne jede Schimmelbildung durch. Auch wenn sehr wenig Sonnenschein herrscht, ist doch nach spätestens 10bis 14Tagen das Heu des Schweden- renters reif zum Einfahren. Gerüstgetrocknetes Klee­ heu fährt man am frühen Morgen oder bei bedecktem Himmel ein. um den Blattabfall zu vermeiden. 2. Wann sind Gerüste einzusetzen? Die Trocknung von allen k l e e a r t i g e n F u t t e r ­ p f l a n z e n auf Gerüsten sollte in allen Lagen, gleich­ gültig ob regenarm oder regenreich, eine Selbstver­ ständlichkeit sein. Denn Rotklee oder gar Luzerne erreichen je nach Alter bei Gerüsttrocknung einen Eiweißgehalt von 6 bis 9o/o und bei Bodentrooknung im günstigsten Falle von nur 4 bis 6o/0. Bei W ie seng ras können wir unter Umständen bei schöner Witterung durch Bodentrocknung dieselben Erfolge wie durch Gerüsttrocknung erzielen. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn es sich 1. um aus­ gesprochen gutes Emtewetter, 2. um älteres Wiesen­ futter und 3. um klee- und kräuterarme Wiesen handelt. Klee- und kräuterreiches Wiesenfutter sowie junges Wiesen- und Weidegras sollen auf Gerüsten getrocknet werden. Gerade bei jungem Wiesengras macht sich der Einsatz von Gerüsten durch höhere Eiweißerträge
  50. 50. Auf Schwedenreutern wird das Futter in grünem Zustande sofort nach der Mahd aufgehängt bezahlt, wie die folgenden Versuchsergebnisse aus der Schweiz beweisen. Relativer Eiweißertrag von Wiesen beiBodentrocknung bei Gerüsttrocknung 100 126 Spätschnitt........................ 100 106 Wir sehen also, daß gerade bei zeitigem Wiesen­ schnitt der Einsatz von Trockengerüsten zur Erhö­ hung des Eiweißgehaltes im Heu angebracht ist. 3. Welche Erfolge erzielen wir durch Gerüsttrocknung ? Wir haben in den letzten Jahren im steirischen Ennstal in größerem Umfange Heuuntersuchungem durchgeführt, um zu sehen, welchen Nährstoffgehalt die verschiedenen Heuarten haben. Dabei kamen wir zu folgenden Ergebnissen, denen Vergleichszahlen aus anderen Gebieten gegenübergestellt sind.
  51. 51. Gehalt In %bei80% Trockensubstanz Boh- proteln vcrdaul. Relneiwolß I Bob- faser 1Starke- wert gutesWiesenheu(bodengetrock- 3,8 26,3 ! 31,0net) nach Kellner-Fingerling 9,7 Wiesenheu Ennstal 1942/44 bodengetrocknet............ 9,8 3,9 26,9 32,8 Wiesenheu Ennstal 1942/44 gerüstgetrocknet............ 10,7 6,6 24,6 33,6 Weidehen Ennstal 1942/44.. 12,3 6,0 22,8 38,8 sehr gutes Wiesenheu nach Kellner-Fingerling........... 11,7 6,0 21,9 36,2 Wiesenheu Schweiz 1937/44. 10,2 6,0 34,6 Diese Zahlen zeigen uns, daß das untersuchte bodengetrocknete Heu dem nach Kellner als „gut“ bezeichneten Heu völlig entspricht, während das ge­ rüstgetrocknete Wiesenheu ein erstklassiges Winter­ futter mit höchstem Eiweißgehalt von 5,6o/o liefert. Wenn wir nur einen mittleren Wiesenertrag von 50 q/ha Heu zugrunde legen, so ergibt sich zwischen boden- und gerüstgetrocknetem Heu ein Unterschied im Eiweißertrag von: Henanxag q/h» Gebalt des Heues Ertrag der Wiesen Trocknungen an verdaulichem H«lnelweiß % | kg/ha 60 Bodentrocknung.. 3,9 196 50 Gerüsttrocknung . 6,6 280 Mehrertrag an Eiweiß durch Gerüsttrocknung.............. 86 Höherer Eiweißgehalt bzw. Ertrag............................ 43% Durch zweckmäßigen Einsatz von Trockengerüsten können wir daher den Eiweißertrag unserer Wiesen erheblich steigern. Ein Mehrertrag von 85kg verdauli­ chem Reineiweiß bedeutet, daß mit derselben Futter­ menge von 1 ha Wiese Eiweiß für eine Mehr­ erzeugung von 1700 Liter Milch geerntet wird, eine Leistung, die den Wert einer sorgfältigen Heuwerbung für die Gewinnung hochwertigen Winterfutters klar hervorhebt. Druck: Ibnxacbe Buchdruckerei, Wien IX
  52. 52. Dipl.-Ing. Rudolf Bohmann • Industrie- und Fachverlag Wien ■Heidelberg GuteBücherfürdenLandwirt Schober, Düngerlehre, Großoktav, 256 Seiten mit 48 Ab­ bildungen und 60 Tabellen. S 53.— Rehrl, Praktische Landmaschinenkunde, Oktav, 174 Seiten mit 135 Abbildungen. S 24.— Der Seilzug im bergbäuerlichen Betrieb. Heraus­ gegeben von der Arbeitsgemeinschaft Bergbauemtechnik im VTL. Oktav, 119 Seiten mit 32 Abbildungen. S 30.— Chyc-Rehrl, Technik im bäuerlichen Haushalt. Herausgegeben vom Verein für Technik in der Landwirtschaft. Oktav, 224 Seiten mit 111 Abbildungen. S 26.— Hula, Dreileider-, Egart- oder Fruchtwechsel­ wirtschaft, Oktav, 124' Seiten mit 38 Abbildungen, 38graphischen Fruchtfolgebeispielen und 6 Tabellen. S 25.— Zu beziehen durch jede Buchhandlung und vom Verlag Unabhängiges bäuerlichesmblatt für Öfterrcidi . Bringt Dem Landwirt erprobtes Wiesen ans Praxis and Forschung Hilft Dem Landwirt Ertrag steigern Arbeiterleichtern Geld sparen Verlangen Sie Probenummer und Anzeigentarif von der Schriftleitung „DerPflug“,WienI, Doblhoffgasse5

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