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Sustainable Value Report 2008
Grundlagen der Berichterstattung




                           Der Sustainable Value Report 2008 der BMW Group
                           Mit diesem siebten Sustainable Value Report informiert die BMW Group ihre Stakeholder über ihre Nachhaltigkeitsstrategie
                           und die Verankerung des Themas im Unternehmen. Ausgehend von aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in
                           den Bereichen Ökonomie, Produktverantwortung, konzernweiter Umweltschutz, Mitarbeiter und Gesellschaft stellt die
                           BMW Group Lösungsansätze und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsleistung dar. Im Kapitel
                           „Indikatoren für Nachhaltigkeit“ werden die Maßnahmen mit relevanten Kennzahlen belegt und die Zielsetzungen der
                           e
                           ­ inzelnen Bereiche transparent aufgezeigt. Der vorliegende Bericht stellt zu Beginn jeden Kapitels auf einer Doppelseite
                           die wichtigsten Punkte im Überblick dar. Dazu gehören die Ergebnisse der Materialitätsanalyse, d. h. die Bewertung der
                           Wichtigkeit der einzelnen Themen aus Stake­ older- und Unternehmenssicht, die wichtigsten ­ erausforderungen, Er-
                                                                         h                                                  H
                           folge und Erstrebtes sowie Kernindikatoren (Key Performance Indicators), mit deren Hilfe die Nachhaltigkeitsleistung der
                           BMW Group intern gesteuert wird.

                           In Übereinstimmung mit GRI
                           Der Sustainable Value Report der BMW Group wurde in Übereinstimmung mit dem Leitfaden der Global Reporting Initiative
                           (GRI G3) erstellt. Dabei wurde auch das branchenspezifische Automotive Sector Supplement (Pilot Version 1.0) berücksich-
                           tigt. Der Erfüllungsgrad der Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) wird im Kapitel „Indikatoren für Nachhaltigkeit“
                           in dem GRI-Index dargestellt. Der Sustainable Value Report 2008 erfüllt mit dem Level A den höchsten Anwendungsgrad
                           des GRI-Leitfadens. Die Themenauswahl und ihre Gewichtung basieren auf den Ergebnissen eines intensiven und struk-
 www.globalreporting.org   turierten Stakeholderdialogs sowie den Resultaten interner Workshops mit den einzelnen Fachbereichen der BMW Group.
                           Darüber hinaus orientiert sich der Bericht an dem Informationsbedarf von Ratingagenturen, die die Leistung nachhaltigen
                           Wirtschaftens von Unternehmen bewerten.

                           Geltungsbereich
                           Die Benennung der Jahreszahl im Titel des „Sustainable Value Report 2008“ erfolgt erstmals analog zum Geschäfts­
                           bericht. Der Berichtszeitraum fokussiert daher auf das Kalenderjahr 2008, berücksichtigt aber aus Gründen der ­ ktualität
                                                                                                                                         A
                           und Vollständigkeit auch Aktivitäten des Jahres 2007 (ab Redaktionsschluss des Vorgänger­ erichts im August 2007)
                                                                                                                       b
                           s
                           ­ owie Informationen bis zum Redaktionsschluss im Juli 2009.

                           Die in diesem Bericht veröffentlichten Zahlen und Fakten beziehen sich auf die gesamte BMW Group mit ihren Marken
                           BMW, MINI und Rolls-Royce. Die Ausnahme bilden Zahlen zu standortspezifischen Themen und zu lokal gesteuerten
                           Nachhaltigkeitsaktivitäten. In diesen Fällen sind die Zahlenangaben um den entsprechenden Geltungsbereich, z. B. BMW AG,
                           ergänzt. Die Leistungsindikatoren des konzernweiten Umweltschutzes sowie einige Daten der Produktverantwortung wur-
                           den im Lage­ ericht des Geschäftsberichts 2008 der BMW Group veröffentlicht. Damit waren diese auch Bestandteil der
                                        b
                           Prüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG. Des Weiteren werden Indikatoren der Bereiche Umwelt-
                           schutz und Arbeits­ icherheit im Rahmen von Audits basierend auf ISO 14001, EMAS und OHSAS / OHRIS von externen
                                               s
                           Auditoren oder Gutachtern überprüft (siehe Liste der zertifizierten Standorte im Kapitel „Indikatoren für Nachhaltigkeit“).

                           UN Global Compact – Fortschrittsbericht
                           Die BMW Group hat sich bereits 2001 zu den Prinzipien des Global Compact verpflichtet und informiert mit diesem Bericht
                           erneut über Fortschritte bei der Erfüllung dieser Prinzipien. Eine Übersicht über die zehn Prinzipien sowie der Verweis
www.unglobalcompact.org    auf ­ eispiele für deren Umsetzung sind sowohl in den einzelnen Berichtskapiteln als auch im Kapitel „Indikatoren für Nach­
                               B
  www.globalcompact.de
                           haltigkeit“ enthalten.

                           Weiterführende Informationen
                           Der vorliegende gedruckte Bericht kann nicht das gesamte Spektrum an Informationen zu den Nachhaltigkeits­ kti­ i­
                                                                                                                                           a v
                           täten der BMW Group abbilden. Im Internet unter www.bmwgroup.com/responsibility findet sich eine Vielzahl an Ver­
    www.bmwgroup.com/      tiefungen und Ergänzungen zu einzelnen Themen sowie das Glossar für diesen Bericht. Weiterführende Links zu spezifi-
          responsibility
    www.bmwgroup.com/
                           schen Inhalten sind durch ein eigenes Symbol in diesem Bericht deutlich gekennzeichnet. Der vorliegende Sustainable
              glossary     Value Report wird in Deutsch und Englisch veröffentlicht. Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, wurde auf ge-
                           schlechtsspezifische Doppelnennungen ­ erzichtet und stattdessen die männliche Schreibweise gewählt.
                                                                  v
Zukunftsgerichtete Aussagen
                              Der Sustainable Value Report enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den aktuellen Annahmen und Progno-
                              sen der BMW Group beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren
                              können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Entwicklung oder
                              die Leistung des Unternehmens wesentlich von hier gegebenen Einschätzungen abweichen.

                              Materialitätsanalyse
                              In Anlehnung an GRI G3 verfolgt die BMW Group in dem hier vorliegenden Sustainable Value Report den Anspruch, über
                              die für das Unternehmen wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen und die dazugehörigen Strategien, Ziele und Maßnahmen
                              zu berichten. Um die wesentlichen Themen für diesen Bericht zu identifizieren, ist die BMW Group nach einem struktu-
                              rierten Verfahren vorgegangen:

                              1. Telefonische Befragung von 32 Experten aus den Stakeholdergruppen Kapitalmarkt, Wissenschaft und Forschung,
                                 
                                 P
                                 ­ olitik und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Winter 2008 / 2009.
                              2.  urchführung einer Onlineumfrage unter www.bmwgroup.com/responsibility mit 238 Teilnehmern im Winter 2008 / 2009.
                                 D
                                 Teilgenommen haben Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner sowie Vertreter aus dem gesellschaftspolitischen Umfeld.
                              3.  urchführung eines themenspezifischen Stakeholder Roundtables im Februar 2009 mit 25 Experten aus Politik, Wissen-
                                 D
                                 schaft und Forschung, des Kapitalmarkts, von NGOs sowie mit Vertretern der BMW Group.
                              4.  uswertung und Ableitung der Themenrelevanz aus Stakeholdersicht.
                                 A
                              5. Bestimmung der Relevanz der ermittelten Themen aus Sicht der BMW Group im Rahmen von Workshops mit Vertretern
                                 
                                 der Fachbereiche.
                              6.  bbildung der ermittelten Themenrelevanz in Materialitätsmatrizen auf den Einstiegsseiten eines jeden Kapitels. Sowohl
                                 A
                                 die Struktur des Berichts als auch die inhaltlichen Schwerpunkte leiten sich daraus ab.

                              Der Stakeholderdialog wird auf den Seiten 12 – 13 im Detail beschrieben.


                              Berichterstattungshistorie der BMW Group und Publikationen zu nachhaltigem Wirtschaften

    www.bmwgroup.com/         Publikation 	                                                                            	 Berichtszeitraum 	                              Print	 	       Online / PDF	 	
responsibility/publications
                              							
                              Umweltbericht 1997/1998 	                                                                	 Geschäftsjahre 1995 und 1996 	                         	 			
                              Umweltbericht 1999/2000 	                                                                	 Geschäftsjahre 1997 und 1998 	                         	 			
                              Sustainable Value Report 2001/2002 	                                                     	 Geschäftsjahre 1999 und 2000 	                         	 	                     	 	
                              Sustainable Value Report 2003/2004 	                                                     	 Geschäftsjahre 2001 und 2002 	                         	 	                     	 	
                              Sustainable Value Report 2005/2006 	                                                     	 Geschäftsjahre 2003 und 2004 	                         	 	                     	 	
                              Sustainable Value Report 2007/2008 	                                                     	 Geschäftsjahre 2005 und 2006 	                         	 	                     	 	
                              Indikatoren für Nachhaltigkeit – Update 2008 	                                           	 Geschäftsjahr 2007 	                                   	 	                     	 	
                              Broschüre „Selbstverständlich nachhaltig“ 	                                              	 –  	                                                   	 	                     	 	
                              Sustainable Value Report 2008 	                                                          	 Geschäftsjahr 2008 *	                                  	 	                     	 	
                              								
                              Das Geschäftsjahr der BMW Group entspricht dem Kalenderjahr.
                              Weitere Publikationen wie z. B. die Umwelterklärungen der EMAS-zertifizierten Standorte finden Sie unter www.bmwgroup.com/responsibility/publications.
                                Der Berichtszeitraum fokussiert auf das Kalenderjahr 2008, berücksichtigt aber aus Gründen der Aktualität und Vollständigkeit auch Aktivitäten des Jahres 2007 (ab Redaktions-
                              *  

                                schluss des Vorgänger­ erichts im August 2007) sowie Informationen bis zum Redaktionsschluss im Juli 2009.
                                                      b
 Ansprüche erkennen.
Herausforderungen
r
­ eflektieren. In die Zukunft
investieren. Erfolg und
Nachhaltigkeit als Einheit
verstehen.
Und daraus konsequent
neue Chancen entwickeln.
01 


                          Inhalt




                                   Bericht
                                   	        Unsere Haltung — 02
                                   	        Konzernporträt — 04


                                   01  	Management von Nachhaltigkeit — 05
                                   	        01.1	   Strategie und Organisation — 08
                                   	        01.2	   Stakeholderdialog — 12
                                   	        01.3	   Nachhaltigkeit in der Lieferantenkette — 14
                                   	        01.4	   Auszeichnungen und Indizes — 16


                                   02      	Ökonomie — 17
                                   	        02.1	 Das Jahr 2008 — 20
                                   	        02.2	Risikomanagement und Corporate Governance — 22


                                   03      	Produktverantwortung — 23
                                   	        03.1	   Verständnis und Verankerung — 26
                                   	        03.2	   Technologien für nachhaltige Mobilität — 29
                                   	        03.3	   Fahrzeugsicherheit — 32
                                   	        03.4	   Verkehrsmanagement und Mobilitätsforschung — 34
                                   	        03.5	   Recycling — 35
                                   	        03.6	   Kundenzufriedenheit — 36


                                   04      	Konzernweiter Umweltschutz — 37
                                   	        04.1	   Management von Ressourcen und Umweltschutz — 40
                                   	        04.2	   Energieverbrauch und Emissionen — 42
                                   	        04.3	   Materialeinsatz und Abfallwirtschaft — 44
                                   	        04.4	   Wasser und Abwasser — 45
                                   	        04.5	   Effiziente Transportlogistik — 46


                                   05      	Mitarbeiter — 47
                                   	        05.1	 Attraktiver Arbeitgeber — 50
                                   	        05.2	Optimale Bedingungen für den wichtigsten Erfolgsfaktor — 51
                                   	        05.3	Leistung und Gegenleistung — 56
                                   	        05.4	 Flexibel den Wandel gestalten — 57
                                   	        05.5	 Zusammenarbeit und Wertschätzung — 58


          Verweis auf eine
                                   06      	Gesellschaftliches Engagement — 59
             Internetseite         	        06.1	   Verständnis und Schwerpunkte — 62
                                   	        06.2	   Projekte zur Verkehrssicherheit — 63
                                   	        06.3	   Bildung und interkulturelle Verständigung — 64
                                   	        06.4	   Engagement gegen HIV / Aids — 65
       Verweis auf weitere         	        06.5	   Weltweites kulturelles Engagement — 66
            Publikationen          	        06.6	   Stiftungen — 67




             Hinweis auf
      UN Global Compact
                                   Kennzahlen und Fakten
                                       i   	
                                     Indikatoren für Nachhaltigkeit — 68
Verweis auf die Indikatoren        	Kennzahlen und Fakten zu den gekennzeichneten
für Nachhaltigkeit ab S. 68          Themen finden Sie in dem Teil Indikatoren für Nachhaltigkeit — 68

                                   	        GRI-Index — 104
                                   	        UN Global Compact – Fortschrittsbericht — 107
           Verweis auf den
                GRI-Index
                                   	        Index — 109
                                   	        Kontakt — 111
02


Unsere Haltung




Die BMW Group mit ihren Marken BMW, MINI und Rolls-Royce steht für Freude, Leidenschaft und Erfolg.
Wir wollen aktiv die Zukunft gestalten. Deshalb verankern wir Nachhaltigkeit immer stärker in unserer ge-
samten Wertschöpfungskette. Mehr noch: Nachhaltigkeit soll festes Gestaltungsprinzip unserer Prozesse
und Abläufe sein. Dazu findet schon seit einigen Jahren ein Umdenken im Unternehmen statt. Mit der
Überarbeitung unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir den nächsten, konsequenten Schritt vollzogen
und einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Dennoch: Ein gutes Stück des Wegs liegt noch vor uns.

Als Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen sind wir den zehn Prinzipien für Umwelt-
und Sozialstandards verpflichtet – weltweit, an allen unseren Standorten. Für uns ist klar: Wir leisten un-
seren Beitrag zur Lösung der Aufgaben, vor denen wir alle stehen. Das fängt beim Klimaschutz an und
reicht über die Verknappung der Ressourcen bis hin zu gesellschaftlichen Herausforderungen. So machen
wir unser Unternehmen und unsere Produkte zukunftsfähig – und schaffen Lösungen, von denen alle
profitieren. Denn die Messlatte liegt hoch: Die BMW Group ist 2008 erneut das nachhaltigste Unterneh-
men in der Automobilbranche gewesen. Wir werden alles tun, diesem Anspruch auch in Zukunft gerecht
zu werden.

Dr.-Ing. Norbert Reithofer               Vorsitzender des Vorstands der BMW AG




                               Clean Production – unter diesem Motto ist nachhaltige Fertigung bei der
                               BMW Group fest verankert. Schon heute sind wir Vorreiter in unserer
                               B
                               ­ ranche. Aber wir geben uns damit nicht zufrieden. Unsere Leidenschaft
                               und unsere Kreativität lassen uns nicht ruhen. Immer wieder suchen wir
                               nach neuen Wegen, um den Ressourceneinsatz zu optimieren. Verbes­
                               serungen ­ etzen wir um und machen sie zu Standards. ­ nser Ziel ist der
                                           s                                            U
                               per­ekte Prozess. Damit schaffen wir konkreten Mehrwert – ökologisch und
                                   f
                               ökonomisch. Nachhaltigkeit in der Produktion ist keine Aufgabe für Spezia-
                               listen. Sie ist ein gesamthafter Denk- und Verhaltensansatz, der von allen
                               Mitarbeitern gelebt wird. Konsequent an allen Standorten.

                               Frank-Peter Arndt                     Mitglied des Vorstands der BMW AG            Produktion


Die BMW Group bekennt sich klar zur Nachhaltigkeit – und unsere Kunden vertrauen darauf. Deshalb
reicht es nicht aus, dass wir uns selbst zu nachhaltigem Handeln verpflichten. Wir müssen auch sorgfältig
prüfen, mit welchen Lieferanten wir direkt zusammenarbeiten. Nur wenn das Thema Nachhaltigkeit im
Einkauf beginnt, können wir unseren Anspruch als nachhaltiges Unternehmen aufrechterhalten. Eine
g
­ roße Herausforderung für die Zukunft ist es, Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette zu
erreichen. Angesichts der komplexen Wertschöpfungsketten in unserer Industrie ist dies jedoch eine Ge-
meinschaftsaufgabe aller beteiligten Unternehmen. Die BMW Group ist bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten.

Dr.-Ing. Herbert Diess              Mitglied des Vorstands der BMW AG          Einkauf und Lieferantennetzwerk
03 




Individuelle Mobilität nachhaltig zu gestalten, das bleibt unser großes Anliegen. Wir entwickeln mit Lei­
denschaft verbrauchsarme Fahrzeuge, die zeigen: Effizienz und Fahrdynamik sind miteinander vereinbar.
D
­ abei verfolgen wir eine sowohl evolutionäre wie revolutionäre Strategie: unser Konzept Efficient
D
­ ynamics, das wir ständig wei­ erent­ ickeln. Dieses kombiniert Technologieinnovationen am Antrieb mit
                                t     w
Leichtbau, verbesserter Aerodynamik und dem intelligenten Management von Energieströmen im
Fahrzeug. Hybridantriebe auf ­ lektro- und Wasserstoffbasis und unser im Feldversuch befindlicher MINI E
                               E
mit Elektroantrieb ergänzen es – damit individuelle Mobilität Zukunft hat.

Dr.-Ing. Klaus Draeger                 Mitglied des Vorstands der BMW AG            Entwicklung



                               Nachhaltigkeit rechnet sich. Unternehmen, die ökologisch und sozial ver­
                               antwortlich handeln, investieren in ihre Zukunftsfähigkeit. Als mehrjähriger
                               Branchenführer im Dow Jones Sustainability Index World erleben wir: Immer
                               mehr Investoren berücksichtigen unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten in ihrer Be­
                               wertung. Das spornt uns weiter an. Auf Dauer sind die Unternehmen erfolg-
                               reich, die langfristig orientiert sind und ihre Ressourcen schonend einsetzen.

                               Dr. Friedrich Eichiner                        Mitglied des Vorstands der BMW AG     Finanzen



Personalarbeit kann nur dann nachhaltig zum Unternehmenserfolg beitragen, wenn sie nicht nur kurz­
fristige Notwendigkeiten im Auge hat, sondern zugleich die Sicherung der Zukunft im Fokus behält. Um
den langfristigen Erfolg der BMW Group sicherzustellen, zählt die Beschäftigung mit Personalentwick-
lungs- und Veränderungsthemen, dem Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel zu unseren
Kernaufgaben. Wir stellen heute die Weichen, um auch in fünf Jahren die richtigen Mitarbeiter mit der
richtigen Qualifikation am richtigen Platz zu beschäftigen.

Harald Krüger              Mitglied des Vorstands der BMW AG         Personal- und Sozialwesen, Arbeitsdirektor




Ein Kunde gibt mit seinem Automobil ein Statement ab – zu seiner Person, seinen Werten und Prinzipien.
Ein Premiumfahrzeug muss in erster Linie Emotionen und Begehrlichkeit wecken. Wir sind jedoch über-
zeugt: Premium wird sich künftig auch durch Nachhaltigkeit definieren. Bei der BMW Group kommen daher
Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung in unserem gesamten Produktportfolio zum Einsatz, nicht nur in
einzelnen Modellen. Das ist ein Markenzeichen von Efficient Dynamics, unserer Strategie für nachhaltige
individuelle Mobilität. Als Premiumhersteller wollen wir einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.
Deshalb bieten wir unseren Kunden effiziente Fahrzeuge – und die sprichwörtliche Freude am Fahren.

Ian Robertson              Mitglied des Vorstands der BMW AG         Vertrieb und Marketing
04


                             Konzernporträt




                             Die BMW Group gehört zu den zehn größten Automobilherstellern weltweit. Der Hauptsitz der BMW Group befindet sich in
                             München. Vorsitzender des Vorstands ist Dr. Norbert Reithofer, Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Prof. Dr. Joachim Milberg.
        www.bmwgroup.com
                             Im Geschäftsjahr 2008 erreichte die BMW Group einen weltweiten Absatz von mehr als 1,4 Mio. Automobilen und mehr als
                             101.000 Motorrädern. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2008 belief sich auf 53,2 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Finanz­
                             ergebnis der BMW Group lag für das Geschäftsjahr 2008 bei 921 Mio. Euro.

                             Zum Jahresende 2008 beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

                             Die Aktie des Unternehmens (WKN 519000; ISIN DE0005190003) ist im DAX 30 an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.
                             Zum 31. Dezember 2008 gab es 601.995.196 Stammaktien und 52.196.162 Vorzugsaktien. Dies entspricht einem Grundkapital
                             von rund 654 Mio. Euro. Strategische Investoren halten 46,6 % der Stammaktien. 53,4 % der Stammaktien befinden sich in
                             Streu­ esitz.
                                  b

                             Historie
                             Die Bayerische Motoren Werke G. m. b. H. entstand 1917 aus der Rapp-Motorenwerke GmbH. 1918 wandelten die Eigner
                             das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Im Jahr 1922 wurde der Motorenbau, der Firmenname und das BMW
                             Markenzeichen auf die 1916 gegründete Bayerische Flugzeugwerke A. G. übertragen. Zunächst konzentrierte sich das
                             U
                             ­ nternehmen auf die Entwicklung und Produktion von Flugmotoren, ab 1923 kamen ­ otorräder hinzu. Seine Erfolgs­
                                                                                                               M
                             geschichte als Automobilhersteller begründete BMW im Jahr 1928 mit dem Erwerb der Fahrzeugfabrik Eisenach.

                             Marken und Ziele
                             Die BMW Group verfügt heute mit BMW, MINI und Rolls-Royce über drei der stärksten Premiummarken in der Automo-
                             bilbranche. Die Fahrzeuge der BMW Group bieten höchste Produktsubstanz hinsichtlich Ästhetik, Dynamik, Technik und
                             Qualität und unterstreichen die Technologie- und Innovationsführerschaft des Unternehmens. Neben einer starken
                             Marktposition im Motorradgeschäft mit den Marken BMW und Husqvarna ist das Unternehmen mit Finanzdienstleistun-
                             gen erfolgreich.

                             Ziel der BMW Group ist es, mit der Konzentration auf die Premiumsegmente ein profitables Wachstum zu erzielen sowie
                             eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen im September 2007 erfolg-
                             reich seine strategische Neuausrichtung unter dem Titel „Number ONE“ eingeleitet. Der Anspruch lautet, der führende
                             Anbieter von Premium-Produkten und Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität zu sein.

                             Forschungs- und Entwicklungsverbund
                             Um Trends frühzeitig aufzuspüren und entsprechende Lösungen anzubieten, hat die BMW Group einen weltweiten For-
                             schungs- und Entwicklungsverbund mit Standorten in Deutschland, Österreich, den USA, Japan und China geschaffen.

                             Produktions- und Montagestandorte
                             Als internationales Unternehmen verfügt die BMW Group derzeit über 24 Produktions- und Montagestandorte in 13 Län-
                             dern. Produktionsstandorte befinden sich in München (Stammwerk), Dingolfing, Regensburg, Landshut, Leipzig, Berlin,
www.bmwgroup.com/locations   Wackersdorf, Eisenach, Spartanburg (USA), Rosslyn (Südafrika), Oxford (GB), Hams Hall (GB), Swindon (GB), Goodwood
                             (GB), Steyr (Österreich), Cassinetta di Biandronno (Italien) und Shenyang (China). Montagestandorte existieren in Kaliningrad
                             (Russland), Kairo (Ägypten), Chennai (Indien), Rayong (Thailand), Kulim (Malaysia) und Jakarta (Indonesien). Diese wer-
                             den überwiegend in Kooperation mit externen Partnern betrieben. Hinzu kommt eine Auftragsfertigung bei der Magna
                             Steyr Fahrzeugtechnik AG  Co KG in Graz (Österreich).

                             Vertriebsnetzwerk
                             Im Rahmen ihrer Vertriebsstrategie verfolgt die BMW Group seit den 70er Jahren konsequent das Ziel, in allen wesentlichen
                             Märkten mit eigenen Vertriebsgesellschaften vertreten zu sein. Heute besteht das Vertriebsnetz aus 41 eigenen Vertriebs­
                             standorten sowie über 3.000 Handelsbetrieben. Rund 100 Länder werden durch nationale Importeure betreut. Damit ist die
                             BMW Group in über 140 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten.
01
                                                                      05 


        	 Management von Nachhaltigkeit
         01    	Management von Nachhaltigkeit     05
         	      01.1	 Strategie und Organisation     08
         	      01.2	 Stakeholderdialog     12
         	      01.3	 Nachhaltigkeit in der Lieferantenkette     14
         	      01.4	 Auszeichnungen und Indizes     16
         02	 Ökonomie     17
         03	 Produktverantwortung     23
         04	 Konzernweiter Umweltschutz     37
         05	 Mitarbeiter     47
         06	 Gesellschaftliches Engagement     59




     Aufeinander aufbauend,
     langfristig stabil.
     Nachhaltigkeit braucht
     strategische Substanz.
06



       01               	 anagement von Nachhaltigkeit
                         M




                         Die BMW Group verfolgt mit ihrer Unternehmensstrategie           des Nachhaltigkeitsmanagements der BMW Group sind
                         Number ONE das Ziel, führender Anbieter von Premium-             dabei ein Umfeldradar, welches beständig um ökologische
                         Produkten und von Premium-Dienstleistungen für indivi-           und soziale Aspekte erweitert wird, der kontinuierliche
                         duelle Mobilität zu sein. Dazu gehört für sie auch das Prinzip   D
                                                                                          ­ ialog mit Stakeholdern, die Berücksichtigung von Nach-
                         der Nachhaltigkeit. Dabei hat sich die BMW Group zum             haltigkeitskriterien bei allen Entscheidungen sowie die
                         Ziel gesetzt, nachhaltiges Wirtschaften in der gesamten          umfassende Betrachtung der gesamten Wertschöpfungs-
                         Wertschöpfungskette und den zugrunde liegenden Pro-              kette. Die dadurch erbrachten Nachhaltigkeitsleistungen
                         zessen zu verankern – und so Mehrwert für Unternehmen,           kommuniziert das Unternehmen fakten­ asiert und trans-
                                                                                                                                   b
                         Umwelt und Gesellschaft zu schaffen. Wichtige Elemente           parent nach innen und außen.


                         BMW Group Nachhaltigkeitsstrategie und Schwerpunktthemen



                                                                                  Ziel:
                                                                       BMW Group ist nachhaltigstes
                                                                    Unternehmen der Automobilindustrie
                          Nachhaltigkeitsmanagement
                                                             Nachhaltigkeitsbasierte           Betrachtung der                Transparente
                                   Umfeldradar
                                                                Entscheidungen               Wertschöpfungskette             Kommunikation

                          Schwerpunktthemen

                                        Ökologie                                   Ökonomie                                  Soziales
                                   Produktverantwortung                        Risikomanagement                     Verantwortung für Mitarbeiter
                                Konzernweiter Umweltschutz           Corporate Governance und Compliance           Engagement für die Gesellschaft




     Alle Mitarbeiter
      der BMW Group sind aufgefordert, in
i
­hrem Wirkungsbereich zu dem Konzernziel
    nachhaltiges Wirtschaften beizutragen.
    Das Nachhaltigkeitsboard – bestehend
      aus dem Gesamtvorstand des Unter­
    nehmens – überprüft kontinuierlich die
hierbei erzielten Fortschritte und bestimmt
               die strategische Ausrichtung.
   In der Konzernzentrale der BMW Group in München
07 

               Herausforderungen

                            inbeziehung aller Mitarbeiter bei der Umsetzung der
                          E                                                                                              oziale und ökologische Aspekte auch als ressourcen-
                                                                                                                       S
                          Nachhaltigkeitsstrategie                                                                     schonende und effiziente Alternative auf den Zuliefer-
                           dentifikation von Themen und Dialogformen für eine
                          I                                                                                            märkten begreifen und durchsetzen
                          stärkere Zusammenarbeit mit verschiedenen Stake-
                          holdergruppen




               Bewertung des Nachhaltigkeits­ ngagements der
                                             e                                                              Bewertung des Nachhaltigkeits­ ngagements der
                                                                                                                                         e
Seite 70 ff.   BMW Group* (Telefonbefragung)                                                                BMW Group* (Onlineumfrage)
               in %**                                                                                       in %**
                                                                     Sehr gut 	                     37                        Keine Angabe                      Sehr gut 	                  34
                           Keine Angabe               Sehr gut       Gut 	                          35                  Unbefrie­ igend
                                                                                                                                d                               Gut 	                       42
                                                                                                                                                     Sehr gut
                                                                     Befriedigend 	                  5                                                          Befriedigend 	              16
                                                                                                                    Befriedigend
                         Unbefrie­                                   Unbefriedigend 	                2                                                          Unbefriedigend 	                5
                           digend
                                                                     Keine Angabe 	                 21                                                          Keine Angabe 	                  3
               Befriedigend




                                     Gut                                                                                           Gut
               	                                                                                            	
                   Internationale Stakeholderbefragung Winter 2008 / 2009: 32 Stakeholder aus 7 Ländern
                 *  
                                                                                                                Onlineumfrage Winter 2008 / 2009: 238 Teilnehmer, Mehrfachnennungen möglich.
                                                                                                              *  

                   wurden telefonisch befragt, Mehrfachnennungen möglich.                                       100 % = absolute Zahl der Nennungen aus allen Themenbereichen (z. B. Umwelt-
                                                                                                            **  

                  100 % = absolute Zahl der Nennungen aus allen Themenbereichen (z. B. Umwelt-
               **  
                                                                                                                schutz, Produktverantwortung, Mitarbeiter) von 238 Teil­ ehmern
                                                                                                                                                                       n
                  schutz, Produktverantwortung, Mitarbeiter) aus 32 Stake­ olderinterviews
                                                                            h




               Listung der BMW Group in Nachhaltigkeitsindizes (Stand: Juli 2009)

               Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI) 	                                                	 Nicht gelistet 	
               Dow Jones Sustainability Index (DJSI) World und STOXX 	                                    	 Branchenführer (Super Sector Leader) 2008 	
               FTSE4Good Global Index, Europe Index,
               Environmental Leaders 	                                                                    	 Gelistet 	
               			



               Erreichtes                                                                                   Erstrebtes

                            achhaltigkeitsstrategie verabschiedet, Nachhaltigkeit
                          N                                                                                              erankerung der Nachhaltigkeitsstrategie in Tochter-
                                                                                                                       V
                          im Konzernzielsystem verankert und Zielemanage-                                              gesellschaften und der Handelsorganisation weltweit
                          ment für Nachhaltigkeitsindikatoren etabliert                                                  isikomanagementsystem um ökologische und so­
                                                                                                                       R
                            achhaltigkeitsboard und Nachhaltigkeitskreis
                          N                                                                                            ziale Faktoren erweitern
                          e
                          ­ tabliert                                                                                     eitere Verstärkung und Internationalisierung des
                                                                                                                       W
                            bligatorische Prüfung aller Vorstandsvorlagen hin-
                          O                                                                                            Stakeholder Dialogs
                          sichtlich Nachhaltigkeitskriterien                                                             rozesse zur Überprüfung von Lieferanten vor Ort
                                                                                                                       P
                            rster Stakeholder Roundtable in München zu nach-
                          E                                                                                            e
                                                                                                                       ­ tablieren und bereits in der Konzeptphase neuer
                          haltiger Mobilität und Ressourcenschonung                                                    Fahrzeugprojekte Nachhaltigkeitsaspekte über alle
                            achhaltigkeitsfragebogen als Instrument für die
                          N                                                                                            Wertschöpfungsstufen hinweg umfassend berück-
                          L
                          ­ ieferantenauswahl überarbeitet und Ausschluss­                                             sichtigen
                          kriterien definiert                                                                            inkaufsverantwortliche noch gezielter für ökolo­ i­
                                                                                                                       E                                                 g
                            eiterentwicklung der nationalen und internationalen
                          W                                                                                            sche und soziale Anforderungen sensibilisieren und
                          Einkaufsbedingungen hinsichtlich sozialer und öko­                                           Zulieferer qualifizieren
                          logischer Standards sowie Übertragung von Verant-
                          wortung auf die Sublieferanten
08



01.1                           	 trategie und Organisation. Mit Number ONE hat die BMW Group Ende
                                S
                               2007 eine überarbeitete Unternehmensstrategie präsentiert. Dahinter steht ein ehr­
                               geiziges Ziel: Die BMW Group ist der führende Anbieter von Premium-Produkten und
                               Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität.




                               Der Weg dorthin führt über eine konsequente Fokussie­            Premium und Nachhaltigkeit gehören zusammen
                               rung auf Wachstum und Profitabilität, eine kontinuierliche       Die BMW Group ist nach den Ergebnissen der Dow Jones
       Geschäftsbericht 2008   Erschließung neuer Technologien, verbunden mit dem               Sustainability Indizes aktuell das nachhaltigste Automobil­
            der BMW Group
                               ­ ugang zu relevanten Kundengruppen, und vor allem die
                               Z                                                                unternehmen der Welt. In diesen bedeutenden Indizes
                               aktive Gestaltung der Zukunft. Diese zentralen Hand­             für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen behauptete
                               lungsfelder bilden die vier Säulen der Strategie Number          die BMW Group im Jahr 2008 zum vierten Mal in Folge
                               ONE.                                                             ihre Branchenführerschaft. Zahlreiche weitere unabhän­
                                                                                                gige Ratings und Auszeichnungen belegen zudem die
                               Der Begriff Nachhaltigkeit zählt nicht dazu. Warum? Weil         Führungsposition des Konzerns in puncto Nachhal­ igkeit.
                                                                                                                                                    t
                               Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil jedes einzelnen        Und doch sieht sich die BMW Group bei nachhaltigem
                               Handlungsfelds der Strategie Number ONE ist. Bereits             Wirtschaften erst am Anfang.
                               heute wird nachhaltiges Handeln unternehmensweit um­
                               gesetzt und von Jahr zu Jahr enger mit den Unterneh­             Denn absehbar ist, dass sich Premiummobilität künftig
                               mensprozessen verwoben. So speiste sich der Absatz der           weitaus stärker über Nachhaltigkeit definieren wird – an­
                               BMW Group im vergangenen Jahr ganz entscheidend                  gefangen von umweltfreundlichen Antrieben über ressour­
                               aus dem Erfolg von Efficient Dynamics. Dieses Technolo­          censchonende Fertigungsprozesse bis hin zu neuen,
                               giepaket umfasst eine Reihe innovativer Maßnahmen, mit
                               d
                               ­ enen die BMW Group bereits über 1,4 Mio. Fahrzeuge
                               ausgestattet und den Verbrauch ihrer Fahrzeugflotte              Unternehmensstrategie Number ONE
                               e
                               ­ ffektiver gesenkt hat als jeder andere Hersteller. Auch bei
                               der Verbesserung der Profitabilität ist nachhaltiges Wirt­
                               schaften ein entscheidender Faktor: So stehen allein die
                               650.000 MWh Energie, die das Unternehmen im Jahr 2008
                                                                                                                      Zukunftsbild
                               eingespart hat, für rund 35 Mio. Euro weniger Energie­
                               kosten. Gleichzeitig geht der Blick weit in die Zukunft. Im
                               „project i“ arbeiten Entwickler der BMW Group an neuen
                                                                                                                  Wettbewerbsvorteil
                               Mobilitätskonzepten, die zeigen, wie sich die Zukunft
                               i
                               ­ndividueller Mo­ ilität nachhaltig gestalten lässt. Aktuelles
                                                 b
                               B
                               ­ eispiel: der MINI E, der mit seinem Elektroantrieb gerade
                               von mehr als 600 Kunden im Alltagsbetrieb getestet wird.
                               Über Koope­ ationen und Netzwerke sichert sich die BMW
                                             r                                                   Wachstum         Zukunft      Profitabilität     Zugang zu
                               Group den Zugang zu Technologien und Kunden. Dabei                                gestalten                      Technologien
                                                                                                                                                 und Kunden
                               finden sich potenzielle Partner nicht nur im Automobilsek­
                               tor, sondern beispielsweise auch in der Energiewirtschaft,
                               die für die praxistaugliche Einführung der Elektromobilität
                               ein entscheidender Partner ist.

                               Nachhaltigkeit als Unternehmensprinzip                                            Grundüberzeugungen
                               Das Fundament der konsequent nachhaltigen Ausrich­
                               tung des Unternehmens bilden die Grundüberzeu­
www.bmwgroup.com/guidelines    gungen der BMW Group (siehe im Detail Kapitel 02.1).
                               Darin ist zum einen festgeschrieben, dass die Wahrneh­           nachhaltigen Dienstleistungen rund um die individuelle
                               mung gesellschaftlicher Verantwortung untrennbar zum
                                      ­                                                         Mobilität. Wer an „Premium“ denkt, wird in Zukunft selbst­
                               unternehmerischen Selbstverständnis des Konzerns                 verständlich auch Nachhaltigkeit meinen. Künftig wird der­
                               g
                               ­ ehört. Zum anderen wird Nachhaltigkeit als positiver Bei­      jenige Hersteller im Wettbewerb führend sein, der effizien­
                               trag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens ver­               ter und ressourcenschonender produziert – und seinen
                               standen.                                                         Kunden die zukunftsweisendsten Lösungen für eine um­
09 

                         —a
Die BMW Group entwickelt
        den Premiumbegriff
­ eiter. Nachhaltigkeit spielt
w
 hierbei eine wichtige Rolle,
so Dr. Reithofer, Vorstands-
 vorsitzender der BMW AG,
auf der Hauptversammlung
                im Mai 2009.




                                                                                         —a



                                 weltfreundliche individuelle Mobilität bietet. Deshalb ist     A
                                                                                                ­ rbeiten an Aufgaben über Ressorts hinweg und die Ver-
                                 die Unternehmensstrategie Number ONE ohne Nachhal-             ankerung des Nachhaltigkeitsgedankens bei allen Mitar-
                                 tigkeit undenkbar.                                             beitern.

                                 Vom Anspruch zum Handeln                                       Um das Ziel und die strategischen Stoßrichtungen effektiv
                                 Wie aber übersetzt sich die Strategie Number ONE kon-          im operativen Geschäft zu berücksichtigen, wurden eine
                                 kret in nachhaltiges Handeln? Welche Schwerpunkte setzt        ganze Reihe struktureller sowie organisatorischer Neuerun-
                                 das Unternehmen? Welche Nachhaltigkeitsziele will es           gen umgesetzt. Seit Anfang 2009 ist nachhaltiges Wirt-
                                 e
                                 ­ rreichen? Wo gilt es, Schwächen auszugleichen, welche        schaften als Unternehmensziel auf Basis einer Balanced
                                 Stärken sind auszubauen?                                       Scorecard auf Konzernebene verankert. Daraus leiten sich
                                                                                                detaillierte Vorgaben für die einzelnen Ressorts der BMW
                                 All diese Fragen hat das Unternehmen im Laufe des Jah-         Group ab. Damit lässt sich die Nachhaltigkeitsleistung
                                 res 2008 im Zuge einer umfassenden Überarbeitung seiner        des Unternehmens künftig genauer messen und steuern.
                                 Nachhaltigkeitsstrategie beantwortet, die im ersten Halb-      D
                                                                                                ­ arüber hinaus sind die Führungskräfte der BMW Group
                                 jahr 2009 vom Konzernvorstand verabschiedet wurde. Die         über ihre persönlichen Zielvereinbarungen, die sich aus
                                 Nachhaltigkeitsstrategie leitet sich direkt aus Number ONE     den Unternehmens- und Ressortzielen ableiten, dezidiert
                                 ab und besitzt als übergreifende Strategie für alle Ressorts   dem Unternehmensziel Nachhaltigkeit verpflichtet.
                                 weltweite Gültigkeit.
                                                                                                Ein Beispiel: Zur Optimierung der Umweltleistung soll bis
                                 Das wesentliche Ziel: Nachhaltigkeit in der gesamten           zum Jahr 2012 der Ressourcenverbrauch des Konzerns im
                                 Wertschöpfungskette und den zugrunde liegenden Pro-            Vergleich zum Jahr 2006 um 30 % gesenkt werden. Kon­
                                 zessen zu verankern – und so Mehrwert für Unternehmen,         krete jährliche Zielvorgaben für die einzelnen Pro­ uk­ ions­
                                                                                                                                                  d t
                                 Umwelt und Gesellschaft zu schaffen.                           stand­ rte – gesteuert durch das konzernweite Umwelt­
                                                                                                      o
                                                                                                management – sorgen dafür, dass dieses übergeordnete
                                 Für die Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die       Ziel Schritt für Schritt erreicht wird.
                                 BMW Group nach Analyse der internen und externen
                                 R
                                 ­ isiken und Herausforderungen sowie der Wettbewerbs­          Am Konzernziel Nachhaltigkeit muss sich heute jedes
                                 situation zentrale Prinzipien festgelegt und Handlungs­        e
                                                                                                ­ inzelne Vorhaben messen lassen. Jedes Projekt, das
                                 felder benannt. So wird das Unternehmen seine effizien-        dem Vorstand der BMW Group zur Entscheidung vorliegt,
                                 ten Antriebstechnologien weiter ausbauen und Konzepte          wird zuvor anhand von Nachhaltigkeitskriterien überprüft.
                                 für eine nach­ altige Mobilität in Ballungsräumen umset-
                                               h                                                Dabei sind in den Vorstandsvorlagen beispielsweise der
                                 zen. Im Produktionsprozess sollen der Ressourcenver-           Ressourcenverbrauch, die Emissionen und die sozialen
                                 brauch und die Umweltbelastungen weiter sinken, was            sowie gesellschaftspolitischen Auswirkungen der ver-
                                 sich in der Clean Production Philosophie der BMW Group         schiedenen Lösungsalternativen zu bewerten. Obligatori-
                                 widerspiegelt. Als attraktiver Arbeitgeber will die BMW        sche Prüfungen wie diese sind mitunter sehr komplex.
                                 Group die Motivation und Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter       Durch richtige Weichenstellungen im Frühstadium eines
                                 stärken und ihre Fach- und Führungskräfte in Hinblick          Projekts sparen sie dem Unternehmen Ressourcen und
                                 auf zukünftige Herausforderungen weiterentwickeln. Die         spätere Korrekturen, die häufig weitaus teurer ausfallen.
                                 öko­ogischen und sozialen Anforderungen auch in der Lie-
                                      l                                                         Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass neben
                                 ferantenkette weiter zu verankern, ist der BMW Group ein       ökonomischen auch ökologische und soziale Faktoren im
                                 wichtiges Anliegen. Und als Teil der Gesellschaft enga-        Entscheidungsprozess berücksichtigt werden – aus dem
                                 giert sich das Unternehmen bei der Lösung gesellschaft­        Wissen heraus, dass sich der Wert eines Unternehmens
                                 licher Herausforderungen – mit dem Ziel, die Rahmenbe-         heute nicht mehr nur nach dem Aktienkurs, sondern eben
                                 dingungen für das eigene Handeln aktiv mitzugestalten.         auch nach nichtfinanziellen Leistungsindikatoren bemisst.
                                 Zu den zentralen Prinzipien der Nachhaltigkeitsstrate-
                                 gie der BMW Group gehören eine umfangreiche Folgen­            Wie erfolgreich die BMW Group in ihrem Management
                                 abschätzung bei Entscheidungen, das gemeinsame                 von Nachhaltigkeit sein kann, hängt entscheidend von ihrer
10

                        —a
   Alle Standorte der BMW
Group müssen verbindliche
    Umweltziele erreichen.
     Beispielsweise soll der
A
­ bfall je Fahrzeug von 2006
   bis 2012 um 30 % sinken.




                                                                                         —a



                               Fähigkeit ab, Chancen und Risiken frühzeitig zu iden­ ifi­ ie­
                                                                                     t z        Der Nachhaltigkeitskreis, der aus dem Umweltstrategie­
                               ren. Dazu hat das Unternehmen ein Umfeldradar eingeführt,        kreis entstanden ist, trat im Juni 2008 erstmals zusammen
                               das ständig um ökologische und soziale Aspekte erwei­            und ist das operative Konzerngremium in Sachen Nachhal­
                               tert wird. Ein kontinuierlicher Dialog mit Stakeholdern aus      tigkeit. Seine Mitglieder tagen vier bis sechs Mal im Jahr.
                               Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hilft der BMW Group,
                               mittel- und langfristige Herausforderungen rechtzeitig zu        Zu den Aufgaben des Nachhaltigkeitskreises gehört unter
                               erkennen.                                                        anderem:

                               Nachhaltigkeit messen                                            – 
                                                                                                  nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken zu iden­
                               Um die Nachhaltigkeitsleistung auch über die Unterneh­             tifizieren und zu bewerten
                               mensgrenzen hinaus vergleichen und optimieren zu                 – 
                                                                                                  Aktivitäten zur Nachhaltigkeit innerhalb der BMW Group
                               ­ önnen, hat die BMW Group Kernindikatoren (sogenannte
                               k                                                                  zu koordinieren
                               Key Performance Indicators, kurz: KPIs) erarbeitet. ­ iese
                                                                                   D            –  ressortübergreifende Zusammenarbeit zu fördern
                                                                                                  die
                               Kennzahlen beziehen sich bis jetzt vor allem auf Ressour­        – 
                                                                                                  Informationen auszutauschen und Stellung­ ahmen ab­
                                                                                                                                               n
                               cenverbrauch und Umweltschutz. Ziel ist es, künftig auch           zugeben
                               die anderen Nachhaltigkeitsaspekte in KPIs messbar –             –  Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln
                                                                                                  die
                               und damit besser steuerbar – zu machen. Zudem sollen
                               einige der KPIs in der gesamten Wertschöpfungskette              Zudem wurde im Sommer 2009 auf höchster Manage­ ent­  m
                               eingesetzt werden, also beispielsweise auch bei Lieferan­        ebene das sogenannte Nachhaltigkeitsboard eingerichtet.
                               ten, Händlern und sonstigen Kooperationspartnern.                Dieses Gremium besteht aus dem Gesamtvorstand und
                                                                                                legt künftig die strategische Ausrichtung in ­ achen Nach­
                                                                                                                                             S
                               Nachhaltigkeit organisatorisch stärker verankert
                               All das sind überaus ehrgeizige Ziele. Nach externen wie
                               internen Maßstäben befindet sich die BMW Group dabei             Organisation von Nachhaltigkeit in der BMW Group
                               auf einem guten Weg. Wie schnell und umfassend sie die­
                               se Ziele aber erreichen wird, hängt von jedem einzelnen
                               Mitarbeiter im Unternehmen ab. Und dennoch, das hat die                           Nachhaltigkeitsboard
                               BMW Group in ihren Überlegungen zur Nachhaltigkeits­                         bestehend aus dem Gesamtvorstand
                                                                                                              Vorsitz: Vorstandsvorsitzender
                               strategie erkannt, ist es entscheidend, dass an einer Stelle            Verantwortlich für die strategische Ausrichtung
                               im Unternehmen Messung und Steuerung der Nachhal­
                               tigkeitsaktivitäten zusammenlaufen und strategische Im­
                               pulse gegeben werden.

                               Deshalb hat die BMW Group mit dem Konzernbeauftrag­
                               ten für Nachhaltigkeit und Umweltschutz seit Anfang 2007                           Nachhaltigkeitskreis
                               Nachhaltigkeit organisatorisch direkt im Bereich Unterneh­                  bestehend aus Vertretern jedes Ressorts
                                                                                                 Vorsitz: Konzernbeauftragter für Nachhaltigkeit und Umwelt
                               mensstrategie verankert. Die entsprechende Abteilung ist              Verantwortlich für die Entscheidungsvorbereitung
                               dem Leiter Konzernstrategie und -planung und Umwelt
                               u
                               ­ nterstellt, der wie­ erum direkt an den Vorstandsvorsitzen­
                                                    d
                               den berichtet.

                               Für die ressortübergreifende, operative Umsetzung aller
                               Nachhaltigkeitsaktivitäten im Konzern ist der neu eta­                                 Fachbereiche
                               blierte Nachhaltigkeitskreis zuständig. Jeder Vorstand hat                     setzen die Nachhaltigkeitsziele
                                                                                                             durch entsprechende Maßnahmen
                               für sein Ressort ein Mitglied für dieses Gremium benannt.                             und Prozesse um
                               Gesteuert wird der Kreis vom Konzernbeauftragten für
                               Nachhaltigkeit und Umweltschutz.
11 




                              Nachhaltiges Wirtschaften ist bei der BMW Group nicht die Aufgabe einer einzelnen Abteilung, sondern jedes Mitarbeiters – auch in Betriebsversamm-
                              lungen wird Nachhaltigkeit thematisiert.



                              haltigkeit fest. Zweimal im Jahr werden hier die vom Nach-
                              haltigkeitskreis auf operativer Ebene erarbeiteten Strategien                 Verpflichtung zu internationalen Leitlinien
        UN Global Compact     und Maßnahmen diskutiert und verabschiedet.                                   Im Jahr 2001 hat sich die BMW Group zur Einhaltung
                                                                                                            der zehn Prinzipien des UN Global Compact und der
                              Bei der operativen Umsetzung von Nachhaltigkeit greifen                       Cleaner Production Declaration des Umweltpro-
                              zudem die bereits etablierten Managementsysteme zum                           gramms der Vereinten Nationen (UNEP) verpflichtet.
                              Umweltschutz (nach ISO 14001 und EMAS), zur Qualitäts­                        Das Unternehmen bekennt sich auch klar zu den
                              sicherung (ISO 9001) und zur Arbeitssicherheit (OHSAS /                       M
                                                                                                            ­ illennium Development Goals (MDG) der Vereinten
                              OHRIS), die in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben                         Nationen. Vor dem Hintergrund ihrer Aktivitäten und
                              werden.                                                                       Kompetenzen leistet die BMW Group insbesondere
                                                                                                            zu den Millenniumszielen Nr. 6 „Bekämpfung von
                              Mit dem Ziel, nachhaltiges Wirtschaften im gesamten Un-                       HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten“ und
                              ternehmen noch intensiver zu verankern, wurden im Be-                         Nr. 7 „Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit“ einen
       www.unep.fr/scp/cp     richtszeitraum verschiedene Nachhaltigkeits- und Umwelt-                      Beitrag.
 www.unglobalcompact.org
  www.unglobalcompact.de
                              schutzschulungen etabliert. Zwischen Oktober 2006 und
www.un.org/millenniumgoals    Oktober 2008 haben 651 Führungskräfte an einer Schulung                       In der zusammen mit Arbeitnehmervertretern ver­
                www.ilo.org
            www.oecd.org      zu nachhaltigem Wirtschaften teilgenommen.                                    abschiedeten „Gemeinsamen Erklärung über Men-
           www.iccwbo.org                                                                                   schenrechte und Arbeitsbedingungen in der BMW
                                                                                                            Group“ hat sich der Vorstand der BMW AG im Jahr
                                                                                                            2005 noch einmal zu den Kernarbeitsnormen der In-
                                                                                                            ternational Labour Organization (ILO) bekannt. Darü-
                                                                                                            ber hinaus orientiert sich das Unternehmen an den
                                                                                                            Leitlinien für multinationale Unternehmen der OECD
                                                                                                            und der Business Charter for Sustainable Development
                                                                                                            der Internationalen Handelskammer (ICC).
12



01.2                 	 takeholderdialog. Den Dialog mit verschiedenen Anspruchsgruppen führt die
                      S
                     BMW Group bereits seit Jahren auf ganz unterschied­ichen Ebenen und mit wechseln-
                                                                       l
                     den Schwerpunkten: vom internationalen Dialog bis hin zum lokalen Gespräch mit
                     A
                     ­ nwohnern, von spezifischen Fragestellungen bis hin zu übergreifenden Nachhaltig-
                     keitsthemen.




                     Für die BMW Group bergen solche Dialoge und Gespräche        holder Roundtable der BMW Group: die unterschiedlichen
       Seite 70 f.
                     eine große Chance. Sie erfüllen für das Unternehmen die      Anspruchsgruppen an einen Tisch zu bringen und die
                     Funktion eines Radars, das relevante Entwicklungen früh-     P
                                                                                  ­ erspektive der anderen kennen und verstehen zu lernen.
                     zeitig erkennt und aufzeigt. Indem das ­ nternehmen diese
                                                            U                     Und gemeinsam einen Startpunkt zu setzen, um neue
                     Signale aufnimmt, kann es nicht nur Risiken frühzeitig       Antworten zu finden.
                     identifizieren und gegebenenfalls gegensteuern, sondern
                     auch Chancen frühzeitig wahrnehmen und systematisch          Einen Tag lang diskutierten die Experten unter anderem
                     nutzen. Gemeinsam mit ihren Anspruchsgruppen kann die        Produktstrategien für eine nachhaltige Mobilität, Heraus-
                     BMW Group zu komplexen Herausforderungen Lösungen            forderungen der Elektromobilität, die Weiterentwicklung
                     erarbeiten, die aus der Unternehmensperspektive allein       der Efficient Dynamics Technologien und die Frage, wie
                     nur schwer umsetzbar wären. Sie kann, mit anderen Wor-       die BMW Group künftig den Ressourcenverbrauch in der
                     ten, nachhaltiger wirtschaften.                              gesamten Wertschöpfungskette minimieren kann. Von
                                                                                  den Teilnehmern wurden die unterschiedlichen Lösungs-
                     Zuhören, verstehen und handeln                               ansätze ebenso intensiv wie kontrovers diskutiert. Einig
                     Den Austausch mit ihren Stakeholdern führt die BMW           waren sich alle Teilnehmer jedoch darin, dass sich kom­
                     Group offen, transparent und unvoreingenommen. Die An-       plexe Fragen, wie jene nach der Mobilität der Zukunft,
                     sprüche der Gesprächspartner werden dabei nicht nur          nicht mehr nur aus einer Perspektive beantworten lassen.
                     abgefragt, sondern systematisch geprüft und gegebenen-       Sondern dass es eines kontinuierlichen, konstruktiven
                     falls bei Unternehmensentscheidungen berücksichtigt.         A
                                                                                  ­ ustausches bedarf.
                     Auf diese Weise entwickelt sich der Austausch früherer
                     Tage immer mehr zu einem kontinuierlichen Dialog, den        Diese Form des Dialogs soll systematisch weitergeführt
                     die BMW Group aktiv strukturiert und weiter verstärken       werden. Ein weiterer Stakeholder Roundtable ist noch für
                     wird. Die operative Verantwortung dafür liegt bei der Kom-   das Jahr 2009 geplant.
                     munikationsabteilung der Münchener Konzernzentrale.
                     Sie steht als Ansprechpartner zur Verfügung und bearbei-     Stakeholderbefragungen
                     tet die Anfragen gemeinsam mit den Experten aus den          Ende 2006 hat die BMW Group erstmals eine weltweite
                     Fachabteilungen. An den einzelnen Standorten weltweit        Stakeholderbefragung mit rund 200 Ansprechpartnern
                     stehen die lokalen Kommunikationsstellen mit den regio-      durchgeführt. Die Ergebnisse flossen sowohl in die Erstel-
                     nalen Stakeholdern in Kontakt. Je nach Tragweite der         lung des letzten Nachhaltigkeitsberichts als auch in die
                     F
                     ­ ragestellung und geografischem Bezug wählt die BMW         Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie ein. Für
                     Group dabei den jeweils passenden Dialogansatz.              die Konzeption des hier vorliegenden Berichts wurden
                                                                                  zum Jahreswechsel 2008 /  009 weltweit 32 Vertreter des
                                                                                                               2
                     Stakeholder Roundtable                                       Kapitalmarkts, der Politik, von Nichtregierungsorgani­
                     Zum ersten Stakeholder Roundtable der BMW Group im           sationen (NGOs) sowie anderen Stakeholdergruppen
                     Februar 2009 kamen Verkehrsexperten von WWF, BUND,           t
                                                                                  ­ elefonisch befragt. Diese Expertenbefragung zielte auf
                     NABU, Greenpeace und der Deutschen Umwelthilfe.              eine Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung der BMW
                     A
                     ­ nalysten und Vertreter großer Investmentfonds aus          Group ab. Gleichzeitig führte die BMW Group auf ihrer
                     Frankfurt, Zürich und London. Umweltpolitiker des Euro-      U
                                                                                  ­ nternehmenswebsite eine Onlineumfrage zur Wahrneh-
                     päischen Parlaments, des Deutschen Bundestags und
                     des Bayerischen Landtags sowie Wissenschaftler und           Über 70 % der Befragten 	
                     E
                     ­ xperten verschiedener deutscher Umweltinstitute und        beurteilten die Nachhaltigkeitsleistung der BMW Group
                     des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung. Dazu       bei der Stakeholderbefragung als gut oder sehr gut.
                     kamen die Leiter der Produkt- und Unternehmensstra­          	
                     tegie, der Gesamtfahrzeugentwicklung sowie weitere
                     E
                     ­ ntscheidungsträger der BMW Group.                          mung und Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung und der
                                                                                  Nachhaltigkeitskommunikation durch. Bei beiden Befra-
                     So unterschiedlich die Runde zusammengesetzt war, so         gungen wurde das Nachhaltigkeitsengagement der BMW
                     vielfältig waren auch die Sichtweisen, Interessen und        Group mehrheitlich positiv bewertet. Verbesserungs­
                     F
                     ­ ragen zur nachhaltigen Mobilität und zur Ressourcen-       bedarf sahen die Befragten vor allem bei alternativen An-
                     schonung. Genau darum aber ging es beim ersten Stake-        triebstechnologien und der Reduzierung der CO2-Emis­
13 

                     —a
       Nur im Dialog mit
       i
       ­hren Anspruchs­
   gruppen – intern wie
        extern – kann die
 BMW Group ihre Leis-
  tung in Sachen nach-
  haltiges Wirtschaften
             verbessern.




                                                                                      —a



                            sionen. Mehr Informationen wünschen sich einige der              Roadshow bei Nachhaltigkeitsinvestoren
                            Stakeholder zur Verankerung von Nachhaltigkeit in der Lie-       und -analysten
  www.bmwgroup.com/ir       ferantenkette.                                                   Im Herbst 2008 stellten sich Vertreter der BMW Group im
                                                                                             Rahmen einer SRI-Roadshow (SRI: Socially Responsible
                            Mitarbeiterbefragungen                                           Investment) erneut den Fragen von Analysten und Inves­
                            Wie beurteilen die Mitarbeiter die BMW Group? Wie zu-            toren in Paris, Zürich und London. Dabei wurde vor allem
                            frieden sind sie mit ihrem Arbeitsumfeld, ihrer persönli-        über die Maßnahmen zur CO2-Reduzierung der BMW
                            chen Entwicklung, der Unternehmenskultur und ihrem Ar-           Group Fahrzeugflotte und über die Potenziale der Elektro-
                            beitgeber? Fragen wie diese werden regelmäßig im Zuge            mobilität diskutiert. Neben den Umweltthemen drehten
                            einer unternehmensweiten Mitarbeiterbefragung thema­             sich die Gespräche auch um den Personalabbau und
                            tisiert. Diese findet regelmäßig weltweit in über 20 verschie-   I
                                                                                             ­nstrumente der Corporate Governance. Zusätzlich zu
                            denen Sprachen statt. Die Ergebnisse der Befragung wer-          den Roadshows führen die Mitarbeiter der Abteilung für
                            den anschließend auf allen Ebenen – bis hin zur kleinsten        Investor Relations gemeinsam mit den Nachhaltigkeits­
                            Abteilung – diskutiert und konkrete Verbesserungsmaß-            experten der BMW Group regelmäßige Telefonkonferen-
                            nahmen angestoßen. (Weitere Infos zur Befragung aus dem          zen mit Analysten und Investoren durch. Seit Ende 2007
                            Jahr 2007 finden Sie in Kapitel 05.5.) Die nächste Befra-        ist die Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens fester
                            gung, die im Frühjahr 2010 startet, wird erstmals auch einige    B
                                                                                             ­ estandteil aller Unternehmenspräsentationen der BMW
                            Fragen zur Bewertung und Einschätzung der Nachhaltig-            Group bei Analysten und Investoren.
                            keitsleistung der BMW Group enthalten.
                                                                                             Intensivieren und steuern
                            Lokale Dialoge                                                   In den vergangenen zwei Jahren hat die BMW Group ihren
                            Die Belange ihrer Nachbarschaft nimmt die BMW Group              Stakeholderdialog weiter systematisiert und intensiviert.
                            an jedem ihrer Standorte ernst. Zu Beschwerden kommt             Angesichts immer komplexerer Herausforderungen ge-
                            es daher nur selten. Die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsar-      winnt der Austausch mit unterschiedlichen Anspruchs-
                            beit vor Ort sind ­ nsprechpartner für Fragen und Anliegen
                                              A                                              gruppen für die BMW Group weiter an Bedeutung. Richtig
                            der Nachbarschaft. Bei auftretenden Beschwerden, wie             verstanden steckt in ihm ein wichtiger Treiber für die fort-
                            z. B. Lärm- oder Geruchsbelästigungen, schafft sie ge-           laufende Verbesserung des Unternehmens. Der einst eher
                            meinsam mit den ­ xperten nach einem vorgeschriebenen
                                                 E                                           sporadisch geführte Stakeholderdialog wird sich daher
                            Verfahren Abhilfe. Bei anstehenden Umbaumaßnahmen                künftig zu einem aktiven Stakeholdermanagement weiter-
                            werden die Nachbarn im Vorfeld darüber informiert. Darü-         entwickeln.
                            ber hinaus engagieren sich die Werke in ­hrer unmittel­
                                                                      i
                            baren Nachbarschaft, z. B. stellt das BMW Werk München
                            in einem „Nachbarschaftsforum“ Räumlichkeiten für
                            b
                            ­ enachbarte Vereine oder gemeinnützige Gruppen zur
                            Verfügung.

                            Engagement in Initiativen für Nachhaltigkeit
                            Als Mitglied in nachhaltigkeitsrelevanten Fachgremien
                            und Organisationen treibt die BMW Group die Weiterent-
      www.econsense.de      wicklung unternehmerischer Nachhaltigkeit voran. Bei
                            „econsense – Forum nachhaltige Entwicklung“, einem
                            Z
                            ­ usammenschluss global agierender Unternehmen und
www.unglobalcompact.org     Organisationen der deutschen Wirtschaft, engagiert sich
  www.globalcompact.de
                            die BMW Group im Kuratorium, Vorstand und Lenkungs-
                            ausschuss. Aktiv diskutiert die BMW Group auch Fragen
                            der Nachhaltigkeit in der deutschen Arbeitsgruppe des
                            UN Global Compact. Das Unternehmen begleitet die Ent-
                            wicklung der Konzepte nachhaltigen Wirtschaftens bzw.
                            der Corporate Responsibility auch durch Diskussionen auf
                            Fachtagungen, Konferenzen und an Universitäten.
14



01.3                        	 achhaltigkeit in der Lieferantenkette. Die Steuerung des Lieferan­
                             N
                            tennetzwerks der BMW Group mit ihren Lieferanten für Komponenten, Systeme und
                            Dienstleistungen ist eine herausfordernde Aufgabe. Das Unternehmen steht dabei in
                            einem Spannungsfeld ­ wischen Kostenwettbewerb, Liefertreue, Qualität, Logistik­
                                                   z
                            anforderungen und Aspekten der Nachhaltigkeit.




                            Nachhaltiges Wirtschaften – so die Überzeugung der             Im Laufe des Jahres 2009 wurden die Einkaufsbedingun-
                 Seite 72
                            BMW Group – kann nur dann wirken, wenn es die ge­              gen überarbeitet und auch in puncto Nachhaltigkeit aktuali-
                            samte Wertschöpfungskette umfasst. Deshalb stellt die          siert. Unter anderem fordert die BMW Group in dem seit
                            BMW Group nicht nur höchste Anforderungen an sich              Herbst 2009 gültigen Regelwerk von ihren Lieferanten,
                            selbst, sondern fordert ökologische und soziale Standards      dass dieselben sozialen und ökologischen Anforderungen
      www.unep.fr/scp/cp    auch von ihren Lieferanten und Partnern. Entsprechende         auch von deren vorgelagerten Zulieferern, den sogenann-
 www.unglobalcompact.org
              www.ilo.org
                            Nachhaltigkeitskriterien sind durchgängig in den Ein-          ten 2nd-tier-Lieferanten, angestrebt werden.
                            kaufsbedingungen des Unternehmens verankert. Die Kri-
                            terien ­ rientieren sich unter anderem an den Prinzipien
                                   o                                                       Festgeschrieben in den Einkaufsbedingungen sind bei-
                            des Global Compact der Vereinten Nationen, der UN-­            spielsweise das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit,
       UN Global Compact    Deklaration zu Cleaner Production und an den Konventio-        von Diskriminierung und Bestechung sowie die Imple-
                            nen der International Labour Organization (ILO). Ziel der      mentierung eines geeigneten Managementsystems für
                            BMW Group ist eine leistungsfähige Lie­erkette, die welt-
                                                                     f                     Arbeits­ icherheit. Außerdem bekennt sich jeder Lieferant
                                                                                                   s
                            weit und über die Wertschöpfungsstufen hinweg nach             mit ­ nterzeichnung der Einkaufsbedingungen zu einer
                                                                                               U
                            den gleichen ambitionierten Nachhaltigkeitsstandards ar-       umwelt- und ressourcenschonenden Produktionsweise.
                            beitet.                                                        Hauptlieferanten müssen auf Anfrage Daten zu ihrem
                                                                                           Energie- und Wasserverbrauch bereitstellen sowie zu ih-
                            Nachhaltigkeit – ein Kriterium für den Einkauf                 ren produktionsbedingten CO2-Emissionen, Abfällen, Ab-
                            Die Verantwortung für das Lieferantenmanagement trägt          wassermengen und Lösungsmitteln, die bei der Produk­
                            das im Jahr 2007 neu organisierte Einkaufsressort der BMW      tion von Komponenten für die BMW Group entstehen.
                            Group. Die Aufgaben reichen von der Lieferantenauswahl         Jeder Lieferant ist angehalten, ein funktionierendes Um-
                            und -qualifizierung über den klassischen Einkauf bis hin       weltmanagementsystem aufzusetzen. Dabei verlangt die
                            zur Absicherung der Anlieferqualität und der Logistik. Damit   BMW Group von ihren Partnern eine Zertifizierung des
                            verantwortet das Einkaufsressort auch die Durchsetzung         Systems nach den etablierten Standards ISO 14001, EMAS
                            von Nachhaltigkeitsanforderungen in der Wertschöpfungs-        oder gleichwertigen Zertifikaten.
                            kette. Um diese Aufgabe wahrnehmen zu können, werden
                            die Mitarbeiter dieses Bereichs für Nachhaltigkeitsthemen      Potenzielle Partner prüfen
                            sensibilisiert und im Rahmen interner Schulungsmaßnah-         Bereits bei der Sichtung potenzieller Zulieferer achtet die
                            men qualifiziert.                                              BMW Group auf Nachhaltigkeitsstandards. Neue Lieferanten
                                                                                           werden unter anderem mit Hilfe eines Fragebogens zu
                            Neben dem zentralen Einkauf in München verfügt die             nachhaltigem Wirtschaften analysiert. Für den weiteren
                            BMW Group über ein internationales Netzwerk von soge-          Auswahlprozess qualifizieren sich diejenigen Lieferanten,
                            nannten International Purchasing Offices (IPOs). Ihre Auf-     die eine vollständige Selbstauskunft erteilen und keines
                            gabe ist es, lokale Lieferanten sowohl für die ortsansässige   der durch die BMW Group formulierten Ausschlusskriterien
                            Produktion als auch für das internationale Produktions-        wie z. B. Kinderarbeit verletzen.
                            netzwerk der BMW Group zu identifizieren und zu qualifi-
                            zieren. Speziell in Wachstumsmärkten, wie beispielsweise       Mehr Nachhaltigkeit bei bestehenden Lieferanten
                            in China oder Indien, unterstützen die IPOs mögliche lo­       Bei bestehenden Lieferanten werden im Zuge der regel-
                            kale Lieferanten durch den Aufbau entsprechender Kom-          mäßigen Qualitätsaudits auch Umwelt- und Sozialaspekte
                            petenz – auch hinsichtlich Umwelt- und Sozialstandards.        berücksichtigt. Wird ein etablierter Lieferant mit der Pro-
                            So können diese Lieferanten zu leistungsfähigen Partnern       duktion einer neuen Komponente beauftragt, führt das
                            im Lieferantennetzwerk der BMW Group werden.                   Qualitätsmanagement der BMW Group bei diesem Liefe-
                                                                                           ranten ein obligatorisches Prozessaudit durch. Dabei wer-
                            Verbindliche Kriterien in den Einkaufsbedingungen              den neben Qualitätskriterien auch Nachhaltigkeitsaspekte
                            Bereits seit dem Frühjahr 2003 enthalten die nationalen und    überprüft. Direktlieferanten müssen ein funktionierendes
                            internationalen Einkaufsbedingungen der BMW Group              Vorlieferantenmanagement nachweisen. Bei sich abzeich-
       www.b2b.bmw.com      v
                            ­ erbindliche Vorgaben zur ökologischen und sozialen           nenden Problemfällen finden auch außerplanmäßige Be-
                            Verant­ ortung. Jeder Lieferant verpflichtet sich mit der
                                   w                                                       suche statt.
                            Unterzeichnung der Bedingungen zur Einhaltung dieser
                            Nachhaltigkeitsanforderungen.
15 

                           —a
         Mit ihren Lieferanten
           im In- und Ausland
        steht die BMW Group
              im stetigen Aus-
         tausch. Umwelt- und
        Sozialstandards bilden
                 dabei wichtige
          L
          ­ eitplanken der Zu-
                sammenarbeit.




                                                                                              —a



                                   Künftig soll die Umsetzung der ökologischen und sozialen
                                   Anforderungen in den Einkaufsbedingungen noch stärker               Umweltverträglichkeit von Bauteilen
http://ec.europa.eu/environment/   nachgehalten werden. So wurde im Jahr 2008 der bereits              Die BMW Group steuert und optimiert entlang der
chemicals/reach/reach_intro.htm
                                   bestehende Fragebogen zum nachhaltigen Wirtschaften                 Lieferkette kontinuierlich die Umweltverträglichkeit ih-
                                   nachgeschärft und gleichzeitig ein Auswertungsraster                rer Fahrzeugkomponenten. Allein im Jahr 2008 wurden
                                   mit Ausschlusskriterien aus den Bereichen Umweltschutz,             hierzu rund 39.000 Datensätze für Serienteile über­
                                   Sozialstandards und Produktentwicklung verabschiedet.               mittelt und bewertet. Insgesamt liegen damit rund
                                   Der Fragebogen umfasst nun 29 Fragen zur sozialen und               160.000 Datenblätter mit spezifischen Bauteilinforma­
                                   öko­ogischen Verantwortung. In einem ersten Schritt wur-
                                       l                                                               tionen vor. Die Einkaufsbedingungen der BMW Group
                                   den im Frühsommer 2007 insgesamt 1.046 Lieferanten,                 definieren darüber hinaus Anforderungen an die Um-
                                   die rund 80 % des Einkaufsvolumens der BMW Group ab-                weltverträglichkeit von Zulieferteilen. Weiter konkre­
                                   decken, zu den Umweltaspekten befragt.                              tisiert werden diese Anforderungen durch Lasten­
                                                                                                       heftvorgaben sowie Material- und Bauteilprüfungen.
                                   Der aktualisierte Fragebogen wird zukünftig als Kriterium           Bereits bei der Vergabe von Entwicklungsaufträgen
                                   bei der Lieferantenauswahl und zur Überprüfung bestehen-            und in der Entwicklungsphase von Kaufteilen müssen
                                   der Lieferanten eingesetzt. Die Ergebnisse sind ab Ende             Umweltstandards wie z. B. die Recyclingfähigkeit der
                                   2009 in der Lieferantendatenbank (LDB) der BMW Group                Komponenten berücksichtigt werden. Damit stellt die
                                   abrufbar. Auf diese Weise wird sich die Nachhaltigkeitsleis-        BMW Group sicher, dass die strengen Vorschriften im
                                   tung der Lieferanten künftig schneller und systematischer           gesamten Prozess der Produktentwicklung beachtet
                                   erfassen, auswerten und vergleichen lassen.                         und erfüllt werden. Ein Arbeitskreis bewertet Risiken,
                                                                                                       die mit der Verwendung bestimmter Stoffe verbunden
                                   Für den Fall eines Verstoßes gegen die Nachhaltigkeitsan-           sind, und steuert entsprechend den Auswahlprozess
                                   forderungen wird die BMW Group zusammen mit dem                     und die Entwicklungstätigkeit. Neben den Teilen für die
                                   b
                                   ­ etroffenen Lieferanten einen konkreten Maßnahmenplan              Fahrzeuge durchlaufen auch alle für die Produktion
                                   erstellen. Dieser enthält auch ein Eskalationsschema, das           notwendigen Stoffe und Materialien wie Lacke und
                                   im Extremfall bis zur Kündigung der Geschäftsbeziehung              Kleber einen genau definierten Qualifizierungspro-
                                   reichen kann. Bislang musste allerdings kein Direktlieferant        zess. Diese Prozesse bilden eine wesentliche Grund-
                                   wegen Verstößen gegen Sozial- oder Umweltstandards                  lage für die Umsetzung von Umweltgesetzen und
                                   durch die BMW Group ausgeschlossen werden. Dennoch                  Stoffverboten wie z. B. der REACH-Richtlinie der EU.
                                   lässt sich das Risiko von Missständen bei Vorlieferanten
                                   nicht völlig ausschließen. Ein konkretes Beispiel sind die
                                   Vorwürfe des Internationalen Metallgewerkschaftsbunds
                                   (IMB): Ein Sublieferant in der Türkei soll, so der Vorwurf, das   zieren. So werden bestimmte elektronische Steuergeräte
                                   Recht auf Versammlungs- und Koalitionsfreiheit seiner             bis zu ihrer Komplettierung zukünftig nicht mehr zwischen
                                   Mitarbeiter verletzt ­ aben. Die BMW Group hat in diesem
                                                        h                                            einzelnen Ländern oder gar Kontinenten hin und her trans-
                                   Fall, gemäß ihrem internen Eskalationsschema, Kontakt             portiert, sondern gemäß dem Prinzip „Konzentration der
                                   mit dem betroffenen Direktlieferanten aufgenommen. Die-           Wertschöpfungsanteile“ am geeignetsten Standort gefer-
                                   ser wurde aufgefordert, bei seinem türkischen Zulieferer          tigt. Damit, so die Berechnungen der BMW Group Exper-
                                   darauf zu drängen, dass eventuelle Missstände umgehend            ten, kann der bisherige Energie- und Transportaufwand
                                   behoben werden. Eine Rückmeldung ist durch das be­                um bis zu 65 % gesenkt werden.
                                   troffene Unternehmen bereits erfolgt und wird durch unab-
                                   hängige Stellen (u. a. ILO) geprüft.                              Gemeinsam an einem Strang ziehen
                                                                                                     Die BMW Group fordert ihre Lieferanten aber nicht nur,
                                   Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette                      sondern unterstützt sie auch nach Kräften. Gerade in der
                                   Neben der Einhaltung ökologischer und sozialer Standards          aktuell schwierigen Marktsituation wächst die Zahl der Zu-
                                   setzt die BMW Group auch Impulse für eine gesamthafte             lieferer, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Mit
                                   Verbesserung der Umweltbilanz in der Wertschöpfungs-              ihrem Risikomanagementsystem versucht die BMW Group,
                                   kette. Ein im Jahr 2008 neu gestartetes Projekt versucht          insolvenzgefährdete Unternehmen frühzeitig zu identifi­
                                   den sogenannten „Teiletourismus“ und die damit verbun-            zieren, um ihnen gegebenenfalls durch Beratung oder
                                   denen negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu redu-              sonstige Hilfestellung unter die Arme greifen zu ­ önnen.
                                                                                                                                                          k
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  • 2. Grundlagen der Berichterstattung Der Sustainable Value Report 2008 der BMW Group Mit diesem siebten Sustainable Value Report informiert die BMW Group ihre Stakeholder über ihre Nachhaltigkeitsstrategie und die Verankerung des Themas im Unternehmen. Ausgehend von aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in den Bereichen Ökonomie, Produktverantwortung, konzernweiter Umweltschutz, Mitarbeiter und Gesellschaft stellt die BMW Group Lösungsansätze und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsleistung dar. Im Kapitel „Indikatoren für Nachhaltigkeit“ werden die Maßnahmen mit relevanten Kennzahlen belegt und die Zielsetzungen der e ­ inzelnen Bereiche transparent aufgezeigt. Der vorliegende Bericht stellt zu Beginn jeden Kapitels auf einer Doppelseite die wichtigsten Punkte im Überblick dar. Dazu gehören die Ergebnisse der Materialitätsanalyse, d. h. die Bewertung der Wichtigkeit der einzelnen Themen aus Stake­ older- und Unternehmenssicht, die wichtigsten ­ erausforderungen, Er- h H folge und Erstrebtes sowie Kernindikatoren (Key Performance Indicators), mit deren Hilfe die Nachhaltigkeitsleistung der BMW Group intern gesteuert wird. In Übereinstimmung mit GRI Der Sustainable Value Report der BMW Group wurde in Übereinstimmung mit dem Leitfaden der Global Reporting Initiative (GRI G3) erstellt. Dabei wurde auch das branchenspezifische Automotive Sector Supplement (Pilot Version 1.0) berücksich- tigt. Der Erfüllungsgrad der Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) wird im Kapitel „Indikatoren für Nachhaltigkeit“ in dem GRI-Index dargestellt. Der Sustainable Value Report 2008 erfüllt mit dem Level A den höchsten Anwendungsgrad des GRI-Leitfadens. Die Themenauswahl und ihre Gewichtung basieren auf den Ergebnissen eines intensiven und struk- www.globalreporting.org turierten Stakeholderdialogs sowie den Resultaten interner Workshops mit den einzelnen Fachbereichen der BMW Group. Darüber hinaus orientiert sich der Bericht an dem Informationsbedarf von Ratingagenturen, die die Leistung nachhaltigen Wirtschaftens von Unternehmen bewerten. Geltungsbereich Die Benennung der Jahreszahl im Titel des „Sustainable Value Report 2008“ erfolgt erstmals analog zum Geschäfts­ bericht. Der Berichtszeitraum fokussiert daher auf das Kalenderjahr 2008, berücksichtigt aber aus Gründen der ­ ktualität A und Vollständigkeit auch Aktivitäten des Jahres 2007 (ab Redaktionsschluss des Vorgänger­ erichts im August 2007) b s ­ owie Informationen bis zum Redaktionsschluss im Juli 2009. Die in diesem Bericht veröffentlichten Zahlen und Fakten beziehen sich auf die gesamte BMW Group mit ihren Marken BMW, MINI und Rolls-Royce. Die Ausnahme bilden Zahlen zu standortspezifischen Themen und zu lokal gesteuerten Nachhaltigkeitsaktivitäten. In diesen Fällen sind die Zahlenangaben um den entsprechenden Geltungsbereich, z. B. BMW AG, ergänzt. Die Leistungsindikatoren des konzernweiten Umweltschutzes sowie einige Daten der Produktverantwortung wur- den im Lage­ ericht des Geschäftsberichts 2008 der BMW Group veröffentlicht. Damit waren diese auch Bestandteil der b Prüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG. Des Weiteren werden Indikatoren der Bereiche Umwelt- schutz und Arbeits­ icherheit im Rahmen von Audits basierend auf ISO 14001, EMAS und OHSAS / OHRIS von externen s Auditoren oder Gutachtern überprüft (siehe Liste der zertifizierten Standorte im Kapitel „Indikatoren für Nachhaltigkeit“). UN Global Compact – Fortschrittsbericht Die BMW Group hat sich bereits 2001 zu den Prinzipien des Global Compact verpflichtet und informiert mit diesem Bericht erneut über Fortschritte bei der Erfüllung dieser Prinzipien. Eine Übersicht über die zehn Prinzipien sowie der Verweis www.unglobalcompact.org auf ­ eispiele für deren Umsetzung sind sowohl in den einzelnen Berichtskapiteln als auch im Kapitel „Indikatoren für Nach­ B www.globalcompact.de haltigkeit“ enthalten. Weiterführende Informationen Der vorliegende gedruckte Bericht kann nicht das gesamte Spektrum an Informationen zu den Nachhaltigkeits­ kti­ i­ a v täten der BMW Group abbilden. Im Internet unter www.bmwgroup.com/responsibility findet sich eine Vielzahl an Ver­ www.bmwgroup.com/ tiefungen und Ergänzungen zu einzelnen Themen sowie das Glossar für diesen Bericht. Weiterführende Links zu spezifi- responsibility www.bmwgroup.com/ schen Inhalten sind durch ein eigenes Symbol in diesem Bericht deutlich gekennzeichnet. Der vorliegende Sustainable glossary Value Report wird in Deutsch und Englisch veröffentlicht. Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, wurde auf ge- schlechtsspezifische Doppelnennungen ­ erzichtet und stattdessen die männliche Schreibweise gewählt. v
  • 3. Zukunftsgerichtete Aussagen Der Sustainable Value Report enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den aktuellen Annahmen und Progno- sen der BMW Group beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Entwicklung oder die Leistung des Unternehmens wesentlich von hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Materialitätsanalyse In Anlehnung an GRI G3 verfolgt die BMW Group in dem hier vorliegenden Sustainable Value Report den Anspruch, über die für das Unternehmen wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen und die dazugehörigen Strategien, Ziele und Maßnahmen zu berichten. Um die wesentlichen Themen für diesen Bericht zu identifizieren, ist die BMW Group nach einem struktu- rierten Verfahren vorgegangen: 1. Telefonische Befragung von 32 Experten aus den Stakeholdergruppen Kapitalmarkt, Wissenschaft und Forschung, P ­ olitik und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Winter 2008 / 2009. 2. urchführung einer Onlineumfrage unter www.bmwgroup.com/responsibility mit 238 Teilnehmern im Winter 2008 / 2009. D Teilgenommen haben Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner sowie Vertreter aus dem gesellschaftspolitischen Umfeld. 3. urchführung eines themenspezifischen Stakeholder Roundtables im Februar 2009 mit 25 Experten aus Politik, Wissen- D schaft und Forschung, des Kapitalmarkts, von NGOs sowie mit Vertretern der BMW Group. 4. uswertung und Ableitung der Themenrelevanz aus Stakeholdersicht. A 5. Bestimmung der Relevanz der ermittelten Themen aus Sicht der BMW Group im Rahmen von Workshops mit Vertretern der Fachbereiche. 6. bbildung der ermittelten Themenrelevanz in Materialitätsmatrizen auf den Einstiegsseiten eines jeden Kapitels. Sowohl A die Struktur des Berichts als auch die inhaltlichen Schwerpunkte leiten sich daraus ab. Der Stakeholderdialog wird auf den Seiten 12 – 13 im Detail beschrieben. Berichterstattungshistorie der BMW Group und Publikationen zu nachhaltigem Wirtschaften www.bmwgroup.com/ Publikation  Berichtszeitraum   Print  Online / PDF responsibility/publications Umweltbericht 1997/1998  Geschäftsjahre 1995 und 1996     Umweltbericht 1999/2000  Geschäftsjahre 1997 und 1998     Sustainable Value Report 2001/2002  Geschäftsjahre 1999 und 2000        Sustainable Value Report 2003/2004  Geschäftsjahre 2001 und 2002        Sustainable Value Report 2005/2006  Geschäftsjahre 2003 und 2004        Sustainable Value Report 2007/2008  Geschäftsjahre 2005 und 2006        Indikatoren für Nachhaltigkeit – Update 2008  Geschäftsjahr 2007        Broschüre „Selbstverständlich nachhaltig“  –         Sustainable Value Report 2008  Geschäftsjahr 2008 *       Das Geschäftsjahr der BMW Group entspricht dem Kalenderjahr. Weitere Publikationen wie z. B. die Umwelterklärungen der EMAS-zertifizierten Standorte finden Sie unter www.bmwgroup.com/responsibility/publications. Der Berichtszeitraum fokussiert auf das Kalenderjahr 2008, berücksichtigt aber aus Gründen der Aktualität und Vollständigkeit auch Aktivitäten des Jahres 2007 (ab Redaktions- *   schluss des Vorgänger­ erichts im August 2007) sowie Informationen bis zum Redaktionsschluss im Juli 2009. b
  • 4.  Ansprüche erkennen. Herausforderungen r ­ eflektieren. In die Zukunft investieren. Erfolg und Nachhaltigkeit als Einheit verstehen. Und daraus konsequent neue Chancen entwickeln.
  • 5. 01  Inhalt Bericht Unsere Haltung — 02 Konzernporträt — 04 01  Management von Nachhaltigkeit — 05 01.1 Strategie und Organisation — 08 01.2 Stakeholderdialog — 12 01.3 Nachhaltigkeit in der Lieferantenkette — 14 01.4 Auszeichnungen und Indizes — 16 02 Ökonomie — 17 02.1 Das Jahr 2008 — 20 02.2 Risikomanagement und Corporate Governance — 22 03 Produktverantwortung — 23 03.1 Verständnis und Verankerung — 26 03.2 Technologien für nachhaltige Mobilität — 29 03.3 Fahrzeugsicherheit — 32 03.4 Verkehrsmanagement und Mobilitätsforschung — 34 03.5 Recycling — 35 03.6 Kundenzufriedenheit — 36 04 Konzernweiter Umweltschutz — 37 04.1 Management von Ressourcen und Umweltschutz — 40 04.2 Energieverbrauch und Emissionen — 42 04.3 Materialeinsatz und Abfallwirtschaft — 44 04.4 Wasser und Abwasser — 45 04.5 Effiziente Transportlogistik — 46 05 Mitarbeiter — 47 05.1 Attraktiver Arbeitgeber — 50 05.2 Optimale Bedingungen für den wichtigsten Erfolgsfaktor — 51 05.3 Leistung und Gegenleistung — 56 05.4 Flexibel den Wandel gestalten — 57 05.5 Zusammenarbeit und Wertschätzung — 58 Verweis auf eine 06 Gesellschaftliches Engagement — 59 Internetseite 06.1 Verständnis und Schwerpunkte — 62 06.2 Projekte zur Verkehrssicherheit — 63 06.3 Bildung und interkulturelle Verständigung — 64 06.4 Engagement gegen HIV / Aids — 65 Verweis auf weitere 06.5 Weltweites kulturelles Engagement — 66 Publikationen 06.6 Stiftungen — 67 Hinweis auf UN Global Compact Kennzahlen und Fakten i Indikatoren für Nachhaltigkeit — 68 Verweis auf die Indikatoren Kennzahlen und Fakten zu den gekennzeichneten für Nachhaltigkeit ab S. 68 Themen finden Sie in dem Teil Indikatoren für Nachhaltigkeit — 68 GRI-Index — 104 UN Global Compact – Fortschrittsbericht — 107 Verweis auf den GRI-Index Index — 109 Kontakt — 111
  • 6. 02 Unsere Haltung Die BMW Group mit ihren Marken BMW, MINI und Rolls-Royce steht für Freude, Leidenschaft und Erfolg. Wir wollen aktiv die Zukunft gestalten. Deshalb verankern wir Nachhaltigkeit immer stärker in unserer ge- samten Wertschöpfungskette. Mehr noch: Nachhaltigkeit soll festes Gestaltungsprinzip unserer Prozesse und Abläufe sein. Dazu findet schon seit einigen Jahren ein Umdenken im Unternehmen statt. Mit der Überarbeitung unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir den nächsten, konsequenten Schritt vollzogen und einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Dennoch: Ein gutes Stück des Wegs liegt noch vor uns. Als Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen sind wir den zehn Prinzipien für Umwelt- und Sozialstandards verpflichtet – weltweit, an allen unseren Standorten. Für uns ist klar: Wir leisten un- seren Beitrag zur Lösung der Aufgaben, vor denen wir alle stehen. Das fängt beim Klimaschutz an und reicht über die Verknappung der Ressourcen bis hin zu gesellschaftlichen Herausforderungen. So machen wir unser Unternehmen und unsere Produkte zukunftsfähig – und schaffen Lösungen, von denen alle profitieren. Denn die Messlatte liegt hoch: Die BMW Group ist 2008 erneut das nachhaltigste Unterneh- men in der Automobilbranche gewesen. Wir werden alles tun, diesem Anspruch auch in Zukunft gerecht zu werden. Dr.-Ing. Norbert Reithofer   Vorsitzender des Vorstands der BMW AG Clean Production – unter diesem Motto ist nachhaltige Fertigung bei der BMW Group fest verankert. Schon heute sind wir Vorreiter in unserer B ­ ranche. Aber wir geben uns damit nicht zufrieden. Unsere Leidenschaft und unsere Kreativität lassen uns nicht ruhen. Immer wieder suchen wir nach neuen Wegen, um den Ressourceneinsatz zu optimieren. Verbes­ serungen ­ etzen wir um und machen sie zu Standards. ­ nser Ziel ist der s U per­ekte Prozess. Damit schaffen wir konkreten Mehrwert – ökologisch und f ökonomisch. Nachhaltigkeit in der Produktion ist keine Aufgabe für Spezia- listen. Sie ist ein gesamthafter Denk- und Verhaltensansatz, der von allen Mitarbeitern gelebt wird. Konsequent an allen Standorten. Frank-Peter Arndt   Mitglied des Vorstands der BMW AG   Produktion Die BMW Group bekennt sich klar zur Nachhaltigkeit – und unsere Kunden vertrauen darauf. Deshalb reicht es nicht aus, dass wir uns selbst zu nachhaltigem Handeln verpflichten. Wir müssen auch sorgfältig prüfen, mit welchen Lieferanten wir direkt zusammenarbeiten. Nur wenn das Thema Nachhaltigkeit im Einkauf beginnt, können wir unseren Anspruch als nachhaltiges Unternehmen aufrechterhalten. Eine g ­ roße Herausforderung für die Zukunft ist es, Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette zu erreichen. Angesichts der komplexen Wertschöpfungsketten in unserer Industrie ist dies jedoch eine Ge- meinschaftsaufgabe aller beteiligten Unternehmen. Die BMW Group ist bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Dr.-Ing. Herbert Diess   Mitglied des Vorstands der BMW AG   Einkauf und Lieferantennetzwerk
  • 7. 03  Individuelle Mobilität nachhaltig zu gestalten, das bleibt unser großes Anliegen. Wir entwickeln mit Lei­ denschaft verbrauchsarme Fahrzeuge, die zeigen: Effizienz und Fahrdynamik sind miteinander vereinbar. D ­ abei verfolgen wir eine sowohl evolutionäre wie revolutionäre Strategie: unser Konzept Efficient D ­ ynamics, das wir ständig wei­ erent­ ickeln. Dieses kombiniert Technologieinnovationen am Antrieb mit t w Leichtbau, verbesserter Aerodynamik und dem intelligenten Management von Energieströmen im Fahrzeug. Hybridantriebe auf ­ lektro- und Wasserstoffbasis und unser im Feldversuch befindlicher MINI E E mit Elektroantrieb ergänzen es – damit individuelle Mobilität Zukunft hat. Dr.-Ing. Klaus Draeger   Mitglied des Vorstands der BMW AG   Entwicklung Nachhaltigkeit rechnet sich. Unternehmen, die ökologisch und sozial ver­ antwortlich handeln, investieren in ihre Zukunftsfähigkeit. Als mehrjähriger Branchenführer im Dow Jones Sustainability Index World erleben wir: Immer mehr Investoren berücksichtigen unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten in ihrer Be­ wertung. Das spornt uns weiter an. Auf Dauer sind die Unternehmen erfolg- reich, die langfristig orientiert sind und ihre Ressourcen schonend einsetzen. Dr. Friedrich Eichiner   Mitglied des Vorstands der BMW AG   Finanzen Personalarbeit kann nur dann nachhaltig zum Unternehmenserfolg beitragen, wenn sie nicht nur kurz­ fristige Notwendigkeiten im Auge hat, sondern zugleich die Sicherung der Zukunft im Fokus behält. Um den langfristigen Erfolg der BMW Group sicherzustellen, zählt die Beschäftigung mit Personalentwick- lungs- und Veränderungsthemen, dem Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel zu unseren Kernaufgaben. Wir stellen heute die Weichen, um auch in fünf Jahren die richtigen Mitarbeiter mit der richtigen Qualifikation am richtigen Platz zu beschäftigen. Harald Krüger   Mitglied des Vorstands der BMW AG   Personal- und Sozialwesen, Arbeitsdirektor Ein Kunde gibt mit seinem Automobil ein Statement ab – zu seiner Person, seinen Werten und Prinzipien. Ein Premiumfahrzeug muss in erster Linie Emotionen und Begehrlichkeit wecken. Wir sind jedoch über- zeugt: Premium wird sich künftig auch durch Nachhaltigkeit definieren. Bei der BMW Group kommen daher Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung in unserem gesamten Produktportfolio zum Einsatz, nicht nur in einzelnen Modellen. Das ist ein Markenzeichen von Efficient Dynamics, unserer Strategie für nachhaltige individuelle Mobilität. Als Premiumhersteller wollen wir einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Deshalb bieten wir unseren Kunden effiziente Fahrzeuge – und die sprichwörtliche Freude am Fahren. Ian Robertson   Mitglied des Vorstands der BMW AG   Vertrieb und Marketing
  • 8. 04 Konzernporträt Die BMW Group gehört zu den zehn größten Automobilherstellern weltweit. Der Hauptsitz der BMW Group befindet sich in München. Vorsitzender des Vorstands ist Dr. Norbert Reithofer, Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Prof. Dr. Joachim Milberg. www.bmwgroup.com Im Geschäftsjahr 2008 erreichte die BMW Group einen weltweiten Absatz von mehr als 1,4 Mio. Automobilen und mehr als 101.000 Motorrädern. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2008 belief sich auf 53,2 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Finanz­ ergebnis der BMW Group lag für das Geschäftsjahr 2008 bei 921 Mio. Euro. Zum Jahresende 2008 beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Aktie des Unternehmens (WKN 519000; ISIN DE0005190003) ist im DAX 30 an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Zum 31. Dezember 2008 gab es 601.995.196 Stammaktien und 52.196.162 Vorzugsaktien. Dies entspricht einem Grundkapital von rund 654 Mio. Euro. Strategische Investoren halten 46,6 % der Stammaktien. 53,4 % der Stammaktien befinden sich in Streu­ esitz. b Historie Die Bayerische Motoren Werke G. m. b. H. entstand 1917 aus der Rapp-Motorenwerke GmbH. 1918 wandelten die Eigner das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Im Jahr 1922 wurde der Motorenbau, der Firmenname und das BMW Markenzeichen auf die 1916 gegründete Bayerische Flugzeugwerke A. G. übertragen. Zunächst konzentrierte sich das U ­ nternehmen auf die Entwicklung und Produktion von Flugmotoren, ab 1923 kamen ­ otorräder hinzu. Seine Erfolgs­ M geschichte als Automobilhersteller begründete BMW im Jahr 1928 mit dem Erwerb der Fahrzeugfabrik Eisenach. Marken und Ziele Die BMW Group verfügt heute mit BMW, MINI und Rolls-Royce über drei der stärksten Premiummarken in der Automo- bilbranche. Die Fahrzeuge der BMW Group bieten höchste Produktsubstanz hinsichtlich Ästhetik, Dynamik, Technik und Qualität und unterstreichen die Technologie- und Innovationsführerschaft des Unternehmens. Neben einer starken Marktposition im Motorradgeschäft mit den Marken BMW und Husqvarna ist das Unternehmen mit Finanzdienstleistun- gen erfolgreich. Ziel der BMW Group ist es, mit der Konzentration auf die Premiumsegmente ein profitables Wachstum zu erzielen sowie eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen im September 2007 erfolg- reich seine strategische Neuausrichtung unter dem Titel „Number ONE“ eingeleitet. Der Anspruch lautet, der führende Anbieter von Premium-Produkten und Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität zu sein. Forschungs- und Entwicklungsverbund Um Trends frühzeitig aufzuspüren und entsprechende Lösungen anzubieten, hat die BMW Group einen weltweiten For- schungs- und Entwicklungsverbund mit Standorten in Deutschland, Österreich, den USA, Japan und China geschaffen. Produktions- und Montagestandorte Als internationales Unternehmen verfügt die BMW Group derzeit über 24 Produktions- und Montagestandorte in 13 Län- dern. Produktionsstandorte befinden sich in München (Stammwerk), Dingolfing, Regensburg, Landshut, Leipzig, Berlin, www.bmwgroup.com/locations Wackersdorf, Eisenach, Spartanburg (USA), Rosslyn (Südafrika), Oxford (GB), Hams Hall (GB), Swindon (GB), Goodwood (GB), Steyr (Österreich), Cassinetta di Biandronno (Italien) und Shenyang (China). Montagestandorte existieren in Kaliningrad (Russland), Kairo (Ägypten), Chennai (Indien), Rayong (Thailand), Kulim (Malaysia) und Jakarta (Indonesien). Diese wer- den überwiegend in Kooperation mit externen Partnern betrieben. Hinzu kommt eine Auftragsfertigung bei der Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG Co KG in Graz (Österreich). Vertriebsnetzwerk Im Rahmen ihrer Vertriebsstrategie verfolgt die BMW Group seit den 70er Jahren konsequent das Ziel, in allen wesentlichen Märkten mit eigenen Vertriebsgesellschaften vertreten zu sein. Heute besteht das Vertriebsnetz aus 41 eigenen Vertriebs­ standorten sowie über 3.000 Handelsbetrieben. Rund 100 Länder werden durch nationale Importeure betreut. Damit ist die BMW Group in über 140 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten.
  • 9. 01 05  Management von Nachhaltigkeit 01    Management von Nachhaltigkeit     05 01.1 Strategie und Organisation     08 01.2 Stakeholderdialog     12 01.3 Nachhaltigkeit in der Lieferantenkette     14 01.4 Auszeichnungen und Indizes     16 02 Ökonomie     17 03 Produktverantwortung     23 04 Konzernweiter Umweltschutz     37 05 Mitarbeiter     47 06 Gesellschaftliches Engagement     59 Aufeinander aufbauend, langfristig stabil. Nachhaltigkeit braucht strategische Substanz.
  • 10. 06 01  anagement von Nachhaltigkeit M Die BMW Group verfolgt mit ihrer Unternehmensstrategie des Nachhaltigkeitsmanagements der BMW Group sind Number ONE das Ziel, führender Anbieter von Premium- dabei ein Umfeldradar, welches beständig um ökologische Produkten und von Premium-Dienstleistungen für indivi- und soziale Aspekte erweitert wird, der kontinuierliche duelle Mobilität zu sein. Dazu gehört für sie auch das Prinzip D ­ ialog mit Stakeholdern, die Berücksichtigung von Nach- der Nachhaltigkeit. Dabei hat sich die BMW Group zum haltigkeitskriterien bei allen Entscheidungen sowie die Ziel gesetzt, nachhaltiges Wirtschaften in der gesamten umfassende Betrachtung der gesamten Wertschöpfungs- Wertschöpfungskette und den zugrunde liegenden Pro- kette. Die dadurch erbrachten Nachhaltigkeitsleistungen zessen zu verankern – und so Mehrwert für Unternehmen, kommuniziert das Unternehmen fakten­ asiert und trans- b Umwelt und Gesellschaft zu schaffen. Wichtige Elemente parent nach innen und außen. BMW Group Nachhaltigkeitsstrategie und Schwerpunktthemen Ziel: BMW Group ist nachhaltigstes Unternehmen der Automobilindustrie Nachhaltigkeitsmanagement Nachhaltigkeitsbasierte Betrachtung der Transparente Umfeldradar Entscheidungen Wertschöpfungskette Kommunikation Schwerpunktthemen Ökologie Ökonomie Soziales Produktverantwortung Risikomanagement Verantwortung für Mitarbeiter Konzernweiter Umweltschutz Corporate Governance und Compliance Engagement für die Gesellschaft Alle Mitarbeiter der BMW Group sind aufgefordert, in i ­hrem Wirkungsbereich zu dem Konzernziel nachhaltiges Wirtschaften beizutragen. Das Nachhaltigkeitsboard – bestehend aus dem Gesamtvorstand des Unter­ nehmens – überprüft kontinuierlich die hierbei erzielten Fortschritte und bestimmt die strategische Ausrichtung. In der Konzernzentrale der BMW Group in München
  • 11. 07  Herausforderungen     inbeziehung aller Mitarbeiter bei der Umsetzung der E     oziale und ökologische Aspekte auch als ressourcen- S Nachhaltigkeitsstrategie schonende und effiziente Alternative auf den Zuliefer-    dentifikation von Themen und Dialogformen für eine I märkten begreifen und durchsetzen stärkere Zusammenarbeit mit verschiedenen Stake- holdergruppen Bewertung des Nachhaltigkeits­ ngagements der e Bewertung des Nachhaltigkeits­ ngagements der e Seite 70 ff. BMW Group* (Telefonbefragung) BMW Group* (Onlineumfrage) in %** in %** Sehr gut   37 Keine Angabe Sehr gut   34 Keine Angabe Sehr gut Gut   35 Unbefrie­ igend d Gut   42 Sehr gut Befriedigend   5 Befriedigend   16 Befriedigend Unbefrie­ Unbefriedigend   2 Unbefriedigend   5 digend Keine Angabe   21 Keine Angabe   3 Befriedigend Gut Gut Internationale Stakeholderbefragung Winter 2008 / 2009: 32 Stakeholder aus 7 Ländern   *   Onlineumfrage Winter 2008 / 2009: 238 Teilnehmer, Mehrfachnennungen möglich.   *   wurden telefonisch befragt, Mehrfachnennungen möglich. 100 % = absolute Zahl der Nennungen aus allen Themenbereichen (z. B. Umwelt- **   100 % = absolute Zahl der Nennungen aus allen Themenbereichen (z. B. Umwelt- **   schutz, Produktverantwortung, Mitarbeiter) von 238 Teil­ ehmern n schutz, Produktverantwortung, Mitarbeiter) aus 32 Stake­ olderinterviews h Listung der BMW Group in Nachhaltigkeitsindizes (Stand: Juli 2009) Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI)  Nicht gelistet  Dow Jones Sustainability Index (DJSI) World und STOXX  Branchenführer (Super Sector Leader) 2008  FTSE4Good Global Index, Europe Index, Environmental Leaders  Gelistet  Erreichtes Erstrebtes     achhaltigkeitsstrategie verabschiedet, Nachhaltigkeit N     erankerung der Nachhaltigkeitsstrategie in Tochter- V im Konzernzielsystem verankert und Zielemanage- gesellschaften und der Handelsorganisation weltweit ment für Nachhaltigkeitsindikatoren etabliert     isikomanagementsystem um ökologische und so­ R     achhaltigkeitsboard und Nachhaltigkeitskreis N ziale Faktoren erweitern e ­ tabliert     eitere Verstärkung und Internationalisierung des W     bligatorische Prüfung aller Vorstandsvorlagen hin- O Stakeholder Dialogs sichtlich Nachhaltigkeitskriterien     rozesse zur Überprüfung von Lieferanten vor Ort P     rster Stakeholder Roundtable in München zu nach- E e ­ tablieren und bereits in der Konzeptphase neuer haltiger Mobilität und Ressourcenschonung Fahrzeugprojekte Nachhaltigkeitsaspekte über alle     achhaltigkeitsfragebogen als Instrument für die N Wertschöpfungsstufen hinweg umfassend berück- L ­ ieferantenauswahl überarbeitet und Ausschluss­ sichtigen kriterien definiert     inkaufsverantwortliche noch gezielter für ökolo­ i­ E g     eiterentwicklung der nationalen und internationalen W sche und soziale Anforderungen sensibilisieren und Einkaufsbedingungen hinsichtlich sozialer und öko­ Zulieferer qualifizieren logischer Standards sowie Übertragung von Verant- wortung auf die Sublieferanten
  • 12. 08 01.1 trategie und Organisation. Mit Number ONE hat die BMW Group Ende S 2007 eine überarbeitete Unternehmensstrategie präsentiert. Dahinter steht ein ehr­ geiziges Ziel: Die BMW Group ist der führende Anbieter von Premium-Produkten und Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität. Der Weg dorthin führt über eine konsequente Fokussie­ Premium und Nachhaltigkeit gehören zusammen rung auf Wachstum und Profitabilität, eine kontinuierliche Die BMW Group ist nach den Ergebnissen der Dow Jones Geschäftsbericht 2008 Erschließung neuer Technologien, verbunden mit dem Sustainability Indizes aktuell das nachhaltigste Automobil­ der BMW Group ­ ugang zu relevanten Kundengruppen, und vor allem die Z unternehmen der Welt. In diesen bedeutenden Indizes aktive Gestaltung der Zukunft. Diese zentralen Hand­ für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen behauptete lungsfelder bilden die vier Säulen der Strategie Number die BMW Group im Jahr 2008 zum vierten Mal in Folge ONE. ihre Branchenführerschaft. Zahlreiche weitere unabhän­ gige Ratings und Auszeichnungen belegen zudem die Der Begriff Nachhaltigkeit zählt nicht dazu. Warum? Weil Führungsposition des Konzerns in puncto Nachhal­ igkeit. t Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil jedes einzelnen Und doch sieht sich die BMW Group bei nachhaltigem Handlungsfelds der Strategie Number ONE ist. Bereits Wirtschaften erst am Anfang. heute wird nachhaltiges Handeln unternehmensweit um­ gesetzt und von Jahr zu Jahr enger mit den Unterneh­ Denn absehbar ist, dass sich Premiummobilität künftig mensprozessen verwoben. So speiste sich der Absatz der weitaus stärker über Nachhaltigkeit definieren wird – an­ BMW Group im vergangenen Jahr ganz entscheidend gefangen von umweltfreundlichen Antrieben über ressour­ aus dem Erfolg von Efficient Dynamics. Dieses Technolo­ censchonende Fertigungsprozesse bis hin zu neuen, giepaket umfasst eine Reihe innovativer Maßnahmen, mit d ­ enen die BMW Group bereits über 1,4 Mio. Fahrzeuge ausgestattet und den Verbrauch ihrer Fahrzeugflotte Unternehmensstrategie Number ONE e ­ ffektiver gesenkt hat als jeder andere Hersteller. Auch bei der Verbesserung der Profitabilität ist nachhaltiges Wirt­ schaften ein entscheidender Faktor: So stehen allein die 650.000 MWh Energie, die das Unternehmen im Jahr 2008 Zukunftsbild eingespart hat, für rund 35 Mio. Euro weniger Energie­ kosten. Gleichzeitig geht der Blick weit in die Zukunft. Im „project i“ arbeiten Entwickler der BMW Group an neuen Wettbewerbsvorteil Mobilitätskonzepten, die zeigen, wie sich die Zukunft i ­ndividueller Mo­ ilität nachhaltig gestalten lässt. Aktuelles b B ­ eispiel: der MINI E, der mit seinem Elektroantrieb gerade von mehr als 600 Kunden im Alltagsbetrieb getestet wird. Über Koope­ ationen und Netzwerke sichert sich die BMW r Wachstum Zukunft Profitabilität Zugang zu Group den Zugang zu Technologien und Kunden. Dabei gestalten Technologien und Kunden finden sich potenzielle Partner nicht nur im Automobilsek­ tor, sondern beispielsweise auch in der Energiewirtschaft, die für die praxistaugliche Einführung der Elektromobilität ein entscheidender Partner ist. Nachhaltigkeit als Unternehmensprinzip Grundüberzeugungen Das Fundament der konsequent nachhaltigen Ausrich­ tung des Unternehmens bilden die Grundüberzeu­ www.bmwgroup.com/guidelines gungen der BMW Group (siehe im Detail Kapitel 02.1). Darin ist zum einen festgeschrieben, dass die Wahrneh­ nachhaltigen Dienstleistungen rund um die individuelle mung gesellschaftlicher Verantwortung untrennbar zum ­ Mobilität. Wer an „Premium“ denkt, wird in Zukunft selbst­ unternehmerischen Selbstverständnis des Konzerns verständlich auch Nachhaltigkeit meinen. Künftig wird der­ g ­ ehört. Zum anderen wird Nachhaltigkeit als positiver Bei­ jenige Hersteller im Wettbewerb führend sein, der effizien­ trag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens ver­ ter und ressourcenschonender produziert – und seinen standen. Kunden die zukunftsweisendsten Lösungen für eine um­
  • 13. 09  —a Die BMW Group entwickelt den Premiumbegriff ­ eiter. Nachhaltigkeit spielt w hierbei eine wichtige Rolle, so Dr. Reithofer, Vorstands- vorsitzender der BMW AG, auf der Hauptversammlung im Mai 2009. —a weltfreundliche individuelle Mobilität bietet. Deshalb ist A ­ rbeiten an Aufgaben über Ressorts hinweg und die Ver- die Unternehmensstrategie Number ONE ohne Nachhal- ankerung des Nachhaltigkeitsgedankens bei allen Mitar- tigkeit undenkbar. beitern. Vom Anspruch zum Handeln Um das Ziel und die strategischen Stoßrichtungen effektiv Wie aber übersetzt sich die Strategie Number ONE kon- im operativen Geschäft zu berücksichtigen, wurden eine kret in nachhaltiges Handeln? Welche Schwerpunkte setzt ganze Reihe struktureller sowie organisatorischer Neuerun- das Unternehmen? Welche Nachhaltigkeitsziele will es gen umgesetzt. Seit Anfang 2009 ist nachhaltiges Wirt- e ­ rreichen? Wo gilt es, Schwächen auszugleichen, welche schaften als Unternehmensziel auf Basis einer Balanced Stärken sind auszubauen? Scorecard auf Konzernebene verankert. Daraus leiten sich detaillierte Vorgaben für die einzelnen Ressorts der BMW All diese Fragen hat das Unternehmen im Laufe des Jah- Group ab. Damit lässt sich die Nachhaltigkeitsleistung res 2008 im Zuge einer umfassenden Überarbeitung seiner des Unternehmens künftig genauer messen und steuern. Nachhaltigkeitsstrategie beantwortet, die im ersten Halb- D ­ arüber hinaus sind die Führungskräfte der BMW Group jahr 2009 vom Konzernvorstand verabschiedet wurde. Die über ihre persönlichen Zielvereinbarungen, die sich aus Nachhaltigkeitsstrategie leitet sich direkt aus Number ONE den Unternehmens- und Ressortzielen ableiten, dezidiert ab und besitzt als übergreifende Strategie für alle Ressorts dem Unternehmensziel Nachhaltigkeit verpflichtet. weltweite Gültigkeit. Ein Beispiel: Zur Optimierung der Umweltleistung soll bis Das wesentliche Ziel: Nachhaltigkeit in der gesamten zum Jahr 2012 der Ressourcenverbrauch des Konzerns im Wertschöpfungskette und den zugrunde liegenden Pro- Vergleich zum Jahr 2006 um 30 % gesenkt werden. Kon­ zessen zu verankern – und so Mehrwert für Unternehmen, krete jährliche Zielvorgaben für die einzelnen Pro­ uk­ ions­ d t Umwelt und Gesellschaft zu schaffen. stand­ rte – gesteuert durch das konzernweite Umwelt­ o management – sorgen dafür, dass dieses übergeordnete Für die Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die Ziel Schritt für Schritt erreicht wird. BMW Group nach Analyse der internen und externen R ­ isiken und Herausforderungen sowie der Wettbewerbs­ Am Konzernziel Nachhaltigkeit muss sich heute jedes situation zentrale Prinzipien festgelegt und Handlungs­ e ­ inzelne Vorhaben messen lassen. Jedes Projekt, das felder benannt. So wird das Unternehmen seine effizien- dem Vorstand der BMW Group zur Entscheidung vorliegt, ten Antriebstechnologien weiter ausbauen und Konzepte wird zuvor anhand von Nachhaltigkeitskriterien überprüft. für eine nach­ altige Mobilität in Ballungsräumen umset- h Dabei sind in den Vorstandsvorlagen beispielsweise der zen. Im Produktionsprozess sollen der Ressourcenver- Ressourcenverbrauch, die Emissionen und die sozialen brauch und die Umweltbelastungen weiter sinken, was sowie gesellschaftspolitischen Auswirkungen der ver- sich in der Clean Production Philosophie der BMW Group schiedenen Lösungsalternativen zu bewerten. Obligatori- widerspiegelt. Als attraktiver Arbeitgeber will die BMW sche Prüfungen wie diese sind mitunter sehr komplex. Group die Motivation und Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter Durch richtige Weichenstellungen im Frühstadium eines stärken und ihre Fach- und Führungskräfte in Hinblick Projekts sparen sie dem Unternehmen Ressourcen und auf zukünftige Herausforderungen weiterentwickeln. Die spätere Korrekturen, die häufig weitaus teurer ausfallen. öko­ogischen und sozialen Anforderungen auch in der Lie- l Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass neben ferantenkette weiter zu verankern, ist der BMW Group ein ökonomischen auch ökologische und soziale Faktoren im wichtiges Anliegen. Und als Teil der Gesellschaft enga- Entscheidungsprozess berücksichtigt werden – aus dem giert sich das Unternehmen bei der Lösung gesellschaft­ Wissen heraus, dass sich der Wert eines Unternehmens licher Herausforderungen – mit dem Ziel, die Rahmenbe- heute nicht mehr nur nach dem Aktienkurs, sondern eben dingungen für das eigene Handeln aktiv mitzugestalten. auch nach nichtfinanziellen Leistungsindikatoren bemisst. Zu den zentralen Prinzipien der Nachhaltigkeitsstrate- gie der BMW Group gehören eine umfangreiche Folgen­ Wie erfolgreich die BMW Group in ihrem Management abschätzung bei Entscheidungen, das gemeinsame von Nachhaltigkeit sein kann, hängt entscheidend von ihrer
  • 14. 10 —a Alle Standorte der BMW Group müssen verbindliche Umweltziele erreichen. Beispielsweise soll der A ­ bfall je Fahrzeug von 2006 bis 2012 um 30 % sinken. —a Fähigkeit ab, Chancen und Risiken frühzeitig zu iden­ ifi­ ie­ t z Der Nachhaltigkeitskreis, der aus dem Umweltstrategie­ ren. Dazu hat das Unternehmen ein Umfeldradar eingeführt, kreis entstanden ist, trat im Juni 2008 erstmals zusammen das ständig um ökologische und soziale Aspekte erwei­ und ist das operative Konzerngremium in Sachen Nachhal­ tert wird. Ein kontinuierlicher Dialog mit Stakeholdern aus tigkeit. Seine Mitglieder tagen vier bis sechs Mal im Jahr. Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hilft der BMW Group, mittel- und langfristige Herausforderungen rechtzeitig zu Zu den Aufgaben des Nachhaltigkeitskreises gehört unter erkennen. anderem: Nachhaltigkeit messen –  nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken zu iden­ Um die Nachhaltigkeitsleistung auch über die Unterneh­ tifizieren und zu bewerten mensgrenzen hinaus vergleichen und optimieren zu –  Aktivitäten zur Nachhaltigkeit innerhalb der BMW Group ­ önnen, hat die BMW Group Kernindikatoren (sogenannte k zu koordinieren Key Performance Indicators, kurz: KPIs) erarbeitet. ­ iese D –  ressortübergreifende Zusammenarbeit zu fördern die Kennzahlen beziehen sich bis jetzt vor allem auf Ressour­ –  Informationen auszutauschen und Stellung­ ahmen ab­ n cenverbrauch und Umweltschutz. Ziel ist es, künftig auch zugeben die anderen Nachhaltigkeitsaspekte in KPIs messbar – –  Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln die und damit besser steuerbar – zu machen. Zudem sollen einige der KPIs in der gesamten Wertschöpfungskette Zudem wurde im Sommer 2009 auf höchster Manage­ ent­ m eingesetzt werden, also beispielsweise auch bei Lieferan­ ebene das sogenannte Nachhaltigkeitsboard eingerichtet. ten, Händlern und sonstigen Kooperationspartnern. Dieses Gremium besteht aus dem Gesamtvorstand und legt künftig die strategische Ausrichtung in ­ achen Nach­ S Nachhaltigkeit organisatorisch stärker verankert All das sind überaus ehrgeizige Ziele. Nach externen wie internen Maßstäben befindet sich die BMW Group dabei Organisation von Nachhaltigkeit in der BMW Group auf einem guten Weg. Wie schnell und umfassend sie die­ se Ziele aber erreichen wird, hängt von jedem einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen ab. Und dennoch, das hat die Nachhaltigkeitsboard BMW Group in ihren Überlegungen zur Nachhaltigkeits­ bestehend aus dem Gesamtvorstand Vorsitz: Vorstandsvorsitzender strategie erkannt, ist es entscheidend, dass an einer Stelle Verantwortlich für die strategische Ausrichtung im Unternehmen Messung und Steuerung der Nachhal­ tigkeitsaktivitäten zusammenlaufen und strategische Im­ pulse gegeben werden. Deshalb hat die BMW Group mit dem Konzernbeauftrag­ ten für Nachhaltigkeit und Umweltschutz seit Anfang 2007 Nachhaltigkeitskreis Nachhaltigkeit organisatorisch direkt im Bereich Unterneh­ bestehend aus Vertretern jedes Ressorts Vorsitz: Konzernbeauftragter für Nachhaltigkeit und Umwelt mensstrategie verankert. Die entsprechende Abteilung ist Verantwortlich für die Entscheidungsvorbereitung dem Leiter Konzernstrategie und -planung und Umwelt u ­ nterstellt, der wie­ erum direkt an den Vorstandsvorsitzen­ d den berichtet. Für die ressortübergreifende, operative Umsetzung aller Nachhaltigkeitsaktivitäten im Konzern ist der neu eta­ Fachbereiche blierte Nachhaltigkeitskreis zuständig. Jeder Vorstand hat setzen die Nachhaltigkeitsziele durch entsprechende Maßnahmen für sein Ressort ein Mitglied für dieses Gremium benannt. und Prozesse um Gesteuert wird der Kreis vom Konzernbeauftragten für Nachhaltigkeit und Umweltschutz.
  • 15. 11  Nachhaltiges Wirtschaften ist bei der BMW Group nicht die Aufgabe einer einzelnen Abteilung, sondern jedes Mitarbeiters – auch in Betriebsversamm- lungen wird Nachhaltigkeit thematisiert. haltigkeit fest. Zweimal im Jahr werden hier die vom Nach- haltigkeitskreis auf operativer Ebene erarbeiteten Strategien Verpflichtung zu internationalen Leitlinien UN Global Compact und Maßnahmen diskutiert und verabschiedet. Im Jahr 2001 hat sich die BMW Group zur Einhaltung der zehn Prinzipien des UN Global Compact und der Bei der operativen Umsetzung von Nachhaltigkeit greifen Cleaner Production Declaration des Umweltpro- zudem die bereits etablierten Managementsysteme zum gramms der Vereinten Nationen (UNEP) verpflichtet. Umweltschutz (nach ISO 14001 und EMAS), zur Qualitäts­ Das Unternehmen bekennt sich auch klar zu den sicherung (ISO 9001) und zur Arbeitssicherheit (OHSAS / M ­ illennium Development Goals (MDG) der Vereinten OHRIS), die in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben Nationen. Vor dem Hintergrund ihrer Aktivitäten und werden. Kompetenzen leistet die BMW Group insbesondere zu den Millenniumszielen Nr. 6 „Bekämpfung von Mit dem Ziel, nachhaltiges Wirtschaften im gesamten Un- HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten“ und ternehmen noch intensiver zu verankern, wurden im Be- Nr. 7 „Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit“ einen www.unep.fr/scp/cp richtszeitraum verschiedene Nachhaltigkeits- und Umwelt- Beitrag. www.unglobalcompact.org www.unglobalcompact.de schutzschulungen etabliert. Zwischen Oktober 2006 und www.un.org/millenniumgoals Oktober 2008 haben 651 Führungskräfte an einer Schulung In der zusammen mit Arbeitnehmervertretern ver­ www.ilo.org www.oecd.org zu nachhaltigem Wirtschaften teilgenommen. abschiedeten „Gemeinsamen Erklärung über Men- www.iccwbo.org schenrechte und Arbeitsbedingungen in der BMW Group“ hat sich der Vorstand der BMW AG im Jahr 2005 noch einmal zu den Kernarbeitsnormen der In- ternational Labour Organization (ILO) bekannt. Darü- ber hinaus orientiert sich das Unternehmen an den Leitlinien für multinationale Unternehmen der OECD und der Business Charter for Sustainable Development der Internationalen Handelskammer (ICC).
  • 16. 12 01.2 takeholderdialog. Den Dialog mit verschiedenen Anspruchsgruppen führt die S BMW Group bereits seit Jahren auf ganz unterschied­ichen Ebenen und mit wechseln- l den Schwerpunkten: vom internationalen Dialog bis hin zum lokalen Gespräch mit A ­ nwohnern, von spezifischen Fragestellungen bis hin zu übergreifenden Nachhaltig- keitsthemen. Für die BMW Group bergen solche Dialoge und Gespräche holder Roundtable der BMW Group: die unterschiedlichen Seite 70 f. eine große Chance. Sie erfüllen für das Unternehmen die Anspruchsgruppen an einen Tisch zu bringen und die Funktion eines Radars, das relevante Entwicklungen früh- P ­ erspektive der anderen kennen und verstehen zu lernen. zeitig erkennt und aufzeigt. Indem das ­ nternehmen diese U Und gemeinsam einen Startpunkt zu setzen, um neue Signale aufnimmt, kann es nicht nur Risiken frühzeitig Antworten zu finden. identifizieren und gegebenenfalls gegensteuern, sondern auch Chancen frühzeitig wahrnehmen und systematisch Einen Tag lang diskutierten die Experten unter anderem nutzen. Gemeinsam mit ihren Anspruchsgruppen kann die Produktstrategien für eine nachhaltige Mobilität, Heraus- BMW Group zu komplexen Herausforderungen Lösungen forderungen der Elektromobilität, die Weiterentwicklung erarbeiten, die aus der Unternehmensperspektive allein der Efficient Dynamics Technologien und die Frage, wie nur schwer umsetzbar wären. Sie kann, mit anderen Wor- die BMW Group künftig den Ressourcenverbrauch in der ten, nachhaltiger wirtschaften. gesamten Wertschöpfungskette minimieren kann. Von den Teilnehmern wurden die unterschiedlichen Lösungs- Zuhören, verstehen und handeln ansätze ebenso intensiv wie kontrovers diskutiert. Einig Den Austausch mit ihren Stakeholdern führt die BMW waren sich alle Teilnehmer jedoch darin, dass sich kom­ Group offen, transparent und unvoreingenommen. Die An- plexe Fragen, wie jene nach der Mobilität der Zukunft, sprüche der Gesprächspartner werden dabei nicht nur nicht mehr nur aus einer Perspektive beantworten lassen. abgefragt, sondern systematisch geprüft und gegebenen- Sondern dass es eines kontinuierlichen, konstruktiven falls bei Unternehmensentscheidungen berücksichtigt. A ­ ustausches bedarf. Auf diese Weise entwickelt sich der Austausch früherer Tage immer mehr zu einem kontinuierlichen Dialog, den Diese Form des Dialogs soll systematisch weitergeführt die BMW Group aktiv strukturiert und weiter verstärken werden. Ein weiterer Stakeholder Roundtable ist noch für wird. Die operative Verantwortung dafür liegt bei der Kom- das Jahr 2009 geplant. munikationsabteilung der Münchener Konzernzentrale. Sie steht als Ansprechpartner zur Verfügung und bearbei- Stakeholderbefragungen tet die Anfragen gemeinsam mit den Experten aus den Ende 2006 hat die BMW Group erstmals eine weltweite Fachabteilungen. An den einzelnen Standorten weltweit Stakeholderbefragung mit rund 200 Ansprechpartnern stehen die lokalen Kommunikationsstellen mit den regio- durchgeführt. Die Ergebnisse flossen sowohl in die Erstel- nalen Stakeholdern in Kontakt. Je nach Tragweite der lung des letzten Nachhaltigkeitsberichts als auch in die F ­ ragestellung und geografischem Bezug wählt die BMW Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie ein. Für Group dabei den jeweils passenden Dialogansatz. die Konzeption des hier vorliegenden Berichts wurden zum Jahreswechsel 2008 /  009 weltweit 32 Vertreter des 2 Stakeholder Roundtable Kapitalmarkts, der Politik, von Nichtregierungsorgani­ Zum ersten Stakeholder Roundtable der BMW Group im sationen (NGOs) sowie anderen Stakeholdergruppen Februar 2009 kamen Verkehrsexperten von WWF, BUND, t ­ elefonisch befragt. Diese Expertenbefragung zielte auf NABU, Greenpeace und der Deutschen Umwelthilfe. eine Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung der BMW A ­ nalysten und Vertreter großer Investmentfonds aus Group ab. Gleichzeitig führte die BMW Group auf ihrer Frankfurt, Zürich und London. Umweltpolitiker des Euro- U ­ nternehmenswebsite eine Onlineumfrage zur Wahrneh- päischen Parlaments, des Deutschen Bundestags und des Bayerischen Landtags sowie Wissenschaftler und Über 70 % der Befragten  E ­ xperten verschiedener deutscher Umweltinstitute und beurteilten die Nachhaltigkeitsleistung der BMW Group des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung. Dazu bei der Stakeholderbefragung als gut oder sehr gut. kamen die Leiter der Produkt- und Unternehmensstra­ tegie, der Gesamtfahrzeugentwicklung sowie weitere E ­ ntscheidungsträger der BMW Group. mung und Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung und der Nachhaltigkeitskommunikation durch. Bei beiden Befra- So unterschiedlich die Runde zusammengesetzt war, so gungen wurde das Nachhaltigkeitsengagement der BMW vielfältig waren auch die Sichtweisen, Interessen und Group mehrheitlich positiv bewertet. Verbesserungs­ F ­ ragen zur nachhaltigen Mobilität und zur Ressourcen- bedarf sahen die Befragten vor allem bei alternativen An- schonung. Genau darum aber ging es beim ersten Stake- triebstechnologien und der Reduzierung der CO2-Emis­
  • 17. 13  —a Nur im Dialog mit i ­hren Anspruchs­ gruppen – intern wie extern – kann die BMW Group ihre Leis- tung in Sachen nach- haltiges Wirtschaften verbessern. —a sionen. Mehr Informationen wünschen sich einige der Roadshow bei Nachhaltigkeitsinvestoren Stakeholder zur Verankerung von Nachhaltigkeit in der Lie- und -analysten www.bmwgroup.com/ir ferantenkette. Im Herbst 2008 stellten sich Vertreter der BMW Group im Rahmen einer SRI-Roadshow (SRI: Socially Responsible Mitarbeiterbefragungen Investment) erneut den Fragen von Analysten und Inves­ Wie beurteilen die Mitarbeiter die BMW Group? Wie zu- toren in Paris, Zürich und London. Dabei wurde vor allem frieden sind sie mit ihrem Arbeitsumfeld, ihrer persönli- über die Maßnahmen zur CO2-Reduzierung der BMW chen Entwicklung, der Unternehmenskultur und ihrem Ar- Group Fahrzeugflotte und über die Potenziale der Elektro- beitgeber? Fragen wie diese werden regelmäßig im Zuge mobilität diskutiert. Neben den Umweltthemen drehten einer unternehmensweiten Mitarbeiterbefragung thema­ sich die Gespräche auch um den Personalabbau und tisiert. Diese findet regelmäßig weltweit in über 20 verschie- I ­nstrumente der Corporate Governance. Zusätzlich zu denen Sprachen statt. Die Ergebnisse der Befragung wer- den Roadshows führen die Mitarbeiter der Abteilung für den anschließend auf allen Ebenen – bis hin zur kleinsten Investor Relations gemeinsam mit den Nachhaltigkeits­ Abteilung – diskutiert und konkrete Verbesserungsmaß- experten der BMW Group regelmäßige Telefonkonferen- nahmen angestoßen. (Weitere Infos zur Befragung aus dem zen mit Analysten und Investoren durch. Seit Ende 2007 Jahr 2007 finden Sie in Kapitel 05.5.) Die nächste Befra- ist die Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens fester gung, die im Frühjahr 2010 startet, wird erstmals auch einige B ­ estandteil aller Unternehmenspräsentationen der BMW Fragen zur Bewertung und Einschätzung der Nachhaltig- Group bei Analysten und Investoren. keitsleistung der BMW Group enthalten. Intensivieren und steuern Lokale Dialoge In den vergangenen zwei Jahren hat die BMW Group ihren Die Belange ihrer Nachbarschaft nimmt die BMW Group Stakeholderdialog weiter systematisiert und intensiviert. an jedem ihrer Standorte ernst. Zu Beschwerden kommt Angesichts immer komplexerer Herausforderungen ge- es daher nur selten. Die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsar- winnt der Austausch mit unterschiedlichen Anspruchs- beit vor Ort sind ­ nsprechpartner für Fragen und Anliegen A gruppen für die BMW Group weiter an Bedeutung. Richtig der Nachbarschaft. Bei auftretenden Beschwerden, wie verstanden steckt in ihm ein wichtiger Treiber für die fort- z. B. Lärm- oder Geruchsbelästigungen, schafft sie ge- laufende Verbesserung des Unternehmens. Der einst eher meinsam mit den ­ xperten nach einem vorgeschriebenen E sporadisch geführte Stakeholderdialog wird sich daher Verfahren Abhilfe. Bei anstehenden Umbaumaßnahmen künftig zu einem aktiven Stakeholdermanagement weiter- werden die Nachbarn im Vorfeld darüber informiert. Darü- entwickeln. ber hinaus engagieren sich die Werke in ­hrer unmittel­ i baren Nachbarschaft, z. B. stellt das BMW Werk München in einem „Nachbarschaftsforum“ Räumlichkeiten für b ­ enachbarte Vereine oder gemeinnützige Gruppen zur Verfügung. Engagement in Initiativen für Nachhaltigkeit Als Mitglied in nachhaltigkeitsrelevanten Fachgremien und Organisationen treibt die BMW Group die Weiterent- www.econsense.de wicklung unternehmerischer Nachhaltigkeit voran. Bei „econsense – Forum nachhaltige Entwicklung“, einem Z ­ usammenschluss global agierender Unternehmen und www.unglobalcompact.org Organisationen der deutschen Wirtschaft, engagiert sich www.globalcompact.de die BMW Group im Kuratorium, Vorstand und Lenkungs- ausschuss. Aktiv diskutiert die BMW Group auch Fragen der Nachhaltigkeit in der deutschen Arbeitsgruppe des UN Global Compact. Das Unternehmen begleitet die Ent- wicklung der Konzepte nachhaltigen Wirtschaftens bzw. der Corporate Responsibility auch durch Diskussionen auf Fachtagungen, Konferenzen und an Universitäten.
  • 18. 14 01.3 achhaltigkeit in der Lieferantenkette. Die Steuerung des Lieferan­ N tennetzwerks der BMW Group mit ihren Lieferanten für Komponenten, Systeme und Dienstleistungen ist eine herausfordernde Aufgabe. Das Unternehmen steht dabei in einem Spannungsfeld ­ wischen Kostenwettbewerb, Liefertreue, Qualität, Logistik­ z anforderungen und Aspekten der Nachhaltigkeit. Nachhaltiges Wirtschaften – so die Überzeugung der Im Laufe des Jahres 2009 wurden die Einkaufsbedingun- Seite 72 BMW Group – kann nur dann wirken, wenn es die ge­ gen überarbeitet und auch in puncto Nachhaltigkeit aktuali- samte Wertschöpfungskette umfasst. Deshalb stellt die siert. Unter anderem fordert die BMW Group in dem seit BMW Group nicht nur höchste Anforderungen an sich Herbst 2009 gültigen Regelwerk von ihren Lieferanten, selbst, sondern fordert ökologische und soziale Standards dass dieselben sozialen und ökologischen Anforderungen www.unep.fr/scp/cp auch von ihren Lieferanten und Partnern. Entsprechende auch von deren vorgelagerten Zulieferern, den sogenann- www.unglobalcompact.org www.ilo.org Nachhaltigkeitskriterien sind durchgängig in den Ein- ten 2nd-tier-Lieferanten, angestrebt werden. kaufsbedingungen des Unternehmens verankert. Die Kri- terien ­ rientieren sich unter anderem an den Prinzipien o Festgeschrieben in den Einkaufsbedingungen sind bei- des Global Compact der Vereinten Nationen, der UN-­ spielsweise das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, UN Global Compact Deklaration zu Cleaner Production und an den Konventio- von Diskriminierung und Bestechung sowie die Imple- nen der International Labour Organization (ILO). Ziel der mentierung eines geeigneten Managementsystems für BMW Group ist eine leistungsfähige Lie­erkette, die welt- f Arbeits­ icherheit. Außerdem bekennt sich jeder Lieferant s weit und über die Wertschöpfungsstufen hinweg nach mit ­ nterzeichnung der Einkaufsbedingungen zu einer U den gleichen ambitionierten Nachhaltigkeitsstandards ar- umwelt- und ressourcenschonenden Produktionsweise. beitet. Hauptlieferanten müssen auf Anfrage Daten zu ihrem Energie- und Wasserverbrauch bereitstellen sowie zu ih- Nachhaltigkeit – ein Kriterium für den Einkauf ren produktionsbedingten CO2-Emissionen, Abfällen, Ab- Die Verantwortung für das Lieferantenmanagement trägt wassermengen und Lösungsmitteln, die bei der Produk­ das im Jahr 2007 neu organisierte Einkaufsressort der BMW tion von Komponenten für die BMW Group entstehen. Group. Die Aufgaben reichen von der Lieferantenauswahl Jeder Lieferant ist angehalten, ein funktionierendes Um- und -qualifizierung über den klassischen Einkauf bis hin weltmanagementsystem aufzusetzen. Dabei verlangt die zur Absicherung der Anlieferqualität und der Logistik. Damit BMW Group von ihren Partnern eine Zertifizierung des verantwortet das Einkaufsressort auch die Durchsetzung Systems nach den etablierten Standards ISO 14001, EMAS von Nachhaltigkeitsanforderungen in der Wertschöpfungs- oder gleichwertigen Zertifikaten. kette. Um diese Aufgabe wahrnehmen zu können, werden die Mitarbeiter dieses Bereichs für Nachhaltigkeitsthemen Potenzielle Partner prüfen sensibilisiert und im Rahmen interner Schulungsmaßnah- Bereits bei der Sichtung potenzieller Zulieferer achtet die men qualifiziert. BMW Group auf Nachhaltigkeitsstandards. Neue Lieferanten werden unter anderem mit Hilfe eines Fragebogens zu Neben dem zentralen Einkauf in München verfügt die nachhaltigem Wirtschaften analysiert. Für den weiteren BMW Group über ein internationales Netzwerk von soge- Auswahlprozess qualifizieren sich diejenigen Lieferanten, nannten International Purchasing Offices (IPOs). Ihre Auf- die eine vollständige Selbstauskunft erteilen und keines gabe ist es, lokale Lieferanten sowohl für die ortsansässige der durch die BMW Group formulierten Ausschlusskriterien Produktion als auch für das internationale Produktions- wie z. B. Kinderarbeit verletzen. netzwerk der BMW Group zu identifizieren und zu qualifi- zieren. Speziell in Wachstumsmärkten, wie beispielsweise Mehr Nachhaltigkeit bei bestehenden Lieferanten in China oder Indien, unterstützen die IPOs mögliche lo­ Bei bestehenden Lieferanten werden im Zuge der regel- kale Lieferanten durch den Aufbau entsprechender Kom- mäßigen Qualitätsaudits auch Umwelt- und Sozialaspekte petenz – auch hinsichtlich Umwelt- und Sozialstandards. berücksichtigt. Wird ein etablierter Lieferant mit der Pro- So können diese Lieferanten zu leistungsfähigen Partnern duktion einer neuen Komponente beauftragt, führt das im Lieferantennetzwerk der BMW Group werden. Qualitätsmanagement der BMW Group bei diesem Liefe- ranten ein obligatorisches Prozessaudit durch. Dabei wer- Verbindliche Kriterien in den Einkaufsbedingungen den neben Qualitätskriterien auch Nachhaltigkeitsaspekte Bereits seit dem Frühjahr 2003 enthalten die nationalen und überprüft. Direktlieferanten müssen ein funktionierendes internationalen Einkaufsbedingungen der BMW Group Vorlieferantenmanagement nachweisen. Bei sich abzeich- www.b2b.bmw.com v ­ erbindliche Vorgaben zur ökologischen und sozialen nenden Problemfällen finden auch außerplanmäßige Be- Verant­ ortung. Jeder Lieferant verpflichtet sich mit der w suche statt. Unterzeichnung der Bedingungen zur Einhaltung dieser Nachhaltigkeitsanforderungen.
  • 19. 15  —a Mit ihren Lieferanten im In- und Ausland steht die BMW Group im stetigen Aus- tausch. Umwelt- und Sozialstandards bilden dabei wichtige L ­ eitplanken der Zu- sammenarbeit. —a Künftig soll die Umsetzung der ökologischen und sozialen Anforderungen in den Einkaufsbedingungen noch stärker Umweltverträglichkeit von Bauteilen http://ec.europa.eu/environment/ nachgehalten werden. So wurde im Jahr 2008 der bereits Die BMW Group steuert und optimiert entlang der chemicals/reach/reach_intro.htm bestehende Fragebogen zum nachhaltigen Wirtschaften Lieferkette kontinuierlich die Umweltverträglichkeit ih- nachgeschärft und gleichzeitig ein Auswertungsraster rer Fahrzeugkomponenten. Allein im Jahr 2008 wurden mit Ausschlusskriterien aus den Bereichen Umweltschutz, hierzu rund 39.000 Datensätze für Serienteile über­ Sozialstandards und Produktentwicklung verabschiedet. mittelt und bewertet. Insgesamt liegen damit rund Der Fragebogen umfasst nun 29 Fragen zur sozialen und 160.000 Datenblätter mit spezifischen Bauteilinforma­ öko­ogischen Verantwortung. In einem ersten Schritt wur- l tionen vor. Die Einkaufsbedingungen der BMW Group den im Frühsommer 2007 insgesamt 1.046 Lieferanten, definieren darüber hinaus Anforderungen an die Um- die rund 80 % des Einkaufsvolumens der BMW Group ab- weltverträglichkeit von Zulieferteilen. Weiter konkre­ decken, zu den Umweltaspekten befragt. tisiert werden diese Anforderungen durch Lasten­ heftvorgaben sowie Material- und Bauteilprüfungen. Der aktualisierte Fragebogen wird zukünftig als Kriterium Bereits bei der Vergabe von Entwicklungsaufträgen bei der Lieferantenauswahl und zur Überprüfung bestehen- und in der Entwicklungsphase von Kaufteilen müssen der Lieferanten eingesetzt. Die Ergebnisse sind ab Ende Umweltstandards wie z. B. die Recyclingfähigkeit der 2009 in der Lieferantendatenbank (LDB) der BMW Group Komponenten berücksichtigt werden. Damit stellt die abrufbar. Auf diese Weise wird sich die Nachhaltigkeitsleis- BMW Group sicher, dass die strengen Vorschriften im tung der Lieferanten künftig schneller und systematischer gesamten Prozess der Produktentwicklung beachtet erfassen, auswerten und vergleichen lassen. und erfüllt werden. Ein Arbeitskreis bewertet Risiken, die mit der Verwendung bestimmter Stoffe verbunden Für den Fall eines Verstoßes gegen die Nachhaltigkeitsan- sind, und steuert entsprechend den Auswahlprozess forderungen wird die BMW Group zusammen mit dem und die Entwicklungstätigkeit. Neben den Teilen für die b ­ etroffenen Lieferanten einen konkreten Maßnahmenplan Fahrzeuge durchlaufen auch alle für die Produktion erstellen. Dieser enthält auch ein Eskalationsschema, das notwendigen Stoffe und Materialien wie Lacke und im Extremfall bis zur Kündigung der Geschäftsbeziehung Kleber einen genau definierten Qualifizierungspro- reichen kann. Bislang musste allerdings kein Direktlieferant zess. Diese Prozesse bilden eine wesentliche Grund- wegen Verstößen gegen Sozial- oder Umweltstandards lage für die Umsetzung von Umweltgesetzen und durch die BMW Group ausgeschlossen werden. Dennoch Stoffverboten wie z. B. der REACH-Richtlinie der EU. lässt sich das Risiko von Missständen bei Vorlieferanten nicht völlig ausschließen. Ein konkretes Beispiel sind die Vorwürfe des Internationalen Metallgewerkschaftsbunds (IMB): Ein Sublieferant in der Türkei soll, so der Vorwurf, das zieren. So werden bestimmte elektronische Steuergeräte Recht auf Versammlungs- und Koalitionsfreiheit seiner bis zu ihrer Komplettierung zukünftig nicht mehr zwischen Mitarbeiter verletzt ­ aben. Die BMW Group hat in diesem h einzelnen Ländern oder gar Kontinenten hin und her trans- Fall, gemäß ihrem internen Eskalationsschema, Kontakt portiert, sondern gemäß dem Prinzip „Konzentration der mit dem betroffenen Direktlieferanten aufgenommen. Die- Wertschöpfungsanteile“ am geeignetsten Standort gefer- ser wurde aufgefordert, bei seinem türkischen Zulieferer tigt. Damit, so die Berechnungen der BMW Group Exper- darauf zu drängen, dass eventuelle Missstände umgehend ten, kann der bisherige Energie- und Transportaufwand behoben werden. Eine Rückmeldung ist durch das be­ um bis zu 65 % gesenkt werden. troffene Unternehmen bereits erfolgt und wird durch unab- hängige Stellen (u. a. ILO) geprüft. Gemeinsam an einem Strang ziehen Die BMW Group fordert ihre Lieferanten aber nicht nur, Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette sondern unterstützt sie auch nach Kräften. Gerade in der Neben der Einhaltung ökologischer und sozialer Standards aktuell schwierigen Marktsituation wächst die Zahl der Zu- setzt die BMW Group auch Impulse für eine gesamthafte lieferer, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Mit Verbesserung der Umweltbilanz in der Wertschöpfungs- ihrem Risikomanagementsystem versucht die BMW Group, kette. Ein im Jahr 2008 neu gestartetes Projekt versucht insolvenzgefährdete Unternehmen frühzeitig zu identifi­ den sogenannten „Teiletourismus“ und die damit verbun- zieren, um ihnen gegebenenfalls durch Beratung oder denen negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu redu- sonstige Hilfestellung unter die Arme greifen zu ­ önnen. k