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Sicherheitswirtschaft Berlin und Brandenburg
Trends – Märkte – Potenziale
Auswertung einer Unternehmensumfrage 2011
Impressum


Die Sicherheitswirtschaft in Berlin und Brandenburg
Trends – Märkte – Potenziale
Auswertung einer Unternehmensumfrage 2011 im Auftrag der
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Berlin


Herausgeber
Berlin Partner GmbH
Ludwig Erhard Haus I Fasanenstraße 85 I 10623 Berlin
Tel +48 30 39980-0 I Fax -239
info@berlin-partner.de I www.berlin-partner.de
www.businesslocationcenter.de


Autoren
Dr. Wolfgang Both
wolfgang.both@senwtf.berlin.de
Leonard Herbig
Berlin Partner GmbH


Gestaltung
Typoly, Berlin


© 11/2011




Dieses Produkt ist auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt.
Inhalt



 4   Management Summary

 5   Einleitung

 6   Anlass der Umfrage	

 7   Methodik der Untersuchung	
     • Fragebogenaktion
     • Zeitraum
     • Rückläufe und Irrläufer
     • Erfassung und Auswertung
     • Auswertungsprobleme

 9   Profil der Teilnehmer		
     • Unternehmensstruktur
     • Geschäfts- und Beschäftigtenentwicklung
     • Gründungsdynamik

14   Untersuchungsergebnisse im Detail	

14   Fragenkomplex 1: Produkte und Leistungen
     • Übersicht
     • Sicherheitstechnik	
     • IT-Sicherheit	
     • Sicherheitsdienstleistungen

17   Fragenkomplex 2: Zielmärkte

17   Fragenkomplex 3: Zielkunden

18   Hochrechung auf die Gesamtbranche zivile Sicherheit	

19   Zusammenfassung

20   Anhang: Fragebogen	

21   Marktübersicht

22   Informationen zu Berlin Partner und Projekt Zukunft
4
    Management
    Summary


    Mit der hier vorliegenden Analyse wird die         Die Unternehmen aus der Hauptstadtregion
    Wirtschaftsstatistik zum Marktsegment              konzentrieren sich weiterhin auf den deut-
    zivile Sicherheit in der Hauptstadtregion          schen Markt (47  %). Als erfreulich ist der Zu-
    auf der Basis einer Umfrage aus dem                wachs an Exportkraft festzuhalten: Der Anteil
    Jahr 2008 fortgeschrieben.                         dieses Zielmarktes hat sich von 9  % (2007)
                                                       auf 18  % verdoppelt.
    Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich
    der positive Trend – trotz Wirtschaftskrise –      Die Gründungsdynamik hält unvermindert an,
    fortgesetzt hat. Zum anderen bestätigen sich       der Gesamtbestand ist weiter kontinuierlich
    statistische Verteilungen zu Größenklassen,        gewachsen.
    Teilbranchen und Zielmärkten.
                                                       In einer Hochrechnung auf alle Unternehmen
    So ist nicht nur die Anzahl der Unternehmen        (250) wurden ein Umsatz von 3 Mrd. EUR
    weiter gewachsen, die Zahl der Beschäftigten       (2007: 2,45 Mrd. EUR) und eine Beschäftigten­
                                                                                                   -
    hat zugenommen, insbesondere sind der Um­­  -      zahl von 27.000 Mitarbeitern (2007: 24.500)
    satz und damit die Wirtschaftskraft pro            abgeschätzt.
    Beschäftigtem deutlich angestiegen. So nahm
    die Pro-Kopf-Leistung von 94,5 T EUR (2007)
    auf 111,5 T EUR zu.

    Die meisten Unternehmen sind mit einem
    Anteil von 45  % im Marktsegment „Sicher-
    heitstechnik“ tätig.

    Beschäftigungsstärkste Branche sind die
    Sicherheitsdienstleister, die drei Viertel aller
    Beschäftigten einen Job bieten.

    Ein Viertel der Unternehmen besetzt das
    Geschäftsfeld „IT-Sicherheit“.

    Wichtigste Zielkunden sind Industrie und In-
    frastrukturbetreiber. Einen wichtigen Absatz-
    markt bilden auch Banken, Versicherungen
    und der Handel. Der öffentliche Sektor steht
    für gut ein Fünftel der Unternehmen im
    Fokus.
5
Einleitung



Die letzte Erhebung zur Sicherheitsindustrie in    Die Hauptstadtregion will hier weiterhin eine
Berlin und Brandenburg liegt drei Jahre zurück.    wichtige Rolle spielen. Berlin und Branden­ -
Drei Jahre, die durch globale und regionale        burg befinden sich in einer hervorragenden
Krisen gekennzeichnet waren. Die Ursachen von      Ausgangsposition: zum einen müssen sie selbst
Finanz- und Währungskrise, von S-Bahn-Krise        permanent Sicherheit in der Haupstadtregion
oder vom Schneechaos liegen – neben spezifi-       gewährleisten, zum anderen entwickeln und
schen Faktoren – gleichermaßen in mangelnder       liefern sie Sicherheitstechnik und -techno­
oder bewusst unterdrückter Risikovorsorge, in      logien, die die Welt braucht. Die folgende Wirt-
betriebswirt­ chaftlich reduzierten Reserven
             s                                     schaftsstatistik für die Branche zivile Sicher-
und Wartungszyklen und im immer noch unzu­     -   heit belegt diese These. Es kann von einer
reichenden Sicherheitsbewusstsein. Dagegen         weiter wachsenden Branche mit steigender
können die Sicherheitsbehörden in diesem           Exportkraft ausgegan­­  gen werden. Das Krisen­ -
Zeitraum mit zahlreichen Erfolgen aufwarten:       jahr 2009 hat sich in dieser Branche nicht
extremistische Anschläge konnten erfolgreich       in Umsatz- oder Beschäftigtenzahlen abgebil-
abgewehrt werden, die Abstimmung zwischen          det. Vielmehr ist ein kontinuierliches und
den Behörden wurde auf eine institutionelle        nachhaltiges Wachstum festzustellen.
                                            -
Grundlage gestellt, der abhörsichere Polizei­
funk wird bundesweit aufgebaut, die Ausbrei-       Beide Bundesländer beteiligen sich systema-
tung von Epidemien konnte eingedämmt               tisch an internationalen Sicherheitsmessen,
werden. Aber auch hier zeigt sich Verbesse-        organisieren den Technologietransfer zwischen
rungspotenzial.                                    Wissenschaft und Wirtschaft und bringen
                                                   sich in nationale und europäische Foren zur
Mit einer erneuten Befragung sollen die Ver-       Definition von Standards und zukünftigen
änderungen in der Berliner und Brandenburger       Sicherheitsbedarfen ein.
zivilen Sicherheitsindustrie vor dem Hinter-
grund der oben genannten Entwicklung auf-          Die gezielte Förderung dieses länderüber-
genommen und der Ausbau zu einer zentralen         greifenden Querschnittsthemas in unserer
Sicherheitsregion vorangetrieben werden.           gemeinsamen Innovationsstrategie sowie die
                                                   wachsende Nachfrage bilden den Nährboden
Bürger, Unternehmen und Staat haben ein            für ein weiterhin dynamisches Wachstum der
wachsendes Interesse an Prävention, Ein­           Sicherheitsindustrie.
dämmung und Bekämpfung von Sicherheits-
risiken und Kriminalität. Auf globaler, euro­
                                            -      Dies soll im Folgenden statistisch untermauert
päischer und nationaler Ebene werden ver­  -       werden.
stärkt Anstrengungen in rechtspolitischer wie
ordnungspolitischer Hinsicht unternommen,          Die Darstellung folgt der Veröffentlichung
die Bereitstellung und den Einsatz von Sicher­-    von 2008, so dass direkte Vergleiche gezogen
heitstechniken und -technologien voranzu-          werden können.
bringen. Dabei kommt der Informationstech-
nologie eine zunehmende Rolle sowohl bei der
Qualifikation von Technik, bei der Bewältigung
von Schadenslagen und Katastrophen, bei der
Analyse von Vorfällen in der realen Welt als
auch in der rasant wachsenden virtuellen Welt
des Internet zu.
6
    Anlass der
    Umfrage


    Im Rahmen des Masterplanes „Sicherheits-           •  a. 220 Unternehmen mit 24.500 Mitar­ eiter-
                                                         C                                    b
    wirtschaft und -forschung Berlin-Branden-            innen und Mitarbeitern erwirtschafteten
    burg“ hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft,       2007 einen Umsatz von 2,43 Mrd. EUR.
    Technologie und Frauen im Jahr 2008 eine
    Umfrage unter den Unternehmen durchge-             •  ie meisten Unternehmen waren im
                                                         D
    führt, um Abschätzungen aus der COINCO-              Marktsegment Sicherheitstechnik tätig.
    Studie (2006) zu untermauern und eine
    belastbare Basis für die nächsten Aktivi­ äten
                                             t         •  ie beschäftigungsstärkste Teilbranche
                                                         D
    im länderübergreifenden Handlungsfeld                waren die Sicherheitsdienstleister.
    „Sicherheit mit IT/IT-Sicherheit“ der gemein­
    samen Innovationsstrategie zu legen.               •  ichtigster Abnehmer von Sicherheits-
                                                         W
                                                         lösungen war die Industrie.
    Damals konnten der Umfang der zur Branche
    zählenden Unternehmen genauer abgegrenzt           •  ie Berliner und Brandenburger Unter-
                                                         D
    und die Branche in ihren Aktivitäten detailliert     nehmen orientierten sich zu 51 % auf den
    beschrieben werden. Mit einer Rücklaufquote          nationalen Markt, nur 9 % waren deutlich
    von 48  % lieferte die Fragebogenaktion ein          exportorientiert.
    repräsentatives Bild. Neben den absoluten
    Umsatz- und Beschäftigungszahlen konnten           •  m Untersuchungszeitraum 2003 bis 2007
                                                         I
    2008 mehrere ausgeprägte, positive Trends            gab es jährliche Zuwächse bei Beschäf­ igung
                                                                                              t
    identifiziert werden:                                und Umsatz. Der Umsatz wuchs jährlich
                                                         um knapp 18 % .

                                                       •  ie Hälfte der bestehenden Unternehmen
                                                         D
                                                         wurde in den letzten zehn Jahren gegründet.

                                                       Diese Ergebnisse sollten in einem Abstand von
                                                       drei Jahren erneut hinterfragt werden.
7
Methodik der
Untersuchung


Auf Grund der Heterogenität der Branche          Zeitraum
und der hohen Anzahl an Kleinstunterneh-
men ergab die Erfassung von Unternehmen          Der Versand der Fragebögen erfolgte per Brief-
aus Vereinslisten, den Gelben Seiten oder der    post im Zeitraum vom 18. bis 24. März 2011
Suche im Internet kaum belastbare Zahlen         durch die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB).
zur Branche in der Region. Deshalb ist die       Insgesamt wurden 320 Briefe auf Grund­agel
Erfassung der erforderlichen Zahlen nur mit      der Adressliste von der Transferstelle Sicher­
Hilfe einer direkten Befragung belastbar zu      heitswirtschaft der ZAB versandt. Nach der
realisieren.                                     ersten Rücklaufwelle erfolgte durch die Wirt-
                                                 schaftsförderungsgesellschaft Berlin Partner
                                                 GmbH der erneute Versand per E-Mail sowie
                                                 eine telefonische Erinnerungs- und Nachfass-
Fragebogen                                       aktion, die bis zum 8. Juni 2011 weitere Rück-
                                                 läufe erbrachte. Dem monat­ichen SIGNUM-
                                                                               l
Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt, der        Newsletter wurde ein elektronisches Formular
auf einer A4-Seite die notwendigen Daten         beigelegt, in einigen Fällen wurden Frage­ -
erfassen sollte (Anlage). Er baut auf der Um­    bögen noch einmal per Email verschickt.
frage von 2008 auf, bildet die o.g. Themen-
komplexe ab und ermöglicht durch einfaches
Ankreuzen eine schnelle Bearbeitung der An-
frage. Nur bei den Unternehmenszahlen und        Rückläufe und Irrläufer
Referenzen waren Daten einzutragen. Sollten
die genannten Geschäftsfelder auf das Unter-     Im genannten Zeitraum gingen insgesamt
nehmen nicht zutreffen, so war Platz für den     226 Rückläufe (69 %) ein. Davon waren 21
Eintrag weiterer Spezifikationen vorgesehen.     Irrläufer, die der Postdienstleister mangels
Für die Themenkomplexe „Geschäftsfelder“         korrekter Adresse nicht zustellen konnte.
und „Zielkunden“ waren Mehrfachnennungen         Ein wesentlicher Teil von 18 % der angeschrie-
möglich.                                         benen Unternehmen antwortete, dass sie
                                                 sich dieser Branche nicht zugehörig fühlen.
Mit einem Anschreiben der Senatsverwaltung       Nach Bereinigung des Verteilers wurden
für Wirtschaft, Technologie und Frauen wurde     insgesamt 168 Rückläufe (63 %) dokumen­    -
die Bedeutung der Umfrage unterstrichen so­  -   tiert. Eine Filiale verwies auf den Hauptsitz
wie auf die Wahrung der Vertraulichkeit hin-     des Unternehmens (außerhalb der Region).
gewiesen. Mit Rücksendung des ausgefüllten
Bogens per Fax bestand eine schnelle und
bequeme Form der Antwort.
                                                 Erfassung und Auswertung
                                                 Letztlich waren 75 Fragebögen so vollständig
                                                 ausgefüllt, dass sie für eine Erfassung und
                                                 Analyse Verwendung fanden. Die Erfassung
                                                 erfolgte manuell von den Bögen in eine Excel-
                                                 Tabelle. Neben den konkreten Zahlen wurden
                                                 Merkmale, wie Geschäftsfelder, durch die
                                                 Bewertung „0“ oder „1“ erfasst, und weitere
                                                 Angaben, wie Produkte oder Referenzen, als
                                                 Text in extra Felder eingetragen. Allerdings
                                                 wurden nicht immer alle Zahlenreihen voll-
                                                 ständig ausgefüllt. In der Auswertung wird
                                                 daher ggf. auf die Stichprobengröße hin-
                                                 gewiesen.
8




    Auswertungsprobleme
    Die Angaben sind insbesondere hinsichtlich
    der Umsatz- und Beschäftigtenzahlen un-
    vollständig. Mal fehlt eine Jahresangabe, mal
    werden die Zahlen nicht genannt. Für den Fall,
    dass die Umsatzzahlen von 2010 noch nicht
    bereit standen, wurden die Zahlen für 2009
    eingesetzt, um eine annähernde Trendaussage
    treffen zu können. Die tatsächlichen Zahlen
    dürften unter Berücksichtigung des allgemei-
    nen Trends etwas höher liegen.
    Darüber hinaus hat die Auswertung der Tele­
    foninterviews weitere Hinweise auf die Hinter-
    gründe der Zurückhaltung der Unternehmen
    gegeben: einem Teil der Unternehmen war der
    Zeitaufwand in dieser Form zu hoch. Andere
    hatten Fragen rund um den Datenschutz und
    die Wahrung der Anonymität. Als Alternative
    wurde eine Onlinebefragung vorgeschlagen.
9
                Profil der
                Teilnehmer


                Die Umfrage war geografisch auf die Bundes-       Um beurteilen zu können, ob mit der Abfrage
                länder Berlin und Brandenburg beschränkt. Bei     auch tatsächlich die relevante Sicherheitswirt-
                der Ansprache wurde nicht differenziert, ob       schaft erreicht wurde, sollten die Unterneh-
                sich der Hauptsitz oder eine Filiale des Unter-   men angeben, ob das Geschäft durch Sicher-
                nehmens in dieser Region befindet.                heitsprodukte und -dienste wesentlich (50 %)
                Allerdings wurden nur regional bezogene           oder nur geringfügig ( 50 %) bestimmt wird.
                Daten erfasst und ausgewertet.                    Hierzu haben drei Viertel der Unternehmen
                                                                  (72 %) geantwortet, dass ihre Geschäftstätig-
                                                                  keit bis zu 100 % durch Sicherheit bestimmt
                                                                  wird, nur für 28 % spielt dieser Markt eine
                Unternehmensstruktur                              nachgeordnete Rolle. Damit war der Rücklauf
                                                                  2011 noch branchengenauer als 2008.
                Aus den Rückläufen lassen sich für die
                Branche Aussagen zur Unternehmensgröße,
                zum Umsatz sowie zur Personal- und Umsatz-
                entwicklung der letzten drei Jahre ableiten.

                Zur Gruppierung
                wurden die Größenklassen:                                                    28%
                • bis 10 Mitarbeiter
                • 11 bis 50 Mitarbeiter
                • 51 bis 250 Mitarbeiter
                •  ehr als 251 Mitarbeiter
                  m
                  gebildet.                                            72%


                Für den Jahresumsatz
                gelten die folgenden Klassen:
                • bis 1 Mio. EUR
                • 1 bis 10 Mio. EUR                               Abb. 1: Bedeutung von Safety und Security
                • 10 bis 100 Mio. EUR                             für das eigene Geschäft
                • mehr als 100 Mio. EUR.



                Der Rücklauf zeigt folgendes Gesamtbild
                der Verteilung für 2010:

Größenklasse	       Anzahl	      Anteil %	      Umsatz T €	       Beschäftigte

bis 10	                 18	          32,7	          10.683	                 93
11-50	                  18	          32,7	          50.385	                395
51-250	                 12	          21,8	         192.374	              1.247
 250	                   7	          12,4	         681.423	              6.652

Gesamt	                 55	          100	          934.865	              8.387



                Tab. 1: Übersicht zur Unternehmensstatistik
                aus den Rückläufen mit vollständigen
                Angaben (2010)
10




     Des Weiteren wurde gefragt, wie sich die
     Anforderungen an den Schutz vor unabsicht-
     lichen Schäden (Safety) und absichtlichen
     Schäden (Security) in den jeweiligen Sicher-
     heitsprodukten und -diensten niederschlagen.




                                                               13%

         Safety
         29%                                                                     35%
                                                       18%
                              Security
                              71%

                                                                                              bis 10 MA
                                                                   34%
                                                                                              11– 50 MA
                                                                                              51–250 MA
                                                                                              mehr als 250 MA



     Abb. 2:  nteile von Safety und Security
             A                                      Abb. 3: Größenstruktur der Unternehmen
     in den Produkten und Services                  (Stichprobe: 61)

     Mehr als zwei Drittel der teilnehmenden        Dies spiegelt sich auch in der Verteilung
     Firmen sind kleine Unternehmen mit bis zu      des Jahresumsatzes wider: Hier erwirtschaf­-
     50 Mitarbeitern (69  %). Im Vergleich zur      ten fast ein Viertel der Firmen Umsätze von
     Studie von 2008 konnte hier die allgemeine     10 Mio. EUR und mehr pro Jahr. Der Anteil
     Größen­ erteilung bestätigt werden. Während
            v                                       von Unternehmen mit einem Umsatz bis
     die Gruppe bis 10 Mitarbeiter im Vergleich     1 Mio. EUR ist mit 35  % im Vergleich zur
     um 3  % geschrumpft ist, ist die Gruppe        Studie in 2008 um 9  % deutlich gesunken,
     11–50 Mitarbeiter um ca. 4  % gewachsen.       während die Gruppe der Sicherheitsunter­
     Das deutet auf die Etablierung dieser          nehmen, die 1 bis 10 Mio. EUR Umsatz
     Firmen und eine positive Entwicklung hin.      er­ irtschaften, um 9  % gewachsen ist.
                                                      w
                                                    Diese Verschiebung scheint auf die erfolg-
                                                    reiche Etablierung der Sicherheitsunter-
                                                    nehmen zurückzuführen zu sein, die auch
                                                    schon in der Verschiebung in den Mitar-
                                                    beiterzahlen zu beobachten war.
                                                    Die positive solide Gesamtentwicklung
                                                    im Vergleich zur vorangegangenen Studie
                                                    untermauert die wirtschaftliche Stärke
                                                    der Sicherheitsindustrie in Berlin und
                                                    Brandenburg.
11




                                                                                   1%
                                 5%                                                     5%
                                                                                              15%
                       18%
                                                35%




bis 1 Mio. EUR                                                               79%                              bis 10 MA
                              42%
1–10 Mio. EUR                                                                                                 11 – 50 MA
10 –100 Mio EUR                                                                                               51 – 250 MA
mehr als 100 Mio EUR                                                                                          mehr als 250 MA



                  Abb. 4: Verteilung der Umsätze in                Abb. 5 Verteilung der Mitarbeiterzahlen nach
                  der Sicherheitswirtschaft (Stichprobe 55)        Unternehmensgröße

                  Aus der Verteilung der Beschäftigten wird        In den großen Unternehmen sind durch­   -
                  deutlich, dass die meisten Mitarbeiter bei den   schnitt­ich 950 Mitarbeiter beschäftigt, Kleinst-
                                                                          l
                  großen Sicherheits- und Wachschutzfirmen         firmen dagegen haben durchschnittlich
                  angestellt sind. Nur 21 % aller Beschäftigten    5,2 Beschäftigte.
                  in der Sicherheitsbranche sind in kleinen und
                  mittleren Unternehmen mit bis zu 250 Mitar-
                  beitern tätig. Die wenigen großen Firmen
                  sind Arbeitgeber für 79 % aller Erwerbstätigen
                  in dieser Branche. Diese Relation hat sich
                  bestätigt und deutet auf die statistische
                  Belastbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur
                  Erhebung von 2008 hin.
12




     Geschäfts- und Beschäftigten-                    Noch positiver ist die Umsatzentwicklung,
                                                      die für 2010 einen deutlichen Sprung
     entwicklung                                      erkennen lässt.

     Von besonderem Interesse war, ob sich die                 Umsatzentwicklung 2008 – 2010 (EUR)
     Sicherheitswirtschaft stetig weiterentwickelt    940000
     hat und welche Treiber das Geschäft voran-       920000                               918470
     bringen. Die Unternehmenszahlen der letzten      900000
     Auswertung zeigten ein kräftiges Wachstum        880000
     über dem Durchschnitt der Berliner Industrie.    860000                 854251
                                                      840000
                                                                831823
     Dieser Trend konnte durch die Rückläufe          820000
     bestätigt werden. Zwar hat sich das Wachs-       800000
     tum im Vergleich zum letzten Beobachtungs-       780000
     zeitraum leicht abgeschwächt, ist aber trotz               2008         2009          2010
     Weltwirtschaftskrise weiterhin positiv. Der
     deutliche wirtschaftliche Aufschwung 2010        Abb. 7: Umsatzentwicklung in der
     macht sich mit den vorliegenden Zahlen auch      Sicherheitsbranche (Stichprobe 55)
     in dieser Branche bemerkbar. So kann für die
     letzten drei Jahre ein positives Wachstum
     der Beschäftigtenzahlen von 9,2 % konsta­ -      Dieses Ergebnis schlägt sich insbesondere
     tiert werden.                                    in der Wirtschaftsleistung pro Beschäftigtem
                                                      nieder. So können in allen Größenklassen Zu-
            Mitarbeiterentwicklung 2008 – 2010        wächse gegenüber 2007 verzeichnet werden,
     6800                                             insbesondere in Unternehmen bis zu 50 Mit­
     6700                                6675         arbeitern. Hier erwirtschafteten die Unter-
     6600                                             nehmen durchschnittlich 41 % mehr Umsatz
     6500                                             pro Kopf als vor drei Jahren.
     6400
                           6348
     6300                                                      Pro-Kopf-Umsatz (TEUR)
     6200                                              180
     6100    6113                                      160
     6000                                              140
     5900                                              120
     5800                                              100
             2008          2009          2010           80
                                                        60
     Abb. 6: Stellenentwicklung in der Sicherheits-     40
     branche (Stichprobe 55)                            20                                                      2007
                                                         0                                                      2010
                                                                bis 10      11 bis 50   51 bis 250   über 250


                                                      Abb. 7: Entwicklung des Pro-Kopf-Umsatzes
                                                      nach Unternehmensgröße
                                                      (Stichprobe 69 bzw. 55 )
13




Die Homogenität dieser Zahlen über alle                          Gründungsdynamik
Größenklassen spricht für eine repräsentative
und belastbare Stichprobengröße.                                 Das Entstehen neuer Unternehmen hat sich
Damit setzte sich der positive Trend der                         in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich
Jahre 2003 bis 2007 fort. Dies wird auch durch                   fortgesetzt. Aus der Angabe des Gründungs-
die Gründungsdynamik bestätigt.                                  jahres der Firma auf dem Fragebogen konnte
                                                                 der Saldobestand kumuliert werden.



                                     Gründungsdynamik
                                80
                                70
                                60
                                50
                                40
                                30
                                20
                                10
                                 0




                                                                                                                                                  2004
                                                                                                                                                         2005
                                                                                                                                                                2006
                                                                                                                                                                       2007
                                                                                                                                                                              2008
                                                                                                                                                                                     2009
                                     vor 1990
                                                1990
                                                       1991
                                                              1992
                                                                     1993
                                                                            1994
                                                                                   1995
                                                                                          1996
                                                                                                 1997
                                                                                                        1998
                                                                                                               1999
                                                                                                                      2000
                                                                                                                             2001
                                                                                                                                    2002
                                                                                                                                           2003




                                                                                                                                                                                            2010
                                                                 Abb. 8: Entwicklung des
                                                                 Unternehmensbestandes (n=74)



                                                                 Seit der Wiedervereinigung hat der Firmenbe-
                                                                 stand in dieser Branche ständig zugenommen.
                                                                 Während die allgemeinwirtschaftliche Entwick-
                                                                 lung in den Jahren 2000 sowie 2009 jeweils
                                                                 einen starken Einbruch aufwies, lässt sich dies
                                                                 für die regionale Sicherheitswirtschaft nicht
                                                                 nachweisen. Vielmehr wächst der Firmensaldo
                                                                 weiterhin.

                                                                 Des Weiteren zeigen die Gründungsdaten,
                                                                 dass die Hälfte der Firmen in den letzten
                                                                 15 Jahren entstanden ist. Etwa 10 % der Unter-
                                                                 nehmen sind jünger als fünf Jahre. Das spricht
                                                                 für eine anhaltende Gründungs­ y­ amik in
                                                                                                 d n
                                                                 dieser Branche.
14
     Untersuchungs-                                 Fragenkomplex 1:
     ergebnisse im Detail                           Produkte und Leistungen


     Neben der Erhebung von aktuellen Unterneh-     Übersicht
     mensdaten werden mit dieser Umfrage wie-
     derum die Geschäftsfelder erfasst sowie die    Um einen Überblick zum Leistungsspektrum zu
     regionale Kompetenzen und die Darstellung      erhalten, wurde zuerst nach der Einordnung
     von Kundengruppen und Märkten abgefragt.       in eines der Marktsegmente Sicherheits­
     Im Folgenden werden die Ergebnisse in drei     technik, IT-Sicherheit oder Sicherheitsdienst-
     Themenblöcken aufbereitet. Dabei wird auf      leistungen gefragt. Je nach Angebotsspektrum
     kleine und mittlere Unternehmen eingegan-      des Unternehmens konnten mehrere tech-
     gen, die mit 87 % aller Unternehmen knapp      nische Lösungen oder Dienste angekreuzt
     30 % der Erwerbstätigen in dieser Branche      werden.
     Beschäftigung bieten.

     Im ersten Themenblock wird eine Zuordnung       Sicherheitstechnik

     zu den Segmenten Sicherheitstechnik, IT-        Sicherheitsdienstleistungen
     Sicherheit und Sicherheitsdienstleistungen      IT-Sicherheit
     vorgenommen. Diese Selbsteinschätzung
     konnte durch einfaches Ankreuzen erfolgen      0	         20	        40	      60	   80	   100	   120	   140

     und ermöglichte Mehrfachantworten, auch
     über die Segmente hinweg. Durch Ergänzun-      Abb. 9: Zuordnung der Unternehmen zu den
     gen konnte das eigene Geschäftsspektrum        Teilbranchen (Mehrfachnennung möglich)
     bei Bedarf noch genauer beschrieben werden.

     Im zweiten Themenblock wurde nach den          Die Selbstbewertung zeigt, dass viele Unter-
     Zielmärkten der Unternehmen gefragt. Sind      nehmen nicht ausschließlich in einem Markt-
     sie vorwiegend regional, überregional oder     segment tätig sind. Zu ihren Produkten bieten
     international tätig? Hier war der jeweilige    sie ergänzend Beratung oder Schulung an.
     Marktanteil einzutragen.                       Oder Sicherheitstechnik ist mit IT-Sicherheit
                                                    verbunden.
     Der dritte Themenblock untersetzte diese
     Frage hinsichtlich der Kundengruppen: Werden
     die Sicherheitsprodukte und -dienste eher
     dem öffentlichen Bereich, der Industrie oder
     anderen Kunden angeboten?
15




                    Die stärkste Teilbranche nach Unternehmens-      Sicherheitstechnik
                    anzahl ist weiterhin die Sicherheitstechnik
                    (45 %). Fast ein Drittel der Firmen bieten       Zu jedem der Marktsegmente wurden fünf
                    Sicherheitsdienstleistungen an (29 %) und        technische Kategorien vorgegeben, die bei
                    ein Viertel sind im Segment IT-Sicherheit        Bedarf ergänzt werden konnten. Diese Spezi-
                    tätig (26 %). Die meisten Beschäftigten (74 %)   f
                                                                     ­ ikation wurde von vielen Unternehmen
                    haben die Sicherheitsdienstleister der Region.   genutzt, um ihr Produktspektrum genauer zu
                    Gegenüber der Umfrage von 2007 haben             beschreiben. Zunächst ergibt sich folgendes
                    sich nur marginale Veränderungen ergeben,        Ranking aus den Rückläufen, das gegenüber
                    die statistisch nicht signifikant sind.          2008 nur geringfügige Verschiebungen
                                                                     aufweist:

    IT Sicherheit                                  Sicherheits-
                                                   technik

                                                                      Zutrittskontrolle                                            30

                    26%                                               Videotechnik                                      23
                                            45%                       Biometry, Identity                     19
                                                                      Sensorik                              18
                                                                      Leittechnik                14
                                                                      Sonstige                                               25
                          29%
                                                                     0	             5	     10	        15	         20	        25	   30
     Sicherheits-
dienstleistungen


                    Abb. 10: Segmentdarstellung der                  Abb. 11: Sicherheitstechnische Produkt-
                    Teilbranchen                                     bereiche der Unternehmen in Berlin und
                                                                     Brandenburg (Mehrfachnennung möglich)



                                                                     Danach liefern 30 Unternehmen von insge­
                                                                     samt 75 Rückläufen in diesem Segment
                                                                     Lösungen für die Zugangskontrollsysteme.
                                                                     23 Firmen bieten Videotechnik an, gefolgt von
                                                                     19 mit Biometrielösungen. Unter „Sonstiges“
                                                                     werden von den Firmen u.a. Produkte zur
                                                                     Brandmeldetechnik, Gefahrenmeldetechnik,
                                                                     Alarmanlagen oder Einbruchsmeldetechnik
                                                                     angegeben. Eine weitere Produktgruppe in
                                                                     diesem Zusammenhang stellen mechanische
                                                                     Lösungen an Fenstern, Türen, Toren, Dreh-
                                                                     kreuzen, Schließanlagen oder Fassaden dar.
                                                                     Weitere Marktsegmente sind Sensorik sowie
                                                                     Leittechnik für Gebäude und Anlagen. Mehr-
                                                                     fachbenennungen belegen, dass die meisten
                                                                     Unternehmen ein erweitertes Produktspekt-
                                                                     rum haben und nicht auf Spezialisierung und
                                                                     Nischenmärkte setzen. Das findet sich auch
                                                                     in den folgenden Abschnitten wieder.
16




                   IT-Sicherheit                                          Sicherheitsdienstleistungen
                   Im Segment für IT-Sicherheit sind etwas                In diesem Segment sind mehr als 20.000
                   weniger Unternehmen tätig. Hier liegen                 Menschen beschäftigt. Es wird durch die
                   22 Rückläufe vor.                                      Geschäftstätigkeit der großen Sicherheits­
                                                                          firmen dominiert. Betrachtet man dagegen
                                                                          die Geschäftsfelder der Dienstleister, so
Verschlüsselung                                              60 17
                                                                          spielt die Beratung in Sicherheitsfragen
Netzwerksicherheit                                           16           die größte Rolle.
PKI                                               13                      Unter „sonstige“ Services werden u.a.
Smart Card                                  12                            Aus- und Weiterbildung oder Fahrdienste
VPN                                  10                                   angegeben.
                                                                          Gegenüber der Umfrage 2008 haben sich
Sonstige                    7
                                                                          hier keine Verschiebungen ergeben.
0	     2	     4	       6	       8	   10	    12	        14	   16	     18


                   Abb. 12: Angebote im Marktsegment                       Consulting                                              31

                   IT-Sicherheit                                           Sicherheits-Audits              14
                                                                           Risk Management       11
                                                                           Objekt- und      Wachschutz 8
                   Die meisten technischen Lösungen werden
                                                                           Trust Center 7
                   für Verschlüsselungstechnik sowie für die
                                                                           Dienstl. Sonstiges         12
                   Sicherheit von Datennetzen bereitgestellt.
                   Hier ist weiterhin eine eindeutige Stärke in           0	        5	          10	             15	   20	   25	   30	   35
                   der Region. Dazu sind auch die Lösungen für
                   Virtual Private Networks (VPN) zu zählen.
                   Public Key Infrastructures (PKI) sowie Smart           Abb. 13: Angebotsspekturn für
                   Card-Lösungen ergänzen das Spektrum an                 Sicherheitsdienstleistungen
                   IT-Sicherheit. Auch hier bilden die kleinen
                   Unternehmen wieder die stärkste Gruppe
                   der Anbieter. Unter „Sonstiges“ werden u.a.
                   Sicherheitslösungen für mobile Anlagen
                   angegeben.
17
     Fragenkomplex 2:                                    Fragenkomplex 3:
     Zielmärkte                                          Zielkunden


     In diesem Fragekomplex wurden die Unterneh-         Ergänzend zu den Aussagen über die Absatz-
     men gebeten, ihre Zielmärkte genauer anzu-          regionen wurde im Themenkomplex 3 genauer
     geben und Umsatzanteil dafür zu beziffern.          nach den Zielkunden gefragt. Hier wurden
     Dabei gibt es die Extremfälle, dass Unterneh-       sechs wichtige Branchen vorgegeben, die als
     men nur regional operieren oder weltweit            Nachfrager von Sicherheitslösungen bekannt
     aufgestellt sind. Im Durchschnitt stellt sich der   sind. Aus den Rückläufen von 2008 kam der
     deutsche Sicherheitsmarkt als die wesentliche       Banken- und Versicherungsbereich für eine
     Zielregion heraus.                                  weitere Profilierung der Umfrage hinzu.

International



          18%                                             Industrie                                               60
                                                          Öffentliche Sicherheit                                  59

                              35%       Regional          Infrastruktur                                43
                                                          Banken, Versicherungen, Handel         40
                                                          Logistik                          32
                                                          Gesundheit                   30
                                                          Sonstige          14
            47%
                                                         0	           10	        20	   30	       40	        50	   60	   70
                               Überregional



                                                         Abb. 15: Zielbranchen der
     Abb. 14: Zielmärkte der Berliner und                Sicherheitsindustrie Berlin-Brandenburg
     Brandenburger Sicherheitsanbieter                   (Mehrfachantworten waren möglich)



     Für die Mehrheit der Firmen (47 %) ist der          Die Industrie erweist sich weiterhin als stärks-
     nationale Markt weiterhin die wichtigste            ter Abnehmer von Sicherheitslösungen. Die Be-
     Absatzregion. 35 % der Unternehmen kon­             hörden für Ordnung und Sicherheit (BOS) sind
     zentrieren sich auf den regionalen Markt in         die zweitwichtigste Kundengruppe. Infrastruk-
     Berlin und Brandenburg. Der Anteil der              turbetreiber, wie Energie, Wasser, Nah- und
     weltweit tätigen Firmen hat sich mit 18 %           Fernverkehr, kommen an dritter Stelle. Dicht
     gegenüber der Umfrage 2008 verdoppelt,              gefolgt vom Banken- und Versicherungssektor.
     damals lag er bei nur 9 % .                         Unter „Sonstige“ werden z.B. Handel und
                                                         Ernährung benannt, die diese Säule weiter
     Dieses Bild wird im Wesentlichen durch die          stärken.
     kleinen und mittleren Unternehmen geprägt.
     Dagegen ist das Bild bei Großunternehmen un-        Der öffentliche Bereich wird zu gut einem
     einheitlich: die Regionalteams und Filialen von     Fünftel als wichtiger Kunde angesehen, den
     großen Sicherheitsfirmen sind überwiegend           größten Abnehmer von Sicherheitslösungen
     auf den regionalen Markt ausgerichtet, Firmen       bilden weiterhin die Industrie, Infrastruktur­
     mit Stammsitz Berlin sind dagegen weltweit          betreiber sowie die Banken und Versiche-
     orientiert.                                         rungen. Damit ist der Anteil des öffentlichen
                                                         Sektors gegenüber der Umfrage von 2008
                                                         etwas zu­ ückgegangen, die Bedeutung von
                                                                  r
                                                         Industrie und Infrastrukturbetreibern ist
                                                         stabil.
18




                 Hochrechnung auf die                                 Somit kann für 250 Unternehmen der Sicher-
                                                                      heitswirtschaft in Berlin und Brandenburg im
                 Sicherheitswirtschaft                                Jahr 2010 ein Umsatz von 3 Mrd. EUR und eine
                 Berlin-Brandenburg                                   Beschäftigtenzahl von 27.000 Mitarbeitern
                                                                      abgeschätzt werden.
                 Die Ausgangsliste für den Versand der Frage­
                 bögen, die Rückläufer und Irrläufer sowie            Damit hat sich der Firmenbestand gegenüber
                 die Kontakte mit Unternehmen ergeben eine            2007 von 220 auf 250 Unternehmen erhöht.
                 belastbare Anzahl von 260 Unternehmen                Dies korreliert gut mit der Gründungsdynamik
                 in der Region, die zur Sicherheitswirtschaft         in der Region. Wesentliche Entwicklungen sind
                 zählen. Da hinsichtlich der Unternehmens­            aber der Zuwachs an Wirtschaftsleistung pro
                 zahlen nur 55 auswertbare Bögen vorlagen,            Beschäftigtem von 94,7 T EUR auf 111,5 T EUR
                 die einen Umsatz von 935 Mio. EUR und eine           und der damit insgesamt ge­ ach­ ene Umsatz.
                                                                                                   w     s
                 Beschäftigtenzahl von 8390 Mitarbeitern              Auch die Beschäftigten­ ahl hat von 24.600 auf
                                                                                              z
                 repräsentieren, ist auf der Basis der 2010er         27.000 deutlich zugenommen. Da die großen
                 Daten eine Hochrechung auf die konservative          Sicherheitsdienstleister in den letzten Jahren
                 Gesamtzahl von 250 Unternehmen vorge­                geringfügig Personal abgebaut haben (–1,5 %),
                 nommen worden.                                       kann somit ein deutlicher Personalzuwachs in
                 Diese stützt sich auf die Größenproportion der       den Teilsegmenten Sicherheitstechnik und
                 Unternehmen in dieser Branche, den Umsatz            IT-Sicherheit konstatiert werden.
                 pro Mitarbeiter in den jeweiligen Größenklas-
                 sen, den Umsatz pro Unternehmen in den
                 Größenklassen sowie die tatsächliche Anzahl
                 großer Unternehmen in der Region. Gegen­­    -
                 über der Stichprobe (s. Tab. 1) ist der Anteil der
                 mittleren und großen Unternehmen verrin-
                 gert, der Anteil von kleinen und Kleinstunter-
                 nehmen angehoben.



 Größenklasse	       Anzahl	       Anteil %	       Umsatz T €	        Beschäftigte

 bis 10	                 89	           35,6	           52.822	                 460
 11-50	                  88	           35,2	          246.327	               1.931
 51-250	                 53	           21,2	          849.652	               5.508
  250	                  20	            8,0	        1.946.923	              19.006

 Gesamt	                250	            100	        2.998.907	              26.904



                 Tab. 2: Hochrechnung von Wirschaftsleistung
                 und -beschäftigung auf Basis der
                 Größenstruktur
19
Zusammenfassung



Die Umfrage bestätigt im Wesentlichen das         Stärkster Absatzmarkt von Sicherheitslösun-
Bild und die Trends der regionalen Sicherheits-   gen ist die Industrie. Der öffentliche Bereich
industrie in Berlin und Brandenburg von 2008.     hat einen Anteil von gut einem Fünftel.
Bei einer etwas geringeren Rücklaufquote
von 48 % konnten belastbare Aussagen für          Dabei bildet der deutsche Markt die wesent­
die Branche gewonnen werden.                      liche Zielregion ab. Bereits für 18 % der Unter-
Die Segmente Sicherheitstechnik, IT-Sicher­       nehmen ist das Ausland eine Zielregion,
heit und Sicherheitsdienstleistungen werden       das ist eine Verdoppelung gegenüber 2007.
jeweils von etwa einem Drittel der Unterneh-      35 % der Unternehmen haben den regionalen
men besetzt. Allerdings dominieren die großen     Markt im Fokus.
Sicherheitsdienstleister das Stellenangebot.
Knapp drei Viertel aller Beschäftigten sind bei   Eine Hochrechnung ergibt für die Region
ihnen angestellt. Dieser Niedriglohnsektor –      250 Unternehmen mit einem Umsatz von
trotz Mindestlohn – bestimmt dann auch den        3 Mrd. EUR und 27.000 Mitarbeitern für das
durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsatz. Dieser        Jahr 2010. Damit setzt sich die 2007 kon­
ist seit 2007 um fast 18 % auf 111,5 T EUR        statierte Wachstumsdynamik für die zivile
gestiegen und liegt damit etwa doppelt so         Sicherheit in Berlin und Brandenburg fort.
hoch wie die durchschnittliche Berliner Wirt-
schaftsleistung pro Beschäftigtem. Die Bran-
che zeigt insgesamt eine hohe Dynamik.
So ist die Hälfte aller Firmen in den vergange-
nen fünfzehn Jahren gegründet worden, 10 %
der Unternehmen sind jünger als fünf Jahre.

Die Größenstruktur wird nicht durch Kleinst-
firmen – wie im Länderschnitt – bestimmt.
Vielmehr gibt es in diesem Segment im Ver­-
gleich zu allen Branchen deutlich mehr mitt-
lere und große Unternehmen. Ihre Anzahl
und Wirtschaftsleistung haben zugenommen.
Dies spiegelt sich auch in der Umsatzstruktur
wider.
20
     Fragebogen
     Sicherheitswirtschaft 2011		


     Dieser Fragebogen bildet die Grundlage für die Befragung.
     Die Rückläufe wurden ausgewertet und bilden die Zahlenbasis für diesen Report.

     1. Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet Ihr Unternehmen im Sicherheitsmarkt an?


         Sicherheitstechnik	                 IT-Sicherheit	                        Dienstleistungen	


         Zutrittskontrolle	                  Netzsicherheit	                       Consulting	
         Sensorik	                           Verschlüsselung	                      Sicherheits-Audits 	
         Videotechnik	                       VPN	                                  Risk Management	
         Biometrie, Identity	                Smart Card	                           Trust Center	
         Leittechnik	                        PKI	                                  Objekt- und Wachschutz	
         …	                                  …	                                    …	


     2. Welches sind Ihre Spitzenangebote?




     3. Benennen Sie bitte ausgewählte Referenzen




     4. Welche Märkte adressieren Sie? Welche Anteile haben Sie bei Ihren Produkten/Services?


         Regional 	                  %	      Überregional %	                       International 	            %
         		


     5. Welches sind Ihre Zielbranchen?


       Industrie 	 Öffentliche	 Infrastruktur-	 Gesundheit	 Logistik	                   Banken, 	         …
     	             Sicherheit	  betreiber			                                            Versicherung,
     					                                                                              Handel
     	

     						
     b) Welchen Anteil haben Sicherheitsprodukte/Dienste an Ihrem Gesamtumsatz?


         Unter 50 %	                                               mehr als 50 %



     c) Wie gewichten Sie die Umsatzanteile Ihrer Produkte oder Dienstleistungen in den Feldern Security (Schutz vor
     primär absichtlich verursachten Schäden) und Safety (Schutz vor primär unabsichtlich verursachten Schäden):


         Security:	                                           %	   Safety:	                                        %



     6. Unternehmensangaben:


         Jahr	                               Umsatz (T EUR)	                       Beschäftigte


         2008		
         2009		
         2010
21
                    Marktübersicht



                 Kontrollen und Gefahrstoff-/Elementeerkennung
                 830 Mio. EUR(4%)

                             Ermittlungen, Forensik
        Identifikation,      800 Mio. EUR (4%)
Authentifizierung inkl.                           Ausstattung für Tätige im Bereich
   Biometrie und RFID                             zivile Sicherheit (Polizei, Feuerwehr, THW, Sicherheitsdienste)
    920 Mio. EUR (5%)                             2330 Mio. EUR (11%)

                                                           Systeme, Technologien und Dienstleistungen
                                                           zur Information und Kommunikation über Gefährdung
                                                           bzw. im Gefährdungsfall
                                                           2000 Mio. EUR (10%)
                                                       Systeme, Technologien und Dienstleistungen
                                                       zum Schutz vor Diebstahl, Einbrüchen und
                                                       Überfällen inkl. Videosysteme
                                                       7130 Mio. EUR (35%)

       IT-Sicherheit
4750 Mio. EUR (23%)
                       Systeme, Technologien und Dienstleistungen
                       zum Schutz vor Brand, Gas, Rauch
                       1610 Mio. EUR (8%)

Abb.16: Sicherheitsmarkt in Deutschland 2008, Gesamtvolumen 20,3 Mrd. EUR
Quelle: ASW u. VDI/VDE: Marktpotenzial von Sicherheitstechnologien
und Sicherheitsdienstleistungen, Berlin 2008




                                                    Bewachung inkl. Dienstleistungszentrale
  elektronische                                     4,4 Mrd. (43%)
      Gefahren-
  meldeanlagen
 2,5 Mrd. (24%)



     sonstige
elektronische
  Sicherheits-
      anlagen
                                                    sonstige                 Die Sicherheitsdienstleistungen stellten
0,8 Mrd. (8%)
                                                    Sicherheitstechnik       mit 4,4 Mrd. EUR (2009) das größte Segment
stationare Löschanlagen                             0,6 Mrd. (6%)
           0,4 Mrd. (4%)                                                     des Sicherheitsmarktes in Deutschland dar.
                                        mechanische                          Mit deutlichem Abstand folgten elektronische
        Schlösser und Beschläge         Außenhautsicherung
                   0,8 Mrd. (8%)        0,6 Mrd. (6%)                        Sicherheitstechnik von Brandmeldern über
                                   Geldschränke, Tresore
                                                                             Zugangssysteme bis hin zu Videotechnik
                                   0,2 Mrd. (2%)                             (2,5 Mrd. EUR). Mechanische Sicherheits-
                                                                             lösungen, wie Schlösser, Beschläge, Tresore
Abb.17: Sicherheitsmarkt in Deutschland 2009,                                oder Schutzsysteme gegen das unbefugte
Gesamtmarkt: 10,30 Mrd. Euro                                                 Eindringen, stellten ein Marktsegment
Quelle: Bund Deutschscher Wach- und                                          von 1,6 Mrd. EUR dar.
Sicherheitsunternehmen, 2010                                                 Für 2015 wird durch ASW und VDI/VDE
                                                                             ein Wachs­ um des Gesamtmarkts auf mehr
                                                                                        t
                                                                             als 30 Mrd. EUR geschätzt. Wachstums-
                                                                             treiber sind Identifikationssysteme und
                                                                             IT-Sicher­ eit.
                                                                                      h
22




     Projekt Zukunft ist die landesweite Senats-      Unter der Marke SIGNUM (Sichere Identität,
     initiative für den Strukturwandel Berlins zur    gesicherte Netze und Umgebung) hat sich
     Informations- und Wissensgesellschaft. Ziel      die Region 2009 um einen Spitzencluster des
     ist die Entwicklung der Stadt zu einem inter-    Bundesforschungsministeriums beworben. Die
     national anerkannten, wettbewerbsfähigen         Bewerbungsunterlage war in drei Teilcluster
     und attraktiven Standort. Projekt Zukunft        mit den Themen „Sichere Identität“, „Kritische
     fördert die Zukunftsbranchen der Medien-,        Infrastrukturen“ und „Integrierte Ausbildung
     IT- und Kreativwirtschaft und vernetzt sie mit   und Qualifizierung“ gegliedert und folgte
     Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Durch      damit Vorschlägen aus dem „Masterplan
     Strategien, Initiativen und Projekte, Public-    Sicherheitswirtschaft und -forschung Berlin-
     Private-Partnerships, Veranstaltungen,           Brandenburg“ aus dem Jahr 2008.
     Informationskampagnen und Publikationen
     unterstützt Projekt Zukunft technologische,      Insgesamt brachten sich 124 Partner in die
     wirtschaftliche und gesellschaftliche Innova-    Bewerbung ein. Darunter waren 64 kleine und
     tionen und verbessert so die Rahmenbedin-        mittlere Unternehmen, 27 Großunternehmen,
     gungen für die Wachstumsfelder der Stadt.        21 Behörden und 11 Forschungseinrichtungen
     Konkrete Aktivitäten und Maßnahmen der           aus der Region. Es wurde ein Gesamtvolumen
     IT-Strategie sind mit dem Land Brandenburg       von 118 Mio. EUR in den Teilclustern und
     abgestimmt und bilden sich in zahlreichen        deren Teilprojekten dargestellt.
     Handlungsfeldern, zu denen auch „Sicherheit
     mit IT/IT-Sicherheit“ zählt, ab.                 Die Bewerbung hat großes Engagement in
                                                      der Region ausgelöst, die Dachmarke SIGNUM
     Projekt Zukunft ist in der Senatsverwaltung      bewirkt bis heute eine starke Identifikation.
     für Wirtschaft, Technologie und Forschung
     angesiedelt – fachlich und organisatorisch       Viele der geplanten Projekte konnten zwi-
     im Referat für Medien-, IKT- und Kreativ-        schenzeitlich umgesetzt werden. Der Fraun-
     wirtschaft.                                      hofer Innovationscluster „Sichere Identität“
     Zahlreiche Institutionen, Organisationen         oder der Verein „Kompetenzzentrum Kritische
     und Einzelpersonen aus Wirtschaft, Politik,      Infrastrukturen“ sind ein Beleg für die Leben-
     Verwaltung, Wissenschaft und Kultur              digkeit dieser Idee. Forschung und Ausbildung
     engagieren sich. Projekt Zukunft ist das         an den Bildungseinrichtungen sind breiter
     größte Kommunikations- und Fördernetzwerk        geworden, die Ansiedlung der Forschungs-
     der Stadt mit einem breiten Leistungsport-       stelle der Sicherheitswirtschaft (FORSI), die
     folio.                                           Einrichtung von Stiftungsprofessuren oder
                                                      das Sicherheitsforschungskolloquium der
                                                      Helmholtz Research School, des DLR e.V. so-
                                                      wie der Technischen Universität Berlin stellen
                                                      Kompetenz und Attraktivität der Region
                                                      unter Beweis.
     Senatsverwaltung für Wirtschaft,
     Technologie und Forschung
     Dr. Wolfgang Both
     Medien und Informationswirtschaft

     Martin-Luther-Straße 105
     10825 Berlin
     Tel +49 30 9013-8257 / Fax -7478
     Wolfgang.Both@senwtf.berlin.de
     www.berlin.de/projektzukunft
     www.sicherheit.berlin-bandenburg.de
Die Berlin Partner GmbH ist die zentrale
Anlaufstelle in Berlin, die auswärtige Unter-
nehmen bei der Ansiedlung unterstützt,
Berliner Unternehmen bei Standortsicherung
und -entwicklung begleitet und den Stand-
ort Berlin vermarktet.

Mehr als 170 namhafte deutsche und inter-
nationale Privatunternehmen unterstützen
Berlin Partner in einer public private partner-
ship. Die Gesellschaft ist vom Berliner Senat
mit dem Hauptstadt- und Standortmarketing
beauftragt. Berlin Partner kommuniziert
die Stärken und Zukunftschancen der Stadt,
entwickelt Kommunikationskampagnen,
organisiert Veranstaltungen und Netzwerke
für Berlin.

Unternehmen bietet Berlin Partner umfas-
senden und kostenfreien Service rund um
Ansiedlung, Standortsicherung und Expansion.
Alle wichtigen Wirtschaftsinformationen sind
im Berlin Business Location Center abrufbar
und spezielle Produkte, wie Immobilienpor-
tal, Business Welcome, Business Financing,
Business Locating oder Business Recruiting
Package, unterstützen bei der Ansiedlung
oder der Firmenerweiterung.




Berlin Partner GmbH
Dorota Thiel-Jankiewicz
Unternehmensservice Sicherheits-
und IuK-Industrie

Fasanenstraße 85
10623 Berlin
Tel +49 30 39980-262 / Fax -239
Dorota.Thiel-Jankiewicz@berlin-partner.de
www.berlin-partner.de
www.businesslocationcenter.de
Berlin Partner GmbH
Ludwig Erhard Haus | Fasanenstraße 85 | 10623 Berlin
Tel +49 30 39980-0 | Fax -239
info@berlin-partner.de | www.berlin-partner.de
www.businesslocationcenter.de

© 11/2011

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Sicherheitswirtschaft in Berlin und Brandenburg

  • 1. 1 Sicherheitswirtschaft Berlin und Brandenburg Trends – Märkte – Potenziale Auswertung einer Unternehmensumfrage 2011
  • 2. Impressum Die Sicherheitswirtschaft in Berlin und Brandenburg Trends – Märkte – Potenziale Auswertung einer Unternehmensumfrage 2011 im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Berlin Herausgeber Berlin Partner GmbH Ludwig Erhard Haus I Fasanenstraße 85 I 10623 Berlin Tel +48 30 39980-0 I Fax -239 info@berlin-partner.de I www.berlin-partner.de www.businesslocationcenter.de Autoren Dr. Wolfgang Both wolfgang.both@senwtf.berlin.de Leonard Herbig Berlin Partner GmbH Gestaltung Typoly, Berlin © 11/2011 Dieses Produkt ist auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt.
  • 3. Inhalt 4 Management Summary 5 Einleitung 6 Anlass der Umfrage 7 Methodik der Untersuchung • Fragebogenaktion • Zeitraum • Rückläufe und Irrläufer • Erfassung und Auswertung • Auswertungsprobleme 9 Profil der Teilnehmer • Unternehmensstruktur • Geschäfts- und Beschäftigtenentwicklung • Gründungsdynamik 14 Untersuchungsergebnisse im Detail 14 Fragenkomplex 1: Produkte und Leistungen • Übersicht • Sicherheitstechnik • IT-Sicherheit • Sicherheitsdienstleistungen 17 Fragenkomplex 2: Zielmärkte 17 Fragenkomplex 3: Zielkunden 18 Hochrechung auf die Gesamtbranche zivile Sicherheit 19 Zusammenfassung 20 Anhang: Fragebogen 21 Marktübersicht 22 Informationen zu Berlin Partner und Projekt Zukunft
  • 4. 4 Management Summary Mit der hier vorliegenden Analyse wird die Die Unternehmen aus der Hauptstadtregion Wirtschaftsstatistik zum Marktsegment konzentrieren sich weiterhin auf den deut- zivile Sicherheit in der Hauptstadtregion schen Markt (47  %). Als erfreulich ist der Zu- auf der Basis einer Umfrage aus dem wachs an Exportkraft festzuhalten: Der Anteil Jahr 2008 fortgeschrieben. dieses Zielmarktes hat sich von 9  % (2007) auf 18  % verdoppelt. Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich der positive Trend – trotz Wirtschaftskrise – Die Gründungsdynamik hält unvermindert an, fortgesetzt hat. Zum anderen bestätigen sich der Gesamtbestand ist weiter kontinuierlich statistische Verteilungen zu Größenklassen, gewachsen. Teilbranchen und Zielmärkten. In einer Hochrechnung auf alle Unternehmen So ist nicht nur die Anzahl der Unternehmen (250) wurden ein Umsatz von 3 Mrd. EUR weiter gewachsen, die Zahl der Beschäftigten (2007: 2,45 Mrd. EUR) und eine Beschäftigten­ - hat zugenommen, insbesondere sind der Um­­ - zahl von 27.000 Mitarbeitern (2007: 24.500) satz und damit die Wirtschaftskraft pro abgeschätzt. Beschäftigtem deutlich angestiegen. So nahm die Pro-Kopf-Leistung von 94,5 T EUR (2007) auf 111,5 T EUR zu. Die meisten Unternehmen sind mit einem Anteil von 45  % im Marktsegment „Sicher- heitstechnik“ tätig. Beschäftigungsstärkste Branche sind die Sicherheitsdienstleister, die drei Viertel aller Beschäftigten einen Job bieten. Ein Viertel der Unternehmen besetzt das Geschäftsfeld „IT-Sicherheit“. Wichtigste Zielkunden sind Industrie und In- frastrukturbetreiber. Einen wichtigen Absatz- markt bilden auch Banken, Versicherungen und der Handel. Der öffentliche Sektor steht für gut ein Fünftel der Unternehmen im Fokus.
  • 5. 5 Einleitung Die letzte Erhebung zur Sicherheitsindustrie in Die Hauptstadtregion will hier weiterhin eine Berlin und Brandenburg liegt drei Jahre zurück. wichtige Rolle spielen. Berlin und Branden­ - Drei Jahre, die durch globale und regionale burg befinden sich in einer hervorragenden Krisen gekennzeichnet waren. Die Ursachen von Ausgangsposition: zum einen müssen sie selbst Finanz- und Währungskrise, von S-Bahn-Krise permanent Sicherheit in der Haupstadtregion oder vom Schneechaos liegen – neben spezifi- gewährleisten, zum anderen entwickeln und schen Faktoren – gleichermaßen in mangelnder liefern sie Sicherheitstechnik und -techno­ oder bewusst unterdrückter Risikovorsorge, in logien, die die Welt braucht. Die folgende Wirt- betriebswirt­ chaftlich reduzierten Reserven s schaftsstatistik für die Branche zivile Sicher- und Wartungszyklen und im immer noch unzu­ - heit belegt diese These. Es kann von einer reichenden Sicherheitsbewusstsein. Dagegen weiter wachsenden Branche mit steigender können die Sicherheitsbehörden in diesem Exportkraft ausgegan­­ gen werden. Das Krisen­ - Zeitraum mit zahlreichen Erfolgen aufwarten: jahr 2009 hat sich in dieser Branche nicht extremistische Anschläge konnten erfolgreich in Umsatz- oder Beschäftigtenzahlen abgebil- abgewehrt werden, die Abstimmung zwischen det. Vielmehr ist ein kontinuierliches und den Behörden wurde auf eine institutionelle nachhaltiges Wachstum festzustellen. - Grundlage gestellt, der abhörsichere Polizei­ funk wird bundesweit aufgebaut, die Ausbrei- Beide Bundesländer beteiligen sich systema- tung von Epidemien konnte eingedämmt tisch an internationalen Sicherheitsmessen, werden. Aber auch hier zeigt sich Verbesse- organisieren den Technologietransfer zwischen rungspotenzial. Wissenschaft und Wirtschaft und bringen sich in nationale und europäische Foren zur Mit einer erneuten Befragung sollen die Ver- Definition von Standards und zukünftigen änderungen in der Berliner und Brandenburger Sicherheitsbedarfen ein. zivilen Sicherheitsindustrie vor dem Hinter- grund der oben genannten Entwicklung auf- Die gezielte Förderung dieses länderüber- genommen und der Ausbau zu einer zentralen greifenden Querschnittsthemas in unserer Sicherheitsregion vorangetrieben werden. gemeinsamen Innovationsstrategie sowie die wachsende Nachfrage bilden den Nährboden Bürger, Unternehmen und Staat haben ein für ein weiterhin dynamisches Wachstum der wachsendes Interesse an Prävention, Ein­ Sicherheitsindustrie. dämmung und Bekämpfung von Sicherheits- risiken und Kriminalität. Auf globaler, euro­ - Dies soll im Folgenden statistisch untermauert päischer und nationaler Ebene werden ver­ - werden. stärkt Anstrengungen in rechtspolitischer wie ordnungspolitischer Hinsicht unternommen, Die Darstellung folgt der Veröffentlichung die Bereitstellung und den Einsatz von Sicher­- von 2008, so dass direkte Vergleiche gezogen heitstechniken und -technologien voranzu- werden können. bringen. Dabei kommt der Informationstech- nologie eine zunehmende Rolle sowohl bei der Qualifikation von Technik, bei der Bewältigung von Schadenslagen und Katastrophen, bei der Analyse von Vorfällen in der realen Welt als auch in der rasant wachsenden virtuellen Welt des Internet zu.
  • 6. 6 Anlass der Umfrage Im Rahmen des Masterplanes „Sicherheits- • a. 220 Unternehmen mit 24.500 Mitar­ eiter- C b wirtschaft und -forschung Berlin-Branden- innen und Mitarbeitern erwirtschafteten burg“ hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, 2007 einen Umsatz von 2,43 Mrd. EUR. Technologie und Frauen im Jahr 2008 eine Umfrage unter den Unternehmen durchge- • ie meisten Unternehmen waren im D führt, um Abschätzungen aus der COINCO- Marktsegment Sicherheitstechnik tätig. Studie (2006) zu untermauern und eine belastbare Basis für die nächsten Aktivi­ äten t • ie beschäftigungsstärkste Teilbranche D im länderübergreifenden Handlungsfeld waren die Sicherheitsdienstleister. „Sicherheit mit IT/IT-Sicherheit“ der gemein­ samen Innovationsstrategie zu legen. • ichtigster Abnehmer von Sicherheits- W lösungen war die Industrie. Damals konnten der Umfang der zur Branche zählenden Unternehmen genauer abgegrenzt • ie Berliner und Brandenburger Unter- D und die Branche in ihren Aktivitäten detailliert nehmen orientierten sich zu 51 % auf den beschrieben werden. Mit einer Rücklaufquote nationalen Markt, nur 9 % waren deutlich von 48  % lieferte die Fragebogenaktion ein exportorientiert. repräsentatives Bild. Neben den absoluten Umsatz- und Beschäftigungszahlen konnten • m Untersuchungszeitraum 2003 bis 2007 I 2008 mehrere ausgeprägte, positive Trends gab es jährliche Zuwächse bei Beschäf­ igung t identifiziert werden: und Umsatz. Der Umsatz wuchs jährlich um knapp 18 % . • ie Hälfte der bestehenden Unternehmen D wurde in den letzten zehn Jahren gegründet. Diese Ergebnisse sollten in einem Abstand von drei Jahren erneut hinterfragt werden.
  • 7. 7 Methodik der Untersuchung Auf Grund der Heterogenität der Branche Zeitraum und der hohen Anzahl an Kleinstunterneh- men ergab die Erfassung von Unternehmen Der Versand der Fragebögen erfolgte per Brief- aus Vereinslisten, den Gelben Seiten oder der post im Zeitraum vom 18. bis 24. März 2011 Suche im Internet kaum belastbare Zahlen durch die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB). zur Branche in der Region. Deshalb ist die Insgesamt wurden 320 Briefe auf Grund­agel Erfassung der erforderlichen Zahlen nur mit der Adressliste von der Transferstelle Sicher­ Hilfe einer direkten Befragung belastbar zu heitswirtschaft der ZAB versandt. Nach der realisieren. ersten Rücklaufwelle erfolgte durch die Wirt- schaftsförderungsgesellschaft Berlin Partner GmbH der erneute Versand per E-Mail sowie eine telefonische Erinnerungs- und Nachfass- Fragebogen aktion, die bis zum 8. Juni 2011 weitere Rück- läufe erbrachte. Dem monat­ichen SIGNUM- l Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt, der Newsletter wurde ein elektronisches Formular auf einer A4-Seite die notwendigen Daten beigelegt, in einigen Fällen wurden Frage­ - erfassen sollte (Anlage). Er baut auf der Um­ bögen noch einmal per Email verschickt. frage von 2008 auf, bildet die o.g. Themen- komplexe ab und ermöglicht durch einfaches Ankreuzen eine schnelle Bearbeitung der An- frage. Nur bei den Unternehmenszahlen und Rückläufe und Irrläufer Referenzen waren Daten einzutragen. Sollten die genannten Geschäftsfelder auf das Unter- Im genannten Zeitraum gingen insgesamt nehmen nicht zutreffen, so war Platz für den 226 Rückläufe (69 %) ein. Davon waren 21 Eintrag weiterer Spezifikationen vorgesehen. Irrläufer, die der Postdienstleister mangels Für die Themenkomplexe „Geschäftsfelder“ korrekter Adresse nicht zustellen konnte. und „Zielkunden“ waren Mehrfachnennungen Ein wesentlicher Teil von 18 % der angeschrie- möglich. benen Unternehmen antwortete, dass sie sich dieser Branche nicht zugehörig fühlen. Mit einem Anschreiben der Senatsverwaltung Nach Bereinigung des Verteilers wurden für Wirtschaft, Technologie und Frauen wurde insgesamt 168 Rückläufe (63 %) dokumen­ - die Bedeutung der Umfrage unterstrichen so­ - tiert. Eine Filiale verwies auf den Hauptsitz wie auf die Wahrung der Vertraulichkeit hin- des Unternehmens (außerhalb der Region). gewiesen. Mit Rücksendung des ausgefüllten Bogens per Fax bestand eine schnelle und bequeme Form der Antwort. Erfassung und Auswertung Letztlich waren 75 Fragebögen so vollständig ausgefüllt, dass sie für eine Erfassung und Analyse Verwendung fanden. Die Erfassung erfolgte manuell von den Bögen in eine Excel- Tabelle. Neben den konkreten Zahlen wurden Merkmale, wie Geschäftsfelder, durch die Bewertung „0“ oder „1“ erfasst, und weitere Angaben, wie Produkte oder Referenzen, als Text in extra Felder eingetragen. Allerdings wurden nicht immer alle Zahlenreihen voll- ständig ausgefüllt. In der Auswertung wird daher ggf. auf die Stichprobengröße hin- gewiesen.
  • 8. 8 Auswertungsprobleme Die Angaben sind insbesondere hinsichtlich der Umsatz- und Beschäftigtenzahlen un- vollständig. Mal fehlt eine Jahresangabe, mal werden die Zahlen nicht genannt. Für den Fall, dass die Umsatzzahlen von 2010 noch nicht bereit standen, wurden die Zahlen für 2009 eingesetzt, um eine annähernde Trendaussage treffen zu können. Die tatsächlichen Zahlen dürften unter Berücksichtigung des allgemei- nen Trends etwas höher liegen. Darüber hinaus hat die Auswertung der Tele­ foninterviews weitere Hinweise auf die Hinter- gründe der Zurückhaltung der Unternehmen gegeben: einem Teil der Unternehmen war der Zeitaufwand in dieser Form zu hoch. Andere hatten Fragen rund um den Datenschutz und die Wahrung der Anonymität. Als Alternative wurde eine Onlinebefragung vorgeschlagen.
  • 9. 9 Profil der Teilnehmer Die Umfrage war geografisch auf die Bundes- Um beurteilen zu können, ob mit der Abfrage länder Berlin und Brandenburg beschränkt. Bei auch tatsächlich die relevante Sicherheitswirt- der Ansprache wurde nicht differenziert, ob schaft erreicht wurde, sollten die Unterneh- sich der Hauptsitz oder eine Filiale des Unter- men angeben, ob das Geschäft durch Sicher- nehmens in dieser Region befindet. heitsprodukte und -dienste wesentlich (50 %) Allerdings wurden nur regional bezogene oder nur geringfügig ( 50 %) bestimmt wird. Daten erfasst und ausgewertet. Hierzu haben drei Viertel der Unternehmen (72 %) geantwortet, dass ihre Geschäftstätig- keit bis zu 100 % durch Sicherheit bestimmt wird, nur für 28 % spielt dieser Markt eine Unternehmensstruktur nachgeordnete Rolle. Damit war der Rücklauf 2011 noch branchengenauer als 2008. Aus den Rückläufen lassen sich für die Branche Aussagen zur Unternehmensgröße, zum Umsatz sowie zur Personal- und Umsatz- entwicklung der letzten drei Jahre ableiten. Zur Gruppierung wurden die Größenklassen: 28% • bis 10 Mitarbeiter • 11 bis 50 Mitarbeiter • 51 bis 250 Mitarbeiter • ehr als 251 Mitarbeiter m gebildet. 72% Für den Jahresumsatz gelten die folgenden Klassen: • bis 1 Mio. EUR • 1 bis 10 Mio. EUR Abb. 1: Bedeutung von Safety und Security • 10 bis 100 Mio. EUR für das eigene Geschäft • mehr als 100 Mio. EUR. Der Rücklauf zeigt folgendes Gesamtbild der Verteilung für 2010: Größenklasse Anzahl Anteil % Umsatz T € Beschäftigte bis 10 18 32,7 10.683 93 11-50 18 32,7 50.385 395 51-250 12 21,8 192.374 1.247 250 7 12,4 681.423 6.652 Gesamt 55 100 934.865 8.387 Tab. 1: Übersicht zur Unternehmensstatistik aus den Rückläufen mit vollständigen Angaben (2010)
  • 10. 10 Des Weiteren wurde gefragt, wie sich die Anforderungen an den Schutz vor unabsicht- lichen Schäden (Safety) und absichtlichen Schäden (Security) in den jeweiligen Sicher- heitsprodukten und -diensten niederschlagen. 13% Safety 29% 35% 18% Security 71% bis 10 MA 34% 11– 50 MA 51–250 MA mehr als 250 MA Abb. 2: nteile von Safety und Security A Abb. 3: Größenstruktur der Unternehmen in den Produkten und Services (Stichprobe: 61) Mehr als zwei Drittel der teilnehmenden Dies spiegelt sich auch in der Verteilung Firmen sind kleine Unternehmen mit bis zu des Jahresumsatzes wider: Hier erwirtschaf­- 50 Mitarbeitern (69  %). Im Vergleich zur ten fast ein Viertel der Firmen Umsätze von Studie von 2008 konnte hier die allgemeine 10 Mio. EUR und mehr pro Jahr. Der Anteil Größen­ erteilung bestätigt werden. Während v von Unternehmen mit einem Umsatz bis die Gruppe bis 10 Mitarbeiter im Vergleich 1 Mio. EUR ist mit 35  % im Vergleich zur um 3  % geschrumpft ist, ist die Gruppe Studie in 2008 um 9  % deutlich gesunken, 11–50 Mitarbeiter um ca. 4  % gewachsen. während die Gruppe der Sicherheitsunter­ Das deutet auf die Etablierung dieser nehmen, die 1 bis 10 Mio. EUR Umsatz Firmen und eine positive Entwicklung hin. er­ irtschaften, um 9  % gewachsen ist. w Diese Verschiebung scheint auf die erfolg- reiche Etablierung der Sicherheitsunter- nehmen zurückzuführen zu sein, die auch schon in der Verschiebung in den Mitar- beiterzahlen zu beobachten war. Die positive solide Gesamtentwicklung im Vergleich zur vorangegangenen Studie untermauert die wirtschaftliche Stärke der Sicherheitsindustrie in Berlin und Brandenburg.
  • 11. 11 1% 5% 5% 15% 18% 35% bis 1 Mio. EUR 79% bis 10 MA 42% 1–10 Mio. EUR 11 – 50 MA 10 –100 Mio EUR 51 – 250 MA mehr als 100 Mio EUR mehr als 250 MA Abb. 4: Verteilung der Umsätze in Abb. 5 Verteilung der Mitarbeiterzahlen nach der Sicherheitswirtschaft (Stichprobe 55) Unternehmensgröße Aus der Verteilung der Beschäftigten wird In den großen Unternehmen sind durch­ - deutlich, dass die meisten Mitarbeiter bei den schnitt­ich 950 Mitarbeiter beschäftigt, Kleinst- l großen Sicherheits- und Wachschutzfirmen firmen dagegen haben durchschnittlich angestellt sind. Nur 21 % aller Beschäftigten 5,2 Beschäftigte. in der Sicherheitsbranche sind in kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 250 Mitar- beitern tätig. Die wenigen großen Firmen sind Arbeitgeber für 79 % aller Erwerbstätigen in dieser Branche. Diese Relation hat sich bestätigt und deutet auf die statistische Belastbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Erhebung von 2008 hin.
  • 12. 12 Geschäfts- und Beschäftigten- Noch positiver ist die Umsatzentwicklung, die für 2010 einen deutlichen Sprung entwicklung erkennen lässt. Von besonderem Interesse war, ob sich die Umsatzentwicklung 2008 – 2010 (EUR) Sicherheitswirtschaft stetig weiterentwickelt 940000 hat und welche Treiber das Geschäft voran- 920000 918470 bringen. Die Unternehmenszahlen der letzten 900000 Auswertung zeigten ein kräftiges Wachstum 880000 über dem Durchschnitt der Berliner Industrie. 860000 854251 840000 831823 Dieser Trend konnte durch die Rückläufe 820000 bestätigt werden. Zwar hat sich das Wachs- 800000 tum im Vergleich zum letzten Beobachtungs- 780000 zeitraum leicht abgeschwächt, ist aber trotz 2008 2009 2010 Weltwirtschaftskrise weiterhin positiv. Der deutliche wirtschaftliche Aufschwung 2010 Abb. 7: Umsatzentwicklung in der macht sich mit den vorliegenden Zahlen auch Sicherheitsbranche (Stichprobe 55) in dieser Branche bemerkbar. So kann für die letzten drei Jahre ein positives Wachstum der Beschäftigtenzahlen von 9,2 % konsta­ - Dieses Ergebnis schlägt sich insbesondere tiert werden. in der Wirtschaftsleistung pro Beschäftigtem nieder. So können in allen Größenklassen Zu- Mitarbeiterentwicklung 2008 – 2010 wächse gegenüber 2007 verzeichnet werden, 6800 insbesondere in Unternehmen bis zu 50 Mit­ 6700 6675 arbeitern. Hier erwirtschafteten die Unter- 6600 nehmen durchschnittlich 41 % mehr Umsatz 6500 pro Kopf als vor drei Jahren. 6400 6348 6300 Pro-Kopf-Umsatz (TEUR) 6200 180 6100 6113 160 6000 140 5900 120 5800 100 2008 2009 2010 80 60 Abb. 6: Stellenentwicklung in der Sicherheits- 40 branche (Stichprobe 55) 20 2007 0 2010 bis 10 11 bis 50 51 bis 250 über 250 Abb. 7: Entwicklung des Pro-Kopf-Umsatzes nach Unternehmensgröße (Stichprobe 69 bzw. 55 )
  • 13. 13 Die Homogenität dieser Zahlen über alle Gründungsdynamik Größenklassen spricht für eine repräsentative und belastbare Stichprobengröße. Das Entstehen neuer Unternehmen hat sich Damit setzte sich der positive Trend der in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich Jahre 2003 bis 2007 fort. Dies wird auch durch fortgesetzt. Aus der Angabe des Gründungs- die Gründungsdynamik bestätigt. jahres der Firma auf dem Fragebogen konnte der Saldobestand kumuliert werden. Gründungsdynamik 80 70 60 50 40 30 20 10 0 2004 2005 2006 2007 2008 2009 vor 1990 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2010 Abb. 8: Entwicklung des Unternehmensbestandes (n=74) Seit der Wiedervereinigung hat der Firmenbe- stand in dieser Branche ständig zugenommen. Während die allgemeinwirtschaftliche Entwick- lung in den Jahren 2000 sowie 2009 jeweils einen starken Einbruch aufwies, lässt sich dies für die regionale Sicherheitswirtschaft nicht nachweisen. Vielmehr wächst der Firmensaldo weiterhin. Des Weiteren zeigen die Gründungsdaten, dass die Hälfte der Firmen in den letzten 15 Jahren entstanden ist. Etwa 10 % der Unter- nehmen sind jünger als fünf Jahre. Das spricht für eine anhaltende Gründungs­ y­ amik in d n dieser Branche.
  • 14. 14 Untersuchungs- Fragenkomplex 1: ergebnisse im Detail Produkte und Leistungen Neben der Erhebung von aktuellen Unterneh- Übersicht mensdaten werden mit dieser Umfrage wie- derum die Geschäftsfelder erfasst sowie die Um einen Überblick zum Leistungsspektrum zu regionale Kompetenzen und die Darstellung erhalten, wurde zuerst nach der Einordnung von Kundengruppen und Märkten abgefragt. in eines der Marktsegmente Sicherheits­ Im Folgenden werden die Ergebnisse in drei technik, IT-Sicherheit oder Sicherheitsdienst- Themenblöcken aufbereitet. Dabei wird auf leistungen gefragt. Je nach Angebotsspektrum kleine und mittlere Unternehmen eingegan- des Unternehmens konnten mehrere tech- gen, die mit 87 % aller Unternehmen knapp nische Lösungen oder Dienste angekreuzt 30 % der Erwerbstätigen in dieser Branche werden. Beschäftigung bieten. Im ersten Themenblock wird eine Zuordnung Sicherheitstechnik zu den Segmenten Sicherheitstechnik, IT- Sicherheitsdienstleistungen Sicherheit und Sicherheitsdienstleistungen IT-Sicherheit vorgenommen. Diese Selbsteinschätzung konnte durch einfaches Ankreuzen erfolgen 0 20 40 60 80 100 120 140 und ermöglichte Mehrfachantworten, auch über die Segmente hinweg. Durch Ergänzun- Abb. 9: Zuordnung der Unternehmen zu den gen konnte das eigene Geschäftsspektrum Teilbranchen (Mehrfachnennung möglich) bei Bedarf noch genauer beschrieben werden. Im zweiten Themenblock wurde nach den Die Selbstbewertung zeigt, dass viele Unter- Zielmärkten der Unternehmen gefragt. Sind nehmen nicht ausschließlich in einem Markt- sie vorwiegend regional, überregional oder segment tätig sind. Zu ihren Produkten bieten international tätig? Hier war der jeweilige sie ergänzend Beratung oder Schulung an. Marktanteil einzutragen. Oder Sicherheitstechnik ist mit IT-Sicherheit verbunden. Der dritte Themenblock untersetzte diese Frage hinsichtlich der Kundengruppen: Werden die Sicherheitsprodukte und -dienste eher dem öffentlichen Bereich, der Industrie oder anderen Kunden angeboten?
  • 15. 15 Die stärkste Teilbranche nach Unternehmens- Sicherheitstechnik anzahl ist weiterhin die Sicherheitstechnik (45 %). Fast ein Drittel der Firmen bieten Zu jedem der Marktsegmente wurden fünf Sicherheitsdienstleistungen an (29 %) und technische Kategorien vorgegeben, die bei ein Viertel sind im Segment IT-Sicherheit Bedarf ergänzt werden konnten. Diese Spezi- tätig (26 %). Die meisten Beschäftigten (74 %) f ­ ikation wurde von vielen Unternehmen haben die Sicherheitsdienstleister der Region. genutzt, um ihr Produktspektrum genauer zu Gegenüber der Umfrage von 2007 haben beschreiben. Zunächst ergibt sich folgendes sich nur marginale Veränderungen ergeben, Ranking aus den Rückläufen, das gegenüber die statistisch nicht signifikant sind. 2008 nur geringfügige Verschiebungen aufweist: IT Sicherheit Sicherheits- technik Zutrittskontrolle 30 26% Videotechnik 23 45% Biometry, Identity 19 Sensorik 18 Leittechnik 14 Sonstige 25 29% 0 5 10 15 20 25 30 Sicherheits- dienstleistungen Abb. 10: Segmentdarstellung der Abb. 11: Sicherheitstechnische Produkt- Teilbranchen bereiche der Unternehmen in Berlin und Brandenburg (Mehrfachnennung möglich) Danach liefern 30 Unternehmen von insge­ samt 75 Rückläufen in diesem Segment Lösungen für die Zugangskontrollsysteme. 23 Firmen bieten Videotechnik an, gefolgt von 19 mit Biometrielösungen. Unter „Sonstiges“ werden von den Firmen u.a. Produkte zur Brandmeldetechnik, Gefahrenmeldetechnik, Alarmanlagen oder Einbruchsmeldetechnik angegeben. Eine weitere Produktgruppe in diesem Zusammenhang stellen mechanische Lösungen an Fenstern, Türen, Toren, Dreh- kreuzen, Schließanlagen oder Fassaden dar. Weitere Marktsegmente sind Sensorik sowie Leittechnik für Gebäude und Anlagen. Mehr- fachbenennungen belegen, dass die meisten Unternehmen ein erweitertes Produktspekt- rum haben und nicht auf Spezialisierung und Nischenmärkte setzen. Das findet sich auch in den folgenden Abschnitten wieder.
  • 16. 16 IT-Sicherheit Sicherheitsdienstleistungen Im Segment für IT-Sicherheit sind etwas In diesem Segment sind mehr als 20.000 weniger Unternehmen tätig. Hier liegen Menschen beschäftigt. Es wird durch die 22 Rückläufe vor. Geschäftstätigkeit der großen Sicherheits­ firmen dominiert. Betrachtet man dagegen die Geschäftsfelder der Dienstleister, so Verschlüsselung 60 17 spielt die Beratung in Sicherheitsfragen Netzwerksicherheit 16 die größte Rolle. PKI 13 Unter „sonstige“ Services werden u.a. Smart Card 12 Aus- und Weiterbildung oder Fahrdienste VPN 10 angegeben. Gegenüber der Umfrage 2008 haben sich Sonstige 7 hier keine Verschiebungen ergeben. 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 Abb. 12: Angebote im Marktsegment Consulting 31 IT-Sicherheit Sicherheits-Audits 14 Risk Management 11 Objekt- und Wachschutz 8 Die meisten technischen Lösungen werden Trust Center 7 für Verschlüsselungstechnik sowie für die Dienstl. Sonstiges 12 Sicherheit von Datennetzen bereitgestellt. Hier ist weiterhin eine eindeutige Stärke in 0 5 10 15 20 25 30 35 der Region. Dazu sind auch die Lösungen für Virtual Private Networks (VPN) zu zählen. Public Key Infrastructures (PKI) sowie Smart Abb. 13: Angebotsspekturn für Card-Lösungen ergänzen das Spektrum an Sicherheitsdienstleistungen IT-Sicherheit. Auch hier bilden die kleinen Unternehmen wieder die stärkste Gruppe der Anbieter. Unter „Sonstiges“ werden u.a. Sicherheitslösungen für mobile Anlagen angegeben.
  • 17. 17 Fragenkomplex 2: Fragenkomplex 3: Zielmärkte Zielkunden In diesem Fragekomplex wurden die Unterneh- Ergänzend zu den Aussagen über die Absatz- men gebeten, ihre Zielmärkte genauer anzu- regionen wurde im Themenkomplex 3 genauer geben und Umsatzanteil dafür zu beziffern. nach den Zielkunden gefragt. Hier wurden Dabei gibt es die Extremfälle, dass Unterneh- sechs wichtige Branchen vorgegeben, die als men nur regional operieren oder weltweit Nachfrager von Sicherheitslösungen bekannt aufgestellt sind. Im Durchschnitt stellt sich der sind. Aus den Rückläufen von 2008 kam der deutsche Sicherheitsmarkt als die wesentliche Banken- und Versicherungsbereich für eine Zielregion heraus. weitere Profilierung der Umfrage hinzu. International 18% Industrie 60 Öffentliche Sicherheit 59 35% Regional Infrastruktur 43 Banken, Versicherungen, Handel 40 Logistik 32 Gesundheit 30 Sonstige 14 47% 0 10 20 30 40 50 60 70 Überregional Abb. 15: Zielbranchen der Abb. 14: Zielmärkte der Berliner und Sicherheitsindustrie Berlin-Brandenburg Brandenburger Sicherheitsanbieter (Mehrfachantworten waren möglich) Für die Mehrheit der Firmen (47 %) ist der Die Industrie erweist sich weiterhin als stärks- nationale Markt weiterhin die wichtigste ter Abnehmer von Sicherheitslösungen. Die Be- Absatzregion. 35 % der Unternehmen kon­ hörden für Ordnung und Sicherheit (BOS) sind zentrieren sich auf den regionalen Markt in die zweitwichtigste Kundengruppe. Infrastruk- Berlin und Brandenburg. Der Anteil der turbetreiber, wie Energie, Wasser, Nah- und weltweit tätigen Firmen hat sich mit 18 % Fernverkehr, kommen an dritter Stelle. Dicht gegenüber der Umfrage 2008 verdoppelt, gefolgt vom Banken- und Versicherungssektor. damals lag er bei nur 9 % . Unter „Sonstige“ werden z.B. Handel und Ernährung benannt, die diese Säule weiter Dieses Bild wird im Wesentlichen durch die stärken. kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Dagegen ist das Bild bei Großunternehmen un- Der öffentliche Bereich wird zu gut einem einheitlich: die Regionalteams und Filialen von Fünftel als wichtiger Kunde angesehen, den großen Sicherheitsfirmen sind überwiegend größten Abnehmer von Sicherheitslösungen auf den regionalen Markt ausgerichtet, Firmen bilden weiterhin die Industrie, Infrastruktur­ mit Stammsitz Berlin sind dagegen weltweit betreiber sowie die Banken und Versiche- orientiert. rungen. Damit ist der Anteil des öffentlichen Sektors gegenüber der Umfrage von 2008 etwas zu­ ückgegangen, die Bedeutung von r Industrie und Infrastrukturbetreibern ist stabil.
  • 18. 18 Hochrechnung auf die Somit kann für 250 Unternehmen der Sicher- heitswirtschaft in Berlin und Brandenburg im Sicherheitswirtschaft Jahr 2010 ein Umsatz von 3 Mrd. EUR und eine Berlin-Brandenburg Beschäftigtenzahl von 27.000 Mitarbeitern abgeschätzt werden. Die Ausgangsliste für den Versand der Frage­ bögen, die Rückläufer und Irrläufer sowie Damit hat sich der Firmenbestand gegenüber die Kontakte mit Unternehmen ergeben eine 2007 von 220 auf 250 Unternehmen erhöht. belastbare Anzahl von 260 Unternehmen Dies korreliert gut mit der Gründungsdynamik in der Region, die zur Sicherheitswirtschaft in der Region. Wesentliche Entwicklungen sind zählen. Da hinsichtlich der Unternehmens­ aber der Zuwachs an Wirtschaftsleistung pro zahlen nur 55 auswertbare Bögen vorlagen, Beschäftigtem von 94,7 T EUR auf 111,5 T EUR die einen Umsatz von 935 Mio. EUR und eine und der damit insgesamt ge­ ach­ ene Umsatz. w s Beschäftigtenzahl von 8390 Mitarbeitern Auch die Beschäftigten­ ahl hat von 24.600 auf z repräsentieren, ist auf der Basis der 2010er 27.000 deutlich zugenommen. Da die großen Daten eine Hochrechung auf die konservative Sicherheitsdienstleister in den letzten Jahren Gesamtzahl von 250 Unternehmen vorge­ geringfügig Personal abgebaut haben (–1,5 %), nommen worden. kann somit ein deutlicher Personalzuwachs in Diese stützt sich auf die Größenproportion der den Teilsegmenten Sicherheitstechnik und Unternehmen in dieser Branche, den Umsatz IT-Sicherheit konstatiert werden. pro Mitarbeiter in den jeweiligen Größenklas- sen, den Umsatz pro Unternehmen in den Größenklassen sowie die tatsächliche Anzahl großer Unternehmen in der Region. Gegen­­ - über der Stichprobe (s. Tab. 1) ist der Anteil der mittleren und großen Unternehmen verrin- gert, der Anteil von kleinen und Kleinstunter- nehmen angehoben. Größenklasse Anzahl Anteil % Umsatz T € Beschäftigte bis 10 89 35,6 52.822 460 11-50 88 35,2 246.327 1.931 51-250 53 21,2 849.652 5.508 250 20 8,0 1.946.923 19.006 Gesamt 250 100 2.998.907 26.904 Tab. 2: Hochrechnung von Wirschaftsleistung und -beschäftigung auf Basis der Größenstruktur
  • 19. 19 Zusammenfassung Die Umfrage bestätigt im Wesentlichen das Stärkster Absatzmarkt von Sicherheitslösun- Bild und die Trends der regionalen Sicherheits- gen ist die Industrie. Der öffentliche Bereich industrie in Berlin und Brandenburg von 2008. hat einen Anteil von gut einem Fünftel. Bei einer etwas geringeren Rücklaufquote von 48 % konnten belastbare Aussagen für Dabei bildet der deutsche Markt die wesent­ die Branche gewonnen werden. liche Zielregion ab. Bereits für 18 % der Unter- Die Segmente Sicherheitstechnik, IT-Sicher­ nehmen ist das Ausland eine Zielregion, heit und Sicherheitsdienstleistungen werden das ist eine Verdoppelung gegenüber 2007. jeweils von etwa einem Drittel der Unterneh- 35 % der Unternehmen haben den regionalen men besetzt. Allerdings dominieren die großen Markt im Fokus. Sicherheitsdienstleister das Stellenangebot. Knapp drei Viertel aller Beschäftigten sind bei Eine Hochrechnung ergibt für die Region ihnen angestellt. Dieser Niedriglohnsektor – 250 Unternehmen mit einem Umsatz von trotz Mindestlohn – bestimmt dann auch den 3 Mrd. EUR und 27.000 Mitarbeitern für das durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsatz. Dieser Jahr 2010. Damit setzt sich die 2007 kon­ ist seit 2007 um fast 18 % auf 111,5 T EUR statierte Wachstumsdynamik für die zivile gestiegen und liegt damit etwa doppelt so Sicherheit in Berlin und Brandenburg fort. hoch wie die durchschnittliche Berliner Wirt- schaftsleistung pro Beschäftigtem. Die Bran- che zeigt insgesamt eine hohe Dynamik. So ist die Hälfte aller Firmen in den vergange- nen fünfzehn Jahren gegründet worden, 10 % der Unternehmen sind jünger als fünf Jahre. Die Größenstruktur wird nicht durch Kleinst- firmen – wie im Länderschnitt – bestimmt. Vielmehr gibt es in diesem Segment im Ver­- gleich zu allen Branchen deutlich mehr mitt- lere und große Unternehmen. Ihre Anzahl und Wirtschaftsleistung haben zugenommen. Dies spiegelt sich auch in der Umsatzstruktur wider.
  • 20. 20 Fragebogen Sicherheitswirtschaft 2011 Dieser Fragebogen bildet die Grundlage für die Befragung. Die Rückläufe wurden ausgewertet und bilden die Zahlenbasis für diesen Report. 1. Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet Ihr Unternehmen im Sicherheitsmarkt an? Sicherheitstechnik IT-Sicherheit Dienstleistungen Zutrittskontrolle Netzsicherheit Consulting Sensorik Verschlüsselung Sicherheits-Audits Videotechnik VPN Risk Management Biometrie, Identity Smart Card Trust Center Leittechnik PKI Objekt- und Wachschutz … … … 2. Welches sind Ihre Spitzenangebote? 3. Benennen Sie bitte ausgewählte Referenzen 4. Welche Märkte adressieren Sie? Welche Anteile haben Sie bei Ihren Produkten/Services? Regional % Überregional % International % 5. Welches sind Ihre Zielbranchen? Industrie Öffentliche Infrastruktur- Gesundheit Logistik Banken, … Sicherheit betreiber Versicherung, Handel b) Welchen Anteil haben Sicherheitsprodukte/Dienste an Ihrem Gesamtumsatz? Unter 50 % mehr als 50 % c) Wie gewichten Sie die Umsatzanteile Ihrer Produkte oder Dienstleistungen in den Feldern Security (Schutz vor primär absichtlich verursachten Schäden) und Safety (Schutz vor primär unabsichtlich verursachten Schäden): Security: % Safety: % 6. Unternehmensangaben: Jahr Umsatz (T EUR) Beschäftigte 2008 2009 2010
  • 21. 21 Marktübersicht Kontrollen und Gefahrstoff-/Elementeerkennung 830 Mio. EUR(4%) Ermittlungen, Forensik Identifikation, 800 Mio. EUR (4%) Authentifizierung inkl. Ausstattung für Tätige im Bereich Biometrie und RFID zivile Sicherheit (Polizei, Feuerwehr, THW, Sicherheitsdienste) 920 Mio. EUR (5%) 2330 Mio. EUR (11%) Systeme, Technologien und Dienstleistungen zur Information und Kommunikation über Gefährdung bzw. im Gefährdungsfall 2000 Mio. EUR (10%) Systeme, Technologien und Dienstleistungen zum Schutz vor Diebstahl, Einbrüchen und Überfällen inkl. Videosysteme 7130 Mio. EUR (35%) IT-Sicherheit 4750 Mio. EUR (23%) Systeme, Technologien und Dienstleistungen zum Schutz vor Brand, Gas, Rauch 1610 Mio. EUR (8%) Abb.16: Sicherheitsmarkt in Deutschland 2008, Gesamtvolumen 20,3 Mrd. EUR Quelle: ASW u. VDI/VDE: Marktpotenzial von Sicherheitstechnologien und Sicherheitsdienstleistungen, Berlin 2008 Bewachung inkl. Dienstleistungszentrale elektronische 4,4 Mrd. (43%) Gefahren- meldeanlagen 2,5 Mrd. (24%) sonstige elektronische Sicherheits- anlagen sonstige Die Sicherheitsdienstleistungen stellten 0,8 Mrd. (8%) Sicherheitstechnik mit 4,4 Mrd. EUR (2009) das größte Segment stationare Löschanlagen 0,6 Mrd. (6%) 0,4 Mrd. (4%) des Sicherheitsmarktes in Deutschland dar. mechanische Mit deutlichem Abstand folgten elektronische Schlösser und Beschläge Außenhautsicherung 0,8 Mrd. (8%) 0,6 Mrd. (6%) Sicherheitstechnik von Brandmeldern über Geldschränke, Tresore Zugangssysteme bis hin zu Videotechnik 0,2 Mrd. (2%) (2,5 Mrd. EUR). Mechanische Sicherheits- lösungen, wie Schlösser, Beschläge, Tresore Abb.17: Sicherheitsmarkt in Deutschland 2009, oder Schutzsysteme gegen das unbefugte Gesamtmarkt: 10,30 Mrd. Euro Eindringen, stellten ein Marktsegment Quelle: Bund Deutschscher Wach- und von 1,6 Mrd. EUR dar. Sicherheitsunternehmen, 2010 Für 2015 wird durch ASW und VDI/VDE ein Wachs­ um des Gesamtmarkts auf mehr t als 30 Mrd. EUR geschätzt. Wachstums- treiber sind Identifikationssysteme und IT-Sicher­ eit. h
  • 22. 22 Projekt Zukunft ist die landesweite Senats- Unter der Marke SIGNUM (Sichere Identität, initiative für den Strukturwandel Berlins zur gesicherte Netze und Umgebung) hat sich Informations- und Wissensgesellschaft. Ziel die Region 2009 um einen Spitzencluster des ist die Entwicklung der Stadt zu einem inter- Bundesforschungsministeriums beworben. Die national anerkannten, wettbewerbsfähigen Bewerbungsunterlage war in drei Teilcluster und attraktiven Standort. Projekt Zukunft mit den Themen „Sichere Identität“, „Kritische fördert die Zukunftsbranchen der Medien-, Infrastrukturen“ und „Integrierte Ausbildung IT- und Kreativwirtschaft und vernetzt sie mit und Qualifizierung“ gegliedert und folgte Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Durch damit Vorschlägen aus dem „Masterplan Strategien, Initiativen und Projekte, Public- Sicherheitswirtschaft und -forschung Berlin- Private-Partnerships, Veranstaltungen, Brandenburg“ aus dem Jahr 2008. Informationskampagnen und Publikationen unterstützt Projekt Zukunft technologische, Insgesamt brachten sich 124 Partner in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Innova- Bewerbung ein. Darunter waren 64 kleine und tionen und verbessert so die Rahmenbedin- mittlere Unternehmen, 27 Großunternehmen, gungen für die Wachstumsfelder der Stadt. 21 Behörden und 11 Forschungseinrichtungen Konkrete Aktivitäten und Maßnahmen der aus der Region. Es wurde ein Gesamtvolumen IT-Strategie sind mit dem Land Brandenburg von 118 Mio. EUR in den Teilclustern und abgestimmt und bilden sich in zahlreichen deren Teilprojekten dargestellt. Handlungsfeldern, zu denen auch „Sicherheit mit IT/IT-Sicherheit“ zählt, ab. Die Bewerbung hat großes Engagement in der Region ausgelöst, die Dachmarke SIGNUM Projekt Zukunft ist in der Senatsverwaltung bewirkt bis heute eine starke Identifikation. für Wirtschaft, Technologie und Forschung angesiedelt – fachlich und organisatorisch Viele der geplanten Projekte konnten zwi- im Referat für Medien-, IKT- und Kreativ- schenzeitlich umgesetzt werden. Der Fraun- wirtschaft. hofer Innovationscluster „Sichere Identität“ Zahlreiche Institutionen, Organisationen oder der Verein „Kompetenzzentrum Kritische und Einzelpersonen aus Wirtschaft, Politik, Infrastrukturen“ sind ein Beleg für die Leben- Verwaltung, Wissenschaft und Kultur digkeit dieser Idee. Forschung und Ausbildung engagieren sich. Projekt Zukunft ist das an den Bildungseinrichtungen sind breiter größte Kommunikations- und Fördernetzwerk geworden, die Ansiedlung der Forschungs- der Stadt mit einem breiten Leistungsport- stelle der Sicherheitswirtschaft (FORSI), die folio. Einrichtung von Stiftungsprofessuren oder das Sicherheitsforschungskolloquium der Helmholtz Research School, des DLR e.V. so- wie der Technischen Universität Berlin stellen Kompetenz und Attraktivität der Region unter Beweis. Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung Dr. Wolfgang Both Medien und Informationswirtschaft Martin-Luther-Straße 105 10825 Berlin Tel +49 30 9013-8257 / Fax -7478 Wolfgang.Both@senwtf.berlin.de www.berlin.de/projektzukunft www.sicherheit.berlin-bandenburg.de
  • 23. Die Berlin Partner GmbH ist die zentrale Anlaufstelle in Berlin, die auswärtige Unter- nehmen bei der Ansiedlung unterstützt, Berliner Unternehmen bei Standortsicherung und -entwicklung begleitet und den Stand- ort Berlin vermarktet. Mehr als 170 namhafte deutsche und inter- nationale Privatunternehmen unterstützen Berlin Partner in einer public private partner- ship. Die Gesellschaft ist vom Berliner Senat mit dem Hauptstadt- und Standortmarketing beauftragt. Berlin Partner kommuniziert die Stärken und Zukunftschancen der Stadt, entwickelt Kommunikationskampagnen, organisiert Veranstaltungen und Netzwerke für Berlin. Unternehmen bietet Berlin Partner umfas- senden und kostenfreien Service rund um Ansiedlung, Standortsicherung und Expansion. Alle wichtigen Wirtschaftsinformationen sind im Berlin Business Location Center abrufbar und spezielle Produkte, wie Immobilienpor- tal, Business Welcome, Business Financing, Business Locating oder Business Recruiting Package, unterstützen bei der Ansiedlung oder der Firmenerweiterung. Berlin Partner GmbH Dorota Thiel-Jankiewicz Unternehmensservice Sicherheits- und IuK-Industrie Fasanenstraße 85 10623 Berlin Tel +49 30 39980-262 / Fax -239 Dorota.Thiel-Jankiewicz@berlin-partner.de www.berlin-partner.de www.businesslocationcenter.de
  • 24. Berlin Partner GmbH Ludwig Erhard Haus | Fasanenstraße 85 | 10623 Berlin Tel +49 30 39980-0 | Fax -239 info@berlin-partner.de | www.berlin-partner.de www.businesslocationcenter.de © 11/2011