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Eine Online-Quellenedition A Digital Source Edition
www.juedische-geschichte-online.net
www.jewish-history-online.net
Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte
Key Documents of German-Jewish History
gefördert von der
Beginnen Sie Ihre Erkundungsreise
durch 400 Jahre deutsch-jüdische
Geschichte unter:
www.juedische-geschichte-online.net
Start exploring 400 years of
German-Jewish history here:
www.jewish-history-online.net
150 Schlüsseldokumente – Texte, Bilder, Ton- und audio-
visuelle Zeugnisse – werden als digitale Faksimiles und
als Transkripte aufbereitet. Alle Inhalte sind zweisprachig
(Deutsch und Englisch) und über umfangreiche Recherche-
und Filtermöglichkeiten auffindbar. Interpretationen und
Hintergrundtexte betten sie in den jeweiligen historischen
Kontext ein.
Hamburg dient als Beispiel für größere Themen der
deutsch-jüdischen Geschichte: Die Hansestadt, einst bedeu-
tendes Zentrum jüdischen Lebens, bietet sich dafür beson-
ders an. Eine umfangreiche archivalische Überlieferung lässt
mehrere Jahrhunderte jüdischer Geschichte sichtbar werden.
Die Stadt zeichnet sich zudem durch einige Besonderheiten
aus: hier siedeln bereits im 16. Jahrhundert sephardische
Juden; hier bestehen mehrere Gemeinden in unmittelbarer
Nähe, aber dennoch in unterschiedlichen Herrschaftsge-
bieten; hier ist im 19. und 20. Jahrhundert ein zentraler Ort
der jüdische Migration; von hier gehen wichtige Impulse
für die religiöse Pluralisierung des Judentums aus.
Die Edition wird als Online-Projekt in den kommenden Jah-
ren beständig wachsen und sich verändern – wir laden Sie
herzlich ein, uns regelmäßig virtuell zu besuchen. Lernen
Sie anhand laufend hinzugefügter Quellen und Begleittexte
immer wieder neue Aspekte und Momente jüdischer Ge-
schichte kennen.
D i e O n l i n e - E d i t i o n d e s I n s t i t u t s f ü r d i e G e s c h i c h t e d e r
d e u t s c h e n J u d e n p r ä s e n t i e r t m i t a u s g e w ä h l t e n Q u e l l e n
S c h l a g l i c h t e r d e r d e u t s c h - j ü d i s c h e n G e s c h i c h t e v o n d e r
f r ü h e n N e u z e i t b i s z u r G e g e n w a r t .
Die aggregierten Daten sind unter einer freien Lizenz über
ein „Application Programming Interface“ (API) abrufbar
und können somit in verschiedenen Kontexten nachge-
nutzt werden,wie z.B.in einer Visualisierungssoftware.Die
oben abgebildete geographische Visualisierung von Kor-
respondenzbeziehungen wurde mit Hilfe des Webservice
XTriples realisiert.
correspSearch.net
Briefeditionen vernetzen
gegenseitige
Verlinkung
Gedruckte
Editionen
Digitale
Editionen
Portale
Deutsche Biographie,
Wikipedia etc.
Wissenschaftler/-innen
... suchen Briefe auf ...
... führt Nutzer
zu edierten Briefen
Digitale Editionen
vernetzen sich mit Hilfe der
correspSearch-API gegenseitig
Normdateien
GND, VIAF,
GeoNames etc.
suchen
Personen
CMIF
CMIF
Archivdatenbanken
In Planung
gegenseitige
Verlinkung
Archivdatenbanken
In Planung
gegenseitigegegenseitigegegenseitige
VerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkung
gegenseitigegegenseitigegegenseitige
VerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkung
In PlanungIn PlanungIn Planung
ArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbanken
In PlanungIn Planung
ArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbanken
Webservices
z.B. XTriples
nutzen Daten über API
nach und stellen weitere
Dienste für Editionen bereit
CMIF
CMIF
verlinken auf
Suchergebnisse in
correspSearch
werden von
correspSearch
für Suche und
Anzeige verwendet
Editionen stellen
Briefmetadaten im
CMIF unter freier
Lizenz zur Verfügung
TEI
Johann Wolfgang von Goethe
an Alois Hirt,
Weimar, 3. November 1806
Friedrich Buchholz
an Johann F. Cotta
Berlin, 8. November 1806
Das Problem: Edierte Briefe
finden, die für die eigene
Forschung relevant sind
Briefe zählen zu den wertvollsten Quellen his-
torischer Forschung. Zum einen wird in ihnen
eine Vielzahl von unterschiedlichen Themen,
Ereignissen, Personen etc. angesprochen und
kommentiert. Zum anderen bildet die brief-
liche Kommunikation Beziehungsnetze zwi-
schen Personen ab.
Historische Korrespondenzen werden aber aus
editorischen und arbeitsökonomischen Grü-
nden oft nur ausschnittsweise ediert: im Hin-
blick entweder auf eine Person oder nur auf ei-
nen Briefwechsel zwischen zwei Briefpartnern.
Für viele Forschungsfragen sind daher auf-
wändige Recherchen über mehrere Editionen
hinweg notwendig. Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler fordern deswegen seit län-
gerem, eine digitale, standardbasierte Platt-
form zu schaffen, mit deren Hilfe Briefeditio-
nen über Projekt- und Ländergrenzen hinweg
durchsuchbar gemacht und vernetzt werden
können.
Die Lösung
Der Webservice correspSearch geht einen ers-
ten Schritt in diese Richtung,indem er aus ver-
teilten Editionen die Briefmetadaten aggre-
giert und zur übergreifenden Recherche zur
Verfügung stellt.
DieMetadatenwerdenvondenEditionenselbst
im Correspondence Metadata Interchange-
Format (CMIF) online unter einer freien Lizenz
bereitgestellt. Das CMIF wurde im Rahmen der
Correspondence Special Interest Group der
Text Encoding Initiative (TEI) entwickelt. Der-
zeit können im CMIF Absender, Empfänger,
Schreib- und Empfangsort sowie Datumsan-
gaben erfasst werden – eine Erweiterung des
Formats ist in Entwicklung. Um Personen und
Orte eindeutig über Projektgrenzen hinweg zu
identifizieren,werden Normdaten-IDs benutzt
(z.B. GND oder GeoNames).
Derzeit weist der Webservice bereits über
19.000 edierte Briefe aus rund 70 Publikatio-
nen nach. Neue Briefverzeichnisse aus wissen-
schaftlichen Editionen sind jederzeit willkom-
men.
ErgänztmandieBriefmetadatenvoneinerEdition(schwarz)
mit mehreren anderen Editionen (blau) findet man nicht
nur relevante Briefe, sondern kommt auch dem histori-
schen Briefnetz viel näher.
Beispiel
In welchen edierten Briefen wird der
Einmarsch der Franzosen 1806 in Berlin
geschildert?
Der Webservice correspSearch wird
entwickelt und betrieben von der
DH-Arbeitsgruppe TELOTA an der
Berlin-Brandenburgischen Akademie
der Wissenschaften.
TEI
Das Correspondence Metadata
Interchange-Format wird von
der Correspondence Special In-
terest Group der Text Encoding
Initiative (TEI) entwickelt.
So funktioniert correspSearch
Freie Schnittstellen zur Datennachnutzung
HISTORISCHE EINFÜHRUNG
Mitte des 19. Jahrhunderts forschten Ro-
bert Bunsen und Gustav Robert Kirchhoff
an einer neuen Methode chemische Stof-
fe nachzuweisen. 1859 entwickelten sie die
Spektralanalyse, die es erlaubte die Zusam-
mensetzung von Proben mithilfe der op-
tischen Spektren zu bestimmen. Anwen-
dungen fanden sich schnell in Forschung,
Astronomie und Industrie. Der Erfolg der
Spektralanalyse unterstützte die gesell-
schaftliche Rezeption moderner naturwis-
senschaftlicher Forschung. In welcher Weise
gaben die zeitgenössischen, wissenschaftli-
chen Artikel die Entwicklung der Forschung
wieder? Wie beeinflussten sie die nachfol-
gende Forschung und die Populärliteratur?
ERGEBNISSE
Die Forschung zur Spektralanalyse zeigt
Muster, die sich auch in anderen Forschungs-
kontexten finden lassen. Zunächst kam es
zu einer allgemeinen Exploration der neuen
Methode der Spektralanalyse; später ver-
schob sich der Fokus auf die Anwendung.
Auffällig ist die große Themenvielfalt, wel-
che sich bei den produktivsten Forschern fin-
det. Diese fassten die Forschung zusammen
undreflektiertendenwissenschaftlichenDis-
kurs. Mit der Zeit erschienen mehr reine For-
schungsberichte, die sich auf ein oder zwei
Themenbereiche konzentrierten. Einige der
frühen Argumentationslinien wurden wie-
derholt aufgegriffen und finden sich auch in
der späteren Populärliteratur wieder, etwa
die positive Bewertung der Spektralanalyse
in Verbindung mit ihrer Möglichkeit die irdi-
schen Elemente auch in der Sonne nachzu-
weisen.
Martin Fechner
METHODIK
Für die systematische Analyse der Quellen-
texte wurden grobe Themenklassen formu-
liert, denen die Texte zugeordnet wurden.
Für die Identifizierung von Einflüssen und
Argumentationslinien wurde eine Binnen-
differenzierung der Texte vorgenommen.
Mit Rückgriff auf Methoden der qualitati-
ven Inhaltsanalyse wurden einzelne Topics
erarbeitet und in den Quellen nachgewie-
sen. Das wiederholte Auftreten von Topics
in Clustern erlaubte es Rückschlüsse auf die
Einflüsse der Texte auf die nachfolgende
Forschung zu ziehen. In Verbindung mit wei-
teren Analysen, etwa eine Zitationsanalyse,
konnte das historische Netzwerk rekonstru-
iert werden.
RESÜMEE
Die Resultate der Datenauswertung ermög-
lichten eine neue Perspektive auf die Quel-
lentexte, implizite Abhängigkeiten konnten
explizit gemacht werden. Das unterstreicht,
wie sinnvoll es ist, Quellen einer systemati-
schen Datenanalyse zugänglich zu machen.
Die aktuellen digitalen Werkzeuge konnten
in dem Projekt die Datenaufbereitung und
-auswertung vereinfachen und beschleuni-
gen. Darüber hinaus gibt es auch vielver-
sprechende Ansätze, etwa im Bereich des
Topic Modeling und des Data Mining, um
die Forschung auch bei der Datengenerie-
rung zu unterstützen. Der historischen For-
schung bieten sich hier neue Möglichkeiten
besonders beim Umgang mit großen Text-
korpora.
Spektralanalyse – Poggendorffs Annalen
Anzahl
0
5
10
15
20
25
30
Jahr
1859 1860 1861 1862 1863 1864 1865 1866 1867 1868
Allgemein
Technik
Anwendungen
Fig. 2: Spektralanalyse – Poggendorffs Annalen
Fig 1: Poggendorffs Annalen – Artikel
Fig. 3: Themen und Artikel
Jahr
VOM LABOR IN DIE ÖFFENTLICHKEIT
Möglichkeiten digitaler Analysen wissenschaftlicher Publikationen
BERLIN-BRANDENBURGISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
                •                                                        
                •                                                        
        •      •                                                        
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Themen
Artikel
Projekt
DasProjektgingauseinerÜbungvonProf.MarkHen-
gerer an der LMU im WS 2014/15 hervor. Während
sich die Studierenden mit einer ersten Transkription
beschäftigten, wurde in der vorlesungsfreien Zeit der
Editor von Dr. Gerhard Schön (ITG Geisteswissen-
schaften) entwickelt. Auftretende Bugs wurden be-
hoben und weitere Verbesserungen vorgenommen.
Im Sommer 2015 überprüfte die Projektgruppe an-
hand der Originale im Riksarkivet in Stockholm die
Transkriptionen. Seither werden die Briefe im Editor
korrigiert, an die beschlossenen Editionsregeln an-
gepasst und inhaltlich erschlossen.
Vorgehen
Sämtliche Briefe sind als Bilddatei in
einem Koordinatensystem hinterlegt,
wodurch das Hineinzoomen in die
Bilddatei – scharf und ohne Informa-
tionsverlust – möglich ist. Mittels ver-
ankerter Kästchen ist die gesamte Tran-
skription im Textbereich Wort für Wort
mit der entsprechenden Bilddatei ver-
knüpft. Dadurch lässt sich zum einen
jedes Wort eindeutig zuordnen, zum
anderen werden orthographisch ähnli-
che Varianten in der oberen Leiste an-
gezeigt und lassen sich so miteinander
vergleichen.
Tulpen und Kanonen
InnovativeTools in der hybriden Edition der Briefe
Erzherzogs LeopldWilhelms an Kaiser Ferdinand III.
aus dem Reichsarchiv Stockholm (1646/47)
Erzherzog LeopoldWilhelm (1614–1662)
Startmaske
Die Startmaske bietet einen Überblick über die gesamten Briefe, in dem Signatur, Ab-
sendeort, Datierung, Absender und Empfänger ersichtlich werden. Anhand dieser
Kategorien sind die Briefe sortierbar und über die Suchfunktion lassen sich einzelne
Briefe schnell finden. Außerdem wird für den jeweils ausgewählten Brief als Vorschau
eine Miniaturansicht der Briefseiten angezeigt sowie Kommentare (etwa im Falle einer
Umsortierung von Seiten). Über die Schaltfläche „TEXT“ gelangt man zu einem neu-
en Browserfenster, in dem die Transkription aller Seiten des ausgewählten Briefes als
Fließtext dargestellt wird. Hierbei werden die inhaltlichen Kommentare im Text und die
Trennstriche zur Zeilentrennung beibehalten. Der Text kann somit in die Zwischenab-
lage kopiert und z.B. in ein Textverarbeitungsprogramm eingefügt werden.
Bereits während der Eingabe im Transkriptionsfeld (rechts) erscheinen in der
oberen Leiste Transkriptionsvorschläge mit einem ähnlichen Buchstabenbe-
stand. Die Beispiele in der oberen Leiste wechseln und sind nach dem Zufall-
sprinzip ausgewählt. Anhand dieser Auswahl lassen sich Vergleiche zwischen
der unmittelbar angefertigten Transkription und denen in anderen Briefen an-
Such- undVergleichsfunktion
stellen. Unter dem Menü „Werkzeug“ können mittels der Eingabe mit dem
%-Zeichen Buchstabenfolgen bzw. Wortbestandteile über das Feld Korrektur-
stellen gesucht und verglichen werden. Abgebildet werden alle gefundenen
Übereinstimmungen. Mit einem Klick auf ein Kästchen gelangt man zum be-
treffenden Brief. Bei Bedarf lassen sich Korrekturen einarbeiten.
Transkription undTagging
Mit Hilfe der 19 Schaltflächen unterhalb des transkribierten Textes lassen sich intuitiv Markie-
rungen im Text vornehmen. Die beiden Schaltflächen mit den Bezeichnungen „Erläuterung“ und
„Textkritik“ öffnen ein neues, farblich abgesetztes Textfeld, in dem der Bearbeiter seine Anmer-
kungen direkt an der passenden Stelle im Text eintragen kann. Mit Hilfe der Kästchen „Person“
und „Ort“ können auch Personen- bzw. Ortsregister erstellt werden. Die daraus erstellten Listen
finden sich unter dem Menü „Werkzeug“. Sie sind nach der Reihenfolge der markierten Elemente
in den Briefen geordnet und mit einem Verweis auf die entsprechende Textstelle versehen.
Leopold Wilhelm war Fürstbischof von Passau und
Straßburg und beteiligte sich am Dreißigjährigen
Krieg: Ferdinand III. ernannte ihn zwei Mal zu sei-
nem Oberbefehlshaber (1639-1643 und 1645-1646).
1647 wurde er Statthalter in den Spanischen Nieder-
landen und nahm am französisch-spanischen Krieg
teil.
Etwa 100 Briefe, die Leopold Wilhelm über den Zeit-
Themen
raum von Januar 1646 bis Dezember 1647 verfasste, liegen heute im Riksarkivet in Stockholm.
Der durchschnittliche Brief ist 3,5 Seiten lang. Darin schildert der Erzherzog in der Regel
seine Kriegserlebnisse als Oberbefehlshaber und Statthalter. Bei den laufenden Friedensver-
handlungen versucht der Erzherzog, Einfluss auf Kaiser Ferdinand III. zu nehmen und ihn zu
beraten. Darüber hinaus tauscht er sich mit seinem Bruder über gemeinsame Interessen aus:
Er schickt ihm alchemistische Experimente, Musikstücke und berichtet von Kunstwerken,
die er selbst erwirbt und damit eine bedeutende Kunstsammlung aufbaut.
Projektleitung: Prof. Dr. Mark Hengerer
Mitarbeiter: Isabella Hödl, Franziska Honer, Julius Kiendl, Heike Nickel, Hildegard Renner, Alexandra Röckel, Christine Rogler, Pia Zachary
Software-Entwicklung: Dr. Gerhard Schön (ITG Geisteswissenschaften)
Kooperationspartnerin: Dr. Renate Schreiber (Wien)
Ausgangslage
Seit ihrem Aufkommen im 12. Jahrhundert haben sich die Wappen rasch zu einem
allgegenwärtigen, hochkomplexen und sehr vielseitigen Kommunikationssystem
entwickelt. Als ein zentrales Element der mittelalterlichen Kultur und Gesellschaft,
haben sie diese bis tief in ihre Vorstellungen und ihr Denken hinein beeinflusst. In
der historischen Forschung wurde der Nutzen der Wappen bisher jedoch allein auf
deren hilfswissenschaftliche Bedeutung (Identifizierung, Datierung) reduziert und
selbst hier nur einer kleinen Gruppe von Spezialisten zur Beschäftigung überlassen.
Digital Methoden
Mit digitalen Methoden in den Hilfswissenschaften
zu neuen kulturhistorischen Perspektiven
Potenziale
Wappen können entscheidend zur Datierung und Identifizierung von
Urkunden, Handschriften, historischen Objekten, Bauwerken etc. beitragen.
Als paneuropäisches Phänomen können sie über ganz Europa hinweg Schrift-
stücke und Objekte, Orte und Familien miteinander verbinden, Verbreitungs-
wege nachzeichnen und Netzwerke aufzeigen. Zugleich bieten sie ein großes
Potenzial für vergleichende Studien.
Als wesentlicher Teil der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kommunikation
und Selbstdarstellung bieten sie der kulturhistorische Forschung ganz neue
Perspektiven.
Masse Vielfalt Komplexität
Semantic web technologies
Entwicklung eines Standards zur digitalen
Edition und Verarbeitung heraldischer
Informationen im Web of Data.
Die Zahl der im Mittelalter verwendeten Wappen wird auf
über 1 Millionen geschätzt.
Gedruckte Repertorien wie der Siebmacher oder der
Rietstap, welche die Neuzeit mit einschließen, enthalten
jeweils über 100.000 Einträge.
Allein aus mittelalterlichen Wappenbüchern hat Steen
Clemmensen in seiner Datenbank „Ordinary of medieval
armorials“ über 90.000 Belege zusammengetragen.
Quellen
Handschriften, Urkunden,
Siegel, Münzen, Wand– und
Deckenmalerei, Tafelbilder,
Glasfenster, Skulpturen
(Holz, Stein, Metall), Objek-
te aller Art (von Schmuck
bis jede Art von Gebrauchs-
gegenständen).
Überliefernde Institutionen
 Bibliotheken
 Archive
 Museen
 in situ (histor. Gebäude)
 Denkmalpflege, etc.
1
2
3
4
Zusammensetzung, Beschrei-
bung und Darstellung sind histo-
rischen Veränderungen, regiona-
len Differenzen und individuellen
Eigenheiten unterworfen.
Veraltete Hilfsmittel, die schwierig zu nutzen
sind: Vorhandene Repertorien verwenden
ein spezialisiertes Fachvokabular (oft stark
abgekürzt) und sind meist nur nach Famili-
ennamen geordnet.
Heraldischen Informationen kön-
nen verlinkt und damit gemein-
sam untersucht werden mit:
 Metadaten zu den jeweiligen
Quellen (Ort, Zeit, etc.)
 Personendaten
 Geographische Daten
 Konzepte
 ...
Kontakt: Jun.-Prof. Torsten Hiltmann
Historisches Seminar
Universität Münster
Domplatz 22
D-48143 Münster
Email: hiltmann@uni-muenster.de
Hindernisse
Natural Language Processing
Verfahren der automatischen Textanalyse zum
Auffinden und Analysieren heraldischer Infor-
mationen in Texten.
Computer Vision
Verfahren der automatischen Bilderkennung
zum Auffinden und Analysieren heraldischer
Informationen in Bildern.
Citizen Sciences
Einbindung von Nichtwissenschaftlern und
deren besonderen Kompetenzen, Fähigkeiten
und Interessen in den Forschungsprozess.
Probleme
 Nur der tatsächlich
erfasste Volltext
kann durchsucht
werden. Schreibfeh-
ler führen zu fal-
schen Ergebnissen.
 Kann nicht durch
Maschinen analy-
siert werden
Vorteile
 Suche: Hohe Gra-
nularität. Frei kom-
binierbar, auf ver-
schiedenen Abs-
traktionsstufen, un-
scharfe Suchen
möglich
 Analyse: Alle Infor-
mationen können
durch die Maschine
analysiert werden.
Wissenschaftsblogs geben Einblicke in die
laufende Forschung: Sie sind Zettelkasten,
Vernetzungsangebot und Diskussionsort.
Blogs begleiten Forschungsprojekte, Tagungen
und Publikationen. Sie dienen der Kommuni-
kation mit der Fachgemeinschaft und der
Öffentlichkeit. Mit Wissenschaftsblogs können
Texte schnell und einfach digital publiziert
und kommentiert werden.
Kontakt:
blogs@maxweberstiftung.de
de.hypotheses.org
www.maxweberstiftung.de
WISSENSCHAFTLICHE BLOGS
Digitale Präsentation und Vernetzung
von Geschichtswissenschaft
Das Blogportal de.hypotheses.org
Ein Service für die Scientific Community
Wissenschaftler/innen, Forschungsgruppen und
wissenschaftliche Institute können kostenlos ein
werbe­freies Weblog beantragen. Die Blogs laufen mit
Wordpress, einer benutzerfreundlichen und einfach zu
bedienenden Blogsoftware. Das Community Manage-
ment von de.hypotheses steht den Bloggenden mit
Rat und Tat zur Seite.
Internationale Ausrichtung
de.hypotheses ist das Blogportal für die deutschspra-
chigen Geistes- und Sozialwissenschaften, getragen
von der Max Weber Stiftung gemeinsam mit dem fran-
zösischen Partner OpenEdition. Das Portal ist Teil der
europäischen Blogplattform hypotheses, die über 2000
Blogs in allen Sprachen unter ihrem Dach versammelt.
Frankreich unter deutscher Besatzung
Die »dunklen Jahre« 1940–1945
»Occupation« steht heute synonym für Frankreichs »dunkle Jahre« im Zweiten Weltkrieg.
Wie funktionierte zwischen Besatzer und Besetztem die »Collaboration d‘État« (Pétain) im
Alltag ? Wer und wie viele militärische und zivile Instanzen einschließlich Verbänden,
Firmen und Banken waren auf deutscher und französischer Seite beteiligt ? Wo befanden
sich deren Dienststellen und wem waren sie unterstellt ?
Die Internetseite des DHIP
Frankreich unter deutscher Besatzung
Die deutschen und französischen Dienststellen 1940–1945
liefert dazu für beide Seiten die Antwort. Sie ergänzt das internationale Forschungs- und
Editionsprojekt
Word War II – Everyday Life Under German Occupation
das das DHIP in Zusammenarbeit mit dem Herder-Institut Marburg und der Bergischen
Universität Wuppertal mit Mitarbeitern aus 17 europäischen Ländern vorbereitet.
Dr. Stefan Martens
Projektleitung
Dr. Corinna von List
Mitarbeiterin
www.ddr-im-blick.de
Wer erstellte, wer erhielt die Berichte?
Beim Ministerium für Staatssicherheit bestand eine Zentrale
Auswertungs- und Informationsgruppe (ZAIG). Hier wurden
sämtliche aus Sicht der Geheimpolizei wichtigen Informationen
gesammelt, ausgewertet und in unterschiedlichen Berichten
für die engste MfS-, Partei- und Staatsführung aufbereitet.
Welche Informationen findet man darin?
Nach dem Juni-Aufstand von 1953 stand die Stimmung in der
Bevölkerung zunächst im Fokus der Berichte. Sie enthalten dann
ausführliche Hinweise auf oppositionelles Verhalten, themati­
sieren Probleme in Wirtschaft und Versorgung oder berichten
über spektakuläre Fluchtfälle. Scheinbar Triviales steht hier neben
den größeren Schwierigkeiten, die sich bei der Aufrechterhaltung
der SED-Herrschaft ergaben. Unternommen wird eine Tiefenboh-
rung in die DDR-Gesellschaft, geprägt von der geheimdienstlichen
Sicht, die vor allem darauf bedacht war, Kritik zu bekämpfen und
möglichst im Keim zu ersticken.
Wie werden die Berichte aufbereitet?
Ediert werden sämtliche Inlandsberichte der Jahre 1953 bis 1989.
Sie erscheinen zunächst jahrgangsweise in Buchform, bestehend
aus einer CD-ROM mit dem Gesamtdatenbestand sowie ausge-
wählten gedruckten Berichten. Rund ein Jahr nach Erscheinen
steht der Jahrgang dann kostenlos unter www.ddr-im-blick.de
zur Verfügung.
Wie funktioniert die Datenbank?
Die Berichte sind über komfortable Recherchemöglichkeiten
(Volltextsuche, chronologischer Inhaltsbaum) erschlossen.
Ein ausführlicher Kommentar- und Einleitungsteil erleichtert
das Verständnis.
Die DDR im Blick der Stasi 1953–1989
Die geheimen Berichte an die SED-Führung
Web
App
Print
www.bstu.de
Herausgegeben von Prof. Dr. Daniela Münkel
E-Mail: Daniela.Muenkel@bstu.bund.de
Telefon: 030 18665-8811
www.ddr-im-blick.de
Abschied von der DDR
Afgancy
Akademische Debattenkultur
Angsterfahrung
Armenien-Debatte
Atomausstieg
Auftragsforschung
Berliner Welträume
Bretton Woods
Digitalisierung
Einwanderungsland Deutschland
Entschädigung
Erinnerungspolitik
Flucht und Asyl
Fremdenfeindlichkeit
Geheimdienste
Griechenland-Krise
John Kerry und der Vietnamkrieg
Kriegsgefangenschaft
Lager Föhrenwald
Massaker von Oradour
Mauerfall
Mogadischu
Nachkriegskinder
Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess
Rote-Armee-Fraktion
Spanischer Bürgerkrieg
Überfall auf Polen 1939
Ukraine-Konflikt
„Unsere Mütter, unsere Väter“
Völkermord in Ruanda
Wannsee-Konferenz
Warschauer Aufstand
...
Information – Analyse – Kritik
www.zeitgeschichte-online.de
3. April 1975 		 Südchinesisches Meer. Besatzungsmitglieder eines US-Frachtschiffs nehmen vietnamesische Flüchtlinge an Bord.
	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 U.S. National Archives and Records Administration, ARC Identifier 558518, Public domain, via Wikimedia Commons
Digitale Methoden in der historischen
Kreditforschung:
Ländliche Kreditvergabe im 19. Jahrhundert
Dr. Martin Stark (Hamburg)
Dr. Martin Stark
Email: martinstark1@gmx.de
Kontakt
1. Stark, Martin: Netzwerkberechnungen. Anmerkungen zur Verwendung formaler Methoden, in: Stark, Martin u.a. (Hgs.): Handbuch Historische
Netzwerkforschung, Münster: Lit-Verlag (2016): 155-171.
2. Stark, Martin: Networks of Lenders and Borrowers: A Rural Credit Market in the Nineteenth Century, in: Stark, Martin / Gestrich, Andreas (Hgs.): Debtors,
Creditors, and their Networks. Social Dimensions of Monetary Dependence from the Seventeenth to the Twentieth Century, London 2015: 99-118.
3. Mit Reupke, Daniel: Vom Gläubiger zum Schuldner. Netzwerke der Kreditvergabe im 19. Jahrhundert in geografischen Perspektiven, in: Gamper, Markus /
Reschke, Linda, Düring, Marten (Hgs.): Knoten und Kanten III: Soziale Netzwerkanalyse in Geschichts- und Politikwissenschaften, Bielefeld: Transcript (2015):
261-292.
4. Stark, Martin: Soziale Einbettung eines ländlichen Kreditmarktes im 19. Jahrhundert. Dissertation, Trier: Universität Trier (2014).
5. Mit Gestrich, Andreas: Überschuldung im ländlichen Kreditwesen im 18. und 19. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Verbraucher- und Privatinsolvenz,
Sonderband (2009): 23-26.
Literatur
Die Studie thematisiert an einem Beispiel aus der
historischen Netzwerkforschung den Mehrwert der
Verwendung digitaler Methoden in der
Geschichtswissenschaft. An der Fallstudie des bei
Reutlingen gelegenen Dorfes Ohmenhausen wird
der strukturelle Wandel eines privaten, ländlichen
und vormodernen Kreditmarktes in Württemberg
des 19. Jahrhunderts untersucht. Der Schwerpunkt
der Untersuchung liegt hierbei auf einem
Historischen Vergleich der Struktur und
Funktionsweise des Kreditmarktes vor und nach der
Reform der Pfandgesetzgesetzgebung von 1825/28.
Einführung
Digitale Methoden:
1. Historischer Vergleich (1825 / 1850)
2. Explorative Visualisierung von Netzwerken
3. Geodätische Distanzen
Digitale Werkzeuge:
1. Ucinet
2. Netdraw
3. R
Quellen und Erhebung
Theorien:
1. Neue Institutionenökonomik (Rudolf Richter /
Eirik G. Furobotn): Märkte sind soziale
Netzwerke.
2. Neue Wirtschaftssoziologie (Karl Polanyi vs.
Mark Granovetter): Markttransaktionen sind in
andere Sozialbeziehungen eingebettet (hier:
Verwandtschaftsbeziehungen).
Forschungsfragen:
1. Kam es im Zuge der Reform der
Hypothekengesetzgebung von 1825/28 zu
strukturellen Veränderungen auf dem ländlichen
Kreditmarkt?
2. Orientierte sich die Kreditvergabepraxis der
Gläubiger an der sozialen Einbettung eines
Schuldners im Verwandtschaftsnetzwerk?
Theorien und Fragen
Die Gläubiger haben bis zum Stichjahr 1825 ihre
Kredite über das gesamte Verwandtschaftsnetzwerk
verteilt: Risikostreuung.
Im Jahr 1850 hat sich diese Strategie verändert.
Durch die Reform der Pfandgesetze erhöhte sich die
Transparenz auf dem Kreditmarkt: Soziale
Einbettung verliert an Bedeutung.
Diskussion
Zur Durchführung des Projektes wurde ein
umfangreicher serieller Quellenbestand
(Hypothekenbücher, Pfandmeldungen,
Vermögensinventare, Steuerlisten und
Kirchenbücher) in relationalen Datenbanken
(MS Access) aufgenommen und soweit möglich
verknüpft. Die Erstellung der relationalen
Datensätze erfolgte mit MS Excel.
Methoden und Werkzeuge

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  • 2.
  • 3. Die aggregierten Daten sind unter einer freien Lizenz über ein „Application Programming Interface“ (API) abrufbar und können somit in verschiedenen Kontexten nachge- nutzt werden,wie z.B.in einer Visualisierungssoftware.Die oben abgebildete geographische Visualisierung von Kor- respondenzbeziehungen wurde mit Hilfe des Webservice XTriples realisiert. correspSearch.net Briefeditionen vernetzen gegenseitige Verlinkung Gedruckte Editionen Digitale Editionen Portale Deutsche Biographie, Wikipedia etc. Wissenschaftler/-innen ... suchen Briefe auf ... ... führt Nutzer zu edierten Briefen Digitale Editionen vernetzen sich mit Hilfe der correspSearch-API gegenseitig Normdateien GND, VIAF, GeoNames etc. suchen Personen CMIF CMIF Archivdatenbanken In Planung gegenseitige Verlinkung Archivdatenbanken In Planung gegenseitigegegenseitigegegenseitige VerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkung gegenseitigegegenseitigegegenseitige VerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkungVerlinkung In PlanungIn PlanungIn Planung ArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbanken In PlanungIn Planung ArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbankenArchivdatenbanken Webservices z.B. XTriples nutzen Daten über API nach und stellen weitere Dienste für Editionen bereit CMIF CMIF verlinken auf Suchergebnisse in correspSearch werden von correspSearch für Suche und Anzeige verwendet Editionen stellen Briefmetadaten im CMIF unter freier Lizenz zur Verfügung TEI Johann Wolfgang von Goethe an Alois Hirt, Weimar, 3. November 1806 Friedrich Buchholz an Johann F. Cotta Berlin, 8. November 1806 Das Problem: Edierte Briefe finden, die für die eigene Forschung relevant sind Briefe zählen zu den wertvollsten Quellen his- torischer Forschung. Zum einen wird in ihnen eine Vielzahl von unterschiedlichen Themen, Ereignissen, Personen etc. angesprochen und kommentiert. Zum anderen bildet die brief- liche Kommunikation Beziehungsnetze zwi- schen Personen ab. Historische Korrespondenzen werden aber aus editorischen und arbeitsökonomischen Grü- nden oft nur ausschnittsweise ediert: im Hin- blick entweder auf eine Person oder nur auf ei- nen Briefwechsel zwischen zwei Briefpartnern. Für viele Forschungsfragen sind daher auf- wändige Recherchen über mehrere Editionen hinweg notwendig. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern deswegen seit län- gerem, eine digitale, standardbasierte Platt- form zu schaffen, mit deren Hilfe Briefeditio- nen über Projekt- und Ländergrenzen hinweg durchsuchbar gemacht und vernetzt werden können. Die Lösung Der Webservice correspSearch geht einen ers- ten Schritt in diese Richtung,indem er aus ver- teilten Editionen die Briefmetadaten aggre- giert und zur übergreifenden Recherche zur Verfügung stellt. DieMetadatenwerdenvondenEditionenselbst im Correspondence Metadata Interchange- Format (CMIF) online unter einer freien Lizenz bereitgestellt. Das CMIF wurde im Rahmen der Correspondence Special Interest Group der Text Encoding Initiative (TEI) entwickelt. Der- zeit können im CMIF Absender, Empfänger, Schreib- und Empfangsort sowie Datumsan- gaben erfasst werden – eine Erweiterung des Formats ist in Entwicklung. Um Personen und Orte eindeutig über Projektgrenzen hinweg zu identifizieren,werden Normdaten-IDs benutzt (z.B. GND oder GeoNames). Derzeit weist der Webservice bereits über 19.000 edierte Briefe aus rund 70 Publikatio- nen nach. Neue Briefverzeichnisse aus wissen- schaftlichen Editionen sind jederzeit willkom- men. ErgänztmandieBriefmetadatenvoneinerEdition(schwarz) mit mehreren anderen Editionen (blau) findet man nicht nur relevante Briefe, sondern kommt auch dem histori- schen Briefnetz viel näher. Beispiel In welchen edierten Briefen wird der Einmarsch der Franzosen 1806 in Berlin geschildert? Der Webservice correspSearch wird entwickelt und betrieben von der DH-Arbeitsgruppe TELOTA an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. TEI Das Correspondence Metadata Interchange-Format wird von der Correspondence Special In- terest Group der Text Encoding Initiative (TEI) entwickelt. So funktioniert correspSearch Freie Schnittstellen zur Datennachnutzung
  • 4. HISTORISCHE EINFÜHRUNG Mitte des 19. Jahrhunderts forschten Ro- bert Bunsen und Gustav Robert Kirchhoff an einer neuen Methode chemische Stof- fe nachzuweisen. 1859 entwickelten sie die Spektralanalyse, die es erlaubte die Zusam- mensetzung von Proben mithilfe der op- tischen Spektren zu bestimmen. Anwen- dungen fanden sich schnell in Forschung, Astronomie und Industrie. Der Erfolg der Spektralanalyse unterstützte die gesell- schaftliche Rezeption moderner naturwis- senschaftlicher Forschung. In welcher Weise gaben die zeitgenössischen, wissenschaftli- chen Artikel die Entwicklung der Forschung wieder? Wie beeinflussten sie die nachfol- gende Forschung und die Populärliteratur? ERGEBNISSE Die Forschung zur Spektralanalyse zeigt Muster, die sich auch in anderen Forschungs- kontexten finden lassen. Zunächst kam es zu einer allgemeinen Exploration der neuen Methode der Spektralanalyse; später ver- schob sich der Fokus auf die Anwendung. Auffällig ist die große Themenvielfalt, wel- che sich bei den produktivsten Forschern fin- det. Diese fassten die Forschung zusammen undreflektiertendenwissenschaftlichenDis- kurs. Mit der Zeit erschienen mehr reine For- schungsberichte, die sich auf ein oder zwei Themenbereiche konzentrierten. Einige der frühen Argumentationslinien wurden wie- derholt aufgegriffen und finden sich auch in der späteren Populärliteratur wieder, etwa die positive Bewertung der Spektralanalyse in Verbindung mit ihrer Möglichkeit die irdi- schen Elemente auch in der Sonne nachzu- weisen. Martin Fechner METHODIK Für die systematische Analyse der Quellen- texte wurden grobe Themenklassen formu- liert, denen die Texte zugeordnet wurden. Für die Identifizierung von Einflüssen und Argumentationslinien wurde eine Binnen- differenzierung der Texte vorgenommen. Mit Rückgriff auf Methoden der qualitati- ven Inhaltsanalyse wurden einzelne Topics erarbeitet und in den Quellen nachgewie- sen. Das wiederholte Auftreten von Topics in Clustern erlaubte es Rückschlüsse auf die Einflüsse der Texte auf die nachfolgende Forschung zu ziehen. In Verbindung mit wei- teren Analysen, etwa eine Zitationsanalyse, konnte das historische Netzwerk rekonstru- iert werden. RESÜMEE Die Resultate der Datenauswertung ermög- lichten eine neue Perspektive auf die Quel- lentexte, implizite Abhängigkeiten konnten explizit gemacht werden. Das unterstreicht, wie sinnvoll es ist, Quellen einer systemati- schen Datenanalyse zugänglich zu machen. Die aktuellen digitalen Werkzeuge konnten in dem Projekt die Datenaufbereitung und -auswertung vereinfachen und beschleuni- gen. Darüber hinaus gibt es auch vielver- sprechende Ansätze, etwa im Bereich des Topic Modeling und des Data Mining, um die Forschung auch bei der Datengenerie- rung zu unterstützen. Der historischen For- schung bieten sich hier neue Möglichkeiten besonders beim Umgang mit großen Text- korpora. Spektralanalyse – Poggendorffs Annalen Anzahl 0 5 10 15 20 25 30 Jahr 1859 1860 1861 1862 1863 1864 1865 1866 1867 1868 Allgemein Technik Anwendungen Fig. 2: Spektralanalyse – Poggendorffs Annalen Fig 1: Poggendorffs Annalen – Artikel Fig. 3: Themen und Artikel Jahr VOM LABOR IN DIE ÖFFENTLICHKEIT Möglichkeiten digitaler Analysen wissenschaftlicher Publikationen BERLIN-BRANDENBURGISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN                 •                                                                         •                                                                 •      •                                                         •                  •                 •                        •                             •                 •  •                                •  •  •      •  •                    •  •     •        •          •                      •  •  •  •  •  •  •                                        •  •  •  •  •  •  •  •                               •         •      •  •  •  •                      •  •                               •  •                            •  •  •  •                                   •  •          •                                                         •          •  •                                                         •                  •  •  •                                                                                   •  •                                                                       •  •                                                                             •  •                                                 •        •                 •                     •                                            •  •                                             •                                                                                          •  •                                      •                                                                         •                                                                                     •                                      •         Themen Artikel
  • 5.
  • 6. Projekt DasProjektgingauseinerÜbungvonProf.MarkHen- gerer an der LMU im WS 2014/15 hervor. Während sich die Studierenden mit einer ersten Transkription beschäftigten, wurde in der vorlesungsfreien Zeit der Editor von Dr. Gerhard Schön (ITG Geisteswissen- schaften) entwickelt. Auftretende Bugs wurden be- hoben und weitere Verbesserungen vorgenommen. Im Sommer 2015 überprüfte die Projektgruppe an- hand der Originale im Riksarkivet in Stockholm die Transkriptionen. Seither werden die Briefe im Editor korrigiert, an die beschlossenen Editionsregeln an- gepasst und inhaltlich erschlossen. Vorgehen Sämtliche Briefe sind als Bilddatei in einem Koordinatensystem hinterlegt, wodurch das Hineinzoomen in die Bilddatei – scharf und ohne Informa- tionsverlust – möglich ist. Mittels ver- ankerter Kästchen ist die gesamte Tran- skription im Textbereich Wort für Wort mit der entsprechenden Bilddatei ver- knüpft. Dadurch lässt sich zum einen jedes Wort eindeutig zuordnen, zum anderen werden orthographisch ähnli- che Varianten in der oberen Leiste an- gezeigt und lassen sich so miteinander vergleichen. Tulpen und Kanonen InnovativeTools in der hybriden Edition der Briefe Erzherzogs LeopldWilhelms an Kaiser Ferdinand III. aus dem Reichsarchiv Stockholm (1646/47) Erzherzog LeopoldWilhelm (1614–1662) Startmaske Die Startmaske bietet einen Überblick über die gesamten Briefe, in dem Signatur, Ab- sendeort, Datierung, Absender und Empfänger ersichtlich werden. Anhand dieser Kategorien sind die Briefe sortierbar und über die Suchfunktion lassen sich einzelne Briefe schnell finden. Außerdem wird für den jeweils ausgewählten Brief als Vorschau eine Miniaturansicht der Briefseiten angezeigt sowie Kommentare (etwa im Falle einer Umsortierung von Seiten). Über die Schaltfläche „TEXT“ gelangt man zu einem neu- en Browserfenster, in dem die Transkription aller Seiten des ausgewählten Briefes als Fließtext dargestellt wird. Hierbei werden die inhaltlichen Kommentare im Text und die Trennstriche zur Zeilentrennung beibehalten. Der Text kann somit in die Zwischenab- lage kopiert und z.B. in ein Textverarbeitungsprogramm eingefügt werden. Bereits während der Eingabe im Transkriptionsfeld (rechts) erscheinen in der oberen Leiste Transkriptionsvorschläge mit einem ähnlichen Buchstabenbe- stand. Die Beispiele in der oberen Leiste wechseln und sind nach dem Zufall- sprinzip ausgewählt. Anhand dieser Auswahl lassen sich Vergleiche zwischen der unmittelbar angefertigten Transkription und denen in anderen Briefen an- Such- undVergleichsfunktion stellen. Unter dem Menü „Werkzeug“ können mittels der Eingabe mit dem %-Zeichen Buchstabenfolgen bzw. Wortbestandteile über das Feld Korrektur- stellen gesucht und verglichen werden. Abgebildet werden alle gefundenen Übereinstimmungen. Mit einem Klick auf ein Kästchen gelangt man zum be- treffenden Brief. Bei Bedarf lassen sich Korrekturen einarbeiten. Transkription undTagging Mit Hilfe der 19 Schaltflächen unterhalb des transkribierten Textes lassen sich intuitiv Markie- rungen im Text vornehmen. Die beiden Schaltflächen mit den Bezeichnungen „Erläuterung“ und „Textkritik“ öffnen ein neues, farblich abgesetztes Textfeld, in dem der Bearbeiter seine Anmer- kungen direkt an der passenden Stelle im Text eintragen kann. Mit Hilfe der Kästchen „Person“ und „Ort“ können auch Personen- bzw. Ortsregister erstellt werden. Die daraus erstellten Listen finden sich unter dem Menü „Werkzeug“. Sie sind nach der Reihenfolge der markierten Elemente in den Briefen geordnet und mit einem Verweis auf die entsprechende Textstelle versehen. Leopold Wilhelm war Fürstbischof von Passau und Straßburg und beteiligte sich am Dreißigjährigen Krieg: Ferdinand III. ernannte ihn zwei Mal zu sei- nem Oberbefehlshaber (1639-1643 und 1645-1646). 1647 wurde er Statthalter in den Spanischen Nieder- landen und nahm am französisch-spanischen Krieg teil. Etwa 100 Briefe, die Leopold Wilhelm über den Zeit- Themen raum von Januar 1646 bis Dezember 1647 verfasste, liegen heute im Riksarkivet in Stockholm. Der durchschnittliche Brief ist 3,5 Seiten lang. Darin schildert der Erzherzog in der Regel seine Kriegserlebnisse als Oberbefehlshaber und Statthalter. Bei den laufenden Friedensver- handlungen versucht der Erzherzog, Einfluss auf Kaiser Ferdinand III. zu nehmen und ihn zu beraten. Darüber hinaus tauscht er sich mit seinem Bruder über gemeinsame Interessen aus: Er schickt ihm alchemistische Experimente, Musikstücke und berichtet von Kunstwerken, die er selbst erwirbt und damit eine bedeutende Kunstsammlung aufbaut. Projektleitung: Prof. Dr. Mark Hengerer Mitarbeiter: Isabella Hödl, Franziska Honer, Julius Kiendl, Heike Nickel, Hildegard Renner, Alexandra Röckel, Christine Rogler, Pia Zachary Software-Entwicklung: Dr. Gerhard Schön (ITG Geisteswissenschaften) Kooperationspartnerin: Dr. Renate Schreiber (Wien)
  • 7. Ausgangslage Seit ihrem Aufkommen im 12. Jahrhundert haben sich die Wappen rasch zu einem allgegenwärtigen, hochkomplexen und sehr vielseitigen Kommunikationssystem entwickelt. Als ein zentrales Element der mittelalterlichen Kultur und Gesellschaft, haben sie diese bis tief in ihre Vorstellungen und ihr Denken hinein beeinflusst. In der historischen Forschung wurde der Nutzen der Wappen bisher jedoch allein auf deren hilfswissenschaftliche Bedeutung (Identifizierung, Datierung) reduziert und selbst hier nur einer kleinen Gruppe von Spezialisten zur Beschäftigung überlassen. Digital Methoden Mit digitalen Methoden in den Hilfswissenschaften zu neuen kulturhistorischen Perspektiven Potenziale Wappen können entscheidend zur Datierung und Identifizierung von Urkunden, Handschriften, historischen Objekten, Bauwerken etc. beitragen. Als paneuropäisches Phänomen können sie über ganz Europa hinweg Schrift- stücke und Objekte, Orte und Familien miteinander verbinden, Verbreitungs- wege nachzeichnen und Netzwerke aufzeigen. Zugleich bieten sie ein großes Potenzial für vergleichende Studien. Als wesentlicher Teil der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kommunikation und Selbstdarstellung bieten sie der kulturhistorische Forschung ganz neue Perspektiven. Masse Vielfalt Komplexität Semantic web technologies Entwicklung eines Standards zur digitalen Edition und Verarbeitung heraldischer Informationen im Web of Data. Die Zahl der im Mittelalter verwendeten Wappen wird auf über 1 Millionen geschätzt. Gedruckte Repertorien wie der Siebmacher oder der Rietstap, welche die Neuzeit mit einschließen, enthalten jeweils über 100.000 Einträge. Allein aus mittelalterlichen Wappenbüchern hat Steen Clemmensen in seiner Datenbank „Ordinary of medieval armorials“ über 90.000 Belege zusammengetragen. Quellen Handschriften, Urkunden, Siegel, Münzen, Wand– und Deckenmalerei, Tafelbilder, Glasfenster, Skulpturen (Holz, Stein, Metall), Objek- te aller Art (von Schmuck bis jede Art von Gebrauchs- gegenständen). Überliefernde Institutionen  Bibliotheken  Archive  Museen  in situ (histor. Gebäude)  Denkmalpflege, etc. 1 2 3 4 Zusammensetzung, Beschrei- bung und Darstellung sind histo- rischen Veränderungen, regiona- len Differenzen und individuellen Eigenheiten unterworfen. Veraltete Hilfsmittel, die schwierig zu nutzen sind: Vorhandene Repertorien verwenden ein spezialisiertes Fachvokabular (oft stark abgekürzt) und sind meist nur nach Famili- ennamen geordnet. Heraldischen Informationen kön- nen verlinkt und damit gemein- sam untersucht werden mit:  Metadaten zu den jeweiligen Quellen (Ort, Zeit, etc.)  Personendaten  Geographische Daten  Konzepte  ... Kontakt: Jun.-Prof. Torsten Hiltmann Historisches Seminar Universität Münster Domplatz 22 D-48143 Münster Email: hiltmann@uni-muenster.de Hindernisse Natural Language Processing Verfahren der automatischen Textanalyse zum Auffinden und Analysieren heraldischer Infor- mationen in Texten. Computer Vision Verfahren der automatischen Bilderkennung zum Auffinden und Analysieren heraldischer Informationen in Bildern. Citizen Sciences Einbindung von Nichtwissenschaftlern und deren besonderen Kompetenzen, Fähigkeiten und Interessen in den Forschungsprozess. Probleme  Nur der tatsächlich erfasste Volltext kann durchsucht werden. Schreibfeh- ler führen zu fal- schen Ergebnissen.  Kann nicht durch Maschinen analy- siert werden Vorteile  Suche: Hohe Gra- nularität. Frei kom- binierbar, auf ver- schiedenen Abs- traktionsstufen, un- scharfe Suchen möglich  Analyse: Alle Infor- mationen können durch die Maschine analysiert werden.
  • 8. Wissenschaftsblogs geben Einblicke in die laufende Forschung: Sie sind Zettelkasten, Vernetzungsangebot und Diskussionsort. Blogs begleiten Forschungsprojekte, Tagungen und Publikationen. Sie dienen der Kommuni- kation mit der Fachgemeinschaft und der Öffentlichkeit. Mit Wissenschaftsblogs können Texte schnell und einfach digital publiziert und kommentiert werden. Kontakt: blogs@maxweberstiftung.de de.hypotheses.org www.maxweberstiftung.de WISSENSCHAFTLICHE BLOGS Digitale Präsentation und Vernetzung von Geschichtswissenschaft Das Blogportal de.hypotheses.org Ein Service für die Scientific Community Wissenschaftler/innen, Forschungsgruppen und wissenschaftliche Institute können kostenlos ein werbe­freies Weblog beantragen. Die Blogs laufen mit Wordpress, einer benutzerfreundlichen und einfach zu bedienenden Blogsoftware. Das Community Manage- ment von de.hypotheses steht den Bloggenden mit Rat und Tat zur Seite. Internationale Ausrichtung de.hypotheses ist das Blogportal für die deutschspra- chigen Geistes- und Sozialwissenschaften, getragen von der Max Weber Stiftung gemeinsam mit dem fran- zösischen Partner OpenEdition. Das Portal ist Teil der europäischen Blogplattform hypotheses, die über 2000 Blogs in allen Sprachen unter ihrem Dach versammelt.
  • 9.
  • 10. Frankreich unter deutscher Besatzung Die »dunklen Jahre« 1940–1945 »Occupation« steht heute synonym für Frankreichs »dunkle Jahre« im Zweiten Weltkrieg. Wie funktionierte zwischen Besatzer und Besetztem die »Collaboration d‘État« (Pétain) im Alltag ? Wer und wie viele militärische und zivile Instanzen einschließlich Verbänden, Firmen und Banken waren auf deutscher und französischer Seite beteiligt ? Wo befanden sich deren Dienststellen und wem waren sie unterstellt ? Die Internetseite des DHIP Frankreich unter deutscher Besatzung Die deutschen und französischen Dienststellen 1940–1945 liefert dazu für beide Seiten die Antwort. Sie ergänzt das internationale Forschungs- und Editionsprojekt Word War II – Everyday Life Under German Occupation das das DHIP in Zusammenarbeit mit dem Herder-Institut Marburg und der Bergischen Universität Wuppertal mit Mitarbeitern aus 17 europäischen Ländern vorbereitet. Dr. Stefan Martens Projektleitung Dr. Corinna von List Mitarbeiterin
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  • 12. www.ddr-im-blick.de Wer erstellte, wer erhielt die Berichte? Beim Ministerium für Staatssicherheit bestand eine Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe (ZAIG). Hier wurden sämtliche aus Sicht der Geheimpolizei wichtigen Informationen gesammelt, ausgewertet und in unterschiedlichen Berichten für die engste MfS-, Partei- und Staatsführung aufbereitet. Welche Informationen findet man darin? Nach dem Juni-Aufstand von 1953 stand die Stimmung in der Bevölkerung zunächst im Fokus der Berichte. Sie enthalten dann ausführliche Hinweise auf oppositionelles Verhalten, themati­ sieren Probleme in Wirtschaft und Versorgung oder berichten über spektakuläre Fluchtfälle. Scheinbar Triviales steht hier neben den größeren Schwierigkeiten, die sich bei der Aufrechterhaltung der SED-Herrschaft ergaben. Unternommen wird eine Tiefenboh- rung in die DDR-Gesellschaft, geprägt von der geheimdienstlichen Sicht, die vor allem darauf bedacht war, Kritik zu bekämpfen und möglichst im Keim zu ersticken. Wie werden die Berichte aufbereitet? Ediert werden sämtliche Inlandsberichte der Jahre 1953 bis 1989. Sie erscheinen zunächst jahrgangsweise in Buchform, bestehend aus einer CD-ROM mit dem Gesamtdatenbestand sowie ausge- wählten gedruckten Berichten. Rund ein Jahr nach Erscheinen steht der Jahrgang dann kostenlos unter www.ddr-im-blick.de zur Verfügung. Wie funktioniert die Datenbank? Die Berichte sind über komfortable Recherchemöglichkeiten (Volltextsuche, chronologischer Inhaltsbaum) erschlossen. Ein ausführlicher Kommentar- und Einleitungsteil erleichtert das Verständnis. Die DDR im Blick der Stasi 1953–1989 Die geheimen Berichte an die SED-Führung Web App Print www.bstu.de Herausgegeben von Prof. Dr. Daniela Münkel E-Mail: Daniela.Muenkel@bstu.bund.de Telefon: 030 18665-8811 www.ddr-im-blick.de
  • 13. Abschied von der DDR Afgancy Akademische Debattenkultur Angsterfahrung Armenien-Debatte Atomausstieg Auftragsforschung Berliner Welträume Bretton Woods Digitalisierung Einwanderungsland Deutschland Entschädigung Erinnerungspolitik Flucht und Asyl Fremdenfeindlichkeit Geheimdienste Griechenland-Krise John Kerry und der Vietnamkrieg Kriegsgefangenschaft Lager Föhrenwald Massaker von Oradour Mauerfall Mogadischu Nachkriegskinder Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess Rote-Armee-Fraktion Spanischer Bürgerkrieg Überfall auf Polen 1939 Ukraine-Konflikt „Unsere Mütter, unsere Väter“ Völkermord in Ruanda Wannsee-Konferenz Warschauer Aufstand ... Information – Analyse – Kritik www.zeitgeschichte-online.de 3. April 1975 Südchinesisches Meer. Besatzungsmitglieder eines US-Frachtschiffs nehmen vietnamesische Flüchtlinge an Bord. U.S. National Archives and Records Administration, ARC Identifier 558518, Public domain, via Wikimedia Commons
  • 14. Digitale Methoden in der historischen Kreditforschung: Ländliche Kreditvergabe im 19. Jahrhundert Dr. Martin Stark (Hamburg) Dr. Martin Stark Email: martinstark1@gmx.de Kontakt 1. Stark, Martin: Netzwerkberechnungen. Anmerkungen zur Verwendung formaler Methoden, in: Stark, Martin u.a. (Hgs.): Handbuch Historische Netzwerkforschung, Münster: Lit-Verlag (2016): 155-171. 2. Stark, Martin: Networks of Lenders and Borrowers: A Rural Credit Market in the Nineteenth Century, in: Stark, Martin / Gestrich, Andreas (Hgs.): Debtors, Creditors, and their Networks. Social Dimensions of Monetary Dependence from the Seventeenth to the Twentieth Century, London 2015: 99-118. 3. Mit Reupke, Daniel: Vom Gläubiger zum Schuldner. Netzwerke der Kreditvergabe im 19. Jahrhundert in geografischen Perspektiven, in: Gamper, Markus / Reschke, Linda, Düring, Marten (Hgs.): Knoten und Kanten III: Soziale Netzwerkanalyse in Geschichts- und Politikwissenschaften, Bielefeld: Transcript (2015): 261-292. 4. Stark, Martin: Soziale Einbettung eines ländlichen Kreditmarktes im 19. Jahrhundert. Dissertation, Trier: Universität Trier (2014). 5. Mit Gestrich, Andreas: Überschuldung im ländlichen Kreditwesen im 18. und 19. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Verbraucher- und Privatinsolvenz, Sonderband (2009): 23-26. Literatur Die Studie thematisiert an einem Beispiel aus der historischen Netzwerkforschung den Mehrwert der Verwendung digitaler Methoden in der Geschichtswissenschaft. An der Fallstudie des bei Reutlingen gelegenen Dorfes Ohmenhausen wird der strukturelle Wandel eines privaten, ländlichen und vormodernen Kreditmarktes in Württemberg des 19. Jahrhunderts untersucht. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt hierbei auf einem Historischen Vergleich der Struktur und Funktionsweise des Kreditmarktes vor und nach der Reform der Pfandgesetzgesetzgebung von 1825/28. Einführung Digitale Methoden: 1. Historischer Vergleich (1825 / 1850) 2. Explorative Visualisierung von Netzwerken 3. Geodätische Distanzen Digitale Werkzeuge: 1. Ucinet 2. Netdraw 3. R Quellen und Erhebung Theorien: 1. Neue Institutionenökonomik (Rudolf Richter / Eirik G. Furobotn): Märkte sind soziale Netzwerke. 2. Neue Wirtschaftssoziologie (Karl Polanyi vs. Mark Granovetter): Markttransaktionen sind in andere Sozialbeziehungen eingebettet (hier: Verwandtschaftsbeziehungen). Forschungsfragen: 1. Kam es im Zuge der Reform der Hypothekengesetzgebung von 1825/28 zu strukturellen Veränderungen auf dem ländlichen Kreditmarkt? 2. Orientierte sich die Kreditvergabepraxis der Gläubiger an der sozialen Einbettung eines Schuldners im Verwandtschaftsnetzwerk? Theorien und Fragen Die Gläubiger haben bis zum Stichjahr 1825 ihre Kredite über das gesamte Verwandtschaftsnetzwerk verteilt: Risikostreuung. Im Jahr 1850 hat sich diese Strategie verändert. Durch die Reform der Pfandgesetze erhöhte sich die Transparenz auf dem Kreditmarkt: Soziale Einbettung verliert an Bedeutung. Diskussion Zur Durchführung des Projektes wurde ein umfangreicher serieller Quellenbestand (Hypothekenbücher, Pfandmeldungen, Vermögensinventare, Steuerlisten und Kirchenbücher) in relationalen Datenbanken (MS Access) aufgenommen und soweit möglich verknüpft. Die Erstellung der relationalen Datensätze erfolgte mit MS Excel. Methoden und Werkzeuge