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Pressemitteilung
Nr. 20/2010 – 31. März 2010


       Unerwartet starker Rückgang der Arbeitslosigkeit
    noch vor der üblichen „Frühjahrsbelebung“ nach Ostern -
            Arbeitslosenquote sinkt auf 5,1 Prozent

Arbeitslosenzahlen sinken

Noch unter dem Schutzschirm von Kurzarbeit, aber jetzt zusammen mit einer stei-
genden Nachfrage nach Arbeitskräften, entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Agentur-
bezirk München im März sehr positiv und zeigt einmal mehr die Stärke der Region.
Früher und stärker als erwartet sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Feb-
ruar um gut 1.500 Personen auf 61.677. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich da-
durch um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent.

„Dass die Arbeitslosigkeit im Großraum München trotz des hartnäckig strengen Win-
ters jetzt schon seit zwei Monaten sinkt, ist für uns alle äußerst erfreulich“, bilanziert
Bernd Becking, Chef der Agentur für Arbeit München. „Den Höhepunkt der Arbeitslo-
sigkeit dieser Wintersaison haben wir wahrscheinlich bereits im Januar überschritten.
In 2009 kam der Rückgang erst im Mai - damit setzt eine Erholung viel früher und
stärker ein als erwartet. Nach der Krise ist aber auch vor der Krise: Ich warne ein-
dringlich vor dem Risiko „Fachkräftemangel“ - wir werden sehen, dass dies sehr rasch
das „Top-Thema“ werden wird. Jetzt gilt es gemeinsam alle Anstrengungen zu unter-
nehmen, damit das Fehl an Fachkräften nicht zur Bedrohung für die Wirtschaftsregion
München wird. Dazu ist es auch unabdingbar, bestmöglich das Potential aller Men-
schen im „Hartz IV-System“ zu erschließen. Die positive Entwicklung auf dem Ar-
beitsmarkt, die übrigens auch den Bereich Langzeitarbeitslosigkeit einschließt, bietet
viele Chancen. Durch die jüngsten Entscheidungen in Berlin liegen jetzt die Voraus-
setzungen vor, damit die Bundesagentur und die Kommunen der Region weiterhin
gemeinsam Menschen erfolgreich in Arbeit bringen. Nur das vermittlerische Know-
How und die technischen Systeme der Agentur garantieren, dass Langzeitarbeitslose
von der beneidenswerten Entwicklung des Arbeitsmarktes in und um München profi-
tieren.“

Neben der Landeshauptstadt (-2,2% auf 44.420 Personen) und dem Landkreis Mün-
chen (-3,4% auf 5.880 Personen) sank die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Februar
auch in den Landkreisen Dachau (-4% auf 2.680 Personen) und Fürstenfeldbruck
(-4,7% auf 4.390 Personen).

Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III (Agentur für Arbeit) waren im März 31.080
Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II
(ARGEN und getrennte Trägerschaft) 30.600 Personen.




 Agentur für Arbeit München, Pressestelle                              Tel: 089 5154 4151
 80304 München                                                         Fax: 089 5154 6644
                                                                     www.arbeitsagentur.de
Kurzarbeit geht zurück

„Solange Kurzarbeit den Arbeitsmarkt noch stützt, ist es mir - trotz der positiven Ent-
wicklung - noch nicht möglich, für den Arbeitsmarkt endgültige Entwarnung zu ge-
ben“, so Bernd Becking weiter. „Die Lage hat sich stabilisiert, muss aber weiter eng
beobachtet werden. Optimistisch stimmt mich, dass wir im Juni 2009 den Höchst-
stand der Kurzarbeit aus wirtschaftlichen Gründen schon lange hinter uns haben. Die
Zahl der Kurzarbeiter geht seitdem zurück, hat sich fast halbiert - ohne dass gleich-
zeitig die Arbeitslosenzahlen gestiegen wären. Damit ist das Rational voll aufgegan-
gen.“
Aus melde- und abrechnungstechnischen Gründen liegen die Kurzarbeiterzahlen nur
zeitverzögert vor. Im aktuell statistisch auswertbaren Monat Dezember 2009 arbeite-
ten im Agenturbezirk München 11.220 Personen in 1.100 Betrieben aus wirtschaftli-
chen Gründen verkürzt. Die Zahlen für das erste Quartal 2010 werden Ende Mai ver-
öffentlicht.

Entwicklung der einzelnen Personengruppen

Die Arbeitslosigkeit betrifft momentan vor allem Männer. Ihr Anteil an allen Arbeitslo-
sen beträgt 56 Prozent. Sowohl die Winterarbeitslosigkeit als auch die konjunkturelle
Flaute betreffen vor allem jene Branchen, in denen überwiegend Männer beschäftigt
sind (z.B. Bau, Landschafts- und Gartenbau, Metall- sowie Elektrobranche). Durch
die Frühjahrsbelebung und die damit verbundenen Wiedereinstellungen in den Au-
ßenberufen dürfte sich das Verhältnis von arbeitslosen Frauen und Männern in den
kommenden Monaten wieder etwas ausgleichen.
Kaum Veränderungen zum Februar ergaben sich bei den jüngeren und älteren Ar-
beitslosen. Im März 2010 waren bei der Agentur für Arbeit München gut 5.000 Perso-
nen unter 25 Jahren (+0,7%) und 17.780 Personen über 50 Jahren (-1,2%) gemeldet.
Positiv fällt auf, dass sich die Arbeitslosenzahlen der unter 20 und 25-Jährigen - im
Gegensatz zu allen anderen Personenkreisen - sogar im Vergleich zum Vorjahres-
monat (März 2009) verbessert haben.

Positive Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Direkt aus einer Erwerbstätigkeit mussten sich im Agenturbezirk München im März
6.620 Personen arbeitslos melden, 330 weniger als noch im März 2009. Zeitgleich
konnten sich 6.580 Arbeitslose in Erwerbstätigkeit abmelden, 1110 Personen mehr
als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Personalnachfrage

Im März 2010 konnten die Vermittler der Agentur für Arbeit München und der ange-
schlossenen Geschäftsstellen 3.280 Stellenmeldungen entgegennehmen.
Im Stellenpool der Agentur für Arbeit München befinden sich derzeit 8.200 Angebote,
380 mehr als im Februar, aber noch 2.300 weniger als noch vor einem Jahr. „Natür-
lich können wir noch nicht aus dem Vollen schöpfen wie in den vergangenen Jahren“,
resümiert Bernd Becking, „aber die Zahl der zu besetzenden Stellen entwickelt sich
auch seit einigen Monaten positiv. Es ist wichtig, dass uns die Arbeitgeber unter der
Service-Nummer 01801-66 44 66* ihre offenen Stellen melden. Nur so können wir für
einen Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Die Besetzung freier Stellen hat bei
uns absolute Priorität.“
Die meisten Stellen gibt es nach wie vor bei Personaldienstleistern, im Gesundheits-
und Sozialwesen, im Gastgewerbe, in öffentlichen Verwaltungen und im Handel.
*Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min

                   Arbeitsmarkt auf einen Blick
                                                                                                   Veränderung      Arbeitslose
                                                                         Veränderung zum
                                                            Arbeits-                                   zum              nach            Anteile in Prozent
                                                                            Vormonat                        2)
                                           Arbeitslose       losen-                                 Vorjahr        Rechtskreisen
      Bereich / Geschäftsstelle                             quote ¹                                                SGB
                                                                         absolut      in %         absolut in %            SGB II       SGB III      SGB II
                                                                                                                    III
                                                 1             2            3           4            5       6        7         8           9          10

Agenturbezirk München                           61.677             5,1   -1.502             -2,4    2.975    5,1 31.082 30.595                  50           50

Stadt und Landkreis München                     50.303             5,6   -1.203             -2,3    2.055    4,3 23.839 26.464                  47           53

München, Landeshauptstadt                       44.421             6,1      -997            -2,2    1.748    4,1 19.994 24.427                  45           55

Landkreis Dachau                                 2.678             3,5      -112            -4,0      109    4,2    1.800       878             67           33

Landkreis Ebersberg                              2.209             3,4          28          1,3       170    8,3    1.467       742             66           34

Landkreis Fürstenfeldbruck                       4.391             4,1      -215            -4,7      435 11,0      2.730     1.661             62           38

Landkreis München                                5.882             3,7      -206            -3,4      307    5,5    3.845     2.037             65           35

Landkreis Starnberg                              2.096             3,5          0           0,0       206 10,9      1.246       850             59           41

Erstellungsdatum: 18.03.2010, Statistik-Service Südost

1) Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen (Abhängige zivile Erwerbspersonen + Selbständi-
ge)
2) Mai 2009: Eingeschränkte Vergleichbarkeit aufgrund der Einführung des § 46 SGB III. Personen, für die ein Dritter mit der Vermittlung beauftragt wurde,
gelten ab diesem Berichtsmonat nicht mehr als arbeitslos.




                   Halbjahresbilanz auf dem Ausbildungsstellenmarkt
                   „Für eine fundierte Bewertung der Entwicklung des Ausbildungsmarktes ist es zwar
                   noch zu früh, aber es lassen sich erste Tendenzen erkennen“, stellt Bernd Becking,
                   fest.
                   Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2009 haben bis jetzt 4.570 Be-
                   werber die Ausbildungsvermittlung bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet,
                   gut vier Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.
                   „Die Zunahme der Bewerberzahlen ist vor allem auf zwei Gründe zurückzuführen.
                   Zum einen verlassen sich die Jugendlichen - bedingt durch die Wirtschaftskrise - nicht
                   mehr darauf, ohne uns einen Ausbildungsplatz zu finden und nehmen unsere Dienst-
                   leistung stärker in Anspruch. Darüber hinaus konnten wir durch erfolgreiche Aktivitä-
                   ten, wie Ausbildungsbörsen und Berufsorientierungstage, die Kontakte zu den Ju-
                   gendlichen intensivieren. Es spricht sich schnell rum, dass wir eine gute Adresse für
                   professionelle, aktuelle Berufsberatung und attraktive Ausbildungsplätze sind. Die
                   von uns intensiv betriebene Vernetzung aller Akteure am Ausbildungsmarkt hilft da-
                   bei. Neben unserer großen Ausbildungsplatzbörse Ende Februar, an der mehr als
                   100 Betriebe und mehr als 2.500 Jugendliche teilgenommen haben, unterstützen wir
                   auch finanziell mit Projekten der „vertieften Berufsorientierung“ Schulen und Schüler
                   beim Kennenlernen der Arbeitswelt und somit beim Übergang von Schule ins Berufs-
                   leben.“
                   Zeitgleich wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit München bis März
                   insgesamt 9.150 zu besetzende Ausbildungsstellen gemeldet. Zwar 1.420 bzw. 13,5
                   Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres, aber dennoch nicht
                   besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass im letzten Jahr über 1400 Plätze nicht
                   besetzt werden konnten.
                   Die Krise am Arbeitsmarkt und die Erfahrung mit unbesetzten Plätzen im letzten Jahr
                   führen zu einer stärkeren Zurückhaltung der Arbeitgeber beim Thema Ausbildung.
„Wir wissen noch nicht, in welcher Größenordnung wir im kommenden Jahr ausbilden
werden!“ ist eine Rückmeldung, die unsere Ausbildungsvermittler häufig erhalten.
Rückgänge an Ausbildungsangeboten verzeichnet die Automobilbranche, die ja nach
der Phase der Kurzarbeit erst wieder Aufwind bekommen muss. Das verarbeitende
Metallgewerbe ist ebenso betroffen wie dienstleistungsorientierte kaufmännische Be-
rufe und die Medienwirtschaft.
Bei den Hitlisten der Wunschberufe von Berufseinsteigern hat sich wenig verändert.
Ganz oben stehen bei den Mädchen die Berufe der Arzthelferin, Büroberufe und Fri-
seurin. Bei den Jungen steht neben dem KFZ-Mechatroniker der Kaufmann im Ein-
zelhandel und der Bürokaufmann, der Elektroniker und - seit den Kochshows im
Fernsehen - der Beruf des Kochs weit oben. Von den Arbeitgebern gesucht werden
neben Einzelhandelskaufleuten vor allem Bank- und Versicherungskaufleute, zahn-
medizinische Fachangestellte und Fachverkäufer/innen im Lebensmittelhandwerk.
Rein rechnerisch kommen auf jeden Bewerber zwei Ausbildungsstellen. „Das hört
sich recht gut an, in Wirklichkeit ist diese rein rechnerische Betrachtung aber nicht
immer umsetzbar. Angebot und Nachfrage stimmen oft nicht überein, sei es aus be-
rufsfachlichen, regionalen oder qualifikationsbedingten Gründen. Natürlich tun wir al-
les, um die bei uns gemeldeten Ausbildungsstellen im Sinne der Arbeitgeber zu be-
setzen. Ziel bleibt es darüber hinaus, jedem Jugendlichen, der zu uns kommt, ein
passendes Angebot zu unterbreiten. Wir appellieren daher weiterhin an alle Betriebe,
in ihrer Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen und uns die Stellen zu melden.“
Um für einen schnellen und optimalen Ausgleich am Ausbildungsmarkt sorgen zu
können, bittet die Berufsberatung die Ausbildungsanwärter/innen darüber hinaus, sich
rechtzeitig mit der Berufsberatung in Verbindung zu setzen und eventuell nicht (mehr)
benötigte Ausbildungsplätze umgehend zurückzugeben.
Der Ausbildungsstellenmarkt im März 2010


Bewerber für Berufsausbildungsstellen und Berufsausbildungsstellen nach Regionen
AA München
Berichtsjahr: 2009/10
März 2010

Aus IT-Systemen der Bundesagentur für Arbeit, ohne Daten der zugelassenen kommunalen Träger.
Sperrfrist: 31. März 2010

                                                                          Berufsausbildungsstellen                                       Bewerber für Berufsausbildungsstellen                          Gemeldete           Unbesetzte
                                                            Gemeldet seit Beginn              darunter (Sp. 1)                    Gemeldet seit Beginn              darunter (Sp. 7)                   Berufsausbil-        Berufsausbil-
                    Regionen                                 des Berichtsjahres                  unbesetzt                         des Berichtsjahres                 unversorgt                      dungsstellen je      dungsstellen je
                                                         Anzahl    Veränd. zum VJ       Anzahl      Veränd. zum VJ             Anzahl    Veränd. zum VJ      Anzahl      Veränd. zum VJ                 gemeldete           unversorgte
                                                                  absolut      in %                absolut     in %                     absolut      in %               absolut      in %               Bewerber             Bewerber
                                                           1          2         3           4            5          6            7           8          9           10           11         12                13                  14

AA München                                                  9.152    -1.424      -13,5       5.469           -402       -6,8      4.566          184         4,2     2.829            -57     -2,0                   2,0                 1,9

HA München                                                  7.788    -1.119     -12,6        4.663        -308          -6,2      3.033          140         4,8     1.965            -11     -0,6                   2,6                 2,4
GSt Dachau                                                     226        -36   -13,7           142           -1        -0,7         379         49         14,8         160          16      11,1                   0,6                 0,9
GSt Ebersberg                                                  236     -137     -36,7           112       -112      -50,0            376         78         26,2         209          27      14,8                   0,6                 0,5
GSt Fürstenfeldbruck                                           508        -36       -6,6        339           19        5,9          523         -38        -6,8         332          -45    -11,9                   1,0                 1,0
GSt Starnberg                                                  394        -96   -19,6           213             -       0,0          255         -45     -15,0           163          -44    -21,3                   1,5                 1,3
Erstellungsdatum: 19.03.2010, Statistik-Service Südost                                                                                                                                               © Statistik der Bundesagentur für Arbeit


* Die erhobenen Daten unterliegen grundsätzlich der Geheimhaltung nach § 16 BStatG. Eine Übermittlung von Einzelangaben ist daher ausgeschlossen. Aus diesem Grund werden auch Zahlenwerte kleiner 3 anonymisiert.




                                                                                                                                                                                                                               1 von 1

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  • 1. Pressemitteilung Nr. 20/2010 – 31. März 2010 Unerwartet starker Rückgang der Arbeitslosigkeit noch vor der üblichen „Frühjahrsbelebung“ nach Ostern - Arbeitslosenquote sinkt auf 5,1 Prozent Arbeitslosenzahlen sinken Noch unter dem Schutzschirm von Kurzarbeit, aber jetzt zusammen mit einer stei- genden Nachfrage nach Arbeitskräften, entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Agentur- bezirk München im März sehr positiv und zeigt einmal mehr die Stärke der Region. Früher und stärker als erwartet sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Feb- ruar um gut 1.500 Personen auf 61.677. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich da- durch um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. „Dass die Arbeitslosigkeit im Großraum München trotz des hartnäckig strengen Win- ters jetzt schon seit zwei Monaten sinkt, ist für uns alle äußerst erfreulich“, bilanziert Bernd Becking, Chef der Agentur für Arbeit München. „Den Höhepunkt der Arbeitslo- sigkeit dieser Wintersaison haben wir wahrscheinlich bereits im Januar überschritten. In 2009 kam der Rückgang erst im Mai - damit setzt eine Erholung viel früher und stärker ein als erwartet. Nach der Krise ist aber auch vor der Krise: Ich warne ein- dringlich vor dem Risiko „Fachkräftemangel“ - wir werden sehen, dass dies sehr rasch das „Top-Thema“ werden wird. Jetzt gilt es gemeinsam alle Anstrengungen zu unter- nehmen, damit das Fehl an Fachkräften nicht zur Bedrohung für die Wirtschaftsregion München wird. Dazu ist es auch unabdingbar, bestmöglich das Potential aller Men- schen im „Hartz IV-System“ zu erschließen. Die positive Entwicklung auf dem Ar- beitsmarkt, die übrigens auch den Bereich Langzeitarbeitslosigkeit einschließt, bietet viele Chancen. Durch die jüngsten Entscheidungen in Berlin liegen jetzt die Voraus- setzungen vor, damit die Bundesagentur und die Kommunen der Region weiterhin gemeinsam Menschen erfolgreich in Arbeit bringen. Nur das vermittlerische Know- How und die technischen Systeme der Agentur garantieren, dass Langzeitarbeitslose von der beneidenswerten Entwicklung des Arbeitsmarktes in und um München profi- tieren.“ Neben der Landeshauptstadt (-2,2% auf 44.420 Personen) und dem Landkreis Mün- chen (-3,4% auf 5.880 Personen) sank die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Februar auch in den Landkreisen Dachau (-4% auf 2.680 Personen) und Fürstenfeldbruck (-4,7% auf 4.390 Personen). Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III (Agentur für Arbeit) waren im März 31.080 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II (ARGEN und getrennte Trägerschaft) 30.600 Personen. Agentur für Arbeit München, Pressestelle Tel: 089 5154 4151 80304 München Fax: 089 5154 6644 www.arbeitsagentur.de
  • 2. Kurzarbeit geht zurück „Solange Kurzarbeit den Arbeitsmarkt noch stützt, ist es mir - trotz der positiven Ent- wicklung - noch nicht möglich, für den Arbeitsmarkt endgültige Entwarnung zu ge- ben“, so Bernd Becking weiter. „Die Lage hat sich stabilisiert, muss aber weiter eng beobachtet werden. Optimistisch stimmt mich, dass wir im Juni 2009 den Höchst- stand der Kurzarbeit aus wirtschaftlichen Gründen schon lange hinter uns haben. Die Zahl der Kurzarbeiter geht seitdem zurück, hat sich fast halbiert - ohne dass gleich- zeitig die Arbeitslosenzahlen gestiegen wären. Damit ist das Rational voll aufgegan- gen.“ Aus melde- und abrechnungstechnischen Gründen liegen die Kurzarbeiterzahlen nur zeitverzögert vor. Im aktuell statistisch auswertbaren Monat Dezember 2009 arbeite- ten im Agenturbezirk München 11.220 Personen in 1.100 Betrieben aus wirtschaftli- chen Gründen verkürzt. Die Zahlen für das erste Quartal 2010 werden Ende Mai ver- öffentlicht. Entwicklung der einzelnen Personengruppen Die Arbeitslosigkeit betrifft momentan vor allem Männer. Ihr Anteil an allen Arbeitslo- sen beträgt 56 Prozent. Sowohl die Winterarbeitslosigkeit als auch die konjunkturelle Flaute betreffen vor allem jene Branchen, in denen überwiegend Männer beschäftigt sind (z.B. Bau, Landschafts- und Gartenbau, Metall- sowie Elektrobranche). Durch die Frühjahrsbelebung und die damit verbundenen Wiedereinstellungen in den Au- ßenberufen dürfte sich das Verhältnis von arbeitslosen Frauen und Männern in den kommenden Monaten wieder etwas ausgleichen. Kaum Veränderungen zum Februar ergaben sich bei den jüngeren und älteren Ar- beitslosen. Im März 2010 waren bei der Agentur für Arbeit München gut 5.000 Perso- nen unter 25 Jahren (+0,7%) und 17.780 Personen über 50 Jahren (-1,2%) gemeldet. Positiv fällt auf, dass sich die Arbeitslosenzahlen der unter 20 und 25-Jährigen - im Gegensatz zu allen anderen Personenkreisen - sogar im Vergleich zum Vorjahres- monat (März 2009) verbessert haben. Positive Bewegung auf dem Arbeitsmarkt Direkt aus einer Erwerbstätigkeit mussten sich im Agenturbezirk München im März 6.620 Personen arbeitslos melden, 330 weniger als noch im März 2009. Zeitgleich konnten sich 6.580 Arbeitslose in Erwerbstätigkeit abmelden, 1110 Personen mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Personalnachfrage Im März 2010 konnten die Vermittler der Agentur für Arbeit München und der ange- schlossenen Geschäftsstellen 3.280 Stellenmeldungen entgegennehmen. Im Stellenpool der Agentur für Arbeit München befinden sich derzeit 8.200 Angebote, 380 mehr als im Februar, aber noch 2.300 weniger als noch vor einem Jahr. „Natür- lich können wir noch nicht aus dem Vollen schöpfen wie in den vergangenen Jahren“, resümiert Bernd Becking, „aber die Zahl der zu besetzenden Stellen entwickelt sich auch seit einigen Monaten positiv. Es ist wichtig, dass uns die Arbeitgeber unter der Service-Nummer 01801-66 44 66* ihre offenen Stellen melden. Nur so können wir für einen Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Die Besetzung freier Stellen hat bei uns absolute Priorität.“ Die meisten Stellen gibt es nach wie vor bei Personaldienstleistern, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe, in öffentlichen Verwaltungen und im Handel.
  • 3. *Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min Arbeitsmarkt auf einen Blick Veränderung Arbeitslose Veränderung zum Arbeits- zum nach Anteile in Prozent Vormonat 2) Arbeitslose losen- Vorjahr Rechtskreisen Bereich / Geschäftsstelle quote ¹ SGB absolut in % absolut in % SGB II SGB III SGB II III 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Agenturbezirk München 61.677 5,1 -1.502 -2,4 2.975 5,1 31.082 30.595 50 50 Stadt und Landkreis München 50.303 5,6 -1.203 -2,3 2.055 4,3 23.839 26.464 47 53 München, Landeshauptstadt 44.421 6,1 -997 -2,2 1.748 4,1 19.994 24.427 45 55 Landkreis Dachau 2.678 3,5 -112 -4,0 109 4,2 1.800 878 67 33 Landkreis Ebersberg 2.209 3,4 28 1,3 170 8,3 1.467 742 66 34 Landkreis Fürstenfeldbruck 4.391 4,1 -215 -4,7 435 11,0 2.730 1.661 62 38 Landkreis München 5.882 3,7 -206 -3,4 307 5,5 3.845 2.037 65 35 Landkreis Starnberg 2.096 3,5 0 0,0 206 10,9 1.246 850 59 41 Erstellungsdatum: 18.03.2010, Statistik-Service Südost 1) Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen (Abhängige zivile Erwerbspersonen + Selbständi- ge) 2) Mai 2009: Eingeschränkte Vergleichbarkeit aufgrund der Einführung des § 46 SGB III. Personen, für die ein Dritter mit der Vermittlung beauftragt wurde, gelten ab diesem Berichtsmonat nicht mehr als arbeitslos. Halbjahresbilanz auf dem Ausbildungsstellenmarkt „Für eine fundierte Bewertung der Entwicklung des Ausbildungsmarktes ist es zwar noch zu früh, aber es lassen sich erste Tendenzen erkennen“, stellt Bernd Becking, fest. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2009 haben bis jetzt 4.570 Be- werber die Ausbildungsvermittlung bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet, gut vier Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. „Die Zunahme der Bewerberzahlen ist vor allem auf zwei Gründe zurückzuführen. Zum einen verlassen sich die Jugendlichen - bedingt durch die Wirtschaftskrise - nicht mehr darauf, ohne uns einen Ausbildungsplatz zu finden und nehmen unsere Dienst- leistung stärker in Anspruch. Darüber hinaus konnten wir durch erfolgreiche Aktivitä- ten, wie Ausbildungsbörsen und Berufsorientierungstage, die Kontakte zu den Ju- gendlichen intensivieren. Es spricht sich schnell rum, dass wir eine gute Adresse für professionelle, aktuelle Berufsberatung und attraktive Ausbildungsplätze sind. Die von uns intensiv betriebene Vernetzung aller Akteure am Ausbildungsmarkt hilft da- bei. Neben unserer großen Ausbildungsplatzbörse Ende Februar, an der mehr als 100 Betriebe und mehr als 2.500 Jugendliche teilgenommen haben, unterstützen wir auch finanziell mit Projekten der „vertieften Berufsorientierung“ Schulen und Schüler beim Kennenlernen der Arbeitswelt und somit beim Übergang von Schule ins Berufs- leben.“ Zeitgleich wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit München bis März insgesamt 9.150 zu besetzende Ausbildungsstellen gemeldet. Zwar 1.420 bzw. 13,5 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres, aber dennoch nicht besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass im letzten Jahr über 1400 Plätze nicht besetzt werden konnten. Die Krise am Arbeitsmarkt und die Erfahrung mit unbesetzten Plätzen im letzten Jahr führen zu einer stärkeren Zurückhaltung der Arbeitgeber beim Thema Ausbildung.
  • 4. „Wir wissen noch nicht, in welcher Größenordnung wir im kommenden Jahr ausbilden werden!“ ist eine Rückmeldung, die unsere Ausbildungsvermittler häufig erhalten. Rückgänge an Ausbildungsangeboten verzeichnet die Automobilbranche, die ja nach der Phase der Kurzarbeit erst wieder Aufwind bekommen muss. Das verarbeitende Metallgewerbe ist ebenso betroffen wie dienstleistungsorientierte kaufmännische Be- rufe und die Medienwirtschaft. Bei den Hitlisten der Wunschberufe von Berufseinsteigern hat sich wenig verändert. Ganz oben stehen bei den Mädchen die Berufe der Arzthelferin, Büroberufe und Fri- seurin. Bei den Jungen steht neben dem KFZ-Mechatroniker der Kaufmann im Ein- zelhandel und der Bürokaufmann, der Elektroniker und - seit den Kochshows im Fernsehen - der Beruf des Kochs weit oben. Von den Arbeitgebern gesucht werden neben Einzelhandelskaufleuten vor allem Bank- und Versicherungskaufleute, zahn- medizinische Fachangestellte und Fachverkäufer/innen im Lebensmittelhandwerk. Rein rechnerisch kommen auf jeden Bewerber zwei Ausbildungsstellen. „Das hört sich recht gut an, in Wirklichkeit ist diese rein rechnerische Betrachtung aber nicht immer umsetzbar. Angebot und Nachfrage stimmen oft nicht überein, sei es aus be- rufsfachlichen, regionalen oder qualifikationsbedingten Gründen. Natürlich tun wir al- les, um die bei uns gemeldeten Ausbildungsstellen im Sinne der Arbeitgeber zu be- setzen. Ziel bleibt es darüber hinaus, jedem Jugendlichen, der zu uns kommt, ein passendes Angebot zu unterbreiten. Wir appellieren daher weiterhin an alle Betriebe, in ihrer Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen und uns die Stellen zu melden.“ Um für einen schnellen und optimalen Ausgleich am Ausbildungsmarkt sorgen zu können, bittet die Berufsberatung die Ausbildungsanwärter/innen darüber hinaus, sich rechtzeitig mit der Berufsberatung in Verbindung zu setzen und eventuell nicht (mehr) benötigte Ausbildungsplätze umgehend zurückzugeben.
  • 5. Der Ausbildungsstellenmarkt im März 2010 Bewerber für Berufsausbildungsstellen und Berufsausbildungsstellen nach Regionen AA München Berichtsjahr: 2009/10 März 2010 Aus IT-Systemen der Bundesagentur für Arbeit, ohne Daten der zugelassenen kommunalen Träger. Sperrfrist: 31. März 2010 Berufsausbildungsstellen Bewerber für Berufsausbildungsstellen Gemeldete Unbesetzte Gemeldet seit Beginn darunter (Sp. 1) Gemeldet seit Beginn darunter (Sp. 7) Berufsausbil- Berufsausbil- Regionen des Berichtsjahres unbesetzt des Berichtsjahres unversorgt dungsstellen je dungsstellen je Anzahl Veränd. zum VJ Anzahl Veränd. zum VJ Anzahl Veränd. zum VJ Anzahl Veränd. zum VJ gemeldete unversorgte absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % Bewerber Bewerber 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 AA München 9.152 -1.424 -13,5 5.469 -402 -6,8 4.566 184 4,2 2.829 -57 -2,0 2,0 1,9 HA München 7.788 -1.119 -12,6 4.663 -308 -6,2 3.033 140 4,8 1.965 -11 -0,6 2,6 2,4 GSt Dachau 226 -36 -13,7 142 -1 -0,7 379 49 14,8 160 16 11,1 0,6 0,9 GSt Ebersberg 236 -137 -36,7 112 -112 -50,0 376 78 26,2 209 27 14,8 0,6 0,5 GSt Fürstenfeldbruck 508 -36 -6,6 339 19 5,9 523 -38 -6,8 332 -45 -11,9 1,0 1,0 GSt Starnberg 394 -96 -19,6 213 - 0,0 255 -45 -15,0 163 -44 -21,3 1,5 1,3 Erstellungsdatum: 19.03.2010, Statistik-Service Südost © Statistik der Bundesagentur für Arbeit * Die erhobenen Daten unterliegen grundsätzlich der Geheimhaltung nach § 16 BStatG. Eine Übermittlung von Einzelangaben ist daher ausgeschlossen. Aus diesem Grund werden auch Zahlenwerte kleiner 3 anonymisiert. 1 von 1