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Konzept für die Integration von Flüchtlingen
in der Stadt Gehrden
(Stand: Mai 2017)
„Wir haben ein stattliches Haus geerbt, ein großes „Welthaus“, in
dem wir zusammen leben müssen – Schwarze und Weiße, Men-
schen aus dem Osten und dem Westen, Heiden und Juden, Ka-
tholiken und Protestanten, Moslems und Hindus – eine Familie, die
in ihren Ideen, ihrer Kultur und ihren Interessen übermäßig ver-
schieden ist und die – weil wir nie mehr ohneeinander leben kön-
nen – irgendwie lernen muss, in dieser großen Welt miteinander zu
leben.“
(Martin Luther King – Nobelpreisrede – Oslo – 10.12.1964)
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Handlungsziele, Maßnahmen
2.1 Integration
2.2 Netzwerke
2.3 Krisenberatung
2.4 Sozialpädagogische Betreuung
2.5 Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge
2.6 Deutsch-Sprachkurse
2.7 Öffentliche Sicherheit und Ordnung
3. Personalausstattung
4. Qualitätsentwicklung
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[Wenn im Folgenden das Wort Flüchtling benutzt wird, handelt es
sich um einen Menschen, der nach dem Niedersächsischen Auf-
nahmegesetz (AufnG) einer Gemeinde zugewiesen worden ist.]
1. Einleitung
Frau Renate Möller begann im August 2012 als ehrenamtliche In-
tegrationsbeauftragte der Stadt Gehrden erfolgreich mit der Be-
gleitung von Flüchtlingen. Sie knüpfte hierbei nahtlos an ihr bereits
bestehendes, ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe
an. Damals waren 35 Flüchtlinge zu betreuen, heute sind es 320.
Das Aufgabengebiet umfasste vor allem als kommunale Pflicht-
aufgabe die Unterbringung im verfügbaren Wohnraum, die Hilfe
beim Ausfüllen von Anträgen, die Unterstützung bei Arzt- und Äm-
tergängen, die erste Orientierung im Stadtgebiet, die Anmeldung
in Schulen und Kindertagesstätten und die Vermittlung in Förder-
maßnahmen.
Angegliedert war die ehrenamtliche Integrationsbeauftragte an
den Fachdienst für Soziales der Stadt Gehrden, an den Arbeitskreis
für Willkommenskultur der Stadt Gehrden und an Freiraum - Freiwil-
ligenagentur Gehrden e.V., wo ein neuer, ehrenamtlicher Helfer-
kreis für Flüchtlinge entstand.
Seite 4 von 32
Die Integrationsbeauftragte übernahm zunehmend auch die An-
leitung und die Koordinierung der Ehrenamtlichen, informierte sich
über Fortbildungsmöglichkeiten und die Akquise von Fördermitteln.
Im Dezember 2014 richtete die Stadt Gehrden aufgrund der stark
steigenden Flüchtlingszahlen und eines damit einhergehenden
stark steigenden Betreuungsbedarfes eine hauptamtliche 20-
Stunden-Stelle für Flüchtlingssozialarbeit ein, die ebenfalls dem
Fachdienst für Soziales zugeordnet war.
Über die hauptamtliche Stelle wurden die Wohnraumbeschaffung,
die Möblierung und Ausstattung der Wohnungen und die Bele-
gung mit Flüchtlingen organisiert.
Schwerpunkt war zudem die Erledigung aller administrativen Auf-
gaben, die Pflege eines dauerhaften Kontaktes zu anderen Be-
hörden und die Anforderung von neuen Flüchtlingen beim Bun-
desamt für Migration und Flüchtlinge.
Hierbei handelt es sich um kommunale Pflichtaufgaben, zu denen
die Stadt Gehrden gesetzlich verpflichtet ist.
Von Beginn an wurde darauf Wert gelegt, Flüchtlinge möglichst
dezentral in angemieteten Wohnungen unterzubringen, um eine
schnelle Integration in das neue Lebensumfeld zu befördern.
Seite 5 von 32
Diese Maxime hat sich bis heute als erfolgreich herausgestellt und
wird daher auch zukünftig beibehalten.
Aufgrund kurzfristig weiter steigender Flüchtlingszahlen und ent-
sprechender mittelfristiger Prognosen war es darüber hinaus un-
umgänglich, zusätzlich eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge (60
Plätze) und Obdachlose (10 Plätze) am Bünteweg zu errichten, die
zum Jahresende 2016 in Betrieb gegangen ist und aktuell zu 90 %
belegt ist.
Am freien Wohnungsmarkt und im kommunalen Wohnungsbe-
stand waren nicht mehr genügend Angebote vorhanden, um so-
wohl die Nachfrage nach Wohnraum für Flüchtlinge als auch Ob-
dachlose decken zu können. Der Anstieg der Flüchtlingszahlen in
den Jahren 2015/2016 und der damit verbundene erhöhte Be-
treuungsbedarf haben in der Stadt Gehrden zu der Entscheidung
geführt, die Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit, Stabsstelle III, als Kom-
petenzzentrum im Gehrdener Rathaus einzurichten und das Perso-
nal in den Jahren 2015/2016 bedarfsgerecht aufzustocken.
Aktuell ist die Stabsstelle III verantwortlich für die Betreuung von 320
Flüchtlingen aus 14 Nationen.
Seite 6 von 32
Die Herkunft der Flüchtlinge und der Ort ihrer Unterbringung sind
nachfolgend aufgeführt:
Nationalität Personenzahl
Afghanistan 47
Albanien 0
Aserbaidschan 7
Bosnien u. Herzegowina 4
Eritrea 10
Georgien 0
Irak 64
Iran 20
Kosovo 6
Libanon 13
Montenegro 8
Nigeria 1
Russische Föderation 4
Serbien 10
Sudan 3
Syrien 123
Gesamt 320
(98 Haushalte)
Seite 7 von 32
Ortschaft Personenzahl
Ditterke 0
Everloh 0
Gehrden 245
Lemmie 16
Lenthe 18
Leveste 0
Northen 17
Redderse 24
Gesamt 320
Die Organisationseinheit wird in Abhängigkeit vom temporären
Bedarf mit personellen Ressourcen ausgestattet.
Die Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit stellt für die ankommenden
Menschen eine erste existentielle Lebensorientierung sicher, koor-
diniert Flüchtlingshilfen, ist hauptamtliches Fundament der Flücht-
lingssozialarbeit und arbeitet mit den ehrenamtlichen Akteuren vor
Ort zusammen.
Seite 8 von 32
Auf der Grundlage des „Projektes Integration“ koordiniert „Frei-
raum – Freiwilligenagentur Gehrden“ ab dem Ankunftstag eigene
Integrationshelfer. Mit Freiraum wird von Seiten der Stadt Gehrden
jährlich ein neuer Kooperationsvertrag abgeschlossen.
Frau Renate Möller hat auf eigenen Wunsch ihre erfolgreiche Ar-
beit als ehrenamtliche Integrationsbeauftragte der Stadt Gehrden
mit Wirkung zum 31.03.2016 beendet und widmet sich heute wei-
terhin als Vorsitzende des Freiraum - Freiwilligenagentur Gehrden
e.V. intensiv und erfolgreich der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit
in Gehrden.
Aktuell wird die Flüchtlingsarbeit in der Stadt Gehrden von insge-
samt wenigen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit (unter 10 Vollzeitäquivalenten)
und vielen ehrenamtlichen Akteuren (um die Hundert) geleistet.
Organisiert sind die meisten der aktiven Flüchtlingshelferinnen und
-helfer in den folgenden Vereinen, Verbänden und Zusammen-
schlüssen:
 Freiraum – Freiwilligen Agentur Gehrden e.V.
(Kooperationsvertrag)
 Diakonieverband Hannover-Land
(Kooperationsvertrag)
Seite 9 von 32
 Arbeitskreis für Willkommenskultur bzw. Willkommen Gehrden
 DRK Region Hannover e.V. – Ortsvereine in Gehrden
 katholische Pfarrgemeinde St. Bonifatius Gehrden
 ev. – luth. Margarethengemeinde Gehrden
 Zweckverband Volkshochschule Calenberger-Land
 Calenberger Musikschule e.V.
 Gehrdener Sportvereine, u.a. Sportverein Gehrden von 1900
e.V. als mitgliederstärkstem Gehrdener Sportverein
 DLRG – Ortsgruppe Gehrden e.V.
 Mentor – Die Leselernhelfer Hannover e.V. – Abteilung
Gehrden
 Freiwillige Feuerwehr der Stadt Gehrden
 Barsinghäuser Tafel der AWO, Ausgabestelle Gehrden
Seite 10 von 32
Hinzu kommen noch etliche ehrenamtliche Akteure, die ihrer Ar-
beit auf eigenen Wunsch hin allein und in der Öffentlichkeit wei-
testgehend nicht wahrnehmbar nachgehen.
Eine Aufzählung ehrenamtlicher Akteure kann aufgrund neuer Pro-
jekte bzw. aufgrund der Einstellung abgeschlossener Projekte tem-
porär immer wieder Veränderungen unterliegen.
Die voran gestellte Aufzählung erhebt daher nicht den Anspruch
auf Vollständigkeit.
Jedes einzelne Ehrenamt erfährt von Seiten des Rates und der
Verwaltung der Stadt Gehrden dieselbe Aufmerksamkeit und
Wertschätzung.
Die erfolgreiche Integrationsarbeit in Gehrden ist mit der aktuellen
Personalausstattung der Verwaltung ohne die Vielzahl von aktiven,
ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern nicht nachhaltig darstell-
bar.
Rat und Verwaltung der Stadt Gehrden sind aus diesem Grund
sehr dankbar für die lebendige, ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit
und verpflichten sich, diese innerhalb der finanziellen Möglichkei-
ten auch zukünftig zu unterstützen.
Seite 11 von 32
Leitziele
 Flüchtlinge sind dabei zu unterstützen, sich in der Kommune
zu integrieren
 Flüchtlingen sind Selbsthilfekompetenzen zu vermitteln
 Eine Bereicherung des Zusammenlebens in Gehrden ist durch
die Schaffung von Gelegenheiten zur Begegnung und die
Anbahnung von sozialen Bindungen zwischen Bürgern und
Flüchtlingen zu erreichen.
Zielgruppen
 Flüchtlinge, die der Stadt Gehrden vom Land Niedersachen
zugewiesen werden
 Menschen, die sich ehrenamtlich in der Stadt Gehrden in der
Flüchtlingshilfe engagieren, sei es gemeinsam mit anderen
(Arbeitskreise, Vereine) oder alleine
Seite 12 von 32
2. Handlungsziele, Maßnahmen
2.1 Handlungsziel
Die Flüchtlinge werden in ihrer neuen Wohnumgebung willkom-
men geheißen.
Die Flüchtlinge sind von Beginn an über die örtliche Infrastruktur in-
formiert.
Die Flüchtlinge nehmen zeitnah an Integrationsmaßnahmen teil.
Maßnahmen:
 Gespräche mit allen Flüchtlingen innerhalb der ersten Wo-
che, um u.a. Informationen über die gesundheitliche und
schulische Situation aller Familienmitglieder und die „Fami-
liengeschichte“ zu bekommen und gleichzeitig den Flüchtlin-
gen Informationen zu ihrem neuen Lebensort zu geben. Ein
weiterer wichtiger Aspekt ist die Abfrage bzw. Einschätzung,
ob Hilfe durch ehrenamtliche Helfer/innen gewünscht ist.
Seite 13 von 32
 Suche von Wohnraum, Verhandlung und Abschluss von Miet-
verträgen, Organisation von Umzügen, Abwicklung von
Wohnungsübernahmen und Wohnungsübergaben
 Organisation von Terminen bei Ärztinnen und Ärzten, Heb-
ammen, Behörden inkl. persönlicher Begleitung bei Bedarf,
Aushändigung von Behandlungsscheinen bei akuten Erkran-
kungen, Vermittlung von Dolmetschern
 Organisation der Eröffnung eines Bankkontos bei einer ortsan-
sässigen Bank
 Organisation, dass Flüchtlinge über 21 Jahren (die unter 21-
jährigen sollen die allgemeinbildenden bzw. Berufsschulen
besuchen) nach spätestens 3 Monaten an einem Deutsch-
kurs (z.B. VHS, ehrenamtliche Deutschkurse) teilnehmen.
 Beratung und Hilfestellung beim Stellen von Anträgen für das
Bildungs- und Teilhabepaket (BuT-Mittel) für Klassenfahrten,
Lernförderung, Musikschulkurse, Sportvereinsmitgliedschaften
etc.
 Beratung und Hilfestellung bei der Beschaffung von Lernma-
terialien für die Einschulung und den laufenden Schulbetrieb
 Beratung und Hilfestellung bei Gesprächen mit Lehrern, El-
tern und Kindern
Seite 14 von 32
 Zusammenarbeit von Flüchtlingssozialarbeit und Schulsozial-
arbeit
 Beantragung eines Kindergartenplatzes für möglichst alle
Flüchtlingskinder ab 3 Jahren
 Beratung bei der pädagogischen Betreuung von Kindern in
Kindertagesstätten
 Fallbezogener Austausch mit dem Jugendamt
 Unterstützung der Flüchtlinge mit dauerhafter Bleibeperspek-
tive bei der frühzeitigen Kontaktaufnahme mit der Agentur für
Arbeit, um möglichst zeitnah in geförderte Integrationskurse
zu kommen, die Anerkennung von Berufsabschlüssen zu klä-
ren und in Praktika, Ausbildung bzw. Arbeit vermittelt zu wer-
den
 Unterstützung der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive bei der
Antragsstellung von ALG II und Kindergeld
 Unterstützung der Flüchtlinge bei der Anmeldung bei einer
Krankenkasse
 Unterstützung der Flüchtlinge im Verfahren mit der Auslän-
derbehörde und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlin-
Seite 15 von 32
ge, u.a. in Bezug auf Umverteilungsangelegenheiten und die
Familienzusammenführung
 Vermittlung von Integrationslotsinnen und -lotsen bzw. ehren-
amtlichen Helferinnen und Helfern in die Flüchtlingsfamilien,
wenn dies gewünscht bzw. erforderlich ist
 Erstellung und Übergabe einer mehrsprachigen und teilweise
sprachfreien Erstorientierung (Informationen zu Infrastruktur,
Informationen zum gemeinsamen Wohnen, Handlungsanwei-
sung für Arztbesuche etc.) zur schnellen und lebensprakti-
schen Hilfe ankommender Flüchtlinge
 Realisierung von Sprechzeiten für Flüchtlinge in der Stabsstelle
für Flüchtlingsarbeit und bei den ehrenamtlichen Akteuren
 Organisation und Durchführung von Hausbesuchen im Be-
darfs-/Konfliktfall inkl. Gespräche mit Nachbarn und Mitbe-
wohnern
 durch Dolmetscherinnen bzw. Dolmetscher begleitete be-
darfsgerechte Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge,
z.B. zum Bildungssystem, Vereinsstrukturen vor Ort, kulturelle
Gepflogenheiten, Mülltrennung etc.
 Organisation und Durchführung von Projek-
ten/Veranstaltungen als Gelegenheiten zur Begegnung und
Seite 16 von 32
Anbahnung sozialer Bindungen zwischen Bürgern und Flücht-
lingen wie z.B. „Zuckerfest im Bürgersaal“ (Islamisches Fest des
Fastenbrechens als interkulturelle Veranstaltung zum besseren
Kennenlernen), „Fahrradparcours“ (Polizeigeleitete Veranstal-
tung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit der ungeübten
Fahrradfahrer und ihrer Fahrräder), „Fußball für alle“ (Fußball-
turnier als interkulturelle Sportveranstaltung zur Integration
von Kindern, Jugendlichen und Familien in den Vereinssport),
„Adventscafe“ (Vorweihnachtliche Veranstaltung zum ge-
genseitigen Kennenlernen)
 Besonders in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit engagierte
Flüchtlinge werden dem Büro des Bürgermeisters mit der Bitte
gemeldet, diese als Anerkennung ihres Engagements zum
Neujahrsempfang der Stadt Gehrden einzuladen.
2.2 Handlungsziel
Ein Netzwerk an Ehrenamtlichen in der Stadt Gehrden steht zur Un-
terstützung in der Arbeit mit den Flüchtlingen zur Verfügung.
Seite 17 von 32
Die einzelnen Akteure sind miteinander vernetzt und ein transpa-
renter Informationsfluss sowie eine Übersicht über alle Angebote
und Hilfsorganisationen in der Region Hannover bestehen.
Maßnahmen:
 Vernetzung und Kooperation mit den einzelnen ehrenamtli-
chen und hauptamtlichen Akteuren beim Zuzug der Flücht-
linge wie u.a. Freiraum – Freiwilligen Agentur Gehrden e.V.
(Kooperationsvertrag), Arbeitskreis für Willkommenskul-
tur/Willkommen Gehrden, Kargah e.V., Diakonie Hannover –
Land
 Organisation und Teilnahme an regelmäßigen Netzwerktref-
fen
 Akquise, Aufbau und Pflege eines ehren- und hauptamtli-
chen Dolmetscherpools, eines Pools von Integrationslotsinnen
und -lotsen sowie eines Pools von ehren- und hauptamtlichen
Deutschkursleiterinnen und -leitern
 Sprechzeiten für Ehrenamtliche für Beratung und Unterstüt-
zung mit praktischen Handlungsstrategien bei der Betreuung
von einzelnen Flüchtlingen
Seite 18 von 32
 Planung und Durchführung von Thementagen und Foren für
ehrenamtliche Helfer/-innen
 fachliche Begleitung von örtlichen und themenbezogenen
„Runden Tischen“ in Kooperation zwischen Stadt Gehrden
und ehrenamtlichen Akteuren
 Regelmäßige Teilnahme an Sitzungen des „Arbeitskreis für
Willkommenskultur/Willkommen Gehrden“ und des „Freiraum
– Freiwilligen Agentur Gehrden e.V.“
 Koordinierung und ggfls. Aufbau von bedarfsgerechten An-
geboten und Netzwerken in Kooperation zwischen Stadt
Gehrden und ehrenamtlichen Akteuren
 Initiierung und Begleitung beim Aufbau von Begegnungs-
treffs/-cafés
 Verlinkung der Websites der ehrenamtlichen Akteure (Frei-
raum, Arbeitskreis für Willkommenskultur, Tafel Barsinghausen
(Außenstelle Gehrden), Deutsches Rotes Kreuz u.a.) über die
Website der Stadt Gehrden unter der Rubrik Bildung & Sozia-
les/Flüchtlingshilfe (www.gehrden.de)
Seite 19 von 32
2.3 Handlungsziel
Jeder Krisenfall hat nach Kenntnisnahme ohne Verzögerung Zu-
gang zum Beratungssystem der Flüchtlingssozialarbeit zu bekom-
men.
Maßnahmen:
 Flüchtlinge und Ehrenamtliche erhalten kompetente Bera-
tung in Konflikt- und Krisensituationen
 Sozialpädagogischer Einsatz zur Intervention bei Konflikten im
Sozialraum
 Vermittlung zwischen Konfliktparteien (z.B. Vermieter, Flücht-
linge)
 bei Bedarf Vermittlung in soziale Hilfesysteme (ASD, Sozialamt,
Hilfsorganisationen etc.)
Seite 20 von 32
2.4 Handlungsziel
Durch eine sozialpädagogische Begleitung ist die Integration der
Flüchtlinge in die Gesellschaft zu unterstützen.
Maßnahmen:
 Erstorientierung geben
 sozialpädagogische Erstgespräche mit den Frauen zur Be-
darfsklärung
 Klärung gesundheitlicher Bedarfe und ggfs. Vermittlung von
Ärzten/-innen und Therapeuten/-innen
 sozialpädagogische Begleitung für besonders schutzbedürfti-
ge Frauen und ihrer minderjährigen Kinder (Behandlung von
Flucht-/Gewalttraumata durch Fachärzte)
 Vermittlung von Ehrenamtlichen, Initiierung von Patenschaf-
ten
 Projekte initiieren, z.B. Erste-Hilfe-Kurs, Malen und Tanzen zur
Entspannung, Polizeistation kennenlernen
Seite 21 von 32
 Informationsgespräche über das Erfordernis, eine Privat-
Haftpflichtversicherung abzuschließen
 Vernetzung des Projektes mit der Nachbarschaft
 Vorbereitung auf eigenständiges Leben in der eigenen Woh-
nung
 Förderung der sozialen und schulischen Integration der Kinder
 Förderung der beruflichen Integration der Flüchtlinge
2.5 Handlungsziel
Durch Unterstützung bei der Vermittlung von Praktika in ortsansäs-
sigen Unternehmen sowie Arbeitsgelegenheiten (Arbeitsgelegen-
heiten nach § 5a AsylbLG), sogenannte Flüchtlingsintegrations-
maßnahmen (FIM), in Verwaltung, Bauhof und bei ehrenamtlichen
Trägern wird ein effektiver Beitrag für die Integration von Flüchtlin-
gen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt auf kommunaler
Ebene geleistet.
Seite 22 von 32
Maßnahmen:
Hilfe bei der Vermittlung von Praktika für Flüchtlinge in ortsansässi-
gen Unternehmen durch die Stabsstelle III - Flüchtlingsarbeit - in
Zusammenarbeit mit der Stabsstelle II - Steuerungsdienst und Wirt-
schaftsförderung - und dem „Arbeitskreis für Willkommenskultur“,
„Freiraum - Freiwilligen Agentur Gehrden e.V.“ und anderen eh-
renamtlichen Trägern.
Vermittlung von Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge [Flüchtlingsin-
tegrationsmaßnahmen (FIM)] durch die Stabsstelle III - Flüchtlings-
arbeit - in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle II - Steuerungsdienst
und Wirtschaftsförderung - und dem „Arbeitskreis für Willkommens-
kultur“, „Freiraum - Freiwilligen Agentur Gehrden e.V.“ und ande-
ren ehrenamtlichen Trägern.
Planung für 2017 ff.
 1 Hausmeister-Assistent für die Oberschule der Stadt Gehrden
 1 Kita-Assistentin für die Kindertagesstätte Northen
 2 Mitarbeiter für den Grünpflege- und Winterdienst des Bau-
hofes der Stadt Gehrden
Die Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit berät als Kompetenzzentrum
alle interessierten, ehrenamtlichen Träger bei der Schaffung von
weiteren Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge gemäß dem Ar-
beitsmarktprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“.
Seite 23 von 32
2.6 Handlungsziel
Durch ein zusätzliches Angebot an Deutsch-Sprachkursen auf
kommunaler Ebene wird das bestehende regionsweite Angebot
nachfrageorientiert ergänzt, um den Integrationsprozess der
Flüchtlinge in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu optimieren.
Maßnahmen:
Die Stadt Gehrden wird in 2016 ff. in Kooperation mit der Volks-
hochschule Calenberger Land zusätzlich zum bestehenden Ange-
bot bis zu drei Deutsch-Sprachkurse pro Jahr für jeweils ca. 15 – 20
Flüchtlinge anbieten, wenn der Bedarf dafür besteht.
2.7 Handlungsziel
Zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung un-
abhängig von der Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge ist ein
Netzwerk mit zuständigen Behörden und Stellen aufzubauen.
Maßnahmen:
 Mindestens 1x pro Quartal findet im Rathaus Gehrden ein In-
formationsaustausch mit den für die Lage in Gehrden zu-
ständigen Polizeibeamten des Landes Niedersachsen und
dem Fachdienst für Sicherheit und Ordnung der Stadt
Seite 24 von 32
Gehrden statt, um sich über zur Kenntnis gelangte Delikte
auszutauschen. Ziel ist es, ein gemeinsames Handeln zwi-
schen Polizei und Stadt Gehrden abzustimmen, um zukünftig
Erst- und Wiederholungstaten zu verhindern.
Schwerpunkt kommunalen Handelns ist in diesem Zusammen-
spiel die sozialpädagogische Arbeit der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit, die ergänzend
zur Gefährderansprache durch die zuständige Polizei mit be-
troffenen Personen das Gespräch suchen, um Erst- und
Wiederholungsdelikten möglichst entgegen zu wirken.
 Für die Gemeinschaftsunterkunft im Bünteweg ist in Koopera-
tion mit der Freiwilligen Feuerwehr Gehrden ein Brandschutz-
konzept erstellt worden. In regelmäßigen Abständen werden
Brandschutzübungen durchgeführt.
Eine Brandmeldeanlage mit Anschaltung an die Alarmüber-
tragungsanlage in der Region Hannover wurde installiert.
 Die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner der Ge-
meinschaftsunterkunft im Bünteweg wird ergänzend zur städ-
tischen Flüchtlingssozialarbeit von einem gewerblichen
Wach-/Sicherheitsdienst gewährleistet, falls dieses im Einver-
nehmen mit der Polizei für erforderlich gehalten wird.
Seite 25 von 32
An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass es laut zuständiger
Polizeidienststelle bisher in Gehrden zu keinen nennenswerten De-
likten durch Flüchtlinge gekommen ist.
Dieser positive Umstand kann auf die priorisierte, externe Unter-
bringung der Flüchtlinge in angemieteten Privatwohnungen und
ihre intensive Betreuung durch die Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit
sowie die ehrenamtliche Arbeit der vielen aktiven Helferinnen und
Helfer zurückgeführt werden.
Alle Ziele und Maßnahmen werden kontinuierlich den sich stän-
dig ändernden Bedarfen und Gegebenheiten angepasst.
3. Personalausstattung
Um die Aufgaben der Flüchtlingssozialarbeit im Rahmen dieses
Konzeptes bei aktuell rund 300 Flüchtlingen durchführen zu kön-
nen, werden 5,0 Vollzeitäquivalente in der Verwaltung, mithin
vier Mitarbeiterinnen im Bereich der Flüchtlingssozialarbeit und
ein Stabsstellenleiter, sowie 2,75 Vollzeitäquivalente im Bereich
des Hausmeisterpools für den Betrieb der Unterkünfte und Au-
ßenanlegen vorgehalten.
Administrativ wird die Arbeit der Stabsstelle III Flüchtlingsarbeit
unterstützt durch eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter des
Seite 26 von 32
Fachbereichs 4 Bildung & Soziales, die als Leistungsabteilung für
die Abrechnung und Auszahlung der Mieten und Betriebskosten
für die angemieteten Objekte sowie die Berechnung der an die
Flüchtlinge auszuzahlenden Leistungen und für die Abwicklung
der Zahlläufe (Asylbewerberleistungen, Mieten etc.) im Finanz-
programm zuständig sind.
Leiter der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit ist Städtischer Rat Jens
Dosdall. Ihm obliegt die fachliche Leitung über die Stabsstelle,
die konzeptionelle Ausrichtung der Flüchtlingssozialarbeit in der
Stadt Gehrden und die Verantwortung über alle Immobilienan-
gelegenheiten in Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen
(Gesetzliche Pflichtaufgabe).
Abwesenheitsvertreterin für den Leiter der Stabsstelle ist Frau Ina
Bauer.
Als Sachbearbeiterinnen für Flüchtlingssozialarbeit sind Frau Ina
Bauer, Frau Stefanie Mente, Frau Sanay Aktas und Frau Nina
Schuppan für die fachliche Betreuung der Flüchtlinge im Rah-
men des Konzeptes für die Integration von Flüchtlingen in der
Stadt Gehrden zuständig.
Als Hausmeister sind Herr Christoph Pulak, Herr Peter Wendland
und Herr Torsten Zemke für die technische Betreuung der Flücht-
lingsunterkünfte, die Inventarisierung/Ausstattung der Wohnun-
gen, Kleinreparaturen, Einkäufe, Handwerkerunterstützung und
Seite 27 von 32
für die Grünpflege verantwortlich. Herr Peter Wendland betreut
exklusiv die Sammelunterkunft Bünteweg 2 als größter Einrich-
tung im Stadtgebiet und unterstützt bei Bedarf seine beiden Kol-
legen. Herr Christoph Pulak und Herr Torsten Zemke betreuen als
mobiles Team alle sonstigen Flüchtlingsunterkünfte im Stadtge-
biet.
Während es sich ansonsten um Vollzeitstellen handelt, handelt
es sich bei Herrn Pulak nur um eine 3/4 Hausmeisterstelle im Be-
reich der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit. Mit der anderen 1/4
Stelle ist Herr Pulak als Hausmeister im Bereich der Kindertages-
stätten beschäftigt. Die Hausmeisterstellen sind damit insgesamt
mit einer VZ-Äquivalenz von 2,75 besetzt.
Ab Oktober 2016 sind von den vier Vollzeitstellen in der Flücht-
lingssozialarbeit aufgrund eines individuellen Beschäftigungsver-
botes nach dem Mutterschutzgesetz lediglich drei Stellen be-
setzt.
Das Betreuungsverhältnis liegt bei Anwesenheit aller vier Sozial-
arbeiterinnen bei 1 zu 75 Flüchtlingen.
Im Rahmen der lfd. Haushaltskonsolidierung soll die zurzeit nicht
besetzte Stelle bis zur Wiederkehr der Stelleninhaberin unbesetzt
bleiben.
Der Konsolidierungsbetrag beträgt rund 50.000,-- €/Jahr.
Seite 28 von 32
Aufgrund dieser Maßnahme zur Konsolidierung des Haushaltes
liegt das Betreuungsverhältnis aktuell bei 1 zu 100 Flüchtlingen.
Die Anzahl der aktiven Helferinnen und Helfer bei den ehren-
amtlichen Trägern wie u.a. dem „Freiraum - Freiwilligen Agentur
Gehrden e.V“. und dem „Arbeitskreis für Willkommenskul-
tur/Willkommen Gehrden“ kann im Rahmen der Flüchtlingsarbeit
mit rund 100 Aktiven angegeben werden.
Die Anzahl der Aktiven unterliegt natürlichen Schwankungen.
Auf eine hauptamtliche Mitarbeiterin bzw. einen hauptamtli-
chen Mitarbeiter in der Flüchtlingsarbeit kommen ca. 10 ehren-
amtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Verhältnis 1/10).
Dieses Verhältnis verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Flüchtlings-
arbeit in Gehrden ohne die vielen aktiven, ehrenamtlichen Hel-
ferinnen und Helfer mit dem aktuellen Personalbestand der
Verwaltung nicht möglich wäre.
Rat und Verwaltung der Stadt Gehrden erkennen diese außer-
ordentliche Leistung aller aktiven, ehrenamtlichen Helferinnen
und Helfer in der Flüchtlingsarbeit ausdrücklich an und verpflich-
ten sich, die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auch zukünftig in-
nerhalb der finanziellen Möglichkeiten nachhaltig zu unterstüt-
zen.
Seite 29 von 32
Um dem signifikant erhöhten Bedarf an Schulsozialarbeit, der
bereits vor dem verstärkten Zuzug von Flüchtlingskindern be-
stand, gerecht zu werden, wurde zum 09.01.2017 auf konkrete
Bitte der Grundschule Am Castrum zusätzlich eine 30-Stunden-
Stelle für Schulsozialarbeit - vorerst befristet für 2 Jahre - neu ein-
gerichtet, die der Stabsstelle III - Flüchtlingsarbeit - zugeordnet
ist.
Stelleninhaber ist Herr Heiko Schuiling.
Seite 30 von 32
4. Qualitätsentwicklung
Dieses Konzept wird von der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit kon-
tinuierlich überprüft und weiterentwickelt, um der aktuellen Situ-
ation jeweils gerecht zu werden.
Herr Dosdall berichtet als Leiter der Stabsstelle für Flüchtlingsar-
beit im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport regelmäßig über
die aktuelle Arbeit.
Alle entwickelten Dokumente aus dem Bereich der Flüchtlings-
arbeit (z.B. Info-Flyer, Ratgeber, Kontaktlisten, Website etc.) wer-
den regelmäßig aktualisiert und der aktuellen Lage angepasst.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Flüchtlings-
sozialarbeit nehmen regelmäßig an Supervisionstreffen mit Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeitern anderer regionsangehöriger
Kommunen und der Region Hannover teil, um die Qualität der
eigenen Arbeit objektiv überprüfen und verbessern zu können.
Durch die Einführung der digitalen Fallakte in der Stabsstelle für
Flüchtlingsarbeit haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
von jedem Arbeitsplatz aus jederzeit Zugriff auf alle relevanten
Informationen.
Dieses befördert die gleichbleibend hohe Qualität bei der Be-
treuung von Flüchtlingen in Gehrden.
Seite 31 von 32
Gehrden, 17.05.2017
Stadt Gehrden
Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit
(Stabsstelle III)
Herr Jens Dosdall
(Verfasser und Stabsstellenleiter)
Frau Ina Bauer (Abwesenheitsvertreterin des Stabsstellenleiters),
Frau Stefanie Mente, Frau Sanay Aktas, Frau Nina Schuppan
(Flüchtlingssozialarbeit)
Herr Heiko Schuiling
(Schulsozialarbeit)
Herr Christoph Pulak, Herr Peter Wendland, Herr Torsten Zemke
(Hausmeister)
Frau Petra Casper, Herr Dominik Höfer (Leistungsabteilung)
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Konzept für die Integration von Flüchtlingen Stadt Gehrden Verfasser Jens Dosdall

  • 1. Seite 1 von 32 Konzept für die Integration von Flüchtlingen in der Stadt Gehrden (Stand: Mai 2017) „Wir haben ein stattliches Haus geerbt, ein großes „Welthaus“, in dem wir zusammen leben müssen – Schwarze und Weiße, Men- schen aus dem Osten und dem Westen, Heiden und Juden, Ka- tholiken und Protestanten, Moslems und Hindus – eine Familie, die in ihren Ideen, ihrer Kultur und ihren Interessen übermäßig ver- schieden ist und die – weil wir nie mehr ohneeinander leben kön- nen – irgendwie lernen muss, in dieser großen Welt miteinander zu leben.“ (Martin Luther King – Nobelpreisrede – Oslo – 10.12.1964)
  • 2. Seite 2 von 32 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Handlungsziele, Maßnahmen 2.1 Integration 2.2 Netzwerke 2.3 Krisenberatung 2.4 Sozialpädagogische Betreuung 2.5 Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge 2.6 Deutsch-Sprachkurse 2.7 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 3. Personalausstattung 4. Qualitätsentwicklung
  • 3. Seite 3 von 32 [Wenn im Folgenden das Wort Flüchtling benutzt wird, handelt es sich um einen Menschen, der nach dem Niedersächsischen Auf- nahmegesetz (AufnG) einer Gemeinde zugewiesen worden ist.] 1. Einleitung Frau Renate Möller begann im August 2012 als ehrenamtliche In- tegrationsbeauftragte der Stadt Gehrden erfolgreich mit der Be- gleitung von Flüchtlingen. Sie knüpfte hierbei nahtlos an ihr bereits bestehendes, ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe an. Damals waren 35 Flüchtlinge zu betreuen, heute sind es 320. Das Aufgabengebiet umfasste vor allem als kommunale Pflicht- aufgabe die Unterbringung im verfügbaren Wohnraum, die Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, die Unterstützung bei Arzt- und Äm- tergängen, die erste Orientierung im Stadtgebiet, die Anmeldung in Schulen und Kindertagesstätten und die Vermittlung in Förder- maßnahmen. Angegliedert war die ehrenamtliche Integrationsbeauftragte an den Fachdienst für Soziales der Stadt Gehrden, an den Arbeitskreis für Willkommenskultur der Stadt Gehrden und an Freiraum - Freiwil- ligenagentur Gehrden e.V., wo ein neuer, ehrenamtlicher Helfer- kreis für Flüchtlinge entstand.
  • 4. Seite 4 von 32 Die Integrationsbeauftragte übernahm zunehmend auch die An- leitung und die Koordinierung der Ehrenamtlichen, informierte sich über Fortbildungsmöglichkeiten und die Akquise von Fördermitteln. Im Dezember 2014 richtete die Stadt Gehrden aufgrund der stark steigenden Flüchtlingszahlen und eines damit einhergehenden stark steigenden Betreuungsbedarfes eine hauptamtliche 20- Stunden-Stelle für Flüchtlingssozialarbeit ein, die ebenfalls dem Fachdienst für Soziales zugeordnet war. Über die hauptamtliche Stelle wurden die Wohnraumbeschaffung, die Möblierung und Ausstattung der Wohnungen und die Bele- gung mit Flüchtlingen organisiert. Schwerpunkt war zudem die Erledigung aller administrativen Auf- gaben, die Pflege eines dauerhaften Kontaktes zu anderen Be- hörden und die Anforderung von neuen Flüchtlingen beim Bun- desamt für Migration und Flüchtlinge. Hierbei handelt es sich um kommunale Pflichtaufgaben, zu denen die Stadt Gehrden gesetzlich verpflichtet ist. Von Beginn an wurde darauf Wert gelegt, Flüchtlinge möglichst dezentral in angemieteten Wohnungen unterzubringen, um eine schnelle Integration in das neue Lebensumfeld zu befördern.
  • 5. Seite 5 von 32 Diese Maxime hat sich bis heute als erfolgreich herausgestellt und wird daher auch zukünftig beibehalten. Aufgrund kurzfristig weiter steigender Flüchtlingszahlen und ent- sprechender mittelfristiger Prognosen war es darüber hinaus un- umgänglich, zusätzlich eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge (60 Plätze) und Obdachlose (10 Plätze) am Bünteweg zu errichten, die zum Jahresende 2016 in Betrieb gegangen ist und aktuell zu 90 % belegt ist. Am freien Wohnungsmarkt und im kommunalen Wohnungsbe- stand waren nicht mehr genügend Angebote vorhanden, um so- wohl die Nachfrage nach Wohnraum für Flüchtlinge als auch Ob- dachlose decken zu können. Der Anstieg der Flüchtlingszahlen in den Jahren 2015/2016 und der damit verbundene erhöhte Be- treuungsbedarf haben in der Stadt Gehrden zu der Entscheidung geführt, die Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit, Stabsstelle III, als Kom- petenzzentrum im Gehrdener Rathaus einzurichten und das Perso- nal in den Jahren 2015/2016 bedarfsgerecht aufzustocken. Aktuell ist die Stabsstelle III verantwortlich für die Betreuung von 320 Flüchtlingen aus 14 Nationen.
  • 6. Seite 6 von 32 Die Herkunft der Flüchtlinge und der Ort ihrer Unterbringung sind nachfolgend aufgeführt: Nationalität Personenzahl Afghanistan 47 Albanien 0 Aserbaidschan 7 Bosnien u. Herzegowina 4 Eritrea 10 Georgien 0 Irak 64 Iran 20 Kosovo 6 Libanon 13 Montenegro 8 Nigeria 1 Russische Föderation 4 Serbien 10 Sudan 3 Syrien 123 Gesamt 320 (98 Haushalte)
  • 7. Seite 7 von 32 Ortschaft Personenzahl Ditterke 0 Everloh 0 Gehrden 245 Lemmie 16 Lenthe 18 Leveste 0 Northen 17 Redderse 24 Gesamt 320 Die Organisationseinheit wird in Abhängigkeit vom temporären Bedarf mit personellen Ressourcen ausgestattet. Die Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit stellt für die ankommenden Menschen eine erste existentielle Lebensorientierung sicher, koor- diniert Flüchtlingshilfen, ist hauptamtliches Fundament der Flücht- lingssozialarbeit und arbeitet mit den ehrenamtlichen Akteuren vor Ort zusammen.
  • 8. Seite 8 von 32 Auf der Grundlage des „Projektes Integration“ koordiniert „Frei- raum – Freiwilligenagentur Gehrden“ ab dem Ankunftstag eigene Integrationshelfer. Mit Freiraum wird von Seiten der Stadt Gehrden jährlich ein neuer Kooperationsvertrag abgeschlossen. Frau Renate Möller hat auf eigenen Wunsch ihre erfolgreiche Ar- beit als ehrenamtliche Integrationsbeauftragte der Stadt Gehrden mit Wirkung zum 31.03.2016 beendet und widmet sich heute wei- terhin als Vorsitzende des Freiraum - Freiwilligenagentur Gehrden e.V. intensiv und erfolgreich der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Gehrden. Aktuell wird die Flüchtlingsarbeit in der Stadt Gehrden von insge- samt wenigen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit (unter 10 Vollzeitäquivalenten) und vielen ehrenamtlichen Akteuren (um die Hundert) geleistet. Organisiert sind die meisten der aktiven Flüchtlingshelferinnen und -helfer in den folgenden Vereinen, Verbänden und Zusammen- schlüssen:  Freiraum – Freiwilligen Agentur Gehrden e.V. (Kooperationsvertrag)  Diakonieverband Hannover-Land (Kooperationsvertrag)
  • 9. Seite 9 von 32  Arbeitskreis für Willkommenskultur bzw. Willkommen Gehrden  DRK Region Hannover e.V. – Ortsvereine in Gehrden  katholische Pfarrgemeinde St. Bonifatius Gehrden  ev. – luth. Margarethengemeinde Gehrden  Zweckverband Volkshochschule Calenberger-Land  Calenberger Musikschule e.V.  Gehrdener Sportvereine, u.a. Sportverein Gehrden von 1900 e.V. als mitgliederstärkstem Gehrdener Sportverein  DLRG – Ortsgruppe Gehrden e.V.  Mentor – Die Leselernhelfer Hannover e.V. – Abteilung Gehrden  Freiwillige Feuerwehr der Stadt Gehrden  Barsinghäuser Tafel der AWO, Ausgabestelle Gehrden
  • 10. Seite 10 von 32 Hinzu kommen noch etliche ehrenamtliche Akteure, die ihrer Ar- beit auf eigenen Wunsch hin allein und in der Öffentlichkeit wei- testgehend nicht wahrnehmbar nachgehen. Eine Aufzählung ehrenamtlicher Akteure kann aufgrund neuer Pro- jekte bzw. aufgrund der Einstellung abgeschlossener Projekte tem- porär immer wieder Veränderungen unterliegen. Die voran gestellte Aufzählung erhebt daher nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Jedes einzelne Ehrenamt erfährt von Seiten des Rates und der Verwaltung der Stadt Gehrden dieselbe Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Die erfolgreiche Integrationsarbeit in Gehrden ist mit der aktuellen Personalausstattung der Verwaltung ohne die Vielzahl von aktiven, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern nicht nachhaltig darstell- bar. Rat und Verwaltung der Stadt Gehrden sind aus diesem Grund sehr dankbar für die lebendige, ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit und verpflichten sich, diese innerhalb der finanziellen Möglichkei- ten auch zukünftig zu unterstützen.
  • 11. Seite 11 von 32 Leitziele  Flüchtlinge sind dabei zu unterstützen, sich in der Kommune zu integrieren  Flüchtlingen sind Selbsthilfekompetenzen zu vermitteln  Eine Bereicherung des Zusammenlebens in Gehrden ist durch die Schaffung von Gelegenheiten zur Begegnung und die Anbahnung von sozialen Bindungen zwischen Bürgern und Flüchtlingen zu erreichen. Zielgruppen  Flüchtlinge, die der Stadt Gehrden vom Land Niedersachen zugewiesen werden  Menschen, die sich ehrenamtlich in der Stadt Gehrden in der Flüchtlingshilfe engagieren, sei es gemeinsam mit anderen (Arbeitskreise, Vereine) oder alleine
  • 12. Seite 12 von 32 2. Handlungsziele, Maßnahmen 2.1 Handlungsziel Die Flüchtlinge werden in ihrer neuen Wohnumgebung willkom- men geheißen. Die Flüchtlinge sind von Beginn an über die örtliche Infrastruktur in- formiert. Die Flüchtlinge nehmen zeitnah an Integrationsmaßnahmen teil. Maßnahmen:  Gespräche mit allen Flüchtlingen innerhalb der ersten Wo- che, um u.a. Informationen über die gesundheitliche und schulische Situation aller Familienmitglieder und die „Fami- liengeschichte“ zu bekommen und gleichzeitig den Flüchtlin- gen Informationen zu ihrem neuen Lebensort zu geben. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Abfrage bzw. Einschätzung, ob Hilfe durch ehrenamtliche Helfer/innen gewünscht ist.
  • 13. Seite 13 von 32  Suche von Wohnraum, Verhandlung und Abschluss von Miet- verträgen, Organisation von Umzügen, Abwicklung von Wohnungsübernahmen und Wohnungsübergaben  Organisation von Terminen bei Ärztinnen und Ärzten, Heb- ammen, Behörden inkl. persönlicher Begleitung bei Bedarf, Aushändigung von Behandlungsscheinen bei akuten Erkran- kungen, Vermittlung von Dolmetschern  Organisation der Eröffnung eines Bankkontos bei einer ortsan- sässigen Bank  Organisation, dass Flüchtlinge über 21 Jahren (die unter 21- jährigen sollen die allgemeinbildenden bzw. Berufsschulen besuchen) nach spätestens 3 Monaten an einem Deutsch- kurs (z.B. VHS, ehrenamtliche Deutschkurse) teilnehmen.  Beratung und Hilfestellung beim Stellen von Anträgen für das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT-Mittel) für Klassenfahrten, Lernförderung, Musikschulkurse, Sportvereinsmitgliedschaften etc.  Beratung und Hilfestellung bei der Beschaffung von Lernma- terialien für die Einschulung und den laufenden Schulbetrieb  Beratung und Hilfestellung bei Gesprächen mit Lehrern, El- tern und Kindern
  • 14. Seite 14 von 32  Zusammenarbeit von Flüchtlingssozialarbeit und Schulsozial- arbeit  Beantragung eines Kindergartenplatzes für möglichst alle Flüchtlingskinder ab 3 Jahren  Beratung bei der pädagogischen Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten  Fallbezogener Austausch mit dem Jugendamt  Unterstützung der Flüchtlinge mit dauerhafter Bleibeperspek- tive bei der frühzeitigen Kontaktaufnahme mit der Agentur für Arbeit, um möglichst zeitnah in geförderte Integrationskurse zu kommen, die Anerkennung von Berufsabschlüssen zu klä- ren und in Praktika, Ausbildung bzw. Arbeit vermittelt zu wer- den  Unterstützung der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive bei der Antragsstellung von ALG II und Kindergeld  Unterstützung der Flüchtlinge bei der Anmeldung bei einer Krankenkasse  Unterstützung der Flüchtlinge im Verfahren mit der Auslän- derbehörde und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlin-
  • 15. Seite 15 von 32 ge, u.a. in Bezug auf Umverteilungsangelegenheiten und die Familienzusammenführung  Vermittlung von Integrationslotsinnen und -lotsen bzw. ehren- amtlichen Helferinnen und Helfern in die Flüchtlingsfamilien, wenn dies gewünscht bzw. erforderlich ist  Erstellung und Übergabe einer mehrsprachigen und teilweise sprachfreien Erstorientierung (Informationen zu Infrastruktur, Informationen zum gemeinsamen Wohnen, Handlungsanwei- sung für Arztbesuche etc.) zur schnellen und lebensprakti- schen Hilfe ankommender Flüchtlinge  Realisierung von Sprechzeiten für Flüchtlinge in der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit und bei den ehrenamtlichen Akteuren  Organisation und Durchführung von Hausbesuchen im Be- darfs-/Konfliktfall inkl. Gespräche mit Nachbarn und Mitbe- wohnern  durch Dolmetscherinnen bzw. Dolmetscher begleitete be- darfsgerechte Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge, z.B. zum Bildungssystem, Vereinsstrukturen vor Ort, kulturelle Gepflogenheiten, Mülltrennung etc.  Organisation und Durchführung von Projek- ten/Veranstaltungen als Gelegenheiten zur Begegnung und
  • 16. Seite 16 von 32 Anbahnung sozialer Bindungen zwischen Bürgern und Flücht- lingen wie z.B. „Zuckerfest im Bürgersaal“ (Islamisches Fest des Fastenbrechens als interkulturelle Veranstaltung zum besseren Kennenlernen), „Fahrradparcours“ (Polizeigeleitete Veranstal- tung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit der ungeübten Fahrradfahrer und ihrer Fahrräder), „Fußball für alle“ (Fußball- turnier als interkulturelle Sportveranstaltung zur Integration von Kindern, Jugendlichen und Familien in den Vereinssport), „Adventscafe“ (Vorweihnachtliche Veranstaltung zum ge- genseitigen Kennenlernen)  Besonders in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit engagierte Flüchtlinge werden dem Büro des Bürgermeisters mit der Bitte gemeldet, diese als Anerkennung ihres Engagements zum Neujahrsempfang der Stadt Gehrden einzuladen. 2.2 Handlungsziel Ein Netzwerk an Ehrenamtlichen in der Stadt Gehrden steht zur Un- terstützung in der Arbeit mit den Flüchtlingen zur Verfügung.
  • 17. Seite 17 von 32 Die einzelnen Akteure sind miteinander vernetzt und ein transpa- renter Informationsfluss sowie eine Übersicht über alle Angebote und Hilfsorganisationen in der Region Hannover bestehen. Maßnahmen:  Vernetzung und Kooperation mit den einzelnen ehrenamtli- chen und hauptamtlichen Akteuren beim Zuzug der Flücht- linge wie u.a. Freiraum – Freiwilligen Agentur Gehrden e.V. (Kooperationsvertrag), Arbeitskreis für Willkommenskul- tur/Willkommen Gehrden, Kargah e.V., Diakonie Hannover – Land  Organisation und Teilnahme an regelmäßigen Netzwerktref- fen  Akquise, Aufbau und Pflege eines ehren- und hauptamtli- chen Dolmetscherpools, eines Pools von Integrationslotsinnen und -lotsen sowie eines Pools von ehren- und hauptamtlichen Deutschkursleiterinnen und -leitern  Sprechzeiten für Ehrenamtliche für Beratung und Unterstüt- zung mit praktischen Handlungsstrategien bei der Betreuung von einzelnen Flüchtlingen
  • 18. Seite 18 von 32  Planung und Durchführung von Thementagen und Foren für ehrenamtliche Helfer/-innen  fachliche Begleitung von örtlichen und themenbezogenen „Runden Tischen“ in Kooperation zwischen Stadt Gehrden und ehrenamtlichen Akteuren  Regelmäßige Teilnahme an Sitzungen des „Arbeitskreis für Willkommenskultur/Willkommen Gehrden“ und des „Freiraum – Freiwilligen Agentur Gehrden e.V.“  Koordinierung und ggfls. Aufbau von bedarfsgerechten An- geboten und Netzwerken in Kooperation zwischen Stadt Gehrden und ehrenamtlichen Akteuren  Initiierung und Begleitung beim Aufbau von Begegnungs- treffs/-cafés  Verlinkung der Websites der ehrenamtlichen Akteure (Frei- raum, Arbeitskreis für Willkommenskultur, Tafel Barsinghausen (Außenstelle Gehrden), Deutsches Rotes Kreuz u.a.) über die Website der Stadt Gehrden unter der Rubrik Bildung & Sozia- les/Flüchtlingshilfe (www.gehrden.de)
  • 19. Seite 19 von 32 2.3 Handlungsziel Jeder Krisenfall hat nach Kenntnisnahme ohne Verzögerung Zu- gang zum Beratungssystem der Flüchtlingssozialarbeit zu bekom- men. Maßnahmen:  Flüchtlinge und Ehrenamtliche erhalten kompetente Bera- tung in Konflikt- und Krisensituationen  Sozialpädagogischer Einsatz zur Intervention bei Konflikten im Sozialraum  Vermittlung zwischen Konfliktparteien (z.B. Vermieter, Flücht- linge)  bei Bedarf Vermittlung in soziale Hilfesysteme (ASD, Sozialamt, Hilfsorganisationen etc.)
  • 20. Seite 20 von 32 2.4 Handlungsziel Durch eine sozialpädagogische Begleitung ist die Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft zu unterstützen. Maßnahmen:  Erstorientierung geben  sozialpädagogische Erstgespräche mit den Frauen zur Be- darfsklärung  Klärung gesundheitlicher Bedarfe und ggfs. Vermittlung von Ärzten/-innen und Therapeuten/-innen  sozialpädagogische Begleitung für besonders schutzbedürfti- ge Frauen und ihrer minderjährigen Kinder (Behandlung von Flucht-/Gewalttraumata durch Fachärzte)  Vermittlung von Ehrenamtlichen, Initiierung von Patenschaf- ten  Projekte initiieren, z.B. Erste-Hilfe-Kurs, Malen und Tanzen zur Entspannung, Polizeistation kennenlernen
  • 21. Seite 21 von 32  Informationsgespräche über das Erfordernis, eine Privat- Haftpflichtversicherung abzuschließen  Vernetzung des Projektes mit der Nachbarschaft  Vorbereitung auf eigenständiges Leben in der eigenen Woh- nung  Förderung der sozialen und schulischen Integration der Kinder  Förderung der beruflichen Integration der Flüchtlinge 2.5 Handlungsziel Durch Unterstützung bei der Vermittlung von Praktika in ortsansäs- sigen Unternehmen sowie Arbeitsgelegenheiten (Arbeitsgelegen- heiten nach § 5a AsylbLG), sogenannte Flüchtlingsintegrations- maßnahmen (FIM), in Verwaltung, Bauhof und bei ehrenamtlichen Trägern wird ein effektiver Beitrag für die Integration von Flüchtlin- gen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt auf kommunaler Ebene geleistet.
  • 22. Seite 22 von 32 Maßnahmen: Hilfe bei der Vermittlung von Praktika für Flüchtlinge in ortsansässi- gen Unternehmen durch die Stabsstelle III - Flüchtlingsarbeit - in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle II - Steuerungsdienst und Wirt- schaftsförderung - und dem „Arbeitskreis für Willkommenskultur“, „Freiraum - Freiwilligen Agentur Gehrden e.V.“ und anderen eh- renamtlichen Trägern. Vermittlung von Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge [Flüchtlingsin- tegrationsmaßnahmen (FIM)] durch die Stabsstelle III - Flüchtlings- arbeit - in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle II - Steuerungsdienst und Wirtschaftsförderung - und dem „Arbeitskreis für Willkommens- kultur“, „Freiraum - Freiwilligen Agentur Gehrden e.V.“ und ande- ren ehrenamtlichen Trägern. Planung für 2017 ff.  1 Hausmeister-Assistent für die Oberschule der Stadt Gehrden  1 Kita-Assistentin für die Kindertagesstätte Northen  2 Mitarbeiter für den Grünpflege- und Winterdienst des Bau- hofes der Stadt Gehrden Die Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit berät als Kompetenzzentrum alle interessierten, ehrenamtlichen Träger bei der Schaffung von weiteren Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge gemäß dem Ar- beitsmarktprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“.
  • 23. Seite 23 von 32 2.6 Handlungsziel Durch ein zusätzliches Angebot an Deutsch-Sprachkursen auf kommunaler Ebene wird das bestehende regionsweite Angebot nachfrageorientiert ergänzt, um den Integrationsprozess der Flüchtlinge in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu optimieren. Maßnahmen: Die Stadt Gehrden wird in 2016 ff. in Kooperation mit der Volks- hochschule Calenberger Land zusätzlich zum bestehenden Ange- bot bis zu drei Deutsch-Sprachkurse pro Jahr für jeweils ca. 15 – 20 Flüchtlinge anbieten, wenn der Bedarf dafür besteht. 2.7 Handlungsziel Zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung un- abhängig von der Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge ist ein Netzwerk mit zuständigen Behörden und Stellen aufzubauen. Maßnahmen:  Mindestens 1x pro Quartal findet im Rathaus Gehrden ein In- formationsaustausch mit den für die Lage in Gehrden zu- ständigen Polizeibeamten des Landes Niedersachsen und dem Fachdienst für Sicherheit und Ordnung der Stadt
  • 24. Seite 24 von 32 Gehrden statt, um sich über zur Kenntnis gelangte Delikte auszutauschen. Ziel ist es, ein gemeinsames Handeln zwi- schen Polizei und Stadt Gehrden abzustimmen, um zukünftig Erst- und Wiederholungstaten zu verhindern. Schwerpunkt kommunalen Handelns ist in diesem Zusammen- spiel die sozialpädagogische Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit, die ergänzend zur Gefährderansprache durch die zuständige Polizei mit be- troffenen Personen das Gespräch suchen, um Erst- und Wiederholungsdelikten möglichst entgegen zu wirken.  Für die Gemeinschaftsunterkunft im Bünteweg ist in Koopera- tion mit der Freiwilligen Feuerwehr Gehrden ein Brandschutz- konzept erstellt worden. In regelmäßigen Abständen werden Brandschutzübungen durchgeführt. Eine Brandmeldeanlage mit Anschaltung an die Alarmüber- tragungsanlage in der Region Hannover wurde installiert.  Die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner der Ge- meinschaftsunterkunft im Bünteweg wird ergänzend zur städ- tischen Flüchtlingssozialarbeit von einem gewerblichen Wach-/Sicherheitsdienst gewährleistet, falls dieses im Einver- nehmen mit der Polizei für erforderlich gehalten wird.
  • 25. Seite 25 von 32 An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass es laut zuständiger Polizeidienststelle bisher in Gehrden zu keinen nennenswerten De- likten durch Flüchtlinge gekommen ist. Dieser positive Umstand kann auf die priorisierte, externe Unter- bringung der Flüchtlinge in angemieteten Privatwohnungen und ihre intensive Betreuung durch die Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit sowie die ehrenamtliche Arbeit der vielen aktiven Helferinnen und Helfer zurückgeführt werden. Alle Ziele und Maßnahmen werden kontinuierlich den sich stän- dig ändernden Bedarfen und Gegebenheiten angepasst. 3. Personalausstattung Um die Aufgaben der Flüchtlingssozialarbeit im Rahmen dieses Konzeptes bei aktuell rund 300 Flüchtlingen durchführen zu kön- nen, werden 5,0 Vollzeitäquivalente in der Verwaltung, mithin vier Mitarbeiterinnen im Bereich der Flüchtlingssozialarbeit und ein Stabsstellenleiter, sowie 2,75 Vollzeitäquivalente im Bereich des Hausmeisterpools für den Betrieb der Unterkünfte und Au- ßenanlegen vorgehalten. Administrativ wird die Arbeit der Stabsstelle III Flüchtlingsarbeit unterstützt durch eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter des
  • 26. Seite 26 von 32 Fachbereichs 4 Bildung & Soziales, die als Leistungsabteilung für die Abrechnung und Auszahlung der Mieten und Betriebskosten für die angemieteten Objekte sowie die Berechnung der an die Flüchtlinge auszuzahlenden Leistungen und für die Abwicklung der Zahlläufe (Asylbewerberleistungen, Mieten etc.) im Finanz- programm zuständig sind. Leiter der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit ist Städtischer Rat Jens Dosdall. Ihm obliegt die fachliche Leitung über die Stabsstelle, die konzeptionelle Ausrichtung der Flüchtlingssozialarbeit in der Stadt Gehrden und die Verantwortung über alle Immobilienan- gelegenheiten in Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen (Gesetzliche Pflichtaufgabe). Abwesenheitsvertreterin für den Leiter der Stabsstelle ist Frau Ina Bauer. Als Sachbearbeiterinnen für Flüchtlingssozialarbeit sind Frau Ina Bauer, Frau Stefanie Mente, Frau Sanay Aktas und Frau Nina Schuppan für die fachliche Betreuung der Flüchtlinge im Rah- men des Konzeptes für die Integration von Flüchtlingen in der Stadt Gehrden zuständig. Als Hausmeister sind Herr Christoph Pulak, Herr Peter Wendland und Herr Torsten Zemke für die technische Betreuung der Flücht- lingsunterkünfte, die Inventarisierung/Ausstattung der Wohnun- gen, Kleinreparaturen, Einkäufe, Handwerkerunterstützung und
  • 27. Seite 27 von 32 für die Grünpflege verantwortlich. Herr Peter Wendland betreut exklusiv die Sammelunterkunft Bünteweg 2 als größter Einrich- tung im Stadtgebiet und unterstützt bei Bedarf seine beiden Kol- legen. Herr Christoph Pulak und Herr Torsten Zemke betreuen als mobiles Team alle sonstigen Flüchtlingsunterkünfte im Stadtge- biet. Während es sich ansonsten um Vollzeitstellen handelt, handelt es sich bei Herrn Pulak nur um eine 3/4 Hausmeisterstelle im Be- reich der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit. Mit der anderen 1/4 Stelle ist Herr Pulak als Hausmeister im Bereich der Kindertages- stätten beschäftigt. Die Hausmeisterstellen sind damit insgesamt mit einer VZ-Äquivalenz von 2,75 besetzt. Ab Oktober 2016 sind von den vier Vollzeitstellen in der Flücht- lingssozialarbeit aufgrund eines individuellen Beschäftigungsver- botes nach dem Mutterschutzgesetz lediglich drei Stellen be- setzt. Das Betreuungsverhältnis liegt bei Anwesenheit aller vier Sozial- arbeiterinnen bei 1 zu 75 Flüchtlingen. Im Rahmen der lfd. Haushaltskonsolidierung soll die zurzeit nicht besetzte Stelle bis zur Wiederkehr der Stelleninhaberin unbesetzt bleiben. Der Konsolidierungsbetrag beträgt rund 50.000,-- €/Jahr.
  • 28. Seite 28 von 32 Aufgrund dieser Maßnahme zur Konsolidierung des Haushaltes liegt das Betreuungsverhältnis aktuell bei 1 zu 100 Flüchtlingen. Die Anzahl der aktiven Helferinnen und Helfer bei den ehren- amtlichen Trägern wie u.a. dem „Freiraum - Freiwilligen Agentur Gehrden e.V“. und dem „Arbeitskreis für Willkommenskul- tur/Willkommen Gehrden“ kann im Rahmen der Flüchtlingsarbeit mit rund 100 Aktiven angegeben werden. Die Anzahl der Aktiven unterliegt natürlichen Schwankungen. Auf eine hauptamtliche Mitarbeiterin bzw. einen hauptamtli- chen Mitarbeiter in der Flüchtlingsarbeit kommen ca. 10 ehren- amtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Verhältnis 1/10). Dieses Verhältnis verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Flüchtlings- arbeit in Gehrden ohne die vielen aktiven, ehrenamtlichen Hel- ferinnen und Helfer mit dem aktuellen Personalbestand der Verwaltung nicht möglich wäre. Rat und Verwaltung der Stadt Gehrden erkennen diese außer- ordentliche Leistung aller aktiven, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingsarbeit ausdrücklich an und verpflich- ten sich, die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auch zukünftig in- nerhalb der finanziellen Möglichkeiten nachhaltig zu unterstüt- zen.
  • 29. Seite 29 von 32 Um dem signifikant erhöhten Bedarf an Schulsozialarbeit, der bereits vor dem verstärkten Zuzug von Flüchtlingskindern be- stand, gerecht zu werden, wurde zum 09.01.2017 auf konkrete Bitte der Grundschule Am Castrum zusätzlich eine 30-Stunden- Stelle für Schulsozialarbeit - vorerst befristet für 2 Jahre - neu ein- gerichtet, die der Stabsstelle III - Flüchtlingsarbeit - zugeordnet ist. Stelleninhaber ist Herr Heiko Schuiling.
  • 30. Seite 30 von 32 4. Qualitätsentwicklung Dieses Konzept wird von der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit kon- tinuierlich überprüft und weiterentwickelt, um der aktuellen Situ- ation jeweils gerecht zu werden. Herr Dosdall berichtet als Leiter der Stabsstelle für Flüchtlingsar- beit im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport regelmäßig über die aktuelle Arbeit. Alle entwickelten Dokumente aus dem Bereich der Flüchtlings- arbeit (z.B. Info-Flyer, Ratgeber, Kontaktlisten, Website etc.) wer- den regelmäßig aktualisiert und der aktuellen Lage angepasst. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Flüchtlings- sozialarbeit nehmen regelmäßig an Supervisionstreffen mit Mit- arbeiterinnen und Mitarbeitern anderer regionsangehöriger Kommunen und der Region Hannover teil, um die Qualität der eigenen Arbeit objektiv überprüfen und verbessern zu können. Durch die Einführung der digitalen Fallakte in der Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von jedem Arbeitsplatz aus jederzeit Zugriff auf alle relevanten Informationen. Dieses befördert die gleichbleibend hohe Qualität bei der Be- treuung von Flüchtlingen in Gehrden.
  • 31. Seite 31 von 32 Gehrden, 17.05.2017 Stadt Gehrden Stabsstelle für Flüchtlingsarbeit (Stabsstelle III) Herr Jens Dosdall (Verfasser und Stabsstellenleiter) Frau Ina Bauer (Abwesenheitsvertreterin des Stabsstellenleiters), Frau Stefanie Mente, Frau Sanay Aktas, Frau Nina Schuppan (Flüchtlingssozialarbeit) Herr Heiko Schuiling (Schulsozialarbeit) Herr Christoph Pulak, Herr Peter Wendland, Herr Torsten Zemke (Hausmeister) Frau Petra Casper, Herr Dominik Höfer (Leistungsabteilung)