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Herausforderungen im globalen
Bergbau und die Rolle Europas
- Kurze Einführung -
Dr. Doris Schüler
Jahrestagung 2016
Darmstadt, 01.12.2016
2
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Ausgangspunkt: Importrohstoffe aus Entwicklungsländern
Negative Auswirkungen / Risiken
● Umwelt
‒ z.B. Dammbrüche
‒ z.B. Verschärfung
Wasserknappheit
‒ z.B. Hg-Kontamination aus
artisanalem Goldbergbau
● Sozial-Ökonomische Dimension
‒ Arbeitsplatzbezogene Aspekte
‒ Beeinträchtigungen der lokalen
Bevölkerung
‒ Ressourcenfluch
Motivation für Bergbau und Chancen
● Einkommensquelle für
Bergbauländer (national, regional)
● Lokale Arbeitsplätze
● Erreichen der SDG‘s
● Für D/EU: ein wichtiges
Fundament unserer Lebens- und
Wirtschaftsweise
3
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Was hat sich in den letzten 10Jahren getan (I)?
 Starke gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit
 Entstehung zahlreicher Initiativen mit Formulierung von guten Umwelt-
und Sozialstandards. Aber: Umsetzung steht häufig noch aus
 Industrie (ICMM; TSM, ASI)  Finanzbranche (Weltbank und andere)
 Multi-Stakeholder
 Weiterhin große Katastrophen, z.B. regelmäßige Dammbrüche
 Großbergbau: besser geworden (? – keine klare Datenlage)
 Bergbau mittlerer Größe: hier vermutlich weniger Besserung
 Kleinbergbau: wachsender Sektor; 20 Millionen Beschäftige
4
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Was hat sich in den letzten 10 Jahren getan ?
 Lokale Bevölkerung:
• Deutlich mehr Engagement und Protest von lokalen Gemeinden/Aktivisten
• „Social License to Operate“: inzwischen ein großes Thema für Firmen als
eine Grundvoraussetzung für erfolgreichen Bergbau
 Ökonomische Entwicklung
• Konsens: Gute Governance ein wichtiger Schlüssel für positive Bilanz 
Herausforderung ist die Umsetzung
• Korruption und Steuervermeidung trotz internationaler Anstrengungen und
Initiativen (EITI, OECD BEPS) weiterhin ein wichtiges Thema
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Was hat sich in den letzten 10 Jahren getan ?
 Konfliktmineralien
 Ziele: Eindämmung der Finanzierung bewaffneter Konflikte aus
Rohstoffeinnahmen
• Viele Aktivitäten, vor allem rund um die DR Kongo und benachbarte Staaten
• Demnächst kommt eine EU-Richtlinie zu Konfliktmineralien  verpflichtende /
freiwillige Sorgfaltspflicht für Rohstoffimporte.
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Herausforderung: Schaffen einer Win-Win-Situation
Bergbauländer
(Entwicklungsländer)
● Nationale und regionale
Regierungen:
‒ Rohstoffe als wichtige
Einkommensquelle
‒ Aufbau von neuen
Wertschöpfungsketten
● Lokale Bevölkerung
‒ Arbeitsplätze / lokale Entwicklung
‒ Gute Umwelt- und
Sozialstandards
‒ Auch: Ablehnung des Bergbaus
Deutschland
● Unternehmen:
Versorgungssicherheit und
moderate Preise
(meist in der Rolle als Käufer)
● Konsumenten / Unternehmen:
Verantwortungsvoller Bergbau
(„ethisch vertretbarer
Rohstoffbezug)“
7
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Handlungsansatz 1: „Less bad“
Interessen der Bergbauländer
(Entwicklungsländer)
● Nationale und regionale
Regierungen:
‒ Rohstoffe als wichtige
Einkommensquelle
‒ Aufbau von neuen
Wertschöpfungsketten
● Lokale Bevölkerung
‒ Arbeitsplätze / lokale Entwicklung
‒ Gute Umwelt- und
Sozialstandards
„Less bad“
8
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Handlungsansatz 1 und 2: „Less bad“ und „More good“
Interessen der Bergbauländer
(Entwicklungsländer)
● Nationale und regionale
Regierungen:
‒ Rohstoffe als wichtige
Einkommensquelle
‒ Aufbau von neuen
Wertschöpfungsketten
● Lokale Bevölkerung
‒ Arbeitsplätze / lokale Entwicklung
‒ Gute Umwelt- und
Sozialstandards
„More good“
„Less bad“
9
www.oeko.de
Was bedeutet „Less bad “ für die Akteure?
Instrumente für bessere Umwelt- und Sozialstandards:
• eine gute staatliche Regulierung und Kontrolle
• verpflichtende/freiwillige Zertifizierungssysteme
Verantwortlichkeiten sind gut zuzuordnen:
● Regierungen der Bergbauländer
● Bergbaufirmen (keine deutschen)
● Einhaltung von Standards und transparente Rechenschaftslegung
● Deutsche Regierung / EU
● Gesetzgebung zur Sorgfaltspflicht in Lieferketten
● Kapazitätsaufbau in Entwicklungsländern
● Rohstoffverarbeitende Industrie
● Sorgfaltspflicht in der Lieferkette
10
www.oeko.de
Was bedeutet „More good“ für die Akteure?
Kernfrage: Wie kann eine breite sozio-ökonomische Entwicklung in
den Bergbauländern gelingen?
 Komplexes politisches und wirtschaftliches Handlungsfeld!
Schlüsselakteure:
‒ Regierungen der Bergbauländer
‒ D und EU: gesamtgesellschaftliche Aufgabe  Schnittstelle zur
Entwicklungspolitik
‒ Bergbaufirmen (i.d.R. keine Deutschen)  Umfang der Verantwortlichkeit?
‒ Rohstoffverarbeitende Industrie Umfang der Verantwortlichkeit?
Rollenverteilung
vielfach noch
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Herausforderungen im globalen Bergbau und die Rolle Europas

  • 1. www.oeko.de Herausforderungen im globalen Bergbau und die Rolle Europas - Kurze Einführung - Dr. Doris Schüler Jahrestagung 2016 Darmstadt, 01.12.2016
  • 2. 2 www.oeko.de Ausgangspunkt: Importrohstoffe aus Entwicklungsländern Negative Auswirkungen / Risiken ● Umwelt ‒ z.B. Dammbrüche ‒ z.B. Verschärfung Wasserknappheit ‒ z.B. Hg-Kontamination aus artisanalem Goldbergbau ● Sozial-Ökonomische Dimension ‒ Arbeitsplatzbezogene Aspekte ‒ Beeinträchtigungen der lokalen Bevölkerung ‒ Ressourcenfluch Motivation für Bergbau und Chancen ● Einkommensquelle für Bergbauländer (national, regional) ● Lokale Arbeitsplätze ● Erreichen der SDG‘s ● Für D/EU: ein wichtiges Fundament unserer Lebens- und Wirtschaftsweise
  • 3. 3 www.oeko.de Was hat sich in den letzten 10Jahren getan (I)?  Starke gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit  Entstehung zahlreicher Initiativen mit Formulierung von guten Umwelt- und Sozialstandards. Aber: Umsetzung steht häufig noch aus  Industrie (ICMM; TSM, ASI)  Finanzbranche (Weltbank und andere)  Multi-Stakeholder  Weiterhin große Katastrophen, z.B. regelmäßige Dammbrüche  Großbergbau: besser geworden (? – keine klare Datenlage)  Bergbau mittlerer Größe: hier vermutlich weniger Besserung  Kleinbergbau: wachsender Sektor; 20 Millionen Beschäftige
  • 4. 4 www.oeko.de Was hat sich in den letzten 10 Jahren getan ?  Lokale Bevölkerung: • Deutlich mehr Engagement und Protest von lokalen Gemeinden/Aktivisten • „Social License to Operate“: inzwischen ein großes Thema für Firmen als eine Grundvoraussetzung für erfolgreichen Bergbau  Ökonomische Entwicklung • Konsens: Gute Governance ein wichtiger Schlüssel für positive Bilanz  Herausforderung ist die Umsetzung • Korruption und Steuervermeidung trotz internationaler Anstrengungen und Initiativen (EITI, OECD BEPS) weiterhin ein wichtiges Thema
  • 5. 5 www.oeko.de Was hat sich in den letzten 10 Jahren getan ?  Konfliktmineralien  Ziele: Eindämmung der Finanzierung bewaffneter Konflikte aus Rohstoffeinnahmen • Viele Aktivitäten, vor allem rund um die DR Kongo und benachbarte Staaten • Demnächst kommt eine EU-Richtlinie zu Konfliktmineralien  verpflichtende / freiwillige Sorgfaltspflicht für Rohstoffimporte.
  • 6. 6 www.oeko.de Herausforderung: Schaffen einer Win-Win-Situation Bergbauländer (Entwicklungsländer) ● Nationale und regionale Regierungen: ‒ Rohstoffe als wichtige Einkommensquelle ‒ Aufbau von neuen Wertschöpfungsketten ● Lokale Bevölkerung ‒ Arbeitsplätze / lokale Entwicklung ‒ Gute Umwelt- und Sozialstandards ‒ Auch: Ablehnung des Bergbaus Deutschland ● Unternehmen: Versorgungssicherheit und moderate Preise (meist in der Rolle als Käufer) ● Konsumenten / Unternehmen: Verantwortungsvoller Bergbau („ethisch vertretbarer Rohstoffbezug)“
  • 7. 7 www.oeko.de Handlungsansatz 1: „Less bad“ Interessen der Bergbauländer (Entwicklungsländer) ● Nationale und regionale Regierungen: ‒ Rohstoffe als wichtige Einkommensquelle ‒ Aufbau von neuen Wertschöpfungsketten ● Lokale Bevölkerung ‒ Arbeitsplätze / lokale Entwicklung ‒ Gute Umwelt- und Sozialstandards „Less bad“
  • 8. 8 www.oeko.de Handlungsansatz 1 und 2: „Less bad“ und „More good“ Interessen der Bergbauländer (Entwicklungsländer) ● Nationale und regionale Regierungen: ‒ Rohstoffe als wichtige Einkommensquelle ‒ Aufbau von neuen Wertschöpfungsketten ● Lokale Bevölkerung ‒ Arbeitsplätze / lokale Entwicklung ‒ Gute Umwelt- und Sozialstandards „More good“ „Less bad“
  • 9. 9 www.oeko.de Was bedeutet „Less bad “ für die Akteure? Instrumente für bessere Umwelt- und Sozialstandards: • eine gute staatliche Regulierung und Kontrolle • verpflichtende/freiwillige Zertifizierungssysteme Verantwortlichkeiten sind gut zuzuordnen: ● Regierungen der Bergbauländer ● Bergbaufirmen (keine deutschen) ● Einhaltung von Standards und transparente Rechenschaftslegung ● Deutsche Regierung / EU ● Gesetzgebung zur Sorgfaltspflicht in Lieferketten ● Kapazitätsaufbau in Entwicklungsländern ● Rohstoffverarbeitende Industrie ● Sorgfaltspflicht in der Lieferkette
  • 10. 10 www.oeko.de Was bedeutet „More good“ für die Akteure? Kernfrage: Wie kann eine breite sozio-ökonomische Entwicklung in den Bergbauländern gelingen?  Komplexes politisches und wirtschaftliches Handlungsfeld! Schlüsselakteure: ‒ Regierungen der Bergbauländer ‒ D und EU: gesamtgesellschaftliche Aufgabe  Schnittstelle zur Entwicklungspolitik ‒ Bergbaufirmen (i.d.R. keine Deutschen)  Umfang der Verantwortlichkeit? ‒ Rohstoffverarbeitende Industrie Umfang der Verantwortlichkeit? Rollenverteilung vielfach noch ungeklärt !