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Endlagerung in Deutschland
Warum brauchen wir das? Wie geht das? Und wer
entscheidet eigentlich?
Julia Mareike Neles
Klasse 10d, Edith-Stein-Schule
Darmstadt, 20.05.2022
2
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In den nächsten 30 Minuten erhaltet Ihr:
● einen Überblick über die Ausgangssituation
● einen Exkurs zu (vielleicht doch nicht so geeigneten)
Alternativen zur Endlagerung
● einen Überblick über das Standortauswahlverfahren,
● einen Überblick über das Ergebnis des ersten Meilensteins,
den Zwischenbericht Teilgebiete,
● eine Vorstellung der aktuellen Arbeiten und der
Öffentlichkeitsbeteiligung
● Informationen über aktuelle Möglichkeiten, sich einzubringen,
Quelle Foto Titel: Öko-Institut e.V.
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
3
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Quelle: Öko-Institut e. V.
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
Ausgangssituation – Wo ist das Problem?
© Öko-Institut e.V.
4
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Ausgangssituation – Was muss weg?
Hochradioaktiver also wärmeentwickelnder Abfall:
● Aktuelle Schätzung (Stand 2019) für das Jahr 2080
(basierend auf Behälterkonzept Pollux):
ca. 27.000 m³ → Standortauswahlverfahren für ein
Endlager
Schwach und mittelradioaktive Abfälle also mit
vernachlässigbarer Wärmeentwicklung:
● Abfälle aus Betrieb und Rückbau (bis 2080):
rd. 300.000 m³
von KKW, WAA, Forschung, Landesssammelstellen, kern-
technische Industrie → Endlager Konrad (im Bau, Betrieb ab
2027)
Quelle: Zahlen Joint Convention Bericht für 2021; Foto Öko-Institut e.V.
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
©
Öko-Institut
e.V.
5
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Ausgangssituation – Was muss weg?
Weitere radioaktive Abfälle:
● Endgelagert in Morsleben (ERAM)
37.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle + 6.600 Strahlenquellen
● Rückholung Asse:
47.000 m³ Abfälle + Abraum aus der Bergung + Volumenzunahme durch
Neukonditionierung = rd. 200.000 m³ → Entsorgungsweg offen
● Abgereichertes Uran aus der Brennelementeherstellung, so genannte
Uran-Tails: rd. 100.000 m³ → Entsorgungsweg offen
„Die Endlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle am auszu-
wählenden Standort ist zulässig, wenn die gleiche bestmögliche
Sicherheit des Standortes wie bei der alleinigen Endlagerung hoch-
radioaktiver Abfälle gewährleistet ist.“ (§ 1 Abs. 6 StandAG)
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Ausgangssituation – Was muss weg?
Wärmeentwickelnde Abfälle
● werden in Castor oder vergleichbare
Transport- und Lagerbehälter verpackt
● und in Zwischenlagern gelagert
Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung
● werden meistens konditioniert, d. h. verpresst, getrocknet, verbrannt,
zementiert …
→ Ziel: chemisch stabiles Abfallprodukt und Volumenreduktion,
● Werden ebenfalls verpackt und zwischengelagert,
● Endlagerung nicht vor 2027 im Endlager Konrad, Salzgitter.
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Ausgangssituation – Was muss weg?
Quelle: Öko-Institut e.V.
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© Öko-Institut e.V.
Standorte, an denen
radioaktive Abfälle
behandelt oder
gelagert werden.
Ausnahme: im/am
genehmigten Endlager
Konrad sind keine
radioaktiven Abfälle
8
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Alternativen – Ins All schießen?
Idee: Transport ins Weltall
● sehr hoher Aufwand durch begrenzte Nutzlasten von heute
eingesetzten Trägerraketen,
● erfordert weiten Transport ins All, um Rückkehr in die Erdatmosphäre
zu vermeiden,
● sehr hohe Versagensraten in der frühen Startphase mit sehr hohem
Freisetzungsrisiko.
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Beispiel: am 28.10.2014 ist eine
unbemannte US-Trägerrakete mit
dem dem Versorgungsfrachter
Cygnus in der Startphase
explodiert.
9
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Alternativen – Dem Fortschritt vertrauen?
Idee: Technischer Fortschritt
Heißt Partitionierung und Transmutation - meint: Abtrennung einzelner
Radionuklide und Umwandlung durch Bestrahlung in "harmlose" Stoffe,
ABER
● (Grundlagen-)Forschungsbedarf auch nach Jahrzehnten immer noch
sehr hoch,
● Nicht für den gesamten radioaktiven Abfall geeignet,
● Würde sehr teuer und erfordert große Anlagen (vergleichbar zu KKW,
WAA),
● und erspart kein Endlager u.a. für die dabei entstehenden
Sekundärabfälle.
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Alternativen – Alte Bergwerke nutzen?
● Schwach- und mittelradioaktive Abfälle wurden
in den ehemaligen Bergwerken Asse II (Nieder-
sachsen) und ERAM (Sachsen-Anhalt) entsorgt.
● Aufgrund der Hohlräume haben die Bergwerke
Probleme mit der Stabilität und Wasser tritt ein.
● Aus der Asse soll der Abfall nun wieder rückge-
holt werden. Das ist technisch aufwendig und
teuer.
● Das ERAM soll verfüllt und stillgelegt werden. Das Genehmigungsverfahren
dauert seit 2005 an.
FAZIT: Ehemalige Bergwerke sind nicht als Endlager geeignet!
Quelle: Öko—Institut e. V.
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Alternativen – Einfach entscheiden?
● Gorleben ist ein Dorf in Niedersachsen, dass 1977 als Standort für ein
nukleares Entsorgungszentrum benannt wurde: Wiederaufarbeitung,
Abfallkonditionierung und Endlagerung sollte am gleichen Standort sein.
● Ab 1979 wurde erkundet und gebaut. Früh wurde aufgrund der Proteste die
Wiederaufarbeitungsanlage gestrichen.
● Heute befinden sich in Gorleben das Transportbehälterlager, das Abfalllager,
die Pilotkonditionierungsanlage und das Erkundungsbergwerk Gorleben.
● Im Rahmen des Standortauswahlverfahrens
wurde der Salzstock Gorleben ausgeschlossen.
FAZIT:
Die Suche nach einem Endlagerstandort
muss transparent, in einem nachvollzieh-
baren Auswahlprozess und mit Beteiligung
der Öffentlichkeit erfolgen.
Quelle: Gorleben: Fice (Wikipedia)
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Quelle: Öko-Institut e. V.
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Ausgangssituation – Was muss ein Endlager können?
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Standortauswahlverfahren – Was ist das?
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Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für
hochradioaktive Abfälle (Standortauswahlgesetz – StandAG)
§ 1 Zweck des Gesetzes
(1) Dieses Gesetz regelt das Standortauswahlverfahren.
(2) Mit dem Standortauswahlverfahren soll in einem partizipativen, wissen-
schaftsbasierten, transparenten, selbsthinterfragenden und lernenden Ver-
fahren für die im Inland verursachten hochradioaktiven Abfälle ein
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für eine Anlage zur Endlagerung …
in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt werden. Der Standort mit der best-
möglichen Sicherheit ist der Standort, der im Zuge eines vergleichenden
Verfahrens … bestimmt wird und … für einen Zeitraum von einer Million Jahren
gewährleistet.
Dazu gehört auch die Vermeidung unzumutbarer Lasten und Verpflichtungen für
zukünftige Generationen. …
14
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Standortauswahlverfahren – Wer macht was?
Quelle: Öko-Institut e.V.
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Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)
Beteiligungsverwaltung Fachaufsicht
Bundesamt für die Si-
cherheit der nuklearen
Entsorgung (BASE)
Bundesgesellschaft für
Endlagerung (BGE)
Vorhabensträger
Genehmigung
Aufsicht
• Standortsuche
• Bau
• Betrieb
• Stilllegung
Endlager
Träger Öffentlich-
keitsbeteiligung
15
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Standortauswahlverfahren - Wie kommen wir zu einem
Endlagerstandort?
Quelle: Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) mit Ergänzungen
durch Öko-Institut e. V.
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BGE
BASE prüft, Entscheidung durch Bundesgesetz
16
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Standortauswahlverfahren – Wie kommen wir zu
einem Endlagerstandort?
Anforderungen an ein Endlager
● Gesucht wird in Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein.
● Ausschlusskriterien sind:
Bewegungen in den Gesteinsschichten (im Zeitraum von vor 34
Millionen Jahre bis heute), Schädigung durch Bergbau, Vulkanismus
oder Erdbebengefährdung, „junges“ Grundwasser
● Mindestanforderungen betreffen:
Gebirgsdurchlässigkeit, Größe des Gebirgsbereiches, Barriere-
wirkung
● Geowissenschaftliche Abwägungskriterien (11 Stück) dienen dem
Vergleich der mindestens geeigneten Standorte.
● Planungswissenschaftliche Abwägungskriterien (11 Stück) engen
große geeignete Regionen ein bzw. vergleichen geologisch gleich
gute Standorte.
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
17
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Standortauswahlverfahren – Wie kommen wir zu
einem Endlagerstandort?
Text hier eingeben
● Erste Ebene
‒ Zweite Ebene
● Dritte Ebene
Quelle Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE)
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
Phase 1, Schritt 1: Zwischenbericht Teilgebiete
18
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Quelle Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE)
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
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Quelle Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE)
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
20
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Standortauswahlverfahren – Wie kommen wir zu
einem Endlagerstandort?
Teilgebiete in Zahlen:
Tabelle Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE)
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Wirtsgestein Anzahl Teilgebiete
Fläche
In km²
Tongestein 9 129 639
Steinsalz, davon
stratiforme Lagerung:
steile Lagerung:
14
60
28 415
2 034
Steinsalz gesamt 74 30 450
kristallines Wirtsgestein 7 80 786
Teilgebiete gesamt: 90 240 874
21
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Standortauswahlverfahren – Wie kommen wir zu
einem Endlagerstandort?
Aktueller Schritt:
● Ziel (§ 14 StandAG): Standortregionen für die übertägige Erkundung
(ca. 10 Standortregionen bis etwa 20 km² Flächenausdehnung)
● Methode: repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchung
→ BGE hat eine Vorgehensweise entwickelt
→ öffentliche Diskussion (z. B. Forum Endlagersuche am 20./21.5.22)
→ Weiterentwicklung und Anwendung
● repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchung
‒ zerlegt Teilgebiete in (Teil-)Untersuchungsräume
‒ besteht aus verschiedenen Einzelmodulen (z. B. Geosynthese, Anwendung
der Kriterien, Entwicklung vorläufiges Endlagerkonzept, Bewertung von
Ungewissheiten, Ableiten des Forschungsbedarfs, …)
‒ beinhaltet ein gestuftes Vorgehen über mehrere Prüfschritte und reduziert
so die Anzahl und Fläche der Regionen
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
22
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Öffentlichkeitsbeteiligung – Warum ist das wichtig?
Öffentlichkeitsbeteiligung…
● bei Entscheidungsverfahren ist ein Recht der Bürgerinnen und
Bürger (z.B. geregelt in Aarhus Konventionen).
● bedeutet mindestens: frühzeitige und umfassende Information sowie
Dialog, also seine Meinung einbringen und gehört werden.
● bedeutet auch Kontrolle der Handelnden: Entscheidungen
nachvollziehen, Einhaltung von Kriterien einfordern, auf
Fehlentwicklungen hinweisen.
● erfordert Kompetenz und Engagement der Beteiligten.
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
23
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Öffentlichkeitsbeteiligung – Wie geht das?
Quelle: Öko-Institut e.V.
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
©
Öko-Institut
e.V.
Öffentlichkeits-
beteiligung
nach StandAG
24
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Öffentlichkeitsbeteiligung – Wie geht das?
Quelle: Öko-Institut e. V.
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
Nationales Begleitgremium, Rat der jungen Generation
Nationale Öffentlichkeitsbeteiligung
Regionalkonferenzen /Rat der Regionen
Fachkonferenz Teilgebiete Forum Endlagersuche
Regionale Öffentlichkeitsbeteiligung ab Phase II
25
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Öffentlichkeitsbeteiligung – Was gibt‘s aktuell?
1. Forum Endlagersuche
● Freitag, 20.05.2022, 13:00 - 21:30 Uhr,
Samstag, 21.05.2022, 09:00 Uhr - 18:00 Uhr
● https://forumendlagersuche.de/REGISTRIERUNG/
‒ Wird durchgeführt in Selbstorganisation und
‒ Vorbereitet von dem Planungsteam Forum Endlagersuche
Jugend
● Rat der jungen Generation, befindet sich im
Aufbau und suchen nach weiteren Interessierten
● https://ratderjungengeneration.de/
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
26
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Öffentlichkeitsbeteiligung – Was hat das
mit mir zu tun?
● 2031 soll die Entscheidung für einen Endlagerstandort fallen.
● Es folgt das Genehmigungsverfahren, ggf. Klageverfahren,
Bau und die Inbetriebnahme (frühestens) 2050.
Wie alt seid Ihr dann?
Die Endlagerung ist eine Generationenaufgabe!
Noch viele Jahre muss es Menschen geben, die sich um die
radioaktiven Abfälle kümmern, z.B.
• als Experten oder
• als Bürger, die sich einmischen.
Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
27
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Links zum Thema
Abfallentstehung / Zwischenlagerung:
Film: Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle am Standort Karlsruhe durch
die KTE
Endlagerung:
Informationsplattform: www.endlagersuche-infoplattform.de
YouTube Kanal BASE: endlager gesucht
YouTube Kanal BGE: Bundesgesellschaft für Endlagerung
Jugend:
Impulsvortrag Rat der jungen Generation
Hier kann man Kontakt aufnehmen:
https://www.instagram.com/ratderjungengeneration/, rdjg-endlagersuche@gmx.de
Öko-Institut e. V. / Julia Neles:
Podcast zur Endlagerung, Planet Wissen: Sendung Endlagerung,
www.oeko.de, https://blog.oeko.de/
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Eure / Ihre
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  • 3. 3 www.oeko.de Quelle: Öko-Institut e. V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 Ausgangssituation – Wo ist das Problem? © Öko-Institut e.V.
  • 4. 4 www.oeko.de Ausgangssituation – Was muss weg? Hochradioaktiver also wärmeentwickelnder Abfall: ● Aktuelle Schätzung (Stand 2019) für das Jahr 2080 (basierend auf Behälterkonzept Pollux): ca. 27.000 m³ → Standortauswahlverfahren für ein Endlager Schwach und mittelradioaktive Abfälle also mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung: ● Abfälle aus Betrieb und Rückbau (bis 2080): rd. 300.000 m³ von KKW, WAA, Forschung, Landesssammelstellen, kern- technische Industrie → Endlager Konrad (im Bau, Betrieb ab 2027) Quelle: Zahlen Joint Convention Bericht für 2021; Foto Öko-Institut e.V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 © Öko-Institut e.V.
  • 5. 5 www.oeko.de Ausgangssituation – Was muss weg? Weitere radioaktive Abfälle: ● Endgelagert in Morsleben (ERAM) 37.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle + 6.600 Strahlenquellen ● Rückholung Asse: 47.000 m³ Abfälle + Abraum aus der Bergung + Volumenzunahme durch Neukonditionierung = rd. 200.000 m³ → Entsorgungsweg offen ● Abgereichertes Uran aus der Brennelementeherstellung, so genannte Uran-Tails: rd. 100.000 m³ → Entsorgungsweg offen „Die Endlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle am auszu- wählenden Standort ist zulässig, wenn die gleiche bestmögliche Sicherheit des Standortes wie bei der alleinigen Endlagerung hoch- radioaktiver Abfälle gewährleistet ist.“ (§ 1 Abs. 6 StandAG) Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 6. 6 www.oeko.de Ausgangssituation – Was muss weg? Wärmeentwickelnde Abfälle ● werden in Castor oder vergleichbare Transport- und Lagerbehälter verpackt ● und in Zwischenlagern gelagert Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung ● werden meistens konditioniert, d. h. verpresst, getrocknet, verbrannt, zementiert … → Ziel: chemisch stabiles Abfallprodukt und Volumenreduktion, ● Werden ebenfalls verpackt und zwischengelagert, ● Endlagerung nicht vor 2027 im Endlager Konrad, Salzgitter. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 7. 7 www.oeko.de Ausgangssituation – Was muss weg? Quelle: Öko-Institut e.V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 © Öko-Institut e.V. Standorte, an denen radioaktive Abfälle behandelt oder gelagert werden. Ausnahme: im/am genehmigten Endlager Konrad sind keine radioaktiven Abfälle
  • 8. 8 www.oeko.de Alternativen – Ins All schießen? Idee: Transport ins Weltall ● sehr hoher Aufwand durch begrenzte Nutzlasten von heute eingesetzten Trägerraketen, ● erfordert weiten Transport ins All, um Rückkehr in die Erdatmosphäre zu vermeiden, ● sehr hohe Versagensraten in der frühen Startphase mit sehr hohem Freisetzungsrisiko. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 Beispiel: am 28.10.2014 ist eine unbemannte US-Trägerrakete mit dem dem Versorgungsfrachter Cygnus in der Startphase explodiert.
  • 9. 9 www.oeko.de Alternativen – Dem Fortschritt vertrauen? Idee: Technischer Fortschritt Heißt Partitionierung und Transmutation - meint: Abtrennung einzelner Radionuklide und Umwandlung durch Bestrahlung in "harmlose" Stoffe, ABER ● (Grundlagen-)Forschungsbedarf auch nach Jahrzehnten immer noch sehr hoch, ● Nicht für den gesamten radioaktiven Abfall geeignet, ● Würde sehr teuer und erfordert große Anlagen (vergleichbar zu KKW, WAA), ● und erspart kein Endlager u.a. für die dabei entstehenden Sekundärabfälle. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 10. 10 www.oeko.de Alternativen – Alte Bergwerke nutzen? ● Schwach- und mittelradioaktive Abfälle wurden in den ehemaligen Bergwerken Asse II (Nieder- sachsen) und ERAM (Sachsen-Anhalt) entsorgt. ● Aufgrund der Hohlräume haben die Bergwerke Probleme mit der Stabilität und Wasser tritt ein. ● Aus der Asse soll der Abfall nun wieder rückge- holt werden. Das ist technisch aufwendig und teuer. ● Das ERAM soll verfüllt und stillgelegt werden. Das Genehmigungsverfahren dauert seit 2005 an. FAZIT: Ehemalige Bergwerke sind nicht als Endlager geeignet! Quelle: Öko—Institut e. V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 11. 11 www.oeko.de Alternativen – Einfach entscheiden? ● Gorleben ist ein Dorf in Niedersachsen, dass 1977 als Standort für ein nukleares Entsorgungszentrum benannt wurde: Wiederaufarbeitung, Abfallkonditionierung und Endlagerung sollte am gleichen Standort sein. ● Ab 1979 wurde erkundet und gebaut. Früh wurde aufgrund der Proteste die Wiederaufarbeitungsanlage gestrichen. ● Heute befinden sich in Gorleben das Transportbehälterlager, das Abfalllager, die Pilotkonditionierungsanlage und das Erkundungsbergwerk Gorleben. ● Im Rahmen des Standortauswahlverfahrens wurde der Salzstock Gorleben ausgeschlossen. FAZIT: Die Suche nach einem Endlagerstandort muss transparent, in einem nachvollzieh- baren Auswahlprozess und mit Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen. Quelle: Gorleben: Fice (Wikipedia) Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 12. 12 www.oeko.de Quelle: Öko-Institut e. V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 Ausgangssituation – Was muss ein Endlager können?
  • 13. 13 www.oeko.de Standortauswahlverfahren – Was ist das? Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle (Standortauswahlgesetz – StandAG) § 1 Zweck des Gesetzes (1) Dieses Gesetz regelt das Standortauswahlverfahren. (2) Mit dem Standortauswahlverfahren soll in einem partizipativen, wissen- schaftsbasierten, transparenten, selbsthinterfragenden und lernenden Ver- fahren für die im Inland verursachten hochradioaktiven Abfälle ein Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für eine Anlage zur Endlagerung … in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt werden. Der Standort mit der best- möglichen Sicherheit ist der Standort, der im Zuge eines vergleichenden Verfahrens … bestimmt wird und … für einen Zeitraum von einer Million Jahren gewährleistet. Dazu gehört auch die Vermeidung unzumutbarer Lasten und Verpflichtungen für zukünftige Generationen. …
  • 14. 14 www.oeko.de Standortauswahlverfahren – Wer macht was? Quelle: Öko-Institut e.V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) Beteiligungsverwaltung Fachaufsicht Bundesamt für die Si- cherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Vorhabensträger Genehmigung Aufsicht • Standortsuche • Bau • Betrieb • Stilllegung Endlager Träger Öffentlich- keitsbeteiligung
  • 15. 15 www.oeko.de Standortauswahlverfahren - Wie kommen wir zu einem Endlagerstandort? Quelle: Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) mit Ergänzungen durch Öko-Institut e. V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 BGE BASE prüft, Entscheidung durch Bundesgesetz
  • 16. 16 www.oeko.de Standortauswahlverfahren – Wie kommen wir zu einem Endlagerstandort? Anforderungen an ein Endlager ● Gesucht wird in Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein. ● Ausschlusskriterien sind: Bewegungen in den Gesteinsschichten (im Zeitraum von vor 34 Millionen Jahre bis heute), Schädigung durch Bergbau, Vulkanismus oder Erdbebengefährdung, „junges“ Grundwasser ● Mindestanforderungen betreffen: Gebirgsdurchlässigkeit, Größe des Gebirgsbereiches, Barriere- wirkung ● Geowissenschaftliche Abwägungskriterien (11 Stück) dienen dem Vergleich der mindestens geeigneten Standorte. ● Planungswissenschaftliche Abwägungskriterien (11 Stück) engen große geeignete Regionen ein bzw. vergleichen geologisch gleich gute Standorte. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 17. 17 www.oeko.de Standortauswahlverfahren – Wie kommen wir zu einem Endlagerstandort? Text hier eingeben ● Erste Ebene ‒ Zweite Ebene ● Dritte Ebene Quelle Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 Phase 1, Schritt 1: Zwischenbericht Teilgebiete
  • 18. 18 www.oeko.de Quelle Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 19. 19 www.oeko.de Quelle Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 20. 20 www.oeko.de Standortauswahlverfahren – Wie kommen wir zu einem Endlagerstandort? Teilgebiete in Zahlen: Tabelle Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 Wirtsgestein Anzahl Teilgebiete Fläche In km² Tongestein 9 129 639 Steinsalz, davon stratiforme Lagerung: steile Lagerung: 14 60 28 415 2 034 Steinsalz gesamt 74 30 450 kristallines Wirtsgestein 7 80 786 Teilgebiete gesamt: 90 240 874
  • 21. 21 www.oeko.de Standortauswahlverfahren – Wie kommen wir zu einem Endlagerstandort? Aktueller Schritt: ● Ziel (§ 14 StandAG): Standortregionen für die übertägige Erkundung (ca. 10 Standortregionen bis etwa 20 km² Flächenausdehnung) ● Methode: repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchung → BGE hat eine Vorgehensweise entwickelt → öffentliche Diskussion (z. B. Forum Endlagersuche am 20./21.5.22) → Weiterentwicklung und Anwendung ● repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchung ‒ zerlegt Teilgebiete in (Teil-)Untersuchungsräume ‒ besteht aus verschiedenen Einzelmodulen (z. B. Geosynthese, Anwendung der Kriterien, Entwicklung vorläufiges Endlagerkonzept, Bewertung von Ungewissheiten, Ableiten des Forschungsbedarfs, …) ‒ beinhaltet ein gestuftes Vorgehen über mehrere Prüfschritte und reduziert so die Anzahl und Fläche der Regionen Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 22. 22 www.oeko.de Öffentlichkeitsbeteiligung – Warum ist das wichtig? Öffentlichkeitsbeteiligung… ● bei Entscheidungsverfahren ist ein Recht der Bürgerinnen und Bürger (z.B. geregelt in Aarhus Konventionen). ● bedeutet mindestens: frühzeitige und umfassende Information sowie Dialog, also seine Meinung einbringen und gehört werden. ● bedeutet auch Kontrolle der Handelnden: Entscheidungen nachvollziehen, Einhaltung von Kriterien einfordern, auf Fehlentwicklungen hinweisen. ● erfordert Kompetenz und Engagement der Beteiligten. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 23. 23 www.oeko.de Öffentlichkeitsbeteiligung – Wie geht das? Quelle: Öko-Institut e.V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 © Öko-Institut e.V. Öffentlichkeits- beteiligung nach StandAG
  • 24. 24 www.oeko.de Öffentlichkeitsbeteiligung – Wie geht das? Quelle: Öko-Institut e. V. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022 Nationales Begleitgremium, Rat der jungen Generation Nationale Öffentlichkeitsbeteiligung Regionalkonferenzen /Rat der Regionen Fachkonferenz Teilgebiete Forum Endlagersuche Regionale Öffentlichkeitsbeteiligung ab Phase II
  • 25. 25 www.oeko.de Öffentlichkeitsbeteiligung – Was gibt‘s aktuell? 1. Forum Endlagersuche ● Freitag, 20.05.2022, 13:00 - 21:30 Uhr, Samstag, 21.05.2022, 09:00 Uhr - 18:00 Uhr ● https://forumendlagersuche.de/REGISTRIERUNG/ ‒ Wird durchgeführt in Selbstorganisation und ‒ Vorbereitet von dem Planungsteam Forum Endlagersuche Jugend ● Rat der jungen Generation, befindet sich im Aufbau und suchen nach weiteren Interessierten ● https://ratderjungengeneration.de/ Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 26. 26 www.oeko.de Öffentlichkeitsbeteiligung – Was hat das mit mir zu tun? ● 2031 soll die Entscheidung für einen Endlagerstandort fallen. ● Es folgt das Genehmigungsverfahren, ggf. Klageverfahren, Bau und die Inbetriebnahme (frühestens) 2050. Wie alt seid Ihr dann? Die Endlagerung ist eine Generationenaufgabe! Noch viele Jahre muss es Menschen geben, die sich um die radioaktiven Abfälle kümmern, z.B. • als Experten oder • als Bürger, die sich einmischen. Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 27. 27 www.oeko.de Links zum Thema Abfallentstehung / Zwischenlagerung: Film: Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle am Standort Karlsruhe durch die KTE Endlagerung: Informationsplattform: www.endlagersuche-infoplattform.de YouTube Kanal BASE: endlager gesucht YouTube Kanal BGE: Bundesgesellschaft für Endlagerung Jugend: Impulsvortrag Rat der jungen Generation Hier kann man Kontakt aufnehmen: https://www.instagram.com/ratderjungengeneration/, rdjg-endlagersuche@gmx.de Öko-Institut e. V. / Julia Neles: Podcast zur Endlagerung, Planet Wissen: Sendung Endlagerung, www.oeko.de, https://blog.oeko.de/ Endlagerung in Deutschland │Julia Neles│ESS Darmstadt, 20.05.2022
  • 28. www.oeko.de Vielen Dank für Eure / Ihre Aufmerksamkeit! Gibt’s Fragen?