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oliver.ruoff@delta4u.de
Herdweg 10
71384 Weinstadt
Delta4U Consultants GmbH
In schwierigen Zeiten
FIT 4 FUTURE
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Ausgangssituation
Umfeld
Ausgelöst durch die weltweite Pandemie wurden schonungslos viele Defizite
unserer heutigen Ökonomie aufgedeckt.
• Outsourcing und eine starke Fokussierung auf den asiatischen
Lieferantenmarkt haben zu strukturellen Engpässen insbesondere bei der
Versorgung mit Elektronikkomponenten geführt.
• Die Bequemlichkeit einer vorhandenen und anscheinend sicheren
Energieversorgung hat zu wenig Konsequenz bei der notwendigen
Restrukturierung in diesem Sektor geführt. Sowohl erneuerbare als auch
alternative Energiequellen werden nicht schnell genug erschlossen und die
dafür notwendige Infrastruktur nicht schnell genug aufgebaut.
• Durch die rasch erholte Wirtschaft ist ein Arbeitskräftemangel in beinahe
allen Branchen entstanden. Zum einen kann man sich fragen, wohin die
Menschen abgewandert sind. Denn vor der Pandemie war es zwar auch
bereits knapp, aber nicht so knapp. Zudem haben andere Länder Europas
eine extreme Jugendarbeitslosigkeit. Wie kann das genutzt werden?
• Energiekrise und Arbeitskräftemangel führen zu einer Kostensteigerung,
die an die Verbraucher weitergegeben wird. Die dadurch entstehende
Inflation kann kaum dadurch ausgeglichen werden, indem die Zinssätze
um 0,5% erhöht werden. Dies führt zwar zu einer Erhöhung des Werts der
jeweiligen Währung, da dies aber weltweit passiert gleicht sich dieser
Effekt weitgehend aus.
• Bedingt durch Inflation und entsprechend erhöhte Ausgaben kaufen
Endkunden nur was unbedingt benötigt oder gewünscht wird.
Unternehmen, die den täglichen Bedarf decken oder Unternehmen die
Luxusartikel anbieten haben keine Absatzprobleme. Für alle gilt, dass der
Kaufanreiz aktuell höher sein muss. Differenzierung ist wesentlich.
Dies ist wohl nur ein Ausschnitt der Themen, die durch die aktuelle Lage
forciert wurden. Aber es zeigt auf, dass ein Umdenken in vielen Bereichen
stattfinden muss. Das gilt sowohl volkswirtschaftlich als auch
betriebswirtschaftlich.
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Unternehmerische Situation
Für Unternehmer sind aktuell 2, zeitlich unterschiedlich gelagerte Themen-
kreise zu bearbeiten.
Bild 1: Gesamtlogik
• Kurzfristig sind alle Themen wichtig die den „free cash-flow“ absichern
und/oder optimieren. Das ist wesentlich, um die herausfordernden und
investitionsintensiven Maßnahmen zu finanzieren die anstehen:
o Kostenstrukturanalyse / Benchmarking um den Suchraum für eine
Optimierung des cash-flow einzugrenzen.
o Um eine kurzfristige Verbesserung des operativen Ergebnisses zu
erreichen sind typische Suchfelder sowohl die Materialkosten als auch
zugekaufte Dienstleistungen und Kapazitäten.
o Womöglich kann durch Prozessoptimierungen sowohl in direkten als
auch indirekten Organisationsbereichen der Kapazitätsbedarf reduziert
werden, so dass durch Insourcing eine Kostenoptimierung erreicht
werden kann.
o Schwerpunktthemen sind neben den oben erwähnten „klassischen“
Themen ebenso aktuelle, wie die Absicherung der Supply-Chain,
Konsequenzen aus Energiekrise, und Verfügbarkeit von Mitarbeitern.
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• Mittel- bis langfristige Themen
o Die derzeitige Situation im Markt, zum Wettbewerb und bezüglich der
Technologie ist unvoreingenommen zu bewerten.
o Auf dieser Basis können Szenarien zu deren Entwicklung abgeleitet und
nach Wahrscheinlichkeit priorisiert werden.
o Bezogen auf diese Szenarien ist die aktuelle Unternehmensstrategie zu
hinterfragen und womöglich anzupassen.
o Daraus ergibt sich der mittel- bis langfristige Handlungsbedarf, um ihr
Unternehmen zukunftsorientiert und resilient auszurichten. Jedes
Handlungsfeld sollte als business-case mit Aufwand, Nutzen, Zeit- und
Kapazitätsbedarf beschrieben werden.
o Dass neben Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit auch Resilienz eine
wesentliche Rolle spielt, zeigt die aktuelle Situation. Wahrscheinlich
konnte niemand einen Krieg vorhersagen, aber Energieknappheit,
instabile Supply-Chain aufgrund der Globalisierung und
Personalverfügbarkeit sind Themen, mit denen man rechnen muss.
Lösungsansätze
Strategie
In einem ersten Schritt müssen die Kernstärken und die Schlüssel-
Erfolgsfaktoren herausgearbeitet werden, mit denen ihr Unternehmen im
Markt gegen den Wettbewerb punkten wird. Natürlich gibt es für ihr
Unternehmen eine aktive Strategie, aber dies ist der richtige Zeitpunkt, um
unter den aktuellen Bedingungen die bestehende Strategie zu reflektieren.
Außerdem ist die Unternehmensstrategie häufig nicht konkret genug definiert
um auch als Handlungsanweisung für die Schlüsselprozesse des
Unternehmens zu dienen.
Dazu müssen zuerst die Schlüsselstärken definiert werden, mit denen ihr
Unternehmen gegen den Wettbewerb siegen wird.
Das ist die Basis, um Organisation und Schlüsselprozesse konsequent und
„spitz“ an den entsprechenden Zielen auszurichten. Ein Innovator hat eine
komplett andere Organisation und entsprechende Kostenstruktur wie z.B. ein
Preis-/Kostenführer.
Resilienz ergibt sich auch durch eine Fokussierung auf die wesentlichen
Kernstärken und deren Absicherung. Weniger ist hier häufig mehr.
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Bild 2: Differenzierungsmerkmale
Technologie
Um die wesentlichen Ansatzpunkte für die technologische Weiterentwicklung
ihrer Produkte zu identifizieren, sollten unterschiedliche Stoßrichtungen
angegangen werden. Am naheliegendsten ist es, mit einer wertanalytischen
Untersuchung der bestehenden Produkte sowie des Produktprogramms zu
beginnen. Das hilft, um sich auf die wesentlichen Funktionen im Produkt bzw.
die wesentlichen Produkte im Programm zu konzentrieren.
Zudem sollten auch die Möglichkeiten einer Vorwärts- und/oder Rückwärts-
Integration in das Gesamtsystem beim Kunden untersucht werden. Das
macht nur Sinn, wenn sich dadurch für den Kunden deutliche Vorteile
ergeben.
Sowohl die Ergebnisse der Wertanalyse als auch die Potenziale der Vor-/
Rückwärtsintegration müssen mit den Kunden besprochen werden. Das
sollte am besten und effizientesten im Rahmen einer Kundenklinik
durchgeführt werden.
Im Absatz über die Ausgangssituation habe ich über die aktuellen, kritischen
Themen geschrieben. Diese werden uns alle weiter beschäftigen. Stabilität in
der Supply-Chain, Energie, Industrie 4.0, Arbeitskräfte werden wichtig
bleiben. Produkte sowie Dienstleistungen sollten auch in diese Richtung
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untersucht werden. Wie können ihre Produkte zur Lösung dieser
anspruchsvollen Herausforderungen beitragen?
Darüber hinaus gibt es die technologische Weiterentwicklung der
Komponenten und/oder angewandten Wirkmechanismen. Das sollte auch
genutzt werden, um womöglich unabhängiger von einem Lieferanten oder
einem Beschaffungsmarkt zu werden.
Supply-Chain
In den letzten Jahren wurden Make-or-Buy Entscheidungen über die
komplette Lieferkette hinweg beinahe ausschließlich auf Kostenebene
getroffen. Die Stabilität der Supply Chain wurde dabei vorausgesetzt. Das hat
sich geändert. Bedingt durch Covid, Krieg, politische Differenzen und
Engpässe in der Lieferkette haben sich sowohl Preisniveau als auch
Verfügbarkeit komplett verändert.
Kurzfristig kann daran direkt auch nichts geändert werden. Die einzige
Möglichkeit ist eine entsprechende Priorisierung der Aufträge vorzunehmen.
Produkte mit höheren Margen und Kunden mit strategischer Relevanz
und/oder höheren Gewinnmargen sind zu bevorzugen. Dazu muss in einem
ersten Schritt diese Transparenz verfügbar sein. So kann bei begrenzten
Ressourcen zumindest das Betriebsergebnis optimiert werden.
Längerfristig sind die strategisch relevanten Bezugsanteile wie elektronische
Bauteile, Rohstoffe aber auch Dienstleistungen auf alternative Bezugsquellen
und bei entsprechender Größe auf eine Anpassung der Make-or-Buy
Entscheidung zu untersuchen. Hier können auch strategische Allianzen eine
wesentliche Rolle spielen.
In ausgewählten Fällen können auch alternative Rohstoffe, Komponenten
oder Technologien im Vorfeld entwickelt und definiert werden.
Arbeitskräfte Verfügbarkeit
Durch unterschiedliche Effekte sind Arbeitskräfte aktuell schwer zu finden.
Das gilt sowohl für Dienstleistungen aber auch in der produzierenden
Industrie. Das ist eine ideale Zeit, um die Effizienz insbesondere der
manuellen Arbeitsplätze zu maximieren. Da die Arbeitsplätze an sich sicher
sind besteht auch kaum Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes und
entsprechend ziehe Mitarbeiter deutlich engagierter mit als in einer Phase, in
der es um reine Kosteneinsparung geht. Über eine Wertstromanalyse können
die wesentlichen Potenziale identifiziert und anschließend realisiert werden.
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Da der Kapazitätsengpass je nach Produktionsprogramm gerne „wandert“ ist
die Mehrfachqualifikation der Mitarbeiter ebenso wichtig. Dies gilt sowohl für
die direkten als auch für die indirekten Mitarbeiter. Dabei kann auch darüber
nachgedacht werden, ob indirekte Mitarbeiter auf Shop-floor eingesetzt
werden.
Es kann Sinn machen z.B. Entwicklungsmitarbeiter in der Fertigung
einzusetzen, um das Verständnis für produzierbares Produktdesign zu
fördern.
Last but not least kann natürlich auch über einen höheren
Automatisierungsgrad nachgedacht werden. Dies wirkt allerdings nicht
kurzfristig und erhöht die Fixkosten des Unternehmens. Gemeinsam mit
Industrie 4.0 Ansätzen zur Flexibilisierung der Automatisierung kann dies
trotzdem Sinn machen.
Energie
In allen produzierenden Branchen spielt Energie eine Rolle. In einigen ist das
sogar ein wesentlicher Kostenfaktor. Dabei war Gas bisher ein verfügbarer
und kostengünstiger Energieträger. Das hat sich sowohl bezüglich der
Verfügbarkeit als auch des Preises geändert. Aber auch Öl ist hier nicht
deutlich besser zu bewerten.
Im Wesentlichen bleibt dann regenerativ hergestellter Strom als
Energiequelle. Um sich hier unabhängig von der Stromversorgung durch
Energieversorger zu machen, sollte jeder Unternehmer über Solar oder
Windkraft nachdenken. Auch hier können strategische Allianzen sinnvoll sein.
Resilienz
Neben den bereits bekannten Themen, die oben beschrieben sind, gibt es
natürlich weitere Gefahrenfaktoren, die wir derzeit noch nicht konkret kennen.
Trotzdem sollte sich jedes Unternehmen auf potenzielle Risiken vorbereiten.
Für die Stabilisierung von Prozessen gibt es dazu eine bewährte Methode.
Die FMEA (failure mode and effects analysis) Methode die in einem
teamorientierten Ansatz potenzielle Fehlerquellen identifiziert und außerdem
Präventivmaßnahmen vorzubereiten.
Gerne tausche ich mich mit Ihnen darüber aus. Hinterlassen Sie einfach eine
Nachricht. Bis dann!

Delta4U_fit4future.pdf

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    1 +49 176 61754409 oliver.ruoff@delta4u.de Herdweg10 71384 Weinstadt Delta4U Consultants GmbH In schwierigen Zeiten FIT 4 FUTURE
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    www.delta4u.de 2 Ausgangssituation Umfeld Ausgelöst durch dieweltweite Pandemie wurden schonungslos viele Defizite unserer heutigen Ökonomie aufgedeckt. • Outsourcing und eine starke Fokussierung auf den asiatischen Lieferantenmarkt haben zu strukturellen Engpässen insbesondere bei der Versorgung mit Elektronikkomponenten geführt. • Die Bequemlichkeit einer vorhandenen und anscheinend sicheren Energieversorgung hat zu wenig Konsequenz bei der notwendigen Restrukturierung in diesem Sektor geführt. Sowohl erneuerbare als auch alternative Energiequellen werden nicht schnell genug erschlossen und die dafür notwendige Infrastruktur nicht schnell genug aufgebaut. • Durch die rasch erholte Wirtschaft ist ein Arbeitskräftemangel in beinahe allen Branchen entstanden. Zum einen kann man sich fragen, wohin die Menschen abgewandert sind. Denn vor der Pandemie war es zwar auch bereits knapp, aber nicht so knapp. Zudem haben andere Länder Europas eine extreme Jugendarbeitslosigkeit. Wie kann das genutzt werden? • Energiekrise und Arbeitskräftemangel führen zu einer Kostensteigerung, die an die Verbraucher weitergegeben wird. Die dadurch entstehende Inflation kann kaum dadurch ausgeglichen werden, indem die Zinssätze um 0,5% erhöht werden. Dies führt zwar zu einer Erhöhung des Werts der jeweiligen Währung, da dies aber weltweit passiert gleicht sich dieser Effekt weitgehend aus. • Bedingt durch Inflation und entsprechend erhöhte Ausgaben kaufen Endkunden nur was unbedingt benötigt oder gewünscht wird. Unternehmen, die den täglichen Bedarf decken oder Unternehmen die Luxusartikel anbieten haben keine Absatzprobleme. Für alle gilt, dass der Kaufanreiz aktuell höher sein muss. Differenzierung ist wesentlich. Dies ist wohl nur ein Ausschnitt der Themen, die durch die aktuelle Lage forciert wurden. Aber es zeigt auf, dass ein Umdenken in vielen Bereichen stattfinden muss. Das gilt sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich.
  • 3.
    www.delta4u.de 3 Unternehmerische Situation Für Unternehmersind aktuell 2, zeitlich unterschiedlich gelagerte Themen- kreise zu bearbeiten. Bild 1: Gesamtlogik • Kurzfristig sind alle Themen wichtig die den „free cash-flow“ absichern und/oder optimieren. Das ist wesentlich, um die herausfordernden und investitionsintensiven Maßnahmen zu finanzieren die anstehen: o Kostenstrukturanalyse / Benchmarking um den Suchraum für eine Optimierung des cash-flow einzugrenzen. o Um eine kurzfristige Verbesserung des operativen Ergebnisses zu erreichen sind typische Suchfelder sowohl die Materialkosten als auch zugekaufte Dienstleistungen und Kapazitäten. o Womöglich kann durch Prozessoptimierungen sowohl in direkten als auch indirekten Organisationsbereichen der Kapazitätsbedarf reduziert werden, so dass durch Insourcing eine Kostenoptimierung erreicht werden kann. o Schwerpunktthemen sind neben den oben erwähnten „klassischen“ Themen ebenso aktuelle, wie die Absicherung der Supply-Chain, Konsequenzen aus Energiekrise, und Verfügbarkeit von Mitarbeitern.
  • 4.
    www.delta4u.de 4 • Mittel- bislangfristige Themen o Die derzeitige Situation im Markt, zum Wettbewerb und bezüglich der Technologie ist unvoreingenommen zu bewerten. o Auf dieser Basis können Szenarien zu deren Entwicklung abgeleitet und nach Wahrscheinlichkeit priorisiert werden. o Bezogen auf diese Szenarien ist die aktuelle Unternehmensstrategie zu hinterfragen und womöglich anzupassen. o Daraus ergibt sich der mittel- bis langfristige Handlungsbedarf, um ihr Unternehmen zukunftsorientiert und resilient auszurichten. Jedes Handlungsfeld sollte als business-case mit Aufwand, Nutzen, Zeit- und Kapazitätsbedarf beschrieben werden. o Dass neben Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit auch Resilienz eine wesentliche Rolle spielt, zeigt die aktuelle Situation. Wahrscheinlich konnte niemand einen Krieg vorhersagen, aber Energieknappheit, instabile Supply-Chain aufgrund der Globalisierung und Personalverfügbarkeit sind Themen, mit denen man rechnen muss. Lösungsansätze Strategie In einem ersten Schritt müssen die Kernstärken und die Schlüssel- Erfolgsfaktoren herausgearbeitet werden, mit denen ihr Unternehmen im Markt gegen den Wettbewerb punkten wird. Natürlich gibt es für ihr Unternehmen eine aktive Strategie, aber dies ist der richtige Zeitpunkt, um unter den aktuellen Bedingungen die bestehende Strategie zu reflektieren. Außerdem ist die Unternehmensstrategie häufig nicht konkret genug definiert um auch als Handlungsanweisung für die Schlüsselprozesse des Unternehmens zu dienen. Dazu müssen zuerst die Schlüsselstärken definiert werden, mit denen ihr Unternehmen gegen den Wettbewerb siegen wird. Das ist die Basis, um Organisation und Schlüsselprozesse konsequent und „spitz“ an den entsprechenden Zielen auszurichten. Ein Innovator hat eine komplett andere Organisation und entsprechende Kostenstruktur wie z.B. ein Preis-/Kostenführer. Resilienz ergibt sich auch durch eine Fokussierung auf die wesentlichen Kernstärken und deren Absicherung. Weniger ist hier häufig mehr.
  • 5.
    www.delta4u.de 5 Bild 2: Differenzierungsmerkmale Technologie Umdie wesentlichen Ansatzpunkte für die technologische Weiterentwicklung ihrer Produkte zu identifizieren, sollten unterschiedliche Stoßrichtungen angegangen werden. Am naheliegendsten ist es, mit einer wertanalytischen Untersuchung der bestehenden Produkte sowie des Produktprogramms zu beginnen. Das hilft, um sich auf die wesentlichen Funktionen im Produkt bzw. die wesentlichen Produkte im Programm zu konzentrieren. Zudem sollten auch die Möglichkeiten einer Vorwärts- und/oder Rückwärts- Integration in das Gesamtsystem beim Kunden untersucht werden. Das macht nur Sinn, wenn sich dadurch für den Kunden deutliche Vorteile ergeben. Sowohl die Ergebnisse der Wertanalyse als auch die Potenziale der Vor-/ Rückwärtsintegration müssen mit den Kunden besprochen werden. Das sollte am besten und effizientesten im Rahmen einer Kundenklinik durchgeführt werden. Im Absatz über die Ausgangssituation habe ich über die aktuellen, kritischen Themen geschrieben. Diese werden uns alle weiter beschäftigen. Stabilität in der Supply-Chain, Energie, Industrie 4.0, Arbeitskräfte werden wichtig bleiben. Produkte sowie Dienstleistungen sollten auch in diese Richtung
  • 6.
    www.delta4u.de 6 untersucht werden. Wiekönnen ihre Produkte zur Lösung dieser anspruchsvollen Herausforderungen beitragen? Darüber hinaus gibt es die technologische Weiterentwicklung der Komponenten und/oder angewandten Wirkmechanismen. Das sollte auch genutzt werden, um womöglich unabhängiger von einem Lieferanten oder einem Beschaffungsmarkt zu werden. Supply-Chain In den letzten Jahren wurden Make-or-Buy Entscheidungen über die komplette Lieferkette hinweg beinahe ausschließlich auf Kostenebene getroffen. Die Stabilität der Supply Chain wurde dabei vorausgesetzt. Das hat sich geändert. Bedingt durch Covid, Krieg, politische Differenzen und Engpässe in der Lieferkette haben sich sowohl Preisniveau als auch Verfügbarkeit komplett verändert. Kurzfristig kann daran direkt auch nichts geändert werden. Die einzige Möglichkeit ist eine entsprechende Priorisierung der Aufträge vorzunehmen. Produkte mit höheren Margen und Kunden mit strategischer Relevanz und/oder höheren Gewinnmargen sind zu bevorzugen. Dazu muss in einem ersten Schritt diese Transparenz verfügbar sein. So kann bei begrenzten Ressourcen zumindest das Betriebsergebnis optimiert werden. Längerfristig sind die strategisch relevanten Bezugsanteile wie elektronische Bauteile, Rohstoffe aber auch Dienstleistungen auf alternative Bezugsquellen und bei entsprechender Größe auf eine Anpassung der Make-or-Buy Entscheidung zu untersuchen. Hier können auch strategische Allianzen eine wesentliche Rolle spielen. In ausgewählten Fällen können auch alternative Rohstoffe, Komponenten oder Technologien im Vorfeld entwickelt und definiert werden. Arbeitskräfte Verfügbarkeit Durch unterschiedliche Effekte sind Arbeitskräfte aktuell schwer zu finden. Das gilt sowohl für Dienstleistungen aber auch in der produzierenden Industrie. Das ist eine ideale Zeit, um die Effizienz insbesondere der manuellen Arbeitsplätze zu maximieren. Da die Arbeitsplätze an sich sicher sind besteht auch kaum Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes und entsprechend ziehe Mitarbeiter deutlich engagierter mit als in einer Phase, in der es um reine Kosteneinsparung geht. Über eine Wertstromanalyse können die wesentlichen Potenziale identifiziert und anschließend realisiert werden.
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    www.delta4u.de 7 Da der Kapazitätsengpassje nach Produktionsprogramm gerne „wandert“ ist die Mehrfachqualifikation der Mitarbeiter ebenso wichtig. Dies gilt sowohl für die direkten als auch für die indirekten Mitarbeiter. Dabei kann auch darüber nachgedacht werden, ob indirekte Mitarbeiter auf Shop-floor eingesetzt werden. Es kann Sinn machen z.B. Entwicklungsmitarbeiter in der Fertigung einzusetzen, um das Verständnis für produzierbares Produktdesign zu fördern. Last but not least kann natürlich auch über einen höheren Automatisierungsgrad nachgedacht werden. Dies wirkt allerdings nicht kurzfristig und erhöht die Fixkosten des Unternehmens. Gemeinsam mit Industrie 4.0 Ansätzen zur Flexibilisierung der Automatisierung kann dies trotzdem Sinn machen. Energie In allen produzierenden Branchen spielt Energie eine Rolle. In einigen ist das sogar ein wesentlicher Kostenfaktor. Dabei war Gas bisher ein verfügbarer und kostengünstiger Energieträger. Das hat sich sowohl bezüglich der Verfügbarkeit als auch des Preises geändert. Aber auch Öl ist hier nicht deutlich besser zu bewerten. Im Wesentlichen bleibt dann regenerativ hergestellter Strom als Energiequelle. Um sich hier unabhängig von der Stromversorgung durch Energieversorger zu machen, sollte jeder Unternehmer über Solar oder Windkraft nachdenken. Auch hier können strategische Allianzen sinnvoll sein. Resilienz Neben den bereits bekannten Themen, die oben beschrieben sind, gibt es natürlich weitere Gefahrenfaktoren, die wir derzeit noch nicht konkret kennen. Trotzdem sollte sich jedes Unternehmen auf potenzielle Risiken vorbereiten. Für die Stabilisierung von Prozessen gibt es dazu eine bewährte Methode. Die FMEA (failure mode and effects analysis) Methode die in einem teamorientierten Ansatz potenzielle Fehlerquellen identifiziert und außerdem Präventivmaßnahmen vorzubereiten. Gerne tausche ich mich mit Ihnen darüber aus. Hinterlassen Sie einfach eine Nachricht. Bis dann!