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PUBLI-FORUM
Entsprechend der relativ neuen Prä-
senz freier Software im Banking
herrscht Erklärungsbedarf. Inwieweit
tragen Sie bzw. Ihr Angebot zu ratio-
neller Lösung bei?
Zuerst müssen wir an dieser Stelle ein
paar Begriffe erklären respektive definie-
ren. Open Source und «freie Software»
werden sehr oft als Synonyme verwen-
det, was nicht ganz richtig ist. Freie Soft-
ware heisst nur, dass die Applikationen
frei vom Internet heruntergeladen und
ohne Support und Wartung eingesetzt
werden können. Sun's gesamte Software
ist frei verfügbar und kann schon heute
ohne Einschränkungen verwendet wer-
den. Open Source hingegen heisst, dass
auch der Source Code der Applikationen
im Internet zur Verfügung steht und von
anderen Firmen unter speziellen Lizenz-
verträgen weiterverwendet werden
kann. Sun hat dazu eine klare Roadmap,
die aufzeigt wann welche Produkte als
Open Source veröffentlicht werden.
Um Applikationen in die Open Source
Community zu geben, muss eine ent-
sprechende Community geschaffen, eine
Projekt-Homepage im Internet erstellt
und der gesamte existierende Code auf
Lizenzbestimmungen hin untersucht
werden. Dies ist recht aufwendig und
bedingt grosse Sorgfalt. Darum hat Sun
beschlossen, nicht alle Codes auf ein Mal
freizugeben, sondern kontinuierlich. So
wurde erst kürzlich angekündigt, dass
Teile von Java(TM) zu Open Source wer-
den. Dies zeigt, dass das Thema Open
Source für Sun nichts Neues ist. Die Idee
des «Sharing» begleitet unsere Firma
schon seit der Gründung. Bereits 1984
wurde NFS (Network File Sharing) ent-
wickelt und der Industrie gratis zur Ver-
fügung gestellt.
Welches sind die Hits für Effizienz –
speziell Ihrer Lösung(en) für Banken?
Sun Microsystems bietet dem Markt eine
umfassende Infrastruktur-Plattform, wel-
che bereits Open Source ist oder zurzeit
konsequent in OSS-Projekte umgesetzt
wird. Dies beginnt bei der auf offenen
Dokumentformaten basierenden Office
Suite OpenOffice.org oder der Java-Ent-
wicklungsumgebung NetBeans(TM).
Hauptsächlich sind es aber Produkte in
den Bereichen Identity Management und
Middleware/SOA (Service-oriented Ar-
chitecture). Diese setzen durch die kon-
sequente Anwendung von Standards,
durch die offenen Schnittstellen und die
Einfachheit bei der Benutzung neue
Massstäbe.
Mit immer neuen Regulatorien, wie zum
Beispiel SOX oder Basel II, werden die
Anforderungen an Audit, Integration und
Security immer höher. Nur Produkte,
welche sich an Standards halten, offen
sind und überall sauber integriert wer-
den können, werden in Zukunft am
Markt bestehen. Daher wird Open Sour-
ce künftig immer mehr an Bedeutung
gewinnen, davon sind wir überzeugt.
Mit bzw. nach welcher Strategie ver-
bessert Ihr Angebot Handhabung und
Resultat?
Wie bereits erwähnt hat sich Sun schon
vor Jahren «Sharing of Innovations» zum
Ziel gesetzt und dies konsequent verfolgt
und umgesetzt. So ist zurzeit sogar der
neuste Prozessor unserer Server Open
Source.
In den Bereichen der Infrastruktur-Soft-
ware unterscheidet sich eine Bank nicht
wesentlich von anderen Unternehmen.
Der Kostendruck ist ein ebenso relevan-
tes Thema wie die Integration von beste-
Vorteile von Open-Source-Software
In letzter Zeit wird das Thema von Open-Source-Software immer öfter diskutiert.
Aber was bedeutet das für eine Firma? Ist Open Source einfach Gratis-Software?
Peter Affolter
PUBLI-FORUM
henden Systemen und das reibunsglose
Zusammenspiel der Komponenten.
Durch OSS-Projekte können in der Regel
die «Cost of Entry» reduziert werden.
Doch der viel wichtigere Aspekt sind die
«Cost of Exit». Was kostet es mich, wenn
ich aussteigen und zum Beispiel den
Anbieter wechseln will? Durch die konse-
quente Integration aller unserer Produk-
te und ein attraktives Lizenzmodell sind
die Kosten des Einstiegs sehr gering.
Durch Open Source und offene Stan-
dards, welche ebenso konsequent umge-
setzt werden, ist aber auch ein Ausstieg
kostengünstig und ohne grosses Risiko.
Dabei wollen wir aber auch betonen,
dass es zusätzlich zu diesen massiven
Vorteilen bei Sun weiterhin für jedes Pro-
dukt und jede Applikation den von Sun
gewohnten, zuverlässigen Support und
die entsprechende Wartung gibt.
Sehen Sie einen «Qualitätsunter-
schied» zu den «traditionellen» Ban-
kenlösungen?
Ein grosser Vorteil von Open Source ist
ja, dass der Quellcode der Software im
Internet veröffentlicht wird. Es kann also
davon ausgegangen werden, dass es sich
Anbieter, die ihre bestehenden Produkte
in die OSS-Community bringen, kaum
leisten können, einen schlechten Quell-
code oder veraltete Technologien und
Konzepte zu veröffentlichen. Daher ist
sichergestellt, dass jeder Anbieter seinen
Quellcode nur überarbeitet und auf
modernste Technologien umgeschrieben
publiziert.
Bill Joy, einer der Gründer von Sun
Microsystems, hat dazu einmal gesagt:
«Innovation happens elsewhere.» Damit
meinte er, dass es ausserhalb einer Firma
immer mehr intelligente Leute gibt als
innerhalb. Es stellt sich also die Frage,
wie eine Firma Innovationen nutzen
kann, welche ausserhalb der Firma
gemacht werden. Open Source ist ein
exzellenter Weg, genau das zu tun.
Denn, sollte der Code trotzdem einmal
Fehler oder Problemstellen aufweisen,
werden diese schneller gefunden und
repariert, wenn sich auch aussenstehen-
de Entwickler intensiv mit dem Code
auseinandersetzen.
Dieser Schritt würde bestimmt auch bei
einigen bestehenden Bankenlösungen
neue Trends setzen. Denn Bankenlösun-
gen sind in der Regel noch immer sehr
monolythisch aufgebaut und schlecht
integrierbar. Zudem können Teilkompo-
nenten daraus meist nicht als eigenstän-
dige Dienste genutzt werden. Open
Source könnte insbesondere grosse
Dienste leisten, um diese monolythi-
schen Applikationen in modulare, offene
Komponenten aufzuteilen. Und gerade
diese modularen Komponenten und
Technologien können den Gedanken des
«Software as a service» weitertreiben,
was schlussendlich in flexibleren, einfa-
cheren und letzten Endes auch billigeren
Lösungen gipfelt.
Kritiker kaprizieren sich zuweilen auf
die – nach ihrer Meinung – immer
noch zu geringe «Verbreitung». Wie
sehen Sie das?
Als vor einigen Jahren Open-Source-Pro-
jekte wie Linux und Apache aufgekom-
men sind, war es oftmals nicht möglich,
von den Entwicklern dafür auch Support
und Wartung zu erhalten. Dies hat
wesentlich dazu beigetragen, dass solche
Applikationen wenig eingesetzt wurden.
Anbieter, welche wie Sun für ihre Pro-
dukte schon immer Wartung und Sup-
port angeboten haben, haben da bedeu-
tend weniger Probleme.
Seit auch bekannte, typische Open-Sour-
ce-Projekte wie Linux und JBoss von tra-
ditionellen, lizenzorientierten Firmen
angeboten und supportet werden, steigt
die Nachfrage nach OSS-Software be-
deutend, und wir sind sicher: Dieser
Markt wird kontinuierlich wachsen.
Sun Microsystems (Schweiz) AG
Javastrasse 2 / Hegnau
8604 Volketswil
Telefon 044 908 90 00
Fax 044 908 90 01
E-Mail info@swiss.sun.com
Internet www.sun.ch
Peter Affolter ist Elektro- und Software-
Ingenieur und arbeitet seit gut 15 Jahren
in der Software-Entwicklung. Davon ist er
seit 10 Jahren im Consulting für Java tätig,
beispielsweise für Firmen wie Netscape,
Silverstream und BEA-Systems. Seit
Februar 2006 ist er als Software-Architekt
für Sun Microsystems (Schweiz) AG im
Einsatz.
Der Name Sun steht für Offenheit
Produkte von Sun Microsystems zielen
auf maximale Offenheit und Standardi-
sierung. Denn «Open Systems for Open
Minds» zählt zu den wichtigsten Über-
zeugungen; «Customer’s Choice» ist ein
zentraler Wert im Unternehmen. Kun-
den, die auf offene Systeme bauen,
bleiben frei und unabhängig von Her-
stellern. Sun Microsystems hat viele
Standards selbst geschaffen und auch
bekannte Formate wie TCP/IP, LDAP
und XML massgeblich geprägt. Sun
Microsystems ist davon überzeugt, dass
Kunden wissen wollen, welchen Code
sie im eigenen Haus einsetzen, zum Bei-
spiel, um die Sicherheit der Programme
einschätzen oder um Programme indivi-
duell anpassen zu können.

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  • 1. PUBLI-FORUM Entsprechend der relativ neuen Prä- senz freier Software im Banking herrscht Erklärungsbedarf. Inwieweit tragen Sie bzw. Ihr Angebot zu ratio- neller Lösung bei? Zuerst müssen wir an dieser Stelle ein paar Begriffe erklären respektive definie- ren. Open Source und «freie Software» werden sehr oft als Synonyme verwen- det, was nicht ganz richtig ist. Freie Soft- ware heisst nur, dass die Applikationen frei vom Internet heruntergeladen und ohne Support und Wartung eingesetzt werden können. Sun's gesamte Software ist frei verfügbar und kann schon heute ohne Einschränkungen verwendet wer- den. Open Source hingegen heisst, dass auch der Source Code der Applikationen im Internet zur Verfügung steht und von anderen Firmen unter speziellen Lizenz- verträgen weiterverwendet werden kann. Sun hat dazu eine klare Roadmap, die aufzeigt wann welche Produkte als Open Source veröffentlicht werden. Um Applikationen in die Open Source Community zu geben, muss eine ent- sprechende Community geschaffen, eine Projekt-Homepage im Internet erstellt und der gesamte existierende Code auf Lizenzbestimmungen hin untersucht werden. Dies ist recht aufwendig und bedingt grosse Sorgfalt. Darum hat Sun beschlossen, nicht alle Codes auf ein Mal freizugeben, sondern kontinuierlich. So wurde erst kürzlich angekündigt, dass Teile von Java(TM) zu Open Source wer- den. Dies zeigt, dass das Thema Open Source für Sun nichts Neues ist. Die Idee des «Sharing» begleitet unsere Firma schon seit der Gründung. Bereits 1984 wurde NFS (Network File Sharing) ent- wickelt und der Industrie gratis zur Ver- fügung gestellt. Welches sind die Hits für Effizienz – speziell Ihrer Lösung(en) für Banken? Sun Microsystems bietet dem Markt eine umfassende Infrastruktur-Plattform, wel- che bereits Open Source ist oder zurzeit konsequent in OSS-Projekte umgesetzt wird. Dies beginnt bei der auf offenen Dokumentformaten basierenden Office Suite OpenOffice.org oder der Java-Ent- wicklungsumgebung NetBeans(TM). Hauptsächlich sind es aber Produkte in den Bereichen Identity Management und Middleware/SOA (Service-oriented Ar- chitecture). Diese setzen durch die kon- sequente Anwendung von Standards, durch die offenen Schnittstellen und die Einfachheit bei der Benutzung neue Massstäbe. Mit immer neuen Regulatorien, wie zum Beispiel SOX oder Basel II, werden die Anforderungen an Audit, Integration und Security immer höher. Nur Produkte, welche sich an Standards halten, offen sind und überall sauber integriert wer- den können, werden in Zukunft am Markt bestehen. Daher wird Open Sour- ce künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen, davon sind wir überzeugt. Mit bzw. nach welcher Strategie ver- bessert Ihr Angebot Handhabung und Resultat? Wie bereits erwähnt hat sich Sun schon vor Jahren «Sharing of Innovations» zum Ziel gesetzt und dies konsequent verfolgt und umgesetzt. So ist zurzeit sogar der neuste Prozessor unserer Server Open Source. In den Bereichen der Infrastruktur-Soft- ware unterscheidet sich eine Bank nicht wesentlich von anderen Unternehmen. Der Kostendruck ist ein ebenso relevan- tes Thema wie die Integration von beste- Vorteile von Open-Source-Software In letzter Zeit wird das Thema von Open-Source-Software immer öfter diskutiert. Aber was bedeutet das für eine Firma? Ist Open Source einfach Gratis-Software? Peter Affolter
  • 2. PUBLI-FORUM henden Systemen und das reibunsglose Zusammenspiel der Komponenten. Durch OSS-Projekte können in der Regel die «Cost of Entry» reduziert werden. Doch der viel wichtigere Aspekt sind die «Cost of Exit». Was kostet es mich, wenn ich aussteigen und zum Beispiel den Anbieter wechseln will? Durch die konse- quente Integration aller unserer Produk- te und ein attraktives Lizenzmodell sind die Kosten des Einstiegs sehr gering. Durch Open Source und offene Stan- dards, welche ebenso konsequent umge- setzt werden, ist aber auch ein Ausstieg kostengünstig und ohne grosses Risiko. Dabei wollen wir aber auch betonen, dass es zusätzlich zu diesen massiven Vorteilen bei Sun weiterhin für jedes Pro- dukt und jede Applikation den von Sun gewohnten, zuverlässigen Support und die entsprechende Wartung gibt. Sehen Sie einen «Qualitätsunter- schied» zu den «traditionellen» Ban- kenlösungen? Ein grosser Vorteil von Open Source ist ja, dass der Quellcode der Software im Internet veröffentlicht wird. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es sich Anbieter, die ihre bestehenden Produkte in die OSS-Community bringen, kaum leisten können, einen schlechten Quell- code oder veraltete Technologien und Konzepte zu veröffentlichen. Daher ist sichergestellt, dass jeder Anbieter seinen Quellcode nur überarbeitet und auf modernste Technologien umgeschrieben publiziert. Bill Joy, einer der Gründer von Sun Microsystems, hat dazu einmal gesagt: «Innovation happens elsewhere.» Damit meinte er, dass es ausserhalb einer Firma immer mehr intelligente Leute gibt als innerhalb. Es stellt sich also die Frage, wie eine Firma Innovationen nutzen kann, welche ausserhalb der Firma gemacht werden. Open Source ist ein exzellenter Weg, genau das zu tun. Denn, sollte der Code trotzdem einmal Fehler oder Problemstellen aufweisen, werden diese schneller gefunden und repariert, wenn sich auch aussenstehen- de Entwickler intensiv mit dem Code auseinandersetzen. Dieser Schritt würde bestimmt auch bei einigen bestehenden Bankenlösungen neue Trends setzen. Denn Bankenlösun- gen sind in der Regel noch immer sehr monolythisch aufgebaut und schlecht integrierbar. Zudem können Teilkompo- nenten daraus meist nicht als eigenstän- dige Dienste genutzt werden. Open Source könnte insbesondere grosse Dienste leisten, um diese monolythi- schen Applikationen in modulare, offene Komponenten aufzuteilen. Und gerade diese modularen Komponenten und Technologien können den Gedanken des «Software as a service» weitertreiben, was schlussendlich in flexibleren, einfa- cheren und letzten Endes auch billigeren Lösungen gipfelt. Kritiker kaprizieren sich zuweilen auf die – nach ihrer Meinung – immer noch zu geringe «Verbreitung». Wie sehen Sie das? Als vor einigen Jahren Open-Source-Pro- jekte wie Linux und Apache aufgekom- men sind, war es oftmals nicht möglich, von den Entwicklern dafür auch Support und Wartung zu erhalten. Dies hat wesentlich dazu beigetragen, dass solche Applikationen wenig eingesetzt wurden. Anbieter, welche wie Sun für ihre Pro- dukte schon immer Wartung und Sup- port angeboten haben, haben da bedeu- tend weniger Probleme. Seit auch bekannte, typische Open-Sour- ce-Projekte wie Linux und JBoss von tra- ditionellen, lizenzorientierten Firmen angeboten und supportet werden, steigt die Nachfrage nach OSS-Software be- deutend, und wir sind sicher: Dieser Markt wird kontinuierlich wachsen. Sun Microsystems (Schweiz) AG Javastrasse 2 / Hegnau 8604 Volketswil Telefon 044 908 90 00 Fax 044 908 90 01 E-Mail info@swiss.sun.com Internet www.sun.ch Peter Affolter ist Elektro- und Software- Ingenieur und arbeitet seit gut 15 Jahren in der Software-Entwicklung. Davon ist er seit 10 Jahren im Consulting für Java tätig, beispielsweise für Firmen wie Netscape, Silverstream und BEA-Systems. Seit Februar 2006 ist er als Software-Architekt für Sun Microsystems (Schweiz) AG im Einsatz. Der Name Sun steht für Offenheit Produkte von Sun Microsystems zielen auf maximale Offenheit und Standardi- sierung. Denn «Open Systems for Open Minds» zählt zu den wichtigsten Über- zeugungen; «Customer’s Choice» ist ein zentraler Wert im Unternehmen. Kun- den, die auf offene Systeme bauen, bleiben frei und unabhängig von Her- stellern. Sun Microsystems hat viele Standards selbst geschaffen und auch bekannte Formate wie TCP/IP, LDAP und XML massgeblich geprägt. Sun Microsystems ist davon überzeugt, dass Kunden wissen wollen, welchen Code sie im eigenen Haus einsetzen, zum Bei- spiel, um die Sicherheit der Programme einschätzen oder um Programme indivi- duell anpassen zu können.