© Mentus GmbH, 2018
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Wenn der Mentee im aktuellen Job unzufrieden ist
Jeder hat einmal Phasen, in denen der aktuelle Job einfach nicht befriedigend ist. Dies ist nicht unbe-
dingt eine dauerhafte Situation, eine einfache Aufgabenveränderung kann die Wahrnehmung bei-
spielsweise deutlich verändern. Wenn jedoch die unbefriedigende Situation anhält, kann es zu Moti-
vationsschwund und Kündigung kommen. Mentoren und Coaches können hier helfen, indem unter-
schiedliche Möglichkeiten zum Umgang mit der Unzufriedenheit bearbeitet werden, innerhalb und
außerhalb der aktuellen Organisation. Dabei geht es neben dem geäußerten Wechselwunsch auch
um die Frage: Was kann die betroffene Person tun, um den aktuellen Job zufriedenstellender zu ge-
stalten.
Egal, wie aktiv ein Mentee nach Alternativen sucht, die initiale Frage ist: “Was wäre Deine ideale
Rolle?” Die liefert eine praktikable Grundlage für den Vergleich mit der aktuellen Position. Entspre-
chend kann die nächste Frage sein: “Was genau fehlt Dir in Deinem aktuellen Job?” Normalerweise
ergeben sich am Ende zwei bis drei Punkte, etwa “nicht herausfordernd genug” oder “zu wenig Un-
terstützung”.
Nun kann die Perspektive erneut geändert werden, indem gefragt wird: “Was kannst Du in Deiner
aktuellen Rolle verändern, so dass Du mehr von dem darin findest, was Dir fehlt?” Unterstützende
Fragen könnten sein:
- Wie würde Dein Job aussehen, wenn Du in der Lage wärst, in so zu verändern, dass er Deine Be-
dürfnisse erfüllt?
- Was kannst Du selbst ändern, ohne Erlaubnis einholen zu müssen, und was ist mit andern zu klä-
ren?
- Welche Gespräche müsstest Du führen, um andere über Deine Bedürfnisse zu informieren?
- Was könntest Du tauschen, wenn Du neue Aufgaben übernimmst und dafür bestehende Aufga-
ben, die Dich nicht mehr motivieren, abgibst?
Das Gespräch kann sich auch darum drehen, welche komplett andere Rolle erfüllend und erstrebens-
wert wäre. Dann ist zu fragen, welche Hinweise es gibt, dass die neue Rolle wirklich besser ist oder
was zu tun ist, um diese Frage zu beantworten. Es ist schließlich leicht anzunehmen, insbesondere
wenn man aktuell unzufrieden ist, der Alternative mehr zuzutrauen. Das Gras ist in Nachbars Garten
einfach grüner. Weiterhin ist zu prüfen, was man mit einem Wechsel aufgibt. So ist es vielleicht ein
längerer Anfahrtsweg zu der besser bezahlten Stelle.
Insgesamt ist es die Aufgabe des Mentors oder Coach, dem Mentee dabei zu helfen, die Situation kla-
rer und faktenbasierter zu durchdenken und sich selbst klar werden zu lassen, was er will. Dann ist es
später egal, ob er wechselt oder in der aktuellen Rolle bleibt. Vorsicht: Die Rolle des Mentors ist
NICHT, Einfluss für die eine oder andere Option zu nehmen. Die Entscheidung bleibt letztlich beim
Mentee.
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Das englische Original dieses Beitrages wurde von David Clutterbuck veröffentlicht. Der Autor David
Clutterbuck ist einer der profiliertesten und bekanntesten Managementdenker und Autor mit mehr als
60 publizierten Büchern. Er gehört zu den internationalen Pionieren in der Entwicklung professionellen
Mentoring und Mitbegründer des European Mentoring & Coaching Council.
Die Mentus GmbH ist Kooperationspartner von David Clutterbuck für den deutschen Sprachraum und
arbeitet aktiv an der internationalen Weiterentwicklung des Mentoring in der Wirtschaft mit.
Kontakt:
Dr. Frank Edelkraut
Mail: fe@mentus.de
Web: www.mentus.de
Tel.: 0171 / 6806893

16 wechsel cmi

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    © Mentus GmbH,2018 1 Wenn der Mentee im aktuellen Job unzufrieden ist Jeder hat einmal Phasen, in denen der aktuelle Job einfach nicht befriedigend ist. Dies ist nicht unbe- dingt eine dauerhafte Situation, eine einfache Aufgabenveränderung kann die Wahrnehmung bei- spielsweise deutlich verändern. Wenn jedoch die unbefriedigende Situation anhält, kann es zu Moti- vationsschwund und Kündigung kommen. Mentoren und Coaches können hier helfen, indem unter- schiedliche Möglichkeiten zum Umgang mit der Unzufriedenheit bearbeitet werden, innerhalb und außerhalb der aktuellen Organisation. Dabei geht es neben dem geäußerten Wechselwunsch auch um die Frage: Was kann die betroffene Person tun, um den aktuellen Job zufriedenstellender zu ge- stalten. Egal, wie aktiv ein Mentee nach Alternativen sucht, die initiale Frage ist: “Was wäre Deine ideale Rolle?” Die liefert eine praktikable Grundlage für den Vergleich mit der aktuellen Position. Entspre- chend kann die nächste Frage sein: “Was genau fehlt Dir in Deinem aktuellen Job?” Normalerweise ergeben sich am Ende zwei bis drei Punkte, etwa “nicht herausfordernd genug” oder “zu wenig Un- terstützung”. Nun kann die Perspektive erneut geändert werden, indem gefragt wird: “Was kannst Du in Deiner aktuellen Rolle verändern, so dass Du mehr von dem darin findest, was Dir fehlt?” Unterstützende Fragen könnten sein: - Wie würde Dein Job aussehen, wenn Du in der Lage wärst, in so zu verändern, dass er Deine Be- dürfnisse erfüllt? - Was kannst Du selbst ändern, ohne Erlaubnis einholen zu müssen, und was ist mit andern zu klä- ren? - Welche Gespräche müsstest Du führen, um andere über Deine Bedürfnisse zu informieren? - Was könntest Du tauschen, wenn Du neue Aufgaben übernimmst und dafür bestehende Aufga- ben, die Dich nicht mehr motivieren, abgibst? Das Gespräch kann sich auch darum drehen, welche komplett andere Rolle erfüllend und erstrebens- wert wäre. Dann ist zu fragen, welche Hinweise es gibt, dass die neue Rolle wirklich besser ist oder was zu tun ist, um diese Frage zu beantworten. Es ist schließlich leicht anzunehmen, insbesondere wenn man aktuell unzufrieden ist, der Alternative mehr zuzutrauen. Das Gras ist in Nachbars Garten einfach grüner. Weiterhin ist zu prüfen, was man mit einem Wechsel aufgibt. So ist es vielleicht ein längerer Anfahrtsweg zu der besser bezahlten Stelle. Insgesamt ist es die Aufgabe des Mentors oder Coach, dem Mentee dabei zu helfen, die Situation kla- rer und faktenbasierter zu durchdenken und sich selbst klar werden zu lassen, was er will. Dann ist es später egal, ob er wechselt oder in der aktuellen Rolle bleibt. Vorsicht: Die Rolle des Mentors ist NICHT, Einfluss für die eine oder andere Option zu nehmen. Die Entscheidung bleibt letztlich beim Mentee.
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    © Mentus GmbH,2018 2 Das englische Original dieses Beitrages wurde von David Clutterbuck veröffentlicht. Der Autor David Clutterbuck ist einer der profiliertesten und bekanntesten Managementdenker und Autor mit mehr als 60 publizierten Büchern. Er gehört zu den internationalen Pionieren in der Entwicklung professionellen Mentoring und Mitbegründer des European Mentoring & Coaching Council. Die Mentus GmbH ist Kooperationspartner von David Clutterbuck für den deutschen Sprachraum und arbeitet aktiv an der internationalen Weiterentwicklung des Mentoring in der Wirtschaft mit. Kontakt: Dr. Frank Edelkraut Mail: fe@mentus.de Web: www.mentus.de Tel.: 0171 / 6806893