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Gesundheits-Apps, Video-Sprechstunden,
Dr. Google – Patienten im digitalen Wandel
Internes KVBW-Symposium zum Thema „eHealth“ | 14.11.2016
Timo Thranberend, Senior Project Manager, Bertelsmann Stiftung
www.der-digitale-patient.de
@PatientDigital
Das Fazit vorab
 Patienten wollen ihren Arzt auch online kontaktieren
 Information über Gesundheitsfragen findet zunehmend im Web statt
 Gesundheits-Apps stärken das Selbstmanagement von Patienten
Der digitale Wandel wirkt auf das Arzt-Patienten-Verhältnis.
Technologien ermöglichen echtes Patient Empowerment.
Darin liegen auch für Ärzte mehr Chancen als Risiken.
Ärzte und ihre Standesvertreter sollten
das jetzt proaktiv zu ihrem Thema machen.
214.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
AGENDA
 AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die
Kommunikationsgewohnheiten verändert
 EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen
von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet
 Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)
 Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)
 Gesundheits-Apps
 FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die
Veränderung aktiv zu gestalten
314.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
AGENDA
 AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die
Kommunikationsgewohnheiten verändert
 EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen
von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet
 Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)
 Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)
 Gesundheits-Apps
 FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die
Veränderung aktiv zu gestalten
414.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Deloitte 2014, Grafik aus: spectrum K 2016 5
Menschen kommunizieren zunehmend online
Beispiel hier: Internet- und Video-Telefonie
15%
22%
27%
0,0%
5,0%
10,0%
15,0%
20,0%
25,0%
30,0%
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
AnteilderInternet-bzw.Videotelefonie-Nutzer
6
Eurostat 2016
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Geschäftsprozesse werden immer häufiger virtuell erledigt
Beispiel hier: Online-Banking
13
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28
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40
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0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
2004 2007 2009 2012 2014 2015 2016
Online-Banking-NutzerinMillionen
7
Bitkom 2016 (via statista.com/online-banking)
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
AGENDA
 AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die
Kommunikationsgewohnheiten verändert
 EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen
von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet
 Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)
 Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)
 Gesundheits-Apps
 FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die
Veränderung aktiv zu gestalten
814.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
45 Prozent der Deutschen würden Video-Sprechstunden nutzen
Nutzungsbereitschaft bei Haus- und Fachärzten
914.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
10
ABER: Auch die Grenzen werden erkannt
Zentrale Gründe gegen die Nutzung von Video-Sprechstunden
19
21
31
24
45
79
87
13
24
23
32
30
18
11
23
31
24
29
18
2
2
44
24
22
16
6
1
1
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Fühle mich technisch nicht in der Lage, Video zu nutzen
Ich würde mich in dieser Situation unwohl fühlen oder wäre aufgeregt
Ich habe Bedenken, dass die Datenverbindung unsicher ist
Befürchte, dass sich das Verhältnis zu meinem Arzt verändern wird
Per Video besteht kein unmittelbarer persönlicher Arzt-Kontakt
Eine direkte körperliche Untersuchung ist nicht möglich
Bei schweren Krankheiten möchte ich den Arzt persönlich sprechen
Sehr wichtiger Grund Eher wichtiger Grund Eher unwichtiger Grund Völlig unwichtiger Grund
12
Angaben in Prozent; n = 1.258-1.484
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Empirie bestätigt: Video funktioniert und hat Vorteile
Internationale Studienlage und Expertenbefragung
 Bei vielen Indikationen und Behandlungsanlässen
medizinisch gleichwertig
 Gemeinsam vereinbarte Therapieziele
werden besser erreicht
 Langfristige Begleitung von chronisch
Kranken einfacher möglich
 Besonders für: Rückfragen, Beratungen,
Befundbesprechungen, Zweitmeinungen
 Zeit für das Wesentliche sparen
 „Vorfilterfunktion“
 Hausbesuche & Anfahrtswege vermeiden
1314.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
 Nutzen nicht ersichtlich
 Rechtliche Bedenken
 (Noch) Fehlende spezifische Vergütung
 Geringe Technikaffinität
 Sorge um Arzt-Patienten-Verhältnis
 Vertrauensverlust
 Schichtspezifische Versorgung
 Grundsätzlich: Angst vor Verlust der
Kontrolle über Kommunikations-Setting
(Experteninterviews, Bertelsmann Stiftung 2015)
14
61,3%
33,6%
1,6%
3,5%
keine Nutzung bzw. nur bei
gesetzlicher Verpflichtung
Nutzung in Planung
Nutzung in Vorbereitung
wird bereits genutzt
Nutzung von Video-Sprechstunden durch Ärzte
(Ärztebefragung, Stiftung Gesundheit 2015)
Ärzte haben noch Vorbehalte
Rund 2/3 lehnen Video-Sprechstunden ab
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
DENNOCH: Es entwickelt sich etwas
Zahlreiche Aktivitäten auf Projektebene
 Pilotprojekt BVDD & TK
 Projekt „TeleArzt“
 Anpassung Berufsordnung ÄK BaWü
 AXA & Hausärzteverband
 …
„Fernverschreibungsverbot“
UND: Arzt-Patienten-Kommunikation geht
sogar asynchron …
1514.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
„Etwa ein Drittel der
Praxisbesuche unnötig“
(Ärzte Zeitung, 08.11.16)
Zwischenfazit – Bedeutung für Ärzte
Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation
Patienten wollen ihre Ärzte auch kontaktieren, ohne in die Praxis zu müssen. Weil es
zunehmend ihren Kommunikationsgewohnheiten entspricht. Oder weil es für sie schwierig
ist, überhaupt in die Praxis zu kommen.
1614.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
HERAUSFORDERUNGEN
 Veränderte Erwartungshaltung
 Neue Kommunikationslogik / neues Setting
 Anpassung der Prozesse notwendig
CHANCEN
 Bessere Prozesse, Zeit fürs Wesentliche
 Höhere Patientenbindung
AGENDA
 AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die
Kommunikationsgewohnheiten verändert
 EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen
von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet
 Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)
 Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)
 Gesundheits-Apps
 FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die
Veränderung aktiv zu gestalten
1714.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Immer mehr Patienten recherchieren online
Gesundheitsmonitor 2015: „Erst mal Dr. Google fragen?“
18
 53% der deutschen Onliner suchen regelmäßig nach
Gesundheitsinformationen im Web – zentrale Motive:
 (Allgemein) Bessere Information über Krankheiten und Risiken (59%)
 Selbsthilfe bei einem akuten Gesundheitsproblem (49%)
 Vorbereitung auf Behandlungsgespräch (25%)
 Überprüfung von Empfehlungen des Arztes (19%)
 Bedeutender Treiber: Unzufriedenheit mit dem Hausarzt
 81% steigen immer oder meistens über eine Suchmaschine in die Suche
ein – Herausforderung: Qualität von Informationen einschätzen
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
19
Informationen haben Wirkung: Beispiel Online-Anbietervergleich
Weisse Liste: 36% der Nutzer überdenken ihre Entscheidung oder können sich dies vorstellen
Die Informationen haben meine
Entscheidung bestätigt
Ich habe meine ursprüngliche
Entscheidung überdacht
Ich könnte mir vorstellen, meine
ursprüngliche Entscheidung zu
überdenken
Ich hatte vorher noch keine
Auswahl getroffen
Wenn Sie vor Ihrem Besuch der Website bereits eine Auswahl getroffen hatten, wie hat das Angebot
diese beeinflusst? (Onsite-Befragung, August 2015, n = 623)
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Ärzte haben ambivalentes Verhältnis zu informierten Patienten
Ärztebefragung, Gesundheitsmonitor 2016
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel 20
Evidenzbasierte Informationsangebote sind Ärzten häufig unbekannt
Ärztebefragung, Gesundheitsmonitor 2016
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel 21
Zwischenfazit – Bedeutung für Ärzte
Online-Gesundheitsinformation
Information über Gesundheitsfragen findet zunehmend im Web statt. Teils „ersetzt“ die
Selbstinformation das Gespräch mit dem Arzt, teils versprechen sich Patienten hier
vorbereitende oder ergänzende Information zum Arztbesuch.
2214.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
HERAUSFORDERUNGEN
 Erodierendes Wissensmonopol
 Veränderte Gesprächssituation
 Kenntnis des Informationsmarktes
CHANCEN
 Mehr Therapietreue, bessere Outcomes
 Unterstützung Shared Decision Making
(Vor- und Nachbereitung Gespräche)
AGENDA
 AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die
Kommunikationsgewohnheiten verändert
 EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen
von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet
 Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)
 Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)
 Gesundheits-Apps
 FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die
Veränderung aktiv zu gestalten
2314.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
 259.000 Gesundheits-Apps in den Stores:
+ 100.000 von Anfang 2015 bis 10/2016
(research to guidance 2016)
 3,5 Milliarden Downloads (2016)
 Fast jeder dritte Deutsche hat eine Gesundheits-App
auf seinem Smartphone installiert
(Bertelsmann Stiftung 2015, unveröffentlicht)
ABER:
 Entwicklung vor allem auf dem 2. Gesundheitsmarkt,
noch wenige „Apps auf Rezept“
 Anwendungen für chronisch Kranke und Menschen
mit Risikofaktoren unterrepräsentiert
10%
29%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
2014 2015
Gesundheits-Apps: Dynamische Entwicklung von Angebot & Verbreitung
Wachsender Markt
24
+ 19 %
Verbreitung Gesundheits-Apps
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Sieben Typen – als
App oder im Web
25
Bertelsmann Stiftung 2016
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
26
Eric Topol: The patient will see
you know; Bildquelle: Twitter
Zentrale Chance: Apps stärken Selbstmanagement und Adhärenz (I)
Bislang wenig Evidenz, aber Konsens über Potenziale – Beispiele
2714.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Zentrale Chance: Apps stärken Selbstmanagement und Adhärenz (II)
Entwicklungslinie: Personalisierte Information durch Künstliche Intelligenz
2814.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Nicht „nur“ Medizin: Auch Geschäftsprozesse können erleichtert werden
Beispiel: Online-Terminvereinbarung (OTV) – Bislang aber geringes Interesse bei Ärzten
 13% der deutschen Onliner haben
schon einmal das Angebot einer
OTV genutzt (BITKOM 2016)
 Weitere 33% können sich eine
OTV vorstellen
 Ärzte sollten offener gegenüber
digitalen Angeboten sein, finden 65%
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel 29
(Ärztebefragung, Stiftung Gesundheit 2016)
Bürger- / Patientenfrage System-Aufgabe
Was gibt es überhaupt? Markttransparenz
Was ist gut? Qualitätstransparenz
Ist das Angebot auf meine Bedürfnisse und Fähigkeiten zugeschnitten? Teilhabechancen
Was ist verlässlich und sicher? Zulassung / Zertifizierung
Was wirkt wirklich? Nutzennachweis & Forschung
Was ist gut für mich? Forschung (Fehlentwicklungen)
Wer finanziert was, übernimmt meine Kasse die Kosten? Kostenerstattung
Kann ich meine Daten an meinen Arzt übertragen? Interoperabilität
Was passiert mit meinen Daten? Datensicherheit & Datenschutz
30
ABER: Noch gibt es an einigen Stellen Klärungsbedarf
Fragen von Patienten und (regulatorische) „Baustellen“ für das System
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
www.der-digitale-patient.de/digital-health-transfer
Zwischenfazit – Bedeutung für Ärzte
Gesundheits-Apps
Gesundheits-Apps stärken das Selbstmanagement von Patienten. Das Smartphone wird
dabei zum zentralen (Gesundheits-) Werkzeug in der Hand des Patienten. Der Markt
entwickelt sich dynamisch.
3114.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
HERAUSFORDERUNGEN
 Kenntnis Angebot / Markt
 Interoperabilität
CHANCEN
 Bessere (gemeinsame) Therapiesteuerung
 Höhere Therapietreue / Adhärenz
 Vereinfachte Geschäftsprozesse
AGENDA
 AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die
Kommunikationsgewohnheiten verändert
 EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen
von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeuten (kann)
 Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)
 Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)
 Gesundheits-Apps
 FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die
Veränderung aktiv zu gestalten
3214.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
Fazit & Empfehlungen
Auszug / Diskussionsgrundlage
Veränderungsdynamik Wie Ärzte (re)agieren können Was dafür nötig ist
Patienten wollen ihren Arzt
auch online kontaktieren.
 Neue digitale Kanäle anbieten Gute Beispiele / Evidenz
Praxisnahe Beratung
Investitionskosten abfangen
Rechtssicherheit
Aus-Fort-undWeiterbildung
Information über
Gesundheitsfragen findet
zunehmen im Netz statt
 „Information Therapy“
 Informationen kuratieren,
eigenes Informationsangebot
 Rückfragemöglichkeiten geben
(siehe: digitale Kanäle)
Gezielte Beratung (Leitfäden)
Gesundheits-Apps stärken
das Selbstmanagement
von Patienten
 Apps gezielt empfehlen
(= „verschreiben“)
 Technologien nutzen
Markt- und Qualitätstransparenz
Regulatorische Baustellen schließen
Interoperabilität
Kooperation Hersteller & Versorger
14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel 33
Zurück zum Beginn
Der digitale Wandel wirkt auf das Arzt-Patienten-Verhältnis.
Technologien ermöglichen echtes Patient Empowerment.
Darin liegen auch für Ärzte mehr Chancen als Risiken.
Ärzte und ihre Standesvertreter sollten
das jetzt proaktiv zu ihrem Thema machen.
3414.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
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Gesundheits-Apps, Video-Sprechstunden, Dr. Google - Patienten im digitalen Wandel

  • 1. Gesundheits-Apps, Video-Sprechstunden, Dr. Google – Patienten im digitalen Wandel Internes KVBW-Symposium zum Thema „eHealth“ | 14.11.2016 Timo Thranberend, Senior Project Manager, Bertelsmann Stiftung www.der-digitale-patient.de @PatientDigital
  • 2. Das Fazit vorab  Patienten wollen ihren Arzt auch online kontaktieren  Information über Gesundheitsfragen findet zunehmend im Web statt  Gesundheits-Apps stärken das Selbstmanagement von Patienten Der digitale Wandel wirkt auf das Arzt-Patienten-Verhältnis. Technologien ermöglichen echtes Patient Empowerment. Darin liegen auch für Ärzte mehr Chancen als Risiken. Ärzte und ihre Standesvertreter sollten das jetzt proaktiv zu ihrem Thema machen. 214.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 3. AGENDA  AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die Kommunikationsgewohnheiten verändert  EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet  Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)  Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)  Gesundheits-Apps  FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die Veränderung aktiv zu gestalten 314.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 4. AGENDA  AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die Kommunikationsgewohnheiten verändert  EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet  Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)  Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)  Gesundheits-Apps  FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die Veränderung aktiv zu gestalten 414.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 5. Deloitte 2014, Grafik aus: spectrum K 2016 5
  • 6. Menschen kommunizieren zunehmend online Beispiel hier: Internet- und Video-Telefonie 15% 22% 27% 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% 30,0% 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 AnteilderInternet-bzw.Videotelefonie-Nutzer 6 Eurostat 2016 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 7. Geschäftsprozesse werden immer häufiger virtuell erledigt Beispiel hier: Online-Banking 13 22 24 28 37 40 38 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 2004 2007 2009 2012 2014 2015 2016 Online-Banking-NutzerinMillionen 7 Bitkom 2016 (via statista.com/online-banking) 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 8. AGENDA  AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die Kommunikationsgewohnheiten verändert  EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet  Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)  Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)  Gesundheits-Apps  FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die Veränderung aktiv zu gestalten 814.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 9. 45 Prozent der Deutschen würden Video-Sprechstunden nutzen Nutzungsbereitschaft bei Haus- und Fachärzten 914.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 10. 10
  • 11.
  • 12. ABER: Auch die Grenzen werden erkannt Zentrale Gründe gegen die Nutzung von Video-Sprechstunden 19 21 31 24 45 79 87 13 24 23 32 30 18 11 23 31 24 29 18 2 2 44 24 22 16 6 1 1 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Fühle mich technisch nicht in der Lage, Video zu nutzen Ich würde mich in dieser Situation unwohl fühlen oder wäre aufgeregt Ich habe Bedenken, dass die Datenverbindung unsicher ist Befürchte, dass sich das Verhältnis zu meinem Arzt verändern wird Per Video besteht kein unmittelbarer persönlicher Arzt-Kontakt Eine direkte körperliche Untersuchung ist nicht möglich Bei schweren Krankheiten möchte ich den Arzt persönlich sprechen Sehr wichtiger Grund Eher wichtiger Grund Eher unwichtiger Grund Völlig unwichtiger Grund 12 Angaben in Prozent; n = 1.258-1.484 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 13. Empirie bestätigt: Video funktioniert und hat Vorteile Internationale Studienlage und Expertenbefragung  Bei vielen Indikationen und Behandlungsanlässen medizinisch gleichwertig  Gemeinsam vereinbarte Therapieziele werden besser erreicht  Langfristige Begleitung von chronisch Kranken einfacher möglich  Besonders für: Rückfragen, Beratungen, Befundbesprechungen, Zweitmeinungen  Zeit für das Wesentliche sparen  „Vorfilterfunktion“  Hausbesuche & Anfahrtswege vermeiden 1314.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 14.  Nutzen nicht ersichtlich  Rechtliche Bedenken  (Noch) Fehlende spezifische Vergütung  Geringe Technikaffinität  Sorge um Arzt-Patienten-Verhältnis  Vertrauensverlust  Schichtspezifische Versorgung  Grundsätzlich: Angst vor Verlust der Kontrolle über Kommunikations-Setting (Experteninterviews, Bertelsmann Stiftung 2015) 14 61,3% 33,6% 1,6% 3,5% keine Nutzung bzw. nur bei gesetzlicher Verpflichtung Nutzung in Planung Nutzung in Vorbereitung wird bereits genutzt Nutzung von Video-Sprechstunden durch Ärzte (Ärztebefragung, Stiftung Gesundheit 2015) Ärzte haben noch Vorbehalte Rund 2/3 lehnen Video-Sprechstunden ab 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 15. DENNOCH: Es entwickelt sich etwas Zahlreiche Aktivitäten auf Projektebene  Pilotprojekt BVDD & TK  Projekt „TeleArzt“  Anpassung Berufsordnung ÄK BaWü  AXA & Hausärzteverband  … „Fernverschreibungsverbot“ UND: Arzt-Patienten-Kommunikation geht sogar asynchron … 1514.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel „Etwa ein Drittel der Praxisbesuche unnötig“ (Ärzte Zeitung, 08.11.16)
  • 16. Zwischenfazit – Bedeutung für Ärzte Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation Patienten wollen ihre Ärzte auch kontaktieren, ohne in die Praxis zu müssen. Weil es zunehmend ihren Kommunikationsgewohnheiten entspricht. Oder weil es für sie schwierig ist, überhaupt in die Praxis zu kommen. 1614.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel HERAUSFORDERUNGEN  Veränderte Erwartungshaltung  Neue Kommunikationslogik / neues Setting  Anpassung der Prozesse notwendig CHANCEN  Bessere Prozesse, Zeit fürs Wesentliche  Höhere Patientenbindung
  • 17. AGENDA  AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die Kommunikationsgewohnheiten verändert  EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet  Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)  Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)  Gesundheits-Apps  FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die Veränderung aktiv zu gestalten 1714.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 18. Immer mehr Patienten recherchieren online Gesundheitsmonitor 2015: „Erst mal Dr. Google fragen?“ 18  53% der deutschen Onliner suchen regelmäßig nach Gesundheitsinformationen im Web – zentrale Motive:  (Allgemein) Bessere Information über Krankheiten und Risiken (59%)  Selbsthilfe bei einem akuten Gesundheitsproblem (49%)  Vorbereitung auf Behandlungsgespräch (25%)  Überprüfung von Empfehlungen des Arztes (19%)  Bedeutender Treiber: Unzufriedenheit mit dem Hausarzt  81% steigen immer oder meistens über eine Suchmaschine in die Suche ein – Herausforderung: Qualität von Informationen einschätzen 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 19. 19 Informationen haben Wirkung: Beispiel Online-Anbietervergleich Weisse Liste: 36% der Nutzer überdenken ihre Entscheidung oder können sich dies vorstellen Die Informationen haben meine Entscheidung bestätigt Ich habe meine ursprüngliche Entscheidung überdacht Ich könnte mir vorstellen, meine ursprüngliche Entscheidung zu überdenken Ich hatte vorher noch keine Auswahl getroffen Wenn Sie vor Ihrem Besuch der Website bereits eine Auswahl getroffen hatten, wie hat das Angebot diese beeinflusst? (Onsite-Befragung, August 2015, n = 623) 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 20. Ärzte haben ambivalentes Verhältnis zu informierten Patienten Ärztebefragung, Gesundheitsmonitor 2016 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel 20
  • 21. Evidenzbasierte Informationsangebote sind Ärzten häufig unbekannt Ärztebefragung, Gesundheitsmonitor 2016 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel 21
  • 22. Zwischenfazit – Bedeutung für Ärzte Online-Gesundheitsinformation Information über Gesundheitsfragen findet zunehmend im Web statt. Teils „ersetzt“ die Selbstinformation das Gespräch mit dem Arzt, teils versprechen sich Patienten hier vorbereitende oder ergänzende Information zum Arztbesuch. 2214.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel HERAUSFORDERUNGEN  Erodierendes Wissensmonopol  Veränderte Gesprächssituation  Kenntnis des Informationsmarktes CHANCEN  Mehr Therapietreue, bessere Outcomes  Unterstützung Shared Decision Making (Vor- und Nachbereitung Gespräche)
  • 23. AGENDA  AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die Kommunikationsgewohnheiten verändert  EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeutet  Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)  Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)  Gesundheits-Apps  FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die Veränderung aktiv zu gestalten 2314.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 24.  259.000 Gesundheits-Apps in den Stores: + 100.000 von Anfang 2015 bis 10/2016 (research to guidance 2016)  3,5 Milliarden Downloads (2016)  Fast jeder dritte Deutsche hat eine Gesundheits-App auf seinem Smartphone installiert (Bertelsmann Stiftung 2015, unveröffentlicht) ABER:  Entwicklung vor allem auf dem 2. Gesundheitsmarkt, noch wenige „Apps auf Rezept“  Anwendungen für chronisch Kranke und Menschen mit Risikofaktoren unterrepräsentiert 10% 29% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 2014 2015 Gesundheits-Apps: Dynamische Entwicklung von Angebot & Verbreitung Wachsender Markt 24 + 19 % Verbreitung Gesundheits-Apps 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 25. Sieben Typen – als App oder im Web 25 Bertelsmann Stiftung 2016 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 26. 26 Eric Topol: The patient will see you know; Bildquelle: Twitter
  • 27. Zentrale Chance: Apps stärken Selbstmanagement und Adhärenz (I) Bislang wenig Evidenz, aber Konsens über Potenziale – Beispiele 2714.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 28. Zentrale Chance: Apps stärken Selbstmanagement und Adhärenz (II) Entwicklungslinie: Personalisierte Information durch Künstliche Intelligenz 2814.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 29. Nicht „nur“ Medizin: Auch Geschäftsprozesse können erleichtert werden Beispiel: Online-Terminvereinbarung (OTV) – Bislang aber geringes Interesse bei Ärzten  13% der deutschen Onliner haben schon einmal das Angebot einer OTV genutzt (BITKOM 2016)  Weitere 33% können sich eine OTV vorstellen  Ärzte sollten offener gegenüber digitalen Angeboten sein, finden 65% 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel 29 (Ärztebefragung, Stiftung Gesundheit 2016)
  • 30. Bürger- / Patientenfrage System-Aufgabe Was gibt es überhaupt? Markttransparenz Was ist gut? Qualitätstransparenz Ist das Angebot auf meine Bedürfnisse und Fähigkeiten zugeschnitten? Teilhabechancen Was ist verlässlich und sicher? Zulassung / Zertifizierung Was wirkt wirklich? Nutzennachweis & Forschung Was ist gut für mich? Forschung (Fehlentwicklungen) Wer finanziert was, übernimmt meine Kasse die Kosten? Kostenerstattung Kann ich meine Daten an meinen Arzt übertragen? Interoperabilität Was passiert mit meinen Daten? Datensicherheit & Datenschutz 30 ABER: Noch gibt es an einigen Stellen Klärungsbedarf Fragen von Patienten und (regulatorische) „Baustellen“ für das System 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel www.der-digitale-patient.de/digital-health-transfer
  • 31. Zwischenfazit – Bedeutung für Ärzte Gesundheits-Apps Gesundheits-Apps stärken das Selbstmanagement von Patienten. Das Smartphone wird dabei zum zentralen (Gesundheits-) Werkzeug in der Hand des Patienten. Der Markt entwickelt sich dynamisch. 3114.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel HERAUSFORDERUNGEN  Kenntnis Angebot / Markt  Interoperabilität CHANCEN  Bessere (gemeinsame) Therapiesteuerung  Höhere Therapietreue / Adhärenz  Vereinfachte Geschäftsprozesse
  • 32. AGENDA  AUSGANGSLAGE: Wie der digitale Wandel die Kommunikationsgewohnheiten verändert  EMPIRIE: Wie sich das auf das Handeln und die Erwartungen von Patienten auswirkt – und was das für Ärzte bedeuten (kann)  Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation (Video-Sprechstunden)  Online-Gesundheitsinformation („Dr. Google“)  Gesundheits-Apps  FAZIT & EMPFEHLUNGEN: Was nötig und möglich wäre, um die Veränderung aktiv zu gestalten 3214.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 33. Fazit & Empfehlungen Auszug / Diskussionsgrundlage Veränderungsdynamik Wie Ärzte (re)agieren können Was dafür nötig ist Patienten wollen ihren Arzt auch online kontaktieren.  Neue digitale Kanäle anbieten Gute Beispiele / Evidenz Praxisnahe Beratung Investitionskosten abfangen Rechtssicherheit Aus-Fort-undWeiterbildung Information über Gesundheitsfragen findet zunehmen im Netz statt  „Information Therapy“  Informationen kuratieren, eigenes Informationsangebot  Rückfragemöglichkeiten geben (siehe: digitale Kanäle) Gezielte Beratung (Leitfäden) Gesundheits-Apps stärken das Selbstmanagement von Patienten  Apps gezielt empfehlen (= „verschreiben“)  Technologien nutzen Markt- und Qualitätstransparenz Regulatorische Baustellen schließen Interoperabilität Kooperation Hersteller & Versorger 14.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel 33
  • 34. Zurück zum Beginn Der digitale Wandel wirkt auf das Arzt-Patienten-Verhältnis. Technologien ermöglichen echtes Patient Empowerment. Darin liegen auch für Ärzte mehr Chancen als Risiken. Ärzte und ihre Standesvertreter sollten das jetzt proaktiv zu ihrem Thema machen. 3414.11.2016 |Patienten im digitalen Wandel
  • 35. www.bertelsmann-stiftung.de Besuchen Sie uns auch auf www.der-digitale-patient.de