Pressemitteilung




                                                                                     Pavel Haas Quartett


Berlin, 05.02.2010

Witzig, volkstümlich, wehmütig
DO 11.02.10 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal


Die Uraufführung von Benjamin Brittens Drei Divertimenti für Streichquartett in der Londoner Wigmore
Hall 1936 war kein durchschlagender Erfolg. Zeitzeugen beschrieben deren Wirkung unter anderem
so: »... aufgenommen mit Kichern und nettem kalten Schweigen«. Das mag wohl an der parodis-
tischen Gestalt des Marsches und der Burleske liegen. Den komödiantischen Charakter der kurzen
Sätze (Marsch, Walzer, Burleske), die ursprünglich zu einer fünfteiligen Suite »Alla Quartetto serioso«
gehören sollten, unterstrich Britten mit dem Untertitel »Go play, boy, play«.
Das vielseitige Pavel Haas Quartett, beheimatet in Prag, wird die klanglich verspielten und witzigen
Charakterstudien darbieten. Mit seinem breiten Repertoire feiert das Quartett auf vielen Konzertpodien
der Welt Erfolge. 2007/08 gehörten die Musiker zu den »Rising Stars« der Europäischen Konzertsaal-
Vereinigung, ihre Einspielungen wurden mit dem Gramophone Award sowie 2009 in Cannes mit dem
MIDEM Classical Award für die beste Kammermusikeinspielung des Jahres ausgezeichnet.
Weiter geht es in volkstümlicher Weise. Ludwig van Beethoven komponierte die drei Quartette op. 59
im Jahr 1806 und widmete sie dem Grafen Andreas Kyrillowitsch Rasumowsky, der seinerzeit russi-
scher Gesandter am österreichischen Hof war. Die Trias wurde unter dem Namen »Rasumowsky-
Quartette« weltbekannt. Auch der Beiname »Russische Quartette« ist geläufig, verarbeitet das
Finalthema des 1. Quartettes doch ein schwermütiges russisches Lied. Jedoch wäre Beethoven nicht
Beethoven, würde er motivisches und melodisches Material nicht ganz bewusst, aber unaufdringlich in
seine klassischen Techniken integrieren.
Dmitri Schostakowitschs 10. Streichquartett hingegen ist ein sehr verhaltenes Werk. Er komponierte
es in Armenien auf einer Kur. Bis auf einige vitale Momente, wie das Kopfmotiv des Allegretto oder
das entfernt tänzerische Thema des letzten Satzes, zeigt sich die Grundgestalt dieses Quartetts recht
düster, gar gespenstisch. Melodiebögen führen abwärts, immer wieder taucht ein Hämmern in den
Begleitstimmen auf – und auch die angestimmte Passacaglia mit Violinsoli ist voller Wehmut.


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Streichquartett International
Pavel Haas Quartett
Benjamin Britten Drei Divertimenti für Streichquartett
Ludwig van Beethoven Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1
Dmitri Schostakowitsch Streichquartett Nr. 10 As-Dur op. 118


Honorarfreie Fotos schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage.




Konzerthaus Berlin                                         http://www.konzerthaus.de
Helge Birkelbach
Leiter Medien- und Öffentlichkeitsarbeit                   h.birkelbach@konzerthaus.de
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PM 10-02-05_Pavel Haas Quartett.pdf

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    Pressemitteilung Pavel Haas Quartett Berlin, 05.02.2010 Witzig, volkstümlich, wehmütig DO 11.02.10 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal Die Uraufführung von Benjamin Brittens Drei Divertimenti für Streichquartett in der Londoner Wigmore Hall 1936 war kein durchschlagender Erfolg. Zeitzeugen beschrieben deren Wirkung unter anderem so: »... aufgenommen mit Kichern und nettem kalten Schweigen«. Das mag wohl an der parodis- tischen Gestalt des Marsches und der Burleske liegen. Den komödiantischen Charakter der kurzen Sätze (Marsch, Walzer, Burleske), die ursprünglich zu einer fünfteiligen Suite »Alla Quartetto serioso« gehören sollten, unterstrich Britten mit dem Untertitel »Go play, boy, play«. Das vielseitige Pavel Haas Quartett, beheimatet in Prag, wird die klanglich verspielten und witzigen Charakterstudien darbieten. Mit seinem breiten Repertoire feiert das Quartett auf vielen Konzertpodien der Welt Erfolge. 2007/08 gehörten die Musiker zu den »Rising Stars« der Europäischen Konzertsaal- Vereinigung, ihre Einspielungen wurden mit dem Gramophone Award sowie 2009 in Cannes mit dem MIDEM Classical Award für die beste Kammermusikeinspielung des Jahres ausgezeichnet. Weiter geht es in volkstümlicher Weise. Ludwig van Beethoven komponierte die drei Quartette op. 59 im Jahr 1806 und widmete sie dem Grafen Andreas Kyrillowitsch Rasumowsky, der seinerzeit russi- scher Gesandter am österreichischen Hof war. Die Trias wurde unter dem Namen »Rasumowsky- Quartette« weltbekannt. Auch der Beiname »Russische Quartette« ist geläufig, verarbeitet das Finalthema des 1. Quartettes doch ein schwermütiges russisches Lied. Jedoch wäre Beethoven nicht Beethoven, würde er motivisches und melodisches Material nicht ganz bewusst, aber unaufdringlich in seine klassischen Techniken integrieren. Dmitri Schostakowitschs 10. Streichquartett hingegen ist ein sehr verhaltenes Werk. Er komponierte es in Armenien auf einer Kur. Bis auf einige vitale Momente, wie das Kopfmotiv des Allegretto oder das entfernt tänzerische Thema des letzten Satzes, zeigt sich die Grundgestalt dieses Quartetts recht düster, gar gespenstisch. Melodiebögen führen abwärts, immer wieder taucht ein Hämmern in den Begleitstimmen auf – und auch die angestimmte Passacaglia mit Violinsoli ist voller Wehmut. 1
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    Streichquartett International Pavel HaasQuartett Benjamin Britten Drei Divertimenti für Streichquartett Ludwig van Beethoven Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1 Dmitri Schostakowitsch Streichquartett Nr. 10 As-Dur op. 118 Honorarfreie Fotos schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage. Konzerthaus Berlin http://www.konzerthaus.de Helge Birkelbach Leiter Medien- und Öffentlichkeitsarbeit h.birkelbach@konzerthaus.de Gendarmenmarkt 2 Tel. +49 (0)30 20309-2271 10117 Berlin Fax +49 (0)30 20309-2249 2