Pressemitteilung




                                              Joachim Dalitz


Berlin, 01.03.2011
Müsetten von Bach
SA 12.03.11 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal


Auch früher mussten Organisten daheim üben. Im Barock nutzten sie meist das Pedalcembalo, ein
um eine Fußleiste erweitertes Cembalo. Es besaß wie die große Kirchenorgel eine Pedalklaviatur, auf
der melodisch gespielt werden konnten. Weiter entwickelt als Pedalklavier war dieses exotische
Instrument sogar noch im 19. Jahrhundert gebräuchlich. In dieser Form nutzte es etwa Robert
Schumann.
Konzerthausorganist Joachim Dalitz stellt jetzt in seiner Orgelkonzert-Reihe ausschließlich Werke
Johann Sebastian Bachs auf Pedalcembalo und Orgel vor. Da wird es manche Hörentdeckung
geben, etwa wenn die Orgeltoccata E-Dur BWV 566 in neuem Gewand erklingt. Und auch Dalitz’
eigene Pedalcembalo-Bearbeitung von Bachs berühmter Chaconne aus der Violin-Partita BWV 1004
ist ein Erlebnis ganz besonderer Art. Historisch korrekt ist diese Übertragung allemal. Damals waren
solche Arrangements an der Tagesordnung, gehörten im Grunde zur Fertigkeit eines guten
Instrumentalisten. Werktreue – wie sie das 20. Jahrhundert predigte – war ein Fremdwort. Eher
herrschte eine überaus lebendige Musikausübung.
Der Leipziger Kapellmeisters Johann Adam Hiller hielt Bach als Cembalo- und Orgelspieler »für den
stärksten seiner Zeit«, denn er spielte seine anspruchsvollen Werke »mit einer Leichtigkeit und
Fertigkeit aus, als ob es nur Müsetten wären.« Die Musette war ein französischer Gesellschaftstanz
im gemäßigten Tempo mit liegenden Basstönen und einfacher Melodik. Der Name rührt von der
gleichnamigen Sackpfeife her – eine Art Dudelsack. Auch Bach verwendete den Tanz, allerdings nicht
in seinen »Französischen Suiten«, was nahe läge. Die von Dalitz gespielte fünfte Suite enthält neben
der klassischen Tanzfolge aber eine so genannte »Loure«, die ländliche Variante der höfischen
Musette.
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Joachim Dalitz Orgel und Pedalcembalo
Johann Sebastian Bach Toccata für Pedalcembalo E-Dur BWV 566
Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge für Orgel d-Moll BWV 539
Johann Sebastian Bach Chaconne aus der Partita für Violine solo d-Moll BWV 1004 für
Pedalcembalo (bearbeitet von Joachim Dalitz)
Johann Sebastian Bach Drei Choralbearbeitungen zur Passionszeit aus dem »Orgelbüchlein«
Johann Sebastian Bach Französische Suite Nr. 5 G-Dur BWV 816
Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge für Orgel G-Dur BWV 568 und BWV 577



Honorarfreie Fotos im Zusammenhang mit Hinweisen auf unsere Veranstaltung(en) stellen wir
Ihnen gerne zur Verfügung.




Konzerthaus Berlin                                       http://www.konzerthaus.de
Helge Birkelbach
Leiter Medien- und Öffentlichkeitsarbeit                 h.birkelbach@konzerthaus.de
Gendarmenmarkt 2                                         Tel. +49 (0)30 20309-2271
10117 Berlin                                             Fax +49 (0)30 20309-2249
                                                                                            2

PM 11-03-01_Müsetten von Bach_Dalitz.pdf

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    Pressemitteilung Joachim Dalitz Berlin, 01.03.2011 Müsetten von Bach SA 12.03.11 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal Auch früher mussten Organisten daheim üben. Im Barock nutzten sie meist das Pedalcembalo, ein um eine Fußleiste erweitertes Cembalo. Es besaß wie die große Kirchenorgel eine Pedalklaviatur, auf der melodisch gespielt werden konnten. Weiter entwickelt als Pedalklavier war dieses exotische Instrument sogar noch im 19. Jahrhundert gebräuchlich. In dieser Form nutzte es etwa Robert Schumann. Konzerthausorganist Joachim Dalitz stellt jetzt in seiner Orgelkonzert-Reihe ausschließlich Werke Johann Sebastian Bachs auf Pedalcembalo und Orgel vor. Da wird es manche Hörentdeckung geben, etwa wenn die Orgeltoccata E-Dur BWV 566 in neuem Gewand erklingt. Und auch Dalitz’ eigene Pedalcembalo-Bearbeitung von Bachs berühmter Chaconne aus der Violin-Partita BWV 1004 ist ein Erlebnis ganz besonderer Art. Historisch korrekt ist diese Übertragung allemal. Damals waren solche Arrangements an der Tagesordnung, gehörten im Grunde zur Fertigkeit eines guten Instrumentalisten. Werktreue – wie sie das 20. Jahrhundert predigte – war ein Fremdwort. Eher herrschte eine überaus lebendige Musikausübung. Der Leipziger Kapellmeisters Johann Adam Hiller hielt Bach als Cembalo- und Orgelspieler »für den stärksten seiner Zeit«, denn er spielte seine anspruchsvollen Werke »mit einer Leichtigkeit und Fertigkeit aus, als ob es nur Müsetten wären.« Die Musette war ein französischer Gesellschaftstanz im gemäßigten Tempo mit liegenden Basstönen und einfacher Melodik. Der Name rührt von der gleichnamigen Sackpfeife her – eine Art Dudelsack. Auch Bach verwendete den Tanz, allerdings nicht in seinen »Französischen Suiten«, was nahe läge. Die von Dalitz gespielte fünfte Suite enthält neben der klassischen Tanzfolge aber eine so genannte »Loure«, die ländliche Variante der höfischen Musette. 1
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    Joachim Dalitz Orgelund Pedalcembalo Johann Sebastian Bach Toccata für Pedalcembalo E-Dur BWV 566 Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge für Orgel d-Moll BWV 539 Johann Sebastian Bach Chaconne aus der Partita für Violine solo d-Moll BWV 1004 für Pedalcembalo (bearbeitet von Joachim Dalitz) Johann Sebastian Bach Drei Choralbearbeitungen zur Passionszeit aus dem »Orgelbüchlein« Johann Sebastian Bach Französische Suite Nr. 5 G-Dur BWV 816 Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge für Orgel G-Dur BWV 568 und BWV 577 Honorarfreie Fotos im Zusammenhang mit Hinweisen auf unsere Veranstaltung(en) stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Konzerthaus Berlin http://www.konzerthaus.de Helge Birkelbach Leiter Medien- und Öffentlichkeitsarbeit h.birkelbach@konzerthaus.de Gendarmenmarkt 2 Tel. +49 (0)30 20309-2271 10117 Berlin Fax +49 (0)30 20309-2249 2