Pressemitteilung




Eliahu Inbal leitet das Konzerthausorchester Berlin



Berlin, 26.08.2010
Traum und Terror
DO–SA 02.09.–04.09.10 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin, Großer Saal

»Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.« Das sagte einer der
wichtigsten und mittlerweile meistgespielten Komponisten des 20. Jahrhunderts: Gustav Mahler.
Anlässlich seines 150. Geburtstages und 100. Todestages macht sich das Konzerthaus Berlin in der
neuen Saison 2010/11 bei »Musik mit Mahler« auf die Suche nach dem Wesen des Mahlerschen
Schaffens – und lässt dabei auch Musik anderer Komponisten erklingen: Vorgänger, Ideengeber,
Wegbereiter, ebenso wie Anhänger, Verehrer und Nachkommen. Das große Universum Mahler wird
quasi von zwei Seiten umkreist.

Teil 1 der dreiteiligen Reihe trägt den Titel »Wo die schönen Trompeten blasen«, die Mahlers Solida-
rität mit den Erniedrigten und Beleidigten zum Thema hat. Es beginnt mit einem Werk von Oskar
Fried. Der gebürtige Berliner galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem durch seinen Einsatz für
die jüngere Musikgeschichte als ein Vorkämpfer der Moderne. So führte Fried viele Werke Mahlers
auf, mit dem er seit 1905 gut befreundet war. Auch seine Kompositionen, die heute weitestgehend
vergessen sind, erregten damals großes Aufsehen, vor allem »Die Auswanderer« von 1912. Das
Melodram skizziert in ergreifender Weise einen schier endlosen Zug Flüchtender, die als letzten Akt
des puren Überlebenswillens ihre Fortune in der Großstadt suchen – und verschlungen werden.
Frieds Musik – eine Art Wagnersche Spätromantik Mahlerscher Prägung – entwickelt dabei eine ganz
eigene Sprache.

Im zweiten Teil des Konzerts, das das Konzerthausorchester Berlin unter seinem ehemaligen Chef-
dirigenten Eliahu Inbal gestaltet, wird die Friedsche Schreckensvision quasi rückblickend kommen-
tiert. Dmitri Schostakowitschs 4. Sinfonie lässt sich als offene Kritik an Stalins Terrorregime lesen.
Das Werk ist voller Ironie, bitterböser Satire und schonungsloser Kraft. Bei der Form seiner Vierten

                                                                                                         1
orientierte sich Schostakowitsch stark an Mahlers 3. Sinfonie, die ebenfalls eine auf den ersten Blick
völlig unkontrolliert scheinende Fülle von Ideen exponiert, jedoch nach strenger Sonatenform konge-
nial geordnet ist. Im Verlauf des Werks zitiert Schostakowitsch aus Mahlers 2. und 7. Sinfonie sowie
dessen »Lied von der Erde«.


Konzerthausorchester Berlin
Eliahu Inbal
Jörg Gudzuhn Sprecher
Oskar Fried »Die Auswanderer« – Melodram nach einem Text von Émile Verhaeren für
Sprechstimme und Orchester
Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 43



Mit freundlicher Unterstützung der Ernst & Young GmbH in Zusammenarbeit mit Zukunft Konzerthaus
e.V.
Präsentiert von




Im Attachment finden Sie das ausführliche Programmheft. Mehr zum Mahler-Schwerpunkt
erfahren Sie auf der Sonderseite
www.konzerthaus.de/mahler

Honorarfreie Fotos schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage.




Konzerthaus Berlin                                              http://www.konzerthaus.de

Helge Birkelbach
Leiter Medien- und Öffentlichkeitsarbeit                        h.birkelbach@konzerthaus.de
Gendarmenmarkt 2                                                Tel. +49 (0)30 20309-2271
10117 Berlin                                                    Fax +49 (0)30 20309-2249

                                                                                                         2

PM 10-08-26_Traum und Terror.pdf

  • 1.
    Pressemitteilung Eliahu Inbal leitetdas Konzerthausorchester Berlin Berlin, 26.08.2010 Traum und Terror DO–SA 02.09.–04.09.10 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin, Großer Saal »Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.« Das sagte einer der wichtigsten und mittlerweile meistgespielten Komponisten des 20. Jahrhunderts: Gustav Mahler. Anlässlich seines 150. Geburtstages und 100. Todestages macht sich das Konzerthaus Berlin in der neuen Saison 2010/11 bei »Musik mit Mahler« auf die Suche nach dem Wesen des Mahlerschen Schaffens – und lässt dabei auch Musik anderer Komponisten erklingen: Vorgänger, Ideengeber, Wegbereiter, ebenso wie Anhänger, Verehrer und Nachkommen. Das große Universum Mahler wird quasi von zwei Seiten umkreist. Teil 1 der dreiteiligen Reihe trägt den Titel »Wo die schönen Trompeten blasen«, die Mahlers Solida- rität mit den Erniedrigten und Beleidigten zum Thema hat. Es beginnt mit einem Werk von Oskar Fried. Der gebürtige Berliner galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem durch seinen Einsatz für die jüngere Musikgeschichte als ein Vorkämpfer der Moderne. So führte Fried viele Werke Mahlers auf, mit dem er seit 1905 gut befreundet war. Auch seine Kompositionen, die heute weitestgehend vergessen sind, erregten damals großes Aufsehen, vor allem »Die Auswanderer« von 1912. Das Melodram skizziert in ergreifender Weise einen schier endlosen Zug Flüchtender, die als letzten Akt des puren Überlebenswillens ihre Fortune in der Großstadt suchen – und verschlungen werden. Frieds Musik – eine Art Wagnersche Spätromantik Mahlerscher Prägung – entwickelt dabei eine ganz eigene Sprache. Im zweiten Teil des Konzerts, das das Konzerthausorchester Berlin unter seinem ehemaligen Chef- dirigenten Eliahu Inbal gestaltet, wird die Friedsche Schreckensvision quasi rückblickend kommen- tiert. Dmitri Schostakowitschs 4. Sinfonie lässt sich als offene Kritik an Stalins Terrorregime lesen. Das Werk ist voller Ironie, bitterböser Satire und schonungsloser Kraft. Bei der Form seiner Vierten 1
  • 2.
    orientierte sich Schostakowitschstark an Mahlers 3. Sinfonie, die ebenfalls eine auf den ersten Blick völlig unkontrolliert scheinende Fülle von Ideen exponiert, jedoch nach strenger Sonatenform konge- nial geordnet ist. Im Verlauf des Werks zitiert Schostakowitsch aus Mahlers 2. und 7. Sinfonie sowie dessen »Lied von der Erde«. Konzerthausorchester Berlin Eliahu Inbal Jörg Gudzuhn Sprecher Oskar Fried »Die Auswanderer« – Melodram nach einem Text von Émile Verhaeren für Sprechstimme und Orchester Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 43 Mit freundlicher Unterstützung der Ernst & Young GmbH in Zusammenarbeit mit Zukunft Konzerthaus e.V. Präsentiert von Im Attachment finden Sie das ausführliche Programmheft. Mehr zum Mahler-Schwerpunkt erfahren Sie auf der Sonderseite www.konzerthaus.de/mahler Honorarfreie Fotos schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage. Konzerthaus Berlin http://www.konzerthaus.de Helge Birkelbach Leiter Medien- und Öffentlichkeitsarbeit h.birkelbach@konzerthaus.de Gendarmenmarkt 2 Tel. +49 (0)30 20309-2271 10117 Berlin Fax +49 (0)30 20309-2249 2