IT-RepoRT beRlIn
Standort – Stärken – Strategien
Inhalt




1     Vorwort	
      Vom Internet der Dinge und der Dienste zum digitalen Unternehmen

2	    Informations- und Kommunikationstechnologie in berlin

4     Handlungsfeld
      Kommunikationsnetze und -dienste

7     Handlungsfeld
      Sicherheit mit IT

10    Handlungsfeld
      e-Government

13    Handlungsfeld
      open Source/open Standards

16    Handlungsfeld
      Wireless

20    Handlungsfeld
      IKT@Al – Vernetztes leben

22	   Campus Charlottenburg – Forschungspotenziale und perspektiven

25	   Schwerpunkte der berliner IT- Forschung

27	   Attraktive Fördermöglichkeiten für die IT- und TK-Wirtschaft

28	   Glossar

	     Impressum
Vorwort
                                             Vom	Internet	der	Dinge	und	der	
                                             Dienste	zum	digitalen	Unternehmen




                      Prof.	Dr.	Dr.	h.c.	mult.	
                      Wolfgang	Wahlster


Im	Jahr	2010	wäre	der	Erfinder	des	          derprogramm	des	Bundesministeri-           aufwand	und	ressourceneffizienter	
Computers	100	Jahre	alt	geworden.	Der	       ums	für	Bildung	und	Forschung	(BMBF)	      Betrieb	sind	Qualitätsmerkmale,	welche	
Berliner	Bauingenieur	Konrad	Zuse	gilt	      identifizierten	Innovationstreiber.		Da	   das	traditionelle	hohe	internationale	
als	der	Erfinder	und	Konstrukteur	der	       die	Interoperabilität	der	Subsysteme	      Ansehen	unserer	Ingenieurleistungen	
ersten	vollautomatischen,	programm-          verschiedener	Hersteller	und	Betreiber	    prägen	und	dem	Gütesiegel	„Made	in	
gesteuerten	und	frei	programmierbaren	       eine	zwingende	Grundlage	für	den	Auf-      Germany“	auch	in	der	Hightech-Welt	zu	
Rechenanlage	der	Welt	und	zählt	damit	       bau	eines	„Internet	der	Dinge“	für	die	    neuem	Glanz	verhelfen.	
zu	einem	der	wichtigsten	Begründer	          oben	genannten	Anwendungsgebiete	
der	modernen	Informationstechnik	(IT).	      darstellt,	wird	dem	Thema	„semantische	    Ich	begrüße	daher	sehr,	dass	die	Berli-
Sein	Computer	Z3	wurde	1941	in	Berlin	       Technologien“	besondere	Aufmerk-           ner	IT-Strategie	konsequent	nach	dem	
in	allen	Komponenten	funktionsfähig	         samkeit	zukommen,	da	nur	durch	eine	       Prinzip	„Stärken	stärken“	angelegt	ist	
vorgeführt.	Damals	hatten	selbst	kühn-       maschinell	interpretierbare	Inhaltsbe-     und	die	Wertschöpfung	entlang	der	
ste	Visionäre	nicht	vorausgesagt,	dass	      schreibung	eine	sinnvolle	Massenkom-       gesamten	Innovationskette	im	Auge	
heute	Computer	in	Alltagsgegenstände	        munikation	zwischen	den	vernetzten	        hat	–	Konrad	Zuse	wäre	stolz	gewesen	
aller	Art	–	von	der	Waschmaschine	bis	       Systemen	stattfinden	kann.	                zu	sehen,	was	100	Jahre	nach	seiner	
zum	Spielzeughund	–		integriert	sind	                                                   Geburt	in	Berlin	dort	heute	aus	seiner	
und	selbst	Autos	über	70	eingebettete	       Die	Verbindung	zwischen	dem	Internet	      Durchbruchsinnovation	geschaffen	
Computer	enthalten.	                         der	Dinge	und	dem	Internet	der	Dienste	    wird.
                                             ist	die	Basis	für	das	digitale	Unterneh-    	
Aktuell	basieren	über	80	Prozent	aller	      men	der	Zukunft,	in	dem	Geschäftspro-      Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster
Innovationen	in	Deutschland	auf	der	         zesse	dynamisch	in	Echtzeit	selbst	an	
Informationstechnik	und	40	Prozent	          kleinste	Änderungen	in	der	Realwirt-
der	Produktivitätssteigerung	in	Europa	      schaft	angepasst	und	aufgrund	von	
wird	durch	IT-Anwendungen	erzielt.	So	       automatisch	detektierten	Schwachstel-
haben	sich	im	Bereich	des	Maschinen-	        len	in	der	Wertschöpfungskette	sofort	
und	des	Automobilbaus,	der	Medizin-          korrigiert	werden	können.
                                                                                        Vorsitzender des Technologie- und
technik,	der	Logistik,	der	Energie-	und	
                                                                                        Innovationsrates des Landes Berlin
Sicherheitstechnik	die	Informations-	        Deutsche	IKT-Ingenieure	sind	die	Welt-
und	Kommunikationstechnologien	zum	          meister	in	der	Beherrschung	solcher	       Vorsitzender der Geschäftsführung
Innovationsmotor	Nr.	1	entwickelt.	          extrem	komplexen	Systeme.	Weltweit	        des Deutschen Forschungszentrums
                                             greift	man	auf	deren	Innovationen	         für Künstliche Intelligenz, DFKI
Die	konsequente	Weiterentwicklung	           zurück,	wenn	man	vom	einwandfrei-
der	Software-	und	Hardwaretechnologi-        en	Funktionieren	komplexer	Systeme	
en	aus	dem	Bereich	der	eingebetteten	        abhängt	–	von	intelligenten	Produkti-
Systeme,	in	dem	Deutschland	interna-         onsanlagen,	über	Hightech-Automobi-
tional	eine	Spitzenposition	einnimmt,	       le	und	Sicherheitssysteme	bis	hin	zur	
führt	zur	Vernetzung	dieser	eingebet-        Unternehmenssoftware.
teten	Systeme	über	Internet-Kommu-
nikation	und	damit	zum	„Internet	der	        Zuverlässiges	und	sicheres	Verhalten,	
Dinge“	–	einem	der	im	IKT-2020	För-          geringer	Wartungs-	und	Bedienungs-




                                                                                                                                     1
Informations-	und	Kommuni-
                                 kationstechnologie	in	Berlin

                                 ANALySE	UND	ENTWICKLUNG                        sind,	ja	z.		T.	sogar	in	Konkurrenz	zuein-
                                                                                ander	entwickelt	wurden.	Persönliche	
                                 Seit	Anfang	der	90er	Jahre	konzen-             Sichtweisen	einzelner	Akteure	bestim-
                                 triert	sich	die	Berliner	Wirtschaftspolitik	   men	oft	mehr	als	ganzheitliche	Konzep-
                                 auf	innovative	Kompetenzfelder.	Es	ist	        tionen.	Die	hochrangige	politische	Auf-
                                 keine	große	Überraschung,	dass	bereits	        merksamkeit	für	zentrale	strategische	
                                 damals	die	Informations-	und	Kommu-            Projekte	fehlt.	Verzahnungen	werden	
                                 nikationstechnologie	im	Vordergrund	           durch	Ressortegoismen	erschwert.
                                 stand.
                                                                                3.	Projekte	werden	eher	in	Bereichen			
                                 Bemerkenswerter	ist	vielleicht	die	Ana-        realisiert,	wo	Fördermittel	akquiriert	
                                 lyse,	mit	der	im	Jahr	1997	die	Landesini-      werden	können	als	dort,	wo	Bedarf	
                                 tiative	Projekt	Zukunft	begründet	hat,	        besteht.	Beispiel	dafür	ist	die	bislang	
                                 weshalb	ein	besonderes	Engagement	             noch	unterdurchschnittliche	Ausstat-
                                 von	Politik,	Wirtschaft	und	Forschung	         tung	der	Berliner	Schulen	mit	Compu-
                                 erforderlich	ist.	                             tern	und	Online-Anschlüssen.

                                 „Berlin	hat	es	bisher	versäumt,	sich	auf	      4.	Die	Berliner	Potenziale	zur	Entwick-
                                 dem	Gebiet	von	Multimedia	und	Tele-            lung	einer	modernen	Informationsge-
                                 kommunikation	und	als	Vorreiter	einer	         sellschaft	werden	nach	außen	zu	wenig	
                                 modernen	Informationsgesellschaft	             dargestellt.	Bei	internationalen	Treffen	
                                 einen	Namen	zu	machen.	Dafür	gibt	es	          zum	Thema	–		wie	beispielsweise	auf	
                                 mehrere	Gründe:                                der	EU-Ebene	–	vermittelt	Berlin	ein	
                                                                                wenig	geschlossenes	Bild.	Dadurch	sind	
                                 1.	Die	informationstechnische	Moder-           bereits	mehrfach	Chancen	für	Pilotpro-
                                 nisierung	Berlins	ist	kein	Selbstläufer	       jekte	mit	überregionalem	Demonstra-
                                 und	keineswegs	durch	die	Stärkung	des	         tionscharakter	vertan	worden.“
                                 technologisch-wirtschaftlichen	Potenti-
                                 als	allein	schon	getan.	Die	Informations-      DIE	DAMALIGE	ANALySE	ZEIGT,		
                                 gesellschaft	diffundiert	tief	in	die	Berei-    WELCHE	FORTSCHRITTE	BERLIN	IN		
                                 che	der	Arbeit	und	Arbeitsorganisation,	       DER	ZWISCHENZEIT	GEMACHT	HAT
                                 der	Bildung	und	Wissenschaft,	der	Kul-
                                 tur,	des	Alltags	hinein	mit	zahlreichen	       Die	politischen,	administrativen	und	
                                 weiteren	Folgeprozessen	dort	bis	hin	zu	       intermediären	Akteure	in	Berlin	arbei-
                                 Änderungen	von	Werten	und	Gesetzen.	           ten	mittlerweile	Hand	in	Hand.	Die	Ent-
                                 Bislang	gibt	es	in	Berlin	jedoch	weder	        wicklung	des	Kompetenzfeldes	folgt	
                                 einen	breiten	gesellschaftlichen	Diskurs,	     einer	klaren	Strategie,	die	regelmäßig	
                                 noch	eine	gemeinsame	Verständigung,	           mit	Expertinnen	und	Experten	aus	Wirt-
                                 noch	Visionen	über	die	wünschenswer-           schaft	und	Wissenschaft	abgestimmt	
                                 te	Gestalt	der	Informationsgesellschaft.       wird.	Masterpläne	legen	die	Handlungs-
                                                                                felder	und	die	Verantwortlichkeiten	fest.
                                 2.	Berlin	mangelt	es	nicht	an	Einzelinitia-
                                 tiven	und	interessanten	Entwicklungen.	
                                 Im	Gegenteil:	das	rasche	Wachstum	der	         BEI	DER	VERGABE	VON	FöRDERMIT-
                                 Medien-	und	Kommunikationsbranche	             TELN	STEHEN	ZWEI	FöRDERASPEKTE	
                                 und	das	erfreuliche	Engagement	von	            IM	VORDERGRUND:
    Ingrid Walther
                                 Wissenschaft	und	Forschung	haben	zu	
    Kompetenzfeldmanagerin
                                 einer	Vielzahl	von	Projekten	und	Aktivi-       –		 ilft	das	Vorhaben,	Wirtschaft	und	
                                                                                  H
    Senatsverwaltung	für Wirt-   täten	geführt.	Problem	ist	jedoch,	dass	         Wissenschaft	stärker	zu	verzahnen?
    schaft,	Technologie	und	     diese	Projekte	häufig	nicht	aufeinander	       –		 ördert	es	die	wirtschaftliche	Entwick-
                                                                                  F
    Frauen                       aufbauen,	nicht	miteinander	verzahnt	            lung	Berlins?



2
BERLIN	ALS	PILOTREGION                                            Umsatzentwicklung	der	ITK-Unternehmen	2004	–	2007
                                                          in	%	

Der	Einfluss	der	Informations-	und	Kom-
                                                         25
munikationstechnologie	bei	der	Moder-                               21,0
nisierung	Berlins	steht	im	Vordergrund	                  20

der	Überlegungen.	Berlin	ist	Pilotregion	                15




                                                                                                                      Quelle:		Statistisches	Landesamt	Berlin
für	viele	innovative	Vorhaben.	Erinnert	                 10
sei	an	die	weltweit	erstmalige	Umstel-
                                                          5                                  1,6
lung	des	analogen	terrestrischen	Fern-                                                                   -7,4
                                                                                -	1,2
sehens	auf	die	digitale	Verbreitung,	auf	                 0

MoBüd,	das	mittlerweile	eingeführte	                      -5
Verfahren	der	mobilen	Bürgerdienste,	                   -10
oder	in	jüngster	Zeit	die	Ausstattung	                              Berlin     München      Hamburg       Köln
der	Berliner	Bibliotheken	mit	RFID	im	
anspruchsvollen	Hybridbetrieb.
                                            gesteigert	werden.	Insgesamt	ist	die	             Nachfrage	nach	Information,	Beratung	
                                            Anzahl	derjenigen,	die	in	diesem	Kom-             und	Coaching	wächst.	Mit	den	sogenann-
EUROPÄISCHE	VERNETZUNG                      petenzfeld	als	sozialversicherungspflich-         ten	Bankengesprächen	gemeinsam	mit	
                                            tig	und	geringfügig	Beschäftigte,	aber	           der	Investitionsbank	wie	auch	mit	den	
Nicht	nur	die	Berliner	Forschungsein-       auch	als	freie	MitarbeiterInnen	und	              Standortkonferenzen,	die	sich	einem	ein-
richtungen,	auch	die	Berliner	Institu-      Selbständige	tätig	sind,	erheblich	grö-           zelnen	Unternehmen	widmen,	haben	wir	
tionen	sind	überaus	beliebte	Partner	in	    ßer:	Insgesamt	sind	es	nahezu	47.000	             ein	gutes	Angebot	aufgebaut.
europäischen	Projekten	geworden.	In	        Menschen,	die	durch	die	Unternehmen	
Projekten	wie	REDICT	oder	Enterprise	       in	Berlin	ihr	Auskommen	finden.                   Die	Handlungsfelder	der	Strategie	für	das	
Europe	Network	wird	an	der	europä-                                                            Kompetenzfeld	IT/Medien	müssen	regel-
ischen	Vernetzung	gearbeitet,	JOSEFIN	                                                        mäßig	darauf	überprüft	werden,	ob	sie	
und	BaSIC	beschäftigen	sich	mit	der	        DIE	IT-	UND	KOMMUNIKATIONS-                       den	Strukturen	der	Berliner	Wirtschaft	
Finanzierung	innovativer	Unternehmen.       BRANCHE	DER	REGION	ZEICHNET	                      entsprechen	und	zur	Verbesserung	der	
Die	Region	ist	bemerkenswert	erfolg-        SICH	DURCH	EINIGE	WICHTIGE	                       Wirtschaftskraft	beitragen.
reich	bei	den	Beteiligungen	an	natio-       CHARAKTERISTIKA	AUS:
nalen	wie	an	europäischen	Forschungs-                                                         Die	Zusammenarbeit	mit	Brandenburg	ist	
programmen.                                 –D
                                            	 		 ie	große	Dichte	von	Forschungsein-           ungeachtet	der	unterschiedlichen	wirt-
                                               richtungen,	Hochschulen	und	Univer-            schaftlichen	und	administrativen	Struk-
                                               sitäten	begünstig	die	Innovationsfä-           turen	auszubauen.	Mit	einigen	gemeinsa-
WIRSCHAFTLICHE	ENTWICKLUNG                     higkeit	der	Unternehmen.                       men	Projekten	wie	dem	Wireless	Transfer	
                                            –		 harakteristisch	und	vorteilhaft	ist	
                                               C                                              Center,	dem	Masterplan	Sicherheit	Berlin	
Die	wirtschaftlichen	Kennzahlen	der	           die	enge	Bindung	zur	Medienwirt-               Brandenburg	und	der	Untersuchung	zum	
Berliner	Informations-	und	Kommu-              schaft;	so	ist	Berlin	bereits	jetzt	einer	     Aufbau	eines	deutschen	Zentrums	für	
nikationswirtschaft	haben	sich	in	den	         der	wichtigsten	Standorte	für	mobile	          mobile	Kommunikation	in	Ballungsräu-
letzten	Jahren	entscheidend	verbessert.	       Inhalte	und	Spiele	in	Deutschland.             men	sind	erste	Bausteine	gelegt.		
Im	Jahr	1997	belegten	die	statistischen	    –		 iele	der	kleinen	und	mittleren	Unter-
                                               V
Kennzahlen	eine	im	Vergleich	zu	ande-          nehmen	sind	hoch	spezialisiert.		Die	          Wirtschaftliches	Wachstum	in	den	Hand-
ren	Städten	und	Regionen	bemerkens-            Palette	reicht	von	Navigationslö-              lungsfeldern	kann	nur	gelingen,	wenn	
werte	Umsatzschwäche	der	Berliner	ITK-         sungen	(Gate	5)	über	IT-Sicherheit	            die	Hauptstadtregion	für	Referenzprojek-
Branche.	Seit	2000	ist	der	Umsatz	der	         (Zertificon	Solutions)	und	Bildbear-           te	zur	Verfügung	steht.	Im	Handlungsfeld	
Unternehmen	um	40	Prozent	auf	9	Mrd.	          beitungssoftware	(Magix)	bis	hin	zu	           Sicherheit	wird	daran	gearbeitet,	für	das	
Euro	und	die	Zahl	der	Unternehmen	             computergestützter	Klangerzeugung	             Thema	Urban	Securities	ein	Referenzob-
um	54	Prozent	auf	4.000	Unternehmen	           (Native	Instruments).                          jekt	zur	Verfügung	zu	stellen.	
gestiegen.                                                                                     		
                                                                                              –K
                                                                                              	 		 ontinuierlicher	Austausch	mit	Wirt-
In	den	letzten	drei	Jahren	hat	sich	das	    DIE	IT-STANDORTSTRATEGIE                              schaft	und	Forschung
Umsatzwachstum	in	Berlin	gegenüber	                                                           –i
                                                                                              	 		ntensive	Zusammenarbeit	der	Stand-
anderen	Regionen	deutlich	positiver	        Die	Erfolge	sollten	uns	nicht	dazu	ver-               ortpartner	und
entwickelt,	wie	der	oben	stehenden	         leiten,	in	unseren	Anstrengungen	nach-            –K
                                                                                              	 		 onzentration	auf	zukunftsträchtige	
Grafik	zu	entnehmen	ist.                    zulassen.	                                            Handlungsfelder	
 	                                          Die	Konjunkturkrise	hat	erneut	deutlich	
Auch	die	Zahl	der	sozialversicherungs-      gemacht,	wie	wichtig	ein	flexibles	Wirt-          sind	die	Bausteine	für	den	Erfolg	der	
pflichtig	Beschäftigten	im	Kompe-           schaftsförderinstrumentarium	insbeson-            Standortstrategie,	die	wir	Ihnen	mit	die-
tenzfeld	konnte	von	30.300	auf	36.800	      dere	in	schwierigen	Zeiten	ist.	Auch	die	         sem	Heft	vorstellen	wollen.



                                                                                                                                                                3
Handlungsfeld

                                             Kommunikationsnetze		
                                             und	-dienste

                                             Als	Metropole	ist	Berlin	in	hohem	Maße	     load	an.		Drei	alternative	Netzbetreiber	
                                             auf	Medien,	Kreativ-	und	IT-Wirtschaft	     –	Arcor,	Versatel	und	HanseNet	–	nutzen	
                                             ausgerichtet.	Forschung	und	Entwick-        dieses	Netz	nahezu	flächendeckend	für	
                                             lung,	öffentliche	und	unternehmensna-       eigene	Angebote	an	Endkunden.	Diese	
                                             he	Dienstleistungen	prägen	das	Kom-         drei	Unternehmen	haben	nahezu	alle	
                                             munikationsverhalten	und	den	Bedarf	        der	insgesamt	144	Hauptverteiler	(HVt)	
                                             nach	einer	hochwertigen	und	leistungs-      im	Land	Berlin	mit	ihren	eigenen	Back-
                                             fähigen	Kommunikationsinfrastruktur.        bonenetzen	erschlossen,	teils	über	eige-
                                                                                         ne	Glasfasertrassen,	teils	über	gemietete	
                                                                                         Leitungskapazitäten.	Auf	diesem	Teil-
                                             BREITES	SERVICEANGEBOT                      nehmeranschlussnetz	wird	heute	ADSL	
                                                                                         mit	einer	maximalen	Bandbreite	von		
                                             Das	Angebot	und	der	Wettbewerb	auf	         16	Mbit/s	angeboten,	wobei	6	Mbit/s	
                                             dem	Telekommunikationsmarkt	in	Ber-         zunehmend	als	Standardangebot	
                                             lin	gewährleisten	aktuell	eine	gute	Tele-   bezeichnet	werden.	
                                             kommunikationsinfrastruktur	für	die	
                                             Stadt:                                      Zwei	weitere,	ausschließlich	auf	
                                                                                         Geschäftskunden	ausgerichtete	Netz-
                                             Neben	der	Deutschen	Telekom	(DTAG)	         betreiber	–	COLT	und	DNS:NET	–	haben	
                                             haben	sich	in	Berlin	zahlreiche	Wettbe-     in	Berlin	eigene	Glasfasertrassen	bis	zu	
                                             werber	etabliert:	Berlin	verfügt	im	Fest-   ihren	Endkunden	verlegt,	nutzen	jedoch	
                                             netzbereich	heute	über	zwei	Kommuni-        in	einigen	Ausbaugebieten	der	Stadt	
                                             kationsinfrastrukturen,	die	zueinander	     ebenfalls	das	Teilnehmeranschlussnetz	
                                             im	Wettbewerb	stehen:	Das	Kupfernetz	       der	DTAG	zur	Ergänzung	der	eigenen	
                                             der	DTAG,	mit	dem	alle	rund	zwei	Mil-       Infrastruktur.	Von	allen	Netzbetreibern	
                                             lionen	Berliner	Haushalte	erreicht	wer-     werden	für	Geschäftskunden	aus-
                                             den,	sowie	das	Koaxialkabelnetz	der	TV-	    schließlich	im	Projektgeschäft	Bandbrei-
                                             Kabelnetzbetreiber	Kabel	Deutschland,	      ten	zwischen	10	Mbit/s	und	10	Gbit/s	
                                             TeleColumbus	und	kleinerer	Anbieter,	       auf	Glasfasernetzen	angeboten.
                                             das	heute	bereits	1,2	Millionen	Wohn-
                                             einheiten	aktiv	versorgt.
                                                                                         FLÄCHENDECKENDE	FUNKVERSOR-
                                             Auf	dem	Teilnehmeranschlussnetz	der	        GUNG
                                             DTAG	findet	intensiver	Wettbewerb	
                                             statt:	Die	Deutsche	Telekom	bietet	         Im	gesamten	Stadtgebiet	sind	mobi-
                                             nahezu	flächendeckend	in	Berlin	ADSL	       le	Breitbandanwendungen	über	die	
                                             mit	bis	zu	16	Mbit/s	und	in	weiten	Tei-     UMTS-Netze	der	vier	etablierten	Mobil-
                                             len	der	Stadt	VDSL	mit	einer	Übertra-       funkbetreiber	(Vodafone,	T-Mobile,	E-
                                             gungsrate	bis	zu	50	Mbit/s	im	Down-         Plus,	O2)	im	vollen	Umfang	nutzbar.	




    KonTAKT:
    Michael pemp
    Senatsverwaltung	für	Wirtschaft,	Technologie	
    und	Frauen

    michael.pemp@senwtf.berlin.de




4
InTeRVIeW

                                                                                      mit prof. Dr.
                                                                                      prof. Dr.
                                                                                      Hans-Joachim Grallert,
                                                                                                       Grallert
                                                                                      Geschäftsführender		
                                                                                      Institutsleiter	des		
                                                                                      Fraunhofer-Instituts		
                                                                                      für	Nachrichtentechnik		
                                                                                      für	Nachrichtentechnik,		
                                                                                      Heinrich-Hertz-Institut
Hierfür	stehen	innerhalb	des	Berliner	   und	mobiler	breitbandiger	Telekommu-
Stadtgebietes	fast	3000	Standorte	für	   nikationszugänge	in	Zukunft	vor	neue	        ñ Die	Medien-,	Kreativ-	und	IT-Wirtschaft	
ortsfeste	Mobilfunkbasisstationen	zur	   Herausforderungen;	es	wird	progno-           ist	für	Berlin	von	wesentlicher	Bedeutung.	Der	
Verfügung.	                              stiziert,	dass	spätestens	bis	Mitte	des	     Bedarf	nach	einer	hochwertigen	und	leistungs-
                                         nächsten	Jahrzehnts	im	Festnetzbereich		     fähigen	Kommunikationsinfrastruktur	steigt	in	
                                                                                      diesen	Branchen.	Wie	ist	Berlin	hier	aufgestellt?
Zahlreiche	Spezialanbieter	wie	          Übertragungsraten	von	mehr	als		
e*message	Wireless	Information	          50	Mbit/s	erwartet	werden.	                  Berlin verfügt über eine State-of-the-Art Kom-
                                                                                                                 State-of-the-Art-Kom-
Service	Deutschland	(professionel-                                                    munikationsinfrastruktur. Gemeint sind damit
le	Pagerdienste	und	Bündelfunk),	        Im	Rahmen	der	IT-Standortstrategie	          flächendeckend Netzanschlüsse über Kupferkabel,
Sky-DSL	(Telekommunikations-Breit-       werden	deshalb	folgende	Projekte	ver-        Mobilkommunikation und WLAN im gesamten
band-Satelliten-Lösungen),	portable	     folgt:                                       Stadtgebiet. Andererseits sind die Netze nur
                                                                                      bedingt ‚breitbandig’ ausgelegt, und vor allem
DSL	(funkgestützte	Telekommunika-
                                                                                      sind sie asymmetrisch, mit leistungsfähigem
tions-Breitband-Lösungen)	und	Stra-      AUFBAU	EINES	GLASFASERNETZES	
                                                                                      Download und schmalbandigem Upload. Andere
to	(Datacenter	und	Internet	Service	
                                                                                      Städte in Deutschland legen bereits eine Glasfa-
Provider)	komplettieren	das	Angebot	     Nur	Glasfasertechnologie	gewährleis-         ser-Infrastruktur bis in die Haushalte. Und auch im
in	Berlin.                               tet	zukunftssichere	Breitbandversor-         internationalen Vergleich liegt Berlin noch deut-
                                         gung	im	Festnetzbereich.	Der	Aufbau	         lich zurück. Es ist aber sehr zu begrüßen, dass die
Im	März	2009	waren	ca.	120	Berliner	     eines	glasfaserbasierten	Zugangsnet-         Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und
Telekommunikationsdienstleister	bei	     zes,	das	mindestens	bis	zum	Gebäude	         Frauen eine Studie zu den Anforderungen einer
der	Bundesnetzagentur	registriert.	      (FTTB)	oder	besser	gleich	bis	zum	Teil-      zukünftigen Telekommunikationsinfrastruktur in
                                         nehmer	geführt	wird	(FTTH),	muss	in	         Berlin beauftragt hat, an der das Fraunhofer Hein-
Zu	den	Telekommunikationsaus-            den	nächsten	Jahren	in	Angriff	genom-        rich-Hertz-Institut beteiligt war.
rüstern	am	Standort	Berlin	gehören	      men	werden.	Als	Investitionsvorhaben	        ñ Inwieweit	profitiert	Berlin	von	der	Wissen-
Motorola,	Siemens,	Nokia-Siemens-        von	Einzelunternehmen	ist	ein	solcher	       schaft	und	Forschung,	wenn	es	darum	geht	den	
                                                                                      schaft	und	Forschung	wenn	es	darum	geht	den	
Networks,	Teles,	Texas	Instruments,	     Glasfaserausbau	in	Berlin	zurzeit	nicht	     weiteren	Ausbau	der	Kommunikationsinfra-
Tektronix,	AVM,	Aastra-DeTeWe,	ADVA-	    geplant.	Aus	wirtschaftlichen	Erwägun-       struktur	voranzutreiben?
Optical,	Corning	Cable	und	ADC-          gen		bietet	es	sich	an,	ein	solches	Vorha-   Berlin hat traditionell eine starke Wissenschaft
KRONE.                                   ben	im	Wege	eines	Kooperationsprojek-        und Industrie auf den Gebieten der Informati-
                                         tes	zu	realisieren.	Neben	dem	Vorschlag	     ons- und Kommunikationstechnik, aber auch
                                         eines	Open-	Access-Ansatzes	als	ein	         der Dienstentwicklung und der Bereitstellung
BREITBAND	FÜR	JEDERMANN                  mögliches	Kooperationsmodell	kommt	          von Inhalten. Diese Tradition gilt es fortzuschrei-
                                         ein	Infrastruktursharing	in	Betracht:	Für	   ben und Berlin als Test-Labor für eine wirklich
Die	steigenden	Ansprüche	der	Nutze-      neue	Glasfaserverbindungen	können	           breitbandige, symmetrische Kommunikation auf
                                                                                      Basis von Glasfasern zu entwickeln. Dies würde
rinnen	und	Nutzer	stellen	die	Bereit-    vorhandene	Glasfaserstrecken,	Leerroh-
                                                                                      auch die Entwicklung von Komponenten für die
stellung	anforderungsgerechter	fester	   re	und	weiterhin	nutzbare	Infrastruktu-
                                                                                      photonische Übertragungstechnik weiter voran-
                                                                                      treiben, bei der Berliner Firmen und das Heinrich-
                                                                                      Hertz-Institut eine Spitzenposition in der Welt
    NETZWERKE                                FORSCHUNG                                einnehmen.

                                                                                      ñ Welche	Vision	haben	Sie	für	die	Berliner	
   Informationszentrum	Mobilfunk		           Fraunhofer	Heinrich-Hertz-Institut	      Kommunikationsinfrastruktur	des	Jahres	2020?
   (IZMF	e.V.)                               www.hhi.fraunhofer.de
                                                                                      Meine Vision ist es, dass Berlin wieder Meilensteine
   www.izmf.de
                                             Deutsches	Forschungsnetz	(DFN)	          in Sachen ‚Breitbandkommunikation’ setzt. Berlin
   BCIX	e.V.                                 www.dfn.de                               muss sich für ‚Breitband für Jeden’ – mit gleicher,
   www.bcix.de                                                                        hoher Qualität für Up- und Download von Daten
                                             Wissenschaftliches	Institut	für		
   MOBKOM	e.	V.	–	Mobilität	&	Kommu-         Kommunikationsdienste	(WIK)	             – stark machen. Das ist nur mit breitbandigen
   nikation	in	Berlin-Brandenburg            www.wik.org                              optischen Übertragungstechnologien bis in jedes
   www.mobkom.de                                                                      Haus möglich. 2020 muss jeder in Berlin einen
                                             Fraunhofer-Institut	für	Offene		
                                                                                      optischen Anschluss bekommen können.
   VATM	e.	V.                                Kommunikationssysteme	
   www.vatm.de                               www.fokus.fraunhofer.de/de
   Anga	e.V.	–	Verband	privater	Kabel-
   netzbetreiber
   www.anga.de

                                                                                                                                             5
Handlungsfeld	Kommunikationsnetze	und	-dienste




                    open Access betreibermodell




                                                                           ISP




                                                                                                                                     ISP
                                                                                                            Netzbetreiber/ISP
                          DIENSTEANBIETER	(ISP‘s)




                                                                                                                                                                           Vertikale	Integration/Integrierter	Netzanbieter
                             Internet-Dienste




                                                                           Netzbetreiber




                                                                                                                                     Integrierter	Netzbetreiber	ohne	ISP
                            TK-NETZBETREIBER
                               Aktives	Netz




                                                                                                            Infrastrukturbetreiber
                                                                           Infrastrukturbetreiber
                          INFRASTRUKTURBETREIBER	
                                    (IGS)
                                Passives	Netz




                             IGS,	KOMMUNEN,	
                             VERSORGER,		etc.
                           Leerrohrinfrastruktur


                                                                                                    horizontale	vs.	vertikale	Integration



                                                                                                      Quelle:	ITCcon	Unternehmensberatung



                    ren	zur	Stimmulierung	einer	gemein-
                    samen	Nutzung	transparent	gemacht	
                    werden.	Gleiches	gilt	für	geplante	Tief-
                    baumaßnahmen,		um	eventuelle	Mit-
                    baugelegenheiten	für	neue	Glasfaser-
                    verbindungen	zu	nutzen.

                                                                AUFBAU	UND	BETRIEB	VON	WLAN-	                                                                                                                                eine	wichtige	und	zusätzliche	porta-
                    BEGLEITUNG	DER	EINFÜHRUNG	DER	              MESH-NETZEN	IN	BERLIN                                                                                                                                        ble	Kommunikationsinfrastruktur.	Die	
                    NÄCHSTEN	MOBILFUNK-TECHNOLO-                                                                                                                                                                             vorgestellten	Konzepte	verschiedener	
                    GIE-GENERATION	LONG	TERM	EVOLUTI-           Der	Einsatz	von	Laptops	und	weiteren	                                                                                                                        Anbieter	bzw.	Interessenten	beziehen	
                    ON	(LTE)	ALS	NACHFOLGETECHNOLO-             mobilen	Endgeräten	wie	etwa	PDAs,	                                                                                                                           sich	auf	den	Aufbau	eines	Wireless	
                    GIE	ZU	UMTS                                 MP3-Player	und	Smartphones	in	Ver-                                                                                                                           Local	Area	Networks	(WLAN)-Mesh.	
                                                                bindung	mit	einem	flexiblen	mobilen	
                    LTE		ist	in	der	Lage,	Datenraten	von	bis	   Breitbandzugriff	im	Berliner	Stadtraum	                                                                                                                      Dabei	versteht	man	unter	einem	
                    zu	100	Mbit/s	zu	empfangen	(Down-           gewinnt	immer	stärker	an	Bedeutung.	                                                                                                                         WLAN-	Mesh	ein	drahtloses	System,	
                    stream)	und	im	Sendebetrieb	von	bis	        Unterschiedliche	Anwendungen	wie	                                                                                                                            bei	dem	die	Zugangspunkte	bzw.	
                    zu	50	Mbit/s	zu	erreichen	(Upstream).	      Internetzugriff,	Navigation,	Locations-	                                                                                                                     Sender/Empfänger	untereinander	
                    Die	Einführung	von	LTE	soll	ab	dem	Jahr	    Based-	Services,	vernetztes	Arbeiten,	                                                                                                                       vernetzt	sind	und	so	eine	flächenhaf-
                    2010	erfolgen.	Zur	Gestaltung	des	Ein-      mobile	Nutzung	von	Web	2.0	und	Com-                                                                                                                          te	Versorgung	ermöglichen.	Im	Wege	
                    führungsprozesses	und	der	Rahmenbe-         munity-Angeboten	sind	dabei	gefragte	                                                                                                                        eines	offenen,	transparenten,	diskrimi-
                    dingungen	wird	frühzeitig	der	Dialog	       Einsatzgebiete.		Ein	solches	Netz	bietet	                                                                                                                    nierungsfreien	und	wettbewerbsori-
                    mit	den	Mobilfunkbetreibern	gesucht	        Berlinern,	Touristen,	aber	auch	Unter-                                                                                                                       entierten	Vergabeverfahrens	wird	ein	
                    werden.                                     nehmen	sowie	freiberuflich	Tätigen	                                                                                                                          Betreiber	gesucht.




6
Handlungsfeld

Sicherheit	mit	IT


Bereits	2002	entstand	in	der	Haupt-                   ter	und	erwirtschafteten	einen	Umsatz	
stadtregion	eine	Technologieinitiative	               von	2.43	Mrd.	Euro	(2007).	Damit	hat	
zur	„Sicherheit	mit	Informationstechno-               die	Hauptstadtregion	einen	Anteil	von	
logie“.	Nach	einjähriger	Vorbereitung	in	             zwölf	Prozent	am	deutschen	Markt	für	
einer	Expertenrunde	startete	sie	offiziell	           zivile	Sicherheit.
2003.	Seit	2005	ist	„Sicherheit“	ein	Hand-
lungsfeld	in	der	Innovationsstrategie	                Die	Unternehmen	sind	vorrangig	auf	
des	Landes	Berlin,	seit	2007	eines	der	               die	Industrie	als	Abnehmer	ausgerichtet.	
Handlungsfelder	in	der	länderübergrei-                In	erster	Linie	wird	Sicherheitstechnik	
fenden	Innovationsstrategie	von	Berlin	               (40,6	Prozent	der	Unternehmen)	bereit-
und	Brandenburg.	Mit	dem	„Masterplan	                 gestellt.	Hier	sind	Unternehmen	wie	Sie-
für	Sicherheitsforschung	und	-wirtschaft	             mens	Building	Technology,	die	Bundes-
Berlin-Brandenburg“	wurde	dies	2008	                  druckerei,	Interautomation,	Robowatch	
auch	durch	die	Politik	dokumentiert.	                 oder	Kieback	&	Peter	zu	nennen.	Ein	
                                                      weiteres	Standbein	der	Hauptstadtregi-
                                                      on	sind	die	Sicherheitsdienstleistungen	
POTENZIALANALySE	                                     (32,9	Prozent).	Hauptgeschäftsfelder	
SICHERHEITSWIRTSCHAFT                                 sind	Beratungen	und	Risikomanage-
                                                      ment.	Im	Segment	IT-Sicherheit	sind	gut	
Die	Sicherheitsbranche	hat	sich	auf-                  ein	Viertel	der	Unternehmen	tätig.	Ein	
grund	der	Anforderungen	einer	Haupt-                  bekannter	Anbieter	ist	Rohde&Schwarz	
stadt	rasant	entwickelt.	Zwei	Analysen	               SIT.	Für	64	Prozent	aller	Unternehmen	
zu	Sicherheitswirtschaft	und	-forschung	              wird	die	Geschäftstätigkeit	wesentlich	
erbrachten	umfangreiche	Erkenntnisse	                 durch	Sicherheit	bestimmt.	
zur	Branchenstruktur,	den	Geschäfts-
feldern	sowie	der	Kundenstruktur	in	                  Hauptproduktgruppen	sind	Zutritts-
Berlin	und	der	Region.	Danach	gibt	es	                kontrolle,	Sensorik,	Brand-	und	Gefah-
gegenwärtig	ca.	220	Unternehmen,	die	                 renmeldetechnik,	Videotechnik	sowie	
teilweise	oder	hauptsächlich	Produkte	                Biometrie.	Nur	29	Prozent	der	Unter-
und	Dienstleistungen	zu	Sicherheits-                  nehmen	sind	auf	den	regionalen	Markt	
aspekten	anbieten.	Sie	beschäftigen	                  konzentriert,	über	die	Hälfte	agiert	bun-
24.500	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbei-                 desweit,	immerhin	neun	Prozent	sind	
                                                      bereits	auf	dem	Weltmarkt	engagiert.

Roadmap des Sicherheits-Clusters


2003                                  2011
Start	der	Techno-                     Regional	hochschul-
logie	nitiative		
     i                                übergreifender	Studien-
„Sicherheit	mit	IT“                   gang	Zivile	Sicherheit

                                                                                                      Inter	 ationale	
                                                                                                           n
                                                                                                      Sichtbarkeit
                                                                                                      SIGNUM
  2007
Sicherheit	ist	Handlungsfeld	           2009                                                                                                KonTAKT:
in	der	länderübergreifendenden	
                                                                2012
Innovationsstrategie	Berlin-Bran-                                                                                                    Dr. Wolfgang both
                                        Gründung	               Nationales	Zen-
denburg
                                        Cluster-Or-             trum	für	Störungs-,	                                     Senatsverwaltung	für	Wirtschaft,	
              2008                      ganisation	             Notfall	und	Krisen-
                                                                                                                                Technologie	und	Frauen
                                        SIGNUM                  management
            Verabschiedung	des	
            Masterplans	Sicherheit	                                                                                      wolfgang.both@senwtf.berlin.de
            Berlin-Brandenburg
                                      2010
                                      Zentrum	für	virtuelle	
                                      Rekonstruktion                            Quelle:	Projekt	Zukunft


                                                                                                                                                             7
Handlungsfeld	Sicherheit	mit	IT


                                                                                  BREIT	AUFGESTELLTE	                          MASSNAHMEN	FÜR	EINE	SICHERE	
                                                                                  SICHERHEITSFORSCHUNG                         HAUPTSTADT

                                                                                  Seit	Beginn	der	Technologieinitiative	       Die	gemeinsame	Bewerbung	im	Spit-
                       prognostizierte entwicklung von                            sind	nicht	nur	zahlreiche	Projekte	geför-    zencluster-Wettbewerb	des	Bundes	
                       Unternehmenszahlen, beschäftigung                          dert	worden	(allein	2005–2007	wurden	        hat	die	Kompetenz	des	Clusters		„Zivile	
                       sowie Umsatz für die Sicherheitsindustrie                  sechs	Mio.	Euro	Fördermittel	bereitge-       Sicherheit“	verdeutlicht.	Es	haben	sich	
                       in berlin und brandenburg                                  stellt),	es	haben	sich	mehrere	Netzwer-      125	Unternehmen,	Forschungseinrich-
                                                                                  ke	von	Identifikationssystemen	über	         tungen	und	Behörden	aus	Berlin	und	
         Unternehmen                                                              Gebäudesicherheit	bis	Tunnelsicherheit	      Brandenburg	zusammengeschlossen,	
                  600                                                             gebildet.	Hier	legen	insbesondere	kleine	    um	neue	Lösungen	für	die	zivile	Sicher-
                                                                      520         und	mittlere	Unternehmen	ihre	Kompe-         heit	zu	entwickeln	und	zu	erproben.	Die	
                  500
                                                                                  tenzen	zusammen,	um	gemeinsam	eine	          Jury	sah	den	Markt	zwar	als	perspekti-
                  400                                        370
                                                                                  bessere	Marktposition	zu	erreichen.	         visch	attraktiv,	den	Cluster	aber	noch	
                  300                               270                                                                        nicht	als	ausreichend	entwickelt	an.
                                           224
                  200                                                             Die	Forschungslandschaft	ist	breit	auf-
                                  140
                          100                                                     gestellt	und	wird	zunehmend	durch	           Das	Konsortium	hat	sich	daher	ent-
                  100
                                                                                  die	Industrie	genutzt	und	gestärkt.	So	      schlossen,	die	Teilcluster	in	Eigenregie	
                    0
                                                                                  hat	die	Bundesdruckerei	inzwischen	          umzusetzen,	um	Berlin-Brandenburg	in	
                         1995 2000 2005 2010 2015 2020                            sechs	SecurityLabs	bei	Fraunhofer-Insti-     einem	ganzheitlichen	Ansatz	zu	einer	
                                                                                  tuten	eingerichtet,	um	gemeinsam	die	        Sicherheitsregion	mit	internationaler	
          Beschäftigte
                                                                                  Forschung	und	Entwicklung	moder-             Ausstrahlung	auszubauen.	In	diesem	
               60.000                                                             ner	elektronischer	Personaldokumente	        Rahmen	werden	die	Teilcluster	„Sichere	
                                                                  51.500          voranzutreiben.	Zum	Sommerseme-              Identität“,	„Sichere	Infrastruktur“	sowie	
               50.000
                                                                                  ster	startet	eine	Stiftungsprofessur	an	     „Integrierte	Ausbildung	und	Nach-
               40.000                                     36.500
                                                                                  der	Freien	Universität	Berlin	zu	„Sichere	   wuchsförderung	für	die	Sicherheits-
                                              26.000                              Identität“,	eingerichtet	durch	die	Bun-      branche“	in	einem	integrativen	strate-
               30.000
                                        18.200
               20.000             14.700                                          desdruckerei.	Zum	gleichen	Thema	hat	        gischen	Ansatz	miteinander	verbunden	
                         10.500                                                   Ende	2008	der	Verbund	von	sechs	FhG-         und	in	gemeinsamen	Projekten	ent-
               10.000
                                                                                  Instituten,	Hochschulen	und	zahlreichen	     wickelt.	
                    0                                                             Unternehmen	den	Zuschlag	für	ein	
                         1995 2000 2005 2010 2015 2020                            FhG-Innovationscluster	gewonnen.	Hier	
                                                                                  stehen	in	den	nächsten	Jahren	insge-
               Umsatz	
           in	Mio	Euro                                                            samt	zehn	Mio.	Euro	für	die	Sicherheits-
                                                                                  forschung	zur	Verfügung.	Gemein-
                7.000
                                                                                  sam	mit	dem	Land	Brandenburg	ist	
                                                                   5.800
                6.000                                                             eine	übergreifende	Internetseite	
                5.000                                                             www.sicherheit.berlin-brandenburg.de	
                4.000                                     3.600                   eingerichtet,	um	die	Ergebnisse	aus	
                3.000                            2.600                            dem	eingangs	genannten	Masterplan	
                2.000                   1.800                                     auch	nach	außen	hin	darzustellen.	
                                  860                                             Damit	werden	die	Handlungsfelder	
                1.000     400
                    0                                                             des	Masterplans	bereits	in	vielen	Aktivi-
                         1995 2000 2005 2010 2015 2020                            täten	umgesetzt.

                                        Quelle:	Eigene	Erhebung	Projekt	Zukunft

                                                                                      NETZWERKE

                                                                                      Arbeitskreis	Unternehmens-Sicherheit	    Brain	Trust
                                                                                      (AKUS)                                   www.braintrustit.de
                                                                                      www.akus.org
                                                                                                                               NEMO-Projekt	TUSEC	„Tunnelsicherheit“
                                                                                      Netzwerk	Identsys                        www.tusec.de
                                                                                      www.identsys.de
                                                                                                                               NEMO-Projekt	KOSynet	„Kompetenznetz	
                                                                                      Ne-sis	–	Netzwerk	Systeme	für	inte-      Integrierte	Systeme	für	den	Hochwasser-	
                                                                                      griertes	Sicherheitsmonitoring           und	Katastrophenschutz“
                                                                                      www.ne-sis.org                           www.kosynet.de
                                                                                      SeSamBB	-	Security	and	Safety	made	in	   Verein	Sicheres	Gebäude	e.		V.
                                                                                      Berlin-Brandenburg	e.	V.                 www.pro-building.de
                                                                                      www.sesambb.de




8
InTeRVIeW
                                          SIGNUM
                                                                                                                       Jörg Marks
  Rahmenbedingungen	                                                                                                   Leiter	des	Bereichs	
                                                                          Rahmenbedingungen	
  Wirtschaft                                                                                                           Siemens	Building	
                                                                          Forschung
                                     Sichere             Sichere
  -		 ohe	Anzahl	KMU	mit	
    H                               Identität         Infrastruktur                                                    Technologies
                                                                          -		 2	Universitäten	und	
                                                                            1
    Sicherheitstechnologien
                                                                            Fachhochschulen	mit	
  -		 nternehmen	mit	sicher-
    U                                                                       Sicherheitsausbildungen
    heits-technischer		System-
                                          Ausbildung                      -		 iverse	Testbett-
                                                                            D
    relevanz	und	hohem
                                          Qualifikation                     umgebungen	(u.	a.	BAM)
    Anwendungsbezug
                                                                          -		 icherheitslabore	FhI/	
                                                                            S                                          ñ Wie	beurteilen	Sie	die	Entwicklung	und	
  -		 ieben	KMU-Netzwerke	
    S
                                                                            Bundesdruckerei
    zur	Sicherheitstechnik                                                                                             das	wirtschaftliche	Potenzial	der	Berliner	
                                                                                                                       Sicherheitsbranche?

                                                                                                                       Die sich aktuell in immer kürzeren Zyklen verän-
                                 Rahmenbedingungen	Region                                                              dernde weltpolitische Sicherheitslage macht auch
                                                                                                                       vor Deutschland und unserer Hauptstadt nicht
                                 -		 mgebungen	mit	sicherheits-
                                   U
                                   technischer	System	 elevanz	
                                                      r                                                                halt. Die hohe Aufmerksamkeit der Weltstadt
                                   (Hauptstadtfunk	 ion,	Ballungsraum)
                                                   t                                                                   Berlin macht diese auch aus Sicherheitsaspekten
                                 -		 valuationsumgebung	
                                   E                                                                                   heraus in besonderem Maße bedeutsam. Politik
                                   und	Anwendungsmarkt                                                                 und Industrie haben dies erkannt und seit Jahren
                                 -		 asterplan	Sicherheitswirtschaft	
                                   M                                                    Quelle:		Senatsverwaltung	
                                                                                                                       entsprechende Aktionen, Maßnahmen und Tech-
                                                                                        für	Wirtschaft,		Technologie
                                   und	-forschung                                       und	Frauen                     nologien vorbereitet. Dementsprechend werden
                                                                                                                       die operativ wirtschaftlichen Auswirkungen in
                                                                                                                       den nächsten Jahren deutlich ansteigen.

                                                                                                                       ñ Wo	steht	die	Berliner	Sicherheitsbranche	
Folgende	Projekte	werden	bearbeitet:               bildungs-	und	Trainingsstätte	werden,	                              im	überregionalen	und	internationalen	Ver-
                                                   die	den	Betreibern	kritischer	Infra-                                gleich?
–		 chaffung	von	Zertifizierungskriterien	
  S                                                strukturen	die	notwendige	Kompe-                                    In Deutschland nimmt Berlin sicher eine führende
  und	-strukturen	für	Gebäude.                     tenz	für	ein	sachgerechtes	Reagieren	                               Rolle in der Entwicklung von Szenarien und Tech-
–		 ie	neuen	Anforderungen	an	die	
  	
  D                                                auf	Havarien	oder	Fremdeingriffe	ver-                               nologien ein, im internationalen Vergleich sind wir
  (digitale)	Identität	von	Personen	und	           mittelt.	                                                           erst am Anfang.
  Gütern	werden	im	Rahmen	des	FhG-               –		 as	Zentrum	für	die	virtuelle	Rekon-
                                                   D
                                                                                                                       ñ Inwieweit	hat	sich	die	Bündelung	lokaler	
  Innovationsclusters	„Sichere	Identität“	         struktion	wird	bereits	2010	seine	
                                                                                                                       Kompetenzen	entwickelt	und	welche	Effekte	
  erforscht.	Die	nächste	Stufe	werden	             Arbeit	aufnehmen	und	seine	einmali-                                 ergeben	sich	aus	der	Kooperation	zwischen	
  konkrete,	marktfähige	Applikationen	             ge	Dienstleistung	weltweit	anbieten.		                              Wirtschaft	und	Wissenschaft?
  und	die	Voraussetzungen	für	die	Infra-
                                                                                                                       Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wis-
  struktur	eines	europaweiten	Identi-            Ein	übergreifendes	Clustermanagement	
                                                                                                                       senschaft ist grundsätzlich zu begrüßen und
  tätsmanagements	sein.	                         sichert	die	Synergien	zwischen	den	Teil-
                                                                                                                       beschleunigt Prozesse auf beiden Seiten. Die Bün-
–		 as	nationale	Störungszentrum	der	
  	
  D                                              clustern.
                                                                                                                       delung der lokalen Kompetenzen hat zu diversen
  Infrastrukturbetreiber	wird	eine	Aus-                                                                                mittelständischen Vereinigungen geführt, welche
                                                                                                                       inzwischen zu den Sachständen kompetent bera-
                                                                                                                       ten können. Die Entwicklung von Hochtechnolo-
                                                                                                                       gien bedingt aus meiner Sicht zumeist die Integra-
                                                  	                                                                    tion von Großunternehmen, mit entsprechenden
                                                                                                                       F&E Budgets, damit Ideen und Lösungen auch die
                                                                                                                       Marktreife erfahren können.



    FORSCHUNG

    Security	Lab	Potsdam                         Fraunhofer	Institut	für	Produktionsanla-
    www.securitylab-potsdam.de/index.            gen	und	Konstruktionstechnik	(IPK)
    html                                         www.ipk.fraunhofer.de
    Kooperation	Bundesdruckerei	-	Fraunho-       Fraunhofer	Institut	für	Zuverlässigkeit	
    fer	Gesellschaft                             und	Mikrointegration	(IZM)
    www.bundesdruckerei.de/de/innova-            www.izm.fraunhofer.de
    tionen/innovation_kooperation/index.
                                                 E-Security-Zentrum	der	Fraunhofer-IUK-
    html
                                                 Gruppe
    Fraunhofer Innovationscluster                www.esecurity.fraunhofer.de
    „Sichere Identität“
    www.sichere-identitaet.de




                                                                                                                                                                             9
Handlungsfeld

                                         E-Government


                                         Die	Modernisierung	der	öffentlichen	
                                         Verwaltung	mit	Hilfe	von	Informati-
                                         onstechnologie	war	bereits	zu	Beginn	
                                         der	Landesinitiative	„Projekt	Zukunft“	
                                         1997	eines	der	Themen,	die	in	einem	
                                         Aktionsfeld	aufgegriffen	wurden.	Die	
                                         Arbeitsgruppe	unter	der	Leitung	des	       Fünf	Leitprojekte	spielen	eine	Vor-
                                         damaligen	Innenstaatssekretärs	hieß	       reiterrolle,	wenn	es	darum	geht,	die	
                                         „Verwaltung	interaktiv“	–	der	ameri-       EU-Dienstleistungsrichtlinie	zeitnah	
                                         kanische	Terminus	E-Government	war	        umzusetzen,	den	bezirklichen	Ord-
                                         damals	noch	nicht	üblich.	In	dieser	       nungsämtern	eine	einheitliche	Struk-
                                         Arbeitsgruppe	wurden	Projekte	disku-       tur	und	Außendarstellung	zu	verleihen	
                                         tiert	und	vorbereitet,	die	heute	Stan-     oder	die	Bürgerämter	weiterzuentwik-
                                         dard	in	der	elektronischen	Kommunika-      keln.	Das	Internet	stellt	einen	immer	
                                         tion	der	Verwaltung	sind.	Seit	1998	ist	   bedeutsameren	Kommunikationskanal	
                                         das	Stadtportal	Berlin.de	die	zentrale	    dar,	wie	die	Aufgabenbeschreibung	für	
                                         Plattform	für	die	Außendarstellung	der	    den	Einheitlichen	Ansprechpartner	zur	
                                         Stadt	und	für	die	digitale	Kommunikati-    EU-Dienstleitungsrichtlinie	ausweist.	
                                         on	mit	der	Verwaltung.                     Gerade	wurde	der	Aufbau	der	notwen-
                                                                                    digen	IT-Infrastruktur	an	ein	Projekt-
                                                                                    team	unter	der	Leitung	von	T-Systems	
                                         SERVICESTADT	BERLIN	FÜR	EINE		             vergeben.
                                         BÜRGERNAHE	VERWALTUNG
                                                                                    Das	Telefon	wird	aber	weiterhin	ein	
                                         Dieses	Angebot	wird	im	Rahmen	des		        unverzichtbares	Kommunikationsinstru-
                                         E-Government-Programms	„Service-           ment	bleiben.	Daher	baut	Berlin	dieses	
                                         Stadt	Berlin“	seit	2007	weiter	ausge-      Angebot	im	Rahmen	des	Modellpro-
                                         baut.	In	mehr	als	100	Einzelprojekten	     jekts	D-115	aus.	Basis	für	die	Arbeit	der	
                                         aller	Verwaltungen	werden	neue	elek-       CallCenter-Agenten	ist	eine	wissensba-
                                         tronische	Angebote	für	die	Bürgerin-       sierte	Datenbank	zu	allen	Verwaltungs-
                                         nen	und	Bürger,	für	Unternehmen	und	       leistungen	für	Bürgerinnen	und	Bür-
                                         Investoren	wie	für	Touristen	entwickelt	   ger	und	Unternehmen.	In	zahlreichen	
                                         und	erprobt.	Ziel	ist	es,	die	Lebensqua-   Projekten	wird	an	der	Befüllung	dieser	
                                         lität	für	die	Menschen	weiter	zu	verbes-   gemeinsamen	Informationsbasis	gear-
                                         sern,	den	Unternehmen	ein	attraktives	
                                         Umfeld	zu	bieten	und	Verwaltungsbüro-
                                         kratie	abzubauen.

                                                                                        NETZWERKE

                                                                                        Amt24	e.	V.
                                                                                        www.amt24.de/pM/portal/de/in-
                                                                                        dex.html
                                                                                        Kompetenzzentrum	eCOMM	Berlin	–		
                                                                                        Netzwerk	elektronischer	Geschäfts-
                                                                                        verkehr
     KonTAKT:                                                                           www.ecomm-online.de

     Dr. Wolfgang both                                                                  Xinnovations	e.	V.
     Senatsverwaltung	für	Wirtschaft,	                                                  www.xinnovations.de
     Technologie	und	Frauen

     wolfgang.both@senwtf.berlin.de




10
InTeRVIeW

                                                                                              Anke Domscheit
                                                                                              Director	Government	
                 ServiceStadt berlin
                                                                                              Relations,	Microsoft	
                                                                                              Deutschland	GmbH
                      Unternehmen                                Finanzamt


                                                                 Einwohner-
                         Post                                     meldeamt
                                                                                              ñ Mit	Bundes-,	Landes-	und	Bezirksbehör-
                         Mail
                                                                                              den	sind	alle	drei	föderalen	Ebenen	in	Berlin	
                         Telefon                               Gewerbeamt                     vertreten.	Welche	Chancen	ergeben	sich	hier	
                         persönlich
                                                                                              für	die	hiesigen	Dienstleister	und	Anbieter	von	
                                                                                              E-Government-Lösungen?
                                                               Ausländeramt
                                                                                              Die letzte Föderalismusreform soll im Bereich
                       Einheitliche
                     Ansprechpartner
                                                                                              Informationstechnologie Kooperationen zwischen
                                                                und	weitere
                                                                    .	.	.
                                                                                              Verwaltungen erleichtern.
                                                                                              Die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie
                                                                                              zeigt, wie schon ein einzelner Prozess eine Ebenen-
                                             Quelle:	Senatsverwaltung	für	Inneres	und	Sport   übergreifende Zusammenarbeit von Behörden
                                                                                              erfordert und damit auch eine viel höhere Inter-
                                                                                              operabilität zwischen Verwaltungs-IT.
                                                                                              Wenn Berliner Unternehmen gleichermaßen für
                                                                                              Kunden auf allen drei föderalen Ebenen aktiv sind,
                                                                                              haben sie mehr Kenntnis über die spezifischen
                                                                                              Anforderungen der jeweiligen Ebenen und kön-
beitet,	die	auch	zentrale	Datenquelle	für	    NEUE	ONLINE-SERVICES	FÜR	DIE	
                                                                                              nen leichter interoperable Lösungen anbieten.
die	Internetangebote	ist.                     BERLINER	WIRTSCHAFT
                                                                                              ñ Welche	Rolle	spielt	das	Thema	Web	2.0	im	
Das	mehrfach	ausgezeichnete	Projekt	          Nachdem	in	den	letzten	Jahren	der	              Bereich	E-Government/Verwaltung?	
„Mobile	Bürgerdienste“	zeigt,	dass	die	       Onlinezugriff	auf	das	Handelsregister	          Die Nutzung von Web-2.0-Werkzeugen und
Verwaltung	ihren	Kunden	entgegen-             und	das	Gewerberegister	eingerichtet	           -Methoden spielt eine herausragende Rolle in der
kommt.	Der	mobile	Service	in	Biblio-          wurde,	wird	jetzt	an	Verfahren	für	die	         Entwicklung des E-Government. Es basiert auf der
theken,	in	Krankenhäusern	oder	in		           elektronische	Baugenehmigung	oder	              Strategie, Verwaltung transparent und partizipa-
Einkaufszentren	bietet	allen	die	Mög-         das	Kfz-Register	gearbeitet.	Gemeinsam	         tiv zu gestalten.
lichkeit,	den	Behördengang	mit	anderen	       mit	den	großen	Ver-	und	Entsorgern	             Dazu gehört erstens, mehr Offenheit über das
Erledigungen	zu	verknüpfen,	Zeit	einzu-       befindet	sich	die	„Kfz-Online“-Plattform	       Verwaltungshandeln zu schaffen. Zweitens bietet
sparen	und	ihn	in	einer	anderen	Atmo-         in	der	Erprobung.	In	einem	weiteren	            Web 2.0 Möglichkeiten, BürgerInnen in Meinungs-
                                                                                              bildung und Entscheidungsfindung einzubezie-
sphäre	wahrzunehmen.	Inzwischen	wird	         Vorhaben	soll	die	elektronische	Kom-
                                                                                              hen. Der dritte Baustein ist die Nutzung von Web-
dieses	Modell	europaweit	ausgerollt,	da	      munikation	zwischen	Leitungsbetrei-
                                                                                              2.0-Werkzeugen für eine schnellere und effektivere
die	Datensicherheit	der	mobilen	Anbin-        bern	und	den	zuständigen	Behörden	              Zusammenarbeit in Behörden und mit Dritten.
dung	an	die	Datenspeicher	der	Behör-          bei	Bauplanungen	und	-maßnahmen	
den	nachgewiesen	ist.                         aufgebaut	werden.	Das	Wirtschaftspor-           ñ Welche	Perspektiven	sehen	Sie	für	die	
                                                                                              weitere	Entwicklung	von	E-Government?	Wel-
                                                                                              che	Strategien	und	Strukturen	bieten	hier	die	
                                                                                              besten	Zukunftsperspektiven?

                                                                                              Ein partizipativeres E-Government braucht mehr
                                                                                              Austausch zwischen allen Beteiligten. Das am
    FORSCHUNG                                                                                 28.08.2009 in Berlin und mit Beteiligung des
                                                                                              Berliner Senats stattfindende erste Government
    Institute	of	Electronic	Business	mit	    Verwaltungswissenschaft	am	Institut	für	         2.0 Camp (www.gov20.de) in Europa wird hier
    Seminar	E-Government	(UdK	Berlin)        Sozialwissenschaften	(HU	Berlin)                 Zeichen setzen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer
    www.ieb.net                              www.social-science.hu-berlin.de/                 aus Verwaltungen aller drei Ebenen, Wissenschaft,
                                             lehrbereiche/verwaltungswissen-                  Zivilgesellschaft, IT Industrie und Social Media
    Fraunhofer-Gesellschaft-Berlin,	
                                             schaften                                         werden sich dort miteinander vernetzen, Erfah-
    E-Government-Zentrum
    www.fraunhofer.de/institute-             Hochschule	für	Wirtschaft	und	Recht              rungen austauschen und voneinander lernen.
    einrichtungen/verbuende-allianzen/       www.hwr-berlin.de
    eGovernment.jsp
    Fraunhofer	Institut	FOKUS,	
    E-Government	Labor
    www.fokus.fraunhofer.de/de/fokus_
    testbeds/egov-lab/index.html




                                                                                                                                                    11
Handlungsfeld	E-Government




                                                                                   Quelle:	Berlin	Partner	/	FTB-Werbefotografie




                    tal	auf	Berlin.de	greift	diese	Angebote	      IBM.	Dieses	Spektrum	wird	durch	zahl-                           Dabei	ist	„Moderner	Staat“	die	wichtig-
                    auf	und	stellt	sie	auf	einer	kundenorien-     reiche	kleine	und	mittelständische	IT-                          ste	E-Government-Messe		nach	der	Cebit	
                    tierten	Plattform	bereit.	Der	Wirtschafts-    Firmen	ergänzt,	die	über	Berlin	hinaus	                         und	den	KomKom-Veranstaltungen.	
                    führer	umfasst	heute	bereits	mehr	als	        ihre	Lösungen	anbieten.	Hierzu	zählen	                          Unter	den	E-Government-Kongressen	
                    250	Verweise	und	erleichtert	so	die	          u.a.	EITCO,	init	oder	infopark.	Der	Soft-                       nimmt	der	„Effizente	Staat“	den	Spitzen-
                    Navigation	durch	die	Verwaltungsan-           wareverband	SIBB	e.V.	vertritt	ihre		                           platz	ein.
                    gebote.                                       Interessen,	das	GA-Netzwerk	„Amt24“	
                                                                  gestaltet	die	Außendarstellung	der	
                    BERLIN	IST	E-GOVERNMENT	TESTBED               Anbieter	in	diesem	Markt.	Der	Rahmen-
                                                                  vertrag	mit	dem	IT-Dienstleistungszen-
                    Für	die	regionale	IT-Wirtschaft	stellt	die	   trum	Berlin	ist	Ausdruck	des	Vertrauens	
                    deutsche	Hauptstadt	einen	interessan-         in	die	Leistungsfähigkeit	der	Unterneh-
                    ten	Nachfragemarkt	dar.	Mit	Bundes-,	         men.
                    Landes-	und	Bezirksbehörden	sind	alle	
                    drei	föderalen	Ebenen	in	Berlin	ver-          Auf	Seiten	der	Forschung	ist	neben	dem	
                    treten.	Daneben	befinden	sich	in	der	         Institute	of	Electronic	Business	das	E-
                    Hauptstadt	die	Vertretungen	der	Euro-         Governmentlabor	am	Fraunhofer-Insti-
                    päischen	Union,	aller	anderen	Bundes-         tut	FOKUS	zu	nennen,	an	dem	Fragen	
                    länder,	die	Botschaften	von	mehr	als	         der	Interoperabilität	mit	Partnern	aus	
                    140	Staaten,	die	Hauptsitze	der	großen	       der	Praxis	bearbeitet	werden.
                    Industrieverbände	sowie	Parteien	und	
                    Gewerkschaften.	Daher	haben	die	gro-          Berlin	hat	sich	mit	der	„IT-Profits“	sowie	
                    ßen	Beratungsunternehmen	wie	Bea-             „Effizienter	Staat“	und	„Moderner	Staat“	
                    ring	Point,	Cap	Gemini	oder	PwC	hier	         neben	der	CeBIT	zu	einem	zentralen	
                    ihre	Filiale,	ebenso	die	Systemhäuser	        Messe-	und	Kongressplatz	in	diesem	
                    wie	SAP,	T-Systems,	Microsoft,	SAG	oder	      Markt	entwickelt.




12
Handlungsfeld

Open	Source/Open	Standards


Das	Technologiefeld	Open	Source/Open	           2009	der	öffentlichkeit	vorgestellt	
Standards	ist	ein	noch	sehr	junges	             wurde.
Handlungsfeld	im	Rahmen	des	Master-
plans	IKT/Medien	und	fokussiert	der-            Die	Untersuchung	zeigt,	dass	in	Ber-
zeit	sehr	stark	das	Thema	Open	Source	          lin	rund	600	Unternehmen	und	Allein-
Software	(OSS).	Welches	Potenzial	aber	         unternehmer	mit	insgesamt	9.700	
in	OSS	liegt,	belegen	viele	Untersuchun-        Beschäftigten	im	Umfeld	von	Open	
gen.	Schon	im	Jahr	2006	resümierte	das	         Source	Software	tätig	sind.	Allerdings	
Marktforschungsinstitut	IDC	in	einer	           sind	mehr	als	50	Prozent	davon	Allein-
Studie1:	„Open	Source	beispielsweise	ist	       unternehmer	und	Unternehmen	mit	bis	
der	signifikanteste,	umfassendste	und	          zu	fünf	Beschäftigten.	
langfristigste	Trend	(…),	den	die	Softwa-        	
reindustrie	seit	den	frühen	80er	Jahren	        Auf	Basis	der	in	der	Umfrage	gemach-
erlebt	hat.“	Und	Jeffrey	S.	Hammond	            ten	Angaben	kann	von	einem	Jahres-
von	Forrester	Research	kommt	laut	              umsatz	mit	Open	Source	Software	von	
einer	aktuellen	Studie2	zu	dem	Ergeb-           rund	150	Mio.	Euro	bei	Unternehmen	
nis:		„Den	Einsatz	von	Open	Source	zu	          der	Hauptstadtregion	ausgegangen	
verbieten	wird	eine	zunehmend	unhalt-           werden,	was	in	etwa	3.000	Vollzeit-
bare	Position.“                                 arbeitsplätzen	entspricht.	Die	Diffe-
                                                renz	zu	den	oben	angegebenen	9.700	
                                                Beschäftigten	ergibt	sich	daraus,	dass	
EINE	UNTERSUCHUNG	ZEIGT	STÄRKEN	                viele	der	befragten	Unternehmen	nicht	
UND	HEMMNISSE	IM	OPEN-SOURCE-	                  ausschließlich	OSS-Leistungen	anbie-
MARKT	AUF                                       ten,	sondern	ihre	Beschäftigten	auch	in	
                                                anderen	IKT-Bereichen	und	für	medien-
Als	Grundlage	für	die	gezielte	Entwick-         nahe	Dienstleistungen	einsetzen.	
lung	des	Themas	Open	Source	Softwa-
re	in	der	Hauptstadtregion	wurde	im	            Trotz	der	Tatsache,	dass	84	Prozent	
Herbst	2008	zunächst	eine	Potenzial-            aller	Unternehmen	auch	weit	über	die	
analyse	von	der	TSB	Innovationsagentur	         Grenzen	der	Region	hinaus	aktiv	sind,	
in	Auftrag	gegeben,	die	im	Februar	             hat	Berlin	mit	dem	größten	genann-




                     Größe der Unternehmen nach Anzahl der beschäftigten



           >	200

        100	–	200

         51	–	100

          31	–	50

          16	–	30

          11	–	15

           6	–	10
                                                                                                                KonTAKT:
            5	–	1
                                                                                                          Michael Stamm
Alleinunternehmer                                                                                  TSB	Innovations	 gentur	
                                                                                                                  a
                                                                                                                     Berlin
                    0	%   5	%    10	%    15	%    20	%    25	%         30	%          35	%
                                                                                                     stamm@tsb-berlin.de

                                                          Quelle:		TSB	Innovationsagentur	Berlin




                                                                                                                              13
Handlungsfeld	Open	Source/Open	Standards




                                                       Zielgruppen der Unternehmen



                              Luft-	und	Raumfahrt

                              Chemische	Industrie

                                    Geoinformatik

                                   Elektroindustrie

                                        Bauwesen

                              Ver-	und	Entsorgung

                      Maschinen-	und	Anlagenbau

                             Transport	und	Verkehr

                              Medizin,	Life	Science

                           Banken,	Versicherungen

                                        Sicherheit

                Medienproduktion,	TV,	Radio,	Games

                                       Automotive

                            Handel,	Versandhandel

                                         Sonstiges

                               Telekommunikation

                         Ämter,	Behörden,	Gerichte
                                                                                                                                          Quelle:		TSB	Berlin	Innovationsagentur

                                                      0	%   5	%    10	%    15	%    20	%     25	%     30	%      35	%   40	%    45	%




                    ten	Zielmarkt	des	„Public	Sector“	eine	          Frauen	haben	beim	IT-Einsatz	in	Teilen	           gen	moniert,	um	Open-Source-Lösun-
                    besondere	Position:	Die	politischen	Ver-         bereits	erfolgreich	auf	OSS	umgestellt.	          gen	bei	der	Vergabe	von	IKT-Aufträgen	
                    tretungen,	die	öffentlichen	Einrichtun-          Diese	Einrichtungen	gelten	aber	noch	             stärker	zu	berücksichtigen.	Andererseits	
                    gen	von	Krankenhäusern	bis	zur	Polizei,	         als	Vorreiter	auf	dem	Gebiet	des	OSS-             sind	aber	auch	klare	Tendenzen	erkenn-
                    Universitäten,	Hochschulen	und	Biblio-           Einsatzes,	viele	andere	Häuser	sollen	            bar,	dass	sich	immer	mehr	Anwender	
                    theken,	die	Museen	und	nicht	zuletzt	            diesen	Vorbildern	folgen.                         in	Unternehmen	und	auch	die	öffentli-
                    die	Verwaltungen	von	der	Bezirksebe-                                                               chen	Stellen	von	der	Abhängigkeit	pro-
                    ne	bis	hin	zu	den	Bundeseinrichtungen	           Diesem	Potenzial	stehen	nach	den	                 prietärer	Softwareanbieter	lösen	wollen.	
                    bieten	direkt	vor	der	Haustür	ein	sehr	          Ergebnissen	der	Befragung	allerdings	             Insofern	gilt	es,	tragfähige	Lösungen	auf	
                    interessantes	Nachfragerpotenzial.	Erste	        Hemmnisse	entgegen.	So	wird	von	der	              Basis	von	Open	Source	Software	ver-
                    öffentliche	Einrichtungen	wie	beispiels-         befragten	Zielgruppe	der	OSS-Dienstlei-           stärkt	ins	Licht	der	Aufmerksamkeit	zu	
                    weise	das	Auswärtige	Amt,	der	Deut-              ster,	von	Verbänden	und	wissenschaftli-           rücken	und	über	die	Anwendungsberei-
                    sche	Bundestag	oder	die	Senatsverwal-            chen	Einrichtungen	an	erster	Stelle	das	          che	und	Vorteile	quelloffener	Software	
                    tung	für	Wirtschaft,	Technologie	und	            Fehlen	politischer	Rahmenbedingun-                gezielt	zu	informieren.



                                                                          NETZWERKE

                                                                          Xinnovations	e.	V.                           Skolelinux
                                                                          www.xinnovations.de                          www.skolelinux.de
                                                                          Live-Linux	Verband                           Arbeitskreis	Open	Source	im	SIBB
                                                                          www.linux-verband.de                         www.sibb.de
                                                                          Linux	Solutions	Group	e.V.	(LiSoG)
                                                                          www.lisog.org
                                                                          Creative	Commons
                                                                          http://de.creativecommons.org
                                                                          c-base	e.V.
                                                                          www.c-base.org




14
InTeRVIeW

                                                                                                   Mirko boehm
VERNETZUNG	IN	MARKETING	UND	                     ZUSAMMENARBEIT	ALS	SCHLÜSSEL	                     Geschäftsführer	KDAB		
VERTRIEB	IST	GEFORDERT                           ZUM	ERFOLG                                        Deutschland

Ein	weiterer	Schwerpunkt	wurde	in	der	           Das	Handlungsfeld	Open	Source/Open	
breiteren	Vernetzung	von	bestehen-               Standards	verfolgt	das	Ziel,	die	Vor-
den	OSS-Initiativen	erkannt.	Zahlrei-            aussetzungen	für	den	verstärkten	Ein-
che	Unternehmen	kooperieren	bereits	             satz	von	Open	Source	Software	in	den	
in	unterschiedlichen	Verbänden	und	              Unternehmen	und	bei	öffentlichen	Stel-
Netzwerken,	wobei	viele	dieser	Zusam-            len	durch	die	gezielte	Vernetzung	der	            ñ In	Berlin	arbeiten	neben	der	Forschung	
menschlüsse	auf	der	Unterstützung	               OSS-Wirtschaft	und	Zusammenarbeit	                auch	Projekte	wie	„Berlin	–	Stadt	des	Wissens“	
bestimmter	Produktgruppen	oder	Stan-             mit	entsprechenden	Forschungseinrich-             an	der	Entwicklung	Open	Source-basierter	
dards	basieren.	Ein	geringeres	Maß	              tungen	weiter	voranzutreiben;	bereits	            Anwendungen.	Welche	Standortvorteile	erge-
                                                                                                   ben	sich	aus	der	Kooperation	von	Wirtschaft	
an	Kooperationen	wurde	aber	bei	der	             etablierte	Netzwerke	und	Plattformen	
                                                                                                   und	Wissenschaft?
Durchführung	von	Marketing-	und	Ver-             sollen	gestärkt	und	zusammengeführt	
triebsaktivitäten	festgestellt.	Diese	Form	      werden.	Dazu	hat	die	TSB	Innovati-                Open-Source-Produkte werden oft basierend auf
der	Kooperation	ist	aber	umso	erforder-          onsagentur	u.	a.	gemeinsam	mit	dem	               aktuellen Forschungsergebnissen entwickelt, nicht
licher,	da	immer	größere	und	komple-             Softwareverband	SIBB	einen	offenen	               selten als Referenz-Implementierung oder Weiter-
xere	Lose	bei	den	Ausschreibungen	sei-           Arbeitskreis	zum	Thema	OSS	initiiert,	            führung der Forschungsarbeit im kommerziellen
                                                                                                   Umfeld. Die Kooperation von Wirtschaft und Wis-
tens	der	öffentlichen	Stellen	festgestellt	      der	als	Plattform	für	weitere	interessier-
                                                                                                   senschaft erfolgt regelmäßig im direkten Umfeld
werden.	Um	diese	bearbeiten	zu	kön-              te	regionale	Kompetenzpartner	dient.	
                                                                                                   der Universitäten und Hochschulen.
nen,	müssen	insbesondere	die	kleineren	          Ziel	ist	es	beispielsweise	eine	Berliner	
Wirtschaftseinheiten	in	Berlin	Partner-          OSS-Kompetenzmarke	zu	entwickeln	                 Projekte wie „Berlin – Stadt des Wissens“ benöti-
schaften	eingehen.	Entsprechende	Ver-            und	damit	konkrete	Standort-Marke-                gen den gemeinsamen Standort, um die kritische
netzungsaktivitäten	sind	in	Planung.             ting-	und	Vertriebsprojekte	zu	fördern.           Masse für die notwendige Kreativität zu erreichen.
                                                                                                   Open Source Software ergänzt dabei Forschungs-
Mit	der	Durchführung	des	LinuxTages	
                                                                                                   arbeit besser als kommerzielle Programme, weil
im	Jahr	2007	auf	dem	Messegelände	               Mit	der	Schwerpunktsetzung	Open	
                                                                                                   sie nach ähnlichen Prinzipien funktioniert: Offen-
Berlin	hat	sich	Europas	führende	Veran-          Source	Software	im	Rahmen	der	IT-                 heit und Veröffentlichung des Prozesses und der
staltung	zu	Open	Source	und	Linux	in	            Strategie	des	Landes	Berlin	sollte	es	            Ergebnisse.
der	Hauptstadt	etabliert.	Seither	kom-           gelingen,	die	Hauptstadtregion	in	den	
                                                                                                   ñ Nach	den	Ergebnissen	der	Potenzialana-
men	über	10.000	Besucherinnen	und	               nächsten	fünf	Jahren	national	und	inter-
                                                                                                   lyse	der	TSB	zu	Open	Source	stehen	der	weite-
Besucher	aus	mehr	als	30	Ländern	an	             national	zu	einem	führenden	Standort	
                                                                                                   ren	Entwicklung	auch	Hemmnisse	entgegen.	
die	Spree,	um	die	neusten	Trends	und	            im	Bereich	der	Open	Source	Software	
                                                                                                   Dienstleister,	Verbände	und	die	Wissenschaft	
Projekte	im	Open-Source-Bereich	vor-             für	den	Bereich	Public	Sector/Public	             monieren	fehlende	politische	Rahmenbedin-
zustellen	und	zu	diskutieren.	In	der	            Services	zu	positionieren.                        gungen,	um	Open	Source	Lösungen	bei	der	
Forschung	wird	seit	2004	unter	der	Lei-                                                            Vergabe	von	IKT-Aufträgen	stärker	zu	berück-
tung	von	Prof.	Dr.	Bernd	Lutterbeck	vom	                                                           sichtigen.	Was	muss	sich	ändern?
Fachbereich	Informatik	&	Gesellschaft	
                                                                                                   Zwei Aspekte sind in diesem Zusammenhang
an	der	Technischen	Universität	Berlin	                                                             wichtig: Qualität und Budgetierung. Das größte
das		„Open	Source	Jahrbuch“	herausge-            1		DC	in:	Open	Source	in	Global	Software:		
                                                   I                                               Hemmnis im öffentlichen Bereich ist die tradi-
geben.	                                            Market	Impact,	Disruption	and	Business	Models   tionelle Planung des Haushalts, in der Budgets
                                                 2		 effrey	S.	Hammond	in:	Open	Source	Software	
                                                   J                                               für den Kauf von Softwarelizenzen bereitgestellt
                                                   Goes	Mainstream
                                                                                                   werden, die dann nicht für die Einführung Freier
                                                                                                   Software verwendet werden können – obwohl
                                                                                                   beide Ansätze die Anforderungen der Bedarfs-
                                                                                                   träger erfüllen würden. Die Einführung und der
    FORSCHUNG                                                                                      Betrieb von Freier Software erfordern eher War-
                                                                                                   tung und Dienstleistungen, nicht Lizenzgebühren.
    PinK	–	Plattform	für	intelligente	Kollabo-   Fachhochschule	Brandenburg	                       Dabei stehen Entscheider oft vor dem Problem, die
    rationsportale	                              www.fh-brandenburg.de                             Qualität der konkurrierenden kommerziellen und
    www.pink-xml.de/opencms/opencms/                                                               freien Lösungen zu vergleichen. Unter anderem
                                                 Technische	Fachhochschule	Wildau	
    pInK/splash.html                                                                               das EU-geförderte SQO-OSS-Projekt zielt genau
                                                 www.tfh-wildau.de
    Technische	Universität	Berlin	                                                                 darauf ab, diese Vergleichbarkeit in einer offenen
                                                 Fraunhofer-Institut	für	offene		                  Plattform zu schaffen. Im allgemeinen ist es im
    www.tu-berlin.de
                                                 Kommunikationssysteme	                            ausdrücklichen Interesse der öffentlichen Hand,
    Freie	Universität	Berlin	                    www.fokus.fraunhofer.de                           langfristig auf Freie Software zu setzen. Es muss
    www.fu-berlin.de
                                                 Hasso-Plattner-Institut	                          den Verantwortlichen möglich gemacht werden,
    Beuth	Hochschule	für	Technik	Berlin	         www.hpi.uni-potsdam.de                            sich für diese zu entscheiden, und diese Entschei-
    www.beuth-hochschule.de                                                                        dung auch dauerhaft zu vertreten.
                                                 Deutsches	Forschungszentrum	für	
    Hochschule	für	Wirtschaft	und	Technik	       Künstliche	Intelligenz	DFKI	
    www.htw-berlin.de                            www.dfki.de
    Fachhochschule	Potsdam	
    www.fh-potsdam.de
                                                                                                                                                        15
Handlungsfeld

                               Wireless


                               Der	Markt	für	Wireless-Anwendungen,	                        In	Berlin	und	Brandenburg	wurden	im	
                               insbesondere	im	Bereich	RFID-	und	                          Ergebnis	einer	2008	von	der	TSB	durch-
                               NFC-Technologien,	hat	sich	in	den	letz-                     geführten	Potenzialanalyse	94	Unter-
                               ten	Jahren	in	Europa,	Deutschland	und	                      nehmen	identifiziert,	die	als	
                               auch	in	der	Region	Berlin-Brandenburg	                      –		 ntwickler	und	Produzenten	(54)
                                                                                             E
                               weiter	entwickelt.		Übereinstimmend	                        –		 oftwarehäuser	(55)
                                                                                             S
                               weisen	alle	Berichte	und	Analysen	von	                      –		 ystemhäuser	(40)
                                                                                             S
                               renommierten	Wirtschaftsinstitutionen	                      im	Bereich	der	Wireless-Technologien	
                               deutliche	Wachstumstendenzen	nach.	                         tätig	sind.	



                               Unternehmensstruktur der berliner Wireless-landschaft


                                              Systemhäuser*:
                                              -		 SCI	Systemhaus
                                                A
                                              -		 armeq
                                                C
                                              -		 FAD	Systemhaus
                                                G
                                              -		 anotron	
                                                N                                                                        Produzenten*:
                                                Technologies                                                             -		 etemed	Medizin-	
                                                                                                                           g
                                                                                                                           und	Informations-
                                                                                                                           technik
                                                                                  Systemhäuser
                                                                                  27	%	(40)                              -		ABG	Industrieanla-
                                                                                                                           I
                                                                                                                           gen-Betriebsgesell-
                                                                                                                           schaft	mbH
                                                                                                                         -		 catterWeb
                                                                                                                           S
                                                                                                                         -		 all
                                                                                                                           W
                                                                                                                         -		 IOTRONIK
                                                                                                                           B
                                                                                                  produzenten
                                                                                                  36	%	(54)
                                                                            Software
                                                                            37	%	(55)




                                   Software*:                                                                        Quelle:	TSB	Innovationsagentur	Berlin

                                   -		 oftais
                                     s
                                   -		 ardenheuer	Software
                                     B
                                   -		 hax	Software
                                     T
                                   -		 risma
                                     p
                                   -		 r.	Riedel	Automatisierungs-
                                     D
                                     technik
                                   -		Q	Wireless
                                     I
                                   -		 ldat
                                     E                                                           NETZWERKE

                                *	jeweils	ausgewählte	Beispielunternehmen                        Informationsforum	RFID	e.	V.
                                                                                                 www.info-rfid.de/content/
                                                                                                 index_ger.html
                                                                                                 Informationszentrum	Mobilfunk	
                                                                                                 (IZMF	e.V.)
                                                                                                 www.izmf.de/html/de/index.html
     KonTAKT:
                                                                                                 „Wireless	Transfer	Center“	(WTCB)
     Dr. peter Apel                                                                              www.wireless-city-berlin.de
     TSB	Innovationsagentur	
     Berlin

     apel@tsb-berlin.de




16
InTeRVIeW

                                                                                            Marc bartsch
                                                                                            Geschäftsführer		
                                                                                            Thax	Software	




In	der	Forschung	existieren	in	der	Regi-       Nach	Aussagen	der	Marktforscher	
                                                                                            ñ Wireless-Technologien	besitzen	große	
on	exzellente	Kompetenzen		auf	dem	            von	ABI	Research	werden	sich	in	den	         wirtschaftliche	Potenziale	für	Unternehmen	in	
Gebiet	der	Wireless-Technologien	an	           nächsten	Jahren	die	Marktanteile	bzw.	       Berlin	und	Brandenburg.	Welche	Rolle	spielen	
den	Universitäten,	Hochschulen	und	            Zuwachsraten	der	RFID-Anwendungen	           dabei	Nahfunktechnologien	wie	RFID?
außeruniversitären	Forschungseinrich-          aus	den	klassischen	Bereichen	Handel	
                                                                                            Es handelt sich bei RFID um eine Zukunftstechno-
tungen.                                        und	Logistik	stärker	in	den	Bereich	der	
                                                                                            logie, d. h. sie hat das Potenzial, gegenüber älteren
                                               Sicherheitsanwendungen	wie	elektro-
                                                                                            Technologien, wie z. B. Barcodetechnik, ganz
In	die	vorliegende	Untersuchung	wur-           nische	Personaldokumente	(Ausweise,	         wesentliche Verbesserungen der zu steuernden
den	bisher	vier	Universitäten	(acht	Insti-     Pässe)	und	Produktschutz	verschieben.	       Arbeitsabläufe zu erreichen. Die berührungslose
tute),	vier	Hochschulen	(sieben	Fach-          Aber	auch	das	bargeldlose	Bezahlen	mit	      gleichzeitige Identifikation mehrerer Objekte auf
bereiche)	sowie	zehn	außeruniversitäre	        Chip-Karten,	die	elektronische	Gesund-       gewisse Entfernungen schafft eine wichtige Work-
Forschungseinrichtungen	einbezogen.            heitskarte	und	das	elektronische	Rezept	     flowverbesserung im Vergleich zur Barcodetech-
                                               werden	einen	Schub	bekommen.	Aus	            nik. Wer in der Zukunft vorne sein will, der sollte
Es	wurden	mehr	als	200	Akteure	aus	            verschiedenen	Online-Befragungen	            auf Zukunftstechnologien setzen und die Zukunft
Wirtschaft,	Wissenschaft,	Verwaltung	          in	ausgewählten	Branchen	zu	den	             mit diesen Technologien selber mitgestalten.
und	Politik	identifiziert,	die	in	den	für	     Zukunftsperspektiven	der	RFID-Anwen-         ñ Welche	Chancen	ergeben	sich	für	Berlin	
die	Region	Berlin-Brandenburg	bedeut-          dungen	lässt	sich	ableiten,	dass	sich	der	   mit	der	Förderung	von	RFID-Technologien?
samen	Handlungsfeldern                         industrielle	Einsatz	der	RFID-Techno-
                                                                                            Eine Förderung von RFID als Zukunftstechnologie
–		 esundheit
  G                                            logien	aus	der	Pilotphase	in	den	ope-        erleichtert den betroffenen Unternehmen in Berlin
–		 icherheit
  S                                            rativen	Einsatz	bewegt.	Dies	zeigt	sich	     den Schritt in die Zukunft. Die Förderung Berlins
–		 ffentliche	Einrichtungen
  ö                                            insbesondere	durch	die	zunehmenden	          als Technologiestandort auch in diesem Sektor
–		 erkehr
  V                                            Anwendungen	in	vielen	Bereichen	und	         erhöht die Magnetwirkung der Stadt und kann
–		 andel	und	Logistik
  H                                            Branchen.	Dabei	gehen	RFID-Anwen-            wichtige Synergien erzeugen.
–		 erwaltungsrationalisierung
  V                                            dungen	immer	häufiger	in	Gesamtsze-
                                                                                            ñ Wie	können	die	vorhandenen	Potenzi-
–		 rodukt-	und	Fälschungssicherheit
  P                                            narien	mobiler	Applikationen	auf,	das	       ale	in	Wirtschaft,	Forschung	und	Verwaltung	
für	den	Erfolg	versprechenden	Einsatz	         Mobiltelefon	nimmt	eine	zentrale	Rolle	      gebündelt	werden,	um	auch	international	als	
von	Wireless-Technologien	tätig	sind.	         ein.	                                        technologiebasierte	Kompetenzregion	wahrge-
                                                                                            nommen	zu	werden?
Die	Entwicklung	und	Anwendung	der	
                                                                                            Die größte Signalwirkung geht von öffentlich-
Wireless-Technologien	wird	wesentlich	                                                      keitswirksamen Referenzprojekten aus. Es sollte
von	der	Einführung		der	RFID-Systeme	                                                       nicht nur gegenüber der Wirtschaft und For-
im	Handel	und	der	Logistik	bestimmt.	                                                       schung eine Erwartungshaltung bestehen, son-
                                                                                            dern gefordert ist auch die öffentliche Verwaltung,
                                                                                            die sich trauen muss, Zukunftstechnologien selber
                                                                                            einzusetzen. Eine möglichst rasche Umsetzung
                                                                                            öffentlicher Projekte, die Berlin als zukunftsori-
                                                                                            entierte Region zeigen, ist hier wichtig, ebenso
                                                                                            wie die Einbeziehung nicht nur der Forschung,
    FORSCHUNG                                                                               sondern insbesondere auch der regionalen Unter-
                                                                                            nehmen, in denen letztendlich auch Arbeitsplätze
    HHI	–	Heinrich	Herz	Institut		             IPK	–	Institut	für	Produktionsanlagen	und	   geschaffen und gesichert werden.
    www.hhi.fraunhofer.de                      Konstruktionstechnik	
                                               www.ipk.fraunhofer.de
    „Telekom	Laboratories“	(T-Labs)	
    www.laboratories.telekom.com               FIRST	–	Fraunhofer-Institut	für	Rechnerar-
                                               chitektur	und	Softwaretechnik	
    ISST	–	Fraunhofer	Institut	für		
                                               www.first.fraunhofer.de
    Software-	und	Systemtechnik		
    www.isst.fhg.de                            Beuth-Hochschule	
                                               www.beuth-hochschule.de
    FOKUS	–	Fraunhofer-	Institut	für	offene	
    Kommunikationssysteme	                     HTW	Berlin	
    www.fokus.fraunhofer.de                    www.htw-berlin.de




                                                                                                                                                    17
Handlungsfeld	Wireless




                     FöRDERUNG	VON	RFID-TECHNO-                   und	die	Neuorganisation	weiterer	wich-                          BERLINER	RFID-INITIATIVE
                     LO	 IEN	AM	STANDORT
                       G                                          tiger	Fachbibliotheken.	Bis	2012	werden	
                                                                  weitere	80	öffentliche	Bibliotheken	im	                         Im	Frühjahr	2008	startete	der	Berliner	
                     Wie	sich	der	industrielle	Einsatz	der	       Verbund	öffentlicher	Bibliotheken	Ber-                          Senat	einen	Wettbewerb	zur	„Anwen-
                     RFID-Anwendungen	in	Deutschland	in	          lins	(VöBB)	die	RFID-gestützte	Selbst-                          dung	von	Technologien	in	der	Wis-
                     den	nächsten	Jahren	vollziehen	wird,	        verbuchung	ihrer	Bestände	einführen.		                          sensgesellschaft	–	RFID	als	Beispiel	der	
                     hängt	von	den	Erfolgsfaktoren	und	Bar-       Bei	diesen	Projekten	handelt	es	sich	um	                        Verzahnung	von	Wirtschafts-	und	Wis-
                     rieren	ab,	die	bei	den	Pilotapplikationen	   die	bisher	größten	Infrastrukturprojekte	                       sensgesellschaft“	mit	dem	Ziel,	Berlin	als	
                     ermittelt	werden.	In	diesem	Zusam-           zur	Anwendung	von	RFID-Technologi-                              Kompetenzstandort	für	RFID-Anwen-
                     menhang	ist	das		Ende	2008	in	Berlin	        en	im	Bibliotheksbereich	in	Deutsch-                            dungen	auszubauen.	
                     gestartete	Großprojekt	zur	Entwicklung	      land.	In	den	nächsten	Jahren	werden	
                     innovativer	Dienst-	und	Serviceleistun-      die	Bestände	der	Bibliotheken	mit	über	                         Sieger	dieses	Wettbewerbs	sind		Kon-
                     gen	der	Bibliotheken	der	Humboldt-           zwölf	Mio.	RFID-Tags	ausgestattet.	                             sortien	aus	Berliner	Forschungseinrich-
                     Universität	zu	Berlin	von	besonderer	                                                                        tungen	und	Unternehmen	mit	den	Pro-
                     Bedeutung.	Mit	Hilfe	von	RFID-Techno-        Für	hunderttausende	Menschen	in	Ber-                            jekten:
                     logien	werden	die	Medienausleihe	und	        lin	werden	so	in	den	nächsten	Jahren	                           –		 ireless	City	Berlin	–	Wireless	Transfer	
                                                                                                                                    W
                     -rückgabe	in	Selbstbedienung	einge-          die	Potenziale	und	Vorteile	von	RFID-                             Center	Berlin
                     führt,	Bezahlfunktionen	in	die	Automa-       Anwendungen		erlebbar	werden.	Dies	                             –		 OSEIDON	–	Positions-	und	kontext-
                                                                                                                                    P
                     ten	integriert	sowie	die	öffnungszeiten	     wird	die	Akzeptanz	und	Verbreitung	                               intensive	Informationssysteme	für	
                     deutlich	verlängert.	Im	Mittelpunkt	des	     dieser	modernen	und	innovativen	Tech-                             Museen	zur	Demonstration	des	Poten-
                     Projektes	stehen	die	Einführung	der	         nologie	im	Handel,	in	der	Logistik	und	                           zials	der	RFID-Technik
                     RFID-Technologie	im	Bibliotheksneu-          anderen	Informations-	und	Kommuni-                              –		 rofile	HU	–	Projekt	RFID	zur	Entwick-
                                                                                                                                    P
                     bau	der	Humboldt-Universität,	dem	           kationsbereichen	weiter	unterstützen.		                           lung	innovativer	Dienst-	und	Ser-
                     Jakob-	und	Wilhelm-Grimm-Zentrum,	                                                                             viceleistungen	der	Bibliotheken	der	
                                                                                                                                    Humboldt-Universität	zu	Berlin
                                                                                                                                  –		 FID-Einführung	in	die	öffentlichen	
                                                                                                                                    R
                      berliner RFID-Initiative                                                                                      Bibliotheken	Berlins
                                                                                                                                  Der	Berliner	Senat	fördert	diese	Pro-
                      pRoJeKTe                                    InSTITUTIonen*                                                  jekte	mit	insgesamt	ca.	14,3	Mio.	Euro	
                                                                                                                                  aus	Mitteln	des	Europäischen	Fonds	für	
                                                                                                                                  regionale	Entwicklung	(EFRE).
                                                                          Hochschule	für	Technik	
                                  	Wireless	City	Berlin	–	                 und	Wirtschaft	Berlin
                              Wireless	Transfer	Center	Berlin                                                                     Wireless-Technologien	–	also	RFID,	Zig-
                                                                                                                                  bee,	Bluetooth,	NFC,	WLAN	–	werden	
                                                                         Jüdisches	Museum	Berlin
                                                                                                                                  zunehmend		in	unterschiedlichsten	
                                                                                                                                  Informations-	und	Kommunikationsan-
                                                                                                                                  wendungen	eingesetzt.	Allerdings	sind	
                              POSEIDON	–	RFID	im	Museum
                                                                                                                                  konzentrierte	Anstrengungen	der	For-
                                                                               Bitmanufaktur
                                                                                                                                  schungseinrichtungen	und	Unterneh-
                                                                                                                                  men	in	Berlin	erforderlich,	um	diesen	
                                                                                                                                  Prozess	zu	nutzen,	sich	zu	vernetzen	
                                                                      Humboldt-Universität	zu	Berlin
                              Profile	HU	–	ein	Großprojekt	
                                  	                                                                                               und	im	Verbund	Forschungs-	und	Ent-
                           der	Humboldt-Universität	zu	Berlin                                                                     wicklungsprojekte	zu	initiieren.

                                                                     Wireless	Transfer	Center	Berlin	e.V.                         Um	die	Potenziale	der	Wireless-Techno-
                                                                                                                                  logien	besser	ausschöpfen	zu	können,	
                          RFID-Einführung	in	die	öffentlichen	                                                                    sind	zudem	eine	Reihe	von	Maßnah-
                                  Bibliotheken	Berlins                       Beuth-Hochschule                                     men	und	Unterstützungsleistungen	
                                                                                                                                  erforderlich,	die	Barrieren	für	KMUs	
                                                                                                                                  abbauen	helfen.	Hierzu	zählen	insbe-

                                                                                          Quelle:	TSB	Innovationsagentur	Berlin
                     *	ausgewählter	Projektpartner




18
sondere	die	immer	noch	hohen	techni-
schen	und	finanziellen	Unwägbarkeiten	
bei	der	Einführung	dieser	Technologien.	
Während	größere	Unternehmen	diese	
Herausforderungen	besser	bewälti-
gen,	benötigen	kleinere	Unternehmen	
hier	die	Unterstützung	der	Politik,	von	
Industrieverbänden	und	über	regionale	
Kompetenzzentren.

Um	den	größtmöglichen	Nutzen	aus	
den	vorhandenen	Potenzialen	für	die	         eingang Humboldt-Universität zu berlin                                   Quelle:	Land	Berlin	/	Thie

beteiligten	Akteure	aus	Wirtschaft,	For-
schung	und	Verwaltung	in	Berlin	zu	
ziehen,	werden	diese	in	einem	Kompe-         Ziel	des	Wireless	Transfer	Centers	ist	      Das	Gesamtprojekt	Wireless	Transfer	
tenzzentrum	für	Wireless-Technologien	       es,	eine	gemeinsame	Plattform	für	alle	      Center	Berlin	ist	in	der	ersten	Stufe	in	
gebündelt.	Der	Standort	Berlin-Bran-         Wireless-Aktivitäten	und	-Projekte	in	der	   folgende	Teilprojekte	gegliedert:
denburg	kann	so	national	und	interna-        Region	Berlin/Brandenburg	zu	schaf-
tional	als	technologiebasierte	Kompe-        fen.	Auf	dieser	Plattform	sollen	Anwen-      –		 nergie-Effizienz	(Smart	Metering)
                                                                                            E
tenzregion	wahrgenommen	werden.              dungsszenarien	für	Wireless-Technolo-        –		 tadtmarketing	und	Handel
                                                                                            S
                                             gien	im	urbanen	Raum	erforscht	und	in	       –		 FID-Screens
                                                                                            R
                                             Form	von	Piloten	erprobt	werden.	Die	        –		 ervice	Card	für	private	Hochschulen
                                                                                            S
CHANCEN	FÜR	BERLIN                           Ergebnisse	werden	allen	interessierten	      –		 OA-basierte	Kollaborations-	
                                                                                            S
                                             Gruppen,	insb.	KMUs,	in	einem	phy-             Infrastruktur
Die	Bildung	eines	Wireless	Transfer	Cen-     sischen	und	virtuellen	Ausstellungsbe-       –		 -Health
                                                                                            E
ter	Berlin	(WTCB)	mit	spezialisierten	       reich	des	WTCB	dauerhaft	präsentiert	        –		 bfallentsorgung
                                                                                            A
Kompetenzträgern	ist	ein	entscheiden-        und	sukzessive	um	neue	Anwendungs-           –		 overnment-Services
                                                                                            G
der	Vorteil	für	Anbieter	und	Anwender	       szenarien	und	Exponate	erweitert		
von	Wireless-Produkten,	Anwendungen	         werden.                                      Als	Haupt-Zielgruppe	wird	das	WTCB	
und	Systemen	in	der	Region.	Vertreter	                                                    kleine	und	mittlere	Unternehmen	mit	
aus	Berliner	Universitäten	und	Hoch-         Die	übergeordneten	Ziele	des	WTCB	las-       Bedarf	zur	externen	Beschaffung	von	
schulen	(Humboldt-Universität	zu	Ber-        sen	sich	wie	folgt	zusammenfassen:           neuestem	technologischem	Wissen	und	
lin,	Beuth	Hochschule	für	Technik	Berlin,	   –		 ufbau	und	Etablierung	einer	Platt-
                                               A                                          Know-how	auf	dem	Gebiet	der	Wireless-
SRH	Hochschule	Berlin,	UMC	Hoch-               form	für	beteiligte	Akteure	und	Pro-       Technologien	ansprechen.	Aber	auch	
schule	Berlin,	Universität	der	Künste)	        motoren                                    Universitäten,	Fachhochschulen,	andere	
sowie	aus	Unternehmen	(Aucoteam,	            –		 ernetzung	von	Wirtschaft,	Politik	und	
                                               V                                          Forschungseinrichtungen	oder	Großun-
Composed	Services,	digiate,	Electronic	        Wissenschaft                               ternehmen	werden	adressiert.
Business	Forum,	Fraunhofer	Institut	für	     –		 rforschung	und	Entwicklung	von	
                                               E
Zuverlässigkeit	und	Mikrointegration,	         Wireless-Anwendungen	in	urbanen	
servtag,	Spree	Hybrid	&	Kommunikati-           Räumen
onstechnik,	TelematicsPRO	e.	V.)	haben	      –		 ransfer	der	Forschungs-	und	Entwick-
                                               T
sich	in	einem	Entwicklungskonsortium	          lungsergebnisse	in	die	Wirtschaft
zusammengeschlossen,	um	das	Wire-            –		 räsentation	der	Wireless-	
                                               P
less	Transfer	Center	Berlin	WTCB	aufzu-        Anwendungen
bauen.                                       –		 arketing	von	Wireless-Technologie-
                                               M
                                               Kompetenzen	der	Hauptstadtregion




                                                                                                                                                   19
Handlungsfeld

                                     IKT@AL	–	Vernetztes	Leben


                                     Der	wachsende	Einsatz	von	Informati-         stelle	für	Forschungseinrichtungen	und	
                                     ons-	und	Kommunikationstechnik	im	           Unternehmen,	die	sich	mit	der	Heimver-
                                     täglichen	Leben,	in	der	Wohnumge-            netzung	und	-automation	beschäftigen	
                                     bung	wie	in	der	Arbeitswelt	–	kurz	IKT@      und	will	die	Entwicklung	auf	diesem	
                                     AL,	wird	in	einem	neuen	Handlungsfeld		      Gebiet	vorantreiben.	
                                     mit	dem	Ziel	bearbeitet,	eine	intuitivere	
                                     Nutzung	und	übergreifende	Standar-           Der	Ballungsraum	Berlin	verfügt	über	
                                     disierung	von	Unterhaltungselektronik,	      einen	großen	Markt	von	potenziellen	
                                     Computer,	Gebäudetechnik	und	Haus-           Anwendern	moderner	Assistenzsyste-
                                     haltsgeräten	zu	erreichen.	Der	Sieges-       me.	Dazu	gehören	die	Wohnungsun-
                                     zug	des	Internets	in	den	vergangenen	        ternehmen,	der	Immobilienmarkt	und	
                                     15	Jahren,	parallel	dazu	der	Ausbau	des	     Anbieter	peripherer	Dienste	(„Internet	
                                     Mobilfunks,	führt	zu	einer	immer	stär-       der	Dinge“).	
                                     keren	Durchdringung	der	Lebens-	und	
                                     Arbeitswelt	mit	IT.	
                                                                                  ENTWICKLUNG	EINES	NEUEN	
                                     Die	bisher	eingesetzten	Geräte	und	          HANDLUNGSFELDES
                                     Systeme	sind	jedoch	heterogen	und	
                                     weisen	höchst	unterschiedliche	Bedien-       Die	TSB	wird	mit	einer	Potenzialanalyse	
                                     konzepte	auf.	                               die	Akteure	der	Hauptstadtregion	zum	
                                                                                  Thema	„IKT@AL	–	Vernetztes	Leben“	
                                                                                  identifizieren	und	Aktivitäten	in	folgen-
                                     MEHR	LEBENSQUALITÄT	DURCH	IKT                den	Bereichen	aufnehmen:
                                                                                  –		dentifizierung	und	Ansprache	der	
                                                                                    I
                                     Unser	Ziel	ist	es,	den	vordergründigen	        Berliner	KMU,	der	Forschungseinrich-
                                     Einsatz	in	bestimmten	Lebensberei-             tungen	sowie	Verbänden	und	Netz-
                                     chen	(Gesundheits-	und	Pflegebereich,	         werken	auf	dem	Gebiet	der	intelligen-
                                     Assistenzsysteme	für	selbstbestimmtes	         ten	Assistenzsysteme
                                     Leben)	einer	breiteren	Anwendung	in	
                                     allen	Lebensbereichen	zuzuführen	und	        –		 rstellung	einer	Roadmap	für	die	wei-
                                                                                    E
                                     dem	sozial	vernetzen	Leben	eine	tech-          tere	Ausgestaltung	des	Handlungs-
                                     nische	Plattform	zu	bieten.	                   feldes

                                     Gute	Ansätze	sind	bereits	durch	das	im	      –		 nterstützung/Moderation	von	
                                                                                    U
                                     Rahmen	des	Technologiewettbewerbs	             Gesprächen	zur	Kooperation	zwischen	
                                     „Next	Generation	Media“	des	Bundes-            Wirtschaft,	Forschung	und	Politik
                                     wirtschaftsministeriums	geförderte	Pro-
                                     jekt	„SerCHo“	entstanden.	In	dem	Folge-      –		 lanung	und	Durchführung	von	Work-
                                                                                    P
                                     projekt	„IZ	Connected	Living“	(ebenfalls	      shops	zu	entsprechenden	Technolo-
                                     geführt	durch	das	DAI-Labor	der	TUB)	          giethemen	(z.	B.	Energy	Harvesting,	
                                     steht	vor	allem	die	erfolgreiche	Markt-        Standardisierung)	und	Geschäftsmo-
                                     einführung	vernetzter	und	konvergen-           dellen
                                     ter	Systeme	aufbauend	auf	Erfahrun-
                                     gen	aus	SerCHo,	die	Schaffung	neuer	         –		 erstärkte	Kommunikations-	und	
                                                                                    v
                                     Märkte	durch	branchenübergreifende	            öffentlichkeitsarbeit	
                                     Geschäftsentwicklung	für	vernetzte	
     KonTAKT:                        Dienste	im	Haus	unter	Einbeziehung	
                                     von	KMU	auf	der	Agenda.	Parallel	dazu	
     Udo panoscha                    ist	der	Verein	Connected	Living	gegrün-
     TSB	Innovationsagentur	Berlin
                                     det	worden.	Er	versteht	sich	als	Anlauf-
     panoscha@tsb-berlin.de




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InTeRVIeW

                                                                                                                         prof. Dr. Gesche Joost
                                                                                                                         Leiterin	Design	Research	
                                                                                                                         Lab	der	Deutsche	Telekom	
                                                                                                                         AG	Laboratories




Akteure im Handlungsfeld IKT@Al
                                                                                                                         ñ Mit	dem	Handlungsfeld	IKT@AL	wurde	
                                                                                                                         die	IT-Standortstrategie	ergänzt.	Die	gesell-
polITIK                                 UnTeRneHMen/                ZIelGRUppen/                FoRSCHUnG                schaftlichen	Veränderungen	in	einer	Creative	
                                        VeRbÄnDe                    AnWenDeR                                             City	wie	Berlin	erfordern	auch	technologische	
                                                                                                	              	         Antworten,	um	den	Bedürfnissen	nach	sozialer	
 -		 Berliner	Senat	für		               -		 SIBIS	                   -		 Bundesverband		        	 -		 DFKI		
                                                                                                                         Vernetzung	und	vernetztem	Arbeiten	entge-
 	 Wirtschaft,		                        -		 TelematicsPRO	           	 deutscher		               -		 TU	Berlin	(DAI-		
 	 Technologie		                                                     	 Wohnungs-	und		           	 Labor)	
                                                                                                                         genzukommen.	Wie	ist	Berlin	hier	aufgestellt?
                                        	 e.V.		
 	 und	Frauen                                                        	 Immobilienunter-		        -		 FhG	FOKUS
                                        -		 VDE	Berlin-	                                                                 Berlin ist durch viele neue Initiativen sehr weit
 -		 Land	Brandenburg	                                               	 nehmen	GdW
                                        	 Brandenburg	                                           -		 FhG	FIRST	
                                                                     -		 Verband	Berlin-	                                vorne. Allein der Campus Charlottenburg ver-
                                        -		 Xinnovations	e.V.	                                   -	 FhG	IZM	
                                                                     	 Brandenburgischer		                               bindet mit TU, UdK und den industrienahen
                                        -	 DIN	e.V.		                	 Wohnungsunter-		          -	 Technische		
                                        -	 BenusIT	                  	 nehmen	e.V.		             	 Hochschule	Wildau	    Innovationszentren meines Erachtens ganz
                                        -	 GFaI-	Gesellschaft		      -		 Sophia	Berlin           -	 Beuth	Hochschule		   vorbildlich kreative Forschung mit technologi-
                                        	 zur	Förderung		                                        	 Berlin
                                                                     -	 Die	Tech	                                        schem Fortschritt. Durch den Austausch unter den
                                        	 angewandter	                                           -	 ESCP-EAP	
                                                                     -	 Wohnungsgenoss-		                                Studierenden und den WissenschaftlerInnen über
                                        	 Informatik	e.V.	           	 enschaft		 	              -	 Design	Research		
                                        -	 e-wohnen	der	             	 Lichtenberg	e.G.	         	 Lab	der	Deutschen		   Institutsgrenzen hinweg können überraschende
                                                                                                 	 Telekom	AG	           und überzeugende Ergebnisse für ein vernetztes
                                        	 zukunft                    -	 HOWOGE			
                                                                     	 Wohnungsbauge-            -	 SRG	-Senior		
                                                                                                 	 Research	Group	       Leben und Arbeiten entstehen.
                                                                     	 sellschaft	mbH
                                                                                                 	 (TU	Berlin)	
                                                                     	 Berlin                                            ñ Viele	Anwendungen	im	Bereich	„vernetztes	
                                                                                                 	 	
                                                                                                                         Leben“	befinden	sich	noch	in	der	Erprobung.	
                                                                                                                         Sind	bereits	Trends	erkennbar?

                                                                                                                         Ganz klar – Mobilität ist die Zukunft. Das Festnetz
Quelle:	TSB	Innovationsagentur	Berlin                                                                                    mit allen Vorteilen wird immer mehr ergänzt
                                                                                                                         durch die mobile Kommunikation. Internet, Pay-
                                                                                                                         ment, Navigation, Spiele, Interaktion – alles wird
                                                                                                                         mobil und jederzeit verfügbar und das wird die
Gerade	in	der	Wohn-	und	Lebensum-                                 untersuchen.	Die	Nutzerakzeptanz	spielt	               Gesellschaft sicherlich verändern. Teenager, mit
                                                                                                                         denen wir in einem Projekt zur Zukunft der Mobil-
gebung	ist	auf	eine	Balance	zwischen	                             hier	eine	entscheidende	Rolle,	um	wirt-
                                                                                                                         kommunikation zusammengearbeitet haben,
angebotenen	Diensten	und	Privat	 eit	
                                  h                               schaftlich	tragfähige	Services	zu	ent-
                                                                                                                         leben uns das vernetzte Leben in all seinen Facet-
zu	achten.	Ein	e-Wohnlabor	soll	die	                              wickeln	und	anzubieten.	Die	Potenziale	                ten heute schon vor – über verschiedene Medien
geeignete	Testumgebung	bieten,	um	                                Berlins	im	Bereich	des	Produkt-	und	                   parallel mit seinem sozialen Netzwerk verbunden
den	Umgang	mit	IT-gestützen	Angebo-                               Interfacedesigns	werden	dazu	einen	                    zu sein, ist heute schon Standard. Die Clique
ten	bei	Sicherung	der	Privatsphäre	zu	                            wesentlichen	Beitrag	liefern.                          immer in digitaler Reichweite!

                                                                                                                         ñ Welche	Geschäftsmodelle	und	Wertschöp-
                                                                                                                         fungen	sind	zu	erwarten?

                                                                                                                         Alles, was das Leben einfacher macht und die oft
                                                                                                                         komplizierten Prozesse des Alltags beschleunigt,
                                                                                                                         bietet gute Geschäftsmöglichkeiten. Nehmen Sie
                                                                                                                         nur das ganze Thema des Einkaufs im Internet.
       NETZWERKE                                                     FORSCHUNG                                           Wer hätte das vor 15 Jahren für möglich gehal-
                                                                                                                         ten? Heute klicken wir ein paar Mal und haben
                                                                                                                         die Pizza und ein gutes Buch dazu ganz schnell
      TSB	Innovationsagentur	Berlin                                   DAI-Labor	der	TU	Berlin                            im Haus – und wenn wir wollen auch noch einen
      www.tsb-berlin.de                                               www.dai-labor.de
                                                                                                                         Ofen zum Aufwärmen dazu. Im Prinzip ist die
      Verein	Connected	Living                                         Fraunhofer-Allianz	Ambient	Assisted	Living         Wertschöpfung auf diesem Gebiet sehr groß und
      www.izconnected.de                                              www.fraunhofer.de/institute-einrich-               steht erst am Anfang. Im Web 2.0 sind hier neue
                                                                      tungen/verbuende-allianzen/Ambient_                Geschäftsmodelle möglich, bei denen die Online-
                                                                      Assisted_living.jsp                                Community der Schlüsselfaktor ist.
                                                                      Fraunhofer-	Institut	für	Software-	und	
                                                                      Systemtechnik	ISST
                                                                      www.isst.fhg.de
                                                                      Innovationszentrum	Connected	Living
                                                                      www.izconnected.de



                                                                                                                                                                               21
Campus	Charlottenburg	–		
                                                    Forschungspotenziale	und		
                                                    Perspektiven
                                                                                                        Schwerpunkte	setzt	die	Fakultät	IV	in	
                                                                                                        den	Bereichen	Softwareentwicklung,	
                                                                                                        elektronische	Bauelemente	und	Syste-
                                                                                                        me,	Kommunikation,	maschinelle	Intel-
                                                                                                        ligenz	und	Computer-Neuroscience,	
                                                                                                        Elektrische	Energietechnik	sowie	Auto-
                                                                                                        matisierungstechnik.	Über	20	Millionen	
                                                                                                        Euro	Drittmittel	–	das	ist	bundesweit	
                                                                                                        Spitze!	Auch	im	CHE-Forschungsranking	
                                                                                                        Elektrotechnik	und	Informationstech-
                                                                                                        nik	2008	wurde	die	TU	Berlin	als	einzige	
                                                                                                        Universität	Deutschlands	in	sieben	von	
                                                                                                        acht	Feldern	als	führend	bewertet.	Von	
                                                                                                        besonderer	Bedeutung	für	die	wissen-
                                                                                                        schaftliche	Aus-	und	Weiterbildung	von	
                                                                                                        Studierenden	der	natur-	und	technik-
                                                                                                        wissenschaftlichen	Studiengänge	ist	die	
                                                                                                        Vermittlung	von	ökonomischem	und	
                                                                                                        unternehmerischem	Wissen.		Eine	hohe	
                                                                                    Quelle:	TU	Berlin   Start-up-Quote	bezeugt	die	außerge-
                                                                                                        wöhnliche	Innovationsfähigkeit.	Der	TU	
     NACHHALTIG	VITALISIEREN                        Spitzenstellung	in	Deutschland.	Sie	ist	            Berlin	sind	über	900	Gründerinnen	und	
                                                    umgeben	von	vier	wichtigen	Fraunho-                 Gründer	bekannt,	25	Prozent	allein	aus	
     NAVI	BC	steht	für	die	nachhaltige	Vitali-      fer-Instituten,	die	über	Professuren	und	           dem	Bereich	IKT;	etwa	85	Prozent	ließen	
     sierung	des	kreativen	Quartiers	auf	und	       Projekte	eng	mit	der	TU	Berlin	verbun-              sich	in	der	Region	Berlin-Brandenburg	
     um	den	Campus	Berlin	Charlottenburg.	          den	sind.	Besonderer	Reiz	besteht	in	der	           nieder.
     Das	Projekt	ist	eine	Initiative	des	Bezirks	   unmittelbaren	Nachbarschaft	mit	der	
     Charlottenburg-Wilmersdorf	und	des	            Universität	der	Künste	Berlin	(UdK),	die	
     Berliner	Senats	zusammen	mit	der	              besonders	in	der	Fakultät	Gestaltung	               SPITZENFORSCHUNG	AN	AUSSER-
     Adlershof	Projekt,	der	Technischen	Uni-        viele	Ansatzpunkte	für	Kooperationen	               UNIVERSITÄREN	FORSCHUNGS-
     versität	Berlin	und	der	Universität	der	       birgt.	Durch	neuartige	und	intensive	               EINRICHTUNGEN
     Künste	Berlin.	In	fünf	ineinander	grei-        Industriekooperationen	entstehen	hier	
     fenden	Handlungsfeldern	werden	Kon-            laufend	wachsende	Drittmittelprojekte	              Die	Fraunhofer-Gesellschaft	(FhG),	als	
     zepte	für	die	Profilierung	des	Campus	         und	interessante	Ansiedlungen.	Unter-               führende	Organisation	für	anwen-
     erarbeitet	und	umgesetzt.	Ziel	ist	es,	die	    nehmen,	von	denen	ein	großer	Teil	Aus-              dungsorientierte	Forschung	in	Europa,	
     Internationalität	und	die	Lebensqualität	      gründungen	der	TU	Berlin	sind,	schät-               ist	in	Charlottenburg	mit	vier	Institu-
     des	Bezirks	mit	wirtschaftlicher	Innova-       zen	die	unmittelbare	Nähe	und	nutzen	               ten	vertreten.	Sie	bilden	eine	exzellen-
     tionskraft	und	kreativer	Experimentier-        die	Vielfalt	von	Talenten	und	Ideen.                te	Ergänzung	zur	stärker	grundlagen-
     freude	zu	kombinieren.                                                                             orientierten	Forschung	der	TU	Berlin.	
                                                    DIE	TU	BERLIN	ALS	MOTOR	FÜR	
                                                    GRUNDLAGENFORSCHUNG	UND	ENT-
     FORSCHUNGSPOTENZIALE	UND		                     WICKLUNG
     PERSPEKTIVEN
                                                    Die	TU	Berlin	steht	für	Spitzenforschung	
     Der	Campus	Charlottenburg	ist	schon	           im	Cluster	IKT	und	Elektrotechnik.	Mit	
     heute	ein	Leuchtturm.	Die	Technische	          ihrem	Fächerspektrum	schlägt	sie	Brük-
     Universität	Berlin	(TU	Berlin)	hat	im	         ken	zwischen	Grundlagenforschung	wie	
     Bereich	IKT	nach	Ranking	und	Anzahl	           der	Nanophotonik	und	der	Optoelek-
     der	Wissenschaftlerinnen	und	Wis-              tronik	bis	hin	zu	den	Endtechnologien	
     senschaftler	und	Studierenden	eine	            der	Informationstechnik.	Besondere	




22
lichthof der TU berlin




Quelle:	Projektbüro	NAVI                            KonTAKT:
                                                    projektbüro nAVI berlin Charlottenburg

                                                    Hardenbergstraße	22/23	
                                                    Im	Amerika-Haus	
                                                    10623		Berlin		
                                                    www.navi-bc.de




                                                                                             23
Campus	Charlottenburg	–	Forschungs	 otenziale	und	Perspektiven
                                       p




                     Intensive	Forschungskooperation	mit	                   tuten	des	Standortes	aufnehmen	kann.	         Stärkung	der	Wettbewerbsfähigkeit	der	
                     führenden	Welt-Unternehmen	und	her-                    Vorhaben	wie	die	Stiftung	einer	Design-       Mitglieder,	Telekom,	Daimler,	TU	Berlin,	
                     ausragende	Forschungs-	und	Entwick-                    Professur	für	die	UdK	durch	die	Deut-         FhG	und	Opera	Software	erfolgt	durch	
                     lungsleistungen	bis	zum	Prototypen	                    sche	Telekom	Laboratories,	die	ihre	For-      einen	Open-Innovation-Prozess.	Basie-
                     zeichnen	die	vier	Häuser	aus.	Mobile	                  schungslabore	auf	dem	Campus	der	TU	          rend	auf	herausragender	Forschung	
                     Kommunikation,	E-Government	und	                       Berlin	haben,	die	Aktivitäten	des	Institut	   entlang	vollständiger	Produktlinien	wer-
                     Sicherheitstechnik,	optische	Komponen-                 of	Electronic	Business	und	Projekte	wie	      den	so	aus	den	Materialien	von	morgen	
                     ten	und	Visualisierungstechniken	kön-                  der	Design	Reaktor	machen	dies	deut-          die	Produkte	und	Anwendungen	der	
                     nen	als	Beispiele	dienen.                              lich.	Das	Projekt	„Hybrid”	wird	eine	neue	    Zukunft,	die	durch	die	Interdisziplina-
                                                                            Form	der	Zusammenarbeit	zwischen	             rität	der	Forschung	schnell	Marktreife	
                                                                            IngenieurInnen	und	Naturwissenschaft-         erreichen.
                     UNIVERSITÄT	DER	KÜNSTE                                 lerInnen	der	TU	Berlin	sowie	Designer-
                                                                            Innen	und	KünstlerInnen	der	UdK	schaf-
                     Die	Universität	der	Künste	Berlin	ist	                 fen;	visionäre	Lösungen	für	neuartige	
                     Kontinentaleuropas	größte	Kunsthoch-                   Produkte	sind	das	Ziel.
                     schule	und	verfügt	über	ein	enormes	
                     kreatives	Potential.	Sie	bündelt	mit	ihren	                                                           IKT-Industrie am Standort (Auswahl)
                     Instituten	für	Industriedesign,	Produkt-	              TECHNOLOGIETRANSFER	DURCH	DAU-
                                                                                                                           Strato,	Teles,	T-Systems,	Frogster,	mental	
                     und	Prozessgestaltung	sowie	Electronic	                ERHAFTE	KOOPERATIONEN	ZWISCHEN	
                                                                                                                           images	seien	als	Beispiel	für	Firmen	
                     Business,	Visuelle	Gestaltung	und	Archi-               WISSENSCHAFT	UND	WIRTSCHAFT
                                                                                                                           genannt,	die	schon	länger	am	Standort	
                     tektur	eine	Vielfalt	von	gestalterischen	                                                             sind.	Interessant	sind	jedoch	auch	die	
                     Disziplinen,	deren	Innovationskraft	weit	              Intensive	Kooperationen	brauchen	neue	         Zuzüge	der	letzten	Zeit,	die	deutlich	
                     über	Berlin	hinaus	wahrgenommen	                       Formen.	Herausragendes	Beispiel	für	           machen,	dass	der	Standort	insbesondere	
                     wird.	Zunehmend	wird	deutlich,	dass	                   multilaterale	Kooperationsplattformen	         für	IT-intensive	Unternehmen	interessant	
                     insbesondere	der	Fachbereich	Gestal-                   ist	das	European	Center	for	Informa-           ist:	Itelligence,	saperion,	stay-friends,	Luft-
                     tung	eine	fruchtbare	Zusammenarbeit	                   tion	and	Communication	Technologies	           hansa	Systems,	World	of	Medicine.
                     mit	den	technologieorientierten	Insti-                 (EICT)	mit	Sitz	in	Charlottenburg.	Die	



                                                       netzwerk mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen –
                                                       verbunden durch gemeinsame professuren*



                                                                            IPK         FBH         IZM          HZB        GFZ                ISAS


                                                                                                                                                              ZIB
                                                           DESy
                                                                                                                                                            GGA
                                                           BBAW
                                                                                                                                                             JHP
                                                             DIR
                                                                                                      TU-BERLIN                                             BAM
                                                           FIRST
                                                                                                                                                            WZB
                                                          FOKUS
                                                                                                                                                             ISST
                                                              ISI
                                                                                                                                                             HHT

                                                                           GWZ          VLB         MBI          DIW       WI	AS                PIK



                                                        *	Vergleiche	Glossar	Seite	28                                        Quelle:	Projektbüro	NAV!	Berlin	Charlottenburg




24
Schwerpunkte	der	Berliner		
                                              IT-Forschung


In	Berlin,	wo	einst	die	technischen	          heitlichen	Bürgerservice-Telefonnum-        Wissenschaftler	an	den	Kommunikati-
Grundlagen	für	das	Fernsehen	(Paul	           mer	115	wahr.	Auch	für	das	Land	Berlin	     onslösungen	für	das	Jahr	2050,	wie	Tele-
Nipkow)	und	den	Computer	(Konrad	             wirkt	das	Institut	an	der	Umstellung	       präsenz-	und	holografischen	Systemen.	
Zuse)	gelegt	wurden,	wird	auch	heute	         von		mehr	als	90	zentralen	Verwaltungs-
mit	einer	Vielzahl	von	Forschungs-	und	       prozessen	auf	Anforderungen	des	„E-         Die	Junior-Professorin	Gesche	Joost	lei-
Entwicklungsprojekten	der	Weg	für	die	        Government“	mit.	                           tet	an	den	T-Labs	das	Design	Research	
Informations-	und	Kommunikations-                                                         Lab,	das	sich	mit	der	Frage	auseinan-
techniken	der	Zukunft	bereitet.		Der	         Von	weitreichender	Bedeutung	sind	          dersetzt,	welche	Rolle	dem	Design	als	
Vorteil	von	Deutschlands	größtem	Wis-         auch	Beiträge	der	Berliner	Forschung	       Schnittstelle	zwischen	öffentlichen	Räu-
senschaftsstandort:	Die	Grundlagen-           im	Bereich	technischer	Standards.	So	       men	und	der	Informations-	und	Kom-
forschung	der	Universitäten	und	For-          hat	Professor	Thomas	Wiegand	mit	sei-       munikationstechnologie	zukommt.			
schungsinstitute	trifft	sich	auf	kurzem	      ner	Forschungsgruppe	am	HHI	ein	Ver-
Wege	mit	dem	Anwendungsbedarf	                fahren	zur	Kompression	und	Übertra-         Das	Konrad-Zuse-Zentrum	für	Infor-
innovativer	Hightech-Unternehmen.	            gung	von	Videos	entwickelt.	Der	darauf	     mationstechnik	Berlin	(ZIB)	betreibt	
                                              fußende	Videocodierstandard	H.264/	         als		außeruniversitäre	Forschungsein-
Eine	Reihe	von	Berliner	IT-Unternehmen	       MPEG4-AVC	hat	die	Übertragungsmög-          richtung	des	Landes	Berlin	Forschung	
entstanden	direkt	aus	der	Wissenschaft.	      lichkeiten	bewegter	Bilder	revolutio-       und	Entwicklung	auf	dem	Gebiet	der	
Beispiel	u2t	Photonics,	ein	Spin-off	des	     niert	und	ist	heute	der	weltweite	Stan-     Informationstechnik,	vorzugsweise	in	
Fraunhofer	Heinrich-Hertz-Instituts	für	      dard	für	die	Übertragung	von	Film	und	      anwendungsorientierter	Algorithmi-
Nachrichtentechnik.	Zuerst	entwickel-         Video	in	höchster	Qualität	auf	die	unter-   scher	Mathematik	und	Praktischer	Infor-
ten	die	Gründer	als	Wissenschaftler	am	       schiedlichsten	Endgeräte.	                  matik.	Im	Rahmen	des	Norddeutschen	
HHI	hochbitratige	Photodioden	(40	                                                        Verbundes	für	Hoch-	und	Höchstlei-
Gbit/s)	für	Glasfasersysteme,	bis	sie	sich	   Entwicklungen	im	Bereich	digitale	          stungsrechnen	(HLRN)	betreibt	das	ZIB	
1998	entschlossen,	die	Innovation	künf-       Videoverarbeitung	am	HHI	bildeten	          ein	Hochstleistungsrechnersystem,	das	
tig	professionell	zu	vermarkten.	Heute	       auch	die	Grundlage	für	die	Ausgrün-         zu	den	leistungsfähigsten	in	Deutsch-
hat	u2t	mehr	als	70	Beschäftigte	und	ist	     dung	der	MikroM,	welche	seit	nunmehr	       land	gehört.		In	Praxisprojekten	konnten	
ein	internationaler	Spezialanbieter	von	      zehn	Jahren	mit	über	30	Beschäftigten	      mit	Hilfe	der	mathematischen	Prozesse	
Optik-Komponenten	für	die	nächste	            Technologien	in	innovative	Produkte	        des	ZIB	u.	a.	Fahrpläne	im	öffentlichen	
Generation	des	Internets.	                    für	das	digitale	Kino	überführt.	Die	von	   Nahverkehr	verbessert,	Handynetze	
                                              MikroM	entwickelten	Produkte	fungie-        geplant	und	Hochregallager	optimiert	
Ein	anderes	Erfolgsbeispiel	ist	die	AVM	      ren	dabei	als	Kernkomponente	in	digi-       werden.	
Computersysteme	Vertrieb,	die	1986	           talen	Kinoservern,	welche	zunehmend	
von	vier	Berliner		Studenten	gegründet	       die	bisher	übliche	analoge	Speicherung	     Im	neuen	Bereich	„Green	IT“	–	worunter	
wurde.	AVM	ist	spezialisiert	auf	Verbin-      und	Verbreitung	auf	Filmrollen	ersetzen.	   eine	umweltfreundlichere	Informations-
dungstechnologien	zwischen	Compu-             Maßgeblich	finanziert	wurde	diese	Ent-      technik	verstanden	wird	–	sind	Berliner	
tern	und	Telekommunikationsnetzen,	           wicklung	durch	eine	Beteiligung	der	IBB	    ForscherInnen	aktiv.	So	veranstaltet	das	
wie	ISDN-Karten	oder	der	„Fritz	Card“,	       Beteiligungsgesellschaft	und	durch	den	     Fraunhofer	IZM	seit	dem	Jahr	2000	den	
eine	Kombination	aus	DSL-Modem	und	           Innovationsförderfonds.                     Internationalen	Kongress	„Electronics	
Router.	Im	Jahre	2008	erzielte	AVM	mit	                                                   Goes	Green“,	der	sich	–	zuletzt	2008	
460	Beschäftigten	einen	Umsatz	von	           Auch	in	umgekehrter	Richtung	zeigt	         –	zur	weltweit	größten	Fachtagung	
220	Millionen	Euro.	                          die	Wirtschaft	an	den	Ergebnissen	der	      zum	Thema	Umwelt	in	der	Elektronik	
                                              Berliner	IT-Forschung	hohes	Interes-        entwickelt	hat.	Auf	der	Tagung	treffen	
Ebenso	sind	Berliner	Forschungsinsti-         se	und	erprobt	dazu	neue	Formen	der	        PolitikerInnen,	UmweltexpertInnen	und	
tute	an	der	landesweiten	Gestaltung	          Kooperation	und	des	Wissenstransfers.	      TechnikerInnen	aus	der	ganzen	Welt	
moderner	IT-Infrastrukturen	beteiligt.	       So	hat	die	Deutsche	Telekom	zusam-          zusammen,	darunter	Vertreter	aller	
Mit	seinem	E-Government-Labor	nimmt	          men	mit		der	Technischen	Universität	       bedeutenden	Elektronikfirmen.		Eine	
das	Fraunhofer	Institut	FOKUS	im	Auf-         Berlin		die	„Telekom	Laboratories“	(T-      aktuelle	Studie	der	TU	Berlin	bietet		
trag	der	Bundesregierung	wichtige	            Labs)	gegründet.	In	einem	Forschungs-       erstmals	einen	Überblick	über	Rechen-
Funktionen	bei	der	Einführung	der	ein-        hochhaus	der	Universität	arbeiten	70	       zentren	und	deren	Energieverbrauch	




                                                                                                                                      25
Schwerpunkte	der	Berliner	IT-Forschung




                     in	Deutschland.	Nach	der	von	dem	Wis-     einfacher	gestalten	lässt.	Im	Projekt	
                     senschaftler	Marc	Schaefer	erstellten	    werden	vorrangig	Safety-	und	Security-	
                     Untersuchung	hat	sich	der	Strombedarf	    Aspekte	(Zuverlässigkeit	und	Sicherheit)	
                     für	den	Betrieb	der	Rechenzentren	im	     untersucht	und	in	einem	Demonstrator	
                     Zeitraum	von	1998	bis	2008	auf	acht	      umgesetzt,	um	damit	die	Grundlagen	
                     Terawattstunden	(TWh)	knapp	verfünf-      zur	Erhöhung	der	Sicherheit	von	Auto-
                     facht.	Vor	diesem	Hintergrund	beschäf-    mobil-Betriebssystemen	zu	legen.	Das	
                     tigte	sich	die	Untersuchung	auch	mit	     Projekt	wird	aus	Mitteln	des	Zukunfts-
                     der	Frage,	wo	und	wie	in	Rechenzentren	   fonds	der	Technologiestiftung	Berlin	
                     Energie	eingespart	werden	kann.		         unterstützt.	
                                                               Unter	Federführung	des	Fraunhofer-
                     Auch	in	weiteren	Projekten	werden	die	    Instituts	IPK	haben	sich	fünf	Berliner	
                     IT-Forschungspotenziale	mit	der	Praxis	   und	Brandenburger	FhG-Institute	mit	
                     verknüpft.	                               Universitäten	und	der	Industrie	zusam-
                                                               mengeschlossen,	um	in	einem	großen	
                     Unter	dem	Titel	VirtuOS	entwickelt	ein	   Verbundvorhaben	neue	Lösungen	zum	
                     Berliner	Unternehmen	gemeinsam	mit	       Thema	„Sichere	Identität“		zu	entwik-
                     der	TU	Berlin	und	dem	Fraunhofer-Insti-   keln.	Insgesamt	stehen	in	den	nächsten	
                     tut	für	Rechnerarchitektur	und	Softwa-    drei	Jahren	10	Mio.	Euro	Fördermittel	
                     retechnik	FIRST	ein	Betriebssystem	für	   bereit,	um	sich	in	den	Schwerpunkt-
                     den	Einsatz	im	Automobil	weiter.	Für		    feldern	„Identität	von	Personen	und	
                     die	KFZ-Industrie	ist	das	interessant,	   Waren“,	„Sichere	Kommunikation“	sowie	
                     weil	dadurch	nicht	mehr	mehrere		         „neue	Materialien“	als	führender		
                     Bordrechner	erforderlich	sind	und	sich	   Cluster	zu	etablieren.
                     die	gesamte	Bordelektronik	deutlich	




                                      TU berlin                                                            Quelle:	TU	Berlin




26
Attraktive	Fördermöglichkeiten		
                                            für	die	IT-	und	TK-Wirtschaft


Berlin	unterstützt	die	IT-	und	Telekom-     zielle,	sondern	auch	beratende	Förde-      das	mehr	als	nur	ein	zufälliger	Erfolg:	
munikationsunternehmen	sowie	die	           rung	gegeben.	Für	die	Kreativwirtschaft	   „Wir	haben	es	innerhalb	kürzester	Zeit	
Medien-	und	Kreativwirtschaft	aus	dem	      steht	analog	das	Kreativ	Coaching	Cen-     auf	unserem	Spezialgebiet	zum	Tech-
In-und	Ausland	durch	gezielte	Förde-        ter	KCC	zur	Verfügung.	Darüber	hinaus	     nologieführer	gebracht,	vor	allem	des-
rungen.	Unternehmen	erhalten	Höchst-        fördern	die	Landesinitiative	„Projekt	     halb,	weil	wir	von	Anfang	auf	das	so	
fördersätze	für	Investitionen	und	For-      Zukunft	–	Berlin	in	der	Informations-      genannte	Pull-Verfahren	gesetzt	haben.	
schungs-	und	Entwicklungsprojekte	          gesellschaft“	F&E-Projekte	im	Medien-,	    Das	erlaubt	den	Passanten	die	aktive	
(FuE).	Berliner	Unternehmen	profitieren	    Kreativ-	und	IT-Bereich.	Im	Auftrag	des	   Auswahl	von	kostenfreien	Inhalten	jeg-
von	Fördermaßnahmen	des	Bundesmi-           Berliner	Senats	kümmert	sich	die	TSB	      licher	Art	per	Keyword	–	ohne	jeglichen	
nisteriums	für	Forschung	und	Bildung,	      Technologiestiftung	Berlin	um	Innovati-    Spam	und	mit	eindeutiger	Identifizie-
vor	allem	von	Programmen	für	die	           onsprojekte,	die	mit	dem	Zukunftsfond	     rung	des	anfragenden	Handys.	Auch	die	
neuen	Bundesländer.	                        Berlin	unterstützt	werden	und	initiiert	   Erstellung	genauer	Bewegungsprofile	
Die	Region	ist	Zielgebiet	2	der	EU-För-     Clusterprojekte	und	fachliche	Netzwer-     ist	möglich	–	zu	100	Prozent	anonym	
dermaßnahmen,	d.	h.	Investitionen	eines	    ke	gemeinsam	mit	Wirtschaft	und	For-       und	mit	der	vollen	Zustimmung	des	
Unternehmens	in	neue	Wirtschaftsgüter	      schung.	Für	die	Beratung	bei	der	Bean-     Endkunden.	Wir	haben	die	Förderung	
werden	mit	Zuschüssen	von	bis	zu	35	        tragung	von	EU-Forschungsprojekten	        zur	Abdeckung	der	Produktentwick-
Prozent	der	Investitionskosten	geför-       stehen	die	EU-Berater	des	Enterprise	      lungskosten	in	Anspruch	genommen“,	
dert.	KMUs	werden	dabei	bevorzugt	          Europe	Network	zur	Verfügung.              so	Lenkewitz.		„Das	Darlehen	hat	es	uns	
behandelt.	Dies	gilt	sowohl	für	Berliner	                                              ermöglicht,	neue	Hard-	und	Software	
Unternehmen	als	auch	für	Unterneh-          Projekte	aus	der	IKT-Branche	spielen	im	   schnell	zur	Marktreife	entwickeln	und	
men,	die	nach	Berlin	expandieren.	Ber-      Innovationsförderprogramm	des	Landes	      anbieten	zu	können.	Gerade	auf	einem	
liner	Unternehmen	können	sich	direkt	       ProFIT	eine	dominierende	Rolle:	Jähr-      Markt	mit	kurzen	Innovationsintervallen	
an	die	Berliner	Förderbank	IBB	wenden,	     lich	werden	für	rund	10	Mio.	Euro	neue	    wie	dem	Telekommunikationssektor	ist	
auswärtige	Unternehmen	werden	von	          Vorhaben	bewilligt.	Damit	stellt	dieser	   das	von	enormer	Bedeutung.“
der	Wirtschaftsförderung	Berlin	Partner	    Sektor	einen	Anteil	von	fast	50	Prozent	
beraten.                                    am	gesamten	Mittelvolumen	aus	dem	
                                            Innovationsförderfonds.	Das	Innovati-
                                                                                          INFORMATIONEN	ÜBER		
                                            onsförderprogramm	unterstützt	sowohl	
                                                                                          FöRDERMöGLICHKEITEN
BREITE	FöRDERKULISSE                        KMU	als	auch	große	Unternehmen,	For-
                                            schungseinrichtungen	und	Hochschu-
                                                                                          Projekt	Zukunft	
Für	die	Gründung	neuer	innovativer	         len	in	allen	Innovationsphasen,	von	der	
                                                                                          www.berlin.de/projektzukunft/service/
und	zur	Stärkung	bestehender	Unter-         Forschung	bis	zum	Markteintritt.	Im	          foerderung
nehmen	wird	eine	Reihe	weiterer	Unter-      Wesentlichen	wird	mit	der	Förderung	
                                                                                          TSB	Technologiestiftung	Berlin	
stützungen	angeboten.	So	hat	die	IBB	       das	Risiko	der	F&E	hinsichtlich	der	per-
                                                                                          www.tsb-berlin.de
2008	ihr	Portfolio	erweitert	um	den	        sonellen	Ressourcen	abgefangen,	aber	
deutschlandweit	ersten	und	mit	30	Mio.	     auch	Sachaufwendungen	oder	Patent-            Investitionsbank	Berlin	
                                                                                          www.ibb.de
Euro	ausgestatteten	VC	Fonds	Krea-          gebühren	werden	anteilig	mitgetragen.	
tivwirtschaft	Berlin	sowie	um	den	VC	       An	einem	Beispiel	soll	die	nachhaltige	       IBB	Beteiligungsgesellschaft	
Fonds	Technologie	Berlin	(52	Mio.	Euro).	   Förderwirkung	beschrieben	werden:	            www.ibb-bet.de
Der	VC	Fond	Kreativwirtschaft	beteiligt	                                                  Technologie	Coaching	Center	der	IBB	
sich	an	bestehenden	oder	neu	nach	          Die	Kreuzberger	Firma	Hiwave	hat	es	          www.tcc-berlin.de
Berlin	kommenden	Unternehmen,	der	          mit	Hilfe	der	Förderung	geschafft,	ihre	      Berlin	Partner		
VC	Fond	Technologie	richtet	sich	an	        Produkte	bei	den	ganz	Großen	zu	plat-         www.berlin-partner.de
technologieorientierte	KMUs.	Beiden	        zieren:		                                     Business	Location	Center	der		
gemeinsam	ist,	dass	die	die	Fonds	ver-      Deutschlands	erstes	fest	installiertes	       Berlin	Partner	GmbH	
waltende	IBB	Beteiligungsgesellschaft	      Bluetooth-Netzwerk	für	den	Event-	            www.businesslocationcenter.de
sich	gewöhnlich	gemeinsam	mit	einem	        und	Entertainmentbereich	in	der	O2	
weiteren	privaten	Investor	beteiligt.	      World	am	Berliner	Ostbahnhof.	Die	
Mit	Hilfe	des	Technologie	Coaching	         40	Hotspots	kommen	von	ihr.	Für	den	
Centers	TCC	wird	nicht	nur	eine	finan-      Geschäftsführer	Laurenz	Lenkewitz	ist	




                                                                                                                                  27
Glossar




     ADSl	        Asymmetric	Digital	Subscriber	Line
     bAM	         Bundesanstalt	für	Materialforschung	und	-prüfung
     bbAW	        Berlin-Brandenburgische	Akademie	der	Wissenschaften
     DeSY	        Deutsches	Elektronen-Synchrotron
     DIW	         Deutsches	Institut	für	Wirtschaftsforschung
     DlR	         Deutsches	Zentrum	für	Luft-	und	Raumfahrt	
     eICT	        European	Center	for	Information	and	Communication	Technologies
     FbH	         Ferdinand-Braun-Institut	für	Höchstfrequenztechnik
     FHG	         Fraunhofer	Gesellschaft
     FIRST	       Fraunhofer-Institut	für	Rechnerarchitektur	und	Softwaretechnik	
     FoKUS	       Fraunhofer-Institut	für	Offene	Kommunikationssysteme
     FTTb	        Fibre	To	The	Basement
     FTTH	        Fibre	To	The	Home
     GFZ	         GeoForschungsZentrum	Potsdam
     GGA	         Gesellschaft	für	Gebäudeanalyse
     GWZ	         Geisteswissenschaftliche	Zentren	Berlin
     HHI	         Heinrich-Hertz-Institut
     HZb	         Helmholtz-Zentrum	Berlin
     Ibb	         Investitionsbank	Berlin
     IHp	         Innovations	for	High	Performance	Microelectronics/	
     	            Leibniz-Institut	für	innovative	Mikroelektronik
     IKT@Al	      IKT	-	Anwendungen	für	bessere	Arbeits-	und	Lebensbedingungen
     IpK	         Institut	für	Produktionsanlagen	und	Konstruktionstechnik
     ISAS	        Institut	für	Spektrochemie	und	Angewandte	Spektroskopie
     ISI	         Fraunhofer-Institut	für	System-	und	Innovationsforschung
     ISST	        Fraunhofer-Institut	für	Software-	und	Systemtechnik	
     IZM	         Fraunhofer-Institut	für	Zuverlässigkeit	und	Mikrointegration
     lTe	         Long	Term	Evolution
     MbI	         Max-Born-Institut	
     MpeG4-AVC	   Moving	Pictures	Experts	Group-Advanced	Video	Coding
     nFC	         Near	Field	Communication
     pDA	         Personal	Digital	Assistant
     pIK	         Potsdam	Institute	for	Climate	Impact	Research
     RFID	        Radio	Frequency	Identification
     SerCHo	      Service	Centric	Home;	DAI	Labor	der	TU	Berlin
     SIGnUM	      Sichere	Identität,	gesicherte	Netze	und	Umgebung
     SoA	         Service-oriented	Architecture
     SQo-oSS	     Software	Quality	Observatory	for	Open	Source	Software
     UMTS	        Universal	Mobile	Telecommunications	System
     VDSl	        Very	High	Speed	Digital	Subscriber	Line
     Vlb	         Versuchs-	und	Lehranstalt	für	Brauerei
     WIAS	        Weierstraß-Institut	für	Angewandte	Analysis	und	Stochastik
     W-lAn	       Wireless	Local	Area	Network
     WTCb	        Wireless	Transfer	Center	Berlin
     WZb	         Wissenschaftszentrum	Berlin	für	Sozialforschung




28
Impressum

Senatsverwaltung	für		
Wirtschaft,	Technologie		
und	Frauen	
Geschäftsstelle	Projekt	Zukunft
Martin-Luther-Str.	105	
10825	Berlin

Ingrid	Walther
Tel.:	030/9013-7477
Fax:	030/9013-7478
E-Mail:	projektzukunft@	
senwtf.berlin.de
www.projektzukunft.berlin.de


öffentlichkeitsarbeit:
index	Agentur	GmbH
Tel.:	030/390	88	300
projekt-zukunft@index.de

Stand:	September	2009
Dieses Projekt wird durch den
Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
   Investition in Ihre Zukunft!

IT-Hauptstadt Berlin

  • 1.
    IT-RepoRT beRlIn Standort –Stärken – Strategien
  • 2.
    Inhalt 1 Vorwort Vom Internet der Dinge und der Dienste zum digitalen Unternehmen 2 Informations- und Kommunikationstechnologie in berlin 4 Handlungsfeld Kommunikationsnetze und -dienste 7 Handlungsfeld Sicherheit mit IT 10 Handlungsfeld e-Government 13 Handlungsfeld open Source/open Standards 16 Handlungsfeld Wireless 20 Handlungsfeld IKT@Al – Vernetztes leben 22 Campus Charlottenburg – Forschungspotenziale und perspektiven 25 Schwerpunkte der berliner IT- Forschung 27 Attraktive Fördermöglichkeiten für die IT- und TK-Wirtschaft 28 Glossar Impressum
  • 3.
    Vorwort Vom Internet der Dinge und der Dienste zum digitalen Unternehmen Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster Im Jahr 2010 wäre der Erfinder des derprogramm des Bundesministeri- aufwand und ressourceneffizienter Computers 100 Jahre alt geworden. Der ums für Bildung und Forschung (BMBF) Betrieb sind Qualitätsmerkmale, welche Berliner Bauingenieur Konrad Zuse gilt identifizierten Innovationstreiber. Da das traditionelle hohe internationale als der Erfinder und Konstrukteur der die Interoperabilität der Subsysteme Ansehen unserer Ingenieurleistungen ersten vollautomatischen, programm- verschiedener Hersteller und Betreiber prägen und dem Gütesiegel „Made in gesteuerten und frei programmierbaren eine zwingende Grundlage für den Auf- Germany“ auch in der Hightech-Welt zu Rechenanlage der Welt und zählt damit bau eines „Internet der Dinge“ für die neuem Glanz verhelfen. zu einem der wichtigsten Begründer oben genannten Anwendungsgebiete der modernen Informationstechnik (IT). darstellt, wird dem Thema „semantische Ich begrüße daher sehr, dass die Berli- Sein Computer Z3 wurde 1941 in Berlin Technologien“ besondere Aufmerk- ner IT-Strategie konsequent nach dem in allen Komponenten funktionsfähig samkeit zukommen, da nur durch eine Prinzip „Stärken stärken“ angelegt ist vorgeführt. Damals hatten selbst kühn- maschinell interpretierbare Inhaltsbe- und die Wertschöpfung entlang der ste Visionäre nicht vorausgesagt, dass schreibung eine sinnvolle Massenkom- gesamten Innovationskette im Auge heute Computer in Alltagsgegenstände munikation zwischen den vernetzten hat – Konrad Zuse wäre stolz gewesen aller Art – von der Waschmaschine bis Systemen stattfinden kann. zu sehen, was 100 Jahre nach seiner zum Spielzeughund – integriert sind Geburt in Berlin dort heute aus seiner und selbst Autos über 70 eingebettete Die Verbindung zwischen dem Internet Durchbruchsinnovation geschaffen Computer enthalten. der Dinge und dem Internet der Dienste wird. ist die Basis für das digitale Unterneh- Aktuell basieren über 80 Prozent aller men der Zukunft, in dem Geschäftspro- Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster Innovationen in Deutschland auf der zesse dynamisch in Echtzeit selbst an Informationstechnik und 40 Prozent kleinste Änderungen in der Realwirt- der Produktivitätssteigerung in Europa schaft angepasst und aufgrund von wird durch IT-Anwendungen erzielt. So automatisch detektierten Schwachstel- haben sich im Bereich des Maschinen- len in der Wertschöpfungskette sofort und des Automobilbaus, der Medizin- korrigiert werden können. Vorsitzender des Technologie- und technik, der Logistik, der Energie- und Innovationsrates des Landes Berlin Sicherheitstechnik die Informations- Deutsche IKT-Ingenieure sind die Welt- und Kommunikationstechnologien zum meister in der Beherrschung solcher Vorsitzender der Geschäftsführung Innovationsmotor Nr. 1 entwickelt. extrem komplexen Systeme. Weltweit des Deutschen Forschungszentrums greift man auf deren Innovationen für Künstliche Intelligenz, DFKI Die konsequente Weiterentwicklung zurück, wenn man vom einwandfrei- der Software- und Hardwaretechnologi- en Funktionieren komplexer Systeme en aus dem Bereich der eingebetteten abhängt – von intelligenten Produkti- Systeme, in dem Deutschland interna- onsanlagen, über Hightech-Automobi- tional eine Spitzenposition einnimmt, le und Sicherheitssysteme bis hin zur führt zur Vernetzung dieser eingebet- Unternehmenssoftware. teten Systeme über Internet-Kommu- nikation und damit zum „Internet der Zuverlässiges und sicheres Verhalten, Dinge“ – einem der im IKT-2020 För- geringer Wartungs- und Bedienungs- 1
  • 4.
    Informations- und Kommuni- kationstechnologie in Berlin ANALySE UND ENTWICKLUNG sind, ja z. T. sogar in Konkurrenz zuein- ander entwickelt wurden. Persönliche Seit Anfang der 90er Jahre konzen- Sichtweisen einzelner Akteure bestim- triert sich die Berliner Wirtschaftspolitik men oft mehr als ganzheitliche Konzep- auf innovative Kompetenzfelder. Es ist tionen. Die hochrangige politische Auf- keine große Überraschung, dass bereits merksamkeit für zentrale strategische damals die Informations- und Kommu- Projekte fehlt. Verzahnungen werden nikationstechnologie im Vordergrund durch Ressortegoismen erschwert. stand. 3. Projekte werden eher in Bereichen Bemerkenswerter ist vielleicht die Ana- realisiert, wo Fördermittel akquiriert lyse, mit der im Jahr 1997 die Landesini- werden können als dort, wo Bedarf tiative Projekt Zukunft begründet hat, besteht. Beispiel dafür ist die bislang weshalb ein besonderes Engagement noch unterdurchschnittliche Ausstat- von Politik, Wirtschaft und Forschung tung der Berliner Schulen mit Compu- erforderlich ist. tern und Online-Anschlüssen. „Berlin hat es bisher versäumt, sich auf 4. Die Berliner Potenziale zur Entwick- dem Gebiet von Multimedia und Tele- lung einer modernen Informationsge- kommunikation und als Vorreiter einer sellschaft werden nach außen zu wenig modernen Informationsgesellschaft dargestellt. Bei internationalen Treffen einen Namen zu machen. Dafür gibt es zum Thema – wie beispielsweise auf mehrere Gründe: der EU-Ebene – vermittelt Berlin ein wenig geschlossenes Bild. Dadurch sind 1. Die informationstechnische Moder- bereits mehrfach Chancen für Pilotpro- nisierung Berlins ist kein Selbstläufer jekte mit überregionalem Demonstra- und keineswegs durch die Stärkung des tionscharakter vertan worden.“ technologisch-wirtschaftlichen Potenti- als allein schon getan. Die Informations- DIE DAMALIGE ANALySE ZEIGT, gesellschaft diffundiert tief in die Berei- WELCHE FORTSCHRITTE BERLIN IN che der Arbeit und Arbeitsorganisation, DER ZWISCHENZEIT GEMACHT HAT der Bildung und Wissenschaft, der Kul- tur, des Alltags hinein mit zahlreichen Die politischen, administrativen und weiteren Folgeprozessen dort bis hin zu intermediären Akteure in Berlin arbei- Änderungen von Werten und Gesetzen. ten mittlerweile Hand in Hand. Die Ent- Bislang gibt es in Berlin jedoch weder wicklung des Kompetenzfeldes folgt einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, einer klaren Strategie, die regelmäßig noch eine gemeinsame Verständigung, mit Expertinnen und Experten aus Wirt- noch Visionen über die wünschenswer- schaft und Wissenschaft abgestimmt te Gestalt der Informationsgesellschaft. wird. Masterpläne legen die Handlungs- felder und die Verantwortlichkeiten fest. 2. Berlin mangelt es nicht an Einzelinitia- tiven und interessanten Entwicklungen. Im Gegenteil: das rasche Wachstum der BEI DER VERGABE VON FöRDERMIT- Medien- und Kommunikationsbranche TELN STEHEN ZWEI FöRDERASPEKTE und das erfreuliche Engagement von IM VORDERGRUND: Ingrid Walther Wissenschaft und Forschung haben zu Kompetenzfeldmanagerin einer Vielzahl von Projekten und Aktivi- – ilft das Vorhaben, Wirtschaft und H Senatsverwaltung für Wirt- täten geführt. Problem ist jedoch, dass Wissenschaft stärker zu verzahnen? schaft, Technologie und diese Projekte häufig nicht aufeinander – ördert es die wirtschaftliche Entwick- F Frauen aufbauen, nicht miteinander verzahnt lung Berlins? 2
  • 5.
    BERLIN ALS PILOTREGION Umsatzentwicklung der ITK-Unternehmen 2004 – 2007 in % Der Einfluss der Informations- und Kom- 25 munikationstechnologie bei der Moder- 21,0 nisierung Berlins steht im Vordergrund 20 der Überlegungen. Berlin ist Pilotregion 15 Quelle: Statistisches Landesamt Berlin für viele innovative Vorhaben. Erinnert 10 sei an die weltweit erstmalige Umstel- 5 1,6 lung des analogen terrestrischen Fern- -7,4 - 1,2 sehens auf die digitale Verbreitung, auf 0 MoBüd, das mittlerweile eingeführte -5 Verfahren der mobilen Bürgerdienste, -10 oder in jüngster Zeit die Ausstattung Berlin München Hamburg Köln der Berliner Bibliotheken mit RFID im anspruchsvollen Hybridbetrieb. gesteigert werden. Insgesamt ist die Nachfrage nach Information, Beratung Anzahl derjenigen, die in diesem Kom- und Coaching wächst. Mit den sogenann- EUROPÄISCHE VERNETZUNG petenzfeld als sozialversicherungspflich- ten Bankengesprächen gemeinsam mit tig und geringfügig Beschäftigte, aber der Investitionsbank wie auch mit den Nicht nur die Berliner Forschungsein- auch als freie MitarbeiterInnen und Standortkonferenzen, die sich einem ein- richtungen, auch die Berliner Institu- Selbständige tätig sind, erheblich grö- zelnen Unternehmen widmen, haben wir tionen sind überaus beliebte Partner in ßer: Insgesamt sind es nahezu 47.000 ein gutes Angebot aufgebaut. europäischen Projekten geworden. In Menschen, die durch die Unternehmen Projekten wie REDICT oder Enterprise in Berlin ihr Auskommen finden. Die Handlungsfelder der Strategie für das Europe Network wird an der europä- Kompetenzfeld IT/Medien müssen regel- ischen Vernetzung gearbeitet, JOSEFIN mäßig darauf überprüft werden, ob sie und BaSIC beschäftigen sich mit der DIE IT- UND KOMMUNIKATIONS- den Strukturen der Berliner Wirtschaft Finanzierung innovativer Unternehmen. BRANCHE DER REGION ZEICHNET entsprechen und zur Verbesserung der Die Region ist bemerkenswert erfolg- SICH DURCH EINIGE WICHTIGE Wirtschaftskraft beitragen. reich bei den Beteiligungen an natio- CHARAKTERISTIKA AUS: nalen wie an europäischen Forschungs- Die Zusammenarbeit mit Brandenburg ist programmen. –D ie große Dichte von Forschungsein- ungeachtet der unterschiedlichen wirt- richtungen, Hochschulen und Univer- schaftlichen und administrativen Struk- sitäten begünstig die Innovationsfä- turen auszubauen. Mit einigen gemeinsa- WIRSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG higkeit der Unternehmen. men Projekten wie dem Wireless Transfer – harakteristisch und vorteilhaft ist C Center, dem Masterplan Sicherheit Berlin Die wirtschaftlichen Kennzahlen der die enge Bindung zur Medienwirt- Brandenburg und der Untersuchung zum Berliner Informations- und Kommu- schaft; so ist Berlin bereits jetzt einer Aufbau eines deutschen Zentrums für nikationswirtschaft haben sich in den der wichtigsten Standorte für mobile mobile Kommunikation in Ballungsräu- letzten Jahren entscheidend verbessert. Inhalte und Spiele in Deutschland. men sind erste Bausteine gelegt. Im Jahr 1997 belegten die statistischen – iele der kleinen und mittleren Unter- V Kennzahlen eine im Vergleich zu ande- nehmen sind hoch spezialisiert. Die Wirtschaftliches Wachstum in den Hand- ren Städten und Regionen bemerkens- Palette reicht von Navigationslö- lungsfeldern kann nur gelingen, wenn werte Umsatzschwäche der Berliner ITK- sungen (Gate 5) über IT-Sicherheit die Hauptstadtregion für Referenzprojek- Branche. Seit 2000 ist der Umsatz der (Zertificon Solutions) und Bildbear- te zur Verfügung steht. Im Handlungsfeld Unternehmen um 40 Prozent auf 9 Mrd. beitungssoftware (Magix) bis hin zu Sicherheit wird daran gearbeitet, für das Euro und die Zahl der Unternehmen computergestützter Klangerzeugung Thema Urban Securities ein Referenzob- um 54 Prozent auf 4.000 Unternehmen (Native Instruments). jekt zur Verfügung zu stellen. gestiegen. –K ontinuierlicher Austausch mit Wirt- In den letzten drei Jahren hat sich das DIE IT-STANDORTSTRATEGIE schaft und Forschung Umsatzwachstum in Berlin gegenüber –i ntensive Zusammenarbeit der Stand- anderen Regionen deutlich positiver Die Erfolge sollten uns nicht dazu ver- ortpartner und entwickelt, wie der oben stehenden leiten, in unseren Anstrengungen nach- –K onzentration auf zukunftsträchtige Grafik zu entnehmen ist. zulassen. Handlungsfelder Die Konjunkturkrise hat erneut deutlich Auch die Zahl der sozialversicherungs- gemacht, wie wichtig ein flexibles Wirt- sind die Bausteine für den Erfolg der pflichtig Beschäftigten im Kompe- schaftsförderinstrumentarium insbeson- Standortstrategie, die wir Ihnen mit die- tenzfeld konnte von 30.300 auf 36.800 dere in schwierigen Zeiten ist. Auch die sem Heft vorstellen wollen. 3
  • 6.
    Handlungsfeld Kommunikationsnetze und -dienste Als Metropole ist Berlin in hohem Maße load an. Drei alternative Netzbetreiber auf Medien, Kreativ- und IT-Wirtschaft – Arcor, Versatel und HanseNet – nutzen ausgerichtet. Forschung und Entwick- dieses Netz nahezu flächendeckend für lung, öffentliche und unternehmensna- eigene Angebote an Endkunden. Diese he Dienstleistungen prägen das Kom- drei Unternehmen haben nahezu alle munikationsverhalten und den Bedarf der insgesamt 144 Hauptverteiler (HVt) nach einer hochwertigen und leistungs- im Land Berlin mit ihren eigenen Back- fähigen Kommunikationsinfrastruktur. bonenetzen erschlossen, teils über eige- ne Glasfasertrassen, teils über gemietete Leitungskapazitäten. Auf diesem Teil- BREITES SERVICEANGEBOT nehmeranschlussnetz wird heute ADSL mit einer maximalen Bandbreite von Das Angebot und der Wettbewerb auf 16 Mbit/s angeboten, wobei 6 Mbit/s dem Telekommunikationsmarkt in Ber- zunehmend als Standardangebot lin gewährleisten aktuell eine gute Tele- bezeichnet werden. kommunikationsinfrastruktur für die Stadt: Zwei weitere, ausschließlich auf Geschäftskunden ausgerichtete Netz- Neben der Deutschen Telekom (DTAG) betreiber – COLT und DNS:NET – haben haben sich in Berlin zahlreiche Wettbe- in Berlin eigene Glasfasertrassen bis zu werber etabliert: Berlin verfügt im Fest- ihren Endkunden verlegt, nutzen jedoch netzbereich heute über zwei Kommuni- in einigen Ausbaugebieten der Stadt kationsinfrastrukturen, die zueinander ebenfalls das Teilnehmeranschlussnetz im Wettbewerb stehen: Das Kupfernetz der DTAG zur Ergänzung der eigenen der DTAG, mit dem alle rund zwei Mil- Infrastruktur. Von allen Netzbetreibern lionen Berliner Haushalte erreicht wer- werden für Geschäftskunden aus- den, sowie das Koaxialkabelnetz der TV- schließlich im Projektgeschäft Bandbrei- Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, ten zwischen 10 Mbit/s und 10 Gbit/s TeleColumbus und kleinerer Anbieter, auf Glasfasernetzen angeboten. das heute bereits 1,2 Millionen Wohn- einheiten aktiv versorgt. FLÄCHENDECKENDE FUNKVERSOR- Auf dem Teilnehmeranschlussnetz der GUNG DTAG findet intensiver Wettbewerb statt: Die Deutsche Telekom bietet Im gesamten Stadtgebiet sind mobi- nahezu flächendeckend in Berlin ADSL le Breitbandanwendungen über die mit bis zu 16 Mbit/s und in weiten Tei- UMTS-Netze der vier etablierten Mobil- len der Stadt VDSL mit einer Übertra- funkbetreiber (Vodafone, T-Mobile, E- gungsrate bis zu 50 Mbit/s im Down- Plus, O2) im vollen Umfang nutzbar. KonTAKT: Michael pemp Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen michael.pemp@senwtf.berlin.de 4
  • 7.
    InTeRVIeW mit prof. Dr. prof. Dr. Hans-Joachim Grallert, Grallert Geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut Hierfür stehen innerhalb des Berliner und mobiler breitbandiger Telekommu- Stadtgebietes fast 3000 Standorte für nikationszugänge in Zukunft vor neue ñ Die Medien-, Kreativ- und IT-Wirtschaft ortsfeste Mobilfunkbasisstationen zur Herausforderungen; es wird progno- ist für Berlin von wesentlicher Bedeutung. Der Verfügung. stiziert, dass spätestens bis Mitte des Bedarf nach einer hochwertigen und leistungs- nächsten Jahrzehnts im Festnetzbereich fähigen Kommunikationsinfrastruktur steigt in diesen Branchen. Wie ist Berlin hier aufgestellt? Zahlreiche Spezialanbieter wie Übertragungsraten von mehr als e*message Wireless Information 50 Mbit/s erwartet werden. Berlin verfügt über eine State-of-the-Art Kom- State-of-the-Art-Kom- Service Deutschland (professionel- munikationsinfrastruktur. Gemeint sind damit le Pagerdienste und Bündelfunk), Im Rahmen der IT-Standortstrategie flächendeckend Netzanschlüsse über Kupferkabel, Sky-DSL (Telekommunikations-Breit- werden deshalb folgende Projekte ver- Mobilkommunikation und WLAN im gesamten band-Satelliten-Lösungen), portable folgt: Stadtgebiet. Andererseits sind die Netze nur bedingt ‚breitbandig’ ausgelegt, und vor allem DSL (funkgestützte Telekommunika- sind sie asymmetrisch, mit leistungsfähigem tions-Breitband-Lösungen) und Stra- AUFBAU EINES GLASFASERNETZES Download und schmalbandigem Upload. Andere to (Datacenter und Internet Service Städte in Deutschland legen bereits eine Glasfa- Provider) komplettieren das Angebot Nur Glasfasertechnologie gewährleis- ser-Infrastruktur bis in die Haushalte. Und auch im in Berlin. tet zukunftssichere Breitbandversor- internationalen Vergleich liegt Berlin noch deut- gung im Festnetzbereich. Der Aufbau lich zurück. Es ist aber sehr zu begrüßen, dass die Im März 2009 waren ca. 120 Berliner eines glasfaserbasierten Zugangsnet- Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Telekommunikationsdienstleister bei zes, das mindestens bis zum Gebäude Frauen eine Studie zu den Anforderungen einer der Bundesnetzagentur registriert. (FTTB) oder besser gleich bis zum Teil- zukünftigen Telekommunikationsinfrastruktur in nehmer geführt wird (FTTH), muss in Berlin beauftragt hat, an der das Fraunhofer Hein- Zu den Telekommunikationsaus- den nächsten Jahren in Angriff genom- rich-Hertz-Institut beteiligt war. rüstern am Standort Berlin gehören men werden. Als Investitionsvorhaben ñ Inwieweit profitiert Berlin von der Wissen- Motorola, Siemens, Nokia-Siemens- von Einzelunternehmen ist ein solcher schaft und Forschung, wenn es darum geht den schaft und Forschung wenn es darum geht den Networks, Teles, Texas Instruments, Glasfaserausbau in Berlin zurzeit nicht weiteren Ausbau der Kommunikationsinfra- Tektronix, AVM, Aastra-DeTeWe, ADVA- geplant. Aus wirtschaftlichen Erwägun- struktur voranzutreiben? Optical, Corning Cable und ADC- gen bietet es sich an, ein solches Vorha- Berlin hat traditionell eine starke Wissenschaft KRONE. ben im Wege eines Kooperationsprojek- und Industrie auf den Gebieten der Informati- tes zu realisieren. Neben dem Vorschlag ons- und Kommunikationstechnik, aber auch eines Open- Access-Ansatzes als ein der Dienstentwicklung und der Bereitstellung BREITBAND FÜR JEDERMANN mögliches Kooperationsmodell kommt von Inhalten. Diese Tradition gilt es fortzuschrei- ein Infrastruktursharing in Betracht: Für ben und Berlin als Test-Labor für eine wirklich Die steigenden Ansprüche der Nutze- neue Glasfaserverbindungen können breitbandige, symmetrische Kommunikation auf Basis von Glasfasern zu entwickeln. Dies würde rinnen und Nutzer stellen die Bereit- vorhandene Glasfaserstrecken, Leerroh- auch die Entwicklung von Komponenten für die stellung anforderungsgerechter fester re und weiterhin nutzbare Infrastruktu- photonische Übertragungstechnik weiter voran- treiben, bei der Berliner Firmen und das Heinrich- Hertz-Institut eine Spitzenposition in der Welt NETZWERKE FORSCHUNG einnehmen. ñ Welche Vision haben Sie für die Berliner Informationszentrum Mobilfunk Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut Kommunikationsinfrastruktur des Jahres 2020? (IZMF e.V.) www.hhi.fraunhofer.de Meine Vision ist es, dass Berlin wieder Meilensteine www.izmf.de Deutsches Forschungsnetz (DFN) in Sachen ‚Breitbandkommunikation’ setzt. Berlin BCIX e.V. www.dfn.de muss sich für ‚Breitband für Jeden’ – mit gleicher, www.bcix.de hoher Qualität für Up- und Download von Daten Wissenschaftliches Institut für MOBKOM e. V. – Mobilität & Kommu- Kommunikationsdienste (WIK) – stark machen. Das ist nur mit breitbandigen nikation in Berlin-Brandenburg www.wik.org optischen Übertragungstechnologien bis in jedes www.mobkom.de Haus möglich. 2020 muss jeder in Berlin einen Fraunhofer-Institut für Offene optischen Anschluss bekommen können. VATM e. V. Kommunikationssysteme www.vatm.de www.fokus.fraunhofer.de/de Anga e.V. – Verband privater Kabel- netzbetreiber www.anga.de 5
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    Handlungsfeld Kommunikationsnetze und -dienste open Access betreibermodell ISP ISP Netzbetreiber/ISP DIENSTEANBIETER (ISP‘s) Vertikale Integration/Integrierter Netzanbieter Internet-Dienste Netzbetreiber Integrierter Netzbetreiber ohne ISP TK-NETZBETREIBER Aktives Netz Infrastrukturbetreiber Infrastrukturbetreiber INFRASTRUKTURBETREIBER (IGS) Passives Netz IGS, KOMMUNEN, VERSORGER, etc. Leerrohrinfrastruktur horizontale vs. vertikale Integration Quelle: ITCcon Unternehmensberatung ren zur Stimmulierung einer gemein- samen Nutzung transparent gemacht werden. Gleiches gilt für geplante Tief- baumaßnahmen, um eventuelle Mit- baugelegenheiten für neue Glasfaser- verbindungen zu nutzen. AUFBAU UND BETRIEB VON WLAN- eine wichtige und zusätzliche porta- BEGLEITUNG DER EINFÜHRUNG DER MESH-NETZEN IN BERLIN ble Kommunikationsinfrastruktur. Die NÄCHSTEN MOBILFUNK-TECHNOLO- vorgestellten Konzepte verschiedener GIE-GENERATION LONG TERM EVOLUTI- Der Einsatz von Laptops und weiteren Anbieter bzw. Interessenten beziehen ON (LTE) ALS NACHFOLGETECHNOLO- mobilen Endgeräten wie etwa PDAs, sich auf den Aufbau eines Wireless GIE ZU UMTS MP3-Player und Smartphones in Ver- Local Area Networks (WLAN)-Mesh. bindung mit einem flexiblen mobilen LTE ist in der Lage, Datenraten von bis Breitbandzugriff im Berliner Stadtraum Dabei versteht man unter einem zu 100 Mbit/s zu empfangen (Down- gewinnt immer stärker an Bedeutung. WLAN- Mesh ein drahtloses System, stream) und im Sendebetrieb von bis Unterschiedliche Anwendungen wie bei dem die Zugangspunkte bzw. zu 50 Mbit/s zu erreichen (Upstream). Internetzugriff, Navigation, Locations- Sender/Empfänger untereinander Die Einführung von LTE soll ab dem Jahr Based- Services, vernetztes Arbeiten, vernetzt sind und so eine flächenhaf- 2010 erfolgen. Zur Gestaltung des Ein- mobile Nutzung von Web 2.0 und Com- te Versorgung ermöglichen. Im Wege führungsprozesses und der Rahmenbe- munity-Angeboten sind dabei gefragte eines offenen, transparenten, diskrimi- dingungen wird frühzeitig der Dialog Einsatzgebiete. Ein solches Netz bietet nierungsfreien und wettbewerbsori- mit den Mobilfunkbetreibern gesucht Berlinern, Touristen, aber auch Unter- entierten Vergabeverfahrens wird ein werden. nehmen sowie freiberuflich Tätigen Betreiber gesucht. 6
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    Handlungsfeld Sicherheit mit IT Bereits 2002 entstand in der Haupt- ter und erwirtschafteten einen Umsatz stadtregion eine Technologieinitiative von 2.43 Mrd. Euro (2007). Damit hat zur „Sicherheit mit Informationstechno- die Hauptstadtregion einen Anteil von logie“. Nach einjähriger Vorbereitung in zwölf Prozent am deutschen Markt für einer Expertenrunde startete sie offiziell zivile Sicherheit. 2003. Seit 2005 ist „Sicherheit“ ein Hand- lungsfeld in der Innovationsstrategie Die Unternehmen sind vorrangig auf des Landes Berlin, seit 2007 eines der die Industrie als Abnehmer ausgerichtet. Handlungsfelder in der länderübergrei- In erster Linie wird Sicherheitstechnik fenden Innovationsstrategie von Berlin (40,6 Prozent der Unternehmen) bereit- und Brandenburg. Mit dem „Masterplan gestellt. Hier sind Unternehmen wie Sie- für Sicherheitsforschung und -wirtschaft mens Building Technology, die Bundes- Berlin-Brandenburg“ wurde dies 2008 druckerei, Interautomation, Robowatch auch durch die Politik dokumentiert. oder Kieback & Peter zu nennen. Ein weiteres Standbein der Hauptstadtregi- on sind die Sicherheitsdienstleistungen POTENZIALANALySE (32,9 Prozent). Hauptgeschäftsfelder SICHERHEITSWIRTSCHAFT sind Beratungen und Risikomanage- ment. Im Segment IT-Sicherheit sind gut Die Sicherheitsbranche hat sich auf- ein Viertel der Unternehmen tätig. Ein grund der Anforderungen einer Haupt- bekannter Anbieter ist Rohde&Schwarz stadt rasant entwickelt. Zwei Analysen SIT. Für 64 Prozent aller Unternehmen zu Sicherheitswirtschaft und -forschung wird die Geschäftstätigkeit wesentlich erbrachten umfangreiche Erkenntnisse durch Sicherheit bestimmt. zur Branchenstruktur, den Geschäfts- feldern sowie der Kundenstruktur in Hauptproduktgruppen sind Zutritts- Berlin und der Region. Danach gibt es kontrolle, Sensorik, Brand- und Gefah- gegenwärtig ca. 220 Unternehmen, die renmeldetechnik, Videotechnik sowie teilweise oder hauptsächlich Produkte Biometrie. Nur 29 Prozent der Unter- und Dienstleistungen zu Sicherheits- nehmen sind auf den regionalen Markt aspekten anbieten. Sie beschäftigen konzentriert, über die Hälfte agiert bun- 24.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbei- desweit, immerhin neun Prozent sind bereits auf dem Weltmarkt engagiert. Roadmap des Sicherheits-Clusters 2003 2011 Start der Techno- Regional hochschul- logie nitiative i übergreifender Studien- „Sicherheit mit IT“ gang Zivile Sicherheit Inter ationale n Sichtbarkeit SIGNUM 2007 Sicherheit ist Handlungsfeld 2009 KonTAKT: in der länderübergreifendenden 2012 Innovationsstrategie Berlin-Bran- Dr. Wolfgang both Gründung Nationales Zen- denburg Cluster-Or- trum für Störungs-, Senatsverwaltung für Wirtschaft, 2008 ganisation Notfall und Krisen- Technologie und Frauen SIGNUM management Verabschiedung des Masterplans Sicherheit wolfgang.both@senwtf.berlin.de Berlin-Brandenburg 2010 Zentrum für virtuelle Rekonstruktion Quelle: Projekt Zukunft 7
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    Handlungsfeld Sicherheit mit IT BREIT AUFGESTELLTE MASSNAHMEN FÜR EINE SICHERE SICHERHEITSFORSCHUNG HAUPTSTADT Seit Beginn der Technologieinitiative Die gemeinsame Bewerbung im Spit- prognostizierte entwicklung von sind nicht nur zahlreiche Projekte geför- zencluster-Wettbewerb des Bundes Unternehmenszahlen, beschäftigung dert worden (allein 2005–2007 wurden hat die Kompetenz des Clusters „Zivile sowie Umsatz für die Sicherheitsindustrie sechs Mio. Euro Fördermittel bereitge- Sicherheit“ verdeutlicht. Es haben sich in berlin und brandenburg stellt), es haben sich mehrere Netzwer- 125 Unternehmen, Forschungseinrich- ke von Identifikationssystemen über tungen und Behörden aus Berlin und Unternehmen Gebäudesicherheit bis Tunnelsicherheit Brandenburg zusammengeschlossen, 600 gebildet. Hier legen insbesondere kleine um neue Lösungen für die zivile Sicher- 520 und mittlere Unternehmen ihre Kompe- heit zu entwickeln und zu erproben. Die 500 tenzen zusammen, um gemeinsam eine Jury sah den Markt zwar als perspekti- 400 370 bessere Marktposition zu erreichen. visch attraktiv, den Cluster aber noch 300 270 nicht als ausreichend entwickelt an. 224 200 Die Forschungslandschaft ist breit auf- 140 100 gestellt und wird zunehmend durch Das Konsortium hat sich daher ent- 100 die Industrie genutzt und gestärkt. So schlossen, die Teilcluster in Eigenregie 0 hat die Bundesdruckerei inzwischen umzusetzen, um Berlin-Brandenburg in 1995 2000 2005 2010 2015 2020 sechs SecurityLabs bei Fraunhofer-Insti- einem ganzheitlichen Ansatz zu einer tuten eingerichtet, um gemeinsam die Sicherheitsregion mit internationaler Beschäftigte Forschung und Entwicklung moder- Ausstrahlung auszubauen. In diesem 60.000 ner elektronischer Personaldokumente Rahmen werden die Teilcluster „Sichere 51.500 voranzutreiben. Zum Sommerseme- Identität“, „Sichere Infrastruktur“ sowie 50.000 ster startet eine Stiftungsprofessur an „Integrierte Ausbildung und Nach- 40.000 36.500 der Freien Universität Berlin zu „Sichere wuchsförderung für die Sicherheits- 26.000 Identität“, eingerichtet durch die Bun- branche“ in einem integrativen strate- 30.000 18.200 20.000 14.700 desdruckerei. Zum gleichen Thema hat gischen Ansatz miteinander verbunden 10.500 Ende 2008 der Verbund von sechs FhG- und in gemeinsamen Projekten ent- 10.000 Instituten, Hochschulen und zahlreichen wickelt. 0 Unternehmen den Zuschlag für ein 1995 2000 2005 2010 2015 2020 FhG-Innovationscluster gewonnen. Hier stehen in den nächsten Jahren insge- Umsatz in Mio Euro samt zehn Mio. Euro für die Sicherheits- forschung zur Verfügung. Gemein- 7.000 sam mit dem Land Brandenburg ist 5.800 6.000 eine übergreifende Internetseite 5.000 www.sicherheit.berlin-brandenburg.de 4.000 3.600 eingerichtet, um die Ergebnisse aus 3.000 2.600 dem eingangs genannten Masterplan 2.000 1.800 auch nach außen hin darzustellen. 860 Damit werden die Handlungsfelder 1.000 400 0 des Masterplans bereits in vielen Aktivi- 1995 2000 2005 2010 2015 2020 täten umgesetzt. Quelle: Eigene Erhebung Projekt Zukunft NETZWERKE Arbeitskreis Unternehmens-Sicherheit Brain Trust (AKUS) www.braintrustit.de www.akus.org NEMO-Projekt TUSEC „Tunnelsicherheit“ Netzwerk Identsys www.tusec.de www.identsys.de NEMO-Projekt KOSynet „Kompetenznetz Ne-sis – Netzwerk Systeme für inte- Integrierte Systeme für den Hochwasser- griertes Sicherheitsmonitoring und Katastrophenschutz“ www.ne-sis.org www.kosynet.de SeSamBB - Security and Safety made in Verein Sicheres Gebäude e. V. Berlin-Brandenburg e. V. www.pro-building.de www.sesambb.de 8
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    InTeRVIeW SIGNUM Jörg Marks Rahmenbedingungen Leiter des Bereichs Rahmenbedingungen Wirtschaft Siemens Building Forschung Sichere Sichere - ohe Anzahl KMU mit H Identität Infrastruktur Technologies - 2 Universitäten und 1 Sicherheitstechnologien Fachhochschulen mit - nternehmen mit sicher- U Sicherheitsausbildungen heits-technischer System- Ausbildung - iverse Testbett- D relevanz und hohem Qualifikation umgebungen (u. a. BAM) Anwendungsbezug - icherheitslabore FhI/ S ñ Wie beurteilen Sie die Entwicklung und - ieben KMU-Netzwerke S Bundesdruckerei zur Sicherheitstechnik das wirtschaftliche Potenzial der Berliner Sicherheitsbranche? Die sich aktuell in immer kürzeren Zyklen verän- Rahmenbedingungen Region dernde weltpolitische Sicherheitslage macht auch vor Deutschland und unserer Hauptstadt nicht - mgebungen mit sicherheits- U technischer System elevanz r halt. Die hohe Aufmerksamkeit der Weltstadt (Hauptstadtfunk ion, Ballungsraum) t Berlin macht diese auch aus Sicherheitsaspekten - valuationsumgebung E heraus in besonderem Maße bedeutsam. Politik und Anwendungsmarkt und Industrie haben dies erkannt und seit Jahren - asterplan Sicherheitswirtschaft M Quelle: Senatsverwaltung entsprechende Aktionen, Maßnahmen und Tech- für Wirtschaft, Technologie und -forschung und Frauen nologien vorbereitet. Dementsprechend werden die operativ wirtschaftlichen Auswirkungen in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. ñ Wo steht die Berliner Sicherheitsbranche Folgende Projekte werden bearbeitet: bildungs- und Trainingsstätte werden, im überregionalen und internationalen Ver- die den Betreibern kritischer Infra- gleich? – chaffung von Zertifizierungskriterien S strukturen die notwendige Kompe- In Deutschland nimmt Berlin sicher eine führende und -strukturen für Gebäude. tenz für ein sachgerechtes Reagieren Rolle in der Entwicklung von Szenarien und Tech- – ie neuen Anforderungen an die D auf Havarien oder Fremdeingriffe ver- nologien ein, im internationalen Vergleich sind wir (digitale) Identität von Personen und mittelt. erst am Anfang. Gütern werden im Rahmen des FhG- – as Zentrum für die virtuelle Rekon- D ñ Inwieweit hat sich die Bündelung lokaler Innovationsclusters „Sichere Identität“ struktion wird bereits 2010 seine Kompetenzen entwickelt und welche Effekte erforscht. Die nächste Stufe werden Arbeit aufnehmen und seine einmali- ergeben sich aus der Kooperation zwischen konkrete, marktfähige Applikationen ge Dienstleistung weltweit anbieten. Wirtschaft und Wissenschaft? und die Voraussetzungen für die Infra- Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wis- struktur eines europaweiten Identi- Ein übergreifendes Clustermanagement senschaft ist grundsätzlich zu begrüßen und tätsmanagements sein. sichert die Synergien zwischen den Teil- beschleunigt Prozesse auf beiden Seiten. Die Bün- – as nationale Störungszentrum der D clustern. delung der lokalen Kompetenzen hat zu diversen Infrastrukturbetreiber wird eine Aus- mittelständischen Vereinigungen geführt, welche inzwischen zu den Sachständen kompetent bera- ten können. Die Entwicklung von Hochtechnolo- gien bedingt aus meiner Sicht zumeist die Integra- tion von Großunternehmen, mit entsprechenden F&E Budgets, damit Ideen und Lösungen auch die Marktreife erfahren können. FORSCHUNG Security Lab Potsdam Fraunhofer Institut für Produktionsanla- www.securitylab-potsdam.de/index. gen und Konstruktionstechnik (IPK) html www.ipk.fraunhofer.de Kooperation Bundesdruckerei - Fraunho- Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit fer Gesellschaft und Mikrointegration (IZM) www.bundesdruckerei.de/de/innova- www.izm.fraunhofer.de tionen/innovation_kooperation/index. E-Security-Zentrum der Fraunhofer-IUK- html Gruppe Fraunhofer Innovationscluster www.esecurity.fraunhofer.de „Sichere Identität“ www.sichere-identitaet.de 9
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    Handlungsfeld E-Government Die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung mit Hilfe von Informati- onstechnologie war bereits zu Beginn der Landesinitiative „Projekt Zukunft“ 1997 eines der Themen, die in einem Aktionsfeld aufgegriffen wurden. Die Arbeitsgruppe unter der Leitung des Fünf Leitprojekte spielen eine Vor- damaligen Innenstaatssekretärs hieß reiterrolle, wenn es darum geht, die „Verwaltung interaktiv“ – der ameri- EU-Dienstleistungsrichtlinie zeitnah kanische Terminus E-Government war umzusetzen, den bezirklichen Ord- damals noch nicht üblich. In dieser nungsämtern eine einheitliche Struk- Arbeitsgruppe wurden Projekte disku- tur und Außendarstellung zu verleihen tiert und vorbereitet, die heute Stan- oder die Bürgerämter weiterzuentwik- dard in der elektronischen Kommunika- keln. Das Internet stellt einen immer tion der Verwaltung sind. Seit 1998 ist bedeutsameren Kommunikationskanal das Stadtportal Berlin.de die zentrale dar, wie die Aufgabenbeschreibung für Plattform für die Außendarstellung der den Einheitlichen Ansprechpartner zur Stadt und für die digitale Kommunikati- EU-Dienstleitungsrichtlinie ausweist. on mit der Verwaltung. Gerade wurde der Aufbau der notwen- digen IT-Infrastruktur an ein Projekt- team unter der Leitung von T-Systems SERVICESTADT BERLIN FÜR EINE vergeben. BÜRGERNAHE VERWALTUNG Das Telefon wird aber weiterhin ein Dieses Angebot wird im Rahmen des unverzichtbares Kommunikationsinstru- E-Government-Programms „Service- ment bleiben. Daher baut Berlin dieses Stadt Berlin“ seit 2007 weiter ausge- Angebot im Rahmen des Modellpro- baut. In mehr als 100 Einzelprojekten jekts D-115 aus. Basis für die Arbeit der aller Verwaltungen werden neue elek- CallCenter-Agenten ist eine wissensba- tronische Angebote für die Bürgerin- sierte Datenbank zu allen Verwaltungs- nen und Bürger, für Unternehmen und leistungen für Bürgerinnen und Bür- Investoren wie für Touristen entwickelt ger und Unternehmen. In zahlreichen und erprobt. Ziel ist es, die Lebensqua- Projekten wird an der Befüllung dieser lität für die Menschen weiter zu verbes- gemeinsamen Informationsbasis gear- sern, den Unternehmen ein attraktives Umfeld zu bieten und Verwaltungsbüro- kratie abzubauen. NETZWERKE Amt24 e. V. www.amt24.de/pM/portal/de/in- dex.html Kompetenzzentrum eCOMM Berlin – Netzwerk elektronischer Geschäfts- verkehr KonTAKT: www.ecomm-online.de Dr. Wolfgang both Xinnovations e. V. Senatsverwaltung für Wirtschaft, www.xinnovations.de Technologie und Frauen wolfgang.both@senwtf.berlin.de 10
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    InTeRVIeW Anke Domscheit Director Government ServiceStadt berlin Relations, Microsoft Deutschland GmbH Unternehmen Finanzamt Einwohner- Post meldeamt ñ Mit Bundes-, Landes- und Bezirksbehör- Mail den sind alle drei föderalen Ebenen in Berlin Telefon Gewerbeamt vertreten. Welche Chancen ergeben sich hier persönlich für die hiesigen Dienstleister und Anbieter von E-Government-Lösungen? Ausländeramt Die letzte Föderalismusreform soll im Bereich Einheitliche Ansprechpartner Informationstechnologie Kooperationen zwischen und weitere . . . Verwaltungen erleichtern. Die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie zeigt, wie schon ein einzelner Prozess eine Ebenen- Quelle: Senatsverwaltung für Inneres und Sport übergreifende Zusammenarbeit von Behörden erfordert und damit auch eine viel höhere Inter- operabilität zwischen Verwaltungs-IT. Wenn Berliner Unternehmen gleichermaßen für Kunden auf allen drei föderalen Ebenen aktiv sind, haben sie mehr Kenntnis über die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Ebenen und kön- beitet, die auch zentrale Datenquelle für NEUE ONLINE-SERVICES FÜR DIE nen leichter interoperable Lösungen anbieten. die Internetangebote ist. BERLINER WIRTSCHAFT ñ Welche Rolle spielt das Thema Web 2.0 im Das mehrfach ausgezeichnete Projekt Nachdem in den letzten Jahren der Bereich E-Government/Verwaltung? „Mobile Bürgerdienste“ zeigt, dass die Onlinezugriff auf das Handelsregister Die Nutzung von Web-2.0-Werkzeugen und Verwaltung ihren Kunden entgegen- und das Gewerberegister eingerichtet -Methoden spielt eine herausragende Rolle in der kommt. Der mobile Service in Biblio- wurde, wird jetzt an Verfahren für die Entwicklung des E-Government. Es basiert auf der theken, in Krankenhäusern oder in elektronische Baugenehmigung oder Strategie, Verwaltung transparent und partizipa- Einkaufszentren bietet allen die Mög- das Kfz-Register gearbeitet. Gemeinsam tiv zu gestalten. lichkeit, den Behördengang mit anderen mit den großen Ver- und Entsorgern Dazu gehört erstens, mehr Offenheit über das Erledigungen zu verknüpfen, Zeit einzu- befindet sich die „Kfz-Online“-Plattform Verwaltungshandeln zu schaffen. Zweitens bietet sparen und ihn in einer anderen Atmo- in der Erprobung. In einem weiteren Web 2.0 Möglichkeiten, BürgerInnen in Meinungs- bildung und Entscheidungsfindung einzubezie- sphäre wahrzunehmen. Inzwischen wird Vorhaben soll die elektronische Kom- hen. Der dritte Baustein ist die Nutzung von Web- dieses Modell europaweit ausgerollt, da munikation zwischen Leitungsbetrei- 2.0-Werkzeugen für eine schnellere und effektivere die Datensicherheit der mobilen Anbin- bern und den zuständigen Behörden Zusammenarbeit in Behörden und mit Dritten. dung an die Datenspeicher der Behör- bei Bauplanungen und -maßnahmen den nachgewiesen ist. aufgebaut werden. Das Wirtschaftspor- ñ Welche Perspektiven sehen Sie für die weitere Entwicklung von E-Government? Wel- che Strategien und Strukturen bieten hier die besten Zukunftsperspektiven? Ein partizipativeres E-Government braucht mehr Austausch zwischen allen Beteiligten. Das am FORSCHUNG 28.08.2009 in Berlin und mit Beteiligung des Berliner Senats stattfindende erste Government Institute of Electronic Business mit Verwaltungswissenschaft am Institut für 2.0 Camp (www.gov20.de) in Europa wird hier Seminar E-Government (UdK Berlin) Sozialwissenschaften (HU Berlin) Zeichen setzen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer www.ieb.net www.social-science.hu-berlin.de/ aus Verwaltungen aller drei Ebenen, Wissenschaft, lehrbereiche/verwaltungswissen- Zivilgesellschaft, IT Industrie und Social Media Fraunhofer-Gesellschaft-Berlin, schaften werden sich dort miteinander vernetzen, Erfah- E-Government-Zentrum www.fraunhofer.de/institute- Hochschule für Wirtschaft und Recht rungen austauschen und voneinander lernen. einrichtungen/verbuende-allianzen/ www.hwr-berlin.de eGovernment.jsp Fraunhofer Institut FOKUS, E-Government Labor www.fokus.fraunhofer.de/de/fokus_ testbeds/egov-lab/index.html 11
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    Handlungsfeld E-Government Quelle: Berlin Partner / FTB-Werbefotografie tal auf Berlin.de greift diese Angebote IBM. Dieses Spektrum wird durch zahl- Dabei ist „Moderner Staat“ die wichtig- auf und stellt sie auf einer kundenorien- reiche kleine und mittelständische IT- ste E-Government-Messe nach der Cebit tierten Plattform bereit. Der Wirtschafts- Firmen ergänzt, die über Berlin hinaus und den KomKom-Veranstaltungen. führer umfasst heute bereits mehr als ihre Lösungen anbieten. Hierzu zählen Unter den E-Government-Kongressen 250 Verweise und erleichtert so die u.a. EITCO, init oder infopark. Der Soft- nimmt der „Effizente Staat“ den Spitzen- Navigation durch die Verwaltungsan- wareverband SIBB e.V. vertritt ihre platz ein. gebote. Interessen, das GA-Netzwerk „Amt24“ gestaltet die Außendarstellung der BERLIN IST E-GOVERNMENT TESTBED Anbieter in diesem Markt. Der Rahmen- vertrag mit dem IT-Dienstleistungszen- Für die regionale IT-Wirtschaft stellt die trum Berlin ist Ausdruck des Vertrauens deutsche Hauptstadt einen interessan- in die Leistungsfähigkeit der Unterneh- ten Nachfragemarkt dar. Mit Bundes-, men. Landes- und Bezirksbehörden sind alle drei föderalen Ebenen in Berlin ver- Auf Seiten der Forschung ist neben dem treten. Daneben befinden sich in der Institute of Electronic Business das E- Hauptstadt die Vertretungen der Euro- Governmentlabor am Fraunhofer-Insti- päischen Union, aller anderen Bundes- tut FOKUS zu nennen, an dem Fragen länder, die Botschaften von mehr als der Interoperabilität mit Partnern aus 140 Staaten, die Hauptsitze der großen der Praxis bearbeitet werden. Industrieverbände sowie Parteien und Gewerkschaften. Daher haben die gro- Berlin hat sich mit der „IT-Profits“ sowie ßen Beratungsunternehmen wie Bea- „Effizienter Staat“ und „Moderner Staat“ ring Point, Cap Gemini oder PwC hier neben der CeBIT zu einem zentralen ihre Filiale, ebenso die Systemhäuser Messe- und Kongressplatz in diesem wie SAP, T-Systems, Microsoft, SAG oder Markt entwickelt. 12
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    Handlungsfeld Open Source/Open Standards Das Technologiefeld Open Source/Open 2009 der öffentlichkeit vorgestellt Standards ist ein noch sehr junges wurde. Handlungsfeld im Rahmen des Master- plans IKT/Medien und fokussiert der- Die Untersuchung zeigt, dass in Ber- zeit sehr stark das Thema Open Source lin rund 600 Unternehmen und Allein- Software (OSS). Welches Potenzial aber unternehmer mit insgesamt 9.700 in OSS liegt, belegen viele Untersuchun- Beschäftigten im Umfeld von Open gen. Schon im Jahr 2006 resümierte das Source Software tätig sind. Allerdings Marktforschungsinstitut IDC in einer sind mehr als 50 Prozent davon Allein- Studie1: „Open Source beispielsweise ist unternehmer und Unternehmen mit bis der signifikanteste, umfassendste und zu fünf Beschäftigten. langfristigste Trend (…), den die Softwa- reindustrie seit den frühen 80er Jahren Auf Basis der in der Umfrage gemach- erlebt hat.“ Und Jeffrey S. Hammond ten Angaben kann von einem Jahres- von Forrester Research kommt laut umsatz mit Open Source Software von einer aktuellen Studie2 zu dem Ergeb- rund 150 Mio. Euro bei Unternehmen nis: „Den Einsatz von Open Source zu der Hauptstadtregion ausgegangen verbieten wird eine zunehmend unhalt- werden, was in etwa 3.000 Vollzeit- bare Position.“ arbeitsplätzen entspricht. Die Diffe- renz zu den oben angegebenen 9.700 Beschäftigten ergibt sich daraus, dass EINE UNTERSUCHUNG ZEIGT STÄRKEN viele der befragten Unternehmen nicht UND HEMMNISSE IM OPEN-SOURCE- ausschließlich OSS-Leistungen anbie- MARKT AUF ten, sondern ihre Beschäftigten auch in anderen IKT-Bereichen und für medien- Als Grundlage für die gezielte Entwick- nahe Dienstleistungen einsetzen. lung des Themas Open Source Softwa- re in der Hauptstadtregion wurde im Trotz der Tatsache, dass 84 Prozent Herbst 2008 zunächst eine Potenzial- aller Unternehmen auch weit über die analyse von der TSB Innovationsagentur Grenzen der Region hinaus aktiv sind, in Auftrag gegeben, die im Februar hat Berlin mit dem größten genann- Größe der Unternehmen nach Anzahl der beschäftigten > 200 100 – 200 51 – 100 31 – 50 16 – 30 11 – 15 6 – 10 KonTAKT: 5 – 1 Michael Stamm Alleinunternehmer TSB Innovations gentur a Berlin 0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 % 35 % stamm@tsb-berlin.de Quelle: TSB Innovationsagentur Berlin 13
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    Handlungsfeld Open Source/Open Standards Zielgruppen der Unternehmen Luft- und Raumfahrt Chemische Industrie Geoinformatik Elektroindustrie Bauwesen Ver- und Entsorgung Maschinen- und Anlagenbau Transport und Verkehr Medizin, Life Science Banken, Versicherungen Sicherheit Medienproduktion, TV, Radio, Games Automotive Handel, Versandhandel Sonstiges Telekommunikation Ämter, Behörden, Gerichte Quelle: TSB Berlin Innovationsagentur 0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 % 35 % 40 % 45 % ten Zielmarkt des „Public Sector“ eine Frauen haben beim IT-Einsatz in Teilen gen moniert, um Open-Source-Lösun- besondere Position: Die politischen Ver- bereits erfolgreich auf OSS umgestellt. gen bei der Vergabe von IKT-Aufträgen tretungen, die öffentlichen Einrichtun- Diese Einrichtungen gelten aber noch stärker zu berücksichtigen. Andererseits gen von Krankenhäusern bis zur Polizei, als Vorreiter auf dem Gebiet des OSS- sind aber auch klare Tendenzen erkenn- Universitäten, Hochschulen und Biblio- Einsatzes, viele andere Häuser sollen bar, dass sich immer mehr Anwender theken, die Museen und nicht zuletzt diesen Vorbildern folgen. in Unternehmen und auch die öffentli- die Verwaltungen von der Bezirksebe- chen Stellen von der Abhängigkeit pro- ne bis hin zu den Bundeseinrichtungen Diesem Potenzial stehen nach den prietärer Softwareanbieter lösen wollen. bieten direkt vor der Haustür ein sehr Ergebnissen der Befragung allerdings Insofern gilt es, tragfähige Lösungen auf interessantes Nachfragerpotenzial. Erste Hemmnisse entgegen. So wird von der Basis von Open Source Software ver- öffentliche Einrichtungen wie beispiels- befragten Zielgruppe der OSS-Dienstlei- stärkt ins Licht der Aufmerksamkeit zu weise das Auswärtige Amt, der Deut- ster, von Verbänden und wissenschaftli- rücken und über die Anwendungsberei- sche Bundestag oder die Senatsverwal- chen Einrichtungen an erster Stelle das che und Vorteile quelloffener Software tung für Wirtschaft, Technologie und Fehlen politischer Rahmenbedingun- gezielt zu informieren. NETZWERKE Xinnovations e. V. Skolelinux www.xinnovations.de www.skolelinux.de Live-Linux Verband Arbeitskreis Open Source im SIBB www.linux-verband.de www.sibb.de Linux Solutions Group e.V. (LiSoG) www.lisog.org Creative Commons http://de.creativecommons.org c-base e.V. www.c-base.org 14
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    InTeRVIeW Mirko boehm VERNETZUNG IN MARKETING UND ZUSAMMENARBEIT ALS SCHLÜSSEL Geschäftsführer KDAB VERTRIEB IST GEFORDERT ZUM ERFOLG Deutschland Ein weiterer Schwerpunkt wurde in der Das Handlungsfeld Open Source/Open breiteren Vernetzung von bestehen- Standards verfolgt das Ziel, die Vor- den OSS-Initiativen erkannt. Zahlrei- aussetzungen für den verstärkten Ein- che Unternehmen kooperieren bereits satz von Open Source Software in den in unterschiedlichen Verbänden und Unternehmen und bei öffentlichen Stel- Netzwerken, wobei viele dieser Zusam- len durch die gezielte Vernetzung der ñ In Berlin arbeiten neben der Forschung menschlüsse auf der Unterstützung OSS-Wirtschaft und Zusammenarbeit auch Projekte wie „Berlin – Stadt des Wissens“ bestimmter Produktgruppen oder Stan- mit entsprechenden Forschungseinrich- an der Entwicklung Open Source-basierter dards basieren. Ein geringeres Maß tungen weiter voranzutreiben; bereits Anwendungen. Welche Standortvorteile erge- ben sich aus der Kooperation von Wirtschaft an Kooperationen wurde aber bei der etablierte Netzwerke und Plattformen und Wissenschaft? Durchführung von Marketing- und Ver- sollen gestärkt und zusammengeführt triebsaktivitäten festgestellt. Diese Form werden. Dazu hat die TSB Innovati- Open-Source-Produkte werden oft basierend auf der Kooperation ist aber umso erforder- onsagentur u. a. gemeinsam mit dem aktuellen Forschungsergebnissen entwickelt, nicht licher, da immer größere und komple- Softwareverband SIBB einen offenen selten als Referenz-Implementierung oder Weiter- xere Lose bei den Ausschreibungen sei- Arbeitskreis zum Thema OSS initiiert, führung der Forschungsarbeit im kommerziellen Umfeld. Die Kooperation von Wirtschaft und Wis- tens der öffentlichen Stellen festgestellt der als Plattform für weitere interessier- senschaft erfolgt regelmäßig im direkten Umfeld werden. Um diese bearbeiten zu kön- te regionale Kompetenzpartner dient. der Universitäten und Hochschulen. nen, müssen insbesondere die kleineren Ziel ist es beispielsweise eine Berliner Wirtschaftseinheiten in Berlin Partner- OSS-Kompetenzmarke zu entwickeln Projekte wie „Berlin – Stadt des Wissens“ benöti- schaften eingehen. Entsprechende Ver- und damit konkrete Standort-Marke- gen den gemeinsamen Standort, um die kritische netzungsaktivitäten sind in Planung. ting- und Vertriebsprojekte zu fördern. Masse für die notwendige Kreativität zu erreichen. Open Source Software ergänzt dabei Forschungs- Mit der Durchführung des LinuxTages arbeit besser als kommerzielle Programme, weil im Jahr 2007 auf dem Messegelände Mit der Schwerpunktsetzung Open sie nach ähnlichen Prinzipien funktioniert: Offen- Berlin hat sich Europas führende Veran- Source Software im Rahmen der IT- heit und Veröffentlichung des Prozesses und der staltung zu Open Source und Linux in Strategie des Landes Berlin sollte es Ergebnisse. der Hauptstadt etabliert. Seither kom- gelingen, die Hauptstadtregion in den ñ Nach den Ergebnissen der Potenzialana- men über 10.000 Besucherinnen und nächsten fünf Jahren national und inter- lyse der TSB zu Open Source stehen der weite- Besucher aus mehr als 30 Ländern an national zu einem führenden Standort ren Entwicklung auch Hemmnisse entgegen. die Spree, um die neusten Trends und im Bereich der Open Source Software Dienstleister, Verbände und die Wissenschaft Projekte im Open-Source-Bereich vor- für den Bereich Public Sector/Public monieren fehlende politische Rahmenbedin- zustellen und zu diskutieren. In der Services zu positionieren. gungen, um Open Source Lösungen bei der Forschung wird seit 2004 unter der Lei- Vergabe von IKT-Aufträgen stärker zu berück- tung von Prof. Dr. Bernd Lutterbeck vom sichtigen. Was muss sich ändern? Fachbereich Informatik & Gesellschaft Zwei Aspekte sind in diesem Zusammenhang an der Technischen Universität Berlin wichtig: Qualität und Budgetierung. Das größte das „Open Source Jahrbuch“ herausge- 1 DC in: Open Source in Global Software: I Hemmnis im öffentlichen Bereich ist die tradi- geben. Market Impact, Disruption and Business Models tionelle Planung des Haushalts, in der Budgets 2 effrey S. Hammond in: Open Source Software J für den Kauf von Softwarelizenzen bereitgestellt Goes Mainstream werden, die dann nicht für die Einführung Freier Software verwendet werden können – obwohl beide Ansätze die Anforderungen der Bedarfs- träger erfüllen würden. Die Einführung und der FORSCHUNG Betrieb von Freier Software erfordern eher War- tung und Dienstleistungen, nicht Lizenzgebühren. PinK – Plattform für intelligente Kollabo- Fachhochschule Brandenburg Dabei stehen Entscheider oft vor dem Problem, die rationsportale www.fh-brandenburg.de Qualität der konkurrierenden kommerziellen und www.pink-xml.de/opencms/opencms/ freien Lösungen zu vergleichen. Unter anderem Technische Fachhochschule Wildau pInK/splash.html das EU-geförderte SQO-OSS-Projekt zielt genau www.tfh-wildau.de Technische Universität Berlin darauf ab, diese Vergleichbarkeit in einer offenen Fraunhofer-Institut für offene Plattform zu schaffen. Im allgemeinen ist es im www.tu-berlin.de Kommunikationssysteme ausdrücklichen Interesse der öffentlichen Hand, Freie Universität Berlin www.fokus.fraunhofer.de langfristig auf Freie Software zu setzen. Es muss www.fu-berlin.de Hasso-Plattner-Institut den Verantwortlichen möglich gemacht werden, Beuth Hochschule für Technik Berlin www.hpi.uni-potsdam.de sich für diese zu entscheiden, und diese Entschei- www.beuth-hochschule.de dung auch dauerhaft zu vertreten. Deutsches Forschungszentrum für Hochschule für Wirtschaft und Technik Künstliche Intelligenz DFKI www.htw-berlin.de www.dfki.de Fachhochschule Potsdam www.fh-potsdam.de 15
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    Handlungsfeld Wireless Der Markt für Wireless-Anwendungen, In Berlin und Brandenburg wurden im insbesondere im Bereich RFID- und Ergebnis einer 2008 von der TSB durch- NFC-Technologien, hat sich in den letz- geführten Potenzialanalyse 94 Unter- ten Jahren in Europa, Deutschland und nehmen identifiziert, die als auch in der Region Berlin-Brandenburg – ntwickler und Produzenten (54) E weiter entwickelt. Übereinstimmend – oftwarehäuser (55) S weisen alle Berichte und Analysen von – ystemhäuser (40) S renommierten Wirtschaftsinstitutionen im Bereich der Wireless-Technologien deutliche Wachstumstendenzen nach. tätig sind. Unternehmensstruktur der berliner Wireless-landschaft Systemhäuser*: - SCI Systemhaus A - armeq C - FAD Systemhaus G - anotron N Produzenten*: Technologies - etemed Medizin- g und Informations- technik Systemhäuser 27 % (40) - ABG Industrieanla- I gen-Betriebsgesell- schaft mbH - catterWeb S - all W - IOTRONIK B produzenten 36 % (54) Software 37 % (55) Software*: Quelle: TSB Innovationsagentur Berlin - oftais s - ardenheuer Software B - hax Software T - risma p - r. Riedel Automatisierungs- D technik - Q Wireless I - ldat E NETZWERKE * jeweils ausgewählte Beispielunternehmen Informationsforum RFID e. V. www.info-rfid.de/content/ index_ger.html Informationszentrum Mobilfunk (IZMF e.V.) www.izmf.de/html/de/index.html KonTAKT: „Wireless Transfer Center“ (WTCB) Dr. peter Apel www.wireless-city-berlin.de TSB Innovationsagentur Berlin apel@tsb-berlin.de 16
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    InTeRVIeW Marc bartsch Geschäftsführer Thax Software In der Forschung existieren in der Regi- Nach Aussagen der Marktforscher ñ Wireless-Technologien besitzen große on exzellente Kompetenzen auf dem von ABI Research werden sich in den wirtschaftliche Potenziale für Unternehmen in Gebiet der Wireless-Technologien an nächsten Jahren die Marktanteile bzw. Berlin und Brandenburg. Welche Rolle spielen den Universitäten, Hochschulen und Zuwachsraten der RFID-Anwendungen dabei Nahfunktechnologien wie RFID? außeruniversitären Forschungseinrich- aus den klassischen Bereichen Handel Es handelt sich bei RFID um eine Zukunftstechno- tungen. und Logistik stärker in den Bereich der logie, d. h. sie hat das Potenzial, gegenüber älteren Sicherheitsanwendungen wie elektro- Technologien, wie z. B. Barcodetechnik, ganz In die vorliegende Untersuchung wur- nische Personaldokumente (Ausweise, wesentliche Verbesserungen der zu steuernden den bisher vier Universitäten (acht Insti- Pässe) und Produktschutz verschieben. Arbeitsabläufe zu erreichen. Die berührungslose tute), vier Hochschulen (sieben Fach- Aber auch das bargeldlose Bezahlen mit gleichzeitige Identifikation mehrerer Objekte auf bereiche) sowie zehn außeruniversitäre Chip-Karten, die elektronische Gesund- gewisse Entfernungen schafft eine wichtige Work- Forschungseinrichtungen einbezogen. heitskarte und das elektronische Rezept flowverbesserung im Vergleich zur Barcodetech- werden einen Schub bekommen. Aus nik. Wer in der Zukunft vorne sein will, der sollte Es wurden mehr als 200 Akteure aus verschiedenen Online-Befragungen auf Zukunftstechnologien setzen und die Zukunft Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung in ausgewählten Branchen zu den mit diesen Technologien selber mitgestalten. und Politik identifiziert, die in den für Zukunftsperspektiven der RFID-Anwen- ñ Welche Chancen ergeben sich für Berlin die Region Berlin-Brandenburg bedeut- dungen lässt sich ableiten, dass sich der mit der Förderung von RFID-Technologien? samen Handlungsfeldern industrielle Einsatz der RFID-Techno- Eine Förderung von RFID als Zukunftstechnologie – esundheit G logien aus der Pilotphase in den ope- erleichtert den betroffenen Unternehmen in Berlin – icherheit S rativen Einsatz bewegt. Dies zeigt sich den Schritt in die Zukunft. Die Förderung Berlins – ffentliche Einrichtungen ö insbesondere durch die zunehmenden als Technologiestandort auch in diesem Sektor – erkehr V Anwendungen in vielen Bereichen und erhöht die Magnetwirkung der Stadt und kann – andel und Logistik H Branchen. Dabei gehen RFID-Anwen- wichtige Synergien erzeugen. – erwaltungsrationalisierung V dungen immer häufiger in Gesamtsze- ñ Wie können die vorhandenen Potenzi- – rodukt- und Fälschungssicherheit P narien mobiler Applikationen auf, das ale in Wirtschaft, Forschung und Verwaltung für den Erfolg versprechenden Einsatz Mobiltelefon nimmt eine zentrale Rolle gebündelt werden, um auch international als von Wireless-Technologien tätig sind. ein. technologiebasierte Kompetenzregion wahrge- nommen zu werden? Die Entwicklung und Anwendung der Die größte Signalwirkung geht von öffentlich- Wireless-Technologien wird wesentlich keitswirksamen Referenzprojekten aus. Es sollte von der Einführung der RFID-Systeme nicht nur gegenüber der Wirtschaft und For- im Handel und der Logistik bestimmt. schung eine Erwartungshaltung bestehen, son- dern gefordert ist auch die öffentliche Verwaltung, die sich trauen muss, Zukunftstechnologien selber einzusetzen. Eine möglichst rasche Umsetzung öffentlicher Projekte, die Berlin als zukunftsori- entierte Region zeigen, ist hier wichtig, ebenso wie die Einbeziehung nicht nur der Forschung, FORSCHUNG sondern insbesondere auch der regionalen Unter- nehmen, in denen letztendlich auch Arbeitsplätze HHI – Heinrich Herz Institut IPK – Institut für Produktionsanlagen und geschaffen und gesichert werden. www.hhi.fraunhofer.de Konstruktionstechnik www.ipk.fraunhofer.de „Telekom Laboratories“ (T-Labs) www.laboratories.telekom.com FIRST – Fraunhofer-Institut für Rechnerar- chitektur und Softwaretechnik ISST – Fraunhofer Institut für www.first.fraunhofer.de Software- und Systemtechnik www.isst.fhg.de Beuth-Hochschule www.beuth-hochschule.de FOKUS – Fraunhofer- Institut für offene Kommunikationssysteme HTW Berlin www.fokus.fraunhofer.de www.htw-berlin.de 17
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    Handlungsfeld Wireless FöRDERUNG VON RFID-TECHNO- und die Neuorganisation weiterer wich- BERLINER RFID-INITIATIVE LO IEN AM STANDORT G tiger Fachbibliotheken. Bis 2012 werden weitere 80 öffentliche Bibliotheken im Im Frühjahr 2008 startete der Berliner Wie sich der industrielle Einsatz der Verbund öffentlicher Bibliotheken Ber- Senat einen Wettbewerb zur „Anwen- RFID-Anwendungen in Deutschland in lins (VöBB) die RFID-gestützte Selbst- dung von Technologien in der Wis- den nächsten Jahren vollziehen wird, verbuchung ihrer Bestände einführen. sensgesellschaft – RFID als Beispiel der hängt von den Erfolgsfaktoren und Bar- Bei diesen Projekten handelt es sich um Verzahnung von Wirtschafts- und Wis- rieren ab, die bei den Pilotapplikationen die bisher größten Infrastrukturprojekte sensgesellschaft“ mit dem Ziel, Berlin als ermittelt werden. In diesem Zusam- zur Anwendung von RFID-Technologi- Kompetenzstandort für RFID-Anwen- menhang ist das Ende 2008 in Berlin en im Bibliotheksbereich in Deutsch- dungen auszubauen. gestartete Großprojekt zur Entwicklung land. In den nächsten Jahren werden innovativer Dienst- und Serviceleistun- die Bestände der Bibliotheken mit über Sieger dieses Wettbewerbs sind Kon- gen der Bibliotheken der Humboldt- zwölf Mio. RFID-Tags ausgestattet. sortien aus Berliner Forschungseinrich- Universität zu Berlin von besonderer tungen und Unternehmen mit den Pro- Bedeutung. Mit Hilfe von RFID-Techno- Für hunderttausende Menschen in Ber- jekten: logien werden die Medienausleihe und lin werden so in den nächsten Jahren – ireless City Berlin – Wireless Transfer W -rückgabe in Selbstbedienung einge- die Potenziale und Vorteile von RFID- Center Berlin führt, Bezahlfunktionen in die Automa- Anwendungen erlebbar werden. Dies – OSEIDON – Positions- und kontext- P ten integriert sowie die öffnungszeiten wird die Akzeptanz und Verbreitung intensive Informationssysteme für deutlich verlängert. Im Mittelpunkt des dieser modernen und innovativen Tech- Museen zur Demonstration des Poten- Projektes stehen die Einführung der nologie im Handel, in der Logistik und zials der RFID-Technik RFID-Technologie im Bibliotheksneu- anderen Informations- und Kommuni- – rofile HU – Projekt RFID zur Entwick- P bau der Humboldt-Universität, dem kationsbereichen weiter unterstützen. lung innovativer Dienst- und Ser- Jakob- und Wilhelm-Grimm-Zentrum, viceleistungen der Bibliotheken der Humboldt-Universität zu Berlin – FID-Einführung in die öffentlichen R berliner RFID-Initiative Bibliotheken Berlins Der Berliner Senat fördert diese Pro- pRoJeKTe InSTITUTIonen* jekte mit insgesamt ca. 14,3 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Hochschule für Technik Wireless City Berlin – und Wirtschaft Berlin Wireless Transfer Center Berlin Wireless-Technologien – also RFID, Zig- bee, Bluetooth, NFC, WLAN – werden Jüdisches Museum Berlin zunehmend in unterschiedlichsten Informations- und Kommunikationsan- wendungen eingesetzt. Allerdings sind POSEIDON – RFID im Museum konzentrierte Anstrengungen der For- Bitmanufaktur schungseinrichtungen und Unterneh- men in Berlin erforderlich, um diesen Prozess zu nutzen, sich zu vernetzen Humboldt-Universität zu Berlin Profile HU – ein Großprojekt und im Verbund Forschungs- und Ent- der Humboldt-Universität zu Berlin wicklungsprojekte zu initiieren. Wireless Transfer Center Berlin e.V. Um die Potenziale der Wireless-Techno- logien besser ausschöpfen zu können, RFID-Einführung in die öffentlichen sind zudem eine Reihe von Maßnah- Bibliotheken Berlins Beuth-Hochschule men und Unterstützungsleistungen erforderlich, die Barrieren für KMUs abbauen helfen. Hierzu zählen insbe- Quelle: TSB Innovationsagentur Berlin * ausgewählter Projektpartner 18
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    sondere die immer noch hohen techni- schen und finanziellen Unwägbarkeiten bei der Einführung dieser Technologien. Während größere Unternehmen diese Herausforderungen besser bewälti- gen, benötigen kleinere Unternehmen hier die Unterstützung der Politik, von Industrieverbänden und über regionale Kompetenzzentren. Um den größtmöglichen Nutzen aus den vorhandenen Potenzialen für die eingang Humboldt-Universität zu berlin Quelle: Land Berlin / Thie beteiligten Akteure aus Wirtschaft, For- schung und Verwaltung in Berlin zu ziehen, werden diese in einem Kompe- Ziel des Wireless Transfer Centers ist Das Gesamtprojekt Wireless Transfer tenzzentrum für Wireless-Technologien es, eine gemeinsame Plattform für alle Center Berlin ist in der ersten Stufe in gebündelt. Der Standort Berlin-Bran- Wireless-Aktivitäten und -Projekte in der folgende Teilprojekte gegliedert: denburg kann so national und interna- Region Berlin/Brandenburg zu schaf- tional als technologiebasierte Kompe- fen. Auf dieser Plattform sollen Anwen- – nergie-Effizienz (Smart Metering) E tenzregion wahrgenommen werden. dungsszenarien für Wireless-Technolo- – tadtmarketing und Handel S gien im urbanen Raum erforscht und in – FID-Screens R Form von Piloten erprobt werden. Die – ervice Card für private Hochschulen S CHANCEN FÜR BERLIN Ergebnisse werden allen interessierten – OA-basierte Kollaborations- S Gruppen, insb. KMUs, in einem phy- Infrastruktur Die Bildung eines Wireless Transfer Cen- sischen und virtuellen Ausstellungsbe- – -Health E ter Berlin (WTCB) mit spezialisierten reich des WTCB dauerhaft präsentiert – bfallentsorgung A Kompetenzträgern ist ein entscheiden- und sukzessive um neue Anwendungs- – overnment-Services G der Vorteil für Anbieter und Anwender szenarien und Exponate erweitert von Wireless-Produkten, Anwendungen werden. Als Haupt-Zielgruppe wird das WTCB und Systemen in der Region. Vertreter kleine und mittlere Unternehmen mit aus Berliner Universitäten und Hoch- Die übergeordneten Ziele des WTCB las- Bedarf zur externen Beschaffung von schulen (Humboldt-Universität zu Ber- sen sich wie folgt zusammenfassen: neuestem technologischem Wissen und lin, Beuth Hochschule für Technik Berlin, – ufbau und Etablierung einer Platt- A Know-how auf dem Gebiet der Wireless- SRH Hochschule Berlin, UMC Hoch- form für beteiligte Akteure und Pro- Technologien ansprechen. Aber auch schule Berlin, Universität der Künste) motoren Universitäten, Fachhochschulen, andere sowie aus Unternehmen (Aucoteam, – ernetzung von Wirtschaft, Politik und V Forschungseinrichtungen oder Großun- Composed Services, digiate, Electronic Wissenschaft ternehmen werden adressiert. Business Forum, Fraunhofer Institut für – rforschung und Entwicklung von E Zuverlässigkeit und Mikrointegration, Wireless-Anwendungen in urbanen servtag, Spree Hybrid & Kommunikati- Räumen onstechnik, TelematicsPRO e. V.) haben – ransfer der Forschungs- und Entwick- T sich in einem Entwicklungskonsortium lungsergebnisse in die Wirtschaft zusammengeschlossen, um das Wire- – räsentation der Wireless- P less Transfer Center Berlin WTCB aufzu- Anwendungen bauen. – arketing von Wireless-Technologie- M Kompetenzen der Hauptstadtregion 19
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    Handlungsfeld IKT@AL – Vernetztes Leben Der wachsende Einsatz von Informati- stelle für Forschungseinrichtungen und ons- und Kommunikationstechnik im Unternehmen, die sich mit der Heimver- täglichen Leben, in der Wohnumge- netzung und -automation beschäftigen bung wie in der Arbeitswelt – kurz IKT@ und will die Entwicklung auf diesem AL, wird in einem neuen Handlungsfeld Gebiet vorantreiben. mit dem Ziel bearbeitet, eine intuitivere Nutzung und übergreifende Standar- Der Ballungsraum Berlin verfügt über disierung von Unterhaltungselektronik, einen großen Markt von potenziellen Computer, Gebäudetechnik und Haus- Anwendern moderner Assistenzsyste- haltsgeräten zu erreichen. Der Sieges- me. Dazu gehören die Wohnungsun- zug des Internets in den vergangenen ternehmen, der Immobilienmarkt und 15 Jahren, parallel dazu der Ausbau des Anbieter peripherer Dienste („Internet Mobilfunks, führt zu einer immer stär- der Dinge“). keren Durchdringung der Lebens- und Arbeitswelt mit IT. ENTWICKLUNG EINES NEUEN Die bisher eingesetzten Geräte und HANDLUNGSFELDES Systeme sind jedoch heterogen und weisen höchst unterschiedliche Bedien- Die TSB wird mit einer Potenzialanalyse konzepte auf. die Akteure der Hauptstadtregion zum Thema „IKT@AL – Vernetztes Leben“ identifizieren und Aktivitäten in folgen- MEHR LEBENSQUALITÄT DURCH IKT den Bereichen aufnehmen: – dentifizierung und Ansprache der I Unser Ziel ist es, den vordergründigen Berliner KMU, der Forschungseinrich- Einsatz in bestimmten Lebensberei- tungen sowie Verbänden und Netz- chen (Gesundheits- und Pflegebereich, werken auf dem Gebiet der intelligen- Assistenzsysteme für selbstbestimmtes ten Assistenzsysteme Leben) einer breiteren Anwendung in allen Lebensbereichen zuzuführen und – rstellung einer Roadmap für die wei- E dem sozial vernetzen Leben eine tech- tere Ausgestaltung des Handlungs- nische Plattform zu bieten. feldes Gute Ansätze sind bereits durch das im – nterstützung/Moderation von U Rahmen des Technologiewettbewerbs Gesprächen zur Kooperation zwischen „Next Generation Media“ des Bundes- Wirtschaft, Forschung und Politik wirtschaftsministeriums geförderte Pro- jekt „SerCHo“ entstanden. In dem Folge- – lanung und Durchführung von Work- P projekt „IZ Connected Living“ (ebenfalls shops zu entsprechenden Technolo- geführt durch das DAI-Labor der TUB) giethemen (z. B. Energy Harvesting, steht vor allem die erfolgreiche Markt- Standardisierung) und Geschäftsmo- einführung vernetzter und konvergen- dellen ter Systeme aufbauend auf Erfahrun- gen aus SerCHo, die Schaffung neuer – erstärkte Kommunikations- und v Märkte durch branchenübergreifende öffentlichkeitsarbeit Geschäftsentwicklung für vernetzte KonTAKT: Dienste im Haus unter Einbeziehung von KMU auf der Agenda. Parallel dazu Udo panoscha ist der Verein Connected Living gegrün- TSB Innovationsagentur Berlin det worden. Er versteht sich als Anlauf- panoscha@tsb-berlin.de 20
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    InTeRVIeW prof. Dr. Gesche Joost Leiterin Design Research Lab der Deutsche Telekom AG Laboratories Akteure im Handlungsfeld IKT@Al ñ Mit dem Handlungsfeld IKT@AL wurde die IT-Standortstrategie ergänzt. Die gesell- polITIK UnTeRneHMen/ ZIelGRUppen/ FoRSCHUnG schaftlichen Veränderungen in einer Creative VeRbÄnDe AnWenDeR City wie Berlin erfordern auch technologische Antworten, um den Bedürfnissen nach sozialer - Berliner Senat für - SIBIS - Bundesverband - DFKI Vernetzung und vernetztem Arbeiten entge- Wirtschaft, - TelematicsPRO deutscher - TU Berlin (DAI- Technologie Wohnungs- und Labor) genzukommen. Wie ist Berlin hier aufgestellt? e.V. und Frauen Immobilienunter- - FhG FOKUS - VDE Berlin- Berlin ist durch viele neue Initiativen sehr weit - Land Brandenburg nehmen GdW Brandenburg - FhG FIRST - Verband Berlin- vorne. Allein der Campus Charlottenburg ver- - Xinnovations e.V. - FhG IZM Brandenburgischer bindet mit TU, UdK und den industrienahen - DIN e.V. Wohnungsunter- - Technische - BenusIT nehmen e.V. Hochschule Wildau Innovationszentren meines Erachtens ganz - GFaI- Gesellschaft - Sophia Berlin - Beuth Hochschule vorbildlich kreative Forschung mit technologi- zur Förderung Berlin - Die Tech schem Fortschritt. Durch den Austausch unter den angewandter - ESCP-EAP - Wohnungsgenoss- Studierenden und den WissenschaftlerInnen über Informatik e.V. enschaft - Design Research - e-wohnen der Lichtenberg e.G. Lab der Deutschen Institutsgrenzen hinweg können überraschende Telekom AG und überzeugende Ergebnisse für ein vernetztes zukunft - HOWOGE Wohnungsbauge- - SRG -Senior Research Group Leben und Arbeiten entstehen. sellschaft mbH (TU Berlin) Berlin ñ Viele Anwendungen im Bereich „vernetztes Leben“ befinden sich noch in der Erprobung. Sind bereits Trends erkennbar? Ganz klar – Mobilität ist die Zukunft. Das Festnetz Quelle: TSB Innovationsagentur Berlin mit allen Vorteilen wird immer mehr ergänzt durch die mobile Kommunikation. Internet, Pay- ment, Navigation, Spiele, Interaktion – alles wird mobil und jederzeit verfügbar und das wird die Gerade in der Wohn- und Lebensum- untersuchen. Die Nutzerakzeptanz spielt Gesellschaft sicherlich verändern. Teenager, mit denen wir in einem Projekt zur Zukunft der Mobil- gebung ist auf eine Balance zwischen hier eine entscheidende Rolle, um wirt- kommunikation zusammengearbeitet haben, angebotenen Diensten und Privat eit h schaftlich tragfähige Services zu ent- leben uns das vernetzte Leben in all seinen Facet- zu achten. Ein e-Wohnlabor soll die wickeln und anzubieten. Die Potenziale ten heute schon vor – über verschiedene Medien geeignete Testumgebung bieten, um Berlins im Bereich des Produkt- und parallel mit seinem sozialen Netzwerk verbunden den Umgang mit IT-gestützen Angebo- Interfacedesigns werden dazu einen zu sein, ist heute schon Standard. Die Clique ten bei Sicherung der Privatsphäre zu wesentlichen Beitrag liefern. immer in digitaler Reichweite! ñ Welche Geschäftsmodelle und Wertschöp- fungen sind zu erwarten? Alles, was das Leben einfacher macht und die oft komplizierten Prozesse des Alltags beschleunigt, bietet gute Geschäftsmöglichkeiten. Nehmen Sie nur das ganze Thema des Einkaufs im Internet. NETZWERKE FORSCHUNG Wer hätte das vor 15 Jahren für möglich gehal- ten? Heute klicken wir ein paar Mal und haben die Pizza und ein gutes Buch dazu ganz schnell TSB Innovationsagentur Berlin DAI-Labor der TU Berlin im Haus – und wenn wir wollen auch noch einen www.tsb-berlin.de www.dai-labor.de Ofen zum Aufwärmen dazu. Im Prinzip ist die Verein Connected Living Fraunhofer-Allianz Ambient Assisted Living Wertschöpfung auf diesem Gebiet sehr groß und www.izconnected.de www.fraunhofer.de/institute-einrich- steht erst am Anfang. Im Web 2.0 sind hier neue tungen/verbuende-allianzen/Ambient_ Geschäftsmodelle möglich, bei denen die Online- Assisted_living.jsp Community der Schlüsselfaktor ist. Fraunhofer- Institut für Software- und Systemtechnik ISST www.isst.fhg.de Innovationszentrum Connected Living www.izconnected.de 21
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    Campus Charlottenburg – Forschungspotenziale und Perspektiven Schwerpunkte setzt die Fakultät IV in den Bereichen Softwareentwicklung, elektronische Bauelemente und Syste- me, Kommunikation, maschinelle Intel- ligenz und Computer-Neuroscience, Elektrische Energietechnik sowie Auto- matisierungstechnik. Über 20 Millionen Euro Drittmittel – das ist bundesweit Spitze! Auch im CHE-Forschungsranking Elektrotechnik und Informationstech- nik 2008 wurde die TU Berlin als einzige Universität Deutschlands in sieben von acht Feldern als führend bewertet. Von besonderer Bedeutung für die wissen- schaftliche Aus- und Weiterbildung von Studierenden der natur- und technik- wissenschaftlichen Studiengänge ist die Vermittlung von ökonomischem und unternehmerischem Wissen. Eine hohe Quelle: TU Berlin Start-up-Quote bezeugt die außerge- wöhnliche Innovationsfähigkeit. Der TU NACHHALTIG VITALISIEREN Spitzenstellung in Deutschland. Sie ist Berlin sind über 900 Gründerinnen und umgeben von vier wichtigen Fraunho- Gründer bekannt, 25 Prozent allein aus NAVI BC steht für die nachhaltige Vitali- fer-Instituten, die über Professuren und dem Bereich IKT; etwa 85 Prozent ließen sierung des kreativen Quartiers auf und Projekte eng mit der TU Berlin verbun- sich in der Region Berlin-Brandenburg um den Campus Berlin Charlottenburg. den sind. Besonderer Reiz besteht in der nieder. Das Projekt ist eine Initiative des Bezirks unmittelbaren Nachbarschaft mit der Charlottenburg-Wilmersdorf und des Universität der Künste Berlin (UdK), die Berliner Senats zusammen mit der besonders in der Fakultät Gestaltung SPITZENFORSCHUNG AN AUSSER- Adlershof Projekt, der Technischen Uni- viele Ansatzpunkte für Kooperationen UNIVERSITÄREN FORSCHUNGS- versität Berlin und der Universität der birgt. Durch neuartige und intensive EINRICHTUNGEN Künste Berlin. In fünf ineinander grei- Industriekooperationen entstehen hier fenden Handlungsfeldern werden Kon- laufend wachsende Drittmittelprojekte Die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), als zepte für die Profilierung des Campus und interessante Ansiedlungen. Unter- führende Organisation für anwen- erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist es, die nehmen, von denen ein großer Teil Aus- dungsorientierte Forschung in Europa, Internationalität und die Lebensqualität gründungen der TU Berlin sind, schät- ist in Charlottenburg mit vier Institu- des Bezirks mit wirtschaftlicher Innova- zen die unmittelbare Nähe und nutzen ten vertreten. Sie bilden eine exzellen- tionskraft und kreativer Experimentier- die Vielfalt von Talenten und Ideen. te Ergänzung zur stärker grundlagen- freude zu kombinieren. orientierten Forschung der TU Berlin. DIE TU BERLIN ALS MOTOR FÜR GRUNDLAGENFORSCHUNG UND ENT- FORSCHUNGSPOTENZIALE UND WICKLUNG PERSPEKTIVEN Die TU Berlin steht für Spitzenforschung Der Campus Charlottenburg ist schon im Cluster IKT und Elektrotechnik. Mit heute ein Leuchtturm. Die Technische ihrem Fächerspektrum schlägt sie Brük- Universität Berlin (TU Berlin) hat im ken zwischen Grundlagenforschung wie Bereich IKT nach Ranking und Anzahl der Nanophotonik und der Optoelek- der Wissenschaftlerinnen und Wis- tronik bis hin zu den Endtechnologien senschaftler und Studierenden eine der Informationstechnik. Besondere 22
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    lichthof der TUberlin Quelle: Projektbüro NAVI KonTAKT: projektbüro nAVI berlin Charlottenburg Hardenbergstraße 22/23 Im Amerika-Haus 10623 Berlin www.navi-bc.de 23
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    Campus Charlottenburg – Forschungs otenziale und Perspektiven p Intensive Forschungskooperation mit tuten des Standortes aufnehmen kann. Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der führenden Welt-Unternehmen und her- Vorhaben wie die Stiftung einer Design- Mitglieder, Telekom, Daimler, TU Berlin, ausragende Forschungs- und Entwick- Professur für die UdK durch die Deut- FhG und Opera Software erfolgt durch lungsleistungen bis zum Prototypen sche Telekom Laboratories, die ihre For- einen Open-Innovation-Prozess. Basie- zeichnen die vier Häuser aus. Mobile schungslabore auf dem Campus der TU rend auf herausragender Forschung Kommunikation, E-Government und Berlin haben, die Aktivitäten des Institut entlang vollständiger Produktlinien wer- Sicherheitstechnik, optische Komponen- of Electronic Business und Projekte wie den so aus den Materialien von morgen ten und Visualisierungstechniken kön- der Design Reaktor machen dies deut- die Produkte und Anwendungen der nen als Beispiele dienen. lich. Das Projekt „Hybrid” wird eine neue Zukunft, die durch die Interdisziplina- Form der Zusammenarbeit zwischen rität der Forschung schnell Marktreife IngenieurInnen und Naturwissenschaft- erreichen. UNIVERSITÄT DER KÜNSTE lerInnen der TU Berlin sowie Designer- Innen und KünstlerInnen der UdK schaf- Die Universität der Künste Berlin ist fen; visionäre Lösungen für neuartige Kontinentaleuropas größte Kunsthoch- Produkte sind das Ziel. schule und verfügt über ein enormes kreatives Potential. Sie bündelt mit ihren IKT-Industrie am Standort (Auswahl) Instituten für Industriedesign, Produkt- TECHNOLOGIETRANSFER DURCH DAU- Strato, Teles, T-Systems, Frogster, mental und Prozessgestaltung sowie Electronic ERHAFTE KOOPERATIONEN ZWISCHEN images seien als Beispiel für Firmen Business, Visuelle Gestaltung und Archi- WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT genannt, die schon länger am Standort tektur eine Vielfalt von gestalterischen sind. Interessant sind jedoch auch die Disziplinen, deren Innovationskraft weit Intensive Kooperationen brauchen neue Zuzüge der letzten Zeit, die deutlich über Berlin hinaus wahrgenommen Formen. Herausragendes Beispiel für machen, dass der Standort insbesondere wird. Zunehmend wird deutlich, dass multilaterale Kooperationsplattformen für IT-intensive Unternehmen interessant insbesondere der Fachbereich Gestal- ist das European Center for Informa- ist: Itelligence, saperion, stay-friends, Luft- tung eine fruchtbare Zusammenarbeit tion and Communication Technologies hansa Systems, World of Medicine. mit den technologieorientierten Insti- (EICT) mit Sitz in Charlottenburg. Die netzwerk mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen – verbunden durch gemeinsame professuren* IPK FBH IZM HZB GFZ ISAS ZIB DESy GGA BBAW JHP DIR TU-BERLIN BAM FIRST WZB FOKUS ISST ISI HHT GWZ VLB MBI DIW WI AS PIK * Vergleiche Glossar Seite 28 Quelle: Projektbüro NAV! Berlin Charlottenburg 24
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    Schwerpunkte der Berliner IT-Forschung In Berlin, wo einst die technischen heitlichen Bürgerservice-Telefonnum- Wissenschaftler an den Kommunikati- Grundlagen für das Fernsehen (Paul mer 115 wahr. Auch für das Land Berlin onslösungen für das Jahr 2050, wie Tele- Nipkow) und den Computer (Konrad wirkt das Institut an der Umstellung präsenz- und holografischen Systemen. Zuse) gelegt wurden, wird auch heute von mehr als 90 zentralen Verwaltungs- mit einer Vielzahl von Forschungs- und prozessen auf Anforderungen des „E- Die Junior-Professorin Gesche Joost lei- Entwicklungsprojekten der Weg für die Government“ mit. tet an den T-Labs das Design Research Informations- und Kommunikations- Lab, das sich mit der Frage auseinan- techniken der Zukunft bereitet. Der Von weitreichender Bedeutung sind dersetzt, welche Rolle dem Design als Vorteil von Deutschlands größtem Wis- auch Beiträge der Berliner Forschung Schnittstelle zwischen öffentlichen Räu- senschaftsstandort: Die Grundlagen- im Bereich technischer Standards. So men und der Informations- und Kom- forschung der Universitäten und For- hat Professor Thomas Wiegand mit sei- munikationstechnologie zukommt. schungsinstitute trifft sich auf kurzem ner Forschungsgruppe am HHI ein Ver- Wege mit dem Anwendungsbedarf fahren zur Kompression und Übertra- Das Konrad-Zuse-Zentrum für Infor- innovativer Hightech-Unternehmen. gung von Videos entwickelt. Der darauf mationstechnik Berlin (ZIB) betreibt fußende Videocodierstandard H.264/ als außeruniversitäre Forschungsein- Eine Reihe von Berliner IT-Unternehmen MPEG4-AVC hat die Übertragungsmög- richtung des Landes Berlin Forschung entstanden direkt aus der Wissenschaft. lichkeiten bewegter Bilder revolutio- und Entwicklung auf dem Gebiet der Beispiel u2t Photonics, ein Spin-off des niert und ist heute der weltweite Stan- Informationstechnik, vorzugsweise in Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts für dard für die Übertragung von Film und anwendungsorientierter Algorithmi- Nachrichtentechnik. Zuerst entwickel- Video in höchster Qualität auf die unter- scher Mathematik und Praktischer Infor- ten die Gründer als Wissenschaftler am schiedlichsten Endgeräte. matik. Im Rahmen des Norddeutschen HHI hochbitratige Photodioden (40 Verbundes für Hoch- und Höchstlei- Gbit/s) für Glasfasersysteme, bis sie sich Entwicklungen im Bereich digitale stungsrechnen (HLRN) betreibt das ZIB 1998 entschlossen, die Innovation künf- Videoverarbeitung am HHI bildeten ein Hochstleistungsrechnersystem, das tig professionell zu vermarkten. Heute auch die Grundlage für die Ausgrün- zu den leistungsfähigsten in Deutsch- hat u2t mehr als 70 Beschäftigte und ist dung der MikroM, welche seit nunmehr land gehört. In Praxisprojekten konnten ein internationaler Spezialanbieter von zehn Jahren mit über 30 Beschäftigten mit Hilfe der mathematischen Prozesse Optik-Komponenten für die nächste Technologien in innovative Produkte des ZIB u. a. Fahrpläne im öffentlichen Generation des Internets. für das digitale Kino überführt. Die von Nahverkehr verbessert, Handynetze MikroM entwickelten Produkte fungie- geplant und Hochregallager optimiert Ein anderes Erfolgsbeispiel ist die AVM ren dabei als Kernkomponente in digi- werden. Computersysteme Vertrieb, die 1986 talen Kinoservern, welche zunehmend von vier Berliner Studenten gegründet die bisher übliche analoge Speicherung Im neuen Bereich „Green IT“ – worunter wurde. AVM ist spezialisiert auf Verbin- und Verbreitung auf Filmrollen ersetzen. eine umweltfreundlichere Informations- dungstechnologien zwischen Compu- Maßgeblich finanziert wurde diese Ent- technik verstanden wird – sind Berliner tern und Telekommunikationsnetzen, wicklung durch eine Beteiligung der IBB ForscherInnen aktiv. So veranstaltet das wie ISDN-Karten oder der „Fritz Card“, Beteiligungsgesellschaft und durch den Fraunhofer IZM seit dem Jahr 2000 den eine Kombination aus DSL-Modem und Innovationsförderfonds. Internationalen Kongress „Electronics Router. Im Jahre 2008 erzielte AVM mit Goes Green“, der sich – zuletzt 2008 460 Beschäftigten einen Umsatz von Auch in umgekehrter Richtung zeigt – zur weltweit größten Fachtagung 220 Millionen Euro. die Wirtschaft an den Ergebnissen der zum Thema Umwelt in der Elektronik Berliner IT-Forschung hohes Interes- entwickelt hat. Auf der Tagung treffen Ebenso sind Berliner Forschungsinsti- se und erprobt dazu neue Formen der PolitikerInnen, UmweltexpertInnen und tute an der landesweiten Gestaltung Kooperation und des Wissenstransfers. TechnikerInnen aus der ganzen Welt moderner IT-Infrastrukturen beteiligt. So hat die Deutsche Telekom zusam- zusammen, darunter Vertreter aller Mit seinem E-Government-Labor nimmt men mit der Technischen Universität bedeutenden Elektronikfirmen. Eine das Fraunhofer Institut FOKUS im Auf- Berlin die „Telekom Laboratories“ (T- aktuelle Studie der TU Berlin bietet trag der Bundesregierung wichtige Labs) gegründet. In einem Forschungs- erstmals einen Überblick über Rechen- Funktionen bei der Einführung der ein- hochhaus der Universität arbeiten 70 zentren und deren Energieverbrauch 25
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    Schwerpunkte der Berliner IT-Forschung in Deutschland. Nach der von dem Wis- einfacher gestalten lässt. Im Projekt senschaftler Marc Schaefer erstellten werden vorrangig Safety- und Security- Untersuchung hat sich der Strombedarf Aspekte (Zuverlässigkeit und Sicherheit) für den Betrieb der Rechenzentren im untersucht und in einem Demonstrator Zeitraum von 1998 bis 2008 auf acht umgesetzt, um damit die Grundlagen Terawattstunden (TWh) knapp verfünf- zur Erhöhung der Sicherheit von Auto- facht. Vor diesem Hintergrund beschäf- mobil-Betriebssystemen zu legen. Das tigte sich die Untersuchung auch mit Projekt wird aus Mitteln des Zukunfts- der Frage, wo und wie in Rechenzentren fonds der Technologiestiftung Berlin Energie eingespart werden kann. unterstützt. Unter Federführung des Fraunhofer- Auch in weiteren Projekten werden die Instituts IPK haben sich fünf Berliner IT-Forschungspotenziale mit der Praxis und Brandenburger FhG-Institute mit verknüpft. Universitäten und der Industrie zusam- mengeschlossen, um in einem großen Unter dem Titel VirtuOS entwickelt ein Verbundvorhaben neue Lösungen zum Berliner Unternehmen gemeinsam mit Thema „Sichere Identität“ zu entwik- der TU Berlin und dem Fraunhofer-Insti- keln. Insgesamt stehen in den nächsten tut für Rechnerarchitektur und Softwa- drei Jahren 10 Mio. Euro Fördermittel retechnik FIRST ein Betriebssystem für bereit, um sich in den Schwerpunkt- den Einsatz im Automobil weiter. Für feldern „Identität von Personen und die KFZ-Industrie ist das interessant, Waren“, „Sichere Kommunikation“ sowie weil dadurch nicht mehr mehrere „neue Materialien“ als führender Bordrechner erforderlich sind und sich Cluster zu etablieren. die gesamte Bordelektronik deutlich TU berlin Quelle: TU Berlin 26
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    Attraktive Fördermöglichkeiten für die IT- und TK-Wirtschaft Berlin unterstützt die IT- und Telekom- zielle, sondern auch beratende Förde- das mehr als nur ein zufälliger Erfolg: munikationsunternehmen sowie die rung gegeben. Für die Kreativwirtschaft „Wir haben es innerhalb kürzester Zeit Medien- und Kreativwirtschaft aus dem steht analog das Kreativ Coaching Cen- auf unserem Spezialgebiet zum Tech- In-und Ausland durch gezielte Förde- ter KCC zur Verfügung. Darüber hinaus nologieführer gebracht, vor allem des- rungen. Unternehmen erhalten Höchst- fördern die Landesinitiative „Projekt halb, weil wir von Anfang auf das so fördersätze für Investitionen und For- Zukunft – Berlin in der Informations- genannte Pull-Verfahren gesetzt haben. schungs- und Entwicklungsprojekte gesellschaft“ F&E-Projekte im Medien-, Das erlaubt den Passanten die aktive (FuE). Berliner Unternehmen profitieren Kreativ- und IT-Bereich. Im Auftrag des Auswahl von kostenfreien Inhalten jeg- von Fördermaßnahmen des Bundesmi- Berliner Senats kümmert sich die TSB licher Art per Keyword – ohne jeglichen nisteriums für Forschung und Bildung, Technologiestiftung Berlin um Innovati- Spam und mit eindeutiger Identifizie- vor allem von Programmen für die onsprojekte, die mit dem Zukunftsfond rung des anfragenden Handys. Auch die neuen Bundesländer. Berlin unterstützt werden und initiiert Erstellung genauer Bewegungsprofile Die Region ist Zielgebiet 2 der EU-För- Clusterprojekte und fachliche Netzwer- ist möglich – zu 100 Prozent anonym dermaßnahmen, d. h. Investitionen eines ke gemeinsam mit Wirtschaft und For- und mit der vollen Zustimmung des Unternehmens in neue Wirtschaftsgüter schung. Für die Beratung bei der Bean- Endkunden. Wir haben die Förderung werden mit Zuschüssen von bis zu 35 tragung von EU-Forschungsprojekten zur Abdeckung der Produktentwick- Prozent der Investitionskosten geför- stehen die EU-Berater des Enterprise lungskosten in Anspruch genommen“, dert. KMUs werden dabei bevorzugt Europe Network zur Verfügung. so Lenkewitz. „Das Darlehen hat es uns behandelt. Dies gilt sowohl für Berliner ermöglicht, neue Hard- und Software Unternehmen als auch für Unterneh- Projekte aus der IKT-Branche spielen im schnell zur Marktreife entwickeln und men, die nach Berlin expandieren. Ber- Innovationsförderprogramm des Landes anbieten zu können. Gerade auf einem liner Unternehmen können sich direkt ProFIT eine dominierende Rolle: Jähr- Markt mit kurzen Innovationsintervallen an die Berliner Förderbank IBB wenden, lich werden für rund 10 Mio. Euro neue wie dem Telekommunikationssektor ist auswärtige Unternehmen werden von Vorhaben bewilligt. Damit stellt dieser das von enormer Bedeutung.“ der Wirtschaftsförderung Berlin Partner Sektor einen Anteil von fast 50 Prozent beraten. am gesamten Mittelvolumen aus dem Innovationsförderfonds. Das Innovati- INFORMATIONEN ÜBER onsförderprogramm unterstützt sowohl FöRDERMöGLICHKEITEN BREITE FöRDERKULISSE KMU als auch große Unternehmen, For- schungseinrichtungen und Hochschu- Projekt Zukunft Für die Gründung neuer innovativer len in allen Innovationsphasen, von der www.berlin.de/projektzukunft/service/ und zur Stärkung bestehender Unter- Forschung bis zum Markteintritt. Im foerderung nehmen wird eine Reihe weiterer Unter- Wesentlichen wird mit der Förderung TSB Technologiestiftung Berlin stützungen angeboten. So hat die IBB das Risiko der F&E hinsichtlich der per- www.tsb-berlin.de 2008 ihr Portfolio erweitert um den sonellen Ressourcen abgefangen, aber deutschlandweit ersten und mit 30 Mio. auch Sachaufwendungen oder Patent- Investitionsbank Berlin www.ibb.de Euro ausgestatteten VC Fonds Krea- gebühren werden anteilig mitgetragen. tivwirtschaft Berlin sowie um den VC An einem Beispiel soll die nachhaltige IBB Beteiligungsgesellschaft Fonds Technologie Berlin (52 Mio. Euro). Förderwirkung beschrieben werden: www.ibb-bet.de Der VC Fond Kreativwirtschaft beteiligt Technologie Coaching Center der IBB sich an bestehenden oder neu nach Die Kreuzberger Firma Hiwave hat es www.tcc-berlin.de Berlin kommenden Unternehmen, der mit Hilfe der Förderung geschafft, ihre Berlin Partner VC Fond Technologie richtet sich an Produkte bei den ganz Großen zu plat- www.berlin-partner.de technologieorientierte KMUs. Beiden zieren: Business Location Center der gemeinsam ist, dass die die Fonds ver- Deutschlands erstes fest installiertes Berlin Partner GmbH waltende IBB Beteiligungsgesellschaft Bluetooth-Netzwerk für den Event- www.businesslocationcenter.de sich gewöhnlich gemeinsam mit einem und Entertainmentbereich in der O2 weiteren privaten Investor beteiligt. World am Berliner Ostbahnhof. Die Mit Hilfe des Technologie Coaching 40 Hotspots kommen von ihr. Für den Centers TCC wird nicht nur eine finan- Geschäftsführer Laurenz Lenkewitz ist 27
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    Glossar ADSl Asymmetric Digital Subscriber Line bAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung bbAW Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften DeSY Deutsches Elektronen-Synchrotron DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DlR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt eICT European Center for Information and Communication Technologies FbH Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik FHG Fraunhofer Gesellschaft FIRST Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FoKUS Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FTTb Fibre To The Basement FTTH Fibre To The Home GFZ GeoForschungsZentrum Potsdam GGA Gesellschaft für Gebäudeanalyse GWZ Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin HHI Heinrich-Hertz-Institut HZb Helmholtz-Zentrum Berlin Ibb Investitionsbank Berlin IHp Innovations for High Performance Microelectronics/ Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik IKT@Al IKT - Anwendungen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen IpK Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik ISAS Institut für Spektrochemie und Angewandte Spektroskopie ISI Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISST Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik IZM Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration lTe Long Term Evolution MbI Max-Born-Institut MpeG4-AVC Moving Pictures Experts Group-Advanced Video Coding nFC Near Field Communication pDA Personal Digital Assistant pIK Potsdam Institute for Climate Impact Research RFID Radio Frequency Identification SerCHo Service Centric Home; DAI Labor der TU Berlin SIGnUM Sichere Identität, gesicherte Netze und Umgebung SoA Service-oriented Architecture SQo-oSS Software Quality Observatory for Open Source Software UMTS Universal Mobile Telecommunications System VDSl Very High Speed Digital Subscriber Line Vlb Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei WIAS Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik W-lAn Wireless Local Area Network WTCb Wireless Transfer Center Berlin WZb Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung 28
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    Dieses Projekt wirddurch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Investition in Ihre Zukunft!