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Das erste Photovoltaik-Förderprogramm
Brasiliens
Die Herausforderung
Photovoltaik spielt noch eine untergeordnete Rolle in der
brasilianischen Energieversorgung, obwohl die durch-
schnittlichen täglichen Solarstrahlungswerte in einigen
Regionen Brasiliens doppelt so hoch wie in Deutschland
liegen. Dieses Potential zu erschließen, um zugleich Ver-
sorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit zu
gewährleisten, stellt Brasilien vor große Heraus¬forderungen
– und eröffnet deutschen Technologieträgern neue Chancen
auf dem brasilianischen Markt.
Die Wirtschaft Brasiliens wächst stetig – ebenso die
konsumfreudige Mittelschicht. Damit steigt auch die
Nachfrage an Energie und einer flächendeckenden, sicheren
Energieversorgung. Seit der Stromversorgungskrise im Jahr
2001 versucht die brasilianische Regierung, die
Stromerzeugung zu diversifizieren. Die Photovoltaik (PV) hat
bisher jedoch trotz der hohen durchschnittlichen
Globalstrahlungswerte nicht von dieser energiepolitischen
Prämisse profitieren können.
Unser Ansatz
Deutschland bietet im Bereich Solarenergie einen großen
Erfahrungsschatz, technologisches Know-how und
innovative Anwendungsideen, von denen Brasilien pro-
fitieren kann. Daher wurde als ein Schwerpunkt zwischen
Deutschland und Brasilien die Förderung der Erneuer-baren
Energien und Energieeffizienz vereinbart.
Im brasilianischen Stromsektor sind Finanzmittel vor-
handen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht abfließen.
Zum Bespiel reguliert und verwaltet die
Regulierungsbehörde des Stromsektors, ANEEL, zwei
umfangreiche Förderprogramme für den Stromsektor: das
Energieeffizienzprogramm PEE und das Forschungs- und
Entwicklungsprogramm F&E, die jährliche Mittel von
umgerechnet rund 120 Mio. Euro umfassen. Per Gesetz
müssen die Energieversorger jeweils 0,2 – 0,5% ihres
Umsatzes in F&E und Energieeffizienz investieren. Den
Mittelabfluss kontrolliert die ANEEL.
Allein im F&E-Programm hatten sich bis Ende 2011 rund 800
Mio. Euro ungenutzter Fördermittel bei den
Energieversorgern angesammelt. Im Rahmen einer von der
GIZ organisierten Fachreise zum Thema Speicherung
Erneuerbarer Energien wurden mit André Pepitone da
Nóbrega, Direktor der Regulierungsbehörde ANEEL,
Möglichkeiten der effizienten Nutzung dieser finanziellen
Mittel diskutiert.
Zu diesem Zeitpunkt war keine Förderung
vonkommerziellen Stromerzeugungsanlagen durch das P&D
vorgesehen. Dies limitierte zum einen den Mittelabschluss
und zum anderen die angewandte Forschung an
Demonstrationsprojekten in relevanter Größenordnung, zum
Beispiel zum Test von Erzeugungstechnologien, die auf dem
brasilianischen Markt noch nicht wirtschaftlich betrieben
werden können.
Mit der zuständigen Abteilung SPE der ANEEL wurde im
ersten Halbjahr 2011 eine Ausschreibung eines so-
genannten „Strategischen F&E-Projektes“ zum Thema
Photovoltaik entwickelt. Dieses Projekt eröffnete den
Energieversorgern die Möglichkeit, ihre F&E-Mittel in
Photovoltaikanlagen zwischen 0,5 und 3 MWp und
rationierte Forschungsvorhaben zu investieren. Da die PV-
Anlagen in nicht unerheblichem Maße Strom generieren, ist
vorgeschrieben, dass ein Teil der Investitionsmittel vom
jeweiligen Verbraucher des PV-Stroms beigesteuert wird.
Die GIZ unterstützt(e) die ANEEL in allen Projekt¬phasen des
Strategischen F&E-Projekts Photovoltaik mit einem deutsch-
brasilianischen Team:
• Thematische Eingrenzung des Projektziels und
Konzeption (2011)
3 MWp - PV-Anlage in Tubarão / Santa Catarina
(Foto: Tractebel/UFSC)
Herausgeber Deutsche Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Sitz der Gesellschaft in Bonn und Eschborn
‘Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Städten’
GIZ Büro Brasília
SCN Quadra 01 Bloco C Sala 1501
Ed. Brasília Trade Center
70.711-902 Brasília DF
T + 55-61-2101-2170
F + 55-61-2101-2166
giz-brasilien@giz.de
www.giz.de/brasilien
Stand Oktober 2014
Die GIZ ist verantwortlich für den Inhalt dieser Publikation.
Im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ)
Adresse BMZ Bonn BMZ Berlin
Dahlmannstraße 4 Stresemannstraße 94
53113 Bonn, Germany 10963 Berlin, Germany
T +49 (0)228 99 535-0 T +49 (0)30 18 535-0
F +49 (0)228 99 535-3500 F +49 (0)30 18 535-2501
poststelle@bmz.bund.de
www.bmz.de
• Erstellung der Ausschreibungsunterlagen (2011)
• Qualifizierung des Personals (2011-2012)
• Bewertung der 18 Projektvorschläge (2011)
• Periodische Begleitung der PV-Projekte (2013-2014)
• Finale Bewertung der Projekte nach Fertigstellung (2013-
2015)
• Verbreitung des Projekts und dessen Ergebnisse in
Kooperation mit der NRO Instituto IDEAL (2013-2015)
Erste Ergebnisse und Upscaling
Im Dezember 2011 wurden von der ANEEL im Rahmen des
strategischen F&E-Projektes Photovoltaik 18 PV-Projekte mit
insgesamt ca. 25MWp genehmigt.
Damit wurde die zum damaligen Zeitpunkt installierte
Leistung netzgebundener Photovoltaikanlagen verzwölffacht
(siehe Tabelle).
Die im Rahmen des Strategischen Projektes entwickelten
Projekte schaffen erstmalig eine kritische Masse, die bei der
weiteren Markteinführung der Photovoltaik von besonderer
Bedeutung sein wird. Der Großteil der Projekte wird eine
große Öffentlichkeitswirksamkeit erzielen, wie zum Beispiel
die geplanten PV-Anlagen auf vier Stadien der Fußball-WM
2014.
Bisher beschäftigten sich lediglich eine Handvoll
brasilianische Universitäten mit dem Thema Photovoltaik.
Mit Hilfe des Strategischen F&E-Projekts Photovoltaik
werden Investitionen in Laboratorien und
Forschungsequipment ermöglicht, wodurch Universitäten
und Forschungseinrichtungen einen zusätzlichen Anreiz
erhalten, im Themenfeld netzgebundene Photovoltaik aktiv
zu werden.
Neben den Universitäten und Forschungseinrichtungen
mobilisiert das Strategische F&E-Projekt Photovoltaik auch
Privatunternehmen. So ist eines der größten brasilianischen
Bauunternehmen, Odebrecht, an der Um-setzung der
Solarstadien in São Paulo und Recife beteiligt.
Mit ca. 0,2 Mio. EUR deutscher Mittel werden Investitionen
von ca. 160 Mio. EUR brasilianischer Mittel ausgelöst. Mit
jedem Euro deutscher Steuergelder werden somit knapp 800
EUR brasilianische Privatmittel zur Investition in Erneuerbare
Energien in Brasilien mobilisiert (siehe Tabelle).
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Infoblatt photovoltaik förderprogramm-brasilien

  • 1. In Partnerschaft mit: 1 Fotos: © GIZ Das erste Photovoltaik-Förderprogramm Brasiliens Die Herausforderung Photovoltaik spielt noch eine untergeordnete Rolle in der brasilianischen Energieversorgung, obwohl die durch- schnittlichen täglichen Solarstrahlungswerte in einigen Regionen Brasiliens doppelt so hoch wie in Deutschland liegen. Dieses Potential zu erschließen, um zugleich Ver- sorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit zu gewährleisten, stellt Brasilien vor große Heraus¬forderungen – und eröffnet deutschen Technologieträgern neue Chancen auf dem brasilianischen Markt. Die Wirtschaft Brasiliens wächst stetig – ebenso die konsumfreudige Mittelschicht. Damit steigt auch die Nachfrage an Energie und einer flächendeckenden, sicheren Energieversorgung. Seit der Stromversorgungskrise im Jahr 2001 versucht die brasilianische Regierung, die Stromerzeugung zu diversifizieren. Die Photovoltaik (PV) hat bisher jedoch trotz der hohen durchschnittlichen Globalstrahlungswerte nicht von dieser energiepolitischen Prämisse profitieren können. Unser Ansatz Deutschland bietet im Bereich Solarenergie einen großen Erfahrungsschatz, technologisches Know-how und innovative Anwendungsideen, von denen Brasilien pro- fitieren kann. Daher wurde als ein Schwerpunkt zwischen Deutschland und Brasilien die Förderung der Erneuer-baren Energien und Energieeffizienz vereinbart. Im brasilianischen Stromsektor sind Finanzmittel vor- handen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht abfließen. Zum Bespiel reguliert und verwaltet die Regulierungsbehörde des Stromsektors, ANEEL, zwei umfangreiche Förderprogramme für den Stromsektor: das Energieeffizienzprogramm PEE und das Forschungs- und Entwicklungsprogramm F&E, die jährliche Mittel von umgerechnet rund 120 Mio. Euro umfassen. Per Gesetz müssen die Energieversorger jeweils 0,2 – 0,5% ihres Umsatzes in F&E und Energieeffizienz investieren. Den Mittelabfluss kontrolliert die ANEEL. Allein im F&E-Programm hatten sich bis Ende 2011 rund 800 Mio. Euro ungenutzter Fördermittel bei den Energieversorgern angesammelt. Im Rahmen einer von der GIZ organisierten Fachreise zum Thema Speicherung Erneuerbarer Energien wurden mit André Pepitone da Nóbrega, Direktor der Regulierungsbehörde ANEEL, Möglichkeiten der effizienten Nutzung dieser finanziellen Mittel diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt war keine Förderung vonkommerziellen Stromerzeugungsanlagen durch das P&D vorgesehen. Dies limitierte zum einen den Mittelabschluss und zum anderen die angewandte Forschung an Demonstrationsprojekten in relevanter Größenordnung, zum Beispiel zum Test von Erzeugungstechnologien, die auf dem brasilianischen Markt noch nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Mit der zuständigen Abteilung SPE der ANEEL wurde im ersten Halbjahr 2011 eine Ausschreibung eines so- genannten „Strategischen F&E-Projektes“ zum Thema Photovoltaik entwickelt. Dieses Projekt eröffnete den Energieversorgern die Möglichkeit, ihre F&E-Mittel in Photovoltaikanlagen zwischen 0,5 und 3 MWp und rationierte Forschungsvorhaben zu investieren. Da die PV- Anlagen in nicht unerheblichem Maße Strom generieren, ist vorgeschrieben, dass ein Teil der Investitionsmittel vom jeweiligen Verbraucher des PV-Stroms beigesteuert wird. Die GIZ unterstützt(e) die ANEEL in allen Projekt¬phasen des Strategischen F&E-Projekts Photovoltaik mit einem deutsch- brasilianischen Team: • Thematische Eingrenzung des Projektziels und Konzeption (2011) 3 MWp - PV-Anlage in Tubarão / Santa Catarina (Foto: Tractebel/UFSC)
  • 2. Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Sitz der Gesellschaft in Bonn und Eschborn ‘Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Städten’ GIZ Büro Brasília SCN Quadra 01 Bloco C Sala 1501 Ed. Brasília Trade Center 70.711-902 Brasília DF T + 55-61-2101-2170 F + 55-61-2101-2166 giz-brasilien@giz.de www.giz.de/brasilien Stand Oktober 2014 Die GIZ ist verantwortlich für den Inhalt dieser Publikation. Im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Adresse BMZ Bonn BMZ Berlin Dahlmannstraße 4 Stresemannstraße 94 53113 Bonn, Germany 10963 Berlin, Germany T +49 (0)228 99 535-0 T +49 (0)30 18 535-0 F +49 (0)228 99 535-3500 F +49 (0)30 18 535-2501 poststelle@bmz.bund.de www.bmz.de • Erstellung der Ausschreibungsunterlagen (2011) • Qualifizierung des Personals (2011-2012) • Bewertung der 18 Projektvorschläge (2011) • Periodische Begleitung der PV-Projekte (2013-2014) • Finale Bewertung der Projekte nach Fertigstellung (2013- 2015) • Verbreitung des Projekts und dessen Ergebnisse in Kooperation mit der NRO Instituto IDEAL (2013-2015) Erste Ergebnisse und Upscaling Im Dezember 2011 wurden von der ANEEL im Rahmen des strategischen F&E-Projektes Photovoltaik 18 PV-Projekte mit insgesamt ca. 25MWp genehmigt. Damit wurde die zum damaligen Zeitpunkt installierte Leistung netzgebundener Photovoltaikanlagen verzwölffacht (siehe Tabelle). Die im Rahmen des Strategischen Projektes entwickelten Projekte schaffen erstmalig eine kritische Masse, die bei der weiteren Markteinführung der Photovoltaik von besonderer Bedeutung sein wird. Der Großteil der Projekte wird eine große Öffentlichkeitswirksamkeit erzielen, wie zum Beispiel die geplanten PV-Anlagen auf vier Stadien der Fußball-WM 2014. Bisher beschäftigten sich lediglich eine Handvoll brasilianische Universitäten mit dem Thema Photovoltaik. Mit Hilfe des Strategischen F&E-Projekts Photovoltaik werden Investitionen in Laboratorien und Forschungsequipment ermöglicht, wodurch Universitäten und Forschungseinrichtungen einen zusätzlichen Anreiz erhalten, im Themenfeld netzgebundene Photovoltaik aktiv zu werden. Neben den Universitäten und Forschungseinrichtungen mobilisiert das Strategische F&E-Projekt Photovoltaik auch Privatunternehmen. So ist eines der größten brasilianischen Bauunternehmen, Odebrecht, an der Um-setzung der Solarstadien in São Paulo und Recife beteiligt. Mit ca. 0,2 Mio. EUR deutscher Mittel werden Investitionen von ca. 160 Mio. EUR brasilianischer Mittel ausgelöst. Mit jedem Euro deutscher Steuergelder werden somit knapp 800 EUR brasilianische Privatmittel zur Investition in Erneuerbare Energien in Brasilien mobilisiert (siehe Tabelle). PV-Anlagen im Rahmen des Strategischen F&E- Projekts Photovoltaik