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Carsharing in Berlin

                                       Alexander Berndt, Julius Gerstel



Unser Fallbeispiel: car2go in Berlin

Die car2go Deutschland GmbH ist ein Carsharing Unternehmen, das von Automobilhersteller Daimler und
dem Mietwagenunternehmen Europcar betrieben wird. car2go ist in 6 Deutschen Städten vertreten und hat
seinen Firmensitz in Esslingen. Im Geschäftsgebiet Berlin steht seit Oktober 2012, mit rund 1200
Fahrzeugen, die größte Fahrzeugflotte bereit. car2go setzt ausschließlich Kleinwagen vom Typ Smart Fortwo
ein, die in den Firmenfarben auffällig blau-weiß lackiert sind. Unter den Fahrzeugen sind 16, die mit reinem
Elektroantrieb fahren.
   car2go betreibt Carsharing nicht im klassischen Sinne, bei dem ein Auto von einer festen Personengruppe
geteilt und genutzt wird. Es gibt stattdessen eine große Flotte von Autos, die nicht an festen Standorten
stehen, sondern im sogenannten Geschäftsgebiet der Stadt verteilt sind. Registrierten Kunden können auf der
Internetseite, per Telefonhotline oder per Smartphone-App den Standort des nächst gelegenen car2go Autos
herausbekommen und es gegebenenfalls für maximal 30 Minuten reservieren. Die Autos können dann mit
der persönlichen RFID-Mitgliedskarte direkt auf der Straße angemietet und geöffnet werden. Es gibt keine
mindest- oder höchst- Mietdauer, allerdings ist das Konzept auf kurze Fahrten innerhalb der Stadt ausgelegt,
denn die Mietkosten werden im Minuten- und Stundentakt abgerechnet. Um die Miete zu beenden, stellt man
das Auto einfach im Geschäftsgebiet am Straßenrand oder auf einem öffentlichen Parkplatz ab und schließt
das Fahrzeug mit der Mitgliedskarte zu, damit steht das Auto für neue Mieter bereit.
   Auf der Internetseite oder über die car2go-App kann man nicht nur das nächste freie Auto suchen,
sondern auch Informationen über den Zustand des Fahrzeuges abrufen. So werden bei jedem Auto das
Kennzeichen, die genaue Parkadresse, der aktuelle Tankfüllstand und der innere und äußere Zustand des
Wagens angezeigt. Der innere und äußere Zustand des Fahrzeuges wird bei jeder Anmietung vom
Bordcomputer abgefragt, der Mieter bewertet die Sauberkeit und kann gegebenenfalls Schäden und Beulen
am Fahrzeug anzeigen.
   Ein Gebiet in dem sich car2go stark engagiert und fördert ist die Elektromobilität. Aktuell läuft in Berlin
ein Pilotprojekt mit 16 Elektrofahrzeugen, in diesem Jahr sollen noch rund 300 Fahrzeuge dazu kommen.
Die Pläne vom Lande Berlin sehen vor das 2015 mindestens 15.000 Elektrofahrzeuge durch die Stadt fahren
sollen. Um dieses Ziel zu erreichen bewirbt sich Berlin für das Bundesförderungsprogramm „internationale
Schaufenster der Elektromobilität“ und ist einer von insgesamt 23 Bewerbern. Des Weiteren bedarf es an
einer flächendeckenden Infrastruktur an Elektroladesäulen. Mit 500 Ladesäulen die zurzeit aktiv sind, sollte
man denken, dass dies eine gute Basis ist, aber das ist nur Augenwischerei. Davon sind nur 220 öffentlich
und der Rest sind private oder innerbetriebliche Säulen. Das ist einer der Gründe warum noch nicht alle
Carsharing Anbieter, wie z.B. DriveNow, Elektroautos im Angebot haben. Anbieter wie z.B. Multicity haben
mit ihren aktuell rund 100 Elektrofahrzeugen ein größeres Angebot, aber aufladen lassen sich die Fahrzeuge
nur an den eigens vorgesehen Ladestationen. Um das Problem zu ändern hat das Land Berlin, für ihre
öffentliche Ladesäulen Infrastruktur, ein europaweites Projekt ausgeschrieben. Mit dem Ziel, dass bis 2020
1400 öffentliche und 2300 private Anschlüsse bereit stehen sollen [3].
Diversität und Spaltung

In Berlin haben 43 Prozent aller Haushalte kein eigenes Auto, das ist so viel wie in keiner anderen deutschen
Stadt [4]. Das Konzept von car2go zielt auf solche Zielgruppe ab und bewirkt damit eine Vielfalt in der
Gesellschaft. Andererseits ruft car2go auch eine Spaltung zwischen den verschiedenen Altersgruppen hervor,
denn car2go wird überwiegend von der jüngeren Generation benutzt, die ältere Generation ist hier noch sehr
zurückhaltend. Erfahrungen aus Hamburg haben gezeigt, dass von den 12.000 registrierten Kunden, der
größte Teil zwischen 26 und 35 Jahren ist [4]. Möglichkeiten der Fahrzeug Reservierung gibt es mehrere,
z.B. via Smartphone, Internet oder über eine Telefon Hotline, fördern ebenfalls die Vielfalt. An der Tatsache,
dass es mehrere Möglichkeiten gibt sich ein Fahrzeug zu mieten, liegt es jedoch nicht, warum car2go
überwiegend von jungen bzw. Leuten mittleren Alters benutzt wird. Um eine breite Akzeptanz in jeder
Altersklasse zu erreichen, brauch es, wie bei jeder neuen Idee, eine gewisse Zeit.
    Um den Kundenwünschen nachzugehen, wurde vor kurzen das Geschäftsgebiet von car2go um 10
Prozent erweitert. Dafür wurde im Oktober 2012 auf der Facebook Seite von car2go Berlin eine Umfrage
gestartet, auf dem die Kunden mitbestimmen konnten, auf welche zusätzlichen Bereiche das ausleihen und
abstellen erweitert werden soll. An dieser Abstimmung beteiligten sich 6000 Facebook Nutzer und das
Geschäftsgebiet wurde auf Spandau, Lichterfelde, Weißensee u.v.m. erweitert (Eintrag vom 23.10.2012) [5].
Auf der Facebook Seite werden nicht nur Umfragen zur Erweiterung des Geschäftsgebiet gestartet, sondern
die Nutzer können auch Verbesserungsvorschläge und ihre Erfahrungen posten. Zurzeit läuft einen Umfrage
eines Studenten der TU Berlin, im Rahmen einer Bachelorarbeit, zu dem Thema stationsgebundenes
Carsharing (Eintrag vom 18.01.2013) [5]. Durch solche offenen Abstimmungen wird die Interaktion mit den
Kunden gefördert.
    Ein anderer Punkt, der zum einen die Vielfalt fördert und auf der anderen Seite zu einer Spaltung führt, ist
die Parkraumsituation in der Berliner Innenstadt. Die Flexibilität von car2go und die Möglichkeit sein
Fahrzeug fast überall in der Stadt kostenlos abzustellen, kommt den car2go Kunden natürlich zu gute. Auf
der anderen Seite haben aber die anderen Verkehrsteilnehmer weniger Parkmöglichkeiten. Da die
Parksituation in vielen Innenstadt Gebieten sehr knapp ist, könnte es die Anwohner verärgern, wenn
zusätzlich noch einige Carsharing Fahrzeuge vor ihrer Tür parken. Bei anderen Carsharing Anbietern, wie
z.B. Multicity, Cambio oder Flinkster werden die Fahrzeuge auf firmeneigenen Parkplätzen oder Stationen
abgestellt. Das hat den Vorteil, dass man keinen Parkplatz suchen muss. Das diese Standorte nicht
flächendeckend in der Stadt verteilt sind, sondern teilweise weit auseinander liegen, ist ein Nachteil bei
diesem Model. Wobei es bei der schlechten Berliner Parkraumsituation Vorteile bringt, denn das lästige
suchen nach einem Parkplatz fällt weg. Wenn man jedoch anschließend noch die öffentlichen Verkehrsmittel
benutzen muss, um zu seinem Endgültigen Ziel zu gelangen, bringt dieser Vorteil eher wenig. Beide
Geschäftsmodelle haben ihre Vor- und Nachteile und es bleibt den Kunden überlassen, für welches Modell
er sich entscheidet oder ob er sogar beide sinnvoll kombiniert.


Literatur

1.car2go (2013): https://www.car2go.com/de/berlin/; Stand: 20.01.2013
2.Wikipedia (2013): http://de.wikipedia.org/wiki/car2go; Stand: 20.01.2013
3.Tagesspiegel (2013): http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/mietsysteme-e-autos...; Stand 20.01.2013
4.Berliner Morgenpost (2013): http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1920487...; Stand 20.01.2013
5.Facebook (2013): http://www.facebook.com/car2go.berlin?fref=ts; Stand: 20.01.2013

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  • 1. Carsharing in Berlin Alexander Berndt, Julius Gerstel Unser Fallbeispiel: car2go in Berlin Die car2go Deutschland GmbH ist ein Carsharing Unternehmen, das von Automobilhersteller Daimler und dem Mietwagenunternehmen Europcar betrieben wird. car2go ist in 6 Deutschen Städten vertreten und hat seinen Firmensitz in Esslingen. Im Geschäftsgebiet Berlin steht seit Oktober 2012, mit rund 1200 Fahrzeugen, die größte Fahrzeugflotte bereit. car2go setzt ausschließlich Kleinwagen vom Typ Smart Fortwo ein, die in den Firmenfarben auffällig blau-weiß lackiert sind. Unter den Fahrzeugen sind 16, die mit reinem Elektroantrieb fahren. car2go betreibt Carsharing nicht im klassischen Sinne, bei dem ein Auto von einer festen Personengruppe geteilt und genutzt wird. Es gibt stattdessen eine große Flotte von Autos, die nicht an festen Standorten stehen, sondern im sogenannten Geschäftsgebiet der Stadt verteilt sind. Registrierten Kunden können auf der Internetseite, per Telefonhotline oder per Smartphone-App den Standort des nächst gelegenen car2go Autos herausbekommen und es gegebenenfalls für maximal 30 Minuten reservieren. Die Autos können dann mit der persönlichen RFID-Mitgliedskarte direkt auf der Straße angemietet und geöffnet werden. Es gibt keine mindest- oder höchst- Mietdauer, allerdings ist das Konzept auf kurze Fahrten innerhalb der Stadt ausgelegt, denn die Mietkosten werden im Minuten- und Stundentakt abgerechnet. Um die Miete zu beenden, stellt man das Auto einfach im Geschäftsgebiet am Straßenrand oder auf einem öffentlichen Parkplatz ab und schließt das Fahrzeug mit der Mitgliedskarte zu, damit steht das Auto für neue Mieter bereit. Auf der Internetseite oder über die car2go-App kann man nicht nur das nächste freie Auto suchen, sondern auch Informationen über den Zustand des Fahrzeuges abrufen. So werden bei jedem Auto das Kennzeichen, die genaue Parkadresse, der aktuelle Tankfüllstand und der innere und äußere Zustand des Wagens angezeigt. Der innere und äußere Zustand des Fahrzeuges wird bei jeder Anmietung vom Bordcomputer abgefragt, der Mieter bewertet die Sauberkeit und kann gegebenenfalls Schäden und Beulen am Fahrzeug anzeigen. Ein Gebiet in dem sich car2go stark engagiert und fördert ist die Elektromobilität. Aktuell läuft in Berlin ein Pilotprojekt mit 16 Elektrofahrzeugen, in diesem Jahr sollen noch rund 300 Fahrzeuge dazu kommen. Die Pläne vom Lande Berlin sehen vor das 2015 mindestens 15.000 Elektrofahrzeuge durch die Stadt fahren sollen. Um dieses Ziel zu erreichen bewirbt sich Berlin für das Bundesförderungsprogramm „internationale Schaufenster der Elektromobilität“ und ist einer von insgesamt 23 Bewerbern. Des Weiteren bedarf es an einer flächendeckenden Infrastruktur an Elektroladesäulen. Mit 500 Ladesäulen die zurzeit aktiv sind, sollte man denken, dass dies eine gute Basis ist, aber das ist nur Augenwischerei. Davon sind nur 220 öffentlich und der Rest sind private oder innerbetriebliche Säulen. Das ist einer der Gründe warum noch nicht alle Carsharing Anbieter, wie z.B. DriveNow, Elektroautos im Angebot haben. Anbieter wie z.B. Multicity haben mit ihren aktuell rund 100 Elektrofahrzeugen ein größeres Angebot, aber aufladen lassen sich die Fahrzeuge nur an den eigens vorgesehen Ladestationen. Um das Problem zu ändern hat das Land Berlin, für ihre öffentliche Ladesäulen Infrastruktur, ein europaweites Projekt ausgeschrieben. Mit dem Ziel, dass bis 2020 1400 öffentliche und 2300 private Anschlüsse bereit stehen sollen [3].
  • 2. Diversität und Spaltung In Berlin haben 43 Prozent aller Haushalte kein eigenes Auto, das ist so viel wie in keiner anderen deutschen Stadt [4]. Das Konzept von car2go zielt auf solche Zielgruppe ab und bewirkt damit eine Vielfalt in der Gesellschaft. Andererseits ruft car2go auch eine Spaltung zwischen den verschiedenen Altersgruppen hervor, denn car2go wird überwiegend von der jüngeren Generation benutzt, die ältere Generation ist hier noch sehr zurückhaltend. Erfahrungen aus Hamburg haben gezeigt, dass von den 12.000 registrierten Kunden, der größte Teil zwischen 26 und 35 Jahren ist [4]. Möglichkeiten der Fahrzeug Reservierung gibt es mehrere, z.B. via Smartphone, Internet oder über eine Telefon Hotline, fördern ebenfalls die Vielfalt. An der Tatsache, dass es mehrere Möglichkeiten gibt sich ein Fahrzeug zu mieten, liegt es jedoch nicht, warum car2go überwiegend von jungen bzw. Leuten mittleren Alters benutzt wird. Um eine breite Akzeptanz in jeder Altersklasse zu erreichen, brauch es, wie bei jeder neuen Idee, eine gewisse Zeit. Um den Kundenwünschen nachzugehen, wurde vor kurzen das Geschäftsgebiet von car2go um 10 Prozent erweitert. Dafür wurde im Oktober 2012 auf der Facebook Seite von car2go Berlin eine Umfrage gestartet, auf dem die Kunden mitbestimmen konnten, auf welche zusätzlichen Bereiche das ausleihen und abstellen erweitert werden soll. An dieser Abstimmung beteiligten sich 6000 Facebook Nutzer und das Geschäftsgebiet wurde auf Spandau, Lichterfelde, Weißensee u.v.m. erweitert (Eintrag vom 23.10.2012) [5]. Auf der Facebook Seite werden nicht nur Umfragen zur Erweiterung des Geschäftsgebiet gestartet, sondern die Nutzer können auch Verbesserungsvorschläge und ihre Erfahrungen posten. Zurzeit läuft einen Umfrage eines Studenten der TU Berlin, im Rahmen einer Bachelorarbeit, zu dem Thema stationsgebundenes Carsharing (Eintrag vom 18.01.2013) [5]. Durch solche offenen Abstimmungen wird die Interaktion mit den Kunden gefördert. Ein anderer Punkt, der zum einen die Vielfalt fördert und auf der anderen Seite zu einer Spaltung führt, ist die Parkraumsituation in der Berliner Innenstadt. Die Flexibilität von car2go und die Möglichkeit sein Fahrzeug fast überall in der Stadt kostenlos abzustellen, kommt den car2go Kunden natürlich zu gute. Auf der anderen Seite haben aber die anderen Verkehrsteilnehmer weniger Parkmöglichkeiten. Da die Parksituation in vielen Innenstadt Gebieten sehr knapp ist, könnte es die Anwohner verärgern, wenn zusätzlich noch einige Carsharing Fahrzeuge vor ihrer Tür parken. Bei anderen Carsharing Anbietern, wie z.B. Multicity, Cambio oder Flinkster werden die Fahrzeuge auf firmeneigenen Parkplätzen oder Stationen abgestellt. Das hat den Vorteil, dass man keinen Parkplatz suchen muss. Das diese Standorte nicht flächendeckend in der Stadt verteilt sind, sondern teilweise weit auseinander liegen, ist ein Nachteil bei diesem Model. Wobei es bei der schlechten Berliner Parkraumsituation Vorteile bringt, denn das lästige suchen nach einem Parkplatz fällt weg. Wenn man jedoch anschließend noch die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen muss, um zu seinem Endgültigen Ziel zu gelangen, bringt dieser Vorteil eher wenig. Beide Geschäftsmodelle haben ihre Vor- und Nachteile und es bleibt den Kunden überlassen, für welches Modell er sich entscheidet oder ob er sogar beide sinnvoll kombiniert. Literatur 1.car2go (2013): https://www.car2go.com/de/berlin/; Stand: 20.01.2013 2.Wikipedia (2013): http://de.wikipedia.org/wiki/car2go; Stand: 20.01.2013 3.Tagesspiegel (2013): http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/mietsysteme-e-autos...; Stand 20.01.2013 4.Berliner Morgenpost (2013): http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1920487...; Stand 20.01.2013 5.Facebook (2013): http://www.facebook.com/car2go.berlin?fref=ts; Stand: 20.01.2013