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1 von 18
Agricultural Knowledge and Innovation
Systems (AKIS)
Brückenschlag zwischen Innovation, Forschung und Praxis
Krijn J. Poppe (SCAR AKIS)
2
Inhalt der Präsentation
 Hintergrund von SCAR AKIS:
● EU Ständiger Ausschuss für landwirtschaftliche
Forschung
● berät EU Kommission und Mitgliedstaaten
● für Forschung, aber auch für Innovation,
Erweiterung
 Theoretischer Hintergrund des EIP Ansatzes
 Praktische Tipps (basierend auf meiner
niederländischen Erfahrung) und weitere
Schlussfolgerungen zur Einführung des interaktiven
Innovationsansatzes
Notwendigkeit von Innovation
 Wie ernähren wir 9 Milliarden in 2050 auf nachhaltige Weise?
 Wirtschaftskrise und die Notwendigkeit von Innovationen
 Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie als attraktive
Sektoren für Investitionen:
● Gute Erträge erwartet
● Nachhaltigkeitsprobleme müssen gelöst werden
● Nicht viel Risiko, dass die Industrie die Region verlässt
 Das spiegelt sich in politischen Maßnahmen wie EIP -
einschließlich Horizon2020 und der reformierten GAP –
wieder.
EU Markt für Forschung und Innovation
 Forschungsmittel auf nationaler Ebene sind rückläufig, auf EU
Ebene zunehmend, Unternehmen (und auch Landwirte) sind mehr
international orientiert, große Spill-overs >> EU-Zusammenarbeit
erforderlich
 Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Forschung könnte
von der Harmonisierung der Vorschriften und Verfahren für die
Vergabe von Forschungsmitteln profitieren, um zu helfen, einen
stärker integrierten "Markt" für Forschung zu schaffen.
 Das bedeutet nicht, dass nationale oder regionale
Behörden ihre Strategie und Agenda schaffenden
Prozesse aufgeben sollten: aber sie könnten
diese Verfahren anpassen, damit
Forschungseinrichtungen leichter nationale und
internationalen Fördermittel für die relevanten
Themen erhalten können.
Innovation ist ein umfassendes Konzept
 Die Umsetzung eines neuen oder wesentlich
verbesserten Produktes (Ware oder Dienstleistung)
oder Verfahrens, einer neuen Marketing-Methode
oder eines neuen betriebliches Verfahren in den
Geschäftspraktiken, den Arbeitsabläufen oder
Außenbeziehungen. [Quelle: OECD]
 Auch der öffentliche Sektor kann Innovationen
umsetzen !
(und öffentliche Aspekte der Landwirtschaft)
Soziale Innovation
●Das Konzept der sozialen Innovation begründet sich in
der Kritik an der traditionellen Innovationstheorie. Durch
den Ruf nach sozialer Innovation, betonen neue Theorien
die Notwendigkeit, die sozialen Mechanismen der
Innovation zu berücksichtigen (soziale Mechanismen der
Innovation).
●Im Rahmen der ländlichen Entwicklung bezieht sich
soziale Innovation auf die (Sozial-) Ziele der Innovation.
Das sind Veränderungen im sozialen Gefüge der
ländlichen Gesellschaften, die als notwendig und
wünschenswert erachtet werden, um die ländliche
Gesellschaft zu stärken und die Herausforderungen der
Nachhaltigkeit zu treffen. (soziale Eingliederung /
Eigenkapital: die Innovation der Gesellschaft als auch die
soziale Verantwortung von Innovationen)
7
Agrarinnovationssystem und –theorie
 Innovation passiert in einem sozialen System: "eine
institutionelle Bündelung von Praktiken unter den
Teilnehmern (nicht unbedingt Konsens impliziert)" (Anthony
Giddens)
 Langfristige infrastrukturelle Investitionen in „mentales
Kapital“ und deren Verbesserung ist entscheidend für eine
erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung und für
wettbewerbsfähige Handelsleistung (Chris Freeman für die OECD, zitiert
List, Keynes, und die Untersuchung historischer Fälle in Europa und Asien)
 "Kopplungsmechanismen" zwischen dem Bildungssystem,
wissenschaftlicher Institutionen, F & E-Einrichtungen,
Produktion und Märkten sind ein wichtiger Aspekt der
eingeführten institutionellen Veränderungen in den
erfolgreichen „überholenden" Ländern. (Freeman)
Wissens- & Innovationssystem:
7 Funktionen
1.Wissensentwicklung und Diffusion
2.Einfluss auf die Richtung der Suche und
Identifikation von Chancen
3.Unternehmerisches Experimentieren und das
Management von Risiken und Unsicherheiten
4.Marktbildung
5.Mobilisierung von Ressourcen
6.Legitimation
7.Entwicklung von positiven externen Effekten
(c) M. Hekkert et al.
Die Lebensmittelkette und AKIS
9 SCAR Collaborative Working Group AKIS
Innovation durch Interaktion in Netzwerken
 Innovation als Prozess hat starke Lernaspekte: lernen, wie
man neue Dinge tut, bottom-up
● Alternative: Forcieren von Qualitätsstandards
 Thematisch ausgerichtete Lernnetzwerke der verschiedenen
Akteure können helfen.
 Initiieren von Lernen und Innovationen durch Interaktionen
zwischen den beteiligten Akteuren.
● Beteiligung aller Akteure an der Planung der Arbeiten
und Experimente, deren Ausführung bis zur Verbreitung
der Ergebnisse und der Demonstrationsphase
 Mitglieder können Landwirte, landwirtschaftliche Berater,
Lebensmittelindustrie, Wissenschaftler, Behörden und NGO-
Vertreter sowie andere Interessensgruppen sein.
Verschiedene Ziele,
Methoden und
öffentliche Rollen
Wissenschaft
Innovation in
Partnerschaft
Markt-
getriebene
F & E
•Wissenschaft für Wettbewerbsfähigkeit
oder soziale Themen
•Business bestimmt die Agenda, hilft zu
steuern, Nutzerresultate
•Öffentlich-private Partnerschaft
•Prototypen // Lokalisierung
• Änderung des Geschäftsmodells /
Finanzierung
•Lebensmittelkette ist Mitgestalter
•(De-)Regulierung, Vermittlung etc.
•Lern- und Innovationsnetzwerke
•Informationsvermittler
•Wissenschaftsgetriebene
Wissensentwicklung
•Grundlagenforschung
•Lineares Modell
•Cross-over-Sektoren
•Gesellschaft bestimmt
Agenda
•Öffentliche Aufgabe
Wissenschafts- gegen Innovations-
getriebene Forschung
Aspekte
Wissenschaftsgetriebene
Forschung
Innovationsgetriebene
Forschung
Anreiz ein Thema
zu
programmieren
Wissenschaft, die zur Lösung
eines gesellschaftlichen
Problems (oder eine
wissenschaftlichen Frage)
beitragen kann
Ein Thema / Problem in der
Gesellschaft, das durch neue
Forschung oder eine neue Idee,
behoben werden kann
Teilnahme der
Nutzer
In Demonstrationsphase /
via Ergebnisveröffentlichung
Bei Entwicklung der Agenda,
bei Definition des Problems und
beim Forschungsprozess
Qualitätskriterien Wissenschaftliche Qualität
Relevanz (für den Sektor oder
die Region)
Fokus Forschungseinrichtungen
Netzwerk von Produzenten und
Nutzern des Wissens
Diffusionsmodell Lineares Model Systemansatz (Netzwerk)
Art der
Regierungspolitik
Wissenschaftspolitik Innovationspolitik
Ökonomische
Denkweise
Macro-Ökonomie Innovationssystem
Art der
Forschung
Interdisziplinarität mit
Absorptionskapazität in AKIS
(mit Materialwissenschaften,
IKT, Chemie usw.).
Transdisziplinarität und
Translation mit engen
Interaktionen.
Interaktive Innovation & transdisziplinäre Forschung
großer Pool von OGs
viele Netzwerke
Operationelle
Gruppe
Thematisches Netzwerk Multi-Akteur-
Forschungsprojekt
Landwirte Zum Abgleich und Verbreitung:
•Endbenutzer-Material
•Blockaden identifizieren
•Forschungsagenda
Transdisziplinäre Forschung:
Operationelle Gruppen als
Fallbeispiele und Co-
Innovatoren
NGO
Ernährungsindustrie
Forscher
verschiedene
Projekte
Praktische Tipps und weitere
Schlussfolgerungen
 Wie kann ein Forscher andere Interessensgruppen finden?
● Nutzen Sie Kontakte in ihrer Region mit Landwirten,
Beratern, Lebensmittelunternehmen
● Nutzen Sie internationale Kontakte mit anderen
Forschern (die wiederum lokale Kontakte haben)
● Suchen Sie in LinkedIn, beteiligen Sie sich an
Europäischen Initiativen
● Und IKT steht zu Ihrer Verfügung ...
 Und was ist mit meinen Publikationen und dem Zitationsindex?
● Referierte Beiträge und transdisziplinäre Forschung
können veröffentlicht werden (seien Sie kreativ!)
● der Anreiz zur Exzellenz sollte um Indikatoren für
Relevanz und Wirkung ergänzt werden.
Multi-Acteur Innovationen profitieren von IKT
Software Typ Evaluierte Werkzeuge Erfolgreiche Beispiele
Wissensportale Suchmaschinen: Google, Yahoo
Folien und Dokumenten teilen:
Slideshare
Video and photo sharing:
YouTube, Flickr
VOA3R, eXtension, Chil
Elekronisches Dokumenten
Mangamentsystem
Digital libraries: Groen
Kennisnet in NL, Organic
Eprints
Organic Eprints, Agriwebinar
Data Warehouse (DW) Eurostat, FADN FADN
Groupware (GW),
kollaborative Software
Wikipedia, Yammer,
Crowdsourcing
British Farming Forum, Lego
Cuusoo, Climate CoLab, P&G
Connect+Develop, Betacup
Challenge
Community of practice (CoP)
praxisbezogene Gemeinschaft
ResearchGate, Erfaland Disease surveillance and
warning systems, IDRAMAP
Social communities of interest
(SCI)
Facebook, LinkedIn, Google+,
Ning, Quora
AgTalk+, E-Agriculture, Jeunes-
agricultuers, Rede Inovar
Individual communities of Wordpress, Twitter, Blogs AG Chat
Nutzen Sie Netzwerke DLG,
Landwirtschaftskammer oder
posten Sie in Sozialen Medien,
um Partner zu finden.
Es werden Datenbanken zu
Operationellen Gruppen
aufgebaut.
Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, um Anreize für Forschung
zu setzen den Bedarf von Innovationsprozessen zu berücksichtigen
Politik Institution
P1: Neue Evaluationskriterien für Förderung von
Forschungsanträgen
I10: Berücksichtigung der
gesellschaftlichen Auswirkungen
in die Gesamtevaluation der
Leistung von Wissenschaftlern
Anreiz
„Zug“
P2: Einbinden von Praktikern/Experten in
Auswahlgremien für Projektförderung
P3: Neue Evaluationskriterien für die Leistung von
Einrichtungen
P5: Förderung von Wissenschaft-Praxis-
Partnerschaften
I7: Trainingskurse für Akademiker
auf allen Ebenen
I8: Bildung von Zentren zur
Integration und Umsetzung von
Wissenschaft
Katalysator
„Schub“
P4: Sabbatjahr für kurzzeitige Besuche von
Wissenschaftlern in der Praxis / Betriebe wie Retail
P6: Datenbank für exzellente akademische
Publikationen
I9: Datenbank für Einrichtungen,
Methoden, Werkzeugen,
Publikationen, Trainings in
interaktiver Wissenschaft
Nationale & regionale Regierungen können
Innovationen stimulieren
durch Umsetzung der EIP. Dies sollte in ein Maßnahmenportfolio
übersetzt werden:
• Gibt Anreize für Forschung, Entwicklung und Innovation;
• Stimuliert den Wissensaustausch, die Einführung von Innovationen &
technische Anwendung im Produktionsprozess;
• Unterstützt die Tätigkeit der Vermittler & Innovationsbroker und
ebnet Wege für Landwirte Innovationen umzusetzen;
• Würdigt den Beitrag und das Wissen der Landwirte;
• Unterstützt operationelle Gruppen auch bei der Entwicklung von
grenzüberschreitenden Interaktionen;
• Investiert in AKIS-Subsysteme, die in der spezifischen nationalen
oder regionalen Situation unterentwickelt sind.
Vielen Dank für
Ihre
Aufmerksamkeit
krijn.poppe@wur.nl
www.lei.wur.nl
References
• Reflection paper AKIS 1
• Orientation paper AKIS 2
• Summarizing powerpoint
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KJ Poppe AKIS EIP Tagung Berlin 2014 Deutsch

  • 1. Agricultural Knowledge and Innovation Systems (AKIS) Brückenschlag zwischen Innovation, Forschung und Praxis Krijn J. Poppe (SCAR AKIS)
  • 2. 2 Inhalt der Präsentation  Hintergrund von SCAR AKIS: ● EU Ständiger Ausschuss für landwirtschaftliche Forschung ● berät EU Kommission und Mitgliedstaaten ● für Forschung, aber auch für Innovation, Erweiterung  Theoretischer Hintergrund des EIP Ansatzes  Praktische Tipps (basierend auf meiner niederländischen Erfahrung) und weitere Schlussfolgerungen zur Einführung des interaktiven Innovationsansatzes
  • 3. Notwendigkeit von Innovation  Wie ernähren wir 9 Milliarden in 2050 auf nachhaltige Weise?  Wirtschaftskrise und die Notwendigkeit von Innovationen  Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie als attraktive Sektoren für Investitionen: ● Gute Erträge erwartet ● Nachhaltigkeitsprobleme müssen gelöst werden ● Nicht viel Risiko, dass die Industrie die Region verlässt  Das spiegelt sich in politischen Maßnahmen wie EIP - einschließlich Horizon2020 und der reformierten GAP – wieder.
  • 4. EU Markt für Forschung und Innovation  Forschungsmittel auf nationaler Ebene sind rückläufig, auf EU Ebene zunehmend, Unternehmen (und auch Landwirte) sind mehr international orientiert, große Spill-overs >> EU-Zusammenarbeit erforderlich  Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Forschung könnte von der Harmonisierung der Vorschriften und Verfahren für die Vergabe von Forschungsmitteln profitieren, um zu helfen, einen stärker integrierten "Markt" für Forschung zu schaffen.  Das bedeutet nicht, dass nationale oder regionale Behörden ihre Strategie und Agenda schaffenden Prozesse aufgeben sollten: aber sie könnten diese Verfahren anpassen, damit Forschungseinrichtungen leichter nationale und internationalen Fördermittel für die relevanten Themen erhalten können.
  • 5. Innovation ist ein umfassendes Konzept  Die Umsetzung eines neuen oder wesentlich verbesserten Produktes (Ware oder Dienstleistung) oder Verfahrens, einer neuen Marketing-Methode oder eines neuen betriebliches Verfahren in den Geschäftspraktiken, den Arbeitsabläufen oder Außenbeziehungen. [Quelle: OECD]  Auch der öffentliche Sektor kann Innovationen umsetzen ! (und öffentliche Aspekte der Landwirtschaft)
  • 6. Soziale Innovation ●Das Konzept der sozialen Innovation begründet sich in der Kritik an der traditionellen Innovationstheorie. Durch den Ruf nach sozialer Innovation, betonen neue Theorien die Notwendigkeit, die sozialen Mechanismen der Innovation zu berücksichtigen (soziale Mechanismen der Innovation). ●Im Rahmen der ländlichen Entwicklung bezieht sich soziale Innovation auf die (Sozial-) Ziele der Innovation. Das sind Veränderungen im sozialen Gefüge der ländlichen Gesellschaften, die als notwendig und wünschenswert erachtet werden, um die ländliche Gesellschaft zu stärken und die Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu treffen. (soziale Eingliederung / Eigenkapital: die Innovation der Gesellschaft als auch die soziale Verantwortung von Innovationen)
  • 7. 7 Agrarinnovationssystem und –theorie  Innovation passiert in einem sozialen System: "eine institutionelle Bündelung von Praktiken unter den Teilnehmern (nicht unbedingt Konsens impliziert)" (Anthony Giddens)  Langfristige infrastrukturelle Investitionen in „mentales Kapital“ und deren Verbesserung ist entscheidend für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung und für wettbewerbsfähige Handelsleistung (Chris Freeman für die OECD, zitiert List, Keynes, und die Untersuchung historischer Fälle in Europa und Asien)  "Kopplungsmechanismen" zwischen dem Bildungssystem, wissenschaftlicher Institutionen, F & E-Einrichtungen, Produktion und Märkten sind ein wichtiger Aspekt der eingeführten institutionellen Veränderungen in den erfolgreichen „überholenden" Ländern. (Freeman)
  • 8. Wissens- & Innovationssystem: 7 Funktionen 1.Wissensentwicklung und Diffusion 2.Einfluss auf die Richtung der Suche und Identifikation von Chancen 3.Unternehmerisches Experimentieren und das Management von Risiken und Unsicherheiten 4.Marktbildung 5.Mobilisierung von Ressourcen 6.Legitimation 7.Entwicklung von positiven externen Effekten (c) M. Hekkert et al.
  • 9. Die Lebensmittelkette und AKIS 9 SCAR Collaborative Working Group AKIS
  • 10. Innovation durch Interaktion in Netzwerken  Innovation als Prozess hat starke Lernaspekte: lernen, wie man neue Dinge tut, bottom-up ● Alternative: Forcieren von Qualitätsstandards  Thematisch ausgerichtete Lernnetzwerke der verschiedenen Akteure können helfen.  Initiieren von Lernen und Innovationen durch Interaktionen zwischen den beteiligten Akteuren. ● Beteiligung aller Akteure an der Planung der Arbeiten und Experimente, deren Ausführung bis zur Verbreitung der Ergebnisse und der Demonstrationsphase  Mitglieder können Landwirte, landwirtschaftliche Berater, Lebensmittelindustrie, Wissenschaftler, Behörden und NGO- Vertreter sowie andere Interessensgruppen sein.
  • 11. Verschiedene Ziele, Methoden und öffentliche Rollen Wissenschaft Innovation in Partnerschaft Markt- getriebene F & E •Wissenschaft für Wettbewerbsfähigkeit oder soziale Themen •Business bestimmt die Agenda, hilft zu steuern, Nutzerresultate •Öffentlich-private Partnerschaft •Prototypen // Lokalisierung • Änderung des Geschäftsmodells / Finanzierung •Lebensmittelkette ist Mitgestalter •(De-)Regulierung, Vermittlung etc. •Lern- und Innovationsnetzwerke •Informationsvermittler •Wissenschaftsgetriebene Wissensentwicklung •Grundlagenforschung •Lineares Modell •Cross-over-Sektoren •Gesellschaft bestimmt Agenda •Öffentliche Aufgabe
  • 12. Wissenschafts- gegen Innovations- getriebene Forschung Aspekte Wissenschaftsgetriebene Forschung Innovationsgetriebene Forschung Anreiz ein Thema zu programmieren Wissenschaft, die zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems (oder eine wissenschaftlichen Frage) beitragen kann Ein Thema / Problem in der Gesellschaft, das durch neue Forschung oder eine neue Idee, behoben werden kann Teilnahme der Nutzer In Demonstrationsphase / via Ergebnisveröffentlichung Bei Entwicklung der Agenda, bei Definition des Problems und beim Forschungsprozess Qualitätskriterien Wissenschaftliche Qualität Relevanz (für den Sektor oder die Region) Fokus Forschungseinrichtungen Netzwerk von Produzenten und Nutzern des Wissens Diffusionsmodell Lineares Model Systemansatz (Netzwerk) Art der Regierungspolitik Wissenschaftspolitik Innovationspolitik Ökonomische Denkweise Macro-Ökonomie Innovationssystem Art der Forschung Interdisziplinarität mit Absorptionskapazität in AKIS (mit Materialwissenschaften, IKT, Chemie usw.). Transdisziplinarität und Translation mit engen Interaktionen.
  • 13. Interaktive Innovation & transdisziplinäre Forschung großer Pool von OGs viele Netzwerke Operationelle Gruppe Thematisches Netzwerk Multi-Akteur- Forschungsprojekt Landwirte Zum Abgleich und Verbreitung: •Endbenutzer-Material •Blockaden identifizieren •Forschungsagenda Transdisziplinäre Forschung: Operationelle Gruppen als Fallbeispiele und Co- Innovatoren NGO Ernährungsindustrie Forscher verschiedene Projekte
  • 14. Praktische Tipps und weitere Schlussfolgerungen  Wie kann ein Forscher andere Interessensgruppen finden? ● Nutzen Sie Kontakte in ihrer Region mit Landwirten, Beratern, Lebensmittelunternehmen ● Nutzen Sie internationale Kontakte mit anderen Forschern (die wiederum lokale Kontakte haben) ● Suchen Sie in LinkedIn, beteiligen Sie sich an Europäischen Initiativen ● Und IKT steht zu Ihrer Verfügung ...  Und was ist mit meinen Publikationen und dem Zitationsindex? ● Referierte Beiträge und transdisziplinäre Forschung können veröffentlicht werden (seien Sie kreativ!) ● der Anreiz zur Exzellenz sollte um Indikatoren für Relevanz und Wirkung ergänzt werden.
  • 15. Multi-Acteur Innovationen profitieren von IKT Software Typ Evaluierte Werkzeuge Erfolgreiche Beispiele Wissensportale Suchmaschinen: Google, Yahoo Folien und Dokumenten teilen: Slideshare Video and photo sharing: YouTube, Flickr VOA3R, eXtension, Chil Elekronisches Dokumenten Mangamentsystem Digital libraries: Groen Kennisnet in NL, Organic Eprints Organic Eprints, Agriwebinar Data Warehouse (DW) Eurostat, FADN FADN Groupware (GW), kollaborative Software Wikipedia, Yammer, Crowdsourcing British Farming Forum, Lego Cuusoo, Climate CoLab, P&G Connect+Develop, Betacup Challenge Community of practice (CoP) praxisbezogene Gemeinschaft ResearchGate, Erfaland Disease surveillance and warning systems, IDRAMAP Social communities of interest (SCI) Facebook, LinkedIn, Google+, Ning, Quora AgTalk+, E-Agriculture, Jeunes- agricultuers, Rede Inovar Individual communities of Wordpress, Twitter, Blogs AG Chat Nutzen Sie Netzwerke DLG, Landwirtschaftskammer oder posten Sie in Sozialen Medien, um Partner zu finden. Es werden Datenbanken zu Operationellen Gruppen aufgebaut.
  • 16. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, um Anreize für Forschung zu setzen den Bedarf von Innovationsprozessen zu berücksichtigen Politik Institution P1: Neue Evaluationskriterien für Förderung von Forschungsanträgen I10: Berücksichtigung der gesellschaftlichen Auswirkungen in die Gesamtevaluation der Leistung von Wissenschaftlern Anreiz „Zug“ P2: Einbinden von Praktikern/Experten in Auswahlgremien für Projektförderung P3: Neue Evaluationskriterien für die Leistung von Einrichtungen P5: Förderung von Wissenschaft-Praxis- Partnerschaften I7: Trainingskurse für Akademiker auf allen Ebenen I8: Bildung von Zentren zur Integration und Umsetzung von Wissenschaft Katalysator „Schub“ P4: Sabbatjahr für kurzzeitige Besuche von Wissenschaftlern in der Praxis / Betriebe wie Retail P6: Datenbank für exzellente akademische Publikationen I9: Datenbank für Einrichtungen, Methoden, Werkzeugen, Publikationen, Trainings in interaktiver Wissenschaft
  • 17. Nationale & regionale Regierungen können Innovationen stimulieren durch Umsetzung der EIP. Dies sollte in ein Maßnahmenportfolio übersetzt werden: • Gibt Anreize für Forschung, Entwicklung und Innovation; • Stimuliert den Wissensaustausch, die Einführung von Innovationen & technische Anwendung im Produktionsprozess; • Unterstützt die Tätigkeit der Vermittler & Innovationsbroker und ebnet Wege für Landwirte Innovationen umzusetzen; • Würdigt den Beitrag und das Wissen der Landwirte; • Unterstützt operationelle Gruppen auch bei der Entwicklung von grenzüberschreitenden Interaktionen; • Investiert in AKIS-Subsysteme, die in der spezifischen nationalen oder regionalen Situation unterentwickelt sind.
  • 18. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit krijn.poppe@wur.nl www.lei.wur.nl References • Reflection paper AKIS 1 • Orientation paper AKIS 2 • Summarizing powerpoint presentation available on SlideShare