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Studie:
Welche Berufsausbildungen sind durch
akademische Bildungsangebote gefährdet?
– Indikatoren für eine Verschiebung von der
Berufsausbildung in akademische Studienangebote
2017
Ziel: Die Debatte um zu viel oder zu wenig Akademisierung mit aktuellen
Entwicklungen konfrontieren.
Leitfragen:
 Wie groß ist der Überschneidungsbereich und damit das „Potenzial“ dafür, dass
berufliche Ausbildungen in Zukunft durch ein Studium ersetzt werden?
 Wie groß ist die Akademisierungstendenz von Ausbildungsberufen bereits heute?
 Welche Berufsgruppen und damit Branchen sind betroffen?
22.11.2017Titel der Präsentation 2
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Analyse der Akademisierungstendenz von Ausbildungsberufen mit einem
Mix aus quantitativer und qualitativer Analyse
22.11.2017Titel der Präsentation 3
Identifizierte Berufsgruppen
1. Existieren berufsnahe, konkur-
rierende Studienangebote?
2. Existiert ein quantitativ rele-
vantes duales Studienangebot?
3. Gibt es weitere Hinweise auf
eine verstärkte Akademisierung
(z.B. Initiativen von Anspruchs-
gruppen; betriebliche
Rekrutierungspraxis)?
Kaufmännische Berufe
Gesundheitsberufe
Metall- und
Elektroberufe
Informations- & Kommuni-
kationstechnische Berufe
Medienberufe
Laborberufe
Kriterien zur Beurteilung
 hoch
 mittel
 niedrig
Bewertungsskala
Ausbildungsberufe
Relevante Berufe
• mind. 100
Neuanfänge
• Anteil mit
HZB mind.
25%
Substituierungspotenzial der kaufmännischen Berufe
 Der hohe Anteil von Auszubildenden mit HZB dokumentiert die
Attraktivität, zeigt aber auch den Umfang einer möglichen
Verschiebung von der Berufsausbildung in ein Studium.
 Zwischen den kaufmännischen Ausbildungsberufen und den
wirtschafts- und verwaltungswissenschaftlichen Studiengängen
besteht eine hohe fachliche Affinität.
 In den wirtschaftswissenschaftlichen dualen Studienstudiengängen
überwiegt die praxisintegrierende Variante bei Weitem – mit weiter auf-
steigender Tendenz.
 In den kaufmännischen Berufen übersteigt die Nachfrage das Angebot
an betrieblichen Ausbildungsplätzen. Das kann den Zulauf zu
akademischen Alternativen zusätzlich befördern.
22.11.2017Titel der Präsentation 4
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Substituierungspotenzial der Gesundheitsberufe
 Für sieben der elf Gesundheitsberufe werden korrespondierende
Studiengänge angeboten.
 Insbesondre private Hochschulen versprechen sich Marktchancen und
bieten fachlich affine Studiengänge an.
 In einigen der Berufe hat seit einigen Jahren ein Prozess der
Akademisierung eingesetzt hat, der u.a. durch eine Empfehlung des
Wissenschaftsrats und durch die Schaffung von Modellstudiengängen
vermutlich einen weiteren Auftrieb bekommt.
 Ein Teil der Auszubildenden mit HZB nimmt im Anschluss an die
Ausbildung (aus unterschiedlichen Motiven) ein Studium auf.
22.11.2017Titel der Präsentation 5
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Substituierungspotenzial der Metall- und Elektroberufe
 Die Nachfrage nach dualen Ausbildungsplätzen übersteigt das Angebot
weit. Die betriebliche Ausbildung wird also nicht von attraktiveren
Studienangeboten um benötigte Ausbildungsanwärter gebracht.
 Der hohe Anteil ausbildungsintegrierender dualer Studiengänge belegt
die Koexistenz von beruflicher und fachhochschulischer Ausbildung.
Die duale Ausbildung der Metall- und Elektroberufe ist in den
Unternehmen gut verankert.
 Nur ein kleiner Anteil an privaten Hochschulen bietet fachlich affine
Studiengänge an, denn der Kostenaufwand ist im Vergleich zu anderen
Fächern hoch.
22.11.2017Titel der Präsentation 6
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Substituierungspotenzial der informations- und
kommunikationstechnischen Berufe
 Die duale Ausbildung hat sich ebenso etabliert wie stark anwendungs-
und professionsorientierte Studiengänge auf Seite der
Fachhochschulen.
 Eine beachtenswerte Anzahl von ausbildungsintegrierenden dualen
Studiengängen deutet auf eine inhaltliche Affinität hin.
 Auf Grundlage des verfügbaren Datenmaterials ist allerdings nicht
erkennbar, dass derzeit für die dualen Ausbildungsgänge
Substitutionsgefahren durch entsprechende duale Studiengänge
bestehen.
22.11.2017Titel der Präsentation 7
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Substituierungspotenzial der Medienberufe
 In den Medien-Berufen hat sich die duale Ausbildung etabliert. Die
gewählten Indikatoren deuten – außer bei den kaufmännischen
Medienberufen – nicht auf ausreichende inhaltliche Überschneidungen
von Studien- und Ausbildungsangeboten hin, um von
Substituierungspotenzialen ausgehen zu können.
 Grundlagen für die geringe Affinität von Studium und Ausbildung in
Medienberufen bilden die starke handwerklich-technische Prägung
vieler Medienberufe, der hohe Aufwand der Durchführung von
Studiengängen für private Anbieter und die mittelständische Struktur
der Medienwirtschaft, die Formate wie das duale Studium bisher nicht
ausbaut.
22.11.2017Titel der Präsentation 8
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Substituierungspotenzial der Laborberufe
 Trotz inhaltlicher Überschneidungen ist kein Wettbewerb zwischen
beruflicher und akademischer Ausbildung zu erkennen.
 Weder führen entsprechende akademische Angebote zu einer
Unterdeckung des Ausbildungsplatzangebots noch zeigen die
etablierten Unternehmen Tendenzen, die duale Ausbildung oder die
Einstellung von schulisch Qualifizierten zugunsten der von
akademischen Absolventen zu reduzieren
22.11.2017Titel der Präsentation 9
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Fazit: Gesundheits- und kaufmännische Berufe befinden sich im Sog der
Akademisierung, sonst stabile Koexistenz
 Die Ausbildung in kaufmännischen und in Gesundheitsberufen
kann sich künftig noch stärker in die Hochschulen verlagern.
 In den Metall- und Elektroberufen, den Informations- und
Kommunikationstechnischen sowie den Medien- und den
Laborberufen gibt es bisher eine stabile Koexistenz von
beruflicher und fachhochschulischer Ausbildung.
22.11.2017Titel der Präsentation 10
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Bildungspolitische Konsequenzen
 Gestaltung des Überschneidungsbereiches statt
Abgrenzung beruflicher und akademischer Bildung;
Kooperation statt Wettbewerb
 Entwicklung von Modellen wechselseitiger
pauschaler Anrechnung / Anerkennung und
Anrechnung von Lernleistungen in fachaffinen
Segmenten
 Ausbau von trialen Lernortkooperationen
 Förderung ausbildungsintegrierter statt
praxisintegrierter dualer Studiengänge
22.11.2017Titel der Präsentation 11
PictureCredit:BertelsmannStiftung
Bewertung der Akademisierungstendenz der sechs Berufsgruppen im
Überblick
22.11.2017Titel der Präsentation 12
Kaufmänn-
ische Berufe
Gesundheits-
berufe
Metall- und
Elektroberufe
Informations-
& Kommuni-
kationstechni
-sche Berufe
Medienberufe Laborberufe
Konkurrierende
Studienangebote    Nicht
ausgewiesen  
Quantitativ relevante
duale Studienangebote      Nicht
ausgewiesen
Hinweise auf verstärkte
Akademisierung     Nicht
ausgewiesen 
Substitutions-
potenzial      
hoch  mittel  niedrig
22.11.2017Titel der Präsentation 13
Euler, Dieter; Severing, Eckart (2017):
Welche Berufsausbildungen sind durch
akademische Bildungsangebote gefährdet?
Indikatoren für eine Verschiebung von der
Berufsausbildung in akademische
Studienangebote.
Hg. v. Bertelsmann Stiftung. Gütersloh.
Online verfügbar unter www.chance-
ausbildung.de/welche-berufsausbildungen-
gefaehrdet.
DOI 10.11586/2017032
PictureCredit:VeitMette
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Welche Berufsausbildungen sind durch akademische Bildungsangebote gefährdet?

  • 1. Studie: Welche Berufsausbildungen sind durch akademische Bildungsangebote gefährdet? – Indikatoren für eine Verschiebung von der Berufsausbildung in akademische Studienangebote 2017
  • 2. Ziel: Die Debatte um zu viel oder zu wenig Akademisierung mit aktuellen Entwicklungen konfrontieren. Leitfragen:  Wie groß ist der Überschneidungsbereich und damit das „Potenzial“ dafür, dass berufliche Ausbildungen in Zukunft durch ein Studium ersetzt werden?  Wie groß ist die Akademisierungstendenz von Ausbildungsberufen bereits heute?  Welche Berufsgruppen und damit Branchen sind betroffen? 22.11.2017Titel der Präsentation 2 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 3. Analyse der Akademisierungstendenz von Ausbildungsberufen mit einem Mix aus quantitativer und qualitativer Analyse 22.11.2017Titel der Präsentation 3 Identifizierte Berufsgruppen 1. Existieren berufsnahe, konkur- rierende Studienangebote? 2. Existiert ein quantitativ rele- vantes duales Studienangebot? 3. Gibt es weitere Hinweise auf eine verstärkte Akademisierung (z.B. Initiativen von Anspruchs- gruppen; betriebliche Rekrutierungspraxis)? Kaufmännische Berufe Gesundheitsberufe Metall- und Elektroberufe Informations- & Kommuni- kationstechnische Berufe Medienberufe Laborberufe Kriterien zur Beurteilung  hoch  mittel  niedrig Bewertungsskala Ausbildungsberufe Relevante Berufe • mind. 100 Neuanfänge • Anteil mit HZB mind. 25%
  • 4. Substituierungspotenzial der kaufmännischen Berufe  Der hohe Anteil von Auszubildenden mit HZB dokumentiert die Attraktivität, zeigt aber auch den Umfang einer möglichen Verschiebung von der Berufsausbildung in ein Studium.  Zwischen den kaufmännischen Ausbildungsberufen und den wirtschafts- und verwaltungswissenschaftlichen Studiengängen besteht eine hohe fachliche Affinität.  In den wirtschaftswissenschaftlichen dualen Studienstudiengängen überwiegt die praxisintegrierende Variante bei Weitem – mit weiter auf- steigender Tendenz.  In den kaufmännischen Berufen übersteigt die Nachfrage das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen. Das kann den Zulauf zu akademischen Alternativen zusätzlich befördern. 22.11.2017Titel der Präsentation 4 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 5. Substituierungspotenzial der Gesundheitsberufe  Für sieben der elf Gesundheitsberufe werden korrespondierende Studiengänge angeboten.  Insbesondre private Hochschulen versprechen sich Marktchancen und bieten fachlich affine Studiengänge an.  In einigen der Berufe hat seit einigen Jahren ein Prozess der Akademisierung eingesetzt hat, der u.a. durch eine Empfehlung des Wissenschaftsrats und durch die Schaffung von Modellstudiengängen vermutlich einen weiteren Auftrieb bekommt.  Ein Teil der Auszubildenden mit HZB nimmt im Anschluss an die Ausbildung (aus unterschiedlichen Motiven) ein Studium auf. 22.11.2017Titel der Präsentation 5 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 6. Substituierungspotenzial der Metall- und Elektroberufe  Die Nachfrage nach dualen Ausbildungsplätzen übersteigt das Angebot weit. Die betriebliche Ausbildung wird also nicht von attraktiveren Studienangeboten um benötigte Ausbildungsanwärter gebracht.  Der hohe Anteil ausbildungsintegrierender dualer Studiengänge belegt die Koexistenz von beruflicher und fachhochschulischer Ausbildung. Die duale Ausbildung der Metall- und Elektroberufe ist in den Unternehmen gut verankert.  Nur ein kleiner Anteil an privaten Hochschulen bietet fachlich affine Studiengänge an, denn der Kostenaufwand ist im Vergleich zu anderen Fächern hoch. 22.11.2017Titel der Präsentation 6 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 7. Substituierungspotenzial der informations- und kommunikationstechnischen Berufe  Die duale Ausbildung hat sich ebenso etabliert wie stark anwendungs- und professionsorientierte Studiengänge auf Seite der Fachhochschulen.  Eine beachtenswerte Anzahl von ausbildungsintegrierenden dualen Studiengängen deutet auf eine inhaltliche Affinität hin.  Auf Grundlage des verfügbaren Datenmaterials ist allerdings nicht erkennbar, dass derzeit für die dualen Ausbildungsgänge Substitutionsgefahren durch entsprechende duale Studiengänge bestehen. 22.11.2017Titel der Präsentation 7 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 8. Substituierungspotenzial der Medienberufe  In den Medien-Berufen hat sich die duale Ausbildung etabliert. Die gewählten Indikatoren deuten – außer bei den kaufmännischen Medienberufen – nicht auf ausreichende inhaltliche Überschneidungen von Studien- und Ausbildungsangeboten hin, um von Substituierungspotenzialen ausgehen zu können.  Grundlagen für die geringe Affinität von Studium und Ausbildung in Medienberufen bilden die starke handwerklich-technische Prägung vieler Medienberufe, der hohe Aufwand der Durchführung von Studiengängen für private Anbieter und die mittelständische Struktur der Medienwirtschaft, die Formate wie das duale Studium bisher nicht ausbaut. 22.11.2017Titel der Präsentation 8 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 9. Substituierungspotenzial der Laborberufe  Trotz inhaltlicher Überschneidungen ist kein Wettbewerb zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung zu erkennen.  Weder führen entsprechende akademische Angebote zu einer Unterdeckung des Ausbildungsplatzangebots noch zeigen die etablierten Unternehmen Tendenzen, die duale Ausbildung oder die Einstellung von schulisch Qualifizierten zugunsten der von akademischen Absolventen zu reduzieren 22.11.2017Titel der Präsentation 9 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 10. Fazit: Gesundheits- und kaufmännische Berufe befinden sich im Sog der Akademisierung, sonst stabile Koexistenz  Die Ausbildung in kaufmännischen und in Gesundheitsberufen kann sich künftig noch stärker in die Hochschulen verlagern.  In den Metall- und Elektroberufen, den Informations- und Kommunikationstechnischen sowie den Medien- und den Laborberufen gibt es bisher eine stabile Koexistenz von beruflicher und fachhochschulischer Ausbildung. 22.11.2017Titel der Präsentation 10 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 11. Bildungspolitische Konsequenzen  Gestaltung des Überschneidungsbereiches statt Abgrenzung beruflicher und akademischer Bildung; Kooperation statt Wettbewerb  Entwicklung von Modellen wechselseitiger pauschaler Anrechnung / Anerkennung und Anrechnung von Lernleistungen in fachaffinen Segmenten  Ausbau von trialen Lernortkooperationen  Förderung ausbildungsintegrierter statt praxisintegrierter dualer Studiengänge 22.11.2017Titel der Präsentation 11 PictureCredit:BertelsmannStiftung
  • 12. Bewertung der Akademisierungstendenz der sechs Berufsgruppen im Überblick 22.11.2017Titel der Präsentation 12 Kaufmänn- ische Berufe Gesundheits- berufe Metall- und Elektroberufe Informations- & Kommuni- kationstechni -sche Berufe Medienberufe Laborberufe Konkurrierende Studienangebote    Nicht ausgewiesen   Quantitativ relevante duale Studienangebote      Nicht ausgewiesen Hinweise auf verstärkte Akademisierung     Nicht ausgewiesen  Substitutions- potenzial       hoch  mittel  niedrig
  • 13. 22.11.2017Titel der Präsentation 13 Euler, Dieter; Severing, Eckart (2017): Welche Berufsausbildungen sind durch akademische Bildungsangebote gefährdet? Indikatoren für eine Verschiebung von der Berufsausbildung in akademische Studienangebote. Hg. v. Bertelsmann Stiftung. Gütersloh. Online verfügbar unter www.chance- ausbildung.de/welche-berufsausbildungen- gefaehrdet. DOI 10.11586/2017032 PictureCredit:VeitMette
  • 14. www.bertelsmann-stiftung.de Besuchen Sie uns auch auf Kontakt: Naemi Härle | +49 5241 81-81391 naemi.haerle@bertelsmann-stiftung.de Website: www.chance-ausbildung.de Newsletter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/Anmeldung_LL Blog: blog.aus-und-weiterbildung.eu Facebook: https://www.facebook.con/pages/Aus-undWeiterbildung/152208198191162