Armin Kobler Versuchszentrum Laimburg Stellenwert des Rotweines in Südtirol und Italien, Veränderung und Richtung der Rotwein-Stile und Technologie Erstellt mit Apple Keynote 3.0.1
Zur Zeit ca. 5.000 ha und 350.000 HL Wein, um 1900 noch über 10.000 ha Weinbaufläche. 5.000 Weinbaubetriebe, davon verarbeiten und vermarkten selbst 60, die anderen sind Mitglieder der 16 Kellereigenossenschaften oder liefern ihre Trauben an die 40 Weinhändler.  1.800 Sonnenscheinstunden, 11,5 °C Jahresdurch-schnittstemperatur (10,3 bis 12,4 °C), ca. 800 mm Niederschlag. Lagen von 200 bis 1.000 m ü.M. Weinbauland Südtirol
Reifeverlauf 2006 (1)
Reifeverlauf 2006 (2)
Reifeverlauf 2006 (3)
Verteilung der Weinbaufläche auf die einzelnen Rotweinsorten  (Stand 2005) Rotwein 53,1%
Veränderung der Sortenanteile
Veränderung der Sortenanteile
Veränderung der Sortenanteile
Verlauf der monatlichen Maximaltemperaturen
Einfluß der Sonneneinstrahlung auf die Anthocyansynthese nach BERTAMINI et al. 1998, verändert. Anthocyane [mg/L]
Einfluß der Sonneneinstrahlung auf die Anthocyansynthese nach BERTAMINI et al. 1998, verändert. Proanthocyanidine [mg/L]
Es sind Weine mit sehr charakteristischem Profil. Sie benötigen eine längere Lagerzeit bis zur Trinkreife.  Ihre Farbintensität und -stabilität ist oft schwach ausgeprägt. Die Gerbstoffstruktur kann adstringierend, hart und gegenüber der Fülle überwiegen. Deshalb entsprechen sie nicht dem momentanen Typus des “Internationalen Rotweines”.  Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Klassische Rotweine: z.B:  Barolo, Chianti classico
Die Traubenverarbeitung erfolgt sehr konservativ. Der Weinausbau im Barrique ist nicht selbstverständlich bzw. wird abgelehnt. Alle Maßnahmen, welche die Weine runder, üppiger machen, werden, wenn überhaupt, vorsichtig angewandt. Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Klassische Rotweine: z.B:  Barolo, Chianti classico
Die sensorischen Eigenschaften deuten nicht eindeutig auf eine bestimmte Sorte oder Hinkunft hin. Ihre Trinkreife wird relativ früh erreicht.  Ihre Farbintensität ist auffällig. Die Phenole sind gegenwärtig, aber sehr rund, gut in der fast süßlich schmeckenden Fülle eingebaut, das Aroma sehr fruchtbetont. Sie reihen sich sehr gut in der Typensammlung “Internationaler Rotwein” ein.  Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Moderne Rotweine: z.B:  “Supertuskans”, “Moderne“ Tafelweine
Sehr innovativ bezüglich Sortenwahl und -Zusammenstellung. Große Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Methoden der Traubenverarbeitung und des Weinausbaus.  Der Ausbau im kleinen Holzfass ist Pflicht. Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Moderne Rotweine: z.B:  “Supertuskans”, “Moderne“ Tafelweine
Hochpreisige Weine werden auf Grund des Kaufkraft-verlustes weniger nachgefragt. Stark “Globalisierte” Weintypen werden zunehmend abgelehnt, das authentischere wird stärker nachgefragt, Weine aus sogenannten “autochtonen” Sorten sind stark im Kommen.  Der massive Einsatz neuartiger Kellertechniken und -behandlungsmittel  wird zunehmend kritisch hinterfragt. Das Konzept der Qualität aus dem Weingarten setzt sich mehr durch und wird immer stärker auch umgesetzt, besonders hinsichtlich der Sorten-Lagen-Beziehungen. Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Momentane Tendenzen:
Rotwein mit “internationalen” Eigenschaften bzgl. Farbe Geruch Geschmack Unverwechselbar mit den weitverbreitesten Rotweinsorten Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein Der Lagrein sollte sein:
Weintyp Lage Verarbeitung Wechselwirkungen: Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein
Annäherung an den “internationalen” Geschmack?  Vermehrte Nachfrage bzw. erhöhtes Angebot  Ausweitung auf “nicht-klassische” Anbaulagen?  Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein
Verbesserung der Anbautechnik:   Klone, Erziehungssysteme, Erntezeitpunkte, usw. Lageneignung Optimierung und Anpassung der Kellertechnik Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein Ansätze der Forschungsarbeit:
Fruchtig-trinkiger Weintyp  frische Frucht, frühe Trinkreife, runde, unaufdringliche Gerbstoffstruktur, günstiges Preis/Leistungsverhältnis Komplex-strukturierter  Weintyp  reife Fruchtaromen und später ausgeprägtes Tertiäraroma, spätere Trinkreife, längere Haltbarkeit, markante, füllige Polyphenole  Lagrein-Typologien:  Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein
Der Erfolg der Sorte Lagrein ist nicht “nur” modebedingt  Langjährige Bemühungen der Forschung und der Praxis haben das Produkt verbessert sowie für den Konsumenten zugänglicher gemacht Eine weiterhin steigende Nachfrage wirft neue Fragen, hauptsächlich bezüglich Lageneignung u. Weinstil auf.  Der Weintyp wird sich weiterentwickeln, die Originalität muss aber erhalten bleiben Qualitative Selbstdisziplin wird trotz momentaner Erfolge wichtig bleiben Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein
Armin Kobler Versuchszentrum Laimburg Stellenwert des Rotweines in Südtirol und Italien, Veränderung und Richtung der Rotwein-Stile und Technologie Erstellt mit Apple Keynote 1.1

Vortrag+begerow rotwein+06+ak

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    Armin Kobler VersuchszentrumLaimburg Stellenwert des Rotweines in Südtirol und Italien, Veränderung und Richtung der Rotwein-Stile und Technologie Erstellt mit Apple Keynote 3.0.1
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    Zur Zeit ca.5.000 ha und 350.000 HL Wein, um 1900 noch über 10.000 ha Weinbaufläche. 5.000 Weinbaubetriebe, davon verarbeiten und vermarkten selbst 60, die anderen sind Mitglieder der 16 Kellereigenossenschaften oder liefern ihre Trauben an die 40 Weinhändler. 1.800 Sonnenscheinstunden, 11,5 °C Jahresdurch-schnittstemperatur (10,3 bis 12,4 °C), ca. 800 mm Niederschlag. Lagen von 200 bis 1.000 m ü.M. Weinbauland Südtirol
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    Verteilung der Weinbauflächeauf die einzelnen Rotweinsorten (Stand 2005) Rotwein 53,1%
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    Verlauf der monatlichenMaximaltemperaturen
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    Einfluß der Sonneneinstrahlungauf die Anthocyansynthese nach BERTAMINI et al. 1998, verändert. Anthocyane [mg/L]
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    Einfluß der Sonneneinstrahlungauf die Anthocyansynthese nach BERTAMINI et al. 1998, verändert. Proanthocyanidine [mg/L]
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    Es sind Weinemit sehr charakteristischem Profil. Sie benötigen eine längere Lagerzeit bis zur Trinkreife. Ihre Farbintensität und -stabilität ist oft schwach ausgeprägt. Die Gerbstoffstruktur kann adstringierend, hart und gegenüber der Fülle überwiegen. Deshalb entsprechen sie nicht dem momentanen Typus des “Internationalen Rotweines”. Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Klassische Rotweine: z.B: Barolo, Chianti classico
  • 14.
    Die Traubenverarbeitung erfolgtsehr konservativ. Der Weinausbau im Barrique ist nicht selbstverständlich bzw. wird abgelehnt. Alle Maßnahmen, welche die Weine runder, üppiger machen, werden, wenn überhaupt, vorsichtig angewandt. Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Klassische Rotweine: z.B: Barolo, Chianti classico
  • 15.
    Die sensorischen Eigenschaftendeuten nicht eindeutig auf eine bestimmte Sorte oder Hinkunft hin. Ihre Trinkreife wird relativ früh erreicht. Ihre Farbintensität ist auffällig. Die Phenole sind gegenwärtig, aber sehr rund, gut in der fast süßlich schmeckenden Fülle eingebaut, das Aroma sehr fruchtbetont. Sie reihen sich sehr gut in der Typensammlung “Internationaler Rotwein” ein. Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Moderne Rotweine: z.B: “Supertuskans”, “Moderne“ Tafelweine
  • 16.
    Sehr innovativ bezüglichSortenwahl und -Zusammenstellung. Große Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Methoden der Traubenverarbeitung und des Weinausbaus. Der Ausbau im kleinen Holzfass ist Pflicht. Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Moderne Rotweine: z.B: “Supertuskans”, “Moderne“ Tafelweine
  • 17.
    Hochpreisige Weine werdenauf Grund des Kaufkraft-verlustes weniger nachgefragt. Stark “Globalisierte” Weintypen werden zunehmend abgelehnt, das authentischere wird stärker nachgefragt, Weine aus sogenannten “autochtonen” Sorten sind stark im Kommen. Der massive Einsatz neuartiger Kellertechniken und -behandlungsmittel wird zunehmend kritisch hinterfragt. Das Konzept der Qualität aus dem Weingarten setzt sich mehr durch und wird immer stärker auch umgesetzt, besonders hinsichtlich der Sorten-Lagen-Beziehungen. Entwicklung der Rotweintypologie in Italien Momentane Tendenzen:
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    Rotwein mit “internationalen”Eigenschaften bzgl. Farbe Geruch Geschmack Unverwechselbar mit den weitverbreitesten Rotweinsorten Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein Der Lagrein sollte sein:
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    Weintyp Lage VerarbeitungWechselwirkungen: Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein
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    Annäherung an den“internationalen” Geschmack? Vermehrte Nachfrage bzw. erhöhtes Angebot Ausweitung auf “nicht-klassische” Anbaulagen? Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein
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    Verbesserung der Anbautechnik: Klone, Erziehungssysteme, Erntezeitpunkte, usw. Lageneignung Optimierung und Anpassung der Kellertechnik Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein Ansätze der Forschungsarbeit:
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    Fruchtig-trinkiger Weintyp frische Frucht, frühe Trinkreife, runde, unaufdringliche Gerbstoffstruktur, günstiges Preis/Leistungsverhältnis Komplex-strukturierter Weintyp reife Fruchtaromen und später ausgeprägtes Tertiäraroma, spätere Trinkreife, längere Haltbarkeit, markante, füllige Polyphenole Lagrein-Typologien: Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein
  • 23.
    Der Erfolg derSorte Lagrein ist nicht “nur” modebedingt Langjährige Bemühungen der Forschung und der Praxis haben das Produkt verbessert sowie für den Konsumenten zugänglicher gemacht Eine weiterhin steigende Nachfrage wirft neue Fragen, hauptsächlich bezüglich Lageneignung u. Weinstil auf. Der Weintyp wird sich weiterentwickeln, die Originalität muss aber erhalten bleiben Qualitative Selbstdisziplin wird trotz momentaner Erfolge wichtig bleiben Die Entwicklung in Südtirol am Beispiel des Lagrein
  • 24.
    Armin Kobler VersuchszentrumLaimburg Stellenwert des Rotweines in Südtirol und Italien, Veränderung und Richtung der Rotwein-Stile und Technologie Erstellt mit Apple Keynote 1.1