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Vorwort des Herausgebers
5
Vorwort des Herausgebers
Erich Zahn war in den 70er Jahren einer meiner Professoren an der
Universität Stuttgart. Er erzählte uns jungen Studenten von seiner
Forschung am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und der
Mitarbeit an „Grenzen des Wachstums“, der ersten Publikation des
„Club of Rome“. Erschienen im Jahr 1972.
Was vor über vier Jahrzehnten wie ein Science-Fiction-Thriller klang
– zur Neige gehende natürliche Ressourcen und eine irreversible
Veränderung des Weltklimas – beschäftigt Politik und Gesellschaft
heute deutlich intensiver. Und zu Recht auch uns in der Veran-
staltungswirtschaft, mit fühlbarer Aufmerksamkeit und selbst-
verständlich mehr Wissen rund um das Thema Nachhaltigkeit.
Branchenverbände, deren Mitglieder, ebenso kommunale, Landes-
und Bundesbehörden, sind mittlerweile in sehr aktiven Rollen, bieten
Aufklärung und Weiterbildung, helfen bei der Definition von Stan-
dards und deren Umsetzung. Es geht voran.
Es existiert heute eine Fülle an Quellen unterschiedlicher Art, Bei-
träge in Fachmagazinen, Nachhaltigkeitsmanagement-Modelle und
Zertifizierungen, die biennale Fachkonferenz des GCB (German
Convention Bureau) und, mit Blick unter anderem auf meine Hoch-
schule, auch diverse wissenschaftliche Studien zu den verschiedenen
Wirkungsdimensionen von Nachhaltigkeit.
Martina Riediger und Christian Oblasser schließen mit diesem
Fachbuch eine Lücke, indem sie uns in einer ganzheitlichen Art und
Weise alle relevanten Perspektiven vorstellen, die zu einem Gesamt-
verständnis eines strategischen nachhaltigen Veranstaltungs-
management erforderlich sind. Und dies mit theoretischem und
praktischem Fundament, daher zur Anwendung bestens geeignet.
Die beiden Autoren spannen einen Bogen, der auch die Ent-
stehungsgeschichte des Nachhaltigkeitsbegriffs berührt. Schön, dass
nochmals auf Hans Carl von Carlowitz hingewiesen wird, dessen 300
Jahre zurück liegender Ansatz aktueller denn je für uns ist.
Vorwort des Herausgebers
6
Wichtiger jedoch als dieser historische Rückblick ist es, dass uns
Riediger und Oblasser moderne Managementsysteme vorstellen, die
als Plattform für die Organisation nachhaltiger Veranstaltungen
dienen – und so auch eine strategische, langfristige Dimension in
dieses von manchen Zeitgenossen noch als Modeerscheinung
abgetane Thema einbringen.
Es existiert keine singuläre Wahrheit, wenn es um strategische
Nachhaltigkeit im Veranstaltungsmanagement geht. Viel zu unter-
schiedlich sind die Musikanten im MICE-Orchester, zu verschieden
ihre Vorkenntnisse, zu ungleich die angestrebten Ziele eines „Sus-
tainable Business“. Die Autoren als erfahrene Praktiker wissen das –
und stellen uns deshalb ihren eigenen Ansatz, das „trias-System“,
nicht als das Nonplusultra vor; sie nutzen es vielmehr, um uns Schritt
für Schritt den Aufbau eines solchen Systems, seine Gestaltungs-
elemente und die Wirkungsdimensionen zu erläutern.
Ich wünsche Martina Riediger und Christian Oblasser eine große
Leserschaft, in der Lehre wie in der Praxis, von unerfahrenen Interes-
sierten bis hin zu Nachhaltigkeits-Profis. Allen wird dieses Fachbuch,
neben dem dokumentierten Erfahrungswissen der beiden Praktiker,
eine Inspiration zum „Dranbleiben“ sein!
Prof. Stefan Luppold
IMKEM Institut für Messe-, Kongress- und Eventmanagement
Vorwort
7
Vorwort
Dieses Praxishandbuch möchte die Entwicklung nachhaltigen Veran-
staltungsmanagements der letzten Jahre dokumentieren und das
vielsc
hichtige, mitunter unübersichtliche Themenfeld ordnen. Der Leser
erfährt, wie Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen Kontext eines Unter-
nehmens, einer Organisation oder einer Institution verankert werden
kann. Welches Managementsystem passt für mein Unternehmen?
Wie kann ein Managementsystem zur einfacheren Planung nachhal-
tiger Veranstaltungen beitragen? Ist eine Zertifizierung zwingend
notwendig? Anspruch ist, die vorhandenen Möglichkeiten kompakt
und übersichtlich darzustellen.
Das selbst entwickelte Umweltmanagementsystem in Anlehnung an
das Prinzip der Balanced Scorecard nach Robert S. Kaplan und David
P. Norton ist der Kern des Handbuchs. Es leitet den Leser syste-
matisch und zielgerichtet von der Vision bis zur Dokumentation an.
Von Praktikern für Praktiker.
Viel Spaß beim Lesen und Erfolg bei der Umsetzung Ihrer nachhalti-
gen Veranstaltungen.
Martina Riediger und Christian Oblasser
Berlin im Februar 2015
Vorwort
8
Aus Gründen der vereinfachten Lesbarkeit wird im Folgenden
ausschließlich die männliche Form gewählt. Angesprochen sind
jedoch stets beide Geschlechter.
Autoren
9
Autoren
Martina Riediger ist Dipl.-Touristikfachfrau und seit
vielen Jahren Managementtrainerin für die nachhal-
tige Veranstaltungsorganisation. Sie teilt ihr Wissen
und ihre Erfahrungen mit den Teilnehmern zahlrei-
cher Aus- und Fortbildungsveranstaltungen. An der
ascenso Akademie für Business und Medien in
Palma de Mallorca lehrt sie Eventmanagement, für
die Akademie Heidelberg ist sie als Referentin tätig. Als Inhaberin
einer Veranstaltungsagentur hat sich ihr Bewusstsein geschärft, wie
unbewusst gerade diese Branche mit den natürlichen Ressourcen
umgeht. Daraus entstand die innere Überzeugung, daran etwas
ändern zu wollen und maßgeblich an der Weiterentwicklung von
Nachhaltigkeit in der Veranstaltungswirtschaft mitzuwirken.
Christian Oblasser befasst sich mit dem Thema
Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche seit
mehreren Jahren. Seine Mitgliedschaft in verschie-
denen Organisationen, wie beispielsweise dem
Verband Direkte Wirtschaftskommunikation e.V.
FAMAB oder den Berlin Preferred Agencies im Berlin
Convention Office, haben dazu beigetragen, dass er
sich aktiv an der Weiterentwicklung der Branche beteiligt. Als
Vorstandsmitglied der Berlin Preferred Agencies im Berlin Conven-
tion Office hat er maßgeblich an der Initiierung sowie der Einsetzung
der Plattform “Berlin Green Meetings” mitgewirkt und betreute den
Bereich Green Meetings im Vorstand. Seine jahrelange Arbeit in
verschiedenen Agenturen für Live-Kommunikation in Deutschland
trägt dazu bei, dass die Beratung immer einen ausgewiesenen
Praxisbezug hat.
Kontakt: m.riediger@gogreenmice.de / c.oblasser@gogreenmice.de
http://triasconsulting.com
Inhalt
10
Inhalt
Einleitung.............................................................................................................13
1. Eine Einführung in das Thema
1.1 Stellenwert und Relevanz nachhaltiger Veranstaltungen .....16
1.2 Die Entstehung des modernen Nachhaltigkeitsbegriffs:
eine historische Betrachtung ............................................................19
1.3 Nachhaltige Entwicklung aus umweltpolitischer Sicht ..........21
1.4 „Attitude matters“ – die innere Haltung zählt ...........................26
2. Erste Schritte zu einer nachhaltigen Veranstaltung
2.1 Definitionen .............................................................................................29
2.2 Das 3-Säulen-Modell Nachhaltiger Entwicklung im
Veranstaltungsmanagement ............................................................31
2.3 Kurzdarstellung der 10 Handlungsfelder des
BMUB-Leitfadens ...................................................................................34
2.4 Ökologischer Fußabdruck und Kompensation ..........................47
3. Überblick über bestehende Systeme, freiwillige Selbst-
verpflichtungen und Initiativen im Veranstaltungsbereich
3.1 Freiwillige Selbstverpflichtungen ....................................................53
3.2 Unterscheidungskriterien der Zertifikate .....................................63
3.3 Systematisierung von Zertifikaten in Hinblick auf
Veranstaltungen .....................................................................................64
Inhalt
11
4. Managementsysteme zur Organisation nachhaltiger
Veranstaltungen
4.1 Warum ist es wichtig ein Managementsystem
einzusetzen? .............................................................................................75
4.2 Was macht ein erfolgreiches Managementsystem aus? .......78
4.3 Wie finde ich das passende Managementsystem, um
Veranstaltungen nachhaltig zu organisieren? ...........................81
5. Das trias-System zur Organisation nachhaltiger Veranstaltungen
5.1 Je mehr Maßnahmen, desto nachhaltiger? ................................89
5.2 Am Anfang steht die Vision – von der Vision zur
Strategie.....................................................................................................93
5.3 Mit Strategie zum Maßnahmenplan ..............................................98
5.4 Die Strategie orchestriert alle Maßnahmen..............................109
5.5 Die Strategiekarte................................................................................114
5.6 Die Perspektiven im Detail...............................................................116
5.7 Operationalisierung und Validierung der Kriterien ..............122
5.8 Tue Gutes und rede darüber – die Dokumentation .............125
5.9 Umweltleistung als Added Value .................................................131
5.10 Die Balanced Scorecard als System zur Kontrolle .................132
Inhalt
12
6. Ein Blick in die Praxis
6.1 Experten-Interviews aus den Bereichen Hotel, Verband
und Kongresshaus ..............................................................................135
6.2 Best Practise Steigenberger Hotel
Am Kanzleramt Berlin ........................................................................148
Anhang
Glossar ..............................................................................................................150
Literaturverzeichnis .....................................................................................155

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Inhaltsverzeichnis "Nachaltiges Veranstaltungsmanagement mit Strategie"

  • 1. Vorwort des Herausgebers 5 Vorwort des Herausgebers Erich Zahn war in den 70er Jahren einer meiner Professoren an der Universität Stuttgart. Er erzählte uns jungen Studenten von seiner Forschung am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und der Mitarbeit an „Grenzen des Wachstums“, der ersten Publikation des „Club of Rome“. Erschienen im Jahr 1972. Was vor über vier Jahrzehnten wie ein Science-Fiction-Thriller klang – zur Neige gehende natürliche Ressourcen und eine irreversible Veränderung des Weltklimas – beschäftigt Politik und Gesellschaft heute deutlich intensiver. Und zu Recht auch uns in der Veran- staltungswirtschaft, mit fühlbarer Aufmerksamkeit und selbst- verständlich mehr Wissen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Branchenverbände, deren Mitglieder, ebenso kommunale, Landes- und Bundesbehörden, sind mittlerweile in sehr aktiven Rollen, bieten Aufklärung und Weiterbildung, helfen bei der Definition von Stan- dards und deren Umsetzung. Es geht voran. Es existiert heute eine Fülle an Quellen unterschiedlicher Art, Bei- träge in Fachmagazinen, Nachhaltigkeitsmanagement-Modelle und Zertifizierungen, die biennale Fachkonferenz des GCB (German Convention Bureau) und, mit Blick unter anderem auf meine Hoch- schule, auch diverse wissenschaftliche Studien zu den verschiedenen Wirkungsdimensionen von Nachhaltigkeit. Martina Riediger und Christian Oblasser schließen mit diesem Fachbuch eine Lücke, indem sie uns in einer ganzheitlichen Art und Weise alle relevanten Perspektiven vorstellen, die zu einem Gesamt- verständnis eines strategischen nachhaltigen Veranstaltungs- management erforderlich sind. Und dies mit theoretischem und praktischem Fundament, daher zur Anwendung bestens geeignet. Die beiden Autoren spannen einen Bogen, der auch die Ent- stehungsgeschichte des Nachhaltigkeitsbegriffs berührt. Schön, dass nochmals auf Hans Carl von Carlowitz hingewiesen wird, dessen 300 Jahre zurück liegender Ansatz aktueller denn je für uns ist.
  • 2. Vorwort des Herausgebers 6 Wichtiger jedoch als dieser historische Rückblick ist es, dass uns Riediger und Oblasser moderne Managementsysteme vorstellen, die als Plattform für die Organisation nachhaltiger Veranstaltungen dienen – und so auch eine strategische, langfristige Dimension in dieses von manchen Zeitgenossen noch als Modeerscheinung abgetane Thema einbringen. Es existiert keine singuläre Wahrheit, wenn es um strategische Nachhaltigkeit im Veranstaltungsmanagement geht. Viel zu unter- schiedlich sind die Musikanten im MICE-Orchester, zu verschieden ihre Vorkenntnisse, zu ungleich die angestrebten Ziele eines „Sus- tainable Business“. Die Autoren als erfahrene Praktiker wissen das – und stellen uns deshalb ihren eigenen Ansatz, das „trias-System“, nicht als das Nonplusultra vor; sie nutzen es vielmehr, um uns Schritt für Schritt den Aufbau eines solchen Systems, seine Gestaltungs- elemente und die Wirkungsdimensionen zu erläutern. Ich wünsche Martina Riediger und Christian Oblasser eine große Leserschaft, in der Lehre wie in der Praxis, von unerfahrenen Interes- sierten bis hin zu Nachhaltigkeits-Profis. Allen wird dieses Fachbuch, neben dem dokumentierten Erfahrungswissen der beiden Praktiker, eine Inspiration zum „Dranbleiben“ sein! Prof. Stefan Luppold IMKEM Institut für Messe-, Kongress- und Eventmanagement
  • 3. Vorwort 7 Vorwort Dieses Praxishandbuch möchte die Entwicklung nachhaltigen Veran- staltungsmanagements der letzten Jahre dokumentieren und das vielsc hichtige, mitunter unübersichtliche Themenfeld ordnen. Der Leser erfährt, wie Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen Kontext eines Unter- nehmens, einer Organisation oder einer Institution verankert werden kann. Welches Managementsystem passt für mein Unternehmen? Wie kann ein Managementsystem zur einfacheren Planung nachhal- tiger Veranstaltungen beitragen? Ist eine Zertifizierung zwingend notwendig? Anspruch ist, die vorhandenen Möglichkeiten kompakt und übersichtlich darzustellen. Das selbst entwickelte Umweltmanagementsystem in Anlehnung an das Prinzip der Balanced Scorecard nach Robert S. Kaplan und David P. Norton ist der Kern des Handbuchs. Es leitet den Leser syste- matisch und zielgerichtet von der Vision bis zur Dokumentation an. Von Praktikern für Praktiker. Viel Spaß beim Lesen und Erfolg bei der Umsetzung Ihrer nachhalti- gen Veranstaltungen. Martina Riediger und Christian Oblasser Berlin im Februar 2015
  • 4. Vorwort 8 Aus Gründen der vereinfachten Lesbarkeit wird im Folgenden ausschließlich die männliche Form gewählt. Angesprochen sind jedoch stets beide Geschlechter.
  • 5. Autoren 9 Autoren Martina Riediger ist Dipl.-Touristikfachfrau und seit vielen Jahren Managementtrainerin für die nachhal- tige Veranstaltungsorganisation. Sie teilt ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit den Teilnehmern zahlrei- cher Aus- und Fortbildungsveranstaltungen. An der ascenso Akademie für Business und Medien in Palma de Mallorca lehrt sie Eventmanagement, für die Akademie Heidelberg ist sie als Referentin tätig. Als Inhaberin einer Veranstaltungsagentur hat sich ihr Bewusstsein geschärft, wie unbewusst gerade diese Branche mit den natürlichen Ressourcen umgeht. Daraus entstand die innere Überzeugung, daran etwas ändern zu wollen und maßgeblich an der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeit in der Veranstaltungswirtschaft mitzuwirken. Christian Oblasser befasst sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche seit mehreren Jahren. Seine Mitgliedschaft in verschie- denen Organisationen, wie beispielsweise dem Verband Direkte Wirtschaftskommunikation e.V. FAMAB oder den Berlin Preferred Agencies im Berlin Convention Office, haben dazu beigetragen, dass er sich aktiv an der Weiterentwicklung der Branche beteiligt. Als Vorstandsmitglied der Berlin Preferred Agencies im Berlin Conven- tion Office hat er maßgeblich an der Initiierung sowie der Einsetzung der Plattform “Berlin Green Meetings” mitgewirkt und betreute den Bereich Green Meetings im Vorstand. Seine jahrelange Arbeit in verschiedenen Agenturen für Live-Kommunikation in Deutschland trägt dazu bei, dass die Beratung immer einen ausgewiesenen Praxisbezug hat. Kontakt: m.riediger@gogreenmice.de / c.oblasser@gogreenmice.de http://triasconsulting.com
  • 6. Inhalt 10 Inhalt Einleitung.............................................................................................................13 1. Eine Einführung in das Thema 1.1 Stellenwert und Relevanz nachhaltiger Veranstaltungen .....16 1.2 Die Entstehung des modernen Nachhaltigkeitsbegriffs: eine historische Betrachtung ............................................................19 1.3 Nachhaltige Entwicklung aus umweltpolitischer Sicht ..........21 1.4 „Attitude matters“ – die innere Haltung zählt ...........................26 2. Erste Schritte zu einer nachhaltigen Veranstaltung 2.1 Definitionen .............................................................................................29 2.2 Das 3-Säulen-Modell Nachhaltiger Entwicklung im Veranstaltungsmanagement ............................................................31 2.3 Kurzdarstellung der 10 Handlungsfelder des BMUB-Leitfadens ...................................................................................34 2.4 Ökologischer Fußabdruck und Kompensation ..........................47 3. Überblick über bestehende Systeme, freiwillige Selbst- verpflichtungen und Initiativen im Veranstaltungsbereich 3.1 Freiwillige Selbstverpflichtungen ....................................................53 3.2 Unterscheidungskriterien der Zertifikate .....................................63 3.3 Systematisierung von Zertifikaten in Hinblick auf Veranstaltungen .....................................................................................64
  • 7. Inhalt 11 4. Managementsysteme zur Organisation nachhaltiger Veranstaltungen 4.1 Warum ist es wichtig ein Managementsystem einzusetzen? .............................................................................................75 4.2 Was macht ein erfolgreiches Managementsystem aus? .......78 4.3 Wie finde ich das passende Managementsystem, um Veranstaltungen nachhaltig zu organisieren? ...........................81 5. Das trias-System zur Organisation nachhaltiger Veranstaltungen 5.1 Je mehr Maßnahmen, desto nachhaltiger? ................................89 5.2 Am Anfang steht die Vision – von der Vision zur Strategie.....................................................................................................93 5.3 Mit Strategie zum Maßnahmenplan ..............................................98 5.4 Die Strategie orchestriert alle Maßnahmen..............................109 5.5 Die Strategiekarte................................................................................114 5.6 Die Perspektiven im Detail...............................................................116 5.7 Operationalisierung und Validierung der Kriterien ..............122 5.8 Tue Gutes und rede darüber – die Dokumentation .............125 5.9 Umweltleistung als Added Value .................................................131 5.10 Die Balanced Scorecard als System zur Kontrolle .................132
  • 8. Inhalt 12 6. Ein Blick in die Praxis 6.1 Experten-Interviews aus den Bereichen Hotel, Verband und Kongresshaus ..............................................................................135 6.2 Best Practise Steigenberger Hotel Am Kanzleramt Berlin ........................................................................148 Anhang Glossar ..............................................................................................................150 Literaturverzeichnis .....................................................................................155