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Inhaltsverzeichnis
Widmung..............................................................................................................5
Editorial
Andreas J. Harbig / Thomas Klug........................................................................9
Navigation in der Welt der Formen
Dirk Baecker......................................................................................................17
Wertschöpfung durch Wertschätzung
Anselm Grün ......................................................................................................27
Organisationsdemokratie und die Entwicklung von integrativer Führung
Kenneth Cloke / Joan Goldsmith .......................................................................39
Mit Erfolg scheitern – das Dilemma mit der Führung
David A. Schmaltz..............................................................................................63
Der blinde Fleck in Führung und Innovation
Katrin Käufer / Claus Otto Scharmer................................................................75
Jenseits der Illusionen
Gerhard Huhn....................................................................................................91
Das Eisbergphänomen
Craig Stephens / Thomas Klug.........................................................................121
Organisationale Energie
Heike Bruch / Bernd Vogel / Silja Drack..........................................................137
Von der Traditionsmarke zur Bewegermarke Sedus
Bernhard Kallup ..............................................................................................163
8 Inhaltsverzeichnis
Blick in den Spiegel
Julian Martin / Carol Goldsmith / Kristin Hodges / Peggy Parskey................173
Eine IT-Organisation im Wandel
Klaus-Hardy Mühleck / Christina D. Schlichting ............................................189
World Café: Kollektive Kreativität im Kommen
Alexander Schieffer / Juanita Brown / David Isaacs / Bo Gyllenpalm.............209
Das Genuine Contact™ Program – holistischer Ansatz für
Unternehmenserfolg
Birgitt Williams / Sabine Bredemeyer ..............................................................223
Führung neu verorten
Andreas J. Harbig............................................................................................241
Die Autoren......................................................................................................251
Stichwort- und Personenverzeichnis ................................................................261
Editorial
Andreas J. Harbig / Thomas Klug
„Die Welt, die wir geschaffen haben, ist das Resultat einer überlebten
Denkweise. Die Probleme, die sich daraus ergeben, können nicht mit der
gleichen Denkweise gelöst werden, durch die sie entstanden sind.“
Albert Einstein
Komplexität und Dynamik in Wirtschaft und Gesellschaft nehmen weiter zu.
Die weltweite Vernetzung internationaler Märkte, der demografische Wandel,
der Umbruch von Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaften und die Verknap-
pung fossiler Energieressourcen sind nur einige Aspekte zunehmender Komple-
xität. Für Politik und Wirtschaft erwachsen daraus große Herausforderungen.
Erfolgreiches Lenken von Unternehmen war auch früher nicht einfach, aber
vielleicht übersichtlicher und deshalb in vielen Fällen leichter zu steuern. Der
Unternehmensalltag ist heute so vielschichtig, dass es vieler brains, unterschied-
licher Wissender, bedarf, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Mo-
dell „allein bestimmender Patriarch an der Spitze“ funktioniert nur noch in sel-
tenen Fällen. Wie muss Führung heute aussehen? Welche Konzepte sind die
richtigen? Gibt es das perfekte Führungsmodell?
Dieses Buch lädt dazu ein, verschiedene Führungskonzepte aus Theorie und
Praxis kennen zu lernen. Wir haben sie ausgewählt, weil sie die Herausforde-
rung „Führung“ aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. Auf den ersten
Blick erscheinen sie heterogen, teils sogar widersprüchlich oder utopisch. Aber
der zweite Blick lohnt sich – er zeigt, dass sich die hier geteilten Erfahrungen,
Konzepte und Theorien ergänzen, in einigen Aussagen sogar decken und so
einen Raum der Möglichkeiten für Führung eröffnen. Sie bilden keine Schule,
sondern stützen unsere Überzeugung, dass es die Formel für Führung nicht gibt.
Vielmehr bildet sich Führung in Beziehungen zwischen Menschen und Organi-
sationen, Märkten, Lieferanten und Kunden, Investoren und Eigentümern, zivil-
10 Andreas J. Harbig / Thomas Klug
gesellschaftlichen Interessengruppen und Akteuren. Aus dieser multidimensio-
nalen Beziehungsdynamik entstehen neue Möglichkeiten für nachhaltige Lö-
sungen. Dieses Buch will Anregungen geben – ein vielfältiges Angebot, das die
Konvergenz in der Arbeit verschiedener Forscher, Berater und Praktiker be-
schreibt:
Der Soziologe Dirk Baecker von der Universität Witten/Herdecke erläutert
Wirk-Zusammenhänge zwischen Computer, Mensch und Gesellschaft. Das
innovative Unternehmen des 21. Jahrhunderts werde sich drei Herausforderun-
gen stellen müssen: dem Computer als dritte bahnbrechende Kulturtechnik der
Menschheit (nach Schrift und Buchdruck), dem Menschen als der Schnittstelle
zwischen Maschine und Idee – „die knappste Ressource von allen“ – und der
Gesellschaft, die sich von der „feudalen Ordnung der Tradition und der funktio-
nalen Differenzierung der Neuzeit“ verabschiedet hat. „Keine dieser Herausfor-
derungen ist neu, aber alle drei werden sich dramatisch zuspitzen und alle For-
men der Unternehmensorganisation, die wir gegenwärtig für rational und effi-
zient halten, als veraltet kennzeichnen.“ Diese These findet heute schon
Bestätigung durch Transformationsprozesse in Unternehmen wie Hewlett-
Packard, Volkswagen oder Sedus (Beispiele in diesem Buch).
Dieser Wandel, den wir, wie Baecker meint, in seiner vollen Tragweite erst
„erahnen“, beschleicht uns mit einem gewissen Unbehagen. Organisationen und
Unternehmen sind damit konfrontiert, spüren die Veränderung. Was gestern
gültig war, muss es heute nicht mehr sein. Linear fixe Konstruktionen und darauf
basierendes Entscheiden und Handeln sind nicht mehr zeitgerecht. Es gilt hier,
andere Dimensionen – oder präziser ausgedrückt – Innovationen des Machbaren
zu erschließen.
Pater Anselm Grün, Benediktinermönch, Berater und selbst erfolgreicher Unter-
nehmer im Auftrag seines Klosters, empfiehlt den Unternehmen trotz aller techno-
logischen, soziologischen, wissenschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen
Umbrüche die Rückbesinnung auf abendländisch-christliche Werte, Spiritualität
und Ethik als Orientierung. Als noch heute gültigen Leitfaden gibt er Unterneh-
mern die 1.500 Jahre alten Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia an die
Hand. Er scheut nicht die Behauptung, dass die Wertschätzung eines jeden –
Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden – auch der Wertschöpfung als Paradigma der
Betriebswirtschaft in die Hände spielt. Einige Beiträge dieses Buches sind –
eher implizit als explizit – von einer ähnlichen Werthaltung geprägt, wie sie
Grün beschreibt.
Mit seinem Postulat für Werte in Unternehmen ist Pater Anselm Grün kein ein-
samer Rufer in der Wüste. So ist auch in der Deklaration der Stiftung Weltethos,
ins Leben gerufen vom Theologen Hans Küng, zu lesen: „Statt einer unstillbaren
Editorial 11
Gier nach Geld, Prestige und Konsum ist wieder neu der Sinn für Maß und Be-
scheidenheit zu finden!“1 Er fordert wirtschaftliche Macht im „Dienst an den
Menschen“ und Wettbewerb im gegenseitigen Respekt. Laut einer Umfrage des
Allensbacher Instituts für Demoskopie aus dem Jahr 2000 fordern 67 Prozent
aller Deutschen, dass ein Unternehmer oder Manager neben dem Wohlergehen
des Unternehmens auch die öffentlichen Interessen im Auge haben müsse. Eine
Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2005 bestätigt: Rund 80 Prozent der Berufstäti-
gen erwarten von einem glaubwürdigen Chef, dass er ethische Werte vertritt.
Auch die Autoren Kenneth Cloke und Joan Goldsmith fordern Werteorientierung
in Unternehmen. Anders als beim Theologen Grün liegt für sie die Quelle für
Werte nicht in einem religiösen Bezugssystem. Die Berater aus den USA sehen
in der Demokratie als Gesellschaftsform die Garantie für wertebasiertes Mitein-
ander. Werteorientierung setze automatisch ein, wenn Unternehmen einen de-
mokratischen Organisationsansatz haben. Denn, so argumentieren sie weiter, in
demokratischen Organisationen müssten alle Beteiligten ihre Fähigkeiten aus-
bauen und verantwortungsvolle, sich selbst leitende Mitglieder eines Teams
sein. Cloke und Goldsmith gehen vom aufgeklärten Menschen aus, der als „de-
mokratische Führungspersönlichkeit eindeutigen Einsatz für Werte, Ethik und
Integrität verkörpert“.
Darin liegt auch die potenzielle Angreifbarkeit ihres Ansatzes. Bereits Platon
subsumierte die Demokratie in die Reihe der Verfallsformen des Staates, in
„Politeia“ kritisiert er harsch: „Die angeblichen Vorzüge, die aus der Demokratie
resultieren, nämlich Freiheit, Wohlerzogenheit, Großartigkeit und Männlichkeit,
müssten eigentlich Willkür, Übermut, Verschwendung und Schamlosigkeit hei-
ßen, um den wahren Charakter der Demokratie deutlich zu machen.“ Doch sind
die Gedanken von Cloke und Goldsmith nicht als naive Utopie abzutun. Die
Gesellschaft für Arbeitswissenschaften bestätigt: „Die aktuelle Entwicklung hat
Unternehmenskonzepte hervorgebracht, die Dezentralisierung und Hierarchie-
abbau mit neuen inner- und zwischenbetrieblichen Organisationsformen verbin-
den. Nicht mehr allein die Vorgesetzten geben Arbeitsanweisungen und über-
nehmen die Verantwortung für die von ihren Mitarbeitern ausgeführten Tätigkei-
ten, sondern kompetente, mit weiten Entscheidungsspielräumen ausgestattete
Beschäftigte beschließen über die Art der Aufgabenbearbeitung. Führung wan-
delt sich von einer eher Anweisungen gebenden und kontrollierenden Funktion
hin zu einer Funktion, die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Beschäf-
tigten fördert.“2 Für die Führungspersönlichkeit heißt das, sich im Kern neu zu
definieren.
1 http://www.weltethos.org/03-deklaration.htm.
2 http://www.gfa-online.de/memorandum/Inhalt_Zukunft.php.
12 Andreas J. Harbig / Thomas Klug
Wer Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Beschäftigten fördern will,
muss den Wunsch des „Beherrschens“ aufgeben. Die Einsicht, dass nicht alles
kontrollierbar und machbar ist, erscheint schwieriger als erwartet. Auch die eher
passive Rolle des „Zulassens“ einnehmen zu können, ist eine neue, oft ungeübte
Form des Führens. Das, so David Schmaltz, sei ein wichtiger und nicht einfacher
Prozess. In Trainings erlernen Manager/innen hauptsächlich unterschiedliche
Methoden zur Berechnung der richtigen Antworten. Diese Berechnungen und
Aufgaben passen aber nicht immer zu den tatsächlichen Problemen – ein Di-
lemma inmitten der Wirk-Zusammenhänge von Computer, Mensch und Gesell-
schaft. „Was tun?“, fragt Schmaltz. Grundlegend seien die Erkenntnis und das
„sich Ergeben“ in den Umstand, dass es im Leben immer wieder Situationen
gebe, die nicht zu lösen sind. In der Anerkennung der Unlösbarkeit liege die
Lösung. Hinter diesem Paradoxon verbirgt sich der Abschied vom „Ich-kann-
alles-CEO-Helden“, der an die unbedingte Machbarkeit seines Erfolgs glaubt.
Dass solche CEO-Helden im Prinzip aus dem Gestern heraus leben und deshalb
nicht mehr zukunftsfähig sind, postulieren Kathrin Käufer und Claus Otto
Scharmer, Dozenten am Massachusetts Institute of Technology (MIT), USA.
Diese Manager, so die Autoren, handeln aus früheren Erfahrungen heraus. Das
aber reiche heute angesichts sich stets verändernder und neuer Aufgaben nicht
mehr aus. Schlüsse, die Baecker aufzeigt, überführen diese beiden Autoren in
eine Führungstechnologie, die zumindest unter den Führungskräften eine we-
sentlich stärkere, bereichsübergreifende Zusammenarbeit – „demokratisch, inte-
grativ" im Sinne von Cloke und Goldsmith – fördert. Führungskräfte müssen
sich selbst vom Ballast frei machen und eine „innere Reise“ an den „Quellort“
für Innovationen durch gemeinsames Handelns antreten – nur da stelle sich, frei
vom Ego, jene Stille ein, die in sich schöpferische Kraft birgt und zu neuem
Handeln befähigt.
Um „schöpferische Kraft“ und deren Quellort geht es auch im Beitrag von
Gerhard Huhn. Im Fokus seiner Betrachtungen stehen die Mitarbeiter eines
Unternehmens. Strukturelle Arbeitslosigkeit vergrößert die Korrelation zwischen
Lernen bzw. Ausbildung und Arbeits- bzw. Einsatzchancen. Westliche Industrie-
gesellschaften entwickeln sich von Produktions- zu Wissens- oder Innovations-
gesellschaften. Lebenslanges Lernen heißt die zentrale Herausforderung, der
sich Mitarbeiter und Führungskräfte heute stellen müssen. Angesichts der
demografischen Entwicklung – Schrumpfung der deutschen Bevölkerung –
werden Beschäftigte künftig länger arbeiten müssen. Wie kann die Lernkompetenz
der Mitarbeiter gesteigert werden, wenn die Lernbereitschaft mit zunehmendem
Alter in der Regel abnimmt?
Editorial 13
Der Autor beschreibt detailliert den Prozess, den er und sein Team bei einem
großen deutschen Automobilhersteller durchlaufen haben. Ziel war es, die Mit-
arbeiter in einen Zustand zu versetzen, in dem sie effektiv und nachhaltig lernen
können. Dabei gingen sie von der Lehre des Psychologen Mihalyi Cszikszent-
mihalyi aus, die besagt, dass der anzustrebende Zustand, weil für Lernen am
förderlichsten, der „Flow“ ist. Dieser ist nicht von externen Motivationen ab-
hängig – wie in Unternehmen heute üblich, z. B. durch monetäre Anreize oder
auch durch Androhung von Entlassung – sondern ist intrinsisch, selbstmotiviert,
vom eigenen Wertekanon geprägt.
Lern- und Erkenntnisprozesse als Grundlage für Managemententscheidungen
stehen im Mittelpunkt des Beitrags von Craig Stephens und Thomas Klug.
Traditionelle Analysemethoden scheitern oft an unzureichender Kombination
verschiedener Optionen, ihrer Auswirkungen oder gegenseitigen Abhängigkeiten.
So lässt sich nicht klar zurückführen oder transparent machen, ob oder warum
die Unternehmensleistung bei der einen oder anderen Entscheidung profitiert
oder Schaden nimmt. Umfassende Simulation unterschiedlicher Szenarien geht
über intuitive Entscheidungsgrundlagen hinaus und minimiert das Risiko subop-
timaler Ergebnisse.
Nicht-lineare und dynamische Unternehmensentwicklungen erfordern eine fun-
dierte Unterstützung der Managemententscheidungen – Unternehmensleistung
basiert auf einem komplexen Netzwerk interner und externer Rückkopplungs-
schleifen. Der Beitrag zeigt die Verknüpfung verschiedener Stellhebel und die
Notwendigkeit, neuen Anforderungen mit neuen Methoden zu begegnen. Ste-
phens und Klug postulieren eine Ergänzung statischer, isolierter und nur be-
schreibender Key-Performance-Indikatoren durch dynamische, integrierte und
wirklich erklärende „Key-Performance-Treiber“. Ein Fallbeispiel zeigt mitunter
unerwartete Konsequenzen von Entscheidungen und deren dynamische Wech-
selwirkungen. Eine neue Methodologie, die Unternehmen als lebende Systeme
versteht, unterstützt die Sicherung nachhaltiger Leistungsfähigkeit.
Während im Flow Höchstleistung aus dem Fließen persönlicher Energie resul-
tiert, handelt der Beitrag der Autoren Heike Bruch, Bernd Vogel und Silja Drack
von organisationaler Energie – der Frage, wie man Organisationen gestalten
muss, um hohe Energie und Leistung in ihr zu erzeugen. Eine Schlüsselrolle im
Energiemanagement in Unternehmen – neben der Werteorientierung von Füh-
rungskräften im Sinne von Grün – haben die Human-Resources-Abteilungen.
Ihre Aufgabe ist es, die Menschen, das „Humankapital“ zum wesentlichen Er-
folgsfaktor eines Unternehmens zu machen. Das Team vom Institut für Führung
und Personalmanagement an der Universität St. Gallen beschreibt empirisch
erarbeitete organisationale Energien von Unternehmen: resignative Trägheit,
14 Andreas J. Harbig / Thomas Klug
korrosive Energie, angenehme Trägheit, produktive Energie. Sie leiten daraus
zentrale Herausforderungen ab und definieren die Rollen und Aufgaben von
Human Resources Management für das Energiemanagement. Die theoretischen
Ausführungen werden durch zahlreiche konkrete Praxisbeispiele ergänzt und
veranschaulicht.
Ein konkretes Beispiel liefert hier der Beitrag von Bernhard Kallup. Er berich-
tet, wie er als Geschäftsführer des Büromöbelherstellers Sedus die Transforma-
tion seines Unternehmens aus eher negativer Energie – in Anlehnung an Bruch,
Vogel, Drack müsste man von einer Energie zwischen „angenehmer und re-
signativer Trägheit“ sprechen – zu positiver, produktiver Energie erlebte und
beeinflusste. Wie Bruch, Vogel und Drack ausführen und Kallup bestätigt, kann
Erfolg träge machen. Das Unternehmen Sedus musste feststellen, dass seine
Produkte nicht mehr zeitgemäß waren. Ausgehend von einem einfachen Corpo-
rate-Design-Prozess kam es zu einem Re-design, das letztlich viel komplexer als
zunächst angenommen war und alle Bereiche des Unternehmens betraf. Ergeb-
nis war eine radikal neue Corporate Identity. Auch hier ist Werteorientierung die
Basis für nachhaltiges Gelingen der Umgestaltung, sind Entwicklung und Ver-
folgung einer Unternehmensvision bei Sedus die Energiequelle für Veränderung.
Julian Martin, Carol Goldsmith, Kristin Hodges und Peggy Parskey berichten
aus der Praxis von Hewlett-Packard. Vor dem Hintergrund des Mergers mit
Compaq im Jahr 2001 galt es, das Unternehmen neu zu konfigurieren. Ein
Schlüssel war die Neuausrichtung des Bereichs „Mitarbeiterqualifizierung“ und
die entsprechende Schulung der dort beschäftigten Mitarbeiter. Produkt, Dienst-
leistungen und Ausbildung wurden miteinander verbunden. Die sonst übliche
vertikale Organisationsstruktur wurde zu Gunsten eines übergreifenden, inter-
disziplinären Prozesses neu „konfiguriert“. Neue organisationale Energie konnte
so freigesetzt werden, die der Neustrukturierung des Unternehmens förderlich
war.
Um Transformation geht es auch bei Klaus-Hardy Mühleck und Christina D.
Schlichting. Wie bei Baecker beschrieben, müssen Mühleck und Schlichting
feststellen, dass gesellschaftlicher Wandel bedingt durch den Computer auch
oder gerade vor einem transnational agierenden Unternehmen wie Volkswagen
nicht Halt macht. „Organisationen verändern sich permanent“, so die Autoren.
Am Beispiel des Bereichs „Informationstechnologie, Prozesse und Organisati-
on“ (ITPO) zeigen sie, wie Volkswagen auf Veränderungen bei den Partnern und
Dienstleistungsunternehmen, aber auch auf veränderte Bedingungen im Wett-
bewerbsumfeld reagiert hat. Sie beschreiben die schwierige Umgestaltung von
einer divisionalen zu einer prozessorientierten Organisation einschließlich der
nötigen Anpassung von Informations- und Kommunikationssystemen.
Editorial 15
In zwei weiteren Aufsätzen werden Methoden vorgestellt, die Unternehmen
Werkzeuge für einen tiefgreifenden Systemwechsel und Wandel zur Hand geben.
Alexander Schieffer, Juanita Brown, David Isaacs und Bo Gyllenpalm beschrei-
ben die Methode „World Café“ – eine Dialogmethode, die nicht hierarchisch,
sondern im Sinne der Autoren Cloke und Goldsmith höchst demokratisch ist.
Nach festgelegten Regeln ist jeder Eingeladene aufgefordert, seinen Input zu
geben. Die authentische Konversation macht es möglich, Wissen, das üblicher-
weise individuell und partikulär vorhanden ist, in neues, gemeinsam geteiltes
Wissen zu transformieren. World Café macht Organisationen zu Think Tanks.
Die Methode bildet auch ein Modul im Genuine Contact Program, das von Bir-
gitt Williams entwickelt wurde. Williams und Sabine Bredemeyer, die ebenfalls
mit dieser Methode arbeitet, betonen den „holistischen“ Ansatz. Sie gehen wie
Bruch, Vogel und Drack davon aus, dass das Humankapital heute den wichtigs-
ten Wert von Unternehmen darstellt. Dort sind aber auch die Quellen für Misser-
folge angesiedelt: Ängste, mangelnde Motivation der Mitarbeiter, fehlende oder
zurückgehaltene Kreativität. Um diese Barrieren abzubauen, setzt das Genuine
Contact Program auf verschiedenen Ebenen an. Grundlegend sei aber – als ers-
ter Schritt vor Trainings und Workshops – die Verpflichtung der Führung, eine
Organisation zu entwickeln, „die Mitarbeiter schätzt, anerkennt und weitestge-
hend in Entscheidungsprozesse einbezieht“.
So unterschiedlich die Methoden, die Herangehensweisen, die theoretischen
Ansätze der Autoren dieses Buches erscheinen mögen, eines ist ihnen gemein-
sam: Sie sind überzeugt, dass Führung im 21. Jahrhundert anders definiert wer-
den muss als noch vor einigen Jahren: Das führt zum grundsätzlichen Paradig-
menwechsel weg vom Chief Executive Officer, der in der reinen Lehre „top-
down exekutiert“, hin zum Chief Enabling Officer, der im Sinne einer Dynamic
Balanced Scorecard führt, was ermöglicht, die richtigen Handlungsoptionen zu
identifizieren, Lösungen zielgerichtet umzusetzen, Erfolge zu feiern sowie mit
Mitarbeitern und Kunden ständig Innovationen zu generieren. Dieser CEO ist
geleitet von der Überzeugung, dass Werte und Ethik für sein tägliches Wirken
unerlässlich sind – denn nur auf dieser Basis ist heute Führung dauerhaft und
nachhaltig gestaltbar: „Begegne Veränderungen mit offenen Armen, aber verlie-
re dabei nicht Deine Wertmaßstäbe“, sagt der Dalai Lama. Der Wege gibt es
viele. Wir stellen Ihnen einige vor und möchten damit zum Dialog anregen.
16 Dirk Baecker
Die Autoren
Baecker Dr., Dirk,
geboren 1955, studierte Soziologie und Nationalöko-
nomie in Köln und Paris. Nach seiner Promotion und
Habilitation im Fach Soziologie lehrt er seit 1996
Unternehmensführung und seit 2000 Soziologie an der
Universität Witten/Herdecke. Seine Forschungsschwer-
punkte sind allgemeine soziologische Theorie, Organi-
sationsforschung und Managementlehre. Seit 2000 ist er
Mitgesellschafter des Management Zentrums Witten.
Bredemeyer, Sabine,
ist seit 2003 zertifizierte Genuine Contact™ Program-
Beraterin und Trainerin. Nach 13 Jahren als Unter-
nehmerin arbeitet sie heute als Coach, Beraterin und
Moderatorin unter dem Namen Bredemeyer & Friends.
Zusammen mit internationalen Kollegen ist sie für
mittlere und große Unternehmen sowie für interna-
tionale Organisationen tätig. Sie verfasste Beiträge in
Büchern und Fachzeitschriften zu den Themen
„Ganzheitliche Unternehmensentwicklung“ und „Großgruppen-Interventionen“.
Sie bildet darüber hinaus Kollegen im Genuine Contact™ Program sowie in
verschiedenen Großgruppen-Methoden aus.
252 Die Autoren
Bröcker, Monika,
bis 2006 bei PA Consulting Group im Bereich People
and Organizational Change tätig. 2005 wechselte sie von
Frankfurt nach Los Angeles, wo sie nun als selbst-
ständige systemische Beraterin tätig ist. Sie hat umfang-
reiche Erfahrungen in Coaching, Moderation von Work-
shops und Großgruppen (insbesondere Worldcafés),
Personal- und Organisationsentwicklung, Teambuilding,
Konfliktmanagement, Training & Entwicklung sowie
Kommunikation. Monika Bröcker hat mit Heinz von
Foerster das Buch "Teil der Welt" geschrieben und ist Gast-Herausgeberin der
Heinz von Foerster Memorial Ausgabe der Zeitschrift "Kybernetes" sowie
Herausgeberin der Heinz von Foerster Online Festschrift "Human Becoming -
Becoming Human".
Bruch Professor Dr., Heike,
ist Direktorin am Institut für Führung und Personal-
management, Universität St. Gallen. Sie leitet das
Organizational Energy Program (OEP) sowie das Inter-
national Study Program (ISP) der Universität St. Gallen
und hat seit 2006 die wissenschaftliche Leitung von Top
Job inne.
Cloke, Kenneth, und Goldsmith, Joan,
arbeiten als organisationale Berater und
Mediatoren. Sie haben gemeinsam zahl-
reiche Bücher und Schriften veröffent-
licht u. a. „Resolving Conflicts at Work”;
„Resolving Personal and Organizational
Conflicts“; „The End of Management
and the Rise of Organizational
Democracy“ und „The Art of Waking
People Up“. Joan Goldsmith hat darüber
hinaus am Buch „Learning to Lead” mitgewirkt und Cloke ist Autor von “Medi-
ating Dangerously and The Crossroads of Conflict”.
Die Autoren 253
Drack, Silja,
ist Doktorandin von Professor Dr. Heike Bruch und schreibt ihre
Dissertation im Themengebiet von Human Resource Manage-
ment und Leadership. Sie arbeitet als stellvertretende Personal-
leiterin bei einem schweizerisch-amerikanischen Maschinen-
bauunternehmen.
Goldsmith, Carol,
zählt zu den führenden Beraterinnen im Bereich
Design von Lern- und Entwicklungsangeboten
sowie -technologien und wurde in ihrer 33-jährigen
Karriere mit mehreren internationalen Preisen
ausgezeichnet. Sie lehrte an der Universität von
Nevada, Reno, am Sierra Nevada College und an der
Universität San Francisco. Derzeit arbeitet sie für
Hewlett-Packard als Global Processes Program
Manager. Carol Goldsmith ist Mitglied in der
International Society for Performance Improvement (ISPI) und in der American
Society for Training & Development (ASTD).
Grün, Pater Anselm,
geboren am 14.01.1945. Unmittelbar nach dem Abi-
tur trat er 1964 der Abtei Münsterschwarzach bei.
Nach dem Studium von Theologie und Betriebswirt-
schaft arbeitet er seit 1977 als Cellerar, d. h.
wirtschaftlicher Leiter seiner Abtei. Pater Grün
gehört zu den meistgelesenen spirituellen Autoren.
Seine Bücher haben eine Gesamtauflage von über 14
Millionen Exemplaren erreicht und wurden in
mindestens 28 Sprachen übersetzt. Er veranstaltet regelmäßig Kurse zu vielfäl-
tigen Themen – von christlicher Lebensweise über Rituale bis hin zu Manage-
ment. Pater Grün setzt sich in seinen Kursen für Ethik im Management ein.
254 Die Autoren
Gyllenpalm Ph. D, Bo,
lehrt als Professor an der Fielding Graduate University
von Santa Barbara, California. Als Mitglied des
Entwicklungsteams gehört er zu den Mitbegründern des
World Cafés. Gyllenpalm arbeitet weltweit als Organisa-
tionsberater. Sein Fokus liegt auf komplexen und
umfangreichen Projekten. Er war vordem viele Jahre als
Chief Executive Officer (CEO) für Unternehmen aus der
Philips-Gruppe und aus der Siemens-Gruppe in
Schweden tätig.
Harbig, Andreas J.,
Mitglied der Geschäftsleitung bei der PA Consulting
Group. Seit über 15 Jahren begleitet er Unternehmen in
der strategischen Gestaltung nachhaltiger Wertschöpfung
und den damit verbundenen Veränderungsprozessen für
die Organisation, Führungskräfte und Mitarbeiter.
Zuletzt als Partner und Leiter Strategisches HR Mana-
gement bei PricewaterhouseCoopers, Frankfurt am
Main, konzernweit verantwortlich für strategische HR
Aktivitäten, war er bis 1999 als Senior Vice President
bei VEBA AG, Düsseldorf, Leiter Strategisches HR Management & Konzern-
führungskräfte.
Hodges, Kristin,
ist seit 1993 bei Hewlett-Packard tätig. Ihr Fokus liegt
auf dem Bereich Ausbildung. Sie war beteiligt an Analy-
sen, Entwicklung, Design, Implementierung und
Evaluation von technischen und nicht-technischen Lehr-
plänen und Lehrunterlagen. Optimale und innovative
Anwendung von neuesten Technologien, um effizientes
Lernen zu ermöglichen, sind Kristin Hodges ein großes
Anliegen. Für ihre e-learning-Pläne wurde sie mit
verschiedenen Industriepreisen ausgezeichnet.
Die Autoren 255
Huhn Dr., Gerhard,
geboren 1945. Der promovierte Jurist war als Verkaufs-
direktor einer amerikanischen Kosmetikfirma in der
Schweiz, als Rechtsanwalt und Verleger tätig. Nach
mehrjähriger Weiterbildung im psychologischen Be-
reich arbeitet er seit 1992 als Unternehmensberater und
Managementtrainer. Er beschäftigt sich seit über 30
Jahren mit den praktischen Aspekten der Gehirn-
forschung, speziell mit den Konsequenzen für Lern-
prozesse, Motivation (Selbstmanagement und Führung),
Kommunikation und Kreativität. Diese Erkenntnisse setzt er in Beratungstätig-
keit, in individuellen Coachingprozessen und Seminaren zum alltäglichen Ein-
satz für Menschen in Organisationen und Unternehmen ein. Huhn lehrt seit 1996
an der Freien Universität Berlin sowie an der Bauhausuniversität Weimar und ist
Gastprofessor an der Universität von Concepción in Chile.
Isaacs, David, ist mit
Brown, Juanita
Initiator und Entwickler des World
Cafés. David Isaacs ist zudem
Präsident von Clearings Communi-
cations, einer innovativen Strategie-
beratung. David war Mitinitiator des
MIT Organizational Learning Center’s Strategic Dialogue on Large Scale
Systems Change in Zusammenarbeit mit Intel und hat weltweit mit einer
Vielzahl von Großunternehmen gearbeitet.
Käufer Dr., Katrin,
forscht als Research Affiliate an der MIT Sloan
School of Management und ist Gründungsmitglied
des Presencing Institute in Cambridge, USA. Ihre
Forschungsschwerpunkte umfassen soziale Trans-
formationsprozesse und nicht-hierarchische Führung.
Als Aktionsforscherin arbeitet Käufer sowohl mit
Unternehmen als auch mit Nichtregierungsorgani-
sationen sowie dem United Nations Development
Program (UNDP) in New York zusammen. Ihr
Artikel mit D. Ancona „The Comparative Advantage of X-Teams“ wurde als
„Best Paper“ in der Sloan Management Review mit dem Richard Beckhard
Memorial Prize, 2003 ausgezeichnet.
256 Die Autoren
Kallup Dr., Bernhard,
ist Vorstandsvorsitzender bei der Sedus Stoll AG. Er
studierte Maschinenbau an der Technischen Universität
München, schloss sein Studium 1979 mit der Prüfung
zum Diplom-Ingenieur ab und promovierte 1993. Von
1979 bis 1987 bekleidete Kallup eine leitende Funktion
im zentralen Forschungs- und Entwicklungszentrum der
VARTA Batterie AG. Im gleichen Unternehmen war er
von 1987 bis 1991 verantwortlich für Aufbau und
Leitung eines Werkes für OEM-Starterbatterien in
Hannover. 1992 wechselte Kallup zur Christof Stoll GmbH & Co. KG Waldshut
und war dort bis 1994 Geschäftsführer für Produktion, Logistik und Produkt-
entwicklung. Seit 1995 – einhergehend mit der Umwandlung des Unternehmens
in eine Aktiengesellschaft – ist Dr. Bernhard Kallup Vorstand Technik sowie
darüber hinaus seit 1997 Vorstand Markenführung und Vorstandsvorsitzender.
Klug, Thomas,
arbeitet als Berater im Frankfurter Büro der PA Consul-
ting Group. Seine Spezialgebiete sind die systemische
Strategieentwicklung und -umsetzung sowie eine ganz-
heitliche, integrierte Begleitung von Organisations- und
Personalentwicklung in Veränderungsprozessen. Vor seiner
Tätigkeit für PA hat er in verschiedenen Funktionen als
leitender Manager in der Automobilindustrie in Europa,
Südafrika und USA gearbeitet.
Martin, Julian,
ist seit 2002 Mitglied im Global Learning Processes
Team bei Hewlett-Packard und verantwortlich für
Design und Architektur des „Performance and Learning
Solutions Lifecycle“. Er war als Manager des Training
Centers maßgeblich im Pre-Merger-Prozess bei Hewlett-
Packard in Großbritannien involviert. 2001 verantwortete
er die Anwendung von Hewlett-Packard Technology
(HPT) in allen HP-Geschäfts- und Herstellungseinheiten.
Im Fokus stand die Konsistenz in Anwendung und
Lösung des HP-Itanium-Programms.
Die Autoren 257
Mühleck, Klaus Hardy,
ist 51 Jahre alt. Mühleck ist seit 2004 Chief Information
Officer (CIO) beim Volkswagen Konzern. Zuvor war er
bei verschiedenen Automobilherstellern in verantwort-
ungsvollen Positionen tätig, u. a. CIO Group Audi, Seat,
Lamborghini, Mitglied des Direktoriums und CIO Au-
tomotive bei DaimlerChrysler AG. Mühleck ist Dipl.-
Ing. mit Schwerpunkt Prozess- u. Au-
tomatisierungstechnik.
Parskey, Peggy,
ist seit mehr als 25 Jahren als Beraterin tätig. Sie beglei-
tet Unternehmen bei Veränderungsprozessen, hilft ihnen,
organisationale Energie zu verbessern, und betreut
darüber hinaus auch individuelle Entwicklungsprozesse
von Mitarbeitern in Unternehmen. Parskey hat ihr
eigenes Beratungsunternehmen „Parskey Consulting“
gegründet. Ihr Fokus liegt vor allem im Bereich Human
Resources, Lernen und Entwickeln.
Scharmer Dr., Claus Otto,
ist als Senior Lecturer an der MIT Sloan School of Ma-
nagement tätig. Er ist Co-Direktor von ELIAS, einem
Programm zur gemeinsamen Weiterentwicklung von
Führungskräften, das von der UN Global Compact, der
Society for Organizational Learning, dem MIT und glo-
balen Unternehmen initiiert wurde. ELIAS wendet den
von Scharmer entwickelten U-Prozess für Innovationen
an. Scharmer ist außerdem Gründungsmitglied des
Presencing Instituts in Cambridge, USA.
258 Die Autoren
Schieffer Dr., Alexander,
ist Managing Partner der CELL Center of Excellence for
Leadership and Learning GmbH, einer international
tätigen Beratungsgesellschaft. Er ist zudem tätig als
Lehrbeauftragter an der Universität St. Gallen, Schweiz,
und auch als Leiter des Kompetenzbereichs für
International Network Management am Institut für
Führung und Human Resources.
Schlichting, Christina,
ist 40 Jahre alt. Sie studierte Sinologie, Germanistik und
Politikwissenschaft an der Universität Göttingen,
Universität Wuhan (VR China) und Universität
Hamburg. Danach war sie u. a. tätig als Sales Managerin
China, Leiterin der Audi Repräsentanz Beijing und
Leiterin Veränderungsprojekt Neuausrichtung ITP&O
der Volkswagen AG. Seit Juli 2005 leitet sie das
Veränderungsmanagement ITP&O Volkswagen AG.
Schmaltz, David A.,
ist der Begründer von „True North“. Die von Schmaltz
entwickelte Methode zielt darauf ab, Menschen dabei zu
helfen, aus eigenen Quellen heraus, erstaunliche
Resultate zu erzielen. Er hat dafür Workshops und
experimentelle Trainings konzipiert. Schmaltz hat
verschiedene Bücher und Artikel veröffentlicht, u. a.
„The Blind Men and the Elephant, Mastering Project
Work, How To Transform Fuzzy Responsibilities Into
Meaningful Results“.
Die Autoren 259
Stephens, Craig,
ist seit 1982 als Berater bei PA Consulting Group tätig.
Ausgebildet am Massachusetts Institute of Technology
(hier wurde die Wissenschaft von “Business Dynamics“
entwickelt), ist er heute einer der international führenden
Experten für den Einsatz dynamischer Simulatoren im
Management. Seine Erfahrungsschwerpunkte liegen in
der Simulation der Performance großer Design-, Ent-
wicklungs- und Konstruktionsprojekte. Er hat zudem die
Entwicklung und Nutzung simulations-basierter Systeme
zur Förderung von Managementkompetenzen für
Führungskräfte geleitet.
Vogel, Dr., Bernd,
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Führung und Personalmanagement, Projektleiter im
Organizational Energy Program (OEP) sowie Lehrbeauf-
tragter an der Universität St. Gallen.
Williams, Birgitt,
verfügt über jahrelange, intensive und praktische
Erfahrungen in der Etablierung von Open-Space-
Organisationen. In Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann
Ward Williams hat sie das Genuine ContactTM
Program
entwickelt. Sie hat zahlreiche Unternehmen und Orga-
nisationen mit ihrer Methode umstrukturiert und ist mit
zwei Preisen für herausragende Managementleistungen
ausgezeichnet worden. Bevor sie mit der Open Space
Technik in Berührung kam, leitete sie eine große
Nichtregierungsorganisation.

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Editorial Andreas J. Harbig Thomas Klug

  • 1. Inhaltsverzeichnis Widmung..............................................................................................................5 Editorial Andreas J. Harbig / Thomas Klug........................................................................9 Navigation in der Welt der Formen Dirk Baecker......................................................................................................17 Wertschöpfung durch Wertschätzung Anselm Grün ......................................................................................................27 Organisationsdemokratie und die Entwicklung von integrativer Führung Kenneth Cloke / Joan Goldsmith .......................................................................39 Mit Erfolg scheitern – das Dilemma mit der Führung David A. Schmaltz..............................................................................................63 Der blinde Fleck in Führung und Innovation Katrin Käufer / Claus Otto Scharmer................................................................75 Jenseits der Illusionen Gerhard Huhn....................................................................................................91 Das Eisbergphänomen Craig Stephens / Thomas Klug.........................................................................121 Organisationale Energie Heike Bruch / Bernd Vogel / Silja Drack..........................................................137 Von der Traditionsmarke zur Bewegermarke Sedus Bernhard Kallup ..............................................................................................163
  • 2. 8 Inhaltsverzeichnis Blick in den Spiegel Julian Martin / Carol Goldsmith / Kristin Hodges / Peggy Parskey................173 Eine IT-Organisation im Wandel Klaus-Hardy Mühleck / Christina D. Schlichting ............................................189 World Café: Kollektive Kreativität im Kommen Alexander Schieffer / Juanita Brown / David Isaacs / Bo Gyllenpalm.............209 Das Genuine Contact™ Program – holistischer Ansatz für Unternehmenserfolg Birgitt Williams / Sabine Bredemeyer ..............................................................223 Führung neu verorten Andreas J. Harbig............................................................................................241 Die Autoren......................................................................................................251 Stichwort- und Personenverzeichnis ................................................................261
  • 3. Editorial Andreas J. Harbig / Thomas Klug „Die Welt, die wir geschaffen haben, ist das Resultat einer überlebten Denkweise. Die Probleme, die sich daraus ergeben, können nicht mit der gleichen Denkweise gelöst werden, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein Komplexität und Dynamik in Wirtschaft und Gesellschaft nehmen weiter zu. Die weltweite Vernetzung internationaler Märkte, der demografische Wandel, der Umbruch von Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaften und die Verknap- pung fossiler Energieressourcen sind nur einige Aspekte zunehmender Komple- xität. Für Politik und Wirtschaft erwachsen daraus große Herausforderungen. Erfolgreiches Lenken von Unternehmen war auch früher nicht einfach, aber vielleicht übersichtlicher und deshalb in vielen Fällen leichter zu steuern. Der Unternehmensalltag ist heute so vielschichtig, dass es vieler brains, unterschied- licher Wissender, bedarf, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Mo- dell „allein bestimmender Patriarch an der Spitze“ funktioniert nur noch in sel- tenen Fällen. Wie muss Führung heute aussehen? Welche Konzepte sind die richtigen? Gibt es das perfekte Führungsmodell? Dieses Buch lädt dazu ein, verschiedene Führungskonzepte aus Theorie und Praxis kennen zu lernen. Wir haben sie ausgewählt, weil sie die Herausforde- rung „Führung“ aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. Auf den ersten Blick erscheinen sie heterogen, teils sogar widersprüchlich oder utopisch. Aber der zweite Blick lohnt sich – er zeigt, dass sich die hier geteilten Erfahrungen, Konzepte und Theorien ergänzen, in einigen Aussagen sogar decken und so einen Raum der Möglichkeiten für Führung eröffnen. Sie bilden keine Schule, sondern stützen unsere Überzeugung, dass es die Formel für Führung nicht gibt. Vielmehr bildet sich Führung in Beziehungen zwischen Menschen und Organi- sationen, Märkten, Lieferanten und Kunden, Investoren und Eigentümern, zivil-
  • 4. 10 Andreas J. Harbig / Thomas Klug gesellschaftlichen Interessengruppen und Akteuren. Aus dieser multidimensio- nalen Beziehungsdynamik entstehen neue Möglichkeiten für nachhaltige Lö- sungen. Dieses Buch will Anregungen geben – ein vielfältiges Angebot, das die Konvergenz in der Arbeit verschiedener Forscher, Berater und Praktiker be- schreibt: Der Soziologe Dirk Baecker von der Universität Witten/Herdecke erläutert Wirk-Zusammenhänge zwischen Computer, Mensch und Gesellschaft. Das innovative Unternehmen des 21. Jahrhunderts werde sich drei Herausforderun- gen stellen müssen: dem Computer als dritte bahnbrechende Kulturtechnik der Menschheit (nach Schrift und Buchdruck), dem Menschen als der Schnittstelle zwischen Maschine und Idee – „die knappste Ressource von allen“ – und der Gesellschaft, die sich von der „feudalen Ordnung der Tradition und der funktio- nalen Differenzierung der Neuzeit“ verabschiedet hat. „Keine dieser Herausfor- derungen ist neu, aber alle drei werden sich dramatisch zuspitzen und alle For- men der Unternehmensorganisation, die wir gegenwärtig für rational und effi- zient halten, als veraltet kennzeichnen.“ Diese These findet heute schon Bestätigung durch Transformationsprozesse in Unternehmen wie Hewlett- Packard, Volkswagen oder Sedus (Beispiele in diesem Buch). Dieser Wandel, den wir, wie Baecker meint, in seiner vollen Tragweite erst „erahnen“, beschleicht uns mit einem gewissen Unbehagen. Organisationen und Unternehmen sind damit konfrontiert, spüren die Veränderung. Was gestern gültig war, muss es heute nicht mehr sein. Linear fixe Konstruktionen und darauf basierendes Entscheiden und Handeln sind nicht mehr zeitgerecht. Es gilt hier, andere Dimensionen – oder präziser ausgedrückt – Innovationen des Machbaren zu erschließen. Pater Anselm Grün, Benediktinermönch, Berater und selbst erfolgreicher Unter- nehmer im Auftrag seines Klosters, empfiehlt den Unternehmen trotz aller techno- logischen, soziologischen, wissenschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Umbrüche die Rückbesinnung auf abendländisch-christliche Werte, Spiritualität und Ethik als Orientierung. Als noch heute gültigen Leitfaden gibt er Unterneh- mern die 1.500 Jahre alten Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia an die Hand. Er scheut nicht die Behauptung, dass die Wertschätzung eines jeden – Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden – auch der Wertschöpfung als Paradigma der Betriebswirtschaft in die Hände spielt. Einige Beiträge dieses Buches sind – eher implizit als explizit – von einer ähnlichen Werthaltung geprägt, wie sie Grün beschreibt. Mit seinem Postulat für Werte in Unternehmen ist Pater Anselm Grün kein ein- samer Rufer in der Wüste. So ist auch in der Deklaration der Stiftung Weltethos, ins Leben gerufen vom Theologen Hans Küng, zu lesen: „Statt einer unstillbaren
  • 5. Editorial 11 Gier nach Geld, Prestige und Konsum ist wieder neu der Sinn für Maß und Be- scheidenheit zu finden!“1 Er fordert wirtschaftliche Macht im „Dienst an den Menschen“ und Wettbewerb im gegenseitigen Respekt. Laut einer Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie aus dem Jahr 2000 fordern 67 Prozent aller Deutschen, dass ein Unternehmer oder Manager neben dem Wohlergehen des Unternehmens auch die öffentlichen Interessen im Auge haben müsse. Eine Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2005 bestätigt: Rund 80 Prozent der Berufstäti- gen erwarten von einem glaubwürdigen Chef, dass er ethische Werte vertritt. Auch die Autoren Kenneth Cloke und Joan Goldsmith fordern Werteorientierung in Unternehmen. Anders als beim Theologen Grün liegt für sie die Quelle für Werte nicht in einem religiösen Bezugssystem. Die Berater aus den USA sehen in der Demokratie als Gesellschaftsform die Garantie für wertebasiertes Mitein- ander. Werteorientierung setze automatisch ein, wenn Unternehmen einen de- mokratischen Organisationsansatz haben. Denn, so argumentieren sie weiter, in demokratischen Organisationen müssten alle Beteiligten ihre Fähigkeiten aus- bauen und verantwortungsvolle, sich selbst leitende Mitglieder eines Teams sein. Cloke und Goldsmith gehen vom aufgeklärten Menschen aus, der als „de- mokratische Führungspersönlichkeit eindeutigen Einsatz für Werte, Ethik und Integrität verkörpert“. Darin liegt auch die potenzielle Angreifbarkeit ihres Ansatzes. Bereits Platon subsumierte die Demokratie in die Reihe der Verfallsformen des Staates, in „Politeia“ kritisiert er harsch: „Die angeblichen Vorzüge, die aus der Demokratie resultieren, nämlich Freiheit, Wohlerzogenheit, Großartigkeit und Männlichkeit, müssten eigentlich Willkür, Übermut, Verschwendung und Schamlosigkeit hei- ßen, um den wahren Charakter der Demokratie deutlich zu machen.“ Doch sind die Gedanken von Cloke und Goldsmith nicht als naive Utopie abzutun. Die Gesellschaft für Arbeitswissenschaften bestätigt: „Die aktuelle Entwicklung hat Unternehmenskonzepte hervorgebracht, die Dezentralisierung und Hierarchie- abbau mit neuen inner- und zwischenbetrieblichen Organisationsformen verbin- den. Nicht mehr allein die Vorgesetzten geben Arbeitsanweisungen und über- nehmen die Verantwortung für die von ihren Mitarbeitern ausgeführten Tätigkei- ten, sondern kompetente, mit weiten Entscheidungsspielräumen ausgestattete Beschäftigte beschließen über die Art der Aufgabenbearbeitung. Führung wan- delt sich von einer eher Anweisungen gebenden und kontrollierenden Funktion hin zu einer Funktion, die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Beschäf- tigten fördert.“2 Für die Führungspersönlichkeit heißt das, sich im Kern neu zu definieren. 1 http://www.weltethos.org/03-deklaration.htm. 2 http://www.gfa-online.de/memorandum/Inhalt_Zukunft.php.
  • 6. 12 Andreas J. Harbig / Thomas Klug Wer Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Beschäftigten fördern will, muss den Wunsch des „Beherrschens“ aufgeben. Die Einsicht, dass nicht alles kontrollierbar und machbar ist, erscheint schwieriger als erwartet. Auch die eher passive Rolle des „Zulassens“ einnehmen zu können, ist eine neue, oft ungeübte Form des Führens. Das, so David Schmaltz, sei ein wichtiger und nicht einfacher Prozess. In Trainings erlernen Manager/innen hauptsächlich unterschiedliche Methoden zur Berechnung der richtigen Antworten. Diese Berechnungen und Aufgaben passen aber nicht immer zu den tatsächlichen Problemen – ein Di- lemma inmitten der Wirk-Zusammenhänge von Computer, Mensch und Gesell- schaft. „Was tun?“, fragt Schmaltz. Grundlegend seien die Erkenntnis und das „sich Ergeben“ in den Umstand, dass es im Leben immer wieder Situationen gebe, die nicht zu lösen sind. In der Anerkennung der Unlösbarkeit liege die Lösung. Hinter diesem Paradoxon verbirgt sich der Abschied vom „Ich-kann- alles-CEO-Helden“, der an die unbedingte Machbarkeit seines Erfolgs glaubt. Dass solche CEO-Helden im Prinzip aus dem Gestern heraus leben und deshalb nicht mehr zukunftsfähig sind, postulieren Kathrin Käufer und Claus Otto Scharmer, Dozenten am Massachusetts Institute of Technology (MIT), USA. Diese Manager, so die Autoren, handeln aus früheren Erfahrungen heraus. Das aber reiche heute angesichts sich stets verändernder und neuer Aufgaben nicht mehr aus. Schlüsse, die Baecker aufzeigt, überführen diese beiden Autoren in eine Führungstechnologie, die zumindest unter den Führungskräften eine we- sentlich stärkere, bereichsübergreifende Zusammenarbeit – „demokratisch, inte- grativ" im Sinne von Cloke und Goldsmith – fördert. Führungskräfte müssen sich selbst vom Ballast frei machen und eine „innere Reise“ an den „Quellort“ für Innovationen durch gemeinsames Handelns antreten – nur da stelle sich, frei vom Ego, jene Stille ein, die in sich schöpferische Kraft birgt und zu neuem Handeln befähigt. Um „schöpferische Kraft“ und deren Quellort geht es auch im Beitrag von Gerhard Huhn. Im Fokus seiner Betrachtungen stehen die Mitarbeiter eines Unternehmens. Strukturelle Arbeitslosigkeit vergrößert die Korrelation zwischen Lernen bzw. Ausbildung und Arbeits- bzw. Einsatzchancen. Westliche Industrie- gesellschaften entwickeln sich von Produktions- zu Wissens- oder Innovations- gesellschaften. Lebenslanges Lernen heißt die zentrale Herausforderung, der sich Mitarbeiter und Führungskräfte heute stellen müssen. Angesichts der demografischen Entwicklung – Schrumpfung der deutschen Bevölkerung – werden Beschäftigte künftig länger arbeiten müssen. Wie kann die Lernkompetenz der Mitarbeiter gesteigert werden, wenn die Lernbereitschaft mit zunehmendem Alter in der Regel abnimmt?
  • 7. Editorial 13 Der Autor beschreibt detailliert den Prozess, den er und sein Team bei einem großen deutschen Automobilhersteller durchlaufen haben. Ziel war es, die Mit- arbeiter in einen Zustand zu versetzen, in dem sie effektiv und nachhaltig lernen können. Dabei gingen sie von der Lehre des Psychologen Mihalyi Cszikszent- mihalyi aus, die besagt, dass der anzustrebende Zustand, weil für Lernen am förderlichsten, der „Flow“ ist. Dieser ist nicht von externen Motivationen ab- hängig – wie in Unternehmen heute üblich, z. B. durch monetäre Anreize oder auch durch Androhung von Entlassung – sondern ist intrinsisch, selbstmotiviert, vom eigenen Wertekanon geprägt. Lern- und Erkenntnisprozesse als Grundlage für Managemententscheidungen stehen im Mittelpunkt des Beitrags von Craig Stephens und Thomas Klug. Traditionelle Analysemethoden scheitern oft an unzureichender Kombination verschiedener Optionen, ihrer Auswirkungen oder gegenseitigen Abhängigkeiten. So lässt sich nicht klar zurückführen oder transparent machen, ob oder warum die Unternehmensleistung bei der einen oder anderen Entscheidung profitiert oder Schaden nimmt. Umfassende Simulation unterschiedlicher Szenarien geht über intuitive Entscheidungsgrundlagen hinaus und minimiert das Risiko subop- timaler Ergebnisse. Nicht-lineare und dynamische Unternehmensentwicklungen erfordern eine fun- dierte Unterstützung der Managemententscheidungen – Unternehmensleistung basiert auf einem komplexen Netzwerk interner und externer Rückkopplungs- schleifen. Der Beitrag zeigt die Verknüpfung verschiedener Stellhebel und die Notwendigkeit, neuen Anforderungen mit neuen Methoden zu begegnen. Ste- phens und Klug postulieren eine Ergänzung statischer, isolierter und nur be- schreibender Key-Performance-Indikatoren durch dynamische, integrierte und wirklich erklärende „Key-Performance-Treiber“. Ein Fallbeispiel zeigt mitunter unerwartete Konsequenzen von Entscheidungen und deren dynamische Wech- selwirkungen. Eine neue Methodologie, die Unternehmen als lebende Systeme versteht, unterstützt die Sicherung nachhaltiger Leistungsfähigkeit. Während im Flow Höchstleistung aus dem Fließen persönlicher Energie resul- tiert, handelt der Beitrag der Autoren Heike Bruch, Bernd Vogel und Silja Drack von organisationaler Energie – der Frage, wie man Organisationen gestalten muss, um hohe Energie und Leistung in ihr zu erzeugen. Eine Schlüsselrolle im Energiemanagement in Unternehmen – neben der Werteorientierung von Füh- rungskräften im Sinne von Grün – haben die Human-Resources-Abteilungen. Ihre Aufgabe ist es, die Menschen, das „Humankapital“ zum wesentlichen Er- folgsfaktor eines Unternehmens zu machen. Das Team vom Institut für Führung und Personalmanagement an der Universität St. Gallen beschreibt empirisch erarbeitete organisationale Energien von Unternehmen: resignative Trägheit,
  • 8. 14 Andreas J. Harbig / Thomas Klug korrosive Energie, angenehme Trägheit, produktive Energie. Sie leiten daraus zentrale Herausforderungen ab und definieren die Rollen und Aufgaben von Human Resources Management für das Energiemanagement. Die theoretischen Ausführungen werden durch zahlreiche konkrete Praxisbeispiele ergänzt und veranschaulicht. Ein konkretes Beispiel liefert hier der Beitrag von Bernhard Kallup. Er berich- tet, wie er als Geschäftsführer des Büromöbelherstellers Sedus die Transforma- tion seines Unternehmens aus eher negativer Energie – in Anlehnung an Bruch, Vogel, Drack müsste man von einer Energie zwischen „angenehmer und re- signativer Trägheit“ sprechen – zu positiver, produktiver Energie erlebte und beeinflusste. Wie Bruch, Vogel und Drack ausführen und Kallup bestätigt, kann Erfolg träge machen. Das Unternehmen Sedus musste feststellen, dass seine Produkte nicht mehr zeitgemäß waren. Ausgehend von einem einfachen Corpo- rate-Design-Prozess kam es zu einem Re-design, das letztlich viel komplexer als zunächst angenommen war und alle Bereiche des Unternehmens betraf. Ergeb- nis war eine radikal neue Corporate Identity. Auch hier ist Werteorientierung die Basis für nachhaltiges Gelingen der Umgestaltung, sind Entwicklung und Ver- folgung einer Unternehmensvision bei Sedus die Energiequelle für Veränderung. Julian Martin, Carol Goldsmith, Kristin Hodges und Peggy Parskey berichten aus der Praxis von Hewlett-Packard. Vor dem Hintergrund des Mergers mit Compaq im Jahr 2001 galt es, das Unternehmen neu zu konfigurieren. Ein Schlüssel war die Neuausrichtung des Bereichs „Mitarbeiterqualifizierung“ und die entsprechende Schulung der dort beschäftigten Mitarbeiter. Produkt, Dienst- leistungen und Ausbildung wurden miteinander verbunden. Die sonst übliche vertikale Organisationsstruktur wurde zu Gunsten eines übergreifenden, inter- disziplinären Prozesses neu „konfiguriert“. Neue organisationale Energie konnte so freigesetzt werden, die der Neustrukturierung des Unternehmens förderlich war. Um Transformation geht es auch bei Klaus-Hardy Mühleck und Christina D. Schlichting. Wie bei Baecker beschrieben, müssen Mühleck und Schlichting feststellen, dass gesellschaftlicher Wandel bedingt durch den Computer auch oder gerade vor einem transnational agierenden Unternehmen wie Volkswagen nicht Halt macht. „Organisationen verändern sich permanent“, so die Autoren. Am Beispiel des Bereichs „Informationstechnologie, Prozesse und Organisati- on“ (ITPO) zeigen sie, wie Volkswagen auf Veränderungen bei den Partnern und Dienstleistungsunternehmen, aber auch auf veränderte Bedingungen im Wett- bewerbsumfeld reagiert hat. Sie beschreiben die schwierige Umgestaltung von einer divisionalen zu einer prozessorientierten Organisation einschließlich der nötigen Anpassung von Informations- und Kommunikationssystemen.
  • 9. Editorial 15 In zwei weiteren Aufsätzen werden Methoden vorgestellt, die Unternehmen Werkzeuge für einen tiefgreifenden Systemwechsel und Wandel zur Hand geben. Alexander Schieffer, Juanita Brown, David Isaacs und Bo Gyllenpalm beschrei- ben die Methode „World Café“ – eine Dialogmethode, die nicht hierarchisch, sondern im Sinne der Autoren Cloke und Goldsmith höchst demokratisch ist. Nach festgelegten Regeln ist jeder Eingeladene aufgefordert, seinen Input zu geben. Die authentische Konversation macht es möglich, Wissen, das üblicher- weise individuell und partikulär vorhanden ist, in neues, gemeinsam geteiltes Wissen zu transformieren. World Café macht Organisationen zu Think Tanks. Die Methode bildet auch ein Modul im Genuine Contact Program, das von Bir- gitt Williams entwickelt wurde. Williams und Sabine Bredemeyer, die ebenfalls mit dieser Methode arbeitet, betonen den „holistischen“ Ansatz. Sie gehen wie Bruch, Vogel und Drack davon aus, dass das Humankapital heute den wichtigs- ten Wert von Unternehmen darstellt. Dort sind aber auch die Quellen für Misser- folge angesiedelt: Ängste, mangelnde Motivation der Mitarbeiter, fehlende oder zurückgehaltene Kreativität. Um diese Barrieren abzubauen, setzt das Genuine Contact Program auf verschiedenen Ebenen an. Grundlegend sei aber – als ers- ter Schritt vor Trainings und Workshops – die Verpflichtung der Führung, eine Organisation zu entwickeln, „die Mitarbeiter schätzt, anerkennt und weitestge- hend in Entscheidungsprozesse einbezieht“. So unterschiedlich die Methoden, die Herangehensweisen, die theoretischen Ansätze der Autoren dieses Buches erscheinen mögen, eines ist ihnen gemein- sam: Sie sind überzeugt, dass Führung im 21. Jahrhundert anders definiert wer- den muss als noch vor einigen Jahren: Das führt zum grundsätzlichen Paradig- menwechsel weg vom Chief Executive Officer, der in der reinen Lehre „top- down exekutiert“, hin zum Chief Enabling Officer, der im Sinne einer Dynamic Balanced Scorecard führt, was ermöglicht, die richtigen Handlungsoptionen zu identifizieren, Lösungen zielgerichtet umzusetzen, Erfolge zu feiern sowie mit Mitarbeitern und Kunden ständig Innovationen zu generieren. Dieser CEO ist geleitet von der Überzeugung, dass Werte und Ethik für sein tägliches Wirken unerlässlich sind – denn nur auf dieser Basis ist heute Führung dauerhaft und nachhaltig gestaltbar: „Begegne Veränderungen mit offenen Armen, aber verlie- re dabei nicht Deine Wertmaßstäbe“, sagt der Dalai Lama. Der Wege gibt es viele. Wir stellen Ihnen einige vor und möchten damit zum Dialog anregen.
  • 11. Die Autoren Baecker Dr., Dirk, geboren 1955, studierte Soziologie und Nationalöko- nomie in Köln und Paris. Nach seiner Promotion und Habilitation im Fach Soziologie lehrt er seit 1996 Unternehmensführung und seit 2000 Soziologie an der Universität Witten/Herdecke. Seine Forschungsschwer- punkte sind allgemeine soziologische Theorie, Organi- sationsforschung und Managementlehre. Seit 2000 ist er Mitgesellschafter des Management Zentrums Witten. Bredemeyer, Sabine, ist seit 2003 zertifizierte Genuine Contact™ Program- Beraterin und Trainerin. Nach 13 Jahren als Unter- nehmerin arbeitet sie heute als Coach, Beraterin und Moderatorin unter dem Namen Bredemeyer & Friends. Zusammen mit internationalen Kollegen ist sie für mittlere und große Unternehmen sowie für interna- tionale Organisationen tätig. Sie verfasste Beiträge in Büchern und Fachzeitschriften zu den Themen „Ganzheitliche Unternehmensentwicklung“ und „Großgruppen-Interventionen“. Sie bildet darüber hinaus Kollegen im Genuine Contact™ Program sowie in verschiedenen Großgruppen-Methoden aus.
  • 12. 252 Die Autoren Bröcker, Monika, bis 2006 bei PA Consulting Group im Bereich People and Organizational Change tätig. 2005 wechselte sie von Frankfurt nach Los Angeles, wo sie nun als selbst- ständige systemische Beraterin tätig ist. Sie hat umfang- reiche Erfahrungen in Coaching, Moderation von Work- shops und Großgruppen (insbesondere Worldcafés), Personal- und Organisationsentwicklung, Teambuilding, Konfliktmanagement, Training & Entwicklung sowie Kommunikation. Monika Bröcker hat mit Heinz von Foerster das Buch "Teil der Welt" geschrieben und ist Gast-Herausgeberin der Heinz von Foerster Memorial Ausgabe der Zeitschrift "Kybernetes" sowie Herausgeberin der Heinz von Foerster Online Festschrift "Human Becoming - Becoming Human". Bruch Professor Dr., Heike, ist Direktorin am Institut für Führung und Personal- management, Universität St. Gallen. Sie leitet das Organizational Energy Program (OEP) sowie das Inter- national Study Program (ISP) der Universität St. Gallen und hat seit 2006 die wissenschaftliche Leitung von Top Job inne. Cloke, Kenneth, und Goldsmith, Joan, arbeiten als organisationale Berater und Mediatoren. Sie haben gemeinsam zahl- reiche Bücher und Schriften veröffent- licht u. a. „Resolving Conflicts at Work”; „Resolving Personal and Organizational Conflicts“; „The End of Management and the Rise of Organizational Democracy“ und „The Art of Waking People Up“. Joan Goldsmith hat darüber hinaus am Buch „Learning to Lead” mitgewirkt und Cloke ist Autor von “Medi- ating Dangerously and The Crossroads of Conflict”.
  • 13. Die Autoren 253 Drack, Silja, ist Doktorandin von Professor Dr. Heike Bruch und schreibt ihre Dissertation im Themengebiet von Human Resource Manage- ment und Leadership. Sie arbeitet als stellvertretende Personal- leiterin bei einem schweizerisch-amerikanischen Maschinen- bauunternehmen. Goldsmith, Carol, zählt zu den führenden Beraterinnen im Bereich Design von Lern- und Entwicklungsangeboten sowie -technologien und wurde in ihrer 33-jährigen Karriere mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. Sie lehrte an der Universität von Nevada, Reno, am Sierra Nevada College und an der Universität San Francisco. Derzeit arbeitet sie für Hewlett-Packard als Global Processes Program Manager. Carol Goldsmith ist Mitglied in der International Society for Performance Improvement (ISPI) und in der American Society for Training & Development (ASTD). Grün, Pater Anselm, geboren am 14.01.1945. Unmittelbar nach dem Abi- tur trat er 1964 der Abtei Münsterschwarzach bei. Nach dem Studium von Theologie und Betriebswirt- schaft arbeitet er seit 1977 als Cellerar, d. h. wirtschaftlicher Leiter seiner Abtei. Pater Grün gehört zu den meistgelesenen spirituellen Autoren. Seine Bücher haben eine Gesamtauflage von über 14 Millionen Exemplaren erreicht und wurden in mindestens 28 Sprachen übersetzt. Er veranstaltet regelmäßig Kurse zu vielfäl- tigen Themen – von christlicher Lebensweise über Rituale bis hin zu Manage- ment. Pater Grün setzt sich in seinen Kursen für Ethik im Management ein.
  • 14. 254 Die Autoren Gyllenpalm Ph. D, Bo, lehrt als Professor an der Fielding Graduate University von Santa Barbara, California. Als Mitglied des Entwicklungsteams gehört er zu den Mitbegründern des World Cafés. Gyllenpalm arbeitet weltweit als Organisa- tionsberater. Sein Fokus liegt auf komplexen und umfangreichen Projekten. Er war vordem viele Jahre als Chief Executive Officer (CEO) für Unternehmen aus der Philips-Gruppe und aus der Siemens-Gruppe in Schweden tätig. Harbig, Andreas J., Mitglied der Geschäftsleitung bei der PA Consulting Group. Seit über 15 Jahren begleitet er Unternehmen in der strategischen Gestaltung nachhaltiger Wertschöpfung und den damit verbundenen Veränderungsprozessen für die Organisation, Führungskräfte und Mitarbeiter. Zuletzt als Partner und Leiter Strategisches HR Mana- gement bei PricewaterhouseCoopers, Frankfurt am Main, konzernweit verantwortlich für strategische HR Aktivitäten, war er bis 1999 als Senior Vice President bei VEBA AG, Düsseldorf, Leiter Strategisches HR Management & Konzern- führungskräfte. Hodges, Kristin, ist seit 1993 bei Hewlett-Packard tätig. Ihr Fokus liegt auf dem Bereich Ausbildung. Sie war beteiligt an Analy- sen, Entwicklung, Design, Implementierung und Evaluation von technischen und nicht-technischen Lehr- plänen und Lehrunterlagen. Optimale und innovative Anwendung von neuesten Technologien, um effizientes Lernen zu ermöglichen, sind Kristin Hodges ein großes Anliegen. Für ihre e-learning-Pläne wurde sie mit verschiedenen Industriepreisen ausgezeichnet.
  • 15. Die Autoren 255 Huhn Dr., Gerhard, geboren 1945. Der promovierte Jurist war als Verkaufs- direktor einer amerikanischen Kosmetikfirma in der Schweiz, als Rechtsanwalt und Verleger tätig. Nach mehrjähriger Weiterbildung im psychologischen Be- reich arbeitet er seit 1992 als Unternehmensberater und Managementtrainer. Er beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit den praktischen Aspekten der Gehirn- forschung, speziell mit den Konsequenzen für Lern- prozesse, Motivation (Selbstmanagement und Führung), Kommunikation und Kreativität. Diese Erkenntnisse setzt er in Beratungstätig- keit, in individuellen Coachingprozessen und Seminaren zum alltäglichen Ein- satz für Menschen in Organisationen und Unternehmen ein. Huhn lehrt seit 1996 an der Freien Universität Berlin sowie an der Bauhausuniversität Weimar und ist Gastprofessor an der Universität von Concepción in Chile. Isaacs, David, ist mit Brown, Juanita Initiator und Entwickler des World Cafés. David Isaacs ist zudem Präsident von Clearings Communi- cations, einer innovativen Strategie- beratung. David war Mitinitiator des MIT Organizational Learning Center’s Strategic Dialogue on Large Scale Systems Change in Zusammenarbeit mit Intel und hat weltweit mit einer Vielzahl von Großunternehmen gearbeitet. Käufer Dr., Katrin, forscht als Research Affiliate an der MIT Sloan School of Management und ist Gründungsmitglied des Presencing Institute in Cambridge, USA. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen soziale Trans- formationsprozesse und nicht-hierarchische Führung. Als Aktionsforscherin arbeitet Käufer sowohl mit Unternehmen als auch mit Nichtregierungsorgani- sationen sowie dem United Nations Development Program (UNDP) in New York zusammen. Ihr Artikel mit D. Ancona „The Comparative Advantage of X-Teams“ wurde als „Best Paper“ in der Sloan Management Review mit dem Richard Beckhard Memorial Prize, 2003 ausgezeichnet.
  • 16. 256 Die Autoren Kallup Dr., Bernhard, ist Vorstandsvorsitzender bei der Sedus Stoll AG. Er studierte Maschinenbau an der Technischen Universität München, schloss sein Studium 1979 mit der Prüfung zum Diplom-Ingenieur ab und promovierte 1993. Von 1979 bis 1987 bekleidete Kallup eine leitende Funktion im zentralen Forschungs- und Entwicklungszentrum der VARTA Batterie AG. Im gleichen Unternehmen war er von 1987 bis 1991 verantwortlich für Aufbau und Leitung eines Werkes für OEM-Starterbatterien in Hannover. 1992 wechselte Kallup zur Christof Stoll GmbH & Co. KG Waldshut und war dort bis 1994 Geschäftsführer für Produktion, Logistik und Produkt- entwicklung. Seit 1995 – einhergehend mit der Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft – ist Dr. Bernhard Kallup Vorstand Technik sowie darüber hinaus seit 1997 Vorstand Markenführung und Vorstandsvorsitzender. Klug, Thomas, arbeitet als Berater im Frankfurter Büro der PA Consul- ting Group. Seine Spezialgebiete sind die systemische Strategieentwicklung und -umsetzung sowie eine ganz- heitliche, integrierte Begleitung von Organisations- und Personalentwicklung in Veränderungsprozessen. Vor seiner Tätigkeit für PA hat er in verschiedenen Funktionen als leitender Manager in der Automobilindustrie in Europa, Südafrika und USA gearbeitet. Martin, Julian, ist seit 2002 Mitglied im Global Learning Processes Team bei Hewlett-Packard und verantwortlich für Design und Architektur des „Performance and Learning Solutions Lifecycle“. Er war als Manager des Training Centers maßgeblich im Pre-Merger-Prozess bei Hewlett- Packard in Großbritannien involviert. 2001 verantwortete er die Anwendung von Hewlett-Packard Technology (HPT) in allen HP-Geschäfts- und Herstellungseinheiten. Im Fokus stand die Konsistenz in Anwendung und Lösung des HP-Itanium-Programms.
  • 17. Die Autoren 257 Mühleck, Klaus Hardy, ist 51 Jahre alt. Mühleck ist seit 2004 Chief Information Officer (CIO) beim Volkswagen Konzern. Zuvor war er bei verschiedenen Automobilherstellern in verantwort- ungsvollen Positionen tätig, u. a. CIO Group Audi, Seat, Lamborghini, Mitglied des Direktoriums und CIO Au- tomotive bei DaimlerChrysler AG. Mühleck ist Dipl.- Ing. mit Schwerpunkt Prozess- u. Au- tomatisierungstechnik. Parskey, Peggy, ist seit mehr als 25 Jahren als Beraterin tätig. Sie beglei- tet Unternehmen bei Veränderungsprozessen, hilft ihnen, organisationale Energie zu verbessern, und betreut darüber hinaus auch individuelle Entwicklungsprozesse von Mitarbeitern in Unternehmen. Parskey hat ihr eigenes Beratungsunternehmen „Parskey Consulting“ gegründet. Ihr Fokus liegt vor allem im Bereich Human Resources, Lernen und Entwickeln. Scharmer Dr., Claus Otto, ist als Senior Lecturer an der MIT Sloan School of Ma- nagement tätig. Er ist Co-Direktor von ELIAS, einem Programm zur gemeinsamen Weiterentwicklung von Führungskräften, das von der UN Global Compact, der Society for Organizational Learning, dem MIT und glo- balen Unternehmen initiiert wurde. ELIAS wendet den von Scharmer entwickelten U-Prozess für Innovationen an. Scharmer ist außerdem Gründungsmitglied des Presencing Instituts in Cambridge, USA.
  • 18. 258 Die Autoren Schieffer Dr., Alexander, ist Managing Partner der CELL Center of Excellence for Leadership and Learning GmbH, einer international tätigen Beratungsgesellschaft. Er ist zudem tätig als Lehrbeauftragter an der Universität St. Gallen, Schweiz, und auch als Leiter des Kompetenzbereichs für International Network Management am Institut für Führung und Human Resources. Schlichting, Christina, ist 40 Jahre alt. Sie studierte Sinologie, Germanistik und Politikwissenschaft an der Universität Göttingen, Universität Wuhan (VR China) und Universität Hamburg. Danach war sie u. a. tätig als Sales Managerin China, Leiterin der Audi Repräsentanz Beijing und Leiterin Veränderungsprojekt Neuausrichtung ITP&O der Volkswagen AG. Seit Juli 2005 leitet sie das Veränderungsmanagement ITP&O Volkswagen AG. Schmaltz, David A., ist der Begründer von „True North“. Die von Schmaltz entwickelte Methode zielt darauf ab, Menschen dabei zu helfen, aus eigenen Quellen heraus, erstaunliche Resultate zu erzielen. Er hat dafür Workshops und experimentelle Trainings konzipiert. Schmaltz hat verschiedene Bücher und Artikel veröffentlicht, u. a. „The Blind Men and the Elephant, Mastering Project Work, How To Transform Fuzzy Responsibilities Into Meaningful Results“.
  • 19. Die Autoren 259 Stephens, Craig, ist seit 1982 als Berater bei PA Consulting Group tätig. Ausgebildet am Massachusetts Institute of Technology (hier wurde die Wissenschaft von “Business Dynamics“ entwickelt), ist er heute einer der international führenden Experten für den Einsatz dynamischer Simulatoren im Management. Seine Erfahrungsschwerpunkte liegen in der Simulation der Performance großer Design-, Ent- wicklungs- und Konstruktionsprojekte. Er hat zudem die Entwicklung und Nutzung simulations-basierter Systeme zur Förderung von Managementkompetenzen für Führungskräfte geleitet. Vogel, Dr., Bernd, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Führung und Personalmanagement, Projektleiter im Organizational Energy Program (OEP) sowie Lehrbeauf- tragter an der Universität St. Gallen. Williams, Birgitt, verfügt über jahrelange, intensive und praktische Erfahrungen in der Etablierung von Open-Space- Organisationen. In Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Ward Williams hat sie das Genuine ContactTM Program entwickelt. Sie hat zahlreiche Unternehmen und Orga- nisationen mit ihrer Methode umstrukturiert und ist mit zwei Preisen für herausragende Managementleistungen ausgezeichnet worden. Bevor sie mit der Open Space Technik in Berührung kam, leitete sie eine große Nichtregierungsorganisation.