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Jb vorwort

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2    V orw ort




                                                                                                                         © Andrea Kuenzig
»       Familienplanung ist ein Menschenrecht. Das bedeu­       Vertreter von Regierungen aus aller Welt, von inter­
        tet, dass jedes Paar frei darüber entscheiden können    nationalen Organisationen, der Privatwirtschaft
        sollte, wann und wie viele Kinder es haben möchte.      und der Zivilgesellschaft haben sich verpflichtet, mit
        Doch dieses fundamentale Menschenrecht ist in           zusätzlich 4,6 Milliarden US­Dollar 120 Millionen
        weiten Teilen der Welt noch lange nicht verwirklicht:   Frauen in den ärmsten Ländern der Welt bis zum
        Mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungs­          Jahr 2020 Zugang zu Familienplanung zu verschaffen.
        ländern würden gern verhüten, haben aber keine
                                                                Auch der „Rio + 20“­Gipfel im Juni 2012 hat die
        Möglichkeit dazu. Vor allem Jugendliche sind be­
                                                                wichtige Rolle von Familienplanung und Frauen­
        troffen: Komplikationen infolge von Schwangerschaft
                                                                rechten für nachhaltige Entwicklung bekräftigt. Im
        oder Geburt gehören zu den Haupttodesursachen
                                                                Vorfeld des Gipfels hatte sich die Stiftung Weltbevöl­
        für Mädchen im Teenageralter. Millionen Mädchen
                                                                kerung gemeinsam mit ihrem Parlamentarischen
        müssen wegen zu früher Schwangerschaften die
                                                                Beirat und internationalen Organisationen dafür ein­
        Schule oder Ausbildung abbrechen – und stehen vor
                                                                gesetzt, dass die Themen Bevölkerungsdynamik und
        einem Kreislauf aus Armut und Not.
                                                                Familienplanung berücksichtigt werden. Mit Erfolg:
        Wir sind sehr froh, dass die internationale Gemein­     Das Abschlussdokument enthält einen eigenen Ab­
        schaft den großen Handlungsdruck erkannt und            schnitt zum Thema „Gesundheit und Bevölkerung“.
        Familienplanung zurück auf die globale Agenda
                                                                Nun gilt es, dass die Regierungen von Industrie­
        gebracht hat. Vor allem der internationale Familien­
                                                                und Entwicklungsländern ihre Zusagen umsetzen
        planungsgipfel im Juli 2012 war ein Meilenstein für
                                                                und Familienplanung auch langfristig einen hohen
        die Rechte von Frauen und jungen Menschen.
V orwort         3




                                                         „Bei meinen Reisen zu Partnerkirchen in Afrika und
                                                         Asien haben mir Frauen oft erzählt, wie schrecklich es
Erhard Schreiber             Renate Bähr                 sei, wieder schwanger zu sein und schon die bereits
                                                         lebenden Kinder nicht gut versorgen zu können. Sie alle
                                                         haben sich Zugang zu Verhütungsmitteln gewünscht,
Stellenwert auf der politischen Agenda einräumen. Die
Stiftung Weltbevölkerung wird die Bundesregierung,
                                                         um selbst entscheiden und Verantwortung in der
aber auch internationale Geber bezüglich der             Familienplanung übernehmen zu können. Die Stiftung
Einhaltung ihrer Verpflichtungen genau beobachten.       Weltbevölkerung nimmt eine überzeugende Aufgabe
Die Stiftung Weltbevölkerung ist vor mehr als
                                                         wahr, wenn sie dazu beiträgt, dass Frauen dazu die
20 Jahren angetreten, um das Menschenrecht auf           Freiheit haben.“
Familienplanung zu verwirklichen. Im Mittelpunkt
                                                                               Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann
unserer Arbeit stehen Jugendliche. Denn sie sind
die Eltern von morgen und der Schlüssel zur Ent­                               Botschafterin des Rates der Evangelischen
                                                                               Kirche in Deutschland für das Reformations­
wicklung ihres Landes.
                                                                               jubiläum 2017, Mitglied im Kuratorium der
In unseren Jugendklubs erfahren Jugendliche von                                Stiftung Weltbevölkerung
gleichaltrigen, speziell ausgebildeten Jugendberatern,
wie sie sich vor ungewollten Schwangerschaften und
einer HIV­Infektion schützen können. Dieses Modell
passen wir an die sich stetig ändernden Bedürfnisse
unserer jugendlichen Zielgruppe weiter an. So
verknüpfen wir verstärkt Aufklärung mit vielfältigen




                                                         »
Aus­ und Weiterbildungsmaßnahmen. Bereits im Juli
2011 haben wir beispielsweise in Äthiopien, Kenia
und Tansania das Projekt „Fit for Life“ gestartet, mit
dem wir vor allem Mädchen und jungen Frauen
im informellen Sektor neue Perspektiven für eine
                                                                  Inhalt
gesunde und selbstbestimmte Zukunft bieten. Dank
unserer Einkommen schaffenden Maßnahmen in
den Klubs können sich die jungen Menschen eine           Vorwort                                                       2
eigenständige wirtschaftliche Basis schaffen.
                                                         Über die Stiftung                                             4
Nicht nur mit der Aufklärungsarbeit für Jugendliche,
sondern auch mit unseren integrierten Projekten, in
                                                         Entwicklungsprojekte                                          6
                                                          Highlights in 2011                                         7
denen wir Familienplanung, Schutz der Regenwälder
                                                          Äthiopien                                                  8
und Ernährungssicherung miteinander verknüpfen,
                                                          Kenia                                                      9
haben wir in den über 20 Jahren seit Bestehen unserer
                                                          Tansania                                                  10
Stiftung bewiesen, dass wir eine Antwort haben auf
                                                          Uganda                                                    11
globale Herausforderungen wie Armut, Klimawandel
und Ernährungskrise. Damit unsere Projektarbeit          Politische Arbeit                                         12
auch nachhaltig wirkt und sich die Lebensperspektive      International                                             13
der Jugendlichen langfristig verbessert, werden wir       Deutschland                                               14
die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungs­
trägern vor Ort zukünftig weiter intensivieren.
                                                         Netzwerke                                                 16
Ohne Ihre Unterstützung wäre unsere zukunfts­
                                                         Kampagne „Sieben Milliarden Menschen“                     17
weisende Arbeit nicht möglich. Für das Vertrauen,        Fundraising                                               18
das Sie uns auch im vergangenen Jahr entgegen­
gebracht haben, danken wir Ihnen daher sehr herzlich.
                                                         Finanzen im Überblick                                     20
                                                         Projekte im Überblick                                     24
                                                         Danke                                                     25




                                                                                                                           »
Erhard Schreiber             Renate Bähr
                                                         Organe der Stiftung                                       26
Vorstandsvorsitzender &      Geschäftsführerin
Stiftungsgründer

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Jb vorwort

  • 1. 2 V orw ort © Andrea Kuenzig » Familienplanung ist ein Menschenrecht. Das bedeu­ Vertreter von Regierungen aus aller Welt, von inter­ tet, dass jedes Paar frei darüber entscheiden können nationalen Organisationen, der Privatwirtschaft sollte, wann und wie viele Kinder es haben möchte. und der Zivilgesellschaft haben sich verpflichtet, mit Doch dieses fundamentale Menschenrecht ist in zusätzlich 4,6 Milliarden US­Dollar 120 Millionen weiten Teilen der Welt noch lange nicht verwirklicht: Frauen in den ärmsten Ländern der Welt bis zum Mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungs­ Jahr 2020 Zugang zu Familienplanung zu verschaffen. ländern würden gern verhüten, haben aber keine Auch der „Rio + 20“­Gipfel im Juni 2012 hat die Möglichkeit dazu. Vor allem Jugendliche sind be­ wichtige Rolle von Familienplanung und Frauen­ troffen: Komplikationen infolge von Schwangerschaft rechten für nachhaltige Entwicklung bekräftigt. Im oder Geburt gehören zu den Haupttodesursachen Vorfeld des Gipfels hatte sich die Stiftung Weltbevöl­ für Mädchen im Teenageralter. Millionen Mädchen kerung gemeinsam mit ihrem Parlamentarischen müssen wegen zu früher Schwangerschaften die Beirat und internationalen Organisationen dafür ein­ Schule oder Ausbildung abbrechen – und stehen vor gesetzt, dass die Themen Bevölkerungsdynamik und einem Kreislauf aus Armut und Not. Familienplanung berücksichtigt werden. Mit Erfolg: Wir sind sehr froh, dass die internationale Gemein­ Das Abschlussdokument enthält einen eigenen Ab­ schaft den großen Handlungsdruck erkannt und schnitt zum Thema „Gesundheit und Bevölkerung“. Familienplanung zurück auf die globale Agenda Nun gilt es, dass die Regierungen von Industrie­ gebracht hat. Vor allem der internationale Familien­ und Entwicklungsländern ihre Zusagen umsetzen planungsgipfel im Juli 2012 war ein Meilenstein für und Familienplanung auch langfristig einen hohen die Rechte von Frauen und jungen Menschen.
  • 2. V orwort 3 „Bei meinen Reisen zu Partnerkirchen in Afrika und Asien haben mir Frauen oft erzählt, wie schrecklich es Erhard Schreiber Renate Bähr sei, wieder schwanger zu sein und schon die bereits lebenden Kinder nicht gut versorgen zu können. Sie alle haben sich Zugang zu Verhütungsmitteln gewünscht, Stellenwert auf der politischen Agenda einräumen. Die Stiftung Weltbevölkerung wird die Bundesregierung, um selbst entscheiden und Verantwortung in der aber auch internationale Geber bezüglich der Familienplanung übernehmen zu können. Die Stiftung Einhaltung ihrer Verpflichtungen genau beobachten. Weltbevölkerung nimmt eine überzeugende Aufgabe Die Stiftung Weltbevölkerung ist vor mehr als wahr, wenn sie dazu beiträgt, dass Frauen dazu die 20 Jahren angetreten, um das Menschenrecht auf Freiheit haben.“ Familienplanung zu verwirklichen. Im Mittelpunkt Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann unserer Arbeit stehen Jugendliche. Denn sie sind die Eltern von morgen und der Schlüssel zur Ent­ Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformations­ wicklung ihres Landes. jubiläum 2017, Mitglied im Kuratorium der In unseren Jugendklubs erfahren Jugendliche von Stiftung Weltbevölkerung gleichaltrigen, speziell ausgebildeten Jugendberatern, wie sie sich vor ungewollten Schwangerschaften und einer HIV­Infektion schützen können. Dieses Modell passen wir an die sich stetig ändernden Bedürfnisse unserer jugendlichen Zielgruppe weiter an. So verknüpfen wir verstärkt Aufklärung mit vielfältigen » Aus­ und Weiterbildungsmaßnahmen. Bereits im Juli 2011 haben wir beispielsweise in Äthiopien, Kenia und Tansania das Projekt „Fit for Life“ gestartet, mit dem wir vor allem Mädchen und jungen Frauen im informellen Sektor neue Perspektiven für eine Inhalt gesunde und selbstbestimmte Zukunft bieten. Dank unserer Einkommen schaffenden Maßnahmen in den Klubs können sich die jungen Menschen eine Vorwort 2 eigenständige wirtschaftliche Basis schaffen. Über die Stiftung 4 Nicht nur mit der Aufklärungsarbeit für Jugendliche, sondern auch mit unseren integrierten Projekten, in Entwicklungsprojekte 6 Highlights in 2011 7 denen wir Familienplanung, Schutz der Regenwälder Äthiopien 8 und Ernährungssicherung miteinander verknüpfen, Kenia 9 haben wir in den über 20 Jahren seit Bestehen unserer Tansania 10 Stiftung bewiesen, dass wir eine Antwort haben auf Uganda 11 globale Herausforderungen wie Armut, Klimawandel und Ernährungskrise. Damit unsere Projektarbeit Politische Arbeit 12 auch nachhaltig wirkt und sich die Lebensperspektive International 13 der Jugendlichen langfristig verbessert, werden wir Deutschland 14 die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungs­ trägern vor Ort zukünftig weiter intensivieren. Netzwerke 16 Ohne Ihre Unterstützung wäre unsere zukunfts­ Kampagne „Sieben Milliarden Menschen“ 17 weisende Arbeit nicht möglich. Für das Vertrauen, Fundraising 18 das Sie uns auch im vergangenen Jahr entgegen­ gebracht haben, danken wir Ihnen daher sehr herzlich. Finanzen im Überblick 20 Projekte im Überblick 24 Danke 25 » Erhard Schreiber Renate Bähr Organe der Stiftung 26 Vorstandsvorsitzender & Geschäftsführerin Stiftungsgründer