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Güllemann, Schmidt, Erdmann: Rechtsfragen bei Event-Agenturen unter öffentlich-rechtlichen Aspekten anhand von praktischen Beispielen

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Güllemann, Schmidt, Erdmann: Rechtsfragen bei Event-Agenturen unter öffentlich-rechtlichen Aspekten anhand von praktischen Beispielen

  1. 1. K VeranstaltungsrechtK2 Recht der VeranstaltungssicherheitRechtsfragen bei Eventagenturenunter öffentlich-rechtlichen Aspektenanhand von praktischen BeispielenEine Kurzdarstellung der neuenMuster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättV)Prof. Dr. Dirk GüllemannDozent an der University of Applied Sciences in Osnabrück,Autor des Werkes „Veranstaltungsmanagement und Recht – Vertrags- undHaftungsfragen“Marc SchmidtDiplomkaufmann (FH) mit den Schwerpunkten Veranstaltungs-Management undFinanzwirtschaft; Geschäftsführer der Beratungsagentur maxconsultantsOliver ErdmannDiplom-Ingenieur (FH) Architektur, zertifizierter Fachplaner und freier Sach-verständiger Brandschutz, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheits- und Ge-sundheitsschutzkoordinator, BrandschutzbeauftragterInhalt Seite1. Einleitung und Problemstellung 22. Der Begriff „Event-Marketing“ 33. Öffentlich-rechtliche Aspekte bei Events 43.1 Behördliche Genehmigungen als Voraussetzung für Events 43.2 Rechtsvorschriften bei Events 53.3 Die Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättV) in der Fassung vom Mai 2002 63.4 Brandschutzordnung in Gebäuden mit großer Personendichte 313.5 Feuerlöscher-Ausstattung 344. Entwicklung einer Checkliste für einzuholende Genehmigungen 355. Schlussbetrachtung 39 K Checkliste für die Genehmigung eines Events 36 2.2 S. 1Professionell arbeitende Eventagenturen müssen im Vorfeld eines Events nebeneiner Vielzahl von planerischen und organisatorischen Aspekten auch eine Füllevon rechtlichen Vorschriften beachten. Eine davon ist die Muster-Versammlungs-stättenverordnung in der Fassung vom Mai 2002, die im Mittelpunkt des Beitragssteht. Welche Voraussetzungen ein Event aufgrund der Verordnung erfüllen muss,wird anhand exemplarischer Fragen aus der Praxis genau erläutert und anhandvon Beispielen anschaulich dargestellt. 26 Kultur & Recht November 2004
  2. 2. K Veranstaltungsrecht K2 Recht der Veranstaltungssicherheit 1. Einleitung und Problemstellung Die Rahmenbedingungen des modernen Marketings sind u.a. durch folgende Faktoren gekennzeichnet: Wertewandel in der Gesellschaft mit deutlichem Trend zur Freizeitorientierung und zu einem erlebnisorientierten Lebensstil. Ferner kann inkonsistentes Verhalten der Konsumenten, kommerzielle Kommunikationsflut mit z.T. großen Streuverlusten insbesondere bei Print- und TV-Werbung und Promotionsmaßnahmen angeführt werden. Die Austauschbarkeit der Angebote, die zunehmende Segmentierung der Märkte und die abnehmende Werbeeffekti- vität und Werbeeffizienz gelten als weitere Rahmenbedingungen.1 Die damit verbundenen rechtlichen Fragestellungen und Problematiken bleiben bisher allerdings weitgehend unberücksichtigt und unbeantwortet. Eine nähere Betrachtung erscheint sinnvoll, da die Events zunehmend größer und komplexer werden und im Rahmen der Internationalisierung eine Ausweitung der Marketing Events prognostiziert wird. Sicher ist, dass sich Eventagenturen bei der Durchführung von Events nicht in einem „rechtsfreien Raum“ befinden. Sie haben vielmehr bei der Planung, Organi- sation und der Durchführung von Events eine Vielzahl von Rechtsvorschriften zu beachten. Welche Gesetze und rechtlichen Bestimmungen sind es nun, die im Vor- feld und bei der Durchführung berücksichtigt und eingehalten werden müssen? Wie kann ein verantwortlicher Eventmanager wissen, ob rechtliche Fragen und Problemstellungen für ihn relevant sind und welche Fragen das im Einzelnen sind? Ist beispielsweise eine Verbundbestuhlung nach Versammlungsstättenverordnung nötig? Wie sieht es mit einem zweiten Notausgang hinter der Bühne aus? Wie behandelt man das Rauchverbot in einer sonst als Museum genutzten Halle? Solche sicherheitsrelevanten Fragen werden oft in ihrer Bedeutung unterschätzt. Hinzu kommt, dass Eventagenturen tagtäglich mit einer Fülle von juristischen Fragen und Problemen konfrontiert werden, die unter dem Gesichtspunkt der Einmaligkeit, die ein Event mit sich bringen sollte, häufig zu Konflikten zwi- schen dem organisatorischen, technischen Können und dem rechtlichen Dürfen führen können.K In diesem Zusammenhang geht es um die Sensibilisierung der Mitarbeiter und2.2 des Managements von Eventagenturen in Bezug auf rechtliche VoraussetzungenS. 2 und Fragestellungen bei der Organisation und der Durchführung von Events auf nationaler Ebene, sowie im Rahmen der Globalisierung zunehmend auch um grenzüberschreitende Events auf internationaler Ebene. Außerdem wird eine spezielle „Checkliste“ entwickelt und präsentiert, die die in der Praxis am häufigsten auftretenden Rechtsfragen mit Behörden erfasst. Die Checkliste versteht sich als ein Tool, das einen praktischen Beitrag zum Quali- täts- und Risikomanagement von Eventagenturen leistet. 26 Kultur & Recht November 2004
  3. 3. K VeranstaltungsrechtK2 Recht der Veranstaltungssicherheit2. Der Begriff „Event-Marketing“Der Aufbau einer dauerhaften, emotional verankerten Kundenbindung wird invielen Märkten zunehmend zur zentralen Aufgabe. Dabei sind die Unternehmenu. a. gezwungen, interaktive Kommunikationsprozesse mit den Konsumenten inGang zu setzen.Marken müssen immer mehr in Form von erlebbaren Ereignissen inszeniert werden.Nichts ist überzeugender als das eigene Erleben; die Lösung heißt „Event“. Eventsvermitteln Spaß, unterstützen den sozialen Austausch und bilden kommunikativePlattformen.2Heutzutage ist es nicht mehr damit getan, neue Kunden zu akquirieren und dieKommunikation auf den Kauf des Produktes oder einer Dienstleistung auszu-richten. Vielmehr müssen Erlebniswelten und Markenaffinität erzeugt werden,die den Kunden binden und ihn zu einem treuen Fan der Marke, des Unterneh-mens und/oder des Produktes bzw. Dienstleistung werden lassen.Eine gute Umschreibung des Event-Marketings stammt von Erber3, der ausführt:„Event-Marketing“ wird zum integrierten Bestandteil der Kommunikationsstrate-gie. Dabei umfasst „Integriertes Event-Marketing“ alle Bestandteile modernerKommunikation, die dazu beitragen, ein szenario-bezogenes Erlebnis aufzubauenoder zu vermitteln. Hierbei geht es insbesondere um szenetypische Aktivitäten,Sponsorship, Public Relations, Direkt Marketing und Special Events. Dabei kannletztlich nur die Kombination untereinander sowie die logische Vernetzung mitklassischer Werbung und Promotion zum positiven Ergebnis führen“.Folgende Abbildung verdeutlicht die Position des „Integrierten Event-Marketings“ zwischen klassischer Werbung und Promotion:4 Messen/Ausstellungen Klassische Werbung Sponsoring Public Relations Integriertes K Eventmarketing 2.2 Dialog-Marketing S. 3 Erlebnisstrategien Promotion Lifestyle Kooperationen 26 Kultur & Recht November 2004
  4. 4. K Veranstaltungsrecht K2 Recht der Veranstaltungssicherheit Im Kampf um folgenreiche Aufmerksamkeit sollen Events dem Publikum ein mehrsinnliches Erleben von Unternehmen und Marken ermöglichen. Das ist der Anspruch, der die Investition in Events als Instrument der Marketing- Kommunikation rechtfertigt, und der, wenn er eingelöst wird, zu langfristigen, vertrauensvollen und stabilen Beziehungen zwischen Mensch und Marke führt.5 Die Einbindung von Events in den Kommunikationsmix muss strategisch geplant und auf den Gesamtauftritt eines Unternehmens abgestimmt sein. Aspekte für ein stimmiges Bild sind Unternehmensidentität, Unternehmenskultur, Erscheinungs- bild und Kommunikation, also die „Unternehmenspersönlichkeit“.6 3. Öffentlich-rechtliche Aspekte bei Events 3.1 Behördliche Genehmigungen als Voraussetzung für Events Professionell arbeitende Eventagenturen müssen im Vorfeld eines Events neben einer Vielzahl von planerischen und organisatorischen Aspekten und Vorüberle- gungen auch diverse gesetzliche Bestimmungen, Rechtsverordnungen und Richt- linien beachten und diese erfüllen. Um einen Event erfolgreich planen und durchführen zu können, ist es oft erfor- derlich, verschiedene Anträge zu stellen und Genehmigungen einzuholen. Hierzu muss den Eventagenturen und deren Eventmanagern bekannt sein, dass ein Event durch seine Eigenarten mit besonderen Gefahren verbunden ist bzw. Gebührentatbestände erfüllt, die anzeige- und genehmigungspflichtig sein kön- nen. Es gilt zu beachten, dass es bei der Durchführung von Events auch gewisse zivilrechtliche Pflichten mit Schutzwirkungen zugunsten Dritter gibt, die mit der Wahrung von Verkehrssicherungspflichten einhergeht (sog. Vertrag mit Schutz- wirkung zugunsten Dritter).7 Ihre Verletzung kann zu Schadensersatzpflichten führen. Unabhängig von diesen zivilrechtlichen Fragen, prüfen die zuständigen Behörden vorab, ob bei derK Durchführung von Events Gefahren für die Öffentlichkeit, wie z. B. die öffentli-2.2 che Sicherheit, insbesondere für die Unversehrtheit von Leben, Gesundheit oder Sachgütern der Allgemeinheit, zu erwarten sind.8 Es geht somit um den AspektS. 4 der „Gefahrenabwehr“. Öffentliche Veranstaltungen sind bei der zuständigen Behörde und ggf. bei der Polizei aufgrund ihrer Außenwirkung anzumelden und zu genehmigen. 26 Kultur & Recht November 2004

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