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Screenings auf Mukoviszidose in
Deutschland
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Dr. Jutta Bend
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Mukoviszidose
(Cystische Fibrose, CF)
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• Am 20. August 2015 hat der Gemeinsame Bundesausschuss
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• Die Aufklärung darf nur durch einen Arzt
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Gut aufgehoben im
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Das Screening in Zahlen
• Ca. 680.000 Neugeborene pro Jahr in Deutschland
• Ca. 800 auffällige Screeningergebnisse
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Anforderungen an den
Schweißtest
• Der Schweißtest steht an erster Stelle der
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• Der Schweißtest kann ...
Zusammengefasst:
• Das Screening auf Mukoviszidose erfolgt in der Regel zur gleichen Zeit und aus
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Wer wir sind
• Das Mukoviszidose Institut ist eine gemeinnützige
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Früherkennung der seltenen Erkrankung Mukoviszidose; höhere Lebenserwartung für Patienten; Diagnostik in zertifizierten Mukoviszidose Zentren durchführen; Adressen unter: www.muko.info/rd/zentren

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Mukoviszidose Neugeborenen-Screening in Deutschland

  1. 1. Einführung des Neugeborenen- Screenings auf Mukoviszidose in Deutschland Kontakt für Rückfragen: Dr. Jutta Bend Mukoviszidose Institut gGmbH In den Dauen 6 53117 Bonn jbend@muko.info Telefon: 0228 98780-47
  2. 2. Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) • eine der häufigsten, angeborenen und lebensverkürzenden Stoffwechselkrankheiten der weißen Bevölkerung • Defekt im CFTR-Gen – dadurch Störung des Salz-Wasser- Haushalts • Ca. 8000 Betroffene in Deutschland • Wichtigste klinische Kennzeichen: chronischer Husten, schwere Lungenentzündungen, Verdauungsstörungen und Untergewicht • Diagnose durch Schweißtest (erhöhte Chloridkonzentration im Schweiß) • Derzeit*: – weniger als 60% der Betroffenen werden im ersten Lebensjahr diagnostiziert (Median 0,6 Jahre) – Lebenserwartung ca. 40 Jahre; die Betroffenen sterben im Durchschnitt mit 31,5 Jahren * Quelle: Qualitätsbericht 2012 des deutschen Mukoviszidose Registers/ Mukoviszidose e.V.
  3. 3. Neugeborenen- Screening auf CF • Am 20. August 2015 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Einführung eines Neugeborenen-Screenings auf Mukoviszidose beschlossen • Die Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit ist erfolgt (Prüfung nach §94 SGB V) • Stand: Beschluss ist noch nicht in Kraft (Inkrafttreten erfolgt nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger); wahrscheinliches Inkrafttreten: Sommer 2016 • Alle Dokumente zum Beschluss (auch die Elterninformation, die im Beschlusstext enthalten ist): https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/2316/ Stand 17.3.2016
  4. 4. Die Methode IRT (Immunreaktives Trypsin) < 99.Perzentile ≥ 99.Perzentile ≥ 99,9. Perzentile PAP (Pankreas- assoziiertes Protein) Mutations- analyse (31 Mutationen) < 87,5.Perzentile ≥ 87,5. Perzentile Keine Mutation 1 oder 2 Mutationen Screening unauffällig Screening auffällig  Bestätigungsuntersuchung (Schweißtest) im zertifizierten Mukoviszidose Zentrum Fersenblut
  5. 5. Gentest: die häufigsten Mutationen in Deutschland (Quelle: Deutsches Mukoviszidose Register) 1.F508del; 2. N1303K; 3. R553X; 4. G542X; 5. G551D; 6. R347P; 7. 3849+10kb C>T; 8. 1717-1G>A; 9. CFTRdele2,3; 10. W1282X; 11. 2789+5G>A; 12. 2183AA>G; 13. R1162X; 14. M1101K; 15. 2143delT; 16. 2184delA; 17. 3272-26A>G; 18. delI507; 19. G85E; 20. 621+1G>T; 21. 3659delC; 22. R334W; 23. 1677delTA; 24. 1078delT; 25. E92X; 26. 3905insT; 27. E60X; 28. I336K; 29. 2184insA; 30. A455E; 31. Y1092X
  6. 6. Arztvorbehalt und Befundübermittlung Bei auffälligem Ergebnis im Neugeborenen-Screening auf Mukoviszidose: Hebamme/ Entbindungspfleger Kinderarzt Arzt/ Geburtsklinik Aufklärung, Durchführung Screening und Mitteilung bei auffälligem Screening- Ergebnis Information über die Möglichkeit des CF-Screenings durch den Kinderarzt U2/U3: Kontrolle ob Screening durch- geführt wurde und ggf. Aufklärung, Durchführung Screening und Mitteilung bei auffälligem Ergebnis; Dokumentation im gelben Heft Screening-Labor Bestätigungs- Untersuchung (Schweißtest) in Zertifizierter Mukoviszidose- Einrichtung 14 Tage
  7. 7. Elternaufklärung • Die Aufklärung darf nur durch einen Arzt erfolgen! • Ein auffälliges Screeningergebnis wird den Eltern durch den aufklärenden Arzt mitgeteilt • Ein unauffälliges Screeningergebnis wird nur auf ausdrückliche Nachfrage mitgeteilt • Die Ergebnisse aus dem Labor liegen nach ca. 14 Tagen vor • Die konkreten Laborergebnisse werden nicht mitgeteilt – lediglich ein „auffälliges“ Ergebnis; dies soll dem „Recht auf Nichtwissen“ dienen, so dass kein Rückschluss bei gesunder Trägerschaft möglich ist • Alle Kinder mit einem auffälligen Screeningergebnis haben ein erhöhtes Risiko für eine Anlageträgerschaft, d.h. sie können Träger des defekten Gens sein und dieses ggf. an ihre Nachkommen weitergeben, auch wenn sie nicht selbst erkrankt sind
  8. 8. Gut aufgehoben im zertifizierten CF-Zentrum Zertifiziertes Mukoviszidose Zentrum Kontakte unter: www.muko.info/rd/zentren Mukoviszidose-Spezialisten: -Qualitätsgesicherte Durchführung des Schweißtests -schnelle Terminvergabe und Ergebnismitteilung -kompetente Beratung zur Erkrankung -bei Bestätigung der Diagnose State-of the Art Betreuung Abklärung durch Schweißtest: Nur bei 1 von 5 Kindern bestätigt sich die Diagnose Mukoviszidose
  9. 9. Das Screening in Zahlen • Ca. 680.000 Neugeborene pro Jahr in Deutschland • Ca. 800 auffällige Screeningergebnisse • Verteilt auf zertifizierte Mukoviszidose Einrichtungen sind dies 15-20 zusätzliche Schweißtests pro Jahr => nur eins von fünf Kindern mit auffälligem Screening- Befund hat tatsächlich CF Die Kinder mit CF haben durch die frühe Diagnose -eine bessere Prognose -eine höhere Lebenserwartung Quelle: Dijk et al. 2012, Pediatric Respiratory Reviews
  10. 10. Anforderungen an den Schweißtest • Der Schweißtest steht an erster Stelle der Abklärungsdiagnostik • Der Schweißtest kann ab dem 3. Lebenstag, optimal ab dem 14. Lebenstag durchgeführt werden (> 3000g; postmentruales Alter > 36. SSW) • Der Schweißtest sollte beim Baby an beiden Armen durchgeführt werden, um die Wahrscheinlichkeit eines aussagekräftigen Schweißtests zu erhöhen • Es sollte der Chloridwert bestimmt werden • Das durchführende Zentrum sollte über Erfahrung verfügen (mindestens 50 Schweißtests pro Jahr; mindestens 10 Schweißtests p.a. durch den Untersucher) Quelle: AWMF-Leitlinie: Diagnose bei Mukoviszidose: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/026-023.html
  11. 11. Zusammengefasst: • Das Screening auf Mukoviszidose erfolgt in der Regel zur gleichen Zeit und aus derselben Blutprobe, welche für das erweiterte Neugeborenen-Screening abgenommen wird. D.h. dass meistens keine zusätzliche Blutprobe erforderlich ist • Das Screening auf Mukoviszidose muss durch einen Arzt initiiert werden (Arztvorbehalt). Deshalb dürfen Hebammen das Screening auf Mukoviszidose nicht selbst durchführen, sondern informieren über die Möglichkeit der Durchführung beim Kinderarzt • Die Blutprobe wird auf eine Filterpapierkarte getropft und an ein Labor geschickt • Bei Auffälligkeiten liegt nach ca. 14 Tagen ein Ergebnis vor • Der Arzt, der das Screening initiiert hat, informiert die Eltern über ein auffälliges Screening-Ergebnis und die Notwendigkeit sich für die Abklärung an ein spezialisiertes Mukoviszidose Zentrum zu wenden • Bei U2 und U3 kontrolliert der Kinderarzt, ob ein CF-Screening durchgeführt wurde. Ist dies nicht der Fall kann er das Screening bis zur 4. Lebenswoche noch nachholen; ob das Screening durchgeführt wurde wird im gelben Heft dokumentiert • Empfehlung: Bestätigungsuntersuchung in einem zertifizierten Mukoviszidose-Zentrum durchführen lassen! Hier ist eine möglichst schnelle Diagnose, kompetente Beratung und im Krankheitsfall bestmögliche Betreuung sicher gestellt; Kontakte unter www.muko.info/rd/zentren
  12. 12. Wer wir sind • Das Mukoviszidose Institut ist eine gemeinnützige Institution und Tochtergesellschaft der deutschen Patientenorganisation Mukoviszidose e.V. mit Sitz in Bonn • Behandler und Patienten sind gemeinsam im Mukoviszidose e.V. organisiert • Die Projektgruppe Neugeborenen-Screening berät den Mukoviszidose e.V. in allen fachlichen Fragen rund um das Screening. In dieser Projektgruppe haben sich die CF- Screening-Experten aus Deutschland und Österreich zusammengefunden: • Dr. Jutta Hammermann, Dr. Olaf Sommerburg, • Dr. Sebastian Schmidt, Prof. Dr. Manfred Ballmann, Dr. Lutz Nährlich, Dr. Thomas Nüßlein, Dr. Hans- Eberhard Heuer, Dr. Helmut Ellemunter, Dr. Ulrike Smrekar • Weitere Informationen zum Screening unter: www.muko.info/rd/screening

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