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© WIdO 2015
Wissenschaftliches Institut der AOK
04. Dezember 2015 in Berlin
Jürgen Klauber, Geschäftsführer WIdO
Qualitätssicherung mit Routinedaten -
Follow-up in der Qualitätsmessung
9. Nationaler Qualitätskongress Gesundheit
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Ausgangslage
§ 137a SGB V
Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
„Es soll insbesondere beauftragt werden
…
6. für die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung zu ausgewählten
Leistungen die Qualität der ambulanten und stationären Versorgung
zusätzlich auf der Grundlage geeigneter Sozialdaten darzustellen, die
dem Institut von den Krankenkassen nach § 299 Absatz 1a auf der
Grundlage von Richtlinien und Beschlüssen des Gemeinsamen
Bundesausschusses übermittelt werden… „
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 2
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Ausgangslage
• Fokus Follow-up
 für die Qualitätsmessung bisher kaum klinische Daten aus
Follow-up
 beschränkt auf Studien und Register
 hoher Aufwand
• Flächendeckende, aufwandsarme Qualitätssicherung im Follow-up
ist ohne Routinedaten nicht denkbar
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 3
Klinische Daten Routinedatenvs.
und
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Zielstellung
• Kernfrage: Wie ist der Informationszugewinn durch unerwünschte
Ereignisse im Follow-up gegenüber der alleinigen Betrachtung von
Ereignissen im Erstaufenthalt?
• Auswertung für verschieden Indikationen:
 Anteil unerwünschter Ereignisse im Erstaufenthalt und
Follow-up
 Prognostischer Wert von Ereignissen einer Klinik im
Erstaufenthalt für Follow-up-Ereignisse
 Änderung der Einteilung von Kliniken (sortiert nach Anzahl
der Komplikationsereignisse) bei Hinzunahme von Follow-Up-
Ereignissen gegenüber dem Erstaufenthalt
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 4
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR)
• Verfahren zur Qualitätsmessung im Gesundheitswesen
• Sekundärnutzung anonymisierter AOK-Abrechnungsdaten
• Ausrichtung an Ergebnisqualität
• Vorteil: Nachbeobachtung über den Krankenhausaufenthalt
hinaus ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand
• 2002 initiiert durch den AOK-Bundesverband und die HELIOS-
Kliniken
• Weiterentwickelt und durchgeführt vom Wissenschaftlichen
Institut der AOK (WIdO)
• www.wido.de
• www.qualitaetssicherung-mit-routinedaten.de
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 5
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Wissenschaftliche Begleitung des QSR-Verfahrens
6
berät bei der Auswahl der
Leistungsbereiche und grundsätzlichen
Entscheidungen
 Otto-von-Guericke-Universität
Magdeburg, Magdeburg
 PMV Forschungsgruppe an der
Universität zu Köln, Köln
 TU Berlin, FB Strukturentwicklung und
Qualitätsmanagement, Berlin
 HELIOS Kliniken GmbH, Berlin
 ConceptHealth, Berlin
 Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin
 AQUA-Institut, Göttingen
 Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
 Patientenvertreter im Gemeinsamen
Bundesausschuss (G-BA), Berlin
 unterstützen die Weiterentwicklung der
Methodik und die Entwicklung von
Qualitätsindikatoren in den einzelnen
Fachgebieten
 Ärzte und Praktiker mit besonderer
Expertise
 Qualitätsexperten
 Epidemiologen
 Statistiker
 aus unterschiedlichen Institutionen
NegativExpertenpanels
 unterstützen die Weiterentwicklung der
Methodik und die Entwicklung von
Qualitätsindikatoren in den einzelnen
Fachgebieten
 Ärzte und Praktiker mit besonderer
Expertise
 Qualitätsexperten
 Epidemiologen
 Statistiker
 aus unterschiedlichen Institutionen
NegativExpertenpanels
 unterstützen die Weiterentwicklung der
Methodik und die Entwicklung von
Qualitätsindikatoren in den einzelnen
Fachgebieten
 Ärzte und Praktiker mit besonderer
Expertise
 Qualitätsexperten
 Epidemiologen
 Statistiker
 aus unterschiedlichen Institutionen
NegativExpertenpanels
unterstützen die Weiterentwicklung
der Methodik und die Entwicklung von
Qualitätsindikatoren in den einzelnen
Fachgebieten
 Ärzte und Praktiker mit besonderer
Expertise (aus unterschiedlichen
Institutionen)
 Qualitätsexperten
 Epidemiologen
 Statistiker
NegativExpertenpanels
Wissenschaftlicher Beirat
Derzeit 6 Expertenpanel:
Bauchchirurgie, endokrine Chirurgie,
Geburtshilfe und Neonatologie,
Kardiologie, Orthopädie, Urologie
Derzeit 6 Expertenpanel:
Bauchchirurgie, endokrine Chirurgie,
Geburtshilfe und Neonatologie,
Kardiologie, Orthopädie, Urologie
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Methoden: QSR-Leistungsbereiche
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin
Kniegelenkersatz bei Arthrose*
Hüftgelenkersatz bei Arthrose*
Hüftgelenkersatz/Osteosynthese bei Hüftfraktur*
Herzinfarkt
PCI bei Patienten ohne Herzinfarkt*
PCI bei Patienten mit Herzinfarkt
Koronarangiographie
Herzinsuffizienz
Hirninfarkt oder intrazerebrale Blutung
Gallenblasenentfernung*
Appendektomie*
Kolon-/Rektum-Operation bei kolorektalem Karzinom
Prostata-OP bei benignem Prostatasyndrom (BPS)*
Radikale Prostatektomie bei Prostatakarzinom (RPE)*
Versorgung von Frühgeborenen (VLBW)
Operation bei benigner Schilddrüsenerkrankung
7
*QSR-Ergebnisse im AOK-Krankenhausnavigator auf Basis der Weissen Liste veröffentlicht
16 Leistungsbereiche
mit 72 Indikatoren
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Behandlungsverlauf eines Patienten
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin
Diagnostik Re-OP
X
Tod
Krankenhaus
vorbehaltlich Kassenzugehörigkeit AOK
X
OP-Datum
Nachbeobachtungszeitraum
X
X
KH-Aufnahme
KH-Entlassung
X
8
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Methoden
• Datengrundlage
 Anonymisierte Krankenhausabrechnungsdaten von AOK-
versicherten Patienten (bundesweit)
• Ein- und Ausschlusskriterien
 Behandlung in den Jahren 2010-2012
 Patienten aus 4 QSR-Leistungsbereichen
 Kniegelenkersatz bei Gonarthrose
 Appendektomie
 Prostataoperation bei benignem Prostatasyndrom (BPS)
 Therapeutischer Herzkatheter (PCI) bei Patienten mit Herzinfarkt
 Identifizierung über die jeweiligen Prozeduren (OPS) und
Hauptdiagnosen (ICD-10)
siehe QSR-Indikatorenhandbuch (www.qualitaetssicherung-mit-
routinedaten.de)
 10 Indikatoren (häufigste Komplikationen)
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 9
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Prostataoperation bei benignem Prostatasyndrom (BPS)
Methoden: QSR-Indikatoren BPS
Indikator Beschreibung
Transfusionen
(30 Tage)
Transfusion ab OP bis zu 30 Tage nach dem Eingriff.
Reoperation
bei Nachblutung
(30 Tage)
Reintervention wegen Nachblutung ab OP bis zu 30 Tage nach
dem Eingriff. Dazu gehören die Ausräumung einer
Harnblasentamponade, Behandlung einer Prostatablutung und
Spülung der Harnblase.
Reoperation
(1 Jahr)
Reintervention an Prostata, Harnröhre und Harnleiter ab OP bis
zu 365 Tage nach dem Eingriff. Dazu gehören die erneute
Resektion wegen fortbestehender Symptomatik, Revision,
Einlegen einer Ureterschiene oder Nephrotomie/Nephrostomie,
und Operationen an der Urethra.
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 10
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Methoden: QSR-Indikatoren
Indikator Beschreibung
Kniegelenkersatz bei Gonarthrose
Revisionsoperationen
(1 Jahr)
Revisionsoperationen bis zu 365 Tage nach dem Eingriff.
Chirurgische Komplikationen
(90 bzw. 365 Tage)
Chirurgische Komplikationen innerhalb von 90 bzw. 365 Tagen
nach dem Eingriff.
Appendektomie
Ungeplante Folgeeingriffe
(90 Tage)
Therapieabhängige und interventionspflichtige Komplikationen
bis zu 90 Tage nach dem Eingriff.
Allgemeinchirurgische
Komplikationen (90 Tage)
Allgemeine peri- und postoperative Komplikationen bis zu 90
Tage nach dem Eingriff.
Therapeutischer Herzkatheter (PCI) bei Patienten mit Herzinfarkt
Sterblichkeit
(30 Tage)
Versterben bis zu 30 Tage nach Aufnahme und keine weitere
Operation im Beobachtungszeitraum.
Major Adverse Cardiac and
Cerebrovascular Events
(MACCE) (1 Jahr)
Versterben oder Herzinfarkt, Hirninfarkt oder TIA innerhalb
eines Jahres nach dem Erstaufenthalt.
Sonstige Komplikationen
(30 Tage)
Interventionsspezifische Komplikationen wie Blutung,
Lungenembolie, Thrombininjektion, akutes Nierenversagen bis
zu 30 Tage nach dem Eingriff.
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 11
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
• Alters- und Geschlechtsverteilung der eingeschlossenen AOK-Fälle
(N=409.774)
Leistungsbereich Fälle
N
Alter
Median (IQR)
Geschlecht
männlich [%]
Kniegelenkersatz bei Gonarthrose 152.294 71 (63-76) 32,1%
Appendektomie 103.246 23 (16-43) 45,7%
Prostataoperation bei BPS 47.599 72 (66-77) 100,0%
PCI bei Patienten mit Herzinfarkt 106.635 69 (56-77) 67,2%
Ergebnisse: Basisdeskription
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 12
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Ergebnisse: Rohe Komplikationsraten
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin
Indikatorrate
auf Basis der Fälle
Indikatorrate
auf Basis der Krankenhäuser
Indikator Gesamt 25-Perzentil Median 75-Perzentil
Kniegelenkersatz bei Gonarthrose (152.294 Fälle, 925 Kliniken)
Revisionsoperation (1 Jahr) 3,92 % 2,37 % 3,85 % 5,75 %
Chirurgische Komplikationen
(90 bzw. 365 Tage)
3,80 % 2,14 % 3,40 % 5,33 %
Appendektomie (103.246 Fälle, 946 Kliniken)
Ungeplante Folgeeingriffe (90 Tage) 3,63 % 1,81 % 3,30 % 5,26 %
Allgemeinchirurgische Komplikationen
(90 Tage)
4,16 % 2,08 % 3,74 % 6,00 %
Prostataoperation bei BPS (47.599 Fälle, 434 Kliniken)
Transfusion (30 Tage) 4,37 % 2,04 % 3,83 % 6,49 %
Re-OP bei Nachblutung (30 Tage) 7,57 % 4,48 % 6,90 % 9,80 %
Reoperation (1 Jahr) 7,62 % 4,76 % 7,32 % 10,11 %
PCI bei Patienten mit Herzinfarkt (106.635 Fälle, 486 Kliniken)
Sterblichkeit (30 Tage) 7,08 % 4,86 % 6,53 % 8,64 %
MACCE (1 Jahr) 17,99 % 13,86 % 17,17 % 20,59 %
Sonstige Komplikationen (30 Tage) 15,45 % 10,35 % 13,74 % 17,53 %
13
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Risikoadjustierte Komplikationsraten
• Ermittlung von Komplikationsereignissen pro Indikator und Klinik
 rohe Raten
 adjustierte SMRs (Standardisiertes Mortalitäts- bzw. Morbiditätsratio)
 Risikoadjustierung nach Alter und Geschlecht der Patienten sowie 31
Begleiterkrankungen gemäß Elixhauser-Klassifikation (Elixhauser 1998)
und ggf. weiteren Faktoren
 Multiple logistische Regressionsmodelle
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin
EreignisseerwarteteAnzahl
EreignisseebeobachtetAnzahl
SMR 
14
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
• Risikoadjustierte Indikatorrate (SMR mit 95%-Konfidenzintervall) für Re-OP
bei Nachblutung (30 Tage) für BPS im Klinikvergleich
Ergebnisse: Risikoadjustierte Komplikationsraten
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin
Vergleich von 434 Kliniken
mit mindestens 30 Fällen
15
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Ergebnisse: Anteil der Indikatorereignisse
im Erstaufenthalt und Follow-up: BPS
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 16
Prostataoperation bei BPS (47.599 Fälle)
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Ergebnisse: Anteil der Indikatorereignisse
im Erstaufenthalt und Follow-up
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 17
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Ergebnisse: Korrelation klinikbezogener SMR im
Erstaufenthalt und Follow-up
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 18
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Ergebnisse: Korrelation klinikbezogener SMR im
Erstaufenthalt und Follow-up
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 19
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Einteilung von Kliniken in SMR-Quartile im Leistungsbereich BPS : Änderung bei
Hinzunahme der Follow-up-Ereignisse (Erstaufenthalt versus Erstaufenthalt +
Follow-up)
Ergebnisse: Änderung der Klinikeinteilung: BPS
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 20
Prostataoperation bei BPS (434 Kliniken)
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Einteilung von Kliniken in SMR-Quartile: 14-66% mit Änderung bei Hinzunahme
der Follow-up-Ereignisse (Erstaufenthalt versus Erstaufenthalt + Follow-up)
Ergebnisse: Änderung der Klinikeinteilung
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 21
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Zusammenfassung
• Bei fast allen betrachteten Indikatoren kann ein relevanter
Anteil von Komplikationen erst nach der Entlassung aus dem
initialen Klinikaufenthalt ermittelt werden.
• Es gibt lediglich einen sehr schwachen Zusammenhang der
Ergebnisse einer Klinik im Erstaufenthalt und im Follow-up.
• Für 14-66% der Kliniken kommt es zu anderen
Eingruppierungen, wenn man die Follow-up-Ereignisse in die
Qualitätsbetrachtung aufnimmt.
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 22
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Fazit
• Qualitätsbetrachtung gewinnt für fast alle der betrachteten
Indikatoren wesentlich durch die Betrachtung des Follow-up-
Zeitraums.
• Eine Qualitätsmessung allein aufgrund von Ereignissen im
Erstaufenthalt blendet für diese Indikatoren relevante adverse
Effekte aus, die sich im Klinikvergleich deutlich auswirken.
• Im Hinblick auf die Identifikation von Verbesserungs-
möglichkeiten im klinikinternen Qualitätsmanagement der
Kliniken sind somit zwei Aspekte von Bedeutung:
1) eine zeitnahe und an den Behandlungsprozessen
orientierte Qualitätsmessung im Erstaufenthalt
2) die ergänzende Information durch Betrachtung des
fallübergreifenden Behandlungsverlaufs
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 23
Wissenschaftliches Institut der AOK
© WIdO 2015
Literatur
9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin
Z. Evid. Fortbild. Qual. Gesundh.wesen (ZEFQ) (2015) (in press)
24
© WIdO 2015
Wissenschaftliches Institut der AOK
Vielen Dank für Ihr Interesse.
qsr-verfahren@wido.bv.aok.de
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www.wido.de
www.qualitaetssicherung-mit-routinedaten.de
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2015 12-04 qualitätssicherung mit routinedaten

  • 1. © WIdO 2015 Wissenschaftliches Institut der AOK 04. Dezember 2015 in Berlin Jürgen Klauber, Geschäftsführer WIdO Qualitätssicherung mit Routinedaten - Follow-up in der Qualitätsmessung 9. Nationaler Qualitätskongress Gesundheit
  • 2. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Ausgangslage § 137a SGB V Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen „Es soll insbesondere beauftragt werden … 6. für die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung zu ausgewählten Leistungen die Qualität der ambulanten und stationären Versorgung zusätzlich auf der Grundlage geeigneter Sozialdaten darzustellen, die dem Institut von den Krankenkassen nach § 299 Absatz 1a auf der Grundlage von Richtlinien und Beschlüssen des Gemeinsamen Bundesausschusses übermittelt werden… „ 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 2
  • 3. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Ausgangslage • Fokus Follow-up  für die Qualitätsmessung bisher kaum klinische Daten aus Follow-up  beschränkt auf Studien und Register  hoher Aufwand • Flächendeckende, aufwandsarme Qualitätssicherung im Follow-up ist ohne Routinedaten nicht denkbar 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 3 Klinische Daten Routinedatenvs. und
  • 4. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Zielstellung • Kernfrage: Wie ist der Informationszugewinn durch unerwünschte Ereignisse im Follow-up gegenüber der alleinigen Betrachtung von Ereignissen im Erstaufenthalt? • Auswertung für verschieden Indikationen:  Anteil unerwünschter Ereignisse im Erstaufenthalt und Follow-up  Prognostischer Wert von Ereignissen einer Klinik im Erstaufenthalt für Follow-up-Ereignisse  Änderung der Einteilung von Kliniken (sortiert nach Anzahl der Komplikationsereignisse) bei Hinzunahme von Follow-Up- Ereignissen gegenüber dem Erstaufenthalt 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 4
  • 5. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR) • Verfahren zur Qualitätsmessung im Gesundheitswesen • Sekundärnutzung anonymisierter AOK-Abrechnungsdaten • Ausrichtung an Ergebnisqualität • Vorteil: Nachbeobachtung über den Krankenhausaufenthalt hinaus ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand • 2002 initiiert durch den AOK-Bundesverband und die HELIOS- Kliniken • Weiterentwickelt und durchgeführt vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) • www.wido.de • www.qualitaetssicherung-mit-routinedaten.de 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 5
  • 6. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Wissenschaftliche Begleitung des QSR-Verfahrens 6 berät bei der Auswahl der Leistungsbereiche und grundsätzlichen Entscheidungen  Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Magdeburg  PMV Forschungsgruppe an der Universität zu Köln, Köln  TU Berlin, FB Strukturentwicklung und Qualitätsmanagement, Berlin  HELIOS Kliniken GmbH, Berlin  ConceptHealth, Berlin  Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin  AQUA-Institut, Göttingen  Bertelsmann Stiftung, Gütersloh  Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), Berlin  unterstützen die Weiterentwicklung der Methodik und die Entwicklung von Qualitätsindikatoren in den einzelnen Fachgebieten  Ärzte und Praktiker mit besonderer Expertise  Qualitätsexperten  Epidemiologen  Statistiker  aus unterschiedlichen Institutionen NegativExpertenpanels  unterstützen die Weiterentwicklung der Methodik und die Entwicklung von Qualitätsindikatoren in den einzelnen Fachgebieten  Ärzte und Praktiker mit besonderer Expertise  Qualitätsexperten  Epidemiologen  Statistiker  aus unterschiedlichen Institutionen NegativExpertenpanels  unterstützen die Weiterentwicklung der Methodik und die Entwicklung von Qualitätsindikatoren in den einzelnen Fachgebieten  Ärzte und Praktiker mit besonderer Expertise  Qualitätsexperten  Epidemiologen  Statistiker  aus unterschiedlichen Institutionen NegativExpertenpanels unterstützen die Weiterentwicklung der Methodik und die Entwicklung von Qualitätsindikatoren in den einzelnen Fachgebieten  Ärzte und Praktiker mit besonderer Expertise (aus unterschiedlichen Institutionen)  Qualitätsexperten  Epidemiologen  Statistiker NegativExpertenpanels Wissenschaftlicher Beirat Derzeit 6 Expertenpanel: Bauchchirurgie, endokrine Chirurgie, Geburtshilfe und Neonatologie, Kardiologie, Orthopädie, Urologie Derzeit 6 Expertenpanel: Bauchchirurgie, endokrine Chirurgie, Geburtshilfe und Neonatologie, Kardiologie, Orthopädie, Urologie 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin
  • 7. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Methoden: QSR-Leistungsbereiche 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin Kniegelenkersatz bei Arthrose* Hüftgelenkersatz bei Arthrose* Hüftgelenkersatz/Osteosynthese bei Hüftfraktur* Herzinfarkt PCI bei Patienten ohne Herzinfarkt* PCI bei Patienten mit Herzinfarkt Koronarangiographie Herzinsuffizienz Hirninfarkt oder intrazerebrale Blutung Gallenblasenentfernung* Appendektomie* Kolon-/Rektum-Operation bei kolorektalem Karzinom Prostata-OP bei benignem Prostatasyndrom (BPS)* Radikale Prostatektomie bei Prostatakarzinom (RPE)* Versorgung von Frühgeborenen (VLBW) Operation bei benigner Schilddrüsenerkrankung 7 *QSR-Ergebnisse im AOK-Krankenhausnavigator auf Basis der Weissen Liste veröffentlicht 16 Leistungsbereiche mit 72 Indikatoren
  • 8. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Behandlungsverlauf eines Patienten 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin Diagnostik Re-OP X Tod Krankenhaus vorbehaltlich Kassenzugehörigkeit AOK X OP-Datum Nachbeobachtungszeitraum X X KH-Aufnahme KH-Entlassung X 8
  • 9. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Methoden • Datengrundlage  Anonymisierte Krankenhausabrechnungsdaten von AOK- versicherten Patienten (bundesweit) • Ein- und Ausschlusskriterien  Behandlung in den Jahren 2010-2012  Patienten aus 4 QSR-Leistungsbereichen  Kniegelenkersatz bei Gonarthrose  Appendektomie  Prostataoperation bei benignem Prostatasyndrom (BPS)  Therapeutischer Herzkatheter (PCI) bei Patienten mit Herzinfarkt  Identifizierung über die jeweiligen Prozeduren (OPS) und Hauptdiagnosen (ICD-10) siehe QSR-Indikatorenhandbuch (www.qualitaetssicherung-mit- routinedaten.de)  10 Indikatoren (häufigste Komplikationen) 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 9
  • 10. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Prostataoperation bei benignem Prostatasyndrom (BPS) Methoden: QSR-Indikatoren BPS Indikator Beschreibung Transfusionen (30 Tage) Transfusion ab OP bis zu 30 Tage nach dem Eingriff. Reoperation bei Nachblutung (30 Tage) Reintervention wegen Nachblutung ab OP bis zu 30 Tage nach dem Eingriff. Dazu gehören die Ausräumung einer Harnblasentamponade, Behandlung einer Prostatablutung und Spülung der Harnblase. Reoperation (1 Jahr) Reintervention an Prostata, Harnröhre und Harnleiter ab OP bis zu 365 Tage nach dem Eingriff. Dazu gehören die erneute Resektion wegen fortbestehender Symptomatik, Revision, Einlegen einer Ureterschiene oder Nephrotomie/Nephrostomie, und Operationen an der Urethra. 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 10
  • 11. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Methoden: QSR-Indikatoren Indikator Beschreibung Kniegelenkersatz bei Gonarthrose Revisionsoperationen (1 Jahr) Revisionsoperationen bis zu 365 Tage nach dem Eingriff. Chirurgische Komplikationen (90 bzw. 365 Tage) Chirurgische Komplikationen innerhalb von 90 bzw. 365 Tagen nach dem Eingriff. Appendektomie Ungeplante Folgeeingriffe (90 Tage) Therapieabhängige und interventionspflichtige Komplikationen bis zu 90 Tage nach dem Eingriff. Allgemeinchirurgische Komplikationen (90 Tage) Allgemeine peri- und postoperative Komplikationen bis zu 90 Tage nach dem Eingriff. Therapeutischer Herzkatheter (PCI) bei Patienten mit Herzinfarkt Sterblichkeit (30 Tage) Versterben bis zu 30 Tage nach Aufnahme und keine weitere Operation im Beobachtungszeitraum. Major Adverse Cardiac and Cerebrovascular Events (MACCE) (1 Jahr) Versterben oder Herzinfarkt, Hirninfarkt oder TIA innerhalb eines Jahres nach dem Erstaufenthalt. Sonstige Komplikationen (30 Tage) Interventionsspezifische Komplikationen wie Blutung, Lungenembolie, Thrombininjektion, akutes Nierenversagen bis zu 30 Tage nach dem Eingriff. 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 11
  • 12. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 • Alters- und Geschlechtsverteilung der eingeschlossenen AOK-Fälle (N=409.774) Leistungsbereich Fälle N Alter Median (IQR) Geschlecht männlich [%] Kniegelenkersatz bei Gonarthrose 152.294 71 (63-76) 32,1% Appendektomie 103.246 23 (16-43) 45,7% Prostataoperation bei BPS 47.599 72 (66-77) 100,0% PCI bei Patienten mit Herzinfarkt 106.635 69 (56-77) 67,2% Ergebnisse: Basisdeskription 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 12
  • 13. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Ergebnisse: Rohe Komplikationsraten 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin Indikatorrate auf Basis der Fälle Indikatorrate auf Basis der Krankenhäuser Indikator Gesamt 25-Perzentil Median 75-Perzentil Kniegelenkersatz bei Gonarthrose (152.294 Fälle, 925 Kliniken) Revisionsoperation (1 Jahr) 3,92 % 2,37 % 3,85 % 5,75 % Chirurgische Komplikationen (90 bzw. 365 Tage) 3,80 % 2,14 % 3,40 % 5,33 % Appendektomie (103.246 Fälle, 946 Kliniken) Ungeplante Folgeeingriffe (90 Tage) 3,63 % 1,81 % 3,30 % 5,26 % Allgemeinchirurgische Komplikationen (90 Tage) 4,16 % 2,08 % 3,74 % 6,00 % Prostataoperation bei BPS (47.599 Fälle, 434 Kliniken) Transfusion (30 Tage) 4,37 % 2,04 % 3,83 % 6,49 % Re-OP bei Nachblutung (30 Tage) 7,57 % 4,48 % 6,90 % 9,80 % Reoperation (1 Jahr) 7,62 % 4,76 % 7,32 % 10,11 % PCI bei Patienten mit Herzinfarkt (106.635 Fälle, 486 Kliniken) Sterblichkeit (30 Tage) 7,08 % 4,86 % 6,53 % 8,64 % MACCE (1 Jahr) 17,99 % 13,86 % 17,17 % 20,59 % Sonstige Komplikationen (30 Tage) 15,45 % 10,35 % 13,74 % 17,53 % 13
  • 14. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Risikoadjustierte Komplikationsraten • Ermittlung von Komplikationsereignissen pro Indikator und Klinik  rohe Raten  adjustierte SMRs (Standardisiertes Mortalitäts- bzw. Morbiditätsratio)  Risikoadjustierung nach Alter und Geschlecht der Patienten sowie 31 Begleiterkrankungen gemäß Elixhauser-Klassifikation (Elixhauser 1998) und ggf. weiteren Faktoren  Multiple logistische Regressionsmodelle 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin EreignisseerwarteteAnzahl EreignisseebeobachtetAnzahl SMR  14
  • 15. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 • Risikoadjustierte Indikatorrate (SMR mit 95%-Konfidenzintervall) für Re-OP bei Nachblutung (30 Tage) für BPS im Klinikvergleich Ergebnisse: Risikoadjustierte Komplikationsraten 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin Vergleich von 434 Kliniken mit mindestens 30 Fällen 15
  • 16. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Ergebnisse: Anteil der Indikatorereignisse im Erstaufenthalt und Follow-up: BPS 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 16 Prostataoperation bei BPS (47.599 Fälle)
  • 17. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Ergebnisse: Anteil der Indikatorereignisse im Erstaufenthalt und Follow-up 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 17
  • 18. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Ergebnisse: Korrelation klinikbezogener SMR im Erstaufenthalt und Follow-up 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 18
  • 19. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Ergebnisse: Korrelation klinikbezogener SMR im Erstaufenthalt und Follow-up 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 19
  • 20. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Einteilung von Kliniken in SMR-Quartile im Leistungsbereich BPS : Änderung bei Hinzunahme der Follow-up-Ereignisse (Erstaufenthalt versus Erstaufenthalt + Follow-up) Ergebnisse: Änderung der Klinikeinteilung: BPS 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 20 Prostataoperation bei BPS (434 Kliniken)
  • 21. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Einteilung von Kliniken in SMR-Quartile: 14-66% mit Änderung bei Hinzunahme der Follow-up-Ereignisse (Erstaufenthalt versus Erstaufenthalt + Follow-up) Ergebnisse: Änderung der Klinikeinteilung 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 21
  • 22. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Zusammenfassung • Bei fast allen betrachteten Indikatoren kann ein relevanter Anteil von Komplikationen erst nach der Entlassung aus dem initialen Klinikaufenthalt ermittelt werden. • Es gibt lediglich einen sehr schwachen Zusammenhang der Ergebnisse einer Klinik im Erstaufenthalt und im Follow-up. • Für 14-66% der Kliniken kommt es zu anderen Eingruppierungen, wenn man die Follow-up-Ereignisse in die Qualitätsbetrachtung aufnimmt. 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 22
  • 23. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Fazit • Qualitätsbetrachtung gewinnt für fast alle der betrachteten Indikatoren wesentlich durch die Betrachtung des Follow-up- Zeitraums. • Eine Qualitätsmessung allein aufgrund von Ereignissen im Erstaufenthalt blendet für diese Indikatoren relevante adverse Effekte aus, die sich im Klinikvergleich deutlich auswirken. • Im Hinblick auf die Identifikation von Verbesserungs- möglichkeiten im klinikinternen Qualitätsmanagement der Kliniken sind somit zwei Aspekte von Bedeutung: 1) eine zeitnahe und an den Behandlungsprozessen orientierte Qualitätsmessung im Erstaufenthalt 2) die ergänzende Information durch Betrachtung des fallübergreifenden Behandlungsverlaufs 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin 23
  • 24. Wissenschaftliches Institut der AOK © WIdO 2015 Literatur 9. NQK Gesundheit, 04.12.2015, Berlin Z. Evid. Fortbild. Qual. Gesundh.wesen (ZEFQ) (2015) (in press) 24
  • 25. © WIdO 2015 Wissenschaftliches Institut der AOK Vielen Dank für Ihr Interesse. qsr-verfahren@wido.bv.aok.de Besuchen Sie uns im Internet www.wido.de www.qualitaetssicherung-mit-routinedaten.de www.aok-gesundheitsnavi.de