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Auswertungsdimensionen
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Fazit (1) <ul><li>Social Web-Angebote vor allem ein probates Forum für Beziehungs- und Kontaktpflege </li></ul><ul><li>Soc...
Fazit (2) <ul><li>Social Web vorranging zur (Re)Präsentation des „aktuellen Selbst“ („extant self“) – Wunsch, möglichst au...
Kontakt Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink Abteilung für Audiovisuelle Kommunikation Fachbereich Kommunikationswissensc...
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Identität und Lebensführung (Ingrid Paus-Hasebrink)

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Vortrag von Prof. Ingrid Paus-Hasebrink bei der DGPuK-Jahrestagung 2009 in Bremen

Veröffentlicht in: Bildung, Technologie, Business
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Identität und Lebensführung (Ingrid Paus-Hasebrink)

  1. 1. Identität und Lebensführung – Web 2.0 im Alltag von Jugendlichen. Qualitative Befunde <ul><ul><ul><li>DGPuK-Jahrestagung 2009 </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Panel 3: „Web 2.0 im Alltag von Jugendlichen“ </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Universität Bremen, 30. April 2009 </li></ul></ul></ul><ul><li>Ingrid Paus-Hasebrink, Universität Salzburg </li></ul>
  2. 2. Fragestellung der qualitativen Teil-Studie <ul><li>Allgemein: Welche Rollen messen Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sowie junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren Social Web-Angeboten in ihrem Alltag bei? </li></ul><ul><li>Speziell: Welche Rolle spielen Social Web-Angebote für die Selbstauseinandersetzung, also für Selbst(re)präsentation und Identitätsarbeit? </li></ul>
  3. 3. Sozialisation im Kontext sozialer Wandlungsprozesse <ul><li>Die Sozialisation von Jugendlichen findet unter anderen sozialen und technisch-medialen Bedingungen statt als die früherer Generationen. </li></ul><ul><li>Mit den gesellschaftlichen Veränderungen gehen mediale Wandlungsprozesse einher. </li></ul><ul><li>Medien durchdringen mittlerweile nahezu sämtliche Alltagskontexte in hohem Maße und prägen die Lebensführung von Menschen mit. </li></ul><ul><li>Veränderungen der mediatisierten Kommunikation, etwa des Internets, beeinflussen Formen sozialer Organisation; das Netzwerk ist zu einer dominierenden Sozialgestalt geworden ist. </li></ul>
  4. 4. Entwicklungsaufgaben in der Identitätsgenese <ul><li>Entwicklungsaufgaben verbinden Individuum und Umwelt, setzen kulturelle Anforderungen mit individueller Leistungsfähigkeit in Beziehung und betonen die „Agency“ von Individuen. </li></ul><ul><li>Heranwachsenden wird eine aktive Rolle bei der Gestaltung der eigenen Entwicklung beigemessen. </li></ul><ul><li>Aufwachsen heute bedeutet mit Identitäten „spielen“ zu können. </li></ul><ul><li>„ Lebenkönnen“ besteht in der „Akzeptanz von grundlegenden Ungewissheiten in der eigenen erwartbaren Biographie“ (Rosenmayr 1985, S. 296). </li></ul>
  5. 5. Social Web-Foren als Spiel-Räume im Prozess des Heranwachsens <ul><li>Jugendliche sind in ihrer Identitätsgenese und der damit verbundenen Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben herausgefordert, sowohl Sach-, Sozial- als auch Selbstauseinandersetzung zu betreiben. </li></ul><ul><li>Flammer und Alsaker (2002) unterscheiden mit Rekurs auf Rosenberg drei „Konzepte des Selbst“: das aktuelle Selbst („extant self“), das erwünschte Selbst („desired self“), das Idealselbst („idealized image“). </li></ul><ul><li>Anwendungen des Social Web halten symbolische wie reale Spielräume für drei zentrale Handlungskomponenten bereit. </li></ul>
  6. 6. Korrespondenz von Entwicklungsaufgaben und Handlungskomponenten im Social Web Informationsmanagement Wie orientiere ich mich in der Welt? Sachauseinandersetzung Beziehungsmanagement Welche Position habe ich in meinem sozialen Netzwerk? Sozialauseinandersetzung Identitätsmanagement Wer bin ich? Selbstauseinandersetzung Handlungskomponente Kernfrage Entwicklungsaufgabe
  7. 7. Zum Ansatz der Lebensführung <ul><li>Der Ansatz der Lebensführung steht im Kontext alltags- und lebensweltlicher Ansätze. </li></ul><ul><li>Lebensführung meint ganz allgemein die Struktur der vielfältigen Alltagsaktivitäten, „die dem täglichen Handeln Richtung, Effizienz und Sinn sowie dem Leben insgesamt Stabilität, Kohärenz und Kontinuität verleiht“ (Kudera 2001, siehe auch Lange 2003, S. 106). </li></ul><ul><li>Dieser Ansatz stellt dabei das Subjekt in den Mittelpunkt, dies allerdings ohne strukturelle Dispositionen der alltäglichen Lebensführung zu missachten. </li></ul>
  8. 8. Anlage der qualitativen Teilstudie <ul><li>Ziel: W ie konstituieren junge Menschen ihre Wahrnehmungen und Handlungen, ihre Interpretationen und Bedeutungszuschreibungen von und mit dem Social Web im Alltag? </li></ul><ul><li>Probanden: Jugendliche und junge Erwachsene aus drei Altersgruppen </li></ul><ul><ul><ul><li>(12 bis 14 Jahre, 15 bis 17 sowie 18 bis 24 Jahre) </li></ul></ul></ul><ul><li>Rekrutierungsfaktoren : Geschlecht, formale Bildung, Wohnort (Stadt vs. Land), Differenzen im Umgang mit Social Web-Angeboten </li></ul>
  9. 9. Aufbau der Qualitativen Teilstudie
  10. 10. Auswertung <ul><li>Zweischrittige Analyse von Gruppendiskussionen und Einzelinterviews: </li></ul><ul><ul><li>Fokussierende Analyse mit Hilfe von MaxQda </li></ul></ul><ul><ul><li>Kontextuelle Analyse </li></ul></ul><ul><li>Bildung von Social Web-Handlungstypen auf Basis der Einzelfallbeispiele </li></ul>
  11. 11. Individuelle Perspektiven – Unterschiedliche Handlungstypen <ul><li>Breites Spektrum an Umgangsweisen mit Social Web bei Jugendlichen und jungen Heranwachsenden </li></ul><ul><li>Umgangsunterschiede vor allem in Bezug auf folgende Dimensionen: </li></ul><ul><ul><li>kreativ, intensiv, reflexiv, initiativ, relevant und innovativ </li></ul></ul>
  12. 12. Auswertungsdimensionen
  13. 13. Ausgewählte Social Web-Handlungstypen mit Blick auf die Selbst(re)präsentation <ul><li>Handlungstyp (1) : „Die kreativ-engagierte Social Web-Nutzung auf unterschiedlichen Ebenen – der selbstbewusste, neugierig-kompetente Umgang mit Social Web-Angeboten “ </li></ul><ul><li>- kreativ, intensiv, initiativ und mit Abstrichen innovativ </li></ul><ul><li>Handlungstyp (3) : „Der intensive und kommunikativ-initiative Umgang mit dem Social Web zur Kontaktpflege und Selbstdarstellung“ </li></ul><ul><li>- intensiv, initiativ, relevant </li></ul><ul><li>Handlungstyp (6): „Das Social Web zur Kompensation bei sozialen Problemen“ </li></ul><ul><li>- intensiv, initiativ, relevant mit Verweis auf die Lebenswelt </li></ul>
  14. 14. Fazit (1) <ul><li>Social Web-Angebote vor allem ein probates Forum für Beziehungs- und Kontaktpflege </li></ul><ul><li>Social Web-Nutzung vorrangig „friendship-driven“ </li></ul><ul><ul><li>Wichtigstes Motiv: Beziehungsmanagement </li></ul></ul><ul><li>Nutzung um „dabei zu sein“ </li></ul><ul><ul><li>Wichtigstes Motiv: Integration und Interaktion in Peer-Group </li></ul></ul><ul><li>Social Web-Nutzung „interest-driven“ </li></ul><ul><ul><li>Wichtigstes Motiv: Kreativität, Schaffung eigener Inhalte </li></ul></ul>
  15. 15. Fazit (2) <ul><li>Social Web vorranging zur (Re)Präsentation des „aktuellen Selbst“ („extant self“) – Wunsch, möglichst authentisch „rüberkommen“; keine Fake-Profile </li></ul><ul><li>Nur selten Selbstpräsentation des „erwünschten Selbst“ („desired self“) </li></ul><ul><li>Ist dies der Fall, dann zur Auseinandersetzung mit dem „Idealselbst“ – Ausstellen von (idealisierten) Vorstellungen zum Selbst, um das tatsächliche Selbst im Sinne einer im Alltag nur schwer auszulebenden Wunsch-Identität auszuweiten. </li></ul>
  16. 16. Kontakt Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink Abteilung für Audiovisuelle Kommunikation Fachbereich Kommunikationswissenschaft Universität Salzburg, Rudolfskai 42 5020 Salzburg – Österreich [email_address]

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