VERNETZT ARBEITEN
QUALIFIZIERUNGSMODUL
FÜR FAMILIENHEBAMMEN UND FAMILIEN-
GESUNDHEITS- UND KINDERKRANKEN-
PFLEGERINNEN UND...
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VERNETZT ARBEITEN
QUALIFIZIERUNGSMODUL
FÜR FAMILIENHEBAMMEN UND FAMILIEN-
GESUNDHEITS- UND KINDERKRANKEN-
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INHALTSVERZEICHNIS
FACHLICHE GRUNDLAGEN
1 	 Hinführung .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ....
FACHLICHE GRUNDLAGEN Autorin:
Mariana Rudolf
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SEMINARPLANUNG Autorinnen:
Margot Refle
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VERNETZT ARBEITEN: Qualifizierungsmodul 2 für Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger

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  1. 1. VERNETZT ARBEITEN QUALIFIZIERUNGSMODUL FÜR FAMILIENHEBAMMEN UND FAMILIEN- GESUNDHEITS- UND KINDERKRANKEN- PFLEGERINNEN UND -PFLEGER 2
  2. 2. 2 3 4 5 6 7 8 9 1 AUFGABEN UND ROLLE KLÄREN QUALIFIZIERUNGSMODUL 1 KOMPETENZORIENTIERTES ARBEITEN IN DER QUALIFIZIERUNG VON FAMILIEN- HEBAMMEN UND FAMILIEN- GESUNDHEITS- UND KINDERKRANKEN- PFLEGERINNEN UND -PFLEGERN VERNETZT ARBEITEN QUALIFIZIERUNGSMODUL 2 RESSOURCENORIENTIERT MIT FAMILIEN ARBEITEN QUALIFIZIERUNGSMODUL 3 GESPRÄCHE MIT FAMILIEN FÜHREN QUALIFIZIERUNGSMODUL 4 ELTERLICHE KOMPETENZEN STÄRKEN QUALIFIZIERUNGSMODUL 5 ENTWICKLUNG BEGLEITEN UND REGULATION UNTERSTÜTZEN QUALIFIZIERUNGSMODUL 6 ELTERN-KIND-INTERAKTION BEGLEITEN QUALIFIZIERUNGSMODUL 7 METHODENSAMMLUNG LEBENSWELT FAMILIE VERSTEHEN QUALIFIZIERUNGSMODUL 8 MIT MÖGLICHEN HINWEISEN AUF KINDESWOHLGEFÄHRDUNG UMGEHEN QUALIFIZIERUNGSMODUL 9 QUALIFIZIERUNGSMODULE FÜR FAMILIENHEBAMMEN UND FAMILIEN-GESUNDHEITS- UND KINDERKRANKENPFLEGERINNEN UND -PFLEGER QUALIFIZIERUNGSMODULE FÜR FAMILIENHEB- AMMEN UND FAMILIEN-GESUND- HEITS- UND KINDER- KRANKENPFLE- GERINNEN UND -PFLEGER
  3. 3. VERNETZT ARBEITEN QUALIFIZIERUNGSMODUL FÜR FAMILIENHEBAMMEN UND FAMILIEN- GESUNDHEITS- UND KINDERKRANKEN- PFLEGERINNEN UND -PFLEGER Redaktion: Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung Margot Refle Christiane Voigtländer Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) Eva Sandner Michael Hahn
  4. 4. 4 | MODUL 2 INHALTSVERZEICHNIS FACHLICHE GRUNDLAGEN 1 Hinführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 2 Auf welche kompetenzorientierten Ziele und Inhalte ist dieses Modul ausgerichtet? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 3 Was sind die zentralen Wissensbestände zum Modulthema? 3.1 Strukturelle Aspekte der Vernetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 3.2 Kommunikation und Interaktion im Netzwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 3.3 Der eigene Beitrag in der Vernetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 4 Material und Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 5 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 SEMINARPLANUNG 1 Methodisch-didaktische Schwerpunkte des Moduls . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 2 Seminarleitfaden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
  5. 5. FACHLICHE GRUNDLAGEN Autorin: Mariana Rudolf 2
  6. 6. 6 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
  7. 7. MODUL 2 | 7 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie 1 HINFÜHRUNG Modul 2 beschäftigt sich mit dem für Familienhebammen (FamHeb) und Familien-Gesundheits- und Kinder- krankenpflegerinnen und -pfleger (FGKiKP) relevanten Thema der Vernetzung und der zentralen Frage, wieso Vernetzung und Kooperation wichtige Säulen der Frühen Hilfen – und somit der praktischen Arbeit dieser Fachkräfte sind. Mariana Rudolf Die Kraft, die aus dem Netzwerk kommt: Vernetztes Arbei- ten ist ein Grundgedanke der Frühen Hilfen, der sich sowohl in der Begriffsbestimmung Früher Hilfen (NZFH 2009) als auch im Leitbild Frühe Hilfen (NZFH 2014) sowie im Gesetz zur Kooperation und Information (§ 3 KKG) findet. Wie die Praxis zeigt, kann eine effektive Unterstützung von Familien letztlich nur durch ein breit aufgestelltes Netzwerk geleistet werden (vgl. Deutsches Jugendinstitut 2006). Es ist darum für alle im Arbeitsgebiet tätigen Fachkräfte wichtig, sich mit dieser Thematik auszukennen. Die Vorzüge eines funktionierenden, aktiven Netzwerks lie- gen auf der Hand: Eine geregelte, verbindliche und auf Lang- fristigkeit ausgerichtete Zusammenarbeit verschiedenster Anlaufstellen, Träger und Fachkräfte hilft allen Beteiligten dabei, die oft engen Grenzen einzelner Institutionen oder Angebote zu überwinden und die Unterstützung für belaste- te Familien den spezifischen Gegebenheiten und Bedürfnis- sen anzupassen. Gemeinsam mit anderen Akteuren können FamHeb und FGKiKP ihre Tätigkeit erfolgreicher gestalten, an der Erarbeitung von Handlungsstandards mitwirken und die regionale Infrastruktur zur Unterstützung von Familien weiter mitentwickeln. In diesem Modul wird – neben der Vermittlung von elemen- tarem Wissen – ein grundlegendes Bewusstsein für die Be- deutung von Vernetzung geschaffen, damit sich FamHeb und FGKiKP als wichtige Mitglieder von Netzwerken verstehen und motiviert sind, diese zu unterstützen. Die nachfolgenden Inhalte des Moduls 2 bauen auf den jewei- ligen themenrelevanten Handlungsanforderungen (HA) der Kompetenzprofile für FamHeb und FGKiKP auf. Zu nennen sind hierbei vor allem die Aspekte Kooperation mit dem Auf- traggeber (HA 8 im Kompetenzprofil Familienhebammen [NZFH 2012, S. 20 und 46 f] und HA 7 im Kompetenzpro- fil Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger [NZFH 2014, S. 58 ff]) sowie interdisziplinär vernetzte Arbeit und Funktion als Lotsin bzw. Lotse (HA 9 im Kompetenzprofil FamHeb [NZFH 2012, S. 20, 487 f] und HA 6 im Kompetenzprofil FGKiKP [NZFH 2014, S. 52 ff]). 2 AUF WELCHE KOMPETENZORIENTIERTEN ZIELE UND INHALTE IST DIESES MODUL AUSGERICHTET? Welche Kompetenzen sind bedeutsam? Die FamHeb und FGKiKP in den Frühen Hilfen: ■■ kennen die gesetzlichen Grundlagen von Vernetzung und Kooperation sowie die Unterschiede beider Konzepte. ■■ kennen grundlegende Prinzipien und Arbeitsweisen der multiprofessionellen Vernetzung. ■■ sind informiert über Aspekte des Datenschutzes bezüg- lich der Vernetzung, insbesondere Vertraulichkeit und Schweigepflicht. ■■ kennt die Arbeitsfelder, die Arbeitsweisen, (gesetzlichen) Aufträge und Kompetenzen verschiedener regionaler Ak- teure ■■ verstehen die Bedeutung aktiver, dynamischer und kon- tinuierlicher Vernetzung für den Erfolg ihrer eigenen Ar- beit und der Frühen Hilfen im Allgemeinen. ■■ bauen für die Vernetzung wichtige Kompetenzen aus, wie etwa Kommunikations- und Gremienkompetenzen.
  8. 8. 8 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie ■■ wissen um ihre eigene Rolle bezüglich der Vernetzung und können diese reflektieren. (vgl. hierzu die Kompetenzen in den HA 8 und 9 im Kompe- tenzprofil Familienhebammen [NZFH 2012] sowie die Kom- petenzen in HA 6 und 7 im Kompetenzprofil Familien-Ge- sundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger [NZFH 2014]). Welche Inhalte sind bedeutsam? ■■ (Gesetzliche) Grundlagen der Vernetzung, multiprofessi- oneller Zusammenarbeit und zum Datenschutz bzw. zur Schweigepflicht ■■ Allgemeine Merkmale von Netzwerken ■■ Kenntnisse über die Strukturen der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens ■■ Einordnung des eigenen Fachbereichs in Bezug auf Ver- netzung und die Verknüpfung sowie Abgrenzung zu Auf- gaben anderer Netzwerkangehöriger ■■ Reflexionsmöglichkeiten der eigenen beruflichen Rolle im Netzwerk 3 WAS SIND DIE ZENTRALEN WISSENSBESTÄNDE ZUM MODULTHEMA? 3.1. STRUKTURELLE ASPEKTE DER VERNETZUNG Die moderne Arbeitswelt kennt zahlreiche verschiedene For- men von Netzwerken. Mit jeder in allen Einzelheiten vertraut zu sein, ist für die erfolgreiche Gestaltung des beruflichen Alltags von FamHeb und FGKiKP nicht notwendig. In der Regel genügt in der Weiterbildung ein Überblick über all- gemeine Strukturen und Funktionsweisen von Vernetzung. Dabei sind folgende Aspekte von Bedeutung: ■■ Verschiedene Netzwerkdefinitionen (vgl. Denison 2006, S. 1 ff.; Gramlinger 2002; Sänger / Bennewitz 2001 etc.) sowie Netzwerk-Arten (privat, zivilgesellschaftlich und professionell), ■■ Unterschiedliche Netzwerkverknüpfungen (kettenartige und sternförmige Organisation oder multipel miteinan- der verknüpfte Knoten), Hierarchieformen (hierarchische versus gleichberechtigte Arbeitsformen) sowie ■■ Vor- und Nachteile verschiedener Aspekte wie Netzwerk- größe, zeitliche Stabilität, Arbeitsweisen, unterschiedliche Verbindlichkeiten (weitere Literatur: Balz / Spieß 2009; Fischer / Kosellek 2013; KomNetz 2006, S. 12 ff.; Schubert 2008; Sprenger 2001; Sydow 2010; Ziegenhain et al. 2011 S. 51 ff.). Beim Knüpfen eines temporären oder auch auf Dauer an- gelegten Netzwerks sollten sich alle Akteure zunächst über die Vor- und Nachteile verschiedener Netzwerk-Typen, ins- besondere in Hinblick auf die Frühen Hilfen, klar werden. Von Nutzen ist auch, wenn den Akteuren die Unterschiede zwischen reiner Kooperation und komplexerer Vernetzung bewusst sind. Kooperation ist eher reduziert, konkret, zeit- lich begrenzt und informell und wird durch einzelne Akteure betrieben, während Vernetzung, wie sie im Netzwerk statt- findet, eher komplex, offen, strukturell verdichtet und auf die Umgestaltung sozialer Infrastruktur ausgerichtet ist (vgl. Dresselhaus 2006, S. 33 ff). Um von vornherein realistische Erwartungen an die Zusam- menarbeit mit anderen Professionen zu entwickeln, sollte die Komplexität von Vernetzung, mitbedingt durch diffizi- le Anforderungen und Fragestellungen der Familien in den Frühen Hilfen, im Netzwerk jederzeit präsent sein und of- fen thematisiert werden. Paradoxe Anforderungen, einer- seits Flexibilität zu wahren (professionelle sowie persönliche Haltungen mit einzubringen und über bisherige berufliche Rollen hinauszugehen), aber andererseits Verbindlichkeiten einzugehen (feste Aufgaben und spezifische Arbeitsformen anzunehmen sowie die Etablierung personenunabhängiger Strukturen zu leisten) können im Netzwerk gemeinsam kri- tisch reflektiert werden. Erfolgreiche Vernetzung erfordert, mit einem Bein aus der bisherigen beruflichen Rolle auszusteigen und gleichzeitig die eigene Herkunftsprofession weiter zu vertreten. Damit alle Beteiligten ein ausgewogenes Bild der Anforderungen und Aufgaben gewinnen und die Netzwerkkoordination un- terstützen können, sollte klar definiert werden, welche Auf- gaben den Fachkräften zufallen (zum Beispiel Erfahrungen aus der Praxis einbringen und mit Partnerinnen und Part- nern im Netzwerk teilen) und welche primär bei der Netz- werkkoordination liegen (zum Beispiel Interessenausgleich
  9. 9. MODUL 2 | 9 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie schaffen, Flexibilität sowie Verbindlichkeit erhalten, Arbeits- formen etablieren etc.). Sind Ausmaß und Inhalte der Ver- netzung klar, können Sicherheit, Orientierung und Anerken- nung für diese Arbeitsform entstehen. Der allgemeine Nutzen, der sich aus einer Einbeziehung des Netzwerks Frühe Hilfen für die aufsuchende Arbeit der FamHeb und FGKiKP ergibt, spielt eine entscheidende Rolle. Mögliche Vorteile sind z. B.: ■■ Ressourcenbündelung (materiell, kommunikativ, perso- nell, wissensbasiert) ■■ Effektivere Zielerreichung durch Verbindung der Kompe- tenzen und Sichtweisen verschiedener Fachkräfte ■■ Gemeinsamer Kompetenzausbau ■■ Möglichkeit gegenseitiger Motivierung ■■ Vernetzung von Denken und Handeln ■■ Professionalisierung der Zusammenarbeit ■■ Anregung zur Erarbeitung fehlender Unterstützungsan- gebote ■■ Gemeinsames Gewinnen neuer Kooperationspartnerin- nen und -partner Die Vorteile von Vernetzung können auf verschiedenen Ebe- nen analysiert werden: ■■ Nutzen für die Akteure im Netzwerk ■■ Nutzen für die unterstützungsbedürftigen Familien ■■ Nutzen für die FamHeb und FGKiKP (beruflich und persönlich) Bevor ein Netzwerk Früchte trägt, bedeutet es für alle Be- teiligten erst einmal zusätzliche Arbeit: Die Klärung von Bedenken und Unsicherheiten der potenziellen Netzwerk- partnerinnen und -partner ist dabei unerlässlich. Bestehen Zweifel an der Sinnhaftigkeit (aktiver) Vernetzung, können diese als Ausgangspunkt für eine allgemeine Diskussion ge- nutzt werden. Der Grundgedanke der Vernetzung in den Frühen Hilfen bil- det die Basis für effektives gemeinsames Handeln und stellt eine notwendige Qualitätsanforderung für die praktische Arbeit der FamHeb und FGKiKP dar. Da ohne koordiniertes und verknüpftes Arbeiten eine umfassende Unterstützung der Familien nicht gewährleistet werden kann, wurde die Vernetzung gesetzlich verankert (vgl. Gesetz zur Kooperati- on und Information im Kinderschutz [KKG]1 , § 36 SGB VIII). Durch das Zusammenführen verschiedener Systeme mit ih- ren jeweiligen Arbeitsformen, beruflichen Selbstverständnis- sen, Arbeitsinhalten und -aufträgen, gesetzlichen Grundla- gen und »Arbeitssprachen« können Missverständnisse und Konflikte entstehen. FamHeb und FGKiKP sollten auf solche Kooperationshemmnisse vorbereitet sein (vgl. Sänger/Ben- newitz 2001, Abb. S. 80). Hinderliche Faktoren der Vernetzung sind beispielsweise: ■■ Unklare Zielformulierungen ■■ Konkurrenzdenken ■■ Ungleiches Engagement ■■ Häufiger Wechsel der Beteiligten ■■ Mangelnde Gruppenkohäsion ■■ Zeitmangel ■■ Ausbleiben von Resultaten ■■ Unerfüllte Erwartungen ■■ Mangelnde Moderation/Leitung ■■ Fehlen wichtiger Netzwerkpartnerinnen und -partner ■■ Zu großes und diffuses Netzwerk ■■ Finanzprobleme Neben erschwerenden Faktoren gibt es allerdings auch förderliche Bedingungen für eine erfolgreiche Vernetzung: ■■ Gegenseitiger Respekt ■■ Kultur der Offenheit ■■ Gemeinsame Zielvorstellungen ■■ Geregelte Absprachen ■■ Reduktion von Anonymität ■■ »Kurze Wege« durch persönliche Kontakte ■■ Auf Langfristigkeit ausgerichtete Teilnahme ■■ Zuverlässigkeit und Vertrauen ■■ Realistische Erwartungen ■■ Erfüllung von Zwischenzielen ■■ Schnittmengen der Arbeitsbereiche ■■ Vermeidung widersprüchlicher und einander neutralisie- render Aktivitäten ■■ Rückhalt in der eigenen Institution für Vernetzung ■■ Regelmäßiger direkter Austausch ■■ Kultur des »Voneinanderlernens« (siehe Abbildung im Anhang »Bedingungen gelingender Kooperation«) Mögliche Strategien zum Abbau hinderlicher Faktoren soll- ten im Netzwerk gemeinsam erarbeitet werden, um eine lösungsorientierte Haltung aller Beteiligten zu fördern.
  10. 10. 10 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie § 3 Rahmenbedingungen für verbindliche Netzwerkstrukturen im Kinderschutz: In den Ländern werden insbesondere im Bereich Früher Hilfen flächendeckend verbindliche Strukturen der Zu- sammenarbeit der zuständigen Leistungsträger und Institutionen im Kinderschutz mit dem Ziel aufgebaut und weiterentwickelt, sich gegenseitig über das jeweilige Angebots- und Aufgabenspektrum zu informieren, struktu- relle Fragen der Angebotsgestaltung und -entwicklung zu klären sowie Verfahren im Kinderschutz aufeinander abzustimmen. In das Netzwerk sollen insbesondere Einrichtungen und Dienste der öffentlichen und freien Jugendhilfe, Einrich- tungen und Dienste, mit denen Verträge nach § 75 Absatz 3 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch bestehen, Ge- sundheitsämter, Sozialämter, Gemeinsame Servicestellen, Schulen, Polizei- und Ordnungsbehörden, Agenturen für Arbeit, Krankenhäuser, Sozialpädiatrische Zentren, Frühförderstellen, Beratungsstellen für soziale Problemlagen, Beratungsstellen nach den §§ 3 und 8 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes, Einrichtungen und Dienste zur Müt- tergenesung sowie zum Schutz gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, Familienbildungsstätten, Familienge- richte und Angehörige der Heilberufe einbezogen werden. Sofern Landesrecht keine andere Regelung trifft, soll die verbindliche Zusammenarbeit im Kinderschutz als Netz- werk durch den örtlichen Träger der Jugendhilfe organisiert werden. Die Beteiligten sollen die Grundsätze für eine verbindliche Zusammenarbeit in Vereinbarungen festlegen. Auf vorhandene Strukturen soll zurückgegriffen werden. Dieses Netzwerk soll zur Beförderung Früher Hilfen durch den Einsatz von Familienhebammen ge- stärkt werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt den Aus- und Aufbau der Netzwerke Frühe Hilfen und des Einsatzes von Familienhebammen auch unter Einbezie- hung ehrenamtlicher Strukturen durch eine zeitlich auf vier Jahre befristete Bundesinitiative, die im Jahr 2012 mit 30 Millionen Euro, im Jahr 2013 mit 45 Millionen Euro und in den Jahren 2014 und 2015 mit 51 Millionen Euro ausgestattet wird. Nach Ablauf dieser Befristung wird der Bund einen Fonds zur Sicherstellung der Netzwerke Frühe Hilfen und der psychosozialen Unterstützung von Familien einrichten, für den er jährlich 51 Millionen Euro zur Verfügung stellen wird. Die Ausgestaltung der Bundesinitiative und des Fonds wird in Ver- waltungsvereinbarungen geregelt, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Einver- nehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen mit den Ländern schließt. Zentrale Fragen ■■ Wie ist ein Netzwerk aufgebaut und wie wirkt sich dies auf die Arbeitsweise aus? Welche Form eignet sich gut für die Frühen Hilfen? ■■ Welche Ziele können formuliert werden, wie sind diese erreichbar? ■■ Welche Kooperationspartnerinnen und -partner sind grundlegend? ■■ Wie kann mit Komplexität oder aufkommender Unsicherheit bei der Vernetzung umgegangen werden? ■■ Welche Vorteile bietet Vernetzung (für FamHeb bzw. FGKiKP, für die Netzwerkakteure, für die zu unterstüt- zenden Familien)? ■■ Welche Aspekte erschweren/erleichtern Vernetzung?
  11. 11. MODUL 2 | 11 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Strukturelle Aspekte zentraler Akteure des Netzwerks Wie sehen die Arbeitsbedingungen der Netzwerkpartnerinnen und -partner aus? Wer nicht weiß, wie der andere arbeitet, kann auch nicht nachvollziehen, wieso derjenige so arbeitet wie er arbeitet. Kenntnisse der Strukturen der Jugend- und Gesundheitshil- fe sind Grundvoraussetzung, um Verständnis für deren Ar- beitsweisen und deren strukturelle Grenzen zu fördern. Dazu gehören Themen wie Rolle des Zusammenspiels von freien und öffentlichen Trägern, Auswirkungen der kommunalen Selbstverwaltung auf die Arbeit und die fachliche Ausrich- tung einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (siehe Ab- bildungen im Anhang). Zentrale Handlungsfelder der ein- zelnen Akteure im Netzwerk können so besser voneinander abgegrenzt werden, um auszuloten, wo sie sich gegenseitig gut ergänzen können (vgl. »Glossar Frühe Hilfen« Jugendhil- fe1 , Gesundheitshilfe2 ). Um zu gewährleisten, dass bei einer negativen Entwicklung der Familiensituation und somit einer steigenden Gefähr- dung des Kindes niedrigschwellige Hilfen in engmaschi- gere Unterstützung übergehen können, kann das Netzwerk die Übergänge von Prävention zu Intervention im Voraus ausgestalten und das Handeln einzelner Netzwerkakteure aufeinander abstimmen. Direkte und klare Vorgaben hel- fen einerseits, im Bedarfsfall einen reibungslosen Ablauf der Maßnahmen zu gewährleisten und geben andererseits den Netzwerkbeteiligten Sicherheit, für Situationen dieser Art ge- wappnet zu sein. Ebenso fördert die Thematisierung der Abgrenzung von Frü- hen Hilfen von der Intervention bei Kindeswohlgefährdung die Definition des eigentlichen Aufgabengebietes von Fam- Heb und FGKiKP. In Modul 1 und 9 ist dargestellt, dass diese nicht im engeren Sinne für tertiäre Prävention zuständig sind und nicht erst bei Eintreten einer Kindeswohlgefährdung eingesetzt werden sollten. Ist das gemeinsame Vorgehen im Falle einer Kindeswohlgefährdung innerhalb des Netzwerkes geklärt, schafft dies zusätzlichen Rückhalt für FamHeb und FGKiKP in ihrer Arbeit. Indem sich in der Praxis alle Akteure offen mit den grundle- genden Handlungslogiken der zentral an der Netzwerkarbeit beteiligten Akteure auseinandersetzen, können unterschied- liche Arbeitsweisen, verschiedene Konzepte, abweichende »Sprachen« sowie Gründe für Handeln und Nicht-Handeln besser nachvollzogen und richtig interpretiert werden. Da- durch werden falsche Vorstellungen über den Ablauf der Zu- sammenarbeit und mögliche damit verbundene Vorbehalte gegenüber Netzwerkpartnerinnen und -partnern anderer Einrichtungen vermieden (vgl. Sänger /Bennewitz 2001, S. 82 und Ziegenhain et al. 2011, S. 41). 1 Jugendhilfe Der Begriff Jugendhilfe wird synonym verwendet zu seinem eigentlichen Begriffsinhalt Kinder- und Jugendhilfe, schließt also Kinder in das Aufga- benfeld mit ein. Die Jugendhilfe ist ein Handlungsfeld der Sozialen Arbeit und umfasst Aufgaben rund um die Förderung der Entwicklung von jungen Menschen, deren Schutz, die Unterstützung der Erziehungsberechtigten, die Vermeidung bzw. den Abbau von Benachteiligungen sowie die Schaf- fung oder den Erhalt positiver Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien. Ihr Leistungs- und Aufgabenspektrum erschließt sich aufgrund der gesetzlichen Grundlage im SGB VIII und ist aufgeteilt in die »Leistungen der Jugendhilfe« (z. B. Hilfen zur Erziehung, Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit etc.) und die sogenannten »anderen Aufgaben« (keine Sozialleistungen wie Inobhutnahme, Pflegschaft und Vormundschaft, Mit- wirkung in Familiengerichten). Die Kinder- und Jugendhilfe setzt sich aus den öffentlichen Trägern, den freien Trägern und den privatgewerblichen Anbietern bzw. Trägern der Jugendhilfe zusammen. Leistungsansprüche von Kindern und Jugendlichen sind an öffentliche Träger der Jugendhil- fe gerichtet, die praktische Durchführung von Leistungen und Aufgaben führen im Generellen freie Träger nach Zuteilung durch die zuständigen öffentlichen Träger aus. 2 Gesundheitshilfe Im Rahmen der Sozialarbeit umfasst der Begriff Gesundheitshilfe (früher unter den Bezeichnungen Gesundheitsfürsorge oder Gesundheitspflege bekannt) alle Maßnahmen zur Förderung, zum Erhalt und Schutz sowie zur Wiederherstellung von Gesundheit. [...] Aufgabe der Gesundheitshilfe ist es, Gesundheitsschäden vorzubeugen, vor oder bei der Überwindung eingetretener Schäden unterstützend zu helfen sowie Folgeschäden und Rückfälle zu vermeiden. Sie soll Menschen befähigen, ein Leben ohne Ge- sundheitsbeeinträchtigung zu führen. Im alltäglichen Sprachgebrauch wer- den die Begriffe Gesundheitshilfe und Gesundheitswesen leicht verwech- selt oder fälschlicherweise synonym verwendet. Es sind allerdings zwei verschiedene Begrifflichkeiten. Gesundheitshilfe kann entweder innerhalb oder außerhalb des Gesundheitswesens stattfinden. Gesundheitshilfe in Einrichtungen des Gesundheitswesens, wie wir sie in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, in der Suchtkrankenhilfe, bei Krankenkassen, in der Psychiatrie oder in Arztpraxen vorfinden, zielt auf die Vermeidung bzw. Verminderung von krankheitsbedingten sozialen Problemen ab. Die Verhinderung bzw. Verminderung sozialbedingter gesundheitlicher Prob- leme steht im Vordergrund der Gesundheitshilfe, die außerhalb des Ge- sundheitswesens in Einrichtungen des Sozialwesens angeboten wird wie z. B. Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD), Erziehungshilfen, Psychosoziale Betreuungs- und Beratungseinrichtungen etc.
  12. 12. 12 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie In den Frühen Hilfen arbeiten arbeiten FamHeb und FG- KiKP häufig eng mit der Jugendhilfe zusammen, obwohl sie als Hebamme bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege- rin dem Gesundheitswesen entstammen3 . Der Jugendhilfe kommt, neben dem gesetzlichen Auftrag be- zogen auf Kindeswohlgefährdungen, auch eine Steuerungs- rolle beim Aufbau von verbindlichen Netzwerkstrukturen zu, auf die das KKG4 verweist. Diese sollte im Netzwerk vor- gestellt und diskutiert werden, zum Beispiel hinsichtlich des oft befürchteten »Kontrollaspekts«. Bestehende gesetzliche Hierarchien und die Bedeutung gleichwertiger Zusammen- arbeit können dabei gegenübergestellt werden. Die spezifi- schen Vorteile für die Arbeit der Frühen Hilfen, die mit den jeweiligen Systemen verbunden sind werden so verdeutlicht (ggf. fassen Familien zu Akteuren des Gesundheitswesens eher Vertrauen und finden so leichter Zugang zu Unterstüt- zungsangeboten). Vor- und Nachteile einer Zuordnung der FamHeb und FGKiKP zu einem der beiden Systeme5 und da- mit verbundene Implikationen können thematisiert werden. 3 Die Grenzen zwischen Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheits- wesen sind durch unterschiedliche Sozialgesetze markiert, die die je- weiligen Leistungen der beiden Systeme begründen. Danach werden Leistungen und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe im Achten Buch Sozialgesetzbuch Kinder- und Jugendhilfe (SGB XIII) und die Leistungen des Gesundheitswesens im Fünften Buch Sozialgesetzbuch Gesetzliche Krankenversicherung (SGB V) und im Neunten Buch Sozialgesetzbuch Re- habilitation und Teilhabe behinderter Menschen (SGB IX) beschrieben und von der kommunalen Jugendhilfe, von den Krankenkassen, den örtlichen Trägern (Landkreisen und kreisfreien Städten) und den Sozialhilfeträgern finanziert (Ziegenhain 2011, S. 40). 4 »...soll die verbindliche Zusammenarbeit im Kinderschutz als Netzwerk durch den örtlichen Träger der Jugendhilfe organisiert werden. Die Be- teiligten sollen die Grundsätze für eine verbindliche Zusammenarbeit in Vereinbarungen festlegen«. 5 Im Anhang befinden sich Abbildungen, die die Systematik der Jugend- hilfe und des Gesundheitswesen darstellen. Die Darstellungen sind bei- spielhaft, weil die Gesetze und Verordnungen über den öffentlichen Ge- sundheitsdienst in den Ländern unterschiedlich gefasst sind und auch im Bereich der Jugendhilfe kommunale Strukturen nicht überall identisch ausgestaltet sind. Zentrale Fragen ■■ Welche Strukturen, Handlungslogiken und Arbeitsformen weisen die Jugendhilfe sowie das Gesundheits- wesen auf? Wie wirken sich diese auf die Zusammenarbeit aus? ■■ Welche Rolle spielen öffentliche und freie Träger? Was bedeutet die Steuerungsrolle der Jugendhilfe? ■■ Wie beeinflussen gesetzliche Grundlagen die Arbeit in den Frühen Hilfen und im Netzwerk, welche Probleme können entstehen? ■■ Wie kann die gesetzliche Verankerung zur Kooperation umgesetzt werden?
  13. 13. MODUL 2 | 13 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Strukturelle Aspekte weiterer Akteure des Netzwerks und Abgrenzung des eigenen Auftrags Wie sehen die Arbeitsbedingungen weiterer Netzwerkpartnerinnen und -partner aus? Da in den Frühen Hilfen besondere Anforderungen an die Vernetzung zwischen Fachkräften und Hilfesystemen gestellt werden, ist eine Kooperation mit weiteren Netzwerkpartner- innen und -partnern, wie beispielsweise der Frühförderung, der Schwangerenberatung, der Suchtberatung, Kindertages- stätten oder der ARGE, zentral (vgl. Ziegenhain et al. 2011, S. 38). Besonderes Augenmerk sollte dabei auf der Gestaltung von Übergängen zwischen aufsuchender Arbeit der FamHeb und FGKiKP und daran anknüpfender Hilfen, der allgemeinen Ergänzung der geleisteten Unterstützung durch weitere An- gebote des Netzwerks sowie einer transparenten Vermittlung der Hilfen an die Familien liegen. Von großer Bedeutung sind auch die sinnvolle und kontinuierliche Abstimmung zwischen Maßnahmen, deren frühzeitige und langfristige ge- meinsame Planung sowie die unterstützungsbietende Mög- lichkeit multidisziplinärer Fallbesprechungen. Es empfiehlt sich, potenzielle Schwierigkeiten bei der Kooperation (wie etwa der Umstand, dass durch eine zunehmende Spezialisie- rung ganzheitliche Strategien zur Problemlösung erschwert werden, vgl. MAIS 2005, S. 9) schon im Vorfeld anzuspre- chen. Gerade oft wenig beachtete, aber hinderliche Fakto- ren wie etwa Vorurteile gegenüber anderen Berufsgruppen können so rechtzeitig thematisiert und Lösungen gefunden werden. Wer macht was? Gerade hinsichtlich der Kooperation mit an- deren Berufsgruppen ist die Auftragsklärung eines der wich- tigsten Themen für FamHeb oder FGKiKP im Rahmen der Vernetzung. Sie dient dazu, Kompetenzen zu klären, Ziele und Grenzen der Zusammenarbeit unter Berücksichtigung des Nutzens für die Familien abzuwägen sowie Verantwor- tungsdiffusion und dem »Abwälzen« von Aufgaben auf ande- re vorzubeugen (siehe »Aufgaben der Kinder- und Jugendhil- fe« und »Formen der Hilfe« im Anhang). Unweigerlich rückt dabei das durch verschiedene Auftrag- geber (öffentlicher Auftraggeber vs. Auftrag der Familie) bestehende Spannungsfeld ins Bewusstsein und kann kri- tisch hinterfragt werden. Die Aufträge anderer Akteu- re im Netzwerk können den eigenen gegenüber gestellt und von diesen abgegrenzt werden. Das Vergegenwärti- gen dieser Unterschiede unterstützt dabei, Klarheit über die Erfordernisse und Grenzen der jeweiligen Arbeitsge- biete zu gewinnen und den eigenen Arbeitsbereich inklu- sive Möglichkeiten und Grenzen gegenüber den Netzwerk- partnerinnen und -partnern präzise darstellen zu können. Bei dieser Gelegenheit treten auch die in Modul 1 bereits the- matisierten Überschneidungen und Unterschiede der Arbeit von FamHeb und FGKiKP noch einmal zutage. Grundsatz- lich kann es hilfreich sein, zu reflektieren, ob für FamHeb andere Kooperationen im Netzwerk zentral sind als für FGKiKP. Die Einbindung in ein Netzwerk bietet für Fam- Heb und FGKiKP die Möglichkeit, in neue Kooperationen einzusteigen und die vorhandene Verknüpfung der ver- netzten Akteure für ihren Berufsalltag zu nutzen. Geklärt werden sollten Unterschiede und Anwendungsgebiete fall- bezogener (einzelfallorientierte Zusammenarbeit inklusive besonderer Anforderungen an den Datenschutz) und fall- übergreifender (allgemeine inhaltliche Zusammenarbeit) Ko- operation. Ein Dauerbrenner der notwendigen Abstimmungsprozesse im Netzwerk sind die Rollenerwartungen, die andere Akteu- re der Frühen Hilfen implizit oder explizit an FamHeb und FGKiKP, an deren Arbeit und die Effekte der durch sie leist- baren Unterstützung haben könnten (z. B. Ausmaß der her- beiführbaren Veränderungen bei den Familien, Annahmen über die »typischen« Arbeitsaufgaben der Fachkräfte etc.). Um derartige Erwartungen bewusst zu machen und falschen Vorstellungen bei allen Beteiligten vorzubeugen, kann es hilfreich sein, Gegenstrategien zur Entstehung von Vorur- teilen oder Pauschalisierungen zu erarbeiten, zum Beispiel durch wiederholte Darstellung des eigenen Aufgabengebie- tes, gemeinsames Thematisieren individueller Erwartungen und das Setzen von Grenzen gegenüber den Ansprüchen und Erwartungen anderer Netzwerkbeteiligter.
  14. 14. 14 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Zentrale Fragen ■■ Wie können Kooperationen mit weiteren Berufsgruppen im Netzwerk erleichtert werden, welche sind zentral? ■■ Wie unterscheiden sich die Arbeitsaufträge der beteiligten Fachkräfte von meinen eigenen? Wo ergänzen sie sich? ■■ Was muss bei Übergängen zu weiterführenden Hilfen beachtet werden und wie kann das Netzwerk dabei un- terstützen? ■■ Welche beruflichen Erwartungen könnten die Netzwerkpartnerinnen und -partner haben und wie beeinflusst deren (Nicht-)Erfüllung die Arbeit? Wie lässt sich das Aufgabengebiet transparent abgrenzen? 3.2 KOMMUNIKATION UND INTERAKTION IN DER VERNETZUNG Datenschutzregeln im Rahmen der Vernetzung Was gilt es beim Thema Datenschutz zu beachten? Folgende grundlegende Aspekte des Datenschutzes und da- mit verbundene Implikationen für die praktische Arbeit sind zu beachten: ■■ Vorgaben der Schweigepflicht ■■ Sammlung ausschließlich notwendiger Daten ■■ Vorgaben der Datenspreicherung bzw. -aufbewahrung ■■ Beeinflussung der Zusammenarbeit durch Datenschutz- vorgaben ■■ Einholung der Zustimmung der Familien (wenn Informa- tionsweitergabe vorgesehen) ■■ Informationsweitergabe im Rahmen kollegialer Fallbera- tung / Netzwerktreffen ■■ Vertrauliche Haltung im Kontakt mit der Familie (siehe hierzu auch http://www.kinder-jugendhilfe.info/wai1/ showcontent.asp?ThemaID=4757 ) Datenschutzvorgaben gewährleisten eine sichere Basis, ohne die ein gemeinsames vertrauensvolles Arbeiten, sei es mit Netzwerkakteuren oder Familien, nicht möglich ist. Die Problematik, einerseits Daten auszutauschen, vor allem um im Einzelfall zu einer ganzheitlichen Problemlösung zu kommen, und andererseits die Datenschutzvorgaben nicht zu verletzen, muss unter den Netzwerkbeteiligten diskutiert werden. Dabei ist insbesondere auf landesrechtliche Bestim- mungen einzugehen. Zentrale Fragen ■■ Welche Aspekte des Datenschutzes beeinflussen die Vernetzung? ■■ Welche Fragen müssen gemeinsam geklärt werden? Wo fängt Datenschutz an, wo hört er auf?
  15. 15. MODUL 2 | 15 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Kommunikation und Interaktion im Netzwerk Kommunikation und Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern Um sich sicher unter anderen Berufsgruppen im Netzwerk bewegen zu können, gilt es, verschiedene Anforderungen an Kommunikation und Interaktion zu erfüllen (vgl. Kommu- nikationsmodell nach Schulz von Thun 1981, S. 27 ff., Kon- fliktlösungsmodell nach Edmüller / Jiranek 2010, S. 103 ff. sowie Mayer 2007). Vernetzung beruht zum Großteil auf der Etablierung und Intensivierung von Kommunikations- und Interaktionsbeziehungen zwischen den beteiligten Akteuren. In Modul 4 wird vertieft auf kommunikative Kompetenzen eingegangen. Von zentraler Bedeutung ist die Fähigkeit, sich durch eige- ne Initiative mit anderen Fachkräften zu vernetzen und den Zugang zu einem Netzwerk zu gestalten, z. B. durch Anre- gung interdisziplinärer anonymer Fallbesprechungen oder durch »Anwerben« weiterer Beteiligter zur Netzwerkerweite- rung. Neue Beziehungen knüpfen, bestehende festigen und gemeinsam die Arbeitsbeziehung mit Inhalten füllen – das ist der Dreiklang effektiver Vernetzung. Wie dieser allerdings letztlich gespielt wird, bleibt den Beteiligten überlassen und kann von Fachkraft zu Fachkraft durchaus unterschiedlich sein. Die Bandbreite des individuellen Zugangs zur gemein- samen Vernetzung reicht beispielsweise von der Teilnahme an Netzwerktreffen über das Leiten von Arbeitsgruppen bis hin zur Übernahme von Repräsentationsaufgaben nach au- ßen etc. Damit verbundene Vor- und Nachteile (Arbeitsauf- wand versus persönlicher und allgemeiner Nutzen) muss jede bzw. jeder Beteiligte für sich abwägen. Verfügen FamHeb und FGKiKP über essenzielle kommuni- kative Fähigkeiten und Kenntnisse von Gruppenprozessen, ist der Grundstein für aktive Mitarbeit und erfolgreiche Zu- sammenarbeit gelegt. Ohne einschlägige Kompetenzen ist eine effektive Vernetzung auf Dauer nicht möglich. Ebenso unstrittig ist die Bedeutung steten sozialen Lernens. FamHeb und FGKiKP sollten aber auch mit allen Instrumenten für Kooperation und Vernetzung (z. B. regelmäßige Treffen, Bil- dung von Arbeitsgruppen, Fort- und Weiterbildungen, Schaf- fung gemeinsamer Standards und Vorgehensweisen etc.) ver- traut sein, um vorab den Sinn und Nutzen dieser Elemente reflektieren zu können (vgl. Ziegenhain et al. 2011, S. 109 ff.). Zentrale Fragen ■■ Wie kommunizieren Netzwerkakteure miteinander? Bin ich ausreichend für die Interaktion im Netzwerk aus- gestattet und »traue« ich mich, aktiv zu werden? ■■ Wie kann ich mich mit anderen vernetzen und was hilft/hindert dabei? ■■ Welche Bedeutung haben aktive Mitarbeit und Teamarbeit? ■■ Welche Fähigkeiten möchte ich ausbauen/hinzufügen?
  16. 16. 16 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Zentrale Fragen ■■ Warum ist Vernetzung wichtig und was nützt sie mir persönlich? In welcher Rolle kann mitgearbeitet und etwas beigetragen werden? ■■ Sehen sich FamHeb und FGKiKP als Teil des Netzwerkes Frühe Hilfen? ■■ Was bringen FamHeb und FGKiKP mit in das Netzwerk? ■■ Welche persönlichen Aspekte können eine Rolle spielen? Was bedeutet das für das Netzwerk und letztlich für die Familien? 3.3 DER EIGENE BEITRAG IN DER VERNETZUNG Ein funktionierendes Netzwerk gibt es nicht umsonst. Die Beteiligten müssen das kostbare Gut Zeit investieren – ohne allerdings eine hundertprozentige Garantie auf Erfolg zu ha- ben. Wenn FamHeb und FGKiKP sich nachhaltig an der Ver- netzung beteiligen sollen, muss der potenzielle persönliche Nutzen der Vernetzung inklusive der Tatsache, dass dieser in der Realität möglicherweise erst verspätet eintritt, präsent sein, zum Beispiel: ■■ Zugang zu Unterstützung durch andere Professionen (fachlich, zwischenmenschlich, berufspolitisch) ■■ Ermöglichung qualifizierter Ausübung der Arbeit durch Unterstützung im Netzwerk ■■ Lernprozesse durch Vernetzung: - Lernzuwachs durch Aushandeln gemeinsamer Ziele - Hinarbeiten auf gemeinsame Problemlösung - Aushalten von Konflikten - Übung im Auflösen von Differenzen ■■ Training durch Vernetzung: - Abstimmung mit andersdenkenden Menschen - Anregung zu aktivem Austausch - Konsensfindung in problematischen Situationen - Hinarbeiten auf ein gemeinsames Ziel - Geduldige, flexible, empathische, wertschätzende, offene und tolerante Haltung ■■ Funktion des Netzwerks als Entlastung und Ressource ■■ Teamfähigkeit erproben und ausbauen Wird erreicht, dass die Akteure die Mitarbeit im Netzwerk Frühe Hilfen aus eigener Überzeugung mittragen, ist die Grundlage für eine fruchtbare Vernetzung gelegt. Es sind die persönlichen Eigenschaften der Netzwerkbeteilig- ten, durch die ein Netzwerk mit Leben erfüllt wird. Der Ein- fluss folgender individueller Eigenschaften und Interessen ist dabei zentral: ■■ Einstellung zu Verlässlichkeit und Verbindlichkeit ■■ Motivationsbereitschaft und Eigeninitiative ■■ Frustrationstoleranz ■■ Integrationswillen ■■ Neigung zu lösungsorientiertem Handeln und Konsens- findung ■■ Kooperationsbereitschaft statt Handeln im Alleingang ■■ Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe ■■ Fähigkeit, Motivation auch im Falle fehlenden Engage- ments anderer aufrecht zu erhalten ■■ Fähigkeit, Dinge positiv auszulegen ■■ Vermeidung von Stereotypendenken (vgl. Payer 2008a, S. 24 ff) Die Vernetzung wird als gemeinsamer Leistungsprozess der Beteiligten für die Zielgruppen der belasteten Fami- lien gesehen, wobei FamHeb und FGKiKP durch ihren di- rekten Kontakt mit den Familien zentrale »Türöffner« bil- den und auf weitere mögliche Hilfen aufmerksam machen. Sehen sich diese jedoch als »außen vor«, wird ein aktives Mitarbeiten unwahrscheinlich; ihre Sichtweise fällt weg, die Vernetzung wird einseitig oder kann sogar zusammenbre- chen. Durch den direkten Familienkontakt können FamHeb und FGKiKP (aus Datenschutzgründen nicht personenbe- zogene) alltagsnahe Eindrücke ins Netzwerk einfließen las- sen und rückmelden, inwiefern angebotene Hilfen auf Ak- zeptanz stoßen oder Ergänzungsbedarf besteht. Über die Rückmeldung von FamHeb und FGKiKP können Familien somit indirekt Einfluss auf die Entwicklungen im Netzwerk nehmen und Unterstützungsmöglichkeiten mit verbessern und ausbauen. Zentral ist, das Netzwerk nicht nur als einmal zu erstellende Struktur zu begreifen, die bei Bedarf genutzt werden kann, sondern als dynamisches Konzept, das von der Mitgestaltung durch alle Beteiligten lebt.
  17. 17. MODUL 2 | 17 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
  18. 18. 18 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie 4 MATERIAL UND LITERATUR Materialhinweise AWO Bundesverband e. V. (Hrsg.) (2004): Qualitätsentwick- lung für lokale Netzwerkarbeit. Eine Arbeitshilfe für die Praxis. Bonn Amt für soziale Dienste Bremen (2009): BQZ. Der Bremer Qualitätsstandard: Zusammenarbeit im Kinderschutz. Bremen NZFH Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.) (2014): Gu- ter Start in die Familie: Frühe Hilfen verstehen und ver- wirklichen. DVD (139 Min.) und Begleitbroschüre (108 S.). Köln. NZFH Ziegenhain, Ute / Schöllhorn, Angelika / Künster, Anne K. et al. (2011): Modellprojekt Guter Start ins Kinderleben. Werkbuch Vernetzung. 4., Auflage. Köln: Nationales Zen- trum Frühe Hilfen Links Infosystem Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland: http://www.kinder-jugendhilfe.info/wai1/showcontent. asp?ThemaID=5002 Basisinformationen zum Thema Netzwerke: http:www.medienkompetenzportal-nrw.de/netzwerke/ Glossar Frühe Hilfen: http://www.fruehehilfen.de/serviceangebote-des-nzfh/ glossar/ Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe: Jugendhilfeportal.de Internetbasierter Weiterbildungskurs »Frühe Hilfen und frühe Interventionen im Kinderschutz«: https://fruehehilfen-bw.de/login/index.php (alle zuletzt abgerufen am 22.8.2014) Literaturhinweise Balz, Hans-Jürgen / Herwig-Lempp, Johannes (2012): Gestal- tungsfragen gelingender Teamarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe. In: Evangelische Jugendhilfe, Heft 4-2012, S. 237-249 Bossong, Horst (2003): Hilfe »just in time«: Vernetzung sozi- aler Dienstleistungen – Help »just in time«: networking of social services. In: Neue Praxis. Zeitschrift für Sozi- alarbeit, Sozialpädagogik und Sozialpolitik, Jahrgang 33, Heft 5-2003, S. 466-485 Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e. V. (Hrsg.) (2009): Frühe Hilfen. Zugänge schaffen, Hilfen gemeinsam gestalten, Resilienzfaktoren nutzen. Köln: Die Kinderschutz-Zentren Feld, Timm C. (2008): Anlässe, Ziele, Formen und Erfolgs- bedingungen von Netzwerken in der Weiterbildung. DIE-Reports zur Weiterbildung. Bonn: Deutsches Insti- tut für Erwachsenenbildung http://www.die-bonn.de/doks/feld0801.pdf (zuletzt abge- rufen am 22.8.2014) Schulz von Thun, Friedemann (1989): Miteinander reden: 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differen- tielle Psychologie der Kommunikation. Reinbek: Rowohlt Schulz von Thun, Friedemann (1998): Miteinander reden: 3. Das Innere Team und situationsgerechte Kommuni- kation. Reinbek: Rowohlt Santen, Eric van / Seckinger, Mike (2003): Kooperation: My- thos und Realität einer Praxis. Eine empirische Studie zur interinstitutionellen Zusammenarbeit am Beispiel der Kinder- und Jugendhilfe. München: Verlag Deutsches Jugendinstitut Literaturverzeichnis Balz, Hans-Jürgen / Spieß, Erika (2009): Kooperation in so- zialen Organisationen. Grundlagen und Instrumente der Teamarbeit. Ein Lehrbuch. Stuttgart: Kohlhammer Denison, Kathrin (2006): Netzwerke als Form der Weiter- bildung. Erfolgsfaktoren für den individuellen Nutzen. Zugl. Dissertation, Universität Kassel. Schriftenreihe Personal- und Organisationsentwicklung, Band 1. Kassel: University Press Deutsches Jugendinstitut (2006): Kurzevaluation von Pro- grammen zu Frühen Hilfen für Eltern und Kinder und sozialen Frühwarnsystemen in den Bundesländern. Ab- schlussbericht. Ist nur online verfügbar. http://www.fruehehilfen.de/no_cache/serviceangebote- des-nzfh/materialien/publikationen/einzelansicht- publikationen/titel/kurzevaluation-von-programmen- zu-fruehen-hilfen-fuer-eltern-und-kinder-und-sozia- len-fruehwarnsysteme/?sword_list[]=Kurzevaluation- no_cache=1 oder http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung5 /Pdf-Anlagen/evaluation-fruehe-hilfen-kurzbericht,pro- perty=pdf,bereich=,rwb=true.pdf
  19. 19. MODUL 2 | 19 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Dresselhaus, Günter (2006): Netzwerkarbeit und neue Lernkul- tur. Theoretische Grundlagen und praktische Hinweise für eine zukunftsfähige Bildungsregion. Münster: Waxmann Edmüller, Andreas / Jiranek, Heinz (2010): Konfliktmanage- ment. Konflikten vorbeugen, sie erkennen und lösen. 3. Auflage. Freiburg: Haufe-Lexware Fischer, Jörg / Kosellek, Tobias (2013): Netzwerke und Soziale Arbeit. Theorien, Methoden, Anwendungen. Weinheim/ Basel: Beltz Juventa Gramlinger, Franz (2002): Lernen in Netzwerken – Potenzi- ale, Chancen und Probleme. In: bwp@ Berufs- und Wirt- schaftspädagogik online, Sonderausgabe 2a. Hamburg http://www.bwpat.de/ausgabe2a/gramlinger_bwpat2a. shtml (zuletzt abgerufen am 22.8.2014) KomNetz (Hrsg.) (2006): Gewerkschaftliche Netzwerke. Auf- bau, Moderation und Verstetigung. Handreichung des Projektes Kompetenzentwicklung in vernetzten Lerns- trukturen. Hamburg: Manuskriptdruck http://netzwerk-chancengleichheit.org/news/uploads/ Dokumente/Broschren/ Gewerkschaftliche_Netzwerke.pdf (zuletzt abgerufen am 22.8.2014) Mayer, Bernhard (2007): Die Dynamik der Konfliktlösung. Ein Leitfaden für die Praxis. Stuttgart: Klett-Cotta MAIS Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2005): Soziale Frühwarnsysteme – Frühe Hilfen für Familien. Arbeits- hilfe zum Aufbau und zur Weiterentwicklung lokaler so- zialer Frühwarnsysteme. Düsseldorf http://www.isa-muenster.de/cms/upload/downloads/ SFWS-arbeitshilfe.pdf (zuletzt abgerufen am 22.8.2014) Eckhard Nagel (2007): Das Gesundheitswesen in Deutsch- land: Struktur, Leistungen, Weiterentwicklung. Deut- scher Ärzteverlag. Köln NZFH Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.) (2012): Kompetenzprofil Familienhebammen. Köln NZFH Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.) (2013): Datenschutz bei Frühen Hilfen. Praxiswissen Kompakt. 5., aktualisierte Auflage. Köln www.fruehehilfen.de/fileadmin/user_upload/fruehehil- fen.de/downloads/Datenschutzbroschuere_2013.pdf (zuletzt abgerufen am 22.8.2014) NZFH Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.) (2014): Kompetenzprofil Familien-Gesundheits- und Kinder- krankenpflegerinnen und -pfleger. Köln Payer, Harald (2008a): Die Kunst des Netzwerkens. In: Bauer-Wolf, Stefan/Payer, Harald/Scheer, Günter (Hrsg.): Erfolgreich durch Netzwerkkompetenz. Handbuch für Regionalentwicklung. Wien: Springer, S. 23–45 Payer, Harald (2008b): Netzwerk, Kooperation, Organisation – Gemeinsamkeiten und Unterschiede. In: Bauer-Wolf, Stefan und Scheer, Günter (Hrsg.): Erfolgreich durch Netzwerkkompetenz. Handbuch für Regionalentwick- lung. Wien: Springer, S. 5–18 Sänger, Ralf /Bennewitz, Heiko (2001): Von der Last zur Lust an der Zusammenarbeit – Handlungsempfehlungen zum Aufbau von Netzwerken gegen Jugendarbeitslosigkeit. In: Borsdorf, Evelyn / Petran, Wolfgang / Winter, Joachim (Hrsg.): Lokale und regionale Netzwerke zur sozialen und beruflichen Integration Jugendlicher. Aktuelle Beiträge aus Theorie und Praxis. Offenbach: INBAS, S. 75–98 Schubert, Herbert (Hrsg.) (2008): Netzwerkmanagement. Ko- ordination von professionellen Vernetzungen – Grund- lagen und Beispiele. Wiesbaden: VS Verlag Schulz von Thun, Friedemann (1981): Miteinander reden: 1. Störungen und Klärungen. Psychologie der zwischen- menschlichen Kommunikation. 51. Auflage. Reinbek: Rowohlt Sprenger, Rolf-Ulrich (2001): Unternehmensnetzwerke und regionale Netzwerke. Chancen für Beschäftigung und Umweltschutz. Bonn: NU ADAPT http://www.netzwerk-kompetenz.de/download/exzerpt7. pdf (zuletzt abgerufen am 22.8.2014) Sydow, Jörg (Hrsg.) (2010): Management von Netzwerkorga- nisationen. Beiträge aus der »Managementforschung«. 5., aktualisierte Auflage. Wiesbaden: Gabler
  20. 20. 20 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
  21. 21. MODUL 2 | 21 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie 5 ANHANG Abbildung: Bedingungen gelingender Kooperation Haltung fallübergreifende Aufgaben fallbezogene Aufgaben Entscheidung, Bereitschaft aufeinander zuzugehen Lösungsorientiertes Herangehen Verlässlichkeit / Verbindlichkeit / Vertrauen Wertschätzung / Begegnung auf Augenhöhe Interessenausgleich »Win-Win-Situationen« Klärung des fallbezogenen Auftrags Fallkoordination, Fallführung festlegen Kommunikationsregeln gegenseitige Unterstützung mit Kompetenzen Absprachen, Verantwortung, Aufgabenverteilung klären gemeinsame Sicht und Sprache entwickeln Systematische Wege gemeinsame Standards Qualitäts- sicherung Optimierung, aus Fehlern und Gelingendem lernen Schaffung einer gemeinsamen Basis Intentionen, Erwartungen und Ziele klären Quelle: Ziegenhain et al. (2011), S. 49 VERWALTUNG KINDERTAGES- BETREUUNG ALLGEMEINE FÖRDERUNG SOZIALE DIENSTE ZENTRALE EINRICHTUNGEN ■■ Steuerung ■■ Planung ■■ Controlling ■■ Organisation ■■ Personal ■■ Finanzen ■■ Öffentlichkeitsarbeit ■■ Förderung und Betrieb von Einrichtungen ■■ Tagespflege ■■ Fachberatung ■■ Förderung und Betrieb von Einrichtungen ■■ Jugendarbeit ■■ Jugendsozialarbeit ■■ Familienförderung ■■ Hilfe zur Erziehung ■■ Adoptionen ■■ Familien- und Jugendgerichtshilfe ■■ Amtsvormund- schaft/Pflegschaft ■■ Beratungsstelle ■■ Jugendbildungsstätte ■■ Heim JUGENDAMT AMTSLEITUNG JUGENDHILFEAUSSCHUSS Abbildung: Klassischer Aufbau eines Jugendamtes Quelle: www.kinder-jugendhilfe.info/wai1/showcontent.asp?ThemaID=4479
  22. 22. 22 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Abbildung: Struktur der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland FREIE KINDER- UND JUGENDHILFE Deutsches Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit Deutscher Bundes- jugendring Landes- jugendringe Stadt- oder Kreisjugend- ringe Deutsche Sportjugend (dsj) dsj-Landes- sport- verbände Örtliche Sportvereine Ring Politischer Jugend (RPJ) Landes- ausschüsse des RPJ Stadt- oder Kreis- ausschuss des RPJ Wohlfahrts- verbände Wohlfahrts- verbände Land Wohlfahrts- verbände Ortsebene Andere zentrale Verbände und Institutionen z. B. AGJ, AdB, BKJ, DJH, DJI, IJAB Andere Verbände auf Landesebene Andere Verbände auf Ortsebene Deutscher Bundestag Bundestagsaus- schuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Kinderkommission Landtag, Abgeordnetenhaus oder Bürgschaft Landesjugend- hilfeausschüsse Stadt- oder Kreisjugendhilfe- ausschüsse Quelle: www.kinder-jugendhilfe.info/wai1/showcontent.asp?ThemaID=4686 BUNDESEBENELANDESEBENEKOMMUNALEEBENE
  23. 23. MODUL 2 | 23 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Erläuterung: Direkte Verbindung im eigenen Kompetenzbereich Entsendung von Vertretern(innen) in Gremien Berufung ÖFFENTLICHE KINDER- UND JUGENDHILFE Bundesregierung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden Kommunale Spitzenverbände auf Bundesebene Bundesjugendkuratorium Landesregierung oder Senat Oberste Jugendbehörde des Landes Bundesrat Stadtrat, Kreistag, Gemeinderat Stadt-, Kreis-, Gemeindeverwaltung Stadt, Landkreis, Gemeinde Stadt- oder Kreisjugendamt Landesjugendamt Landesverbände der Kommunalen Spitzenverbände BUNDESEBENELANDESEBENEKOMMUNALEEBENE
  24. 24. 24 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Abbildung: Formen der Hilfe Quelle: www.kinder-jugendhilfe.info/wai1/showcontent.asp?ThemaID=4499 ARBEITSFORMEN ANGEBOTE HAUPTZIELGRUPPE Familienunterstützende Hilfen ■■ Erziehungsberatung ■■ Sozialpädagogische Familienberatung ■■ Soziale Gruppenarbeit ■■ Erziehungsbeistände ■■ Eltern mit Kindern aller Altersgruppen ■■ Familien mit jüngeren Kindern ■■ ältere Kinder und Jugendliche Familienergänzende Hilfen ■■ Gemeinsame Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder ■■ Tagesgruppen ■■ Sozialpädagogische Tagespflege ■■ Alleinerziehende Eltern mit Kindern unter 6 Jahren ■■ Kinder bis 14 Jahre ■■ Kinder im Vor- und Grundschulalter Familienersetzende Hilfen ■■ Vollzeitpflege ■■ Heimerziehung/ sonstige Wohnformen ■■ Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung ■■ insbesondere jüngere Kinder ■■ Kinder / Jugendliche / junge Volljährige ■■ Jugendliche und Heranwachsende LEISTUNGEN (§§ 11 – 41 SGB VIII) §§ 11 – 15 §§ 16 – 21 §§ 22 – 26 §§ 27 – 41 ■■ Jugendarbeit ■■ Jugendsozialarbeit ■■ erzieherischer Kinder- und Jugendschutz ■■ Förderung der Erziehung in der Familie ■■ Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Tagespflege ■■ Hilfen zur Erziehung ■■ Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche ■■ Hilfe für junge Volljährige ■■ internationale Jugendarbeit ■■ Förderung der Jugendverbände ■■ Familienbildung ■■ Familienberatung ■■ Familienerholung ■■ Trennungs- und Scheidungsberatung ■■ Krippe ■■ Kindergarten ■■ Horte ■■ selbstorganisierte Gruppe ■■ Ambulante Erziehungshilfen ■■ Pflegefamilie ■■ Heimerziehung Andere Aufgaben (§§ 42 – 60 SGB VIII): z. B. Inobhutnahme, Mitwirkung vor Vormundschafts-, Familien- und Jugendgerichten Abbildung: Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe Quelle: www.kinder-jugendhilfe.info/wai1/showcontent.asp?ThemaID=4698
  25. 25. MODUL 2 | 25 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Abbildung: Kinder- und Jugendhilfe im Kräftespiel Quelle: www.kinder-jugendhilfe.info/wai1/showcontent.asp?ThemaID=4481 JUGEND- HILFE Jugendamt: Jugendhilfe- ausschuss, Verwaltung Mädchen, Jungen, Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern Jugend- häuser, Kinder- tagesangebote, Familienzentren, Beratungsstellen, Familienhilfe Polit ischesEngagement Bürgerforen Kirchen Wohlfahrtsverbände Jugendverbände Initiativen Ehrenamtlichkeit Leistungsberechtigt e Leistun gserbringer Leistungsge w ährer Freie und private Träger (z. T. öffentliche Träger) Nutzerinnen und Nutzer der Kinder- und Jugendhilfe Bürgerinnen und Bürger Städte, Landkreise, Kommunale Parlamente und Ausschüsse
  26. 26. 26 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie STRUKTUR DES GESUNDHEITSWESENS IN DEUTSCHLAND Quelle: Borrmann, Brigitte (2014): Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen Fachgruppe Gesundheitsberichterstattung BUNDESEBENELANDESEBENE Abbildung: Struktur des Gesundheitswesens in Deutschland GKV-Spitzenverband Landesverbände der Krankenkassen Gesundheitsamt (Fachdienst Gesundheit, untere Gesundheitsbehörde) Deutsche Krankenhausgesellschaft Landeskrankenhaus- gesellschaft Stationäre Versorgung Kassenärztliche Bundesvereinigung Kassenärztliche Landesvereinigung Ambulante Versorgung Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) Richtlinien zur Prüfung Entsendung von Mitgliedern Entsendung von MitgliedernEntsendung von Mitgliedern Entsendung von Mitgliedern Rechtsaufsicht Rechtsaufsicht Rechtsaufsicht Entsendung von Mitgliedern Entsendung von Mitgliedern Sicherstellung Sicherstellung, Krankenhausplan Aufsicht (unterschiedliche Regelungen in den Ländern) Aufträge Aufträge KOMMUNALEEBENE Bundesbehörden und Institute ∙ Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ∙ Robert-Koch-Institut ∙ Paul-Ehrlich-Institut ∙ Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ∙ Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information Bundesministerium für Gesundheit Landesministerium für Gesundheit
  27. 27. MODUL 2 | 27 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Abbildung: Beispielhafter Aufbau eines Gesundheitsamts Kinder- und Jugendärztlicher Dienst, Zahnärztlicher Dienst Sozialpsychia- trischer Dienst Amtsärztlicher Dienst, sozial- medizinischer Dienst Gesundheits- schutz Gesundheits- förderung und Gesundheits- planung ■■ Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen ■■ Betriebsmedizinische Aufgaben in Kitas und Schulen ■■ Präventionsmaßnah- men, Zahnprophylaxe ■■ Schwangerenberatung, Elternberatung ■■ Vorsorgende Hilfen ■■ Krisenintervention ■■ Steuerung und Koordination von Hilfeleistungen (Nachsorge, Wie- dereingliederung ...) ■■ Kinder- und Jugendpsychiatri- scher Dienst ■■ Erstellen amtlicher Bescheinigungen, Zeugniss, Gutachten ■■ Heimaufsicht ■■ Überwachung der Berufe des Gesund- heitsweses ■■ Gesundheitshilfe für Personen, die besonderer gesund- heitlicher Fürsorge bedürfen ■■ Infektionsschutz ■■ Hygieneüber- wachung ■■ Umweltmedizin ■■ Trink- und Badewasser- überwachung ■■ Arzneimittel- überwachung ■■ Gesundheits- berichterstattung ■■ Koordination kom- munaler Gesund- heitskonferenzen ■■ Initiierung und Durchführung von Projekten AMTSLEITUNG GESUNDHEITSAMT (FACHDIENST GESUNDHEIT, UNTERE GESUNDHEITSBEHÖRDE) Quelle: Borrmann, Brigitte (2014): Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen Fachgruppe Gesundheitsberichterstattung
  28. 28. 28 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie STATIONÄRE VERSORGUNG Akut-Kliniken (u.a. Kinderkliniken und pädiatrische Abteilungen sowie Kliniken für Kinder- und Jugendpsychatrie) Pflegeheime (u.a. Kinder-Pflegeheime für Kinder mit Behinderungen) Rehabilitationskliniken (u.a. Kliniken für Mutter-Kind-Kuren und Vater-Kind-Kuren) Abbildung: Stationäre Versorgung im Gesundheitswesen in Deutschland Quelle: Borrmann, Brigitte (2014): Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen Fachgruppe Gesundheitsberichterstattung Abbildung: Ambulante Versorgung im Gesundheitswesen in Deutschland AMBULANTE VERSORGUNG Sozialpädiatrische Zentren und interdisziplinäre Frühförderstellen Physiotherapiepraxen, Ergotherapiepraxen u.ä. Ambulante Pflegedienste (u.a. Kinderkrankenpflege) Psychologische/ r Psychotherapeut /-in und Kinder- und Jugend- psychotherapeut /-in Niedergelassene Ärztinnen/Ärzte Hebammenpraxen Medizinische Versorgungszentren (MVZ) Gesundheitszentren Quelle: Borrmann, Brigitte (2014): Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen Fachgruppe Gesundheitsberichterstattung
  29. 29. MODUL 2 | 29 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie BERUFSGRUPPEN IN DER GESUNDHEITSVERSORGUNG Heilkundliche Berufe nicht akademisch (keine Approbation, Ausübung der Heilkunde mit Einschränkungen) akademisch nicht akademisch akademisch Gesundheitsfachberufe Hebammen Pflegewirt/-in, Pfle- gewissenschaftler/-in, Hebammenwissen- schaftler/-in Pflegerische Berufe (u.a. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in) Hausärztin/-arzt und Fachärztin/-arzt (u.a. Fachärztin/-arzt für Kinder- und Jugend- medizin und Kinder- und Jugendpsychiater/-in) Notfallsanitäter/-in Oecotropholog/-in, Sporttherapeut/-in, Sprachheilpädagogin/ -pädagoge Assistenzberufe (u.a. Medizinische Fachangestellte) Therapeutische Berufe (u.a. Physiotherapeut/-in, Ergotherapeut/-in, Logo- päd/-in, Diätassistent/-in) Medizinisch- Technische Berufe (u.a. Augenoptiker/-in, Zahntechniker/-in) Zahnärztin/-arzt Heilpraktiker/-in Gesundheitswissen- schaftler/-in, Sozialwissenschaft- ler/-in, Sozialpädagoge/ Sozialpädagogin Apotheker/-in Psychologische/r Psychotherapeut/-in und Kinder- und Jugendpsycho- therapeut/-in Abbildung: Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung Quelle: Borrmann, Brigitte (2014): Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen Fachgruppe Gesundheitsberichterstattung
  30. 30. 30 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
  31. 31. SEMINARPLANUNG Autorinnen: Margot Refle Christiane Voigtländer Irene Ebert 2
  32. 32. 32 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
  33. 33. MODUL 2 | 33 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie 1 METHODISCH-DIDAKTISCHE SCHWERPUNKTE DES MODULS In diesem Abschnitt werden exemplarische Gestaltungselemente des methodisch-didaktischen Handelns in Modul 2 erläutert. Er enthält Hinweise, welche Leitlinien der kompetenzorientierten Seminargestaltung schwer- punktmäßig aufgegriffen werden. Eine grundsätzliche Anmerkung: Für dieses Modul empfiehlt es sich, eine Rechtsexpertin bzw. einen Rechtsexperten bzw. eine Datenschutzexpertin oder einen Datenschutzexperten hinzuzuziehen. Teilnehmendenorientierung: Erfahrungen aufgreifen Die Praxiserfahrungen der Teilnehmenden zur vernetzten Arbeit sind erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich: Manche FamHeb bzw. FGKiKP sind bereits gut in regionalen Netz- werken verankert, andere hingegen weniger. In der ersten inhaltlichen Einheit werden daher eigene Erfahrungen der Teilnehmenden mit Netzwerken und vernetztem Arbeiten gesammelt und anschließend gemeinsam sortiert und mit Fachwissen angereichert. Sinn und Zweck ist es, so- wohl professionellen als auch persönlichen Erfahrungen mit Netzwerken Raum zu geben. An diese konkreten Einsichten der Teilnehmenden wird im weiteren Verlauf immer wieder angeknüpft werden. Die in den Pausenzeiten stets angeführten Reflexionsfragen für die Kursleitung sollen dabei unterstützen, die Seminar- planung kontinuierlich mit dem aktuellen Stand der Gruppe und den Vorerfahrungen und Bedürfnissen der Teilnehmen- den abzugleichen. Von zentraler Bedeutung für vernetztes Arbeiten ist die persönliche Motivation und das Durchhal- tevermögen der FamHeb und FGKiKP. Für die Tätigkeit von Kursleitungen heißt das einerseits, während eines Seminars kontinuierlich zu erspüren, wie es den Teilnehmenden dies- bezüglich geht, und gegebenenfalls auch negative Erfahrun- gen zuzulassen und zu thematisieren. Andererseits gilt es, he- rausfordernde Situationen, wie sie den Teilnehmenden später z. B. in Gremien unweigerlich begegnen werden, im Seminar vorwegzunehmen, Lösungen aufzuzeigen und immer wieder persönlich engagiert den Nutzen von Vernetzung zu verdeut- lichen. Zu diesem Zweck gibt es an verschiedenen Stellen im Seminarleitfaden Vorschläge für mögliche Fragestellungen. Aneignung von Wissen durch »verdichtete« Informationen Um angesichts der umfangreichen Wissensbestände des Mo- duls Zeit zum Diskutieren und für Übungen zur Verfügung zu haben, ist es empfehlenswert, den Teilnehmenden Texte und gegebenenfalls Aufgaben für das Selbststudium mitzu- geben. Idealerweise erfolgt dies im Vorfeld des Moduls, bei- spielsweise über eine Einladungsmail oder bereits am Ende von Modul 1. Auch Intervisionsgruppen im Anschluss kön- nen genutzt werden, um Inhalte zu vertiefen oder Texte aus einem nachfolgenden Selbststudium zu diskutieren. Liegen diese Voraussetzungen vor, können zentrale Wissensbestän- de im Rahmen des Moduls komprimiert dargestellt werden. Dabei ist eine Verdichtung auf zentrale Fakten und Struk- turen, die sich auf die Arbeit von FamHeb und FGKiKP aus- wirken können, wichtig. Eine detaillierte Darstellung aller relevanten Themen ist im Zeitrahmen von zwei Tagen nicht möglich. Im Anschluss an die Darstellung von ausgewählten Informationen sind Phasen zum Verarbeiten vorgesehen, bei denen die Teilnehmenden neue Informationen mit ihren persönlichen Erfahrungen abgleichen und die eigenen Wis- sensbestände nachhaltig erweitern können (Lernphase: In- tegrieren). Im weiteren Verlauf des Seminars folgt dann der Schritt von der Information und dem Wissen hin zum kon- kreten Handeln und Üben an konkreten Beispielsituationen, so unter anderem die Bearbeitung von Situationsbeschrei- bungen mit Fragen zum Datenschutz oder das Rollenspiel »Flyer-Party«. Lebensweltbezug: Begegnung mit potenziellen Netzwerk- partnerinnen und -partnern Um einen konkreten Lebensweltbezug herzustellen, schlagen wird ein Gespräch mit Expertinnen und Exper- ten vorgeschlagen. Dazu können potentielle Netzwerk- partnerinnen bzw. -partner eingeladen werden, wie etwa netzwerkkoordinierende Personen, Personen aus dem Ju- gendamt, dem Gesundheitsamt, aber auch Kinderärztin- nen und -ärzte und Vertreter von Sozialpädiatrischen Zen- tren (SPZ), Schuldnerberatungen oder Beratungsstellen für psychische Belastungen und Entwicklungsstörungen, Wochenbettdepressionen u. Ä. Sollte ein solches Gespräch im Rahmen des Moduls organisatorisch nicht möglich
  34. 34. 34 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie TAG 1 TAG 2 09:00 –  16:45 Uhr 09:00 –  16:30 Uhr ■■ Netzwerkerfahrungen und Netze für Familien ■■ Vernetzung: Theoretische Hintergründe ■■ Im Gespräch mit der Praxis ■■ Vernetzung gut gestalten MITTAGSPAUSE ■■ Datenschutz und Schweigepflicht ■■ Praxisbeispiele ■■ Netzwerkarbeit zwischen Auftrag und Erwartungen ■■ Gremienarbeit sein, kann die Praxis auch durch kurze Filmsequen- zen »ins Seminar geholt« werden, indem die Kursleitung beispielsweise Interviews mit Netzwerkakteuren führt und mit diesen Clips im Seminar arbeitet. Alternativ können auch (im Vorfeld) einzelne Interviews mit potenziellen Partnerinnen und Partnern als Praxisaufgabe an die Teilneh- menden gegeben werden. Um gut mit anderen Professionen zusammenzuarbeiten, ist es hilfreich, die Welt der jeweils anderen zu verstehen: ihre Beweggründe, Handlungslogi- ken, Möglichkeiten und Grenzen ihrer Arbeit. Im Anschluss an das Gespräch mit Expertinnen und Experten ist es daher hilfreich, den Gedankenaustausch vor diesem Hintergrund zu reflektieren. Im Seminarleitfaden wird eine Gesprächs- nachbereitung vorgeschlagen, bei der auch ein behutsamer Blick auf eigene Vorurteile und stillschweigende Annah- men sinnvoll ist. Entwicklung von Reflexionskompetenz Vor und nach den Einheiten zum Umgang mit Datenschutz- bestimmungen wird ein Reflexionsmoment zur persön- lichen Kompetenzeinschätzung vorgeschlagen. Dadurch werden die Teilnehmenden angeregt, über ihre Lernpro- zesse nachzudenken. Bewegung (Methode Aktionssozi- ometrie) unterstützt Teilnehmende dabei, ihre Kompetenz- entwicklung bewusst wahrzunehmen und einzuschätzen, warum sie sich in ihren Kompetenzen gestärkt fühlen oder auch warum nicht. Dies immer wieder mit den Teilnehmen- den zu thematisieren, stärkt Reflexionskompetenzen – in die- sem Fall zu persönlichen Lernprozessen. Simulierte Realität: Praxisanaloge Situationen schaffen Ebenso enthält der Seminarleitfaden Anregungen zur Stär- kung der Handlungskompetenz. Vorgeschlagen wird ein Rollenspiel, in dem die Teilnehmenden in einer konkreten Situation der Netzwerkarbeit (z.B. Gremientreffen) agieren. In einem ersten Schritt gestalten sie einen Flyer zur Eigen- darstellung gegenüber potentiellen Netzwerkpartnerinnen und -partnern, um sich mit Fragen zur eigenen Vernetzung zu beschäftigen. Die Einheit schärft einerseits das eigene Bild von Aufgaben und Rollen und übt außerdem, sich in einem Netzwerk mit unterschiedlichen Professionen zu bewegen. Die kreativen und spielerischen Anteile der Einheit bieten zudem methodische Abwechslung. Kleingruppenarbeiten in unterschiedlicher Zusammenset- zung und z. B. die Kooperationsübung nach der Mittagspau- se des ersten Tages sorgen für kleine emotionale Erlebnis- momente, in denen Chancen und Herausforderungen der Zusammenarbeit mit anderen Menschen und Professionen konkret erfahrbar werden. Auch die interdisziplinäre Ar- beit mit FamHeb und FGKiKP im Seminar sollte als Beispiel für vernetztes Arbeiten gemeinsam reflektiert werden. Brücke in die Praxis Die Teilnehmenden skizzieren im Rahmen des Seminars eine eigene Netzwerkkarte und denken über mögliche Erweite- rungen ihrer Vernetzung nach. Solche Erweiterungen mittel- fristig anzugehen und die Netzwerkkarte weiterzugestal- ten ist eine geeignete Praxisaufgabe bzw. ein gutes Thema für eine oder mehrere der folgenden Intervisionsgruppentreffen. Dabei sollte auf gegebenenfalls vorhandene Netzwerkordner1 hingewiesen werden. 1 Viele Koordinierungsstellen regionaler Netzwerke haben Materialien ver- öffentlicht – häufig in Form von Ordnern. Diese enthalten Informationen zu verschiedenen Netzwerkakteuren, Dokumentationshilfen, relevante Gesetzestexte, Ablaufpläne und vieles mehr.
  35. 35. MODUL 2 | 35 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
  36. 36. 36 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN INDIVIDUELLESANKOMMEN DieTeilnehmendensollensichvomerstenMomentanwillkommenfühlenundschnellwiederimRaum,inderGruppe,inderQualifizierungankommen.DieRaumgestal- tungkanngegebenenfallsbereitseinenBezugzumThemaaufweisen,zumBeispieldurcheingrobgeknüpftesNetzausSeilenanderTür. Ziele ■■AngenehmesAnkommen ermöglichen ■■WertschätzungundWill- kommenspürbarmachen PersönlicheBegrüßungderTeilnehmenden(TN) Lernphase:Einsteigen DieKursleitung(KL)heißtdieTeilnehmendenpersönlichwillkommen. ■■Willkommens- plakat ■■Tageszitat 20vor Beginn GEMEINSAMBEGINNENUNDMITEINANDERINKONTAKTKOMMEN30 AuchzuBeginndeszweitenModulswirdnocheineMöglichkeitzumweiterenKennenlernenangeboten,gekoppeltmiteineminhaltlichenEinstiegindasThema»Vernet- zung«.AußerdemgibteseineEinordnungdesModulsindieQualifizierungmitBezügenzudenHandlungsanforderungenundeineOrientierungfürdiebeidenSeminartage. 1 3 FamHeb|FGKiKP … kannsichaufdieLern- gruppeerneuteinlassen … findeteinenerstenpersön- lichenZugangzumThema … hateinenÜberblicküber dasSeminarundkanndies miteigenenErwartungen abgleichen BegrüßungundEinstiegmitThemenbezug Lernphase:Einsteigen BeispielfürdieAnleitungderTN: NacheinerkurzenBegrüßungwirdimStehkreiseinNetzzwischendenTNgeknüpft, umdenGedankenderVernetzunggreifbareinzuführen. ■■ErsteRunde:WollknäuelwirdimKreismitNamensnennungumhergeworfen,bis alleTNanderReihewarenundeinStückWollehalten,sodasseinerstesNetzentsteht. ■■ZweiteRunde:»Vernetzung–WaskommtIhnenalsErstesindenKopf,wennSie diesesWorthören?«VonAntwortzuAntwort»vernetzt«sichdieGruppeweiter. ■■DritteRunde:Eine/EinTNlässtdenFadennunlos.»BittebeobachtenSie,waspas- siert–innerlichundäußerlich.« Kooperations- übungen (Wollknäuel2.0) 8 Alternative ■■Kennenlernen ■■Wollknäuel10 2SEMINARLEITFADEN
  37. 37. MODUL 2 | 37 KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN FamHeb|FGKiKP … verstehtdieEinordnung desModulthemasinden Gesamtverlaufder Qualifizierung RückblickundAusblick Lernphase:Einsteigen ■■ErinnerunganModul1undthematischesAnknüpfen:FürdieVernetzungisteine KlarheitdereigenenRolleundAufgabenbedeutsam,v. a.mitBlickaufnotwendige Abgrenzungengegenüberanderen. ■■RückfragenachIntervisionsgruppentreffenundPraxisaufgaben,gegebenenfalls EinführungeinesThemenspeichers ■■InhalteundAblaufvonModul2undAbgleichmitErwartungen ■■BeiBedarforganisatorischeFragen Plenumsgespräch 8 ■■Seminarablaufauf Flipchart 20 ANKNÜPFENANNETZWERKERFAHRUNGEN–NETZEFÜRFAMILIEN70 IndieserersteninhaltlichenEinheitgehteseinerseitsdarum,vorhandeneErfahrungenundFragenzumThema»Netzwerk«abzurufen,umneueInformationenanschlie- ßendgutaufnehmenundeffektivverarbeitenzukönnen.AndererseitsdientdieserSchrittdazu,denallgemeinenundpersönlichenNutzenvonNetzwerken,aberauchdie damiteinhergehendenHerausforderungenzuthematisieren.EinediesbezüglicheKlarheitistGrundlagefürMotivationundDurchhaltevermögen.Beidesistfürdiean- spruchsvolleundaktivmitzugestaltendeVernetzungsarbeitnötig. Ziele ■■Aktivierungvonvor- handenenKenntnissen undErfahrungen ■■MotivationfürLernpro- zesseimModul AustauschvonNetzwerkerfahrungenin3er-Wahlgruppen Lernphase:Einsteigen/Erarbeiten BeispielfürdieAnleitungderTN: »BittetauschenSiesichüberIhreErfahrungenbzgl.NetzwerkenundNetzwerkarbeit aus.FolgendeFragenkönnendabeileitendsein: ■■WasversteheichuntereinemNetzwerk? ■■WelcheErfahrungenhabeichmitNetzwerkengemacht? ■■WelcheFragenhabeichbezüglichVernetzung? ■■WennFamilienUnterstützungsuchen–welcheAnlaufstellenals»mittragendes Netz«fallenmirein?Oder:WiesiehtinmeinenAugendasidealeNetzwerkzur UnterstützungvonFamilienaus?« Kleingruppenarbeit 7 ■■Fragenauf Flipchart 20
  38. 38. 38 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN 14 FamHeb|FGKiKP … kanneigeneVernetzung reflektieren … kanneigeneKooperati- onserfahrungenausanderen Zusammenhängenziehen unddarausSchlüsseableiten … kanndenNutzenvon Netzwerkarbeiterkennen … hateinenÜberblicküber verschiedeneAnlaufstellen fürFamilienunddamit potenzielleNetzwerkpartne- rinnenund-partner … istfürdieVernetzungim SinnederFamiliemotiviert … verstehtsichalsaktive AkteurinderVernetzung … kanndieeigeneRollein derNetzwerkarbeitundder fallbezogenenKooperation reflektierenundregelmäßig Ziel,WertundAufwand deseigenenEngagements abwägen Sammeln,SortierenundAnreichernvonErfahrungen Lernphase:Erarbeiten DieKLbittetdieGruppen,einigefürsiezentraleAspekteihresGesprächesmitzutei- lenundschreibtwichtigePunktemit,z. B.imRahmeneinerMindmap.Anpassenden Stellenbzw.imAnschlusskönnenweitereInformationeneinfließen.Inhaltlichkön- nenz. B.folgendePunktegebündeltundineinemÜberblickdargestelltwerden: ■■VerständnisvonNetzwerkenundVernetzung,Definition,UnterschiedNetzwerk undKooperation ■■PositiveErfahrungenundNutzenvon(professionellen)Netzwerken(aufverschie- denenEbenen:fürFamHeb/FGKiKP,fürFamilien,fürNetzwerkakteure), z. B.Ressourcenbündelung ■■NegativeErfahrungenundHerausforderungen/SchwierigkeitenderVernetzung ■■AbwägungvonWertundAufwanddeseigenenVernetzungsengagements ■■WelcheAnlaufstellenfürFamilienhabenwirimBlick?Sinddasunserepotenziel- lenNetzwerkpartnerinnenbzw.-partner? ■■WelcheUnterschiedegibteszwischenFamHebundFGKiKP? ■■VernetzungalsgemeinsamerLeistungsprozessderBeteiligtenfürdieFamilien DieKLweistbeiThemen,derenBearbeitungimModulgeplantist,aufentsprechende Einheitenhin.AlternativkanndieGesprächszeitverkürztundeinAusschnittdes FilmsGuStaFgezeigtwerden.ImGesprächfließenErfahrungenderTNundErfah- rungen,diederFilmbeschreibt,zusammen. Plenumsgespräch undKurzinput 8 Alternative ■■FilmGuStaF, Kap.6 ■■Pinnwand ■■Stifte ■■FarbigeKarten ■■Ggf.Überschriften undDefinitionen aufA4- /A3-Papier 45 Solltenwenigeund/oderüberwiegendschwierigeErfahrungengeschildertwerden unddamiteineunklareVorstellungdesmöglichenNutzensvonNetzwerkenbeste- hen,könnenhierFallbeispielemitundohnefunktionierendesNetzwerkvorgestellt werden. Fallarbeit 8 EinzelarbeitzurReflexion Lernphase:Integrieren BeispielfürdieAnleitungderTN: »BittegehenSienunfürsichfolgendenFragennachundmachenSiesichsicheinige StichpunktezuIhrenHauptgedanken.« Impuls 5 ■■FragenaufFlipchart5
  39. 39. MODUL 2 | 39 KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN Beispielfragen: ■■WasfindeichanVernetzungbesondershilfreich/herausfordernd/spannend? ■■WelchegenanntenAnlaufstellensindmirvertrautbzw.bereitsNetzwerkpartner- innenund-partnerfürmich?WelchesindbisherwenigerinmeinemBlick? ■■WennichaneinekonkreteFamiliedenke,mitdericharbeite,welcheAnlaufstelle könntehilfreichsein? VORMITTAGSPAUSE15 ReflexionsfragenfürdieKursleitung ■■IstdieGruppegutmiteinanderinsArbeitengekommen? ■■GibtesGesprächsbedarfbezüglichderPraxisaufgabenausM1? ■■WelcheVorerfahrungenzurVernetzungsindvorhandenundprägend? ■■WirdVernetzungalsgemeinsamerLeistungsprozessfürdieFamilienverstanden? ■■Geheichwiegeplantvorodermöchteichetwasverändern? VERNETZUNG:THEORETISCHEHINTERGRÜNDE50 DiedurchdievorherigeEinheitaktiviertenErfahrungenundWissensbeständewerdennundurchneueInformationenangereichert.HiergehtesimSchwerpunktumdie prägnanteundkomprimierteDarstellungvonzentralenFaktenundStrukturen,diesichaufdieeigeneArbeitauswirkenkönnen.Diesesindteilweisealssystematische BündelungvonbereitsangesprochenenThemenzuverstehen,andereThemenwerdenhiereingeführtundinspäterenEinheitendifferenzierterbearbeitet.Aufgrundder zahlreichenInformationensolltendieTNunbedingteinHandouterhalten.DieseskannauchbereitsimvorherigenModulalsLektüreaufgabemitgegebenwerden. 1 FamHeb|FGKiKP … kenntrelevante rechtlicheVorgabenund Regelungen DarstellungvonzentralenWissensbeständen Lernphase:Erarbeiten ■■RechtlicheGrundlagen(Bundeskinderschutzgesetz,SGBVIIIundKKG), landesrechtlicheRegelungen ■■Komplexität,DynamikenundParadoxienvonNetzwerken,z.B.Flexibilität versusklareStrukturundfesteAufgaben ■■Strukturen,HandlungslogikundSteuerungsrollederJugendhilfeimNetzwerk ■■Struktur,ZugangundHandlungslogikdesGesundheitswesens ■■StruktureinesNetzwerkes,insbesonderenachwelchemModelldieKoordination inihremNetzwerkerfolgt Input 8 ■■Visualisierung, z. B.Beamerund Power-Point- Präsentation 40
  40. 40. 40 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN FamHeb|FGKiKP … kenntbewährte,effek- tiveArbeitsmodelleund SettingsderZusammen- arbeitindenFrühenHilfen … kenntdieUnterschiede zwischenfallbezogenerund fallübergreifender Kooperation … kenntHandlungslogik, AufgabenundStruktur vonJugendhilfesowiedes Gesundheitssystems … hateinenÜberblicküber Organisationen,Instituti- onen,VerbändeundIniti- ativenimFeldderFrühen Hilfen ■■FallbezogeneundfallübergreifendeKooperation ■■AkteurederFrühenHilfen,Kooperationspartnerinnenund-partner ■■ThemaDatenschutzundSchweigepflichtkurzeinführen,Verweisaufweitere ErläuterungeninfolgendenEinheiten ErstesVerarbeiten Lernphase:Integrieren DasHandoutzudenLerninhaltenenthältzusätzlicheInformationen,Literaturver- weise,Linksusw.DieTNkönnendemGehörtennachspüren,z. B.mitfolgenden Fragen: ■■Waswürdeichunterstreichen? ■■WospüreichSkepsisoderWiderspruch? ■■WotauchenFragenauf? ■■Wasmöchteichfürmichgernvertiefen? Impuls 5 ■■Handouts ■■FragenaufFlipchart 10 MITTAGSPAUSE60 ReflexionsfragenfürdieKursleitung ■■SinddieTNfürVernetzungmotiviert? ■■HabeichdenEindruck,dassdieInhalte»angekommen«sind? ■■WogibtesbesondersvieleFragen?WasheißtdasfürdieWeiterarbeit? ■■IstdasArbeitstempoangemessen?
  41. 41. MODUL 2 | 41 KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN THEORETISCHEHINTERGRÜNDEDISKUTIERENUNDSETZENLASSEN30 VorderMittagspausewurdenzahlreicheInformationeninrelativkurzerZeitdargestellt.AlleFragen,diedabeiaufgekommensind,werdennunimPlenumbesprochen.Die KooperationsübungzuBeginnsorgtfüretwasBewegungundmachtdasThemaZusammenarbeiterfahrbar. 1 4 WeiterarbeitanKompetenzen dervorherigenEinheit Kooperationsübung Lernphase:Einsteigen DieTNführengemeinsameineKooperationsübungdurch. Kooperations- übung (Schwebeholz) 8 ■■Stange5 KlärungvonRückfragenzurEinheit»Vernetzung:TheoretischeHintergründe« Lernphase:Integrieren Beispielfragen: ■■VordemHintergrundmeinerPraxis:WelcheFragensindaufgetaucht? ■■WobraucheichmehrInformationenundwiewerdeichsiemirbeschaffen? ■■Waswirdwannvertieft? DieKLverweistaufFolgeeinheiten,indenendieFragenundThemenweiterbearbeitet werdenundaufTexte,Internetadressenusw.fürdasSelbststudium. GegebenenfallsPraxisaufgabevereinbaren. Plenumsgespräch 8 25 DATENSCHUTZUNDSCHWEIGEPFLICHT45 DiesesThemawirftinderPraxisinderRegelvieleFragenundUnsicherheitenauf,auchwenngrundlegendeKenntnissevorhandensind.Deshalbwirdhiernocheinmal aktivundpraxisnahdaraufeingegangen.EsgehtvorallemumdieAspektedesDatenschutzes,dieinderNetzwerkarbeitvonBedeutungsind.Zunächstwerdenrelevante RegelnanhandeinesBeispielsgemeinsamerarbeitet.InderanschließendenEinheitfolgteinevertiefendeKleingruppenarbeit.BeideEinheitensindeingerahmtdurcheinen methodischenVorschlagzurWahrnehmungvonKompetenzentwicklung.WirdempfohleneineDatenschutzexpertinbzw.einenDatenschutzexpertenhinzuzuziehen. 1 2 KompetenzeinschätzungderTeilnehmendenzumUmgangmitDatenschutz Lernphase:Einsteigen ■■WiesicherundkompetentfühleichmichimUmgangmitDatenschutzund Schweigepflicht–auchundvorallemmitBlickaufVernetzung(Positionierungauf einerSkalavon1-10)? Aktionssoziometrie 8 ■■Ggf.visualisierte Skala 5
  42. 42. 42 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN FamHeb|FGKiKP … kenntdieRegelnimUm- gangmitderSchweigepflicht undkannsichermitFragen desDatenschutzesumgehen GemeinsameBearbeitungeinesPraxisbeispielsunterdemBlickwinkel Datenschutz/Schweigepflicht Lernphase:Erarbeiten ■■VorstellungeinesPraxisbeispiels ■■WelcheFragestellungenundThemensteckendarin? ■■WelcheAkteuresindrelevant? ■■Werdarfwenfragenbzw.informieren? ■■Wasistzubeachten? Plenumsgespräch 8 Alternative ■■Kartenspiele ■■Fallbeschreibung ■■Fragenvisualisiert 25 IntegrierterInput Lernphase:Erarbeiten BeiderBearbeitungdesBeispielsfließenrelevanteInformationenundÜberlegungenein ■■DatenschutzrechteundSchweigepflicht ■■Spannungsfeld:nötigerDatenschutzvs.Datenaustauschzurganzheitlichen Problemlösung ■■WiegehenwirmitDatenvonMenschenum? ■■ZentraleRegelninFormvonhandlungsleitendenSätzen Input 8 Alternative ■■Fallarbeit ■■Kollegiale Fallberatung ■■Handout15 NACHMITTAGSPAUSE15 ReflexionsfragenfürdieKursleitung ■■ZuwelchemThemagabesimAnschlussandenInputbesondersvieleFragen? WasheißtdasfürdieweiterePlanung? ■■WelchesVerständniszumUmgangmitDatennehmeichwahr? ■■IsteingrundlegendesWissenzuSchweigepflichtundDatenschutzinZusammen- hangmitNetzwerkarbeitvorhanden? ■■GibtesgeeigneteBeispieleundFragenausderGruppefürdieWeiterarbeitoder greifeichaufvorbereiteteFallbeispielezurück?
  43. 43. MODUL 2 | 43 KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN DATENSCHUTZ-TRAINING:BEISPIELEBEARBEITEN105 AnhandvonPraxisbeispielenwerdennundieerarbeitetenGrundlagenundLeitsätzeaufkonkreteSituationenangewendetunddamitHandelnvorbereitet(Lernphase:Inte- grieren).ImMittelpunktstehendasrichtigeAbrufenvonrelevantenRegeln(SensibilitätfürDatenschutz)undkonkreteFähigkeiten,zumBeispielEntscheidungenzutreffen undFällezuanonymisieren.NacheinerintensivenArbeitszeitinGruppenfolgteinaktivierendesElementvorderErgebnisvorstellung.AmSchlussderEinheitgibteseinen methodischenVorschlagzurReflexionundVerdeutlichungderKompetenzentwicklungzudiesemInhalt. 1 2 FamHeb|FGKiKP … kannsichermitFragen desDatenschutzes umgehen … kannsichüberdie SubjektivitätvonBeobach- tungeninanonymisierten Fallberatungenaustauschen … kannerkennen,wenn weitereFachkräfteindie Arbeitmiteinbezogenwer- densollenodereinFallan dieöffentlicheJugendhilfe abzugebenist,undergreift dieerforderlichenSchritte zurUmsetzung … kannimDialogmitwei- terenFachkräftenreflek- tieren,wasAnsätzefürdie ArbeitmitderFamiliesein können ArbeitaneinemPraxisbeispielinGruppen Lernphase:Erarbeiten Arbeitsgleiche4er-GruppenbearbeiteneinPraxisbeispiel. BeispielfürdieAnleitungderTN: »BittelesenSiesichdenFalldurchundgehenSiefolgendenFragebeispielennach: ■■WelcheThemensteckenhierdrin?WaskönnteeinAnsatzfürdieArbeitmitdieser Familiesein?Waskönntesieunterstützen? ■■WelcheAkteuresindrelevant?Wiewerdendieseeingebunden? Wasistdabeizubeachten? ■■PersonXtrittmitderFragenachInformationenanmichheran. Wasdarfichsagen? ■■WiemussderFallanonymisiertwerden,umihnineinFallgespräch einzubringen?« Datenschutz-Training 6 Alternative ■■Fallarbeit ■■Praxisbeispiele ■■Arbeitsanleitung 30 ZusammenführungundDiskussionderBeispiele Lernphase:Erarbeiten ■■DieKLgibtFrageninsPlenumundalleGruppenreagieren(nachkurzer Absprache)gleichzeitigmitAntwortkarten(ja/nein/unterUmständen bzw.darfich /darfichnicht) ■■Anschließend:DiskussionderGruppenüberlegungen Plenumsgespräch Kartenspiele (Antwortkarten) 8 ■■Antwortkarten30 BearbeitungweitererBeispielsituationenmiteinemMultiple-Choice-Arbeitsblatt Lernphase:Erarbeiten/Integrieren DasArbeitsblattenthältFragenzuunterschiedlichenPraxissituationenundAntwort- möglichkeiten. Datenschutz-Training 6 ■■Multiple-Choice- Arbeitsblatt 10
  44. 44. 44 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG1 MIN DiskussionvonAntwortmöglichkeitenzurErweiterungderbisherigenKenntnisse Lernphase:Erarbeiten/Integrieren BeidergemeinsamenAuswertungwerdenAntwortmöglichkeitendiskutiertund FragenimPlenumgeklärt. 8 30 KompetenzeinschätzungderTeilnehmendenzumUmgangmitDatenschutz Lernphase:Auswerten ■■WiesicherfühleichmichjetztimUmgangmitDatenschutz(Skalavon1–10)? ■■BinichgestärktfürdenUmgangmitDatenschutz–auchinkniffligenSituationen? WodurchhabeichanSicherheitgewonnen? Aktionssoziometrie 8 ■■Ggf.visualisierte Skala 5 DIEGEMEINSAMEARBEITBEENDEN15 InderletztenEinheitdesTageserfolgteinkurzerRückblickaufdieInhalteunddieProzesseinderGruppe;esgibtdieMöglichkeit,denLernprozesszureflektierenundeine RückmeldungzumTagzuformulieren.AbschließenderhaltendieTNeinenAusblickaufdenFolgetag. Ziele: ■■Rückmeldungerhalten ■■Lernprozessewürdigen 4 3 FamHeb|FGKiKP … kannihrenLernprozess reflektieren … kannRückmeldungen formulieren ReflexiondesLernprozesses Lernphase:Auswerten ImpulsvorschlagfüreinenEintraginsLerntagebuch: ■■WaswarenheutemeinezentralenLernmomente? Lerntagebuch 5 10 RückmelderundeundVerabschiedung Lernphase:Auswerten ■■RückblickaufdenTagundRückmelderunde ■■AusblickaufdenkommendenTagmitVorbereitungsaufgabe: FragenfürExpertengesprächsammeln ■■Ggf.kurzeGeschichteundVerabschiedung Tagesabschluss gestalten 8 Ggf.Geschichte10 ReflexionsfragenfürdieKursleitung ■■SinddietheoretischenGrundlagengutangekommenundverarbeitet? ■■SinddieTNinihrenKompetenzenbezüglichdesDatenschutzesgestärkt? ■■GeheichmorgenwiegeplantvorodermöchteichdenPlanändern?
  45. 45. MODUL 2 | 45 MODUL2SEMINARLEITFADEN-TAG2 KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG2 MIN DIEGEMEINSAMEARBEITERNEUTBEGINNEN15 NachderBegrüßungknüpftderzweitegemeinsameArbeitstagandieVorbereitungsaufgabenanundermöglichtdenTN,sichihrInteresseundihreFragenandiepotenziel- lenNetzwerkpartnerinnenbzw.-partnerzuvergegenwärtigen.DieserSchrittdientzurVorbereitungdesGesprächs.EsgibtaußerdemeinekurzeGelegenheitaufdenVortag zurückzuschauen,bevorderFahrplanfürdiesenTagvorgestelltwird. Ziele ■■WiederankommenundAr- beitseinstiegermöglichen ■■Gästewillkommenheißen ■■OrientierungimLernpro- zessgeben ■■EinstiegindasGesprächmit derPraxisvorbereiten DasMorgengesprächzuzweit Lernphase:Einsteigen Beispielfragen: ■■WelcheFragensindIhnenfürdasGespächmitderPraxiswichtig?WasmöchtenSie gernvonIhrenpotenziellenNetzwerkpartnerinnen-undpartnernwissen? Impuls 6 Alternative ■■Tagesanfang gestalten ■■Tageszitat ■■FlipchartmitTages- ablauf 5 RückblickundAusblick Lernphase:Einsteigen ■■GibtesFragen,diegesternoffengebliebensind? ■■AusblickaufInhalteundAblaufdesTages Plenumsgespräch 8 ■■Tagesablaufauf Flipchart 10 IMGESPRÄCHMITDERPRAXIS60 ImSinneeineskonkretenLebensweltbezugsfolgtnuneinGesprächmitnetzwerkerfahrenenFachkräftenderFrühenHilfen(z. B.Netzwerkkoordinatorinund-koordinator, KoordinatorinoderKoordinatorderFamHeb/FGKiKP,PersonenausJugendamt,ASD,Gesundheitsamt,KinderärztinnenundKinderärzte,Polizei).DieGästesindpoten- zielleNetzwerkpartnerinnenund-partnerundkönnenanschaulichEinblickegebenindieArbeitsweisenihrerEinrichtungenundpraxisnahvonihrenNetzwerkerfahrun- genberichten. 1 3 FamHeb|FGKiKP …kenntFunktion,Arbeits- weisenundfachlicheKom- petenzenderanderenProfes- sionenimNetzwerk ExpertinnenundExpertenberichtenausihrerPraxis Lernphase:Erarbeiten KLmoderiertdasGesprächmitdenPraxisvertreterinnenund-vertretern.Folgende ThemenkönnenGesprächspunktesein: ■■ImmanenteHandlungslogikenderBerufsgruppen ■■BeschreibungendereigenenTätigkeiten,Aufgaben,Zuständigkeiten,Grenzen Expertinnen-und Expertengespräch 8 ■■Ggf.Namens- schilder 60
  46. 46. 46 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG2 MIN FamHeb|FGKiKP …kenntAufgabenundEnt- scheidungskompetenzender beteiligtenFachkräftesowie derenVerortunginnerhalb vonVersorgungssystemen …kenntdieZugangswege zuAngebotenderKoopera- tionspartnerimNetzwerk FrüheHilfen ■■WasistdasHauptanliegenderBerufsgruppe?WaskönnensiefürFamilientun? WiekommenFamilienzuihnen? ■■ErfahrungsberichtezurZusammenarbeitimNetzwerk ■■ErwartungenanFamHeb/FGKiKPausSichtderAnwesenden ■■MöglichstmitknackigenStatementsschließen ■■WassolltenSiewissen,wennSiemit…zusammenarbeiten? DankundVerabschiedungderGäste. Alternative ■■FilmGuStaF ■■Interviewsequenzen PAUSE15 ReflexionsfragenfürdieKursleitung ■■WelchegesternnichtgeklärtenFragenwurdenbenannt? WasheißtdasfürdieweitereArbeit? ■■WasistimGesprächmitdenGästendeutlichgeworden? ■■WelchePunkteimGesprächmöchteichnachfolgendnocheinmalthematisieren? DIEWELTDERANDERENVERSTEHEN:GESPRÄCHSNACHBEREITUNG55 NachdemGesprächgehtesjetztdarum,dieGesprächsinhaltemiteigenenErwartungenabzugleichen,siezustrukturierenundanzureichern.WomöglichkönnenVorurteile sensibelthematisiertwerden.DieseEinheitdientderSicherungderInhalteunddemTransferindieeigeneArbeit(Lernphase:Integrieren).DasBefragenvonanderenNetz- werkakteurenwirdalsmethodischerAnsatzauchfürPraxisaufgabenundfolgendeModulevorgeschlagen. 1 3 Weiterarbeitan Kompetenzender vorherigenEinheit DieWeltderanderen:MeinezentralenErkenntnisse Lernphase:Integrieren BeispielfürdieAnleitungderTN: »BittegehenSieindennächstenfünfMinutenfolgendenFragennach: ■■WelcheBilderhatte/habeichvondiesenBerufsgruppenimKopf? ■■WasistmirimGesprächdeutlichgeworden?InwelchemVerhältnisstehtdieszu meinenErfahrungen?« Impuls 5Alternative ■■Bildbetrachtung ■■Fragenals Arbeitsanleitung aufFlipchart 5
  47. 47. MODUL 2 | 47 KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG2 MIN FamHeb|FGKiKP …kenntdieFunktionder verschiedenenFachkräfte inderKinder-undJugend- hilfe …kanndieEntschei- dungskompetenzender Kooperationspartnerinne- undpartnererkennenund respektieren …verstehensichalsaktive AkteurederNetzwerk- arbeit …kannProbleme,die durchdenÜbergangvon einerHilfeindieandere bzw.vomGesundheitswe- senindieJugendhilfeent- stehen,erkennenunddazu Lösungsansätzeentwickeln Zusammentragen:Washabenwirerfahren? Lernphase:Integrieren ■■WelcheRolle,Funktionen,Interessen,Pflichten,Nöte,Entscheidungswege habendiesePersonen? ■■WieunterstützensieFamilienundwiekommenFamilienzuihnen? ■■WiebeschreibensieNetzwerkarbeitundKooperationmitanderenBerufsgruppen (TransparenzderÜbergängevonfreiwilligenAngebotenderFrühenHilfenzu kontrollierenderFunktion,aufeinanderabgestimmteLeistungen,…)? ■■WiegehensiemitNetzwerkherausforderungenum? ■■WasheißtdasfürunsinderZusammenarbeit? Plenumsgespräch 8 Alternative ■■Schriftlichdenken 40 UnterUmständenbrauchteseinenergänzendenKurzinputseitensderKL.Andieser StellekannauchmitgegebenenfallsvorhandenenNetzwerkordnern(schriftlichnie- dergelegtenLeitlinieneinesregionalenNetzwerks)gearbeitetwerden. Ggf.Input■■Folienoderandere Visualisierungen zumInput ■■Netzwerkordner ZukünftigeInterviewsvordenken Lernphase:Erarbeiten AnregungfüreinePraxisaufgabe:DieTNkönnenInterviewsmitverschiedenen Netzwerkakteurenführen,dieinpassendeModuleeinfließen.Dafürgibtesein HandoutmitFragestellungenundPlatzfüreigeneErgänzungen,welchesals Interviewleitfadendienenkann. ■■HandoutmitPlatz fürErgänzungen 10 VERNETZUNGGUTGESTALTEN70 DieseEinheitnimmtdiekonkreteZusammenarbeitinNetzwerkenindenBlick.Ausgehendvoneinerirritierenden,auflockerndenFragestellungwerdenarbeitsteilighem- mendeundförderlicheAspektefürNetzwerkarbeiterarbeitet.DieEinheitschließtmiteinerpersönlichenEinschätzungzurförderlichenGestaltungvonVernetzungab. 1 3 4 EinprovokanterBlick Lernphase:Einsteigen Beispielfrage: ■■Wasmussmantun,damitVernetzungsorichtigschiefgeht? Impuls 8 ■■Flipchartstifte10
  48. 48. 48 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG2 MIN FamHeb|FGKiKP … kennthemmendeund förderlicheAspekteder Netzwerkarbeit … kanndieeigeneArbeit imHinblickaufMöglich- keitenundHindernissefür einevernetzteundinterdis- ziplinäreArbeitreflektieren … kannGründefür Nicht-Kooperationund Chancenbestehenderoder künftigerKooperationen reflektieren HemmendeundförderlicheAspektefürNetzwerkarbeit Lernphase:Erarbeiten DreiKleingruppenbearbeitenparalleljeweilseineFragestellungundnotierenihre ErgebnisseaufFlipcharts: ■■Gruppe1:WasscheinentypischeFallenfürVernetzungzuseinundwiekann damitumgegangenwerden? ■■Gruppe2:WasistförderlichfürVernetzung? ■■Gruppe3:Waskönnenwirvonunsaustun,damitvernetztesArbeitenfruchtbar underfolgreichist? Gruppenarbeit 6 ■■Vorbereitete Flipchartsmit unterschiedlichen Fragestellungen ■■Stifte 30 ZusammenfassenderÜberblick Lernphase:Erarbeiten/Integrieren ■■Vorstellung,DiskussionundgemeinsameErgänzungderErgebnisseaus denKleingruppen Plenumsgespräch 8 ■■Handoutüber förderlicheund hinderliche Bedingungen 25 Ggf.EintraginsLerntagebuch Lernphase:Integrieren BeispielfürdieAnleitungderTN: »Waskannichpersönlichtun,damitVernetzunggelingt? Wohabeichmeine»StärkenundSchwächen?« Lerntagebuch 5 5 MITTAGSPAUSE60 ReflexionsfragenfürdieKursleitung ■■GibtesersteLösungsansätzefürschwierigeSituationeninderVernetzung? ■■IstausmeinerSichtderpersönlicheEinflussaufdasGelingenvonNetzwerken reflektiertworden? ■■IstdasArbeitstempoangemessen?
  49. 49. MODUL 2 | 49 KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG2 MIN MEINAUFTRAG–MEINNETZWERK–VIELEERWARTUNGEN70 ZuBeginndieserEinheitwirdmiteinemkurzenRückblickaufModul1dereigeneAuftragvergegenwärtigt.BesondereBeachtungfindetdabeidasSpannungsfelddurch unterschiedlicheAuftraggeber.DemBlickaufdeneigenenAuftragindenFrühenHilfenfolgteinBlickaufdaskonkreteeigeneNetzwerk,dasoftnötigist,umdemAuftrag professionellgerechtzuwerden.BeiteilweisemehrerenAuftraggebernundzahlreichenNetzwerkpartnerinnenund-partnernsehensichFamHebundFGKiKPumfang- reichenErwartungengegenüber.ImletztenSchrittdieserEinheitbringendieTNdieseErwartungenzurSpracheundsetzensieinBeziehungzuihremAuftrag. 2 3 4 FamHeb|FGKiKP … kanneigeneund Fremderwartungenan RolleundFunktionklären undzueinanderin Beziehungsetzen … kannmitderSituation professionellumgehen, dasseszweiAuftraggeber gibt:dieFamilieundden (öffentlichen)Auftraggeber … kanndieeigeneBe- rufsethikhinsichtlichder Erwartungendes(öffent- lichen)Auftraggebers reflektieren … kannden(öffentlichen) AuftragunddieGren- zenihrerZuständigkeit erkennen,gegenüberallen Beteiligtentransparent machenundreagieren AuftragundAuftragsklärung Lernphase:Erarbeiten Beispielfragen: ■■WersindAuftraggeberundwasbeauftragendiese(Jugendamt,Familiebzw. Mutter,Vater,Jugendamt,Gesundheitsamt,Kind,eigenerAnspruch,…)? ■■UnterschiedErwartungundAuftrag ■■Auftragsklärungsdreieckvisualisieren Impuls 8 ■■Visualisierung Auftragsklärung 15 EigeneNetzwerkkarteanfertigen Lernphase:Erarbeiten Beispielfragen: ■■Mitwembinichbereitsvernetzt?AufwelcheAkteurekannichzurückgreifen? ■■WelcheweiterenPersonenbzw.InstitutionenwäreninteressantePartnerinnenund PartnerbezüglichmeinesneuenTätigkeitsfeldes? ■■WogibtesKoalitionenbzw.könnteeswelchegeben? ■■Kulturnähe/-fernezubestimmtenBerufsgruppenaufgrundeigenerErfahrungen? Aufwengeheichgernzu/wobinicheherzurückhaltend? Netzwerkkarte 5 ■■ArbeitsblattNetz- werkkarte 15 ErwartungenderNetzwerkpartnerinnenund-partner Lernphase:Erarbeiten ■■DieTNstellenihreNetzwerkkarteneinanderkurzvorunddiskutierenvermutete bzw.formulierteErwartungenderNetzwerkpartnerinnenund-partneransieals FamHeb/FGKiKP(PartnergruppemitFamHebundFGKiKPgemischt). ■■ErgänzendzudenErwartungenderFamilieunddesAuftraggebersentstehteine ArtErwartungsinventar/Erwartungsüberblick. Kleingruppenarbeit 6 Alternative ■■Arbeitmit Arbeitsblättern ■■Fragen/Beispiele amFlipchart ■■Ggf.ArbeitsblattEr- wartungsüberblick 20
  50. 50. 50 | MODUL 2 © Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie KOMPETENZ/ZIELINHALT/VORGEHENMETHODEZEIT AKTIONSFORM SOZIALFORM MATERIAL/ MEDIEN TAG2 MIN Zusammenschau Lernphase:Erarbeiten/Integrieren DieKLachtetimPlenumdarauf,dasszentraleLernmomentederArbeitsphasennoch einmalbewusstgemachtundformuliertwerden.Gesprächsimpulsekönnensein: ■■WelchenEindruckhabenSievonIhremNetzwerk? ■■WelcheGemeinsamkeitenundUnterschiedegibtesbeidenNetzwerkkartender FamHebundderFGKiKP? ■■WiegehtesIhnenmitdenErwartungen? ■■WokönnenKonflikteentstehen(falscheVorstellungen,überzogeneErwartungen, Pauschalisierungen)? ■■WiegehenwirmitdiesenKonfliktenum(z. B.Transparenz,notwendige Grenzsetzung…)? ■■BedeutsameAuftragsklärung:Aufträge/ErwartungenderPartnerinnenund PartnerimNetzwerkwerdendeneigenengegenübergestelltundvondiesen abgegrenzt. Plenumsgespräch 8 20 NACHMITTAGSPAUSE15 ReflexionsfragenfürdieKursleitung ■■GibtesIdeenzurPflegeundzumAusbaudespersönlichenNetzwerks? ■■KönnendieTNErwartungen,dieansiegerichtetwerden,mitdemeigenen AuftragunddemeigenenAnspruchinBeziehungsetzen? ■■IstdieBedeutungeinerklarenAuftragsklärungundderdiesbezüglichen Transparenzdeutlichgeworden? ■■Wiemöchteichweitervorgehen?

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