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Rundbrief
der Gemeindereferentinnen und        SOmmer
Gemeindereferenten im Bistum Essen   2012




Aufbruch
Liebe Kolleginnen und Kollegen !


Wenn ich „Aufbruch“ höre, muss ich      Bringen wir alle wieder heil nach Hause?
zunächst immer an eine Horrorvision     Und die dortigen Aufbrüche zu
denken, dass mal jemand meine           irgendwelchen Bergwanderungen lösten
Wohnungstür aufbrechen könnte,          bei den Kids wahrlich keine
meine privaten Dinge durchsucht und     Begeisterungsstürme aus und bedurften
mir Liebgewonnenes stiehlt.             gewisser Bestechungsversuche oder
Aber das ist nicht gemeint ...,         wenn alles nichts nutzte: klaren
vielmehr die andere Bedeutung: Der      Anweisungen.
Aufbruch zu etwas…. Aber auch dem                Mit den Aufbrüchen ist das so
begegnen wir mit gemischten             was… sie rufen je nach Ausgangslage
Gefühlen.                               unterschiedliche Gefühle hervor.
Sommer- und Ferienzeit liegen vor       Verständlich, wenn man manchmal eher
uns. Viele brechen in den               etwas reserviert reagiert und erst die
wohlverdienten Urlaub auf. In der       Marschrichtung abklopft – zumal wenn
Regel tun wir dies mit großer Freude.   das Ziel unbekannt ist oder im Nebel
Wenn es dann nach zwei Wochen           liegt.
wieder nach Hause geht, sieht es mit    Wer will es zum Beispiel unseren
der Freude auf den bevorstehenden       Gemeinden verdenken, wenn keine
Aufbruch schon wieder anders aus.       rechte Begeisterung aufkommen will,
Wenn ich als junger Kaplan mit den      Bewährtes hinter sich zu lassen und die
jugendlichen Gruppenleitern und         nächsten Schritte zu gehen in eine eher
achtzig Kindern in die dreiwöchige      ungewisse Zukunft, in der vielleicht eitel
Ferienfreizeit aufgebrochen bin,        Sonnenschein oder Sturm wartet?!
bewegte meinen unruhigen Magen die      Und wie geht’s weiter in unserer Kirche?
bange Frage: Wird alles gut gehen?      Die Bandbreite liegt zwischen den



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dümmlich-aggressiven Tönen von                einem lauten „Hurra!“ – auf dem Weg
kreuz.net und dem „Aufruf zum                 gibt es Murren und den Wunsch
Ungehorsam“.                                  „zurück zum Alten“ - manch einer
Wir alle merken, es kann und wird             bleibt auf der Strecke. Aber über allen
nicht so bleiben wie es war und wie es        steht die Verheißung, dass Gott selbst
ist. Die Zeichen der Zeit (begegnet uns       einen neuen Anfang machen werde und
in diesen nicht Gott selbst?!) zwingen        der Aufbruch lohnt.
uns zum Aufbruch. Die Bibel ist voll          Darauf will ich vertrauen, dass die
davon: Aufbruchsgeschichten in                Verheißung Gottes auch heute noch
unbekannte Länder und unbekannte              trägt und nicht trügt.
Zukunft. Die wenigsten beginnen mit
                                                                       Bertold Bittger




      Titelbild: Thomas Jessen - Johannes.

      Auf den ersten Blick ein Junge mit Fußball-Shirt, das den Aufdruck
      Johannes trägt. Er steht vor einem Brustportrait eines Gemäldes von
      Johannes dem Täufer. Der Junge blickt den Betrachter des Bildes ernst an.
      Der Betrachter selbst muss die Haltung des Jungen deuten.

      Aufbrechen? Wird der Junge nach der Bedeutung des Bildes fragen?




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Aktuelles aus der Berufsgruppe


Folgende Gemeindereferentinnen sind in diesem Jahr

         25 JAHRE IM DIENST DES BISTUMS ESSEN:

1. August 2012        Susanne Schade
                      Pfarrei St. Peter und Paul in Hattingen,
                      Gemeinde St. Peter und Paul in Hattingen

1. August 2012        Lucia van den Boom
                      Pfarrei St. Laurentius in Essen,
                      Gemeinde St. Laurentius in Essen-Steele

1. August 2012        Susanne Heimann
                      Pfarrei St. Barbara in Mülheim,
                      Gemeinde St. Barbara in Mülheim-Dümpten
1. August 2012        Antje Koch
                      Pfarrei St. Dionysius in Essen,
                      Gemeinde St. Michael in Essen-Dellwig




Wir haben
unseren
Kolleginnen
im Rahmen
des
Diözesantages
feierlich zu ihrem Dienstjubiläum gratuliert.



                                    4
Aktuelles aus der Berufsgruppe


Wir begrüßen einen Kollegen und vier Kolleginnen im
Berufspraktischen Jahr sowie eine Kollegin in der praxisbegleitenden
Ausbildung und wünschen ihnen viel Erfolg und Gottes Segen.

Torben Anthony                        Nina Prothmann
Pfarrei Herz Jesu in Oberhausen       Pfarrei Liebfrauen in Bochum
Paul-Reusch-Str. 66                   Liebfrauenstr. 3
46045 Oberhausen                      44803 Bochum

Anne-Kathrin Hegemann                 Petra Cruse
Propsteipfarrei St. Clemens           Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt
in Oberhausen                         in Mülheim
Klosterstraße 15                      Klosterstraße 55
46145 Oberhausen                      45481 Mülheim

Agathe Musiol                         Martina Melles
Propsteipfarrei St. Ludgerus          Praxisbegleitende Ausbildung
in Essen-Werden                       Pfarrei St. Josef in Bottrop
Brückstr. 77                          Im Flaßviertel 8
45239 Essen                           46238 Bottrop




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Aufbruch - Bericht einer Berlinreise



                Aufbruch


                Zeit des Aufbruchs
                Aufbrechen von Verhärtetem
                Aufbrechen aus Resignation
                Aufbrechen - auf neuen Wegen unterwegs.



Montag:      Wir,     die    Gemeindereferentinnen         i.   R.,    sind
aufgebrochen, um Altes und Neues zu entdecken, kennen zu
lernen in Stadt und Bistum Berlin. Wohl keine andere europäische
Stadt hat im letzten Vierteljahrhundert so viel Aufbruch (nach
Zusammenbruch) erlebt wie Berlin.
Ankunft im Berliner Hauptbahnhof (die Berliner nennen ihn
„Einkaufstempel     mit     Gleisanschluss“)     -   ein   faszinierender
Eindruck, eine architektonische Höchstleistung.
Untergebracht sind wir im Hotel der katholischen Akademie des
Erzbistums Berlin - besser kann es nicht sein.
Am ersten Nachmittag informiert uns der Beauftragte für die Laien
im pastoralen Dienst Michael Heinschke über die Situation im
Erzbistum. Das Erzbistum hat eine Fusion größten Ausmaßes
hinter sich - den Aufbruch von Ost und West aufeinander zu. Diese
Informationen        wurden          wunderbar        ergänzt         durch
Gemeindereferentin i. R. Ruth Krebs, die nicht nur am zweiten
                                     6
Abend als Gesprächspartnerin zu uns kam, sondern uns auch
liebevoll und sicher durch die Tiefen der U-Bahn-Schächte geleitet
hat.


Dienstag:          Die Stadtrundfahrt am Dienstag ließ die Vielfältigkeit
dieser     Stadt      erahnen:     Regierungsviertel         alt    und    neu,
Geschäftsstraßen, Bauten der Großkonzerne, Parkanlagen - und
immer      wieder     Mauerreste,    damit         der   Aufbruch   aus    dem
kommunistischen Regime nicht vergessen wird.
Die Berlin-Exkursion setzt sich am Nachmittag zu Fuß fort. Mit Frau
Mangold, einer kompetenten Historikerin, treffen wir uns am
Brandenburger Tor. Wir werfen einen Blick auf die Botschaften von
Russland, Amerika, Großbritannien und Frankreich, und folgen
dem Verlauf der ehemaligen Mauer zum Regierungsviertel. Dort
bewundern wir das Bundeskanzleramt und die Bürogebäude des
deutschen Bundestages. Im Reichstag erfahren wir Interessantes
über den Aufbau des Plenarsaales und die Arbeit des Parlamentes.
Und dann - Berlin von oben: Aussichtsterrasse und Kuppel liefern
einen grandiosen Rundblick.


Mittwoch:          Besuch   der   St.       Hedwigs-Kathedrale       und   des
Kathedralforums. Die Führung durch die Bischofskirche war
Verkündigung, die zum Gebet einlud.
Ein      solches     Kathedralforum,         das     Menschen,      die    dort
vorbeikommen, die Möglichkeit zum Gespräch oder auch nur zum
Ausruhen bietet, für Suchende und Fragende zur Verfügung steht,
ist in Essen längst überfällig.


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Am Abend lernten wir im Kabarett „Distel“ eine Portion „Berliner
Charme“ und Humor kennen.
Erholung    für   Füße    und    Augen    bot    die   dreistündige
Brückenrundfahrt durch Berlins Gewässer. Dreimal haben wir
Schleusen passiert, mal gesenkt, mal gehoben – rauf und runter,
runter und rauf – auch das ist ein Bild für unser Leben.




Ein fast gemütliches Ambiente inmitten der Großstadt bieten die
Hackeschen Höfe mit vielen kleinen Kneipen und Kunstgalerien,
von den letzteren hatten aber die meisten leider - oder zum Glück
– schon geschlossen.
Der Höhepunkt der Tage war – ich denke nicht nur für mich – der
Besuch im sozialen Brennpunkt der Gemeinde St. Christophorus.
Pallottiner haben vor 18 Jahren die Gemeinde übernommen.
Mit Pallottis Idee: „Jeder kann ein/e Apostel/in sein“ haben sie die
Gemeinde erneuert, geformt und geprägt. Immer sind die drei



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Dimensionen im Blick: Soziales Handeln, Spiritualität zu fördern in
Glaubenslehre, Meditation, Gottesdienst und kulturelle Angebote
zu organisieren. Es sprengt den Rahmen eines Kurzberichtes, hier
alles nieder zu schreiben; aber der Abschluss dieser Begegnung in
St. Christophorus gehört hier hin. Wir durften teilnehmen am
Mittagsgebet des Teams vor Ort. Eingebettet in diese kurze
Gebetszeit erlebten wir etwas Besonderes: Es gibt dort ein
Schatzkästchen mit Schriftstellen. Die Besuchergruppe zieht eine
Schriftrolle für die Gastgeber und die Gastgeber eine für die
Besucher. Und hier das Ergebnis: „Ja, der Herr hat dich berufen als
verlassene, bekümmerte Frau. Kann man denn die Frau verstoßen,
die man in der Jugend geliebt hat? spricht dein Gott.“ Wenn das
Wort nicht eine Zusage an jede Einzelne von uns ist. Und – können
wir in der „Frau“ nicht auch die Kirche sehen? Auch die Kirche von
Essen?
Mit dieser Verheißung brechen wir auf zur Heimfahrt nach Essen.


Wir danken unserer Bischöflichen Beauftragten Ingeborg Klein für
die gute Organisation und die geduldige, liebevolle Betreuung. Wir
danken dem Bistum Essen für die (Mit-)Finanzierung unserer Tage
der Begegnung.


PS: Wenn es interessiert, welches Bibelwort wir für unsere
Gastgeber geangelt haben - lesen Sie nach: Mal 3,1



                                                   Marianne Krebs



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Rundbrief 14
Rundbrief 14
Im Dialog mit dem Bischof


„Warum tun Sie das?”

„Mit welchem Recht tust du das?“ (Mk 11,28) - zum Text des Tagesevangeliums
predigte Bischof Dr. Overbeck im Ludgerus-Dom zu Billerbeck anlässlich des
diesjährigen Diözesantages der Gemeindereferentinnen und -referenten. Die
Eucharistiefeier bildete den Auftakt eines gut gefüllten Tages. Die Berufsgruppe
machte sich zusammen mit ihrem Bischof auf den Weg: Zunächst im Bus von
Essen zum Sterbeort des Hl. Liudger, dessen Verbindung zu unserem Bistum
durch die Grabstätte in Werden an diesem Tag wieder neu lebendig wurde, später
nach der gemeinsamen Eucharistie beim Wandern auf dem „Lürspad“ nach
Gerleve. Dort wurde gemeinsam gegessen und diskutiert.
Am Ende des Gottesdienstes verteilte Lucia van den Boom, die die spirituellen
Impulse des Tages vorbereitet hatte, für alle Teilnehmenden ein Stück
Reifenprofil, an dem ein Band mit einem stärkenden Wort aus der Heiligen Schrift
befestigt war. Ziel des Tages sollte sein, den im Bistum Essen angestoßenen
Dialogprozess auch innerhalb der Berufsgruppe mit dem Bischof fortzuführen.
Mit einem Gebet und dem folgenden Text wurde dazu eingeladen:
„Der Dialog wächst mit jedem Wort des Einen und des Anderen, der Einen und
der Anderen, wird von einer Wechselrede zu einem Gespräch, über ein Thema,
dass uns allen am Herzen liegt: die Zukunft unserer Kirche. Alles ist denkbar, alles
ist sprechbar. […]“
So ging es dann bei mäßigen Temperaturen, aber trockenem Wetter über Straßen
und Felder des Münsterlandes zur Benediktinerabtei. Auf dem Weg kamen
Bischof und Gemeindereferentinnen und -referenten ins Gespräch.
In Gerleve angekommen, wandelten sich nach dem Imbiss die zuvor im Bus und
auf dem Weg geführten Gespräche in einen inhaltsdichten Dialog. Die
Berufsgruppe hatte sich in ihren Regionalkreisen auf dieses Gespräch mit drei
Impulsfragen vorbereitet:
1. Wofür „brennen“ wir? – 2. Worunter leiden wir? – 3. Was können wir uns für
die Zukunft vorstellen?
So offen diese Fragen gestellt waren, so facettenreich fielen auch die gesammelten
und zusammengefassten Themen des Dialogs an diesem Samstagnachmittag aus.
Die Moderatorinnen Eva Müller und Elvira Neumann stellten die
unterschiedlichen Gedanken der Berufsgruppe im Plenum vor: Die Vielfalt der
Arbeitsmöglichkeiten, die eigene Berufung im Beruf zu leben, die positiven
Rückmeldungen von den in der Seelsorge begleiteten Menschen, ein gutes
Pastoralteam vor Ort und generell die Arbeit und der Kontakt mit Menschen
wurden als Motivation für den Beruf in der Seelsorge empfunden und genannt.


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In einem zweiten Schritt wurden dem Bischof die Sorgen der
Gemeindereferentinnen und -referenten geschildert: Der Glaube findet nicht mehr
hauptsächlich in der Kirche statt, die Wirklichkeiten klaffen auseinander, viele
Menschen kehren der Kirche den Rücken.
In seinen Antworten betonte Bischof Dr. Overbeck die geschichtliche
Entwicklung, in der nicht nur die Kirche, sondern die gesamte Gesellschaft derzeit
verhaftet ist. In dieser „Übergangsphase“ sei insbesondere die Kategorialseelsorge
als „Feld der Grundlagenmission“ zu verstehen. Die „Kirche vor Ort“ werde
immer mehr die Aufgabe der Seelsorgerinnen und Seelsorger. Es gelte, in einer
pluralen Welt neu zu lernen, Christ zu
sein. Eine besondere Herausforderung
sei die wachsende Zahl der Menschen,
die „an nichts glauben, ohne Gott leben
und denen dabei nichts fehlt“.
Das Thema der Kirchenschließungen
und strukturellen Veränderungen im
Bistum lässt auch die Berufsgruppe
nicht unberührt. Bischof Dr. Overbeck
machte erneut deutlich, wie notwendig
der Weg der Veränderung auch in
Bezug auf äußere Bedingungen ist. Die
Entwicklung der Katholikenzahlen
könne nicht aufgehalten werden. „Wir müssen damit leben, dass wir Menschen
verlieren. Wir müssen aber auch fragen, was wir in den letzten Jahren dagegen
getan haben.“ Große Sorge bereiteten dabei dem Bischof auch die Attraktivität der
Gottesdienste und der erkennbare Sinn von Liturgie für das Leben der Menschen
ganz konkret.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage aufgeworfen, inwieweit die
Rollen von Priestern und Laien in der Liturgie neu bewertet und ggf. verändert
werden müssten. Hierbei betonte der Bischof nochmals die Bedeutung der
Eucharistie als Quelle und Mitte der Kirche. Die Laien sollten nicht in einen
Dienst als „defizitäre Priester“ gedrängt werden.
Grundsätzlich bemerkte Bischof Dr. Overbeck, dass sowohl die Kirche als auch
die Gesellschaft in Deutschland sich offensichtlich und hauptsächlich als „Summe
ihrer Defizite“ wahrnehmen. Aus den Erfahrungen der Weltkirche sollten wir
„lernen, froher zu sein.“ Das „Pfund, das wir als Kirche haben“, sei es, „ die den
Menschen mit frohem Herzen zugewandte Seele“ zu sein.
Angesprochen auf die Tradition der Kirche, aus der mitunter auch Ängste und
Verletzungen hervorgingen, und das Verhältnis von Priestern und Laien in der

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Im Dialog mit dem Bischof



Seelsorge, empfahl der Bischof ein „System der Begleitung“. Alle in der Pastoral
Tätigen sowie auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Bischöflichen
Generalvikariat müssten auf Dauer ihr Handeln durch Supervision und spezielle
Reflexion begleiten lassen. Die individuelle Entwicklung der Einzelnen sei in
stärkerem Maße durch Fortbildung und berufliche Begleitung zu berücksichtigen.
Die Berufsausbildung hingegen sei zum Teil „überfrachtet“.
Zum Thema Wertschätzung und Konflikte hinsichtlich der Effektivität der
Seelsorge wurde das Beispiel des Fernbleibens von Familien, insbesondere nach
der Erstkommunion, in den Kirchen als Indikator benannt. Der Bischof
                                           ermunterte: „Wir müssen im Glauben
                                           nichts leisten, müssen die Kirche nicht
                                           retten; Sie können das nicht, ich kann
                                           das nicht, das tut der Herr selbst.“
                                           Als Signal der Wertschätzung sollen in
                                           Zukunft auch Gemeindereferentinnen
                                           und -referenten eine Einladung des
                                           Bischofs anlässlich von Berufsjubiläen,
                                           ähnlich denen bei Diakonen, erhalten.
                                           Auch die Bekanntmachung von
                                           Dienstjubiläen im RuhrWort solle in
                                           Zukunft in Zusammenarbeit mit der
                                           Personalabteilung erfolgen.
Das Gespräch behandelte im Folgenden noch die Bereiche „Atmosphäre in
Gemeindegruppen“, „Rhythmus bei Versetzungen“ und das Thema „Ökumene“.
In seinem Schlusswort betonte Bischof Dr. Overbeck nochmals die Momente einer
neuen Stilbildung von Kirche: „Bisher haben wir das Alte kleiner gemacht, wir
werden noch sehr neu werden müssen!“, und wünschte allen anwesenden Kraft
und Stärke dazu.
Zum Abschluss gratulierte Bischof Dr. Overbeck den Jubilarinnen, die auf 25
Jahre Dienst als Gemeindereferentin im Bistum Essen zurückblicken können
(s. S. 4).

Schließlich fügte sich der gesamte Tag letzten Endes in die Worte der Predigt:
„Warum tun Sie das? – Weil es uns um Jesus geht“




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Ein erfolgreicher, intensiver,
           gelungener Katholikentag


„Mannheim hat sich als ideale Stadt für den Katholikentag erwiesen. Die kurzen
Wege, die tolle Atmosphäre und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt: es ist
großartig, was hier geschehen ist“; sagte Erzbischof Robert Zollitsch bei der
Abschlusspressekonferenz des 98. Katholikentages.

Der Katholikentag habe gezeigt, dass die Kirche fest in der Gesellschaft verankert
sei. „Die Themen sind da, und sie müssen in die Gesellschaft getragen werden“, ist
Zollitsch überzeugt. Der „Aufbruch“ des Katholikentages habe unter anderem
darin bestanden, dass man sich auch bei schwierigen Themen zugehört habe.
„Jetzt geht die Arbeit erst richtig los“, so der
Erzbischof, „aber der Dialog kommt voran,
und wir können den Blick von Mannheim aus
nach vorne richten.“

„Mindestens 80.000 Menschen werden morgen
den Katholikentag besucht haben“, freute sich
der Präsident des ZdK, Alois Glück. „Unsere
Erwartungen sind übertroffen worden. Das ist
ein gutes Zeichen.“ Er habe in diesen Tagen
eine lebendige, glaubensstarke und vitale
Kirche erlebt, sagte Glück. Die
gesellschaftlichen Fragestellungen, vom
Zusammenleben der Kulturen über Fragen zu
Energie und Klima oder der demographische
Wandel, hätten die Menschen des
Katholikentags am meisten bewegt.

Ebenfalls dringlich seien die Fragestellungen
zur Ökumene, den konfessionsverbindenden
Ehen oder der Kirche vor Ort. „Es ist wichtig, dass die Kirche in den
Lebenswelten vor Ort präsent bleibt“; so Glück mit Blick auf die bereits im
Prozess befindlichen Veränderungen in den Pfarr- und Seelsorgestrukturen.

„Wir haben in Mannheim, eine engagierte und dabei entspannte Atmosphäre
erlebt“, sagt Glück zum Abschluss. „Es war ein erfolgreicher, ein intensiver, ein
gelungener Katholikentag.“

                                                 Quelle: mannheim.de, 19.05.2012

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Einblick in den flexiblen Studiengang



„Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken“ ,
vielleicht kennen Sie dieses Sprichwort.
Dieses Sprichwort hat mir vor einem Jahr den Anstoß gegeben, mich auf den Weg zu
machen und an der katholischen Hochschule in Paderborn Religionspädagogik zu
studieren, um später als Gemeindereferentin zu arbeiten.
Und das noch mit 40 Jahren!
Gewagt?
Ja -, aber schön und bereichernd!
Nach fast einem Studienjahr kann ich Interessierte, Menschen in besonderen
Lebenssituationen (z. B. mit Familie, Berufstätigkeit), nur dazu ermutigen, diesen
Schritt zu wagen und zu gehen.
Der „flexible Studiengang“ gibt mir die Möglichkeit, Familie und Studium
miteinander zu verbinden.
Wie sieht die Gestaltung des Studienganges aus?
Der flexible Studiengang wird so gestaltet, dass die Module sich auf max. sechs Jahre
verteilen. Auch die Praktika in Gemeinde und Schule werden aufgeteilt.
In der Studienzeit erhält man unterstützend Blockveranstaltungen und kann am e-
learning teilnehmen. Das e-learning verschafft den Studierenden zusätzliche
Möglichkeiten von zu Hause aus zu studieren, um damit die Voraussetzungen der
Prüfungszulassung des jeweiligen Faches zu erlangen.
So kann in dem verlängerten Studienzeitraum ein vollwertiger Bachelor-Abschluss
erreicht werden.
Eine weitere Unterstützung bei Fragen zum Studium, Organisation und Prüfungen,
bekommen wir durch einen Mentor.
Bei uns in Paderborn ist Herr Prof. Sander für uns zuständig und in unserem Bistum
unsere Ausbildungsleiterin, Frau Ingeborg Klein.
Nach diesen Schilderungen, stellt sich nun die Frage, ist das wirklich alles so
unkompliziert?
Ja und Nein!
Wenn man sich auf den Weg begibt, sollte für einen ganz klar sein, dass man diese
Berufung aus dem Herzen heraus anstrebt und das Studium wirklich will.
Glauben ist Herzensangelegenheit und tiefe Überzeugung.
Man muss viel Liebgewordenes (z. B. sein Ehrenamt in der Heimatgemeinde)
loslassen und auch aufgeben.
Bei der Aufgabe von Liebgewordenem kann es auf beiden Seiten zu Irritationen
führen und denen muss man sich stellen. Nicht immer ein einfacher Weg, aber zu
schaffen.
In der ersten Zeit des Studiums ist man erstmal damit beschäftigt, sich und seinen
„Neuen Weg“ zu organisieren. Es muss eine neue Struktur her, die Sicherheit gibt und
damit eine gute Lernumgebung.

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Aus meiner Erfahrung kann ich sagen:
man ist wirklich nicht alleine auf diesem
Weg!
Die Unterstützung, die ich an der
Hochschule durch unsere
Professoren/innen und
Kommilitonen/innen erfahren habe, ist            Ich will aufbrechen
grandios.                                        in meine Wirklichkeit
Die Neuerung zu diesem Studiengang ist           und das, was darüber ist.
ab diesem Jahr, dass man auch die                Am Morgen
Möglichkeit hat, praxisbegleitend im             nehme ich mein Herz in die Hände.
Bistum in einer Gemeinde auf
Praktikantenebene, während der                   Der Welt wende ich mich entgegen,
gesamten Studienzeit zu arbeiten.                strecke meine Hände aus,
Es ist eine Ergänzung des Begriffes:             sie zu nehmen
Studium & Lehre.                                 und zu formen.

                                                 Dir
Was ich auch sehr gut finde, ist die
                                                 wende ich mich entgegen,
Kooperation zwischen Hochschule und
                                                 bereit, deine Liebe zu empfangen
Bistum. Es besteht guter Kontakt
                                                 und meine zu gebe,
zwischen den beiden Institutionen.
                                                 hoffend
Dieses trägt zu der Ausbildung sehr dazu
                                                 und dankbar.
bei, da Rücksichtnahme auf den
Studierenden (z. B. bei Prüfungen) und           Den vielen Ungereimtheiten
unterstützende Hilfen gewährleistet sind.        den Unverständlichkeiten
                                                 der Angst
„Wer an der Küste bleibt, kann keine             der Ungewißheit zwischen Tatsachen
neuen Ozeane entdecken“, dieses                  und Träumen
Sprichwort hat mir nicht nur den Anstoß          wende ich mich entgegen.
gegeben, sondern es hat sich in dem              Denn Glauben heißt:
vergangenen Jahr bestätigt und mein              eine Herausforderung annehmen.
Leben bereichert. Durch mein Studium,            Ich gehe das Abenteuer ein,
mein Gemeindepraktikum in Bottrop in             ich gehe auf den Horizont zu
St. Ludger, die Studientage in unserem           über den Wellen.
Bistum, die Diözesantage bekomme ich
einen weiten Rund-um-Blick über                                                 KJG
meinen angestrebten Beruf und bin mit
meinen Wegbegleitern, vielen Menschen
und Gott im ständigen Kontakt und in
Bewegung.


Stefanie Hörtemöller, Stud.rel.päd.

                                            17
Gleisarbeiten in Gelsenkirchen -
                    anGEkommen

Der Bischof von Essen hat entschieden, dass in der Liebfrauenkirche neben dem
Philipp-Neri-Zentrum eine Jugendkirche mit „regionaler Bedeutung“ aufgebaut
und etabliert werden soll. Unter dem Leitmotiv „gleisarbeiten“ wird diese
Aufbauphase durch den Jugendseelsorger Christoph Wichmann sowie die
Jugendreferentin Stefanie Gruner systematisch gestaltet, um so die Chance zu
nutzen, bewusst zu analysieren, welche Bedürfnisse und Erwartungen junge
Menschen am Ort und in der Region haben.

Unsere Mission
verbindlich – begeistert – transparent – christlich
Die Mission der neuen Kirche beschreibt sich durch die gelebte Haltung am
Standort. Die zukünftige Jugendkirche liegt in der Neustadt direkt neben dem
Bahnhof. Der Bahnhof kann – bildlich betrachtet – Menschen eine Orientierung
auf ihrer Reise bieten. Der Bahnhof hält niemanden fest, sondern man kann eine
Zeit verweilen, sich ausruhen und weiterreisen. Dafür stehen einem ganz
unterschiedliche Gleise bzw. Streckennetze zur Verfügung; du kannst ein- und
aussteigen, sitzen bleiben, ankommen oder auch wieder weiter fahren. Diese
Begegnungen werden auch genutzt, um mit Menschen ins Gespräch und einen
Austausch über ihre Bedürfnisse zu kommen. Diese Streckennetze sind noch nicht
fertig verlegt. Jeder ist eingeladen, Streckennetze auszubauen und den Aufbau mit
zu gestalten.

Hierbei wollen wir Wegbegleiter und authentische Glaubenszeugen sein und wir
laden ein, das auch für andere zu werden:
verbindlich durch regelmäßige Angebote und verlässliche Ansprechpartner,
begeistert durch das Teilen der Freude am Glauben,
transparent durch Ehrlichkeit, Interesse und Offenheit,
christlich durch das immer wieder neue Entdecken Seiner Botschaft.
gleisarbeiten
Neben den Jugendlichen, Adoleszenz - 27 Jahre, wird die Zielgruppe der jungen
Erwachsenen bis 35 Jahre gezielt in den Aufbauprozess involviert.
Es soll in der Gelsenkirchener Neustadt ein Ort wachsen, der sowohl für
Jugendliche als auch für junge Erwachsene attraktiv ist.
Durch die frühe Einbeziehung beider Zielgruppen innerhalb der Aufbauphase soll
eine bewusste Berücksichtigung der entsprechenden Themen und Wünsche
gesichert werden. Langfristiges Ziel ist es, ein ausgewogenes Pastoralkonzept für
zwei unterschiedliche Zielgruppen und deren Lebenswelten an einem Standort zu
erarbeiten. Die Aufbauphase – gleisarbeiten – wird daher bis zu den Herbstferien
2012 andauern.

                                       18
Bis dahin gibt es weiterhin das Angebot, mit unterschiedlichen Gruppen und
Schulklassen auf dem „Streckennetz des Lebens“ unterwegs sein – um so
herauszufinden, was Schüler, Firmlinge, junge Erwachsene wirklich beschäftigt,
wo sie in ihrem Leben gerade stehen, wo ihr Weg hinführen könnte und welche
Begleitung sie hierfür benötigen.
Anmeldung für eine Gruppenbegleitung zum Thema „Streckennetz des Lebens“
ist (siehe Kontaktdaten) für interessierte Gruppen möglich.
Ein Akzent wurde schon jetzt festgesetzt: Bei der zukünftigen Namensgebung der
neuen, jungen Kirche wird bewusst auf die Bezeichnung „Jugendkirche“
verzichtet. So wird einer Engführung auf die Zielgruppe der Jugendlichen
vorgebeugt.
Ohne Visionen verkommt das Volk (Spr. 29. 18)
Wir haben eine Vision!

Nähere Information zum Aufbau der Jugendkirche finden Sie unter:




www.gleisarbeiten.de

Info und Kontakt
Tel.: 0209 -15802-15
Mobil:01577-5374653
Ansprechpartner
Stefanie Gruner (Jugendreferentin) & Christoph Wichmann (Jugendseelsorger)



                                      19
Quellenangaben
Die Rechte an Bildern und Texten liegen bei den Autoren und Künstlern. Wir haben uns
bemüht, alle Angaben zusammenzustellen, und bitten um Hinweise, falls uns ein Fehler
unterlaufen sein sollte.

Text und Bild S. 15: http://mannheim.de, Text S. 17: aus: Beten durch die
Schallmauer, KJG, Titelbild: Foto des Gemäldes „Johannes“ von Thomas Jessen
Alle anderen Texte und Bilder: Bistum Essen

Impressum
Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Essen, Zwölfling 16,
45127 Essen, Telefon 0201-2204 -243

Redaktion:    D. Bertz, D. Janssen, I. Klein, G. Lauenburger, E. Neumann

Mitarbeit:    B. Bittger, S. Gruner, St. Hortemöller und viele hilfreiche
              Korrekturleserinnen

Druck: Bischöfliches Generalvikariat, ZA IT-Service

Redaktionsschluss: 7. Oktober 2012

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Rundbrief 14

  • 1. Rundbrief der Gemeindereferentinnen und SOmmer Gemeindereferenten im Bistum Essen 2012 Aufbruch
  • 2. Liebe Kolleginnen und Kollegen ! Wenn ich „Aufbruch“ höre, muss ich Bringen wir alle wieder heil nach Hause? zunächst immer an eine Horrorvision Und die dortigen Aufbrüche zu denken, dass mal jemand meine irgendwelchen Bergwanderungen lösten Wohnungstür aufbrechen könnte, bei den Kids wahrlich keine meine privaten Dinge durchsucht und Begeisterungsstürme aus und bedurften mir Liebgewonnenes stiehlt. gewisser Bestechungsversuche oder Aber das ist nicht gemeint ..., wenn alles nichts nutzte: klaren vielmehr die andere Bedeutung: Der Anweisungen. Aufbruch zu etwas…. Aber auch dem Mit den Aufbrüchen ist das so begegnen wir mit gemischten was… sie rufen je nach Ausgangslage Gefühlen. unterschiedliche Gefühle hervor. Sommer- und Ferienzeit liegen vor Verständlich, wenn man manchmal eher uns. Viele brechen in den etwas reserviert reagiert und erst die wohlverdienten Urlaub auf. In der Marschrichtung abklopft – zumal wenn Regel tun wir dies mit großer Freude. das Ziel unbekannt ist oder im Nebel Wenn es dann nach zwei Wochen liegt. wieder nach Hause geht, sieht es mit Wer will es zum Beispiel unseren der Freude auf den bevorstehenden Gemeinden verdenken, wenn keine Aufbruch schon wieder anders aus. rechte Begeisterung aufkommen will, Wenn ich als junger Kaplan mit den Bewährtes hinter sich zu lassen und die jugendlichen Gruppenleitern und nächsten Schritte zu gehen in eine eher achtzig Kindern in die dreiwöchige ungewisse Zukunft, in der vielleicht eitel Ferienfreizeit aufgebrochen bin, Sonnenschein oder Sturm wartet?! bewegte meinen unruhigen Magen die Und wie geht’s weiter in unserer Kirche? bange Frage: Wird alles gut gehen? Die Bandbreite liegt zwischen den 2
  • 3. dümmlich-aggressiven Tönen von einem lauten „Hurra!“ – auf dem Weg kreuz.net und dem „Aufruf zum gibt es Murren und den Wunsch Ungehorsam“. „zurück zum Alten“ - manch einer Wir alle merken, es kann und wird bleibt auf der Strecke. Aber über allen nicht so bleiben wie es war und wie es steht die Verheißung, dass Gott selbst ist. Die Zeichen der Zeit (begegnet uns einen neuen Anfang machen werde und in diesen nicht Gott selbst?!) zwingen der Aufbruch lohnt. uns zum Aufbruch. Die Bibel ist voll Darauf will ich vertrauen, dass die davon: Aufbruchsgeschichten in Verheißung Gottes auch heute noch unbekannte Länder und unbekannte trägt und nicht trügt. Zukunft. Die wenigsten beginnen mit Bertold Bittger Titelbild: Thomas Jessen - Johannes. Auf den ersten Blick ein Junge mit Fußball-Shirt, das den Aufdruck Johannes trägt. Er steht vor einem Brustportrait eines Gemäldes von Johannes dem Täufer. Der Junge blickt den Betrachter des Bildes ernst an. Der Betrachter selbst muss die Haltung des Jungen deuten. Aufbrechen? Wird der Junge nach der Bedeutung des Bildes fragen? 3
  • 4. Aktuelles aus der Berufsgruppe Folgende Gemeindereferentinnen sind in diesem Jahr 25 JAHRE IM DIENST DES BISTUMS ESSEN: 1. August 2012 Susanne Schade Pfarrei St. Peter und Paul in Hattingen, Gemeinde St. Peter und Paul in Hattingen 1. August 2012 Lucia van den Boom Pfarrei St. Laurentius in Essen, Gemeinde St. Laurentius in Essen-Steele 1. August 2012 Susanne Heimann Pfarrei St. Barbara in Mülheim, Gemeinde St. Barbara in Mülheim-Dümpten 1. August 2012 Antje Koch Pfarrei St. Dionysius in Essen, Gemeinde St. Michael in Essen-Dellwig Wir haben unseren Kolleginnen im Rahmen des Diözesantages feierlich zu ihrem Dienstjubiläum gratuliert. 4
  • 5. Aktuelles aus der Berufsgruppe Wir begrüßen einen Kollegen und vier Kolleginnen im Berufspraktischen Jahr sowie eine Kollegin in der praxisbegleitenden Ausbildung und wünschen ihnen viel Erfolg und Gottes Segen. Torben Anthony Nina Prothmann Pfarrei Herz Jesu in Oberhausen Pfarrei Liebfrauen in Bochum Paul-Reusch-Str. 66 Liebfrauenstr. 3 46045 Oberhausen 44803 Bochum Anne-Kathrin Hegemann Petra Cruse Propsteipfarrei St. Clemens Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt in Oberhausen in Mülheim Klosterstraße 15 Klosterstraße 55 46145 Oberhausen 45481 Mülheim Agathe Musiol Martina Melles Propsteipfarrei St. Ludgerus Praxisbegleitende Ausbildung in Essen-Werden Pfarrei St. Josef in Bottrop Brückstr. 77 Im Flaßviertel 8 45239 Essen 46238 Bottrop 5
  • 6. Aufbruch - Bericht einer Berlinreise Aufbruch Zeit des Aufbruchs Aufbrechen von Verhärtetem Aufbrechen aus Resignation Aufbrechen - auf neuen Wegen unterwegs. Montag: Wir, die Gemeindereferentinnen i. R., sind aufgebrochen, um Altes und Neues zu entdecken, kennen zu lernen in Stadt und Bistum Berlin. Wohl keine andere europäische Stadt hat im letzten Vierteljahrhundert so viel Aufbruch (nach Zusammenbruch) erlebt wie Berlin. Ankunft im Berliner Hauptbahnhof (die Berliner nennen ihn „Einkaufstempel mit Gleisanschluss“) - ein faszinierender Eindruck, eine architektonische Höchstleistung. Untergebracht sind wir im Hotel der katholischen Akademie des Erzbistums Berlin - besser kann es nicht sein. Am ersten Nachmittag informiert uns der Beauftragte für die Laien im pastoralen Dienst Michael Heinschke über die Situation im Erzbistum. Das Erzbistum hat eine Fusion größten Ausmaßes hinter sich - den Aufbruch von Ost und West aufeinander zu. Diese Informationen wurden wunderbar ergänzt durch Gemeindereferentin i. R. Ruth Krebs, die nicht nur am zweiten 6
  • 7. Abend als Gesprächspartnerin zu uns kam, sondern uns auch liebevoll und sicher durch die Tiefen der U-Bahn-Schächte geleitet hat. Dienstag: Die Stadtrundfahrt am Dienstag ließ die Vielfältigkeit dieser Stadt erahnen: Regierungsviertel alt und neu, Geschäftsstraßen, Bauten der Großkonzerne, Parkanlagen - und immer wieder Mauerreste, damit der Aufbruch aus dem kommunistischen Regime nicht vergessen wird. Die Berlin-Exkursion setzt sich am Nachmittag zu Fuß fort. Mit Frau Mangold, einer kompetenten Historikerin, treffen wir uns am Brandenburger Tor. Wir werfen einen Blick auf die Botschaften von Russland, Amerika, Großbritannien und Frankreich, und folgen dem Verlauf der ehemaligen Mauer zum Regierungsviertel. Dort bewundern wir das Bundeskanzleramt und die Bürogebäude des deutschen Bundestages. Im Reichstag erfahren wir Interessantes über den Aufbau des Plenarsaales und die Arbeit des Parlamentes. Und dann - Berlin von oben: Aussichtsterrasse und Kuppel liefern einen grandiosen Rundblick. Mittwoch: Besuch der St. Hedwigs-Kathedrale und des Kathedralforums. Die Führung durch die Bischofskirche war Verkündigung, die zum Gebet einlud. Ein solches Kathedralforum, das Menschen, die dort vorbeikommen, die Möglichkeit zum Gespräch oder auch nur zum Ausruhen bietet, für Suchende und Fragende zur Verfügung steht, ist in Essen längst überfällig. 7
  • 8. Am Abend lernten wir im Kabarett „Distel“ eine Portion „Berliner Charme“ und Humor kennen. Erholung für Füße und Augen bot die dreistündige Brückenrundfahrt durch Berlins Gewässer. Dreimal haben wir Schleusen passiert, mal gesenkt, mal gehoben – rauf und runter, runter und rauf – auch das ist ein Bild für unser Leben. Ein fast gemütliches Ambiente inmitten der Großstadt bieten die Hackeschen Höfe mit vielen kleinen Kneipen und Kunstgalerien, von den letzteren hatten aber die meisten leider - oder zum Glück – schon geschlossen. Der Höhepunkt der Tage war – ich denke nicht nur für mich – der Besuch im sozialen Brennpunkt der Gemeinde St. Christophorus. Pallottiner haben vor 18 Jahren die Gemeinde übernommen. Mit Pallottis Idee: „Jeder kann ein/e Apostel/in sein“ haben sie die Gemeinde erneuert, geformt und geprägt. Immer sind die drei 8
  • 9. Dimensionen im Blick: Soziales Handeln, Spiritualität zu fördern in Glaubenslehre, Meditation, Gottesdienst und kulturelle Angebote zu organisieren. Es sprengt den Rahmen eines Kurzberichtes, hier alles nieder zu schreiben; aber der Abschluss dieser Begegnung in St. Christophorus gehört hier hin. Wir durften teilnehmen am Mittagsgebet des Teams vor Ort. Eingebettet in diese kurze Gebetszeit erlebten wir etwas Besonderes: Es gibt dort ein Schatzkästchen mit Schriftstellen. Die Besuchergruppe zieht eine Schriftrolle für die Gastgeber und die Gastgeber eine für die Besucher. Und hier das Ergebnis: „Ja, der Herr hat dich berufen als verlassene, bekümmerte Frau. Kann man denn die Frau verstoßen, die man in der Jugend geliebt hat? spricht dein Gott.“ Wenn das Wort nicht eine Zusage an jede Einzelne von uns ist. Und – können wir in der „Frau“ nicht auch die Kirche sehen? Auch die Kirche von Essen? Mit dieser Verheißung brechen wir auf zur Heimfahrt nach Essen. Wir danken unserer Bischöflichen Beauftragten Ingeborg Klein für die gute Organisation und die geduldige, liebevolle Betreuung. Wir danken dem Bistum Essen für die (Mit-)Finanzierung unserer Tage der Begegnung. PS: Wenn es interessiert, welches Bibelwort wir für unsere Gastgeber geangelt haben - lesen Sie nach: Mal 3,1 Marianne Krebs 9
  • 12. Im Dialog mit dem Bischof „Warum tun Sie das?” „Mit welchem Recht tust du das?“ (Mk 11,28) - zum Text des Tagesevangeliums predigte Bischof Dr. Overbeck im Ludgerus-Dom zu Billerbeck anlässlich des diesjährigen Diözesantages der Gemeindereferentinnen und -referenten. Die Eucharistiefeier bildete den Auftakt eines gut gefüllten Tages. Die Berufsgruppe machte sich zusammen mit ihrem Bischof auf den Weg: Zunächst im Bus von Essen zum Sterbeort des Hl. Liudger, dessen Verbindung zu unserem Bistum durch die Grabstätte in Werden an diesem Tag wieder neu lebendig wurde, später nach der gemeinsamen Eucharistie beim Wandern auf dem „Lürspad“ nach Gerleve. Dort wurde gemeinsam gegessen und diskutiert. Am Ende des Gottesdienstes verteilte Lucia van den Boom, die die spirituellen Impulse des Tages vorbereitet hatte, für alle Teilnehmenden ein Stück Reifenprofil, an dem ein Band mit einem stärkenden Wort aus der Heiligen Schrift befestigt war. Ziel des Tages sollte sein, den im Bistum Essen angestoßenen Dialogprozess auch innerhalb der Berufsgruppe mit dem Bischof fortzuführen. Mit einem Gebet und dem folgenden Text wurde dazu eingeladen: „Der Dialog wächst mit jedem Wort des Einen und des Anderen, der Einen und der Anderen, wird von einer Wechselrede zu einem Gespräch, über ein Thema, dass uns allen am Herzen liegt: die Zukunft unserer Kirche. Alles ist denkbar, alles ist sprechbar. […]“ So ging es dann bei mäßigen Temperaturen, aber trockenem Wetter über Straßen und Felder des Münsterlandes zur Benediktinerabtei. Auf dem Weg kamen Bischof und Gemeindereferentinnen und -referenten ins Gespräch. In Gerleve angekommen, wandelten sich nach dem Imbiss die zuvor im Bus und auf dem Weg geführten Gespräche in einen inhaltsdichten Dialog. Die Berufsgruppe hatte sich in ihren Regionalkreisen auf dieses Gespräch mit drei Impulsfragen vorbereitet: 1. Wofür „brennen“ wir? – 2. Worunter leiden wir? – 3. Was können wir uns für die Zukunft vorstellen? So offen diese Fragen gestellt waren, so facettenreich fielen auch die gesammelten und zusammengefassten Themen des Dialogs an diesem Samstagnachmittag aus. Die Moderatorinnen Eva Müller und Elvira Neumann stellten die unterschiedlichen Gedanken der Berufsgruppe im Plenum vor: Die Vielfalt der Arbeitsmöglichkeiten, die eigene Berufung im Beruf zu leben, die positiven Rückmeldungen von den in der Seelsorge begleiteten Menschen, ein gutes Pastoralteam vor Ort und generell die Arbeit und der Kontakt mit Menschen wurden als Motivation für den Beruf in der Seelsorge empfunden und genannt. 12
  • 13. In einem zweiten Schritt wurden dem Bischof die Sorgen der Gemeindereferentinnen und -referenten geschildert: Der Glaube findet nicht mehr hauptsächlich in der Kirche statt, die Wirklichkeiten klaffen auseinander, viele Menschen kehren der Kirche den Rücken. In seinen Antworten betonte Bischof Dr. Overbeck die geschichtliche Entwicklung, in der nicht nur die Kirche, sondern die gesamte Gesellschaft derzeit verhaftet ist. In dieser „Übergangsphase“ sei insbesondere die Kategorialseelsorge als „Feld der Grundlagenmission“ zu verstehen. Die „Kirche vor Ort“ werde immer mehr die Aufgabe der Seelsorgerinnen und Seelsorger. Es gelte, in einer pluralen Welt neu zu lernen, Christ zu sein. Eine besondere Herausforderung sei die wachsende Zahl der Menschen, die „an nichts glauben, ohne Gott leben und denen dabei nichts fehlt“. Das Thema der Kirchenschließungen und strukturellen Veränderungen im Bistum lässt auch die Berufsgruppe nicht unberührt. Bischof Dr. Overbeck machte erneut deutlich, wie notwendig der Weg der Veränderung auch in Bezug auf äußere Bedingungen ist. Die Entwicklung der Katholikenzahlen könne nicht aufgehalten werden. „Wir müssen damit leben, dass wir Menschen verlieren. Wir müssen aber auch fragen, was wir in den letzten Jahren dagegen getan haben.“ Große Sorge bereiteten dabei dem Bischof auch die Attraktivität der Gottesdienste und der erkennbare Sinn von Liturgie für das Leben der Menschen ganz konkret. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage aufgeworfen, inwieweit die Rollen von Priestern und Laien in der Liturgie neu bewertet und ggf. verändert werden müssten. Hierbei betonte der Bischof nochmals die Bedeutung der Eucharistie als Quelle und Mitte der Kirche. Die Laien sollten nicht in einen Dienst als „defizitäre Priester“ gedrängt werden. Grundsätzlich bemerkte Bischof Dr. Overbeck, dass sowohl die Kirche als auch die Gesellschaft in Deutschland sich offensichtlich und hauptsächlich als „Summe ihrer Defizite“ wahrnehmen. Aus den Erfahrungen der Weltkirche sollten wir „lernen, froher zu sein.“ Das „Pfund, das wir als Kirche haben“, sei es, „ die den Menschen mit frohem Herzen zugewandte Seele“ zu sein. Angesprochen auf die Tradition der Kirche, aus der mitunter auch Ängste und Verletzungen hervorgingen, und das Verhältnis von Priestern und Laien in der 13
  • 14. Im Dialog mit dem Bischof Seelsorge, empfahl der Bischof ein „System der Begleitung“. Alle in der Pastoral Tätigen sowie auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Bischöflichen Generalvikariat müssten auf Dauer ihr Handeln durch Supervision und spezielle Reflexion begleiten lassen. Die individuelle Entwicklung der Einzelnen sei in stärkerem Maße durch Fortbildung und berufliche Begleitung zu berücksichtigen. Die Berufsausbildung hingegen sei zum Teil „überfrachtet“. Zum Thema Wertschätzung und Konflikte hinsichtlich der Effektivität der Seelsorge wurde das Beispiel des Fernbleibens von Familien, insbesondere nach der Erstkommunion, in den Kirchen als Indikator benannt. Der Bischof ermunterte: „Wir müssen im Glauben nichts leisten, müssen die Kirche nicht retten; Sie können das nicht, ich kann das nicht, das tut der Herr selbst.“ Als Signal der Wertschätzung sollen in Zukunft auch Gemeindereferentinnen und -referenten eine Einladung des Bischofs anlässlich von Berufsjubiläen, ähnlich denen bei Diakonen, erhalten. Auch die Bekanntmachung von Dienstjubiläen im RuhrWort solle in Zukunft in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung erfolgen. Das Gespräch behandelte im Folgenden noch die Bereiche „Atmosphäre in Gemeindegruppen“, „Rhythmus bei Versetzungen“ und das Thema „Ökumene“. In seinem Schlusswort betonte Bischof Dr. Overbeck nochmals die Momente einer neuen Stilbildung von Kirche: „Bisher haben wir das Alte kleiner gemacht, wir werden noch sehr neu werden müssen!“, und wünschte allen anwesenden Kraft und Stärke dazu. Zum Abschluss gratulierte Bischof Dr. Overbeck den Jubilarinnen, die auf 25 Jahre Dienst als Gemeindereferentin im Bistum Essen zurückblicken können (s. S. 4). Schließlich fügte sich der gesamte Tag letzten Endes in die Worte der Predigt: „Warum tun Sie das? – Weil es uns um Jesus geht“ 14
  • 15. Ein erfolgreicher, intensiver, gelungener Katholikentag „Mannheim hat sich als ideale Stadt für den Katholikentag erwiesen. Die kurzen Wege, die tolle Atmosphäre und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt: es ist großartig, was hier geschehen ist“; sagte Erzbischof Robert Zollitsch bei der Abschlusspressekonferenz des 98. Katholikentages. Der Katholikentag habe gezeigt, dass die Kirche fest in der Gesellschaft verankert sei. „Die Themen sind da, und sie müssen in die Gesellschaft getragen werden“, ist Zollitsch überzeugt. Der „Aufbruch“ des Katholikentages habe unter anderem darin bestanden, dass man sich auch bei schwierigen Themen zugehört habe. „Jetzt geht die Arbeit erst richtig los“, so der Erzbischof, „aber der Dialog kommt voran, und wir können den Blick von Mannheim aus nach vorne richten.“ „Mindestens 80.000 Menschen werden morgen den Katholikentag besucht haben“, freute sich der Präsident des ZdK, Alois Glück. „Unsere Erwartungen sind übertroffen worden. Das ist ein gutes Zeichen.“ Er habe in diesen Tagen eine lebendige, glaubensstarke und vitale Kirche erlebt, sagte Glück. Die gesellschaftlichen Fragestellungen, vom Zusammenleben der Kulturen über Fragen zu Energie und Klima oder der demographische Wandel, hätten die Menschen des Katholikentags am meisten bewegt. Ebenfalls dringlich seien die Fragestellungen zur Ökumene, den konfessionsverbindenden Ehen oder der Kirche vor Ort. „Es ist wichtig, dass die Kirche in den Lebenswelten vor Ort präsent bleibt“; so Glück mit Blick auf die bereits im Prozess befindlichen Veränderungen in den Pfarr- und Seelsorgestrukturen. „Wir haben in Mannheim, eine engagierte und dabei entspannte Atmosphäre erlebt“, sagt Glück zum Abschluss. „Es war ein erfolgreicher, ein intensiver, ein gelungener Katholikentag.“ Quelle: mannheim.de, 19.05.2012 15
  • 16. Einblick in den flexiblen Studiengang „Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken“ , vielleicht kennen Sie dieses Sprichwort. Dieses Sprichwort hat mir vor einem Jahr den Anstoß gegeben, mich auf den Weg zu machen und an der katholischen Hochschule in Paderborn Religionspädagogik zu studieren, um später als Gemeindereferentin zu arbeiten. Und das noch mit 40 Jahren! Gewagt? Ja -, aber schön und bereichernd! Nach fast einem Studienjahr kann ich Interessierte, Menschen in besonderen Lebenssituationen (z. B. mit Familie, Berufstätigkeit), nur dazu ermutigen, diesen Schritt zu wagen und zu gehen. Der „flexible Studiengang“ gibt mir die Möglichkeit, Familie und Studium miteinander zu verbinden. Wie sieht die Gestaltung des Studienganges aus? Der flexible Studiengang wird so gestaltet, dass die Module sich auf max. sechs Jahre verteilen. Auch die Praktika in Gemeinde und Schule werden aufgeteilt. In der Studienzeit erhält man unterstützend Blockveranstaltungen und kann am e- learning teilnehmen. Das e-learning verschafft den Studierenden zusätzliche Möglichkeiten von zu Hause aus zu studieren, um damit die Voraussetzungen der Prüfungszulassung des jeweiligen Faches zu erlangen. So kann in dem verlängerten Studienzeitraum ein vollwertiger Bachelor-Abschluss erreicht werden. Eine weitere Unterstützung bei Fragen zum Studium, Organisation und Prüfungen, bekommen wir durch einen Mentor. Bei uns in Paderborn ist Herr Prof. Sander für uns zuständig und in unserem Bistum unsere Ausbildungsleiterin, Frau Ingeborg Klein. Nach diesen Schilderungen, stellt sich nun die Frage, ist das wirklich alles so unkompliziert? Ja und Nein! Wenn man sich auf den Weg begibt, sollte für einen ganz klar sein, dass man diese Berufung aus dem Herzen heraus anstrebt und das Studium wirklich will. Glauben ist Herzensangelegenheit und tiefe Überzeugung. Man muss viel Liebgewordenes (z. B. sein Ehrenamt in der Heimatgemeinde) loslassen und auch aufgeben. Bei der Aufgabe von Liebgewordenem kann es auf beiden Seiten zu Irritationen führen und denen muss man sich stellen. Nicht immer ein einfacher Weg, aber zu schaffen. In der ersten Zeit des Studiums ist man erstmal damit beschäftigt, sich und seinen „Neuen Weg“ zu organisieren. Es muss eine neue Struktur her, die Sicherheit gibt und damit eine gute Lernumgebung. 16
  • 17. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: man ist wirklich nicht alleine auf diesem Weg! Die Unterstützung, die ich an der Hochschule durch unsere Professoren/innen und Kommilitonen/innen erfahren habe, ist Ich will aufbrechen grandios. in meine Wirklichkeit Die Neuerung zu diesem Studiengang ist und das, was darüber ist. ab diesem Jahr, dass man auch die Am Morgen Möglichkeit hat, praxisbegleitend im nehme ich mein Herz in die Hände. Bistum in einer Gemeinde auf Praktikantenebene, während der Der Welt wende ich mich entgegen, gesamten Studienzeit zu arbeiten. strecke meine Hände aus, Es ist eine Ergänzung des Begriffes: sie zu nehmen Studium & Lehre. und zu formen. Dir Was ich auch sehr gut finde, ist die wende ich mich entgegen, Kooperation zwischen Hochschule und bereit, deine Liebe zu empfangen Bistum. Es besteht guter Kontakt und meine zu gebe, zwischen den beiden Institutionen. hoffend Dieses trägt zu der Ausbildung sehr dazu und dankbar. bei, da Rücksichtnahme auf den Studierenden (z. B. bei Prüfungen) und Den vielen Ungereimtheiten unterstützende Hilfen gewährleistet sind. den Unverständlichkeiten der Angst „Wer an der Küste bleibt, kann keine der Ungewißheit zwischen Tatsachen neuen Ozeane entdecken“, dieses und Träumen Sprichwort hat mir nicht nur den Anstoß wende ich mich entgegen. gegeben, sondern es hat sich in dem Denn Glauben heißt: vergangenen Jahr bestätigt und mein eine Herausforderung annehmen. Leben bereichert. Durch mein Studium, Ich gehe das Abenteuer ein, mein Gemeindepraktikum in Bottrop in ich gehe auf den Horizont zu St. Ludger, die Studientage in unserem über den Wellen. Bistum, die Diözesantage bekomme ich einen weiten Rund-um-Blick über KJG meinen angestrebten Beruf und bin mit meinen Wegbegleitern, vielen Menschen und Gott im ständigen Kontakt und in Bewegung. Stefanie Hörtemöller, Stud.rel.päd. 17
  • 18. Gleisarbeiten in Gelsenkirchen - anGEkommen Der Bischof von Essen hat entschieden, dass in der Liebfrauenkirche neben dem Philipp-Neri-Zentrum eine Jugendkirche mit „regionaler Bedeutung“ aufgebaut und etabliert werden soll. Unter dem Leitmotiv „gleisarbeiten“ wird diese Aufbauphase durch den Jugendseelsorger Christoph Wichmann sowie die Jugendreferentin Stefanie Gruner systematisch gestaltet, um so die Chance zu nutzen, bewusst zu analysieren, welche Bedürfnisse und Erwartungen junge Menschen am Ort und in der Region haben. Unsere Mission verbindlich – begeistert – transparent – christlich Die Mission der neuen Kirche beschreibt sich durch die gelebte Haltung am Standort. Die zukünftige Jugendkirche liegt in der Neustadt direkt neben dem Bahnhof. Der Bahnhof kann – bildlich betrachtet – Menschen eine Orientierung auf ihrer Reise bieten. Der Bahnhof hält niemanden fest, sondern man kann eine Zeit verweilen, sich ausruhen und weiterreisen. Dafür stehen einem ganz unterschiedliche Gleise bzw. Streckennetze zur Verfügung; du kannst ein- und aussteigen, sitzen bleiben, ankommen oder auch wieder weiter fahren. Diese Begegnungen werden auch genutzt, um mit Menschen ins Gespräch und einen Austausch über ihre Bedürfnisse zu kommen. Diese Streckennetze sind noch nicht fertig verlegt. Jeder ist eingeladen, Streckennetze auszubauen und den Aufbau mit zu gestalten. Hierbei wollen wir Wegbegleiter und authentische Glaubenszeugen sein und wir laden ein, das auch für andere zu werden: verbindlich durch regelmäßige Angebote und verlässliche Ansprechpartner, begeistert durch das Teilen der Freude am Glauben, transparent durch Ehrlichkeit, Interesse und Offenheit, christlich durch das immer wieder neue Entdecken Seiner Botschaft. gleisarbeiten Neben den Jugendlichen, Adoleszenz - 27 Jahre, wird die Zielgruppe der jungen Erwachsenen bis 35 Jahre gezielt in den Aufbauprozess involviert. Es soll in der Gelsenkirchener Neustadt ein Ort wachsen, der sowohl für Jugendliche als auch für junge Erwachsene attraktiv ist. Durch die frühe Einbeziehung beider Zielgruppen innerhalb der Aufbauphase soll eine bewusste Berücksichtigung der entsprechenden Themen und Wünsche gesichert werden. Langfristiges Ziel ist es, ein ausgewogenes Pastoralkonzept für zwei unterschiedliche Zielgruppen und deren Lebenswelten an einem Standort zu erarbeiten. Die Aufbauphase – gleisarbeiten – wird daher bis zu den Herbstferien 2012 andauern. 18
  • 19. Bis dahin gibt es weiterhin das Angebot, mit unterschiedlichen Gruppen und Schulklassen auf dem „Streckennetz des Lebens“ unterwegs sein – um so herauszufinden, was Schüler, Firmlinge, junge Erwachsene wirklich beschäftigt, wo sie in ihrem Leben gerade stehen, wo ihr Weg hinführen könnte und welche Begleitung sie hierfür benötigen. Anmeldung für eine Gruppenbegleitung zum Thema „Streckennetz des Lebens“ ist (siehe Kontaktdaten) für interessierte Gruppen möglich. Ein Akzent wurde schon jetzt festgesetzt: Bei der zukünftigen Namensgebung der neuen, jungen Kirche wird bewusst auf die Bezeichnung „Jugendkirche“ verzichtet. So wird einer Engführung auf die Zielgruppe der Jugendlichen vorgebeugt. Ohne Visionen verkommt das Volk (Spr. 29. 18) Wir haben eine Vision! Nähere Information zum Aufbau der Jugendkirche finden Sie unter: www.gleisarbeiten.de Info und Kontakt Tel.: 0209 -15802-15 Mobil:01577-5374653 Ansprechpartner Stefanie Gruner (Jugendreferentin) & Christoph Wichmann (Jugendseelsorger) 19
  • 20. Quellenangaben Die Rechte an Bildern und Texten liegen bei den Autoren und Künstlern. Wir haben uns bemüht, alle Angaben zusammenzustellen, und bitten um Hinweise, falls uns ein Fehler unterlaufen sein sollte. Text und Bild S. 15: http://mannheim.de, Text S. 17: aus: Beten durch die Schallmauer, KJG, Titelbild: Foto des Gemäldes „Johannes“ von Thomas Jessen Alle anderen Texte und Bilder: Bistum Essen Impressum Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Essen, Zwölfling 16, 45127 Essen, Telefon 0201-2204 -243 Redaktion: D. Bertz, D. Janssen, I. Klein, G. Lauenburger, E. Neumann Mitarbeit: B. Bittger, S. Gruner, St. Hortemöller und viele hilfreiche Korrekturleserinnen Druck: Bischöfliches Generalvikariat, ZA IT-Service Redaktionsschluss: 7. Oktober 2012 Arbeitstitel der nächsten Ausgabe: „Der Retter der Welt“