Wissenschaftstheorie
Begriffe sind nichtwahr oder falsch,
sondern brauchbar oder unbrauchbar.
Beispiel: Kritischer Rationalismus
Theorien sollen explizit, logisch
widerspruchsfrei, empirisch
überprüfbar und präzise sein.
4.
Theoriebausteine
Beispiele (Hypothesen)
Folgt aufein Verhalten eine positive
Verstärkung, wird die künftige
Auftrittswahrscheinlichkeit dieses
Verhaltens erhöht.
Unterschichtkinder „verlieren“ mehr
(schulisches) Wissen in den Ferien als
Mittelschichtkinder.
5.
Theoriebausteine
Ein Beispiel eineranderen Fraktion
Es gilt, „in einer pädagogischen
Handlungstheorie System und Subjekt
nicht autopoietisch emergieren zu lassen,
sondern mittels Selbstreflexivität zu
gestalten“ (Raithel/ Dollinger/ Hörmann
2005, Einführung Pädagogik, 44)
6.
Hermeneutik
Ein Text sollteso verstanden werden, wie er vom
Verfasser gemeint war.
Ein Text wird in der Regel so verstanden, wie er
dem Leser und seiner Bezugsgruppe den
meisten (subjektiven) Nutzen bringt.
Das Verstehen eines Textes wird in Machtfeldern
festgelegt (framing).
Ein Text ist ein Element sozio-kultureller Systeme
und Prozesse.
7.
Praktische Hermeneutik
Einen Textinterpretieren Sie am besten so,
wie es der bewertende (Hochschul)Lehrer
für richtig hält.
Sollten Sie einmal wirklich „frei“ sein, dann
achten Sie nicht darauf, ob und wie Sie
einen Text verstehen (sollten), sondern
darauf, ob Ihnen das Lesen Spass oder
Lust bereitet.
8.
Wissenschaft – Reflexion
„Einefalsche Theorie ist besser als keine
Theorie.“ (Karl Menninger)
„Eine explizite falsche Theorie kann besser
sein als eine implizite Theorie.“
(Klaus Feldmann)
„Mehrere Theorien auf ein Ereignis
anwenden ist besser als nur eine Theorie
anwenden.“ (Klaus Feldmann)
9.
Sozialisation und Erziehung
Sozialisation
•Werte und
Normen
verinnerlichen
• Zentrale
Rollen lernen
(Geschlechts-,
Alters-,
Berufsrollen
etc)
Erziehung
• Geplante
Einstellungs-
u. Verhaltens-
änderung
• Eigene
Erziehungs-
institutionen:
Schule,
Hochschule
10.
Erziehung - historisch
VierBasiskonflikte haben die europäischen
Erziehungssysteme geprägt:
Protestantismus – Katholizismus
Staat – Kirche
Konflikte zwischen Ständen bzw.
Klassen
Kampf der Nationalstaaten
11.
•Protestantismus förderte dieBildung: Bibel
lesen
•Staatsträger wollten ausgebildete
staatstreue bzw. national gesinnte Bürger
und Soldaten
•Einfluss der Kirchen in staatlichen Schulen
wurde zurückgedrängt
•Errichtung von schicht- bzw.
gruppenspezifischen Schulen
Sozialgeschichte der Erziehung
Alter, bis zudem Kinder in einheitlicher Schulform
unterrichtet werden:
Kleines Fenster zum derzeitigen
Kampfstand in einer Teildisziplin
Alter EU Land
10 Österreich, Deutschland
11 Malta
12
Belgien, Niederlande, Luxemburg,
Irland
13
14 Italien, Litauen, Ungarn, Zypern
15
Estland, Frankreich, Griechenland,
Portugal, Slowakei, Slowenien,
Tschechien
16
Dänemark, Finnland,
Großbritannien, Lettland,
Schweden, Spanien
14.
Genauere Betrachtungen zeigennoch
weitere Erfolge herrschender Gruppen in
Deutschland und Österreich, z.B.
In den Niederlanden erhalten
(unterprivilegierte) Kinder ab dem 4.
Lebensjahr eine gleichheitsfördernde und
qualitativ gute Bildung, in D* und A erst ab
dem 6. Lebensjahr.
Notiz zum Kampfstand
* In D im Durchschnitt ab 6 ½ Jahren.
15.
Diese „Traditionen“ haben
(un)erwünschteWirkungen,
d.h. sie wirken bei der sozialen,
psychischen und körperlichen
Schädigung zehntausender
Kinder, Jugendlicher und
Erwachsener mit!
16.
Reihen Sie folgendeZiele nach ethischer,
gesellschaftlicher und pädagogischer
Relevanz:
1. Bei der nächsten PISA-Untersuchung
mehrere Rangplätze nach oben kommen.
2. Die Leitfiguren des konservativen
Bürgertums befriedigen.
3. Schädigungen von zehntausenden
Kindern vermeiden.
Notiz zu Werten und Zielen
Fehlformen der Selektion
•Segregation nach der 4. Klasse
• Frühzeitige Notengebung (vor der 8. Klasse)
• Sitzenbleiben
• Degradierung (vom Gymnasium nach unten)
• Überweisung zur Sonderschule*
* Die Einordnung als Fehlform gilt für die Mehrzahl der Fälle.
• Noten schädigendie
Leistungsfähigkeit der
(leistungsschwachen) Schüler
• Noten erschweren die Integration
von Schülern
• Noten sind ein mangelhaftes
Instrument für Selektion
24.
1.Noten dienen zurHerstellung
konformer, opportunistischer,
flexibel einsetzbarer und
politisch angepasster
Arbeitskräfte.
2.Noten dienen zur Erhaltung
und Legitimation der sozialen
Ungleichheit.
Warum also Notengebung?
Funktionen nationaler
Standards
• DieMacht des Staates und der großen
Parteien erhöhen.
• Die Teilhabechancen der Schüler an der
Gestaltung des Bildungsprozesses
verringern.
• Die (politische) Legitimationsfunktion von
konformistischer Schulwissenschaft stärken.
28.
An die Spitze*ohne Noten
und ohne (zentralistische)
Standards?
• Selbsttests im Internet
• Diagnosespezialisten
• Schüler zu Selbst- und Gruppenlernexperten
ausbilden
• Portfolios, Produkte, Dienstleistungen
• Neue Lernsysteme
• Weitere Vorschläge: Feldmann 2005
*An welche Spitze? Wirtschaftswachstum, Zufriedenheit,
Nachhaltigkeit, Demokratisierung, soziale Gleichheit etc.
29.
Vermittlungsversuch
• Zwischen „Zwangsstandardsmit
deutscher Gründlichkeit“ und „keine
Standards“ gibt es viele Zwischenformen
und vor allem intelligente
Entwicklungssysteme.
• Das gleiche gilt für die Notengebung.
30.
System
• Familie, Schule,Politik und Ökonomie
sind Teile eines Systems.
• Daten, Ereignisse oder
Untersuchungsergebnisse sollten
systembezogen interpretiert werden.
Kultur der Schule
•Mittelschichtinstitution(Verhalten, Sprache,
Personal, Inhalte etc)
•Grundschulklima (Primarstufe) von Frauen
geformt
•Zusammensetzung der Schulklasse nach
soz. Schicht, Geschlecht, ethnischen,
religiösen und anderen Kriterien
(z.B. 60 % Migrantenkinder)
Wie kann mandie kognitivistische
Orientierung einer Schule erkennen?
•Vernachlässigung der politischen, sozialen,
ästhetischen und lebensrelevanten
Bereiche
•Keine kostenlose warme Mahlzeit
•Keine wohnliche Atmosphäre
•Keine freundschaftlichen Berührungen von
Schülern durch Lehrer
•Viele verdrossene Gesichter
35.
Chancengleichheit und
Benachteiligung
•Benachteiligung nachsoz. Schicht, kulturellem
Milieu, Sprachfähigkeiten, psycho-sozialer
Abweichung, ethnischer Zuschreibung etc.
•Gruppenhomogenisierung, Containerprinzip,
Altersjahrgänge
•Selektionsformen: wann? wie? durch wen?
•Schulformen, Durchlässigkeit
•Schulausstattung
37.
Kapital nach Bourdieu
1.ökonomisches (Einkommen,
Vermögen),
2. soziales (Beziehungen zu
einflussreichen Personen und Gruppen),
3. kulturelles (z.B. Fertigkeiten, Wissen,
akademische Titel) und
4. symbolisches Kapital (Anerkennung,
Prestige, guter Ruf).
38.
Kulturelles Kapital (Bourdieu)
1.inkorporiertes (körpergebundene
Fähigkeiten)
2. objektiviertes (Bilder, Bücher etc.)
3. institutionalisiertes (Abschlüsse,
Zertifikate etc.)
Ist die Schule partikularistisch und undemokratisch, da sie
Gruppen, die mit hoch bewertetem kulturellen Kapital
ausgestattet sind, begünstigt?
39.
Schulerfolg ist abhängigvon:
•Intelligenz (Kombination von genetischem
Potenzial und Umwelteinflüssen!)
•sozialer Schicht (Bildung, Beruf, Einkommen der
Eltern)
•kulturellem Kontext (Religion, Lebenswelt etc.)
•Kenntnissen der Landessprache
•sozialen Kompetenzen
•regionalen Faktoren (Benachteilung stadtferner
Gebiete)
•schulischen Bedingungen (Schulklima, Qualität der
Lehrer, Ausstattung etc.)
40.
Bildung der ElternBeruf der Eltern
Sozialisations
-bedingungen
Kulturelles
Kapital des
Kindes Berufserfolg
des Kindes
Schulerfolg des
Kindes
Schulische Normen
Leistung:
individuell, keineGruppenleistung, Leistungsziele und
Leistungskontext fremdbestimmt
Unabhängigkeit und Individualisierung:
Kooperation (zwischen einzelnen und Gruppen)
unerwünscht; Konkurrenz zwischen einzelnen autoritär
geregelt, zwischen Gruppen meist unerwünscht
Universalismus:
wissenschaftliche und demokratische Normierung der
Schule – idealtypisch, tatsächlich häufig
Partikularismus (z.B. bei der Leistungsbewertung)
43.
Erwünschter Wandel schulischer
Normierung
Leistung sollte mehr selbstbestimmt
(Kompetenzbereiche, Raum, Zeit, Partner etc.) sein.
Individualisieren: Diagnose, Beratung, flexibles
Angebots- und Punktesystem.
Vergemeinschaftung und Vernetzung: offene
Gruppenbildung.
Dezentralisierung (mehr Entscheidungsfreiheit von
Lernenden, Schulen, Hochschulen)
44.
Curriculum (Bernstein)
• Typdes Sammelns (starre
Fächerstruktur; kaum Inter- oder
Transdisziplinarität)
• Integrationstyp (interdisziplinär,
Projekt- bzw. Interessenorientierung,
flexibel, Aktualisierung)
Curriculum – Theorie1
Trad. Fächerkanon und
Mittelschichtorientierung
hängen zusammen.
Das Schulbuch als dominantes
Lehrmittel wird durch die trad.
Fächerstruktur und die
zentralistische Bürokratie
erhalten.
47.
Curriculum – Theorie2
Der Fächerkanon und die
Mittelschichtorientierung stützen
den Kognitivismus und die
Lebensweltferne, wodurch die
Schulunlust vor allem bei Kindern
unterer Schichten verstärkt wird.
• Das (un)heimlicheCurriculum
Autoritätshörigkeit,
Kritikvermeidung, Gehorsam
fremdbestimmte
Leistungsnormen akzeptieren
Hilflosigkeit, Isolation
Klassen- und
Geschlechtsschicksal akzeptieren
51.
Curriculare und
Qualifikationsprobleme
•Lebensferne derSchulbildung (schicht- und
habitusabhängig)
•Berufsferne der Schul- und
Hochschulbildung
•Wertverlust von Schul- und
Hochschulabschlüssen (Inflation)
•Entwertung des Wissens (Halbwertzeit)
Kompetenzförderung
Durchschnittliche Leistungen derderzeitigen
Schulen:
Vermittlung von Fachkompetenz: mäßig bis
gut
Vermittlung von Methoden- und
Sozialkompetenz: schlecht
Vermittlung von Selbstkompetenz: sehr
schlecht
62.
Verborgene Kompetenzen
• außerhalbdes Rahmens (Fächer etc.)
• der Person (teilweise) nicht bewusst
• nur in spezifischen Situationen und
Kontexten erfahrbar und „messbar“
• unterbewertet (offizielle Kompetenzen
werden überbewertet)
• neue Messinstrumente (Tests etc.)
erforderlich
Professionalisierung
ein hochwertigerWirkungsbereich,
wissenschaftliche Ausbildung,
starke Standesorganisation,
Monopolbereich des Handelns,
erfolgreiche Abwehrkämpfe gegenüber
konkurrierenden Berufsgruppen,
Autonomie in Entscheidungen.
65.
Professionalisierung im
Erziehungsbereich
• Wasbedeutet: „Professionalisierung von
Lehrern“?
• Was bedeutet: „Professionalisierung von
Schülern“?
• Was bedeutet: „Professionalisierung von
Eltern“?
66.
Professionalisierung von
Lehrern
• Spezialisierungnicht nur nach
Schulfächern und schon gar nicht
nach Schulformen
• Teamarbeit
• Hochwertige Fortbildung
• Ganztagsbetrieb der Schule
• Interprofessionalisierung
• Forschung und Innovation
67.
Professionalisierung von
Lehrern
• AlsIngenieur bekommt man
Schwierigkeiten, wenn man keine
soliden mathematischen
Kenntnisse hat.
• Und als Lehrer - wenn man über
keine soliden
erziehungswissenschaftlichen
Kenntnisse verfügt?
68.
Professionalisierung von
Schülern
• Schülerals Tutoren
• Schüler unterrichten Schüler
• Schüler als Projektleiter
• Schüler als Abgeordnete und
Botschafter
• Schüler als Forscher
• Selbstevaluation, Selbstdiagnose
69.
Professionalisierung von
Eltern
• erfolgtnach wie vor hptsl. informell
und über Medien,
• wurde vom Bildungssystem stark
vernachlässigt,
• diese Vernachlässigung wirkt sich
ungleichheitsfördernd und
gesellschaftsschädigend aus.
Lehrerrolle - Theorie
Dietraditionelle Schulstruktur
(Kindergarten, Hauptschule etc) „bedingt“
bzw. „rechtfertigt“ eine nicht integrierte
Lehrerbildung.
Teamarbeit findet in Schulen zu selten statt,
da der Fachunterricht, die Jahrgangsklasse,
die Halbtagsschule und der fehlende bzw.
mangelhafte Arbeitsplatz sie erschweren.
Schulverweigerung - Theorie
Abweichendesbzw. konformes Verhalten von
Kindern und Jugendlichen wird gesteuert
durch
1. Kontrolle der Familie, der Schule und der
peers
2. Ziel-Mittel-Diskrepanzen
3. Desintegration der sozialen Umwelt
4. Formen der Organisation von
Einrichtungen für Kinder
Mythen
• Annahmen, diezwar empirisch widerlegt bzw.
nicht geprüft sind, jedoch von Personen oder
Gruppen trotzdem für wahr und hochwertig
gehalten werden.
• Ähnliche Begriffe: Vorurteile,
Schutzbehauptungen, Selbstverständlichkeit,
Dogmen, Ideologien, „Erfahrungen“.
82.
Einschulung
• Kinder müssenvor der Einschulung getestet
werden. Wenn sie nicht schulreif sind, sollen
sie zurückgestellt werden. Dies ist im
Interesse der Schulkarriere der Kinder.
• FALSCH: Zurückgestellte Kinder sind eher
benachteiligt. Außerdem führt die
Homogenisierung zur Verschlechterung der
Lernumgebungen und der Lehrerleistungen.
83.
Gesamtschule
und Gymnasium
• Gesamtschulen*führen zu einer
Leistungsminderung bei den sehr guten
Schülern und damit sind sie für
Elitenbildung nicht geeignet.
• FALSCH: Nach PISA haben Finnland,
Schweden und Kanada anteilsmäßig
mehr Eliteschüler als Deutschland oder
Österreich.
* Begriffsklärung: Feldmann 2005, 193 ff.
84.
Sitzenbleiben
• Wenn dasSitzenbleiben abgeschafft wird,
dann wird die Gesamtleistung der Klassen
gedrückt und die Sitzenbleiber können ihre
Leistungen nicht verbessern.
• FALSCH: Internationale Untersuchungen
belegen, dass Sitzenbleiben in den meisten
Fällen unerwünschte pädagogische und
ökonomische Ergebnisse erbringt.
85.
Anteil der Wiederholeran allen
15-Jährigen (in %)
Frankreich 42
Deutschland 23
OECD- Mittelwert 15
Österreich 14
Großbritannien 4
Dänemark 4
Japan, Norwegen 0
Quelle: OECD 2004
86.
Notengebung
• Man mussschon frühzeitig Noten
geben, spätestens in der 3. Klasse,
damit die Schüler sich daran gewöhnen
und auch eine vergleichbare Messung
stattfindet.
• FALSCH: Eine Notengebung ab der 9.
Klasse ist früh genug. Die (frühe)
Notengebung verhindert eine gute
Selbsteinschätzung der Schüler und
eine lernförderliche
Schülereinschätzung durch die Lehrer.
87.
Klassengröße
• Je kleinerdie Klassen, um so besser
der Unterricht und um so besser die
Leistungsergebnisse.
• FALSCH (kein linearer
Zusammenhang): Entscheidender als
die Klassengröße* sind die Schul- und
Unterrichtsorganisation, die frühzeitige
und nachhaltige Förderung, die
Gestaltung von Lernumgebungen etc.
* Ca. zwischen 18 und 35 Schüler pro Klasse
89.
Unterrichtsstunden
• Je mehrUnterrichtsstunden die Schüler
haben, um so besser sind die
Schulleistungen.
• FALSCH: Kein signifikanter
Zusammenhang (Spannbreite: 800 bis
1200 Schulstunden jährlich).
Guter Unterricht 1
•Individualisierung: Selbststeuerung
der Schüler fördern
• Basiskompetenzen aufbauen
• Weglassen von curricularem Müll
(Flexibilisierung, Individualisierung)
• Anknüpfen an Vorwissen
• Motivation der Schüler ist
entscheidend!
93.
Guter Unterricht 2
•Teamarbeit
• Interprofessionalisierung (Vor- und
Hochschule, Berufsbildung, Sozialarbeit
etc.)
• Altersheterogene Gruppen
• Schüler als Tutoren
• Stunden(tafel)zwang abschaffen
• Eltern im Unterricht einbeziehen
94.
Guter Unterricht 3
•Schule den ganzen Tag geöffnet
• Flexible Arbeitszeit der Lehrer
• Arbeitsplatz für jeden Lehrer
• Arbeitsplatz für jeden Schüler
• Aufgabenstellung bewegungs-,
gruppen- und projektorientiert und
nachhaltig
• Problemlösungsorientierung
Weitere Lernhindernisse
• Schulbücher
•Innenarchitektonische Gestaltung
• Erlässe und Vorschriften
• Deprofessionalisierung und
Fehlsozialisation der Lehrer
Alte Schule* NeueSchule
Containerprinzip,
fester Stundenplan
Institutionelle
Vernetzung
Faktenwissen
Schulbuchwissen
Kompetenzen
Mentale Modelle
Noten, Selektion,
Überweisung
Diagnosen,
Individualisierung
Bürokratische
Gängelung
Selbstständigkeit
Dezentralisierung
Keine oder schlechte
Evaluation
Selbst- und
Fremdevaluation
* Noch vor-
herrschend!
103.
Neue Schule
• Diealte Schule war (und ist!) ein
bürokratisches Zentrum für eingeschränktes
kognitives Lernen und für ein „wildes“
(un)heimliches Curriculum.
• Die neue Schule ist ein klientengesteuertes
Lern- und Lebenszentrum, in dem
nachhaltige und zukunftsorientierte
„Produkte“ und „Prozesse“ vorbereitet,
unterstützt und erstellt werden.
104.
Innovation
• Dezentralisierung: Machtverlagerungvon
Ministerien und staatlichen Verwaltungen zu
Schulen
• Selbstständiges Lernen und
Selbstbewertung (Portfolio, Lernprogramme
etc.)
• Evaluations-, Forschungs- und
Beratungsagenturen (politisch unabhängig)
Innovation
• Lehrer unterrichtenkaum,
sondern entwerfen
Lernumgebungen, beraten
und forschen.
• Auch Schüler unterrichten,
entwerfen Lernumgebungen,
beraten und forschen.
107.
Innovation
• Jeder Lehrerhat einen
Arbeitsplatz in der Schule.
• Jeder Schüler hat einen
Arbeitsplatz in der Schule
(Tastatur, Bildschirm,
Ruhe, Ablagemöglichkeiten
etc.)
108.
Innovation
• „Trägen Wissensballast“
entfernen*
•Schul- und Studienzeit
verkürzen und flexibilisieren
• Studiengänge durch
Bausteinsysteme ersetzen
(modularisieren)
* betrifft den Lehrplan, die Art der Vermittlung und die
Prüfungspraxis
109.
Innovation
• Abschaffung des
Sitzenbleibens*
•Selbständigkeit von
Lerngruppen und Schulen
• Mitwirkung von Eltern und
anderen Personen in der
Schule
* noch besser ist die Abschaffung des Jahrgangsklassensystems
Verlagerung der Ressourcen– und
der pädagogischen Exzellenz
• vom Gymnasium zu
Familienbildung, Kindergärten
und Grund- bzw. Volksschulen!
• von der Subventionierung der
Schweine- und Rinderzucht zur
Subventionierung der
Kinderaufzucht!
113.
Bildungs- und Sozialpolitik
Bildungs-,Familien- und Sozialpolitik sind
wichtige Mittel, um Ressourcen gerecht zu
verteilen (Gleichheit) und ökonomisches,
soziales und kulturelles Wachstum
(Freiheit) zu fördern!!
Bildungs-, Familien- und Sozialpolitik sind zu
wichtig, um sie Politikern zu überlassen!!
114.
Eine zentrale Schlussthese
Programmefür unterprivilegierte Familien
mit Vorschulkindern haben höchste
Priorität, da sie bessere Ergebnisse liefern
als spätere Förderung in der Schule.
Diese Arbeit sollte in den schulischen und
hochschulischen Curricula gleichrangig mit
Hauptfächern verankert werden, z.B.
Schüler als Tutoren und Programmgestalter.