Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Ein Sortierungsversuch
Andreas Vohns
Institut für Didaktik der Mathematik
Alpen-Adria Universität Klagenfurt
GDM Jahrestagung, 11.03.2016
Tripelfugen sind dreistimmig aus drei gleichwertigen
Themen, vor allem linear entwickelt – eigenständig,
manchmal gegenläufig und doch ein Ganzes bildend.
Das bedeutet nicht nur Wohlklang = Harmonie,
sondern auch Irritation = Dissonanz.
Erst dadurch wird das Projekt spannend, fördert Neugier,
Aufmerksamkeit und Resonanz.
http://www.lohmart.eu/html/tripelfuge.html
GDM Jahrestagung 2016 3
Tripelfuge: Bildung, Standards, zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition
Motivation
Exposition: Themen
1. Variation
Allgemeinbildung und Zentralmatura
2. Variation
Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP)
3. Variation
Mathematical Literacies (WIP)
Postludium
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Motivation GDM Jahrestagung 2016 4
Falsche Dichotomien
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Motivation GDM Jahrestagung 2016 4
Falsche Dichotomien
(01.03.2015)
„Man muss nur noch wissen, wo es steht“ Statt Inhalten
vermitteln Schule und Hochschule nur noch Kompetenzen.
Wer Lesen und Texte verstehen kann, hat Hochschulreife.
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Motivation GDM Jahrestagung 2016 5
Falsche Dichotomien
Grundbildung / Literacy Allgemeine Menschenbildung
Pragmatisch Emphatisch
Kompetenzen Wissen
Überfachlichkeit Fachlichkeit
Utilitarismus Zweckfreiheit
Egalitär Elitär
Nivellierung Differenzierung
Anpassung Aufklärung
Verpflichtung Freiraum
Accountability Autonomie
Employability Selbstformung
Neoliberale Agenda Statuspanik der Mittelschicht
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Motivation GDM Jahrestagung 2016 6
Rekurs: Klafki (1985)
Traditionelle Bildungsdiskussion (18./19. JHD) geprägt durch
1. „Formatio“ als Komplementarität von
Selbst-Formung des Menschen
An-Formung an die Gesellschaft
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Motivation GDM Jahrestagung 2016 6
Rekurs: Klafki (1985)
Traditionelle Bildungsdiskussion (18./19. JHD) geprägt durch
1. „Formatio“ als Komplementarität von
Selbst-Formung des Menschen
An-Formung an die Gesellschaft
2. Inkongruente Hintergrundtheorien
Christentum (Vorbild Gott)
Aufklärung (Vertrauen in Ratio)
Idealismus (das Wahre, Gute und Schöne)
Humanismus (Menschwerdung des Menschen)
Klassizismus (Fetisch Antike)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Motivation GDM Jahrestagung 2016 6
Rekurs: Klafki (1985)
Traditionelle Bildungsdiskussion (18./19. JHD) geprägt durch
1. „Formatio“ als Komplementarität von
Selbst-Formung des Menschen
An-Formung an die Gesellschaft
2. Inkongruente Hintergrundtheorien
Christentum (Vorbild Gott)
Aufklärung (Vertrauen in Ratio)
Idealismus (das Wahre, Gute und Schöne)
Humanismus (Menschwerdung des Menschen)
Klassizismus (Fetisch Antike)
3. Widerspruch Ideale vs. Realitäten (Schleiermacher, Pestalozzi)
Gleichheit als Voraussetzung und Ziel von Bildung
Radikaldemokratisch, egalitäre Programmatik (Pestalozzi)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Exposition: Themen GDM Jahrestagung 2016 7
Exposition
Thema/These 1:
Weil es den einen Bildungsbegriff, das eine Bildungskonzept nie
gegeben hat, folglich nicht die eine universelle Bildungstradition
gibt, ist es müßig, den Bruch mit einer solchen Tradition oder die
konsequente Weiterentwicklung eines solchen Konzepts sensu
originali zu behaupten.
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Exposition: Themen GDM Jahrestagung 2016 7
Exposition
Thema/These 1:
Weil es den einen Bildungsbegriff, das eine Bildungskonzept nie
gegeben hat, folglich nicht die eine universelle Bildungstradition
gibt, ist es müßig, den Bruch mit einer solchen Tradition oder die
konsequente Weiterentwicklung eines solchen Konzepts sensu
originali zu behaupten.
Thema/These 2:
Es ist unredlich und gleichsam leer, das Ideal einer Bildung gegen
die Realisierung einer anderen Bildung ausspielen zu wollen.
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Präludium & Exposition Exposition: Themen GDM Jahrestagung 2016 7
Exposition
Thema/These 1:
Weil es den einen Bildungsbegriff, das eine Bildungskonzept nie
gegeben hat, folglich nicht die eine universelle Bildungstradition
gibt, ist es müßig, den Bruch mit einer solchen Tradition oder die
konsequente Weiterentwicklung eines solchen Konzepts sensu
originali zu behaupten.
Thema/These 2:
Es ist unredlich und gleichsam leer, das Ideal einer Bildung gegen
die Realisierung einer anderen Bildung ausspielen zu wollen.
Thema/These 3:
Gut gemeint ist nicht gut gemacht und konzeptionelle Überlegungen
können prinzipiell nicht von der Verantwortung für ihre faktischen
Realisierungen entbunden werden.
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
1. Variation Allgemeinbildung und Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 8
Bildung von Individuum und Gesellschaft
Bildung ist die selbstreflexive Gestaltung
von Individuen und Kollektiven
in wechselseitiger Bezugnahme
Fischer (2012a)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
1. Variation Allgemeinbildung und Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 9
Fächerorientierte Allgemeinbildung:
Entscheidungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit
Mathematik
Wozu Modellieren? Position 3: Fischer
Was soll man  (im Prozess der Bildung) getan haben?
vs.
Was soll (als Ergebnis des Prozesses) über bleiben?
Expertenausbildung
Grundwissen
Begriffe, Konzepte,
Darstellungen
Expertenausbildung
Operatives
Wissen und Können
Generierung von Wissen,
Problemlösung, Beweise
Reflexion(swiss)en
Bedeutung/Grenzen von
Begriffen/Methoden
Allgemeinbildung
Fischer (2001, 2012b)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
1. Variation Allgemeinbildung und Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 10
Grundbildungsspektrum (= Kompetenzspektrum(?))
im Detail festlegbar offen
Grundwissen operatives Wissen und Können Reflexion
Wissen
Fertigkeiten
Kulturtechniken
Anwendung (kreative)
Problemlösung
Kritik
Bewertung
messbar
prüfbar
nicht
messbar
nicht
prüfbar
Fischer (2009, 2012a) bzw. Peschek (2009)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
1. Variation Allgemeinbildung und Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 11
Bildung von Individuum und Gesellschaft
Bildung als Aushandlung von Bildung
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
1. Variation Allgemeinbildung und Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 11
Bildung von Individuum und Gesellschaft
Bildung als Aushandlung von Bildung
Zentrale Vorgaben sind wichtig
Widerstand ist erwünscht
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
1. Variation Allgemeinbildung und Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 11
Bildung von Individuum und Gesellschaft
Bildung als Aushandlung von Bildung
Zentrale Vorgaben sind wichtig
Widerstand ist erwünscht
mehr Verbindlichkeiten
mehr Freiraum
Fischer (2012a)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
2. Variation Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 12
Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
2. Variation Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 12
Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP)
Baumert (2002)
Deutschland im internationalen Bildungsvergleich
Messner (2003)
PISA und Allgemeinbildung
Tenorth (2004)
Stichwort: „Grundbildung“ und „Basiskompetenzen“
Benner (2005)
Schulische Allgemeinbildung versus allgemeine
Menschenbildung?
Koch (2004)
Allgemeinbildung und Grundbildung, Identität oder
Alternative?
Ladenthin (2002)
Bildung als Aufgabe der Gesellschaft: Prinzpien der
Bildungsplanung nach PISA
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
2. Variation Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 13
Schulische Allgemeinbildung versus allgemeine
Menschenbildung?
1. Zwischen schulischer Grundbildung und allgemeiner
Menschenbildung ist so zu unterscheiden, dass erstere auf
Grundlegendes, Notwendiges und Unentbehrliches konzentriert,
letztere hingegen auch auf Bildungsprozesse außerhalb und
jenseits der Schule ausgelegt wird.
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
2. Variation Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 13
Schulische Allgemeinbildung versus allgemeine
Menschenbildung?
1. Zwischen schulischer Grundbildung und allgemeiner
Menschenbildung ist so zu unterscheiden, dass erstere auf
Grundlegendes, Notwendiges und Unentbehrliches konzentriert,
letztere hingegen auch auf Bildungsprozesse außerhalb und
jenseits der Schule ausgelegt wird.
2. Es gibt durchaus die Gefahr einer Beschädigung allgemeiner
Menschenbildung durch Schulbildung.
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
2. Variation Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 13
Schulische Allgemeinbildung versus allgemeine
Menschenbildung?
1. Zwischen schulischer Grundbildung und allgemeiner
Menschenbildung ist so zu unterscheiden, dass erstere auf
Grundlegendes, Notwendiges und Unentbehrliches konzentriert,
letztere hingegen auch auf Bildungsprozesse außerhalb und
jenseits der Schule ausgelegt wird.
2. Es gibt durchaus die Gefahr einer Beschädigung allgemeiner
Menschenbildung durch Schulbildung.
3. Umgekehrt: Auch grundlegende Schulbildung kann durch
Konzepte allgemeiner Menschenbildung beschädigt werden.
Dies ist immer dann der Fall, wenn [. . . ] es zu einer
Überdehnung der Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen
schulischer Bildung kommt.
Benner (2005)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
3. Variation Mathematical Literacies (WIP) GDM Jahrestagung 2016 14
Mathematical Literacies (WIP)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
3. Variation Mathematical Literacies (WIP) GDM Jahrestagung 2016 14
Mathematical Literacies (WIP)
Mathematical literacy by
progressive
mathematization and
theorizing mathematics
teaching modelling and
applications
using mathematics as a
means for social critique
using ethnomathematics
as cultural critique
analyzing and evaluating
the social use of
mathematics
Gellert, Jablonka, Keitel (2001)
Mathematical literacy for
developing human capital
cultural identity
social change
environmental awareness
evaluating mathematics
Jablonka (2003)
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Postludium GDM Jahrestagung 2016 15
Postludium
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
Postludium GDM Jahrestagung 2016 15
Postludium
Nur zwei fromme Wünsche
Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen

Bildung - Standards - Zentrale Prüfungen

  • 1.
    Bildung – Standards– Zentrale Prüfungen Ein Sortierungsversuch Andreas Vohns Institut für Didaktik der Mathematik Alpen-Adria Universität Klagenfurt GDM Jahrestagung, 11.03.2016
  • 2.
    Tripelfugen sind dreistimmigaus drei gleichwertigen Themen, vor allem linear entwickelt – eigenständig, manchmal gegenläufig und doch ein Ganzes bildend. Das bedeutet nicht nur Wohlklang = Harmonie, sondern auch Irritation = Dissonanz. Erst dadurch wird das Projekt spannend, fördert Neugier, Aufmerksamkeit und Resonanz. http://www.lohmart.eu/html/tripelfuge.html
  • 3.
    GDM Jahrestagung 20163 Tripelfuge: Bildung, Standards, zentrale Prüfungen Präludium & Exposition Motivation Exposition: Themen 1. Variation Allgemeinbildung und Zentralmatura 2. Variation Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) 3. Variation Mathematical Literacies (WIP) Postludium Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 4.
    Präludium & ExpositionMotivation GDM Jahrestagung 2016 4 Falsche Dichotomien Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 5.
    Präludium & ExpositionMotivation GDM Jahrestagung 2016 4 Falsche Dichotomien (01.03.2015) „Man muss nur noch wissen, wo es steht“ Statt Inhalten vermitteln Schule und Hochschule nur noch Kompetenzen. Wer Lesen und Texte verstehen kann, hat Hochschulreife. Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 6.
    Präludium & ExpositionMotivation GDM Jahrestagung 2016 5 Falsche Dichotomien Grundbildung / Literacy Allgemeine Menschenbildung Pragmatisch Emphatisch Kompetenzen Wissen Überfachlichkeit Fachlichkeit Utilitarismus Zweckfreiheit Egalitär Elitär Nivellierung Differenzierung Anpassung Aufklärung Verpflichtung Freiraum Accountability Autonomie Employability Selbstformung Neoliberale Agenda Statuspanik der Mittelschicht Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 7.
    Präludium & ExpositionMotivation GDM Jahrestagung 2016 6 Rekurs: Klafki (1985) Traditionelle Bildungsdiskussion (18./19. JHD) geprägt durch 1. „Formatio“ als Komplementarität von Selbst-Formung des Menschen An-Formung an die Gesellschaft Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 8.
    Präludium & ExpositionMotivation GDM Jahrestagung 2016 6 Rekurs: Klafki (1985) Traditionelle Bildungsdiskussion (18./19. JHD) geprägt durch 1. „Formatio“ als Komplementarität von Selbst-Formung des Menschen An-Formung an die Gesellschaft 2. Inkongruente Hintergrundtheorien Christentum (Vorbild Gott) Aufklärung (Vertrauen in Ratio) Idealismus (das Wahre, Gute und Schöne) Humanismus (Menschwerdung des Menschen) Klassizismus (Fetisch Antike) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 9.
    Präludium & ExpositionMotivation GDM Jahrestagung 2016 6 Rekurs: Klafki (1985) Traditionelle Bildungsdiskussion (18./19. JHD) geprägt durch 1. „Formatio“ als Komplementarität von Selbst-Formung des Menschen An-Formung an die Gesellschaft 2. Inkongruente Hintergrundtheorien Christentum (Vorbild Gott) Aufklärung (Vertrauen in Ratio) Idealismus (das Wahre, Gute und Schöne) Humanismus (Menschwerdung des Menschen) Klassizismus (Fetisch Antike) 3. Widerspruch Ideale vs. Realitäten (Schleiermacher, Pestalozzi) Gleichheit als Voraussetzung und Ziel von Bildung Radikaldemokratisch, egalitäre Programmatik (Pestalozzi) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 10.
    Präludium & ExpositionExposition: Themen GDM Jahrestagung 2016 7 Exposition Thema/These 1: Weil es den einen Bildungsbegriff, das eine Bildungskonzept nie gegeben hat, folglich nicht die eine universelle Bildungstradition gibt, ist es müßig, den Bruch mit einer solchen Tradition oder die konsequente Weiterentwicklung eines solchen Konzepts sensu originali zu behaupten. Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 11.
    Präludium & ExpositionExposition: Themen GDM Jahrestagung 2016 7 Exposition Thema/These 1: Weil es den einen Bildungsbegriff, das eine Bildungskonzept nie gegeben hat, folglich nicht die eine universelle Bildungstradition gibt, ist es müßig, den Bruch mit einer solchen Tradition oder die konsequente Weiterentwicklung eines solchen Konzepts sensu originali zu behaupten. Thema/These 2: Es ist unredlich und gleichsam leer, das Ideal einer Bildung gegen die Realisierung einer anderen Bildung ausspielen zu wollen. Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 12.
    Präludium & ExpositionExposition: Themen GDM Jahrestagung 2016 7 Exposition Thema/These 1: Weil es den einen Bildungsbegriff, das eine Bildungskonzept nie gegeben hat, folglich nicht die eine universelle Bildungstradition gibt, ist es müßig, den Bruch mit einer solchen Tradition oder die konsequente Weiterentwicklung eines solchen Konzepts sensu originali zu behaupten. Thema/These 2: Es ist unredlich und gleichsam leer, das Ideal einer Bildung gegen die Realisierung einer anderen Bildung ausspielen zu wollen. Thema/These 3: Gut gemeint ist nicht gut gemacht und konzeptionelle Überlegungen können prinzipiell nicht von der Verantwortung für ihre faktischen Realisierungen entbunden werden. Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 13.
    1. Variation Allgemeinbildungund Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 8 Bildung von Individuum und Gesellschaft Bildung ist die selbstreflexive Gestaltung von Individuen und Kollektiven in wechselseitiger Bezugnahme Fischer (2012a) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 14.
    1. Variation Allgemeinbildungund Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 9 Fächerorientierte Allgemeinbildung: Entscheidungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit Mathematik Wozu Modellieren? Position 3: Fischer Was soll man  (im Prozess der Bildung) getan haben? vs. Was soll (als Ergebnis des Prozesses) über bleiben? Expertenausbildung Grundwissen Begriffe, Konzepte, Darstellungen Expertenausbildung Operatives Wissen und Können Generierung von Wissen, Problemlösung, Beweise Reflexion(swiss)en Bedeutung/Grenzen von Begriffen/Methoden Allgemeinbildung Fischer (2001, 2012b) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 15.
    1. Variation Allgemeinbildungund Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 10 Grundbildungsspektrum (= Kompetenzspektrum(?)) im Detail festlegbar offen Grundwissen operatives Wissen und Können Reflexion Wissen Fertigkeiten Kulturtechniken Anwendung (kreative) Problemlösung Kritik Bewertung messbar prüfbar nicht messbar nicht prüfbar Fischer (2009, 2012a) bzw. Peschek (2009) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 16.
    1. Variation Allgemeinbildungund Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 11 Bildung von Individuum und Gesellschaft Bildung als Aushandlung von Bildung Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 17.
    1. Variation Allgemeinbildungund Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 11 Bildung von Individuum und Gesellschaft Bildung als Aushandlung von Bildung Zentrale Vorgaben sind wichtig Widerstand ist erwünscht Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 18.
    1. Variation Allgemeinbildungund Zentralmatura GDM Jahrestagung 2016 11 Bildung von Individuum und Gesellschaft Bildung als Aushandlung von Bildung Zentrale Vorgaben sind wichtig Widerstand ist erwünscht mehr Verbindlichkeiten mehr Freiraum Fischer (2012a) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 19.
    2. Variation Bildung,Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 12 Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 20.
    2. Variation Bildung,Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 12 Bildung, Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) Baumert (2002) Deutschland im internationalen Bildungsvergleich Messner (2003) PISA und Allgemeinbildung Tenorth (2004) Stichwort: „Grundbildung“ und „Basiskompetenzen“ Benner (2005) Schulische Allgemeinbildung versus allgemeine Menschenbildung? Koch (2004) Allgemeinbildung und Grundbildung, Identität oder Alternative? Ladenthin (2002) Bildung als Aufgabe der Gesellschaft: Prinzpien der Bildungsplanung nach PISA Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 21.
    2. Variation Bildung,Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 13 Schulische Allgemeinbildung versus allgemeine Menschenbildung? 1. Zwischen schulischer Grundbildung und allgemeiner Menschenbildung ist so zu unterscheiden, dass erstere auf Grundlegendes, Notwendiges und Unentbehrliches konzentriert, letztere hingegen auch auf Bildungsprozesse außerhalb und jenseits der Schule ausgelegt wird. Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 22.
    2. Variation Bildung,Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 13 Schulische Allgemeinbildung versus allgemeine Menschenbildung? 1. Zwischen schulischer Grundbildung und allgemeiner Menschenbildung ist so zu unterscheiden, dass erstere auf Grundlegendes, Notwendiges und Unentbehrliches konzentriert, letztere hingegen auch auf Bildungsprozesse außerhalb und jenseits der Schule ausgelegt wird. 2. Es gibt durchaus die Gefahr einer Beschädigung allgemeiner Menschenbildung durch Schulbildung. Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 23.
    2. Variation Bildung,Allgemeinbildung, Grundbildung (WIP) GDM Jahrestagung 2016 13 Schulische Allgemeinbildung versus allgemeine Menschenbildung? 1. Zwischen schulischer Grundbildung und allgemeiner Menschenbildung ist so zu unterscheiden, dass erstere auf Grundlegendes, Notwendiges und Unentbehrliches konzentriert, letztere hingegen auch auf Bildungsprozesse außerhalb und jenseits der Schule ausgelegt wird. 2. Es gibt durchaus die Gefahr einer Beschädigung allgemeiner Menschenbildung durch Schulbildung. 3. Umgekehrt: Auch grundlegende Schulbildung kann durch Konzepte allgemeiner Menschenbildung beschädigt werden. Dies ist immer dann der Fall, wenn [. . . ] es zu einer Überdehnung der Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen schulischer Bildung kommt. Benner (2005) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 24.
    3. Variation MathematicalLiteracies (WIP) GDM Jahrestagung 2016 14 Mathematical Literacies (WIP) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 25.
    3. Variation MathematicalLiteracies (WIP) GDM Jahrestagung 2016 14 Mathematical Literacies (WIP) Mathematical literacy by progressive mathematization and theorizing mathematics teaching modelling and applications using mathematics as a means for social critique using ethnomathematics as cultural critique analyzing and evaluating the social use of mathematics Gellert, Jablonka, Keitel (2001) Mathematical literacy for developing human capital cultural identity social change environmental awareness evaluating mathematics Jablonka (2003) Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 26.
    Postludium GDM Jahrestagung2016 15 Postludium Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen
  • 27.
    Postludium GDM Jahrestagung2016 15 Postludium Nur zwei fromme Wünsche Bildung – Standards – Zentrale Prüfungen