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Session1

  1. 1. Deutsche Sprache und Migration von Constantin Sonkwé Tayim Zentrum für Deutsch-Afrikanische Wissenschaftskooperation (Yaoundé – Kamerun)
  2. 2. Vorbemerkung Die meisten Studien in diesem Bereich beruhen auf Bevölkerungsbefragung, also auf subjektive Angaben. Die Auseinandersetzung mit „Sprache und Migration“ aus dem eigenen Gesichtspunkt ist daher aus meiner Sicht auch legitim. Hier werden Subjektive Erfahrungen aber oft verallgemeinert. • Die Präsentation bezieht sich auf eigene Erfahrungen des Vortragenden und vertritt deutlich eine afrikanische Perspektive.
  3. 3. Soziale Integration = Inklusion oder/und Exklusion • Typen von individueller Sozialintegration (nach Esser 2006, 8)  Marginalität: Weder Inklusion in die ursprüngliche ethnische Gruppe noch in die Aufnahmegesellschaft Sprachliche Marginalität bzw. Begrenzte Bilingualität;  Ethnische Segmentation: Inklusion in die ethnische Gruppe und Exklusion aus der Aufnahmegesellschaft  Monolinguale Segmentation;  Assimilation: Inklusion in die Aufnahmegesellschaft und Exklusion aus der ursprünglichen ethnischen Gruppe  Monolinguale Assimilation;  Multiple Inklusion: Inklusion in beide soziale Systeme  Kompetente Bilingualität.
  4. 4. Schematische Darstellung Aufnahmegesellschaft Ja Nein Ethnische Gruppe Ja Nein Multiple Inklusion/ Segmentation/ Kompetente Bilingualität Monolinguale Segmentation Assimilation/ Marginalität/ Begrenzte Monolinguale Assimilation Bilingualität
  5. 5. 2. Faktoren der Sozialintegration Der Migrant hat Kontakt zu anderen Gruppen von Ausländern, die Deutsch lernen bzw. üben: Situation 1: Die Mitglieder dieser Gruppen haben den gleichen sprachlichen Background  Das Erlernen des Deutschen dauert länger und erfolgt auch mit mehr Schwierigkeiten.
  6. 6. Situation 2 • Die Mitglieder dieser Gruppen haben nicht den gleichen Background Das Erlernen des Deutschen dauert wie bei Situation 1 länger und mit mehr Schwierigkeiten (oft wird mit English versucht, es gibt kein Muster für Deutsch) • Betroffen: besonders Kleinarbeiter
  7. 7. Lösungsbeispiel • Fremdsprachenverbot in einer deutschen Firma mit sehr hohem Anteil an ausländischen Angestellten. Effekt 1= Förderung der Bilingualität (Der Migrant kann außerhalb der Arbeitszeiten seine ersten Sprachen benutzen) Effekt 2= Förderung der Integration (Migranten aus verschiedenen Hintergründen werden unter dem Banner „Deutsch“ zusammengeführt.)
  8. 8.  Der Migrant hat Kontakt zu ausschließlich deutschen Kreisen  Der Erwerb des Deutschen erfolgt genauso schnell wie die früheren Sprachen zurückgehen • Moment 1: Unfähigkeit, in den ersten Wochen Deutsch fließend zu sprechen und beim Hören mitzuhalten. Diskrepanz Schuldeutsch/Alltagsdeutsch • Moment 2: Schnelles Lernen Wörter in der eigenen Sprache fallen allmählich aus. • Beispiel des Französischen: • „Bahnhof“ statt „Gare“; „U-Bahn“ statt „Métro“; „Arbeitsamt“ statt „pôle emploi“ oder ähnliches; „Wohnheim“ statt „cité“ etc… • Effekt: Assimilation  Schnellere Integration.
  9. 9.  Der Migrant kann Deutsch, natürlich mit Akzent • Reaktion von Muttersprachlern auf die Äußerungen des Migranten • Situation 1: (Sprach)toleranz Die Mitglieder der Aufnahmegesellschaft kommen dem Migranten entgegen und bemühen sich ums Verstehen. • Effekt: Stärkung des Selbstbewusstseins des Lerners; Förderung der sprachlichen und mithin der sozialen Integration. • Situation 2: Die deutschen Muttersprachler geben den Eindruck, dass der Migrant unverständlich spricht.
  10. 10. .  Sprache als Symbol: definiert Situationen und markiert den Sprechenden, eventuell als Ausländer; (Esser 2006, 5) • Effekt: Enttäuschung über das zu Hause gelernte; Stärkung des Fremdheitsgefühls; Schwächung des Selbstbewusstseins. Verlängerung bzw. Verlangsamung des Integrationsprozesses: Nicht anerkannte Bilingualität  Frustration
  11. 11. 3. Einfluss von Selbst- und Fremdvorstellung auf die sprachliche Integration Sprachbiographie eines kamerunischen Studenten in Deutschland (1) (2) (3) Französisch Muttersprache(n) Deutsch Englisch (Familie) (Familie – Vorschule – Schule) (Familie, Schule, Arbeit)
  12. 12. . • Stufe 1: 1 bis 3 Sprachen, manchmal mehr • Stufe 2: 2 Sprachen • Stufe 3: 1 Sprache Den meisten Deutschen ist diese Evolution unbekannt.
  13. 13. Folgen: Der Migrant spricht deutsch auf hohem Niveau: Sie sprechen aber gut Deutsch! Wo haben Sie das denn gelernt  Lob, auch wenn manchmal ironisch Der Muttersprachler hat keine Kenntnisse der deutschen Kolonialgeschichte und der kolonialen Expansion in Afrika  Stolz  Freude an der deutschen Sprache  Kompetente, anerkannte Bilingualität
  14. 14. .  An der Uni korrigiert der Dozent /Betreuer zumeist Sprachfehler bei Migrantenarbeiten, statt sich auch auf inhaltliche Aspekte zu konzentrieren  Paternalistisches Verhalten  Deutsch zu schreiben ist an sich schon hart genug, dem kleinen Afrikaner braucht man nicht noch mehr Arbeit zu geben  Frustration beim Migranten Demotivation Minderwertigkeits- komplex  Gefühl des Ausschlusses, Begrenzte Bilingualität
  15. 15. • Der schwarzafrikanische Migrant wird im Alltag auf Englisch angesprochen  Alle Afrikaner können Englisch  Afrikaner können kein Deutsch  Man muss ihnen helfen  Marginalisierung  Hinderung des Spracherwerbs Begrenzte sprachliche Marginalität • Der deutsche Beamte, der mal in Frankreich war, und Französisch schön findet, freut sich natürlich auch, wenn er mal jemanden findet, mit dem er Französisch sprechen kann. Dabei verwechselt er oft seine Lust, Französisch zu üben, mit dem Wunsch des Migranten, auf Französisch angesprochen zu werden. .
  16. 16. .  Der Migrant macht Nachhilfestunden: • Bei deutschen Kindern  Förderung des Selbstbewusstseins  Gefühl der Akzeptanz  Behauptung des eignen Sprachstatus  Kompetente Bilingualität Förderung der Sozialintegration. • Nur bei Kindern mit Migrationshintergrund  Keine Förderung des Selbstbewusstseins; Gefühl des Ausschlusses  Keine Förderung der Sprachintegration  Keine Förderung der Sozialintegration  Förderung der Marginalität.
  17. 17. Empfehlungen Soziale Integration geht über folgende Punkte: • Toleranz + Förderung annehmen, dass Deutsch auch anders klingen kann, die Benutzung des Deutschen fördern bzw. fordern. • Motivation nicht gleich bei den ersten Schwierigkeiten auf eine andere Sprache umschalten, die man kann. • Offenheit  Dem Fremden Bereitschaft zur Aufnahme aufweisen. • Fremdenfreundlichkeit + Akzeptanz  Nicht immer davon ausgehen, dass der Fremde minderwertig ist und eine Gefahr darstellt, z.B. bei der Vergabe von Nachhilfestunden.
  18. 18. Sprache, Nachhaltigkeit und Gender - neue Perspektiven auf Migration und Entwicklung Deutsche Sprache – der Schlüssel zu Integration und Entwicklung? Referentin: Enkhtugs Banzragch
  19. 19. Zu meiner Person: • Enkhtugs Banzragch • Geboren:1979 in Ulan-Bator, Mongolei • Freie Universität Berlin 2009 M.A. • Radiojournalistin DRUB seit 2009 • Freelancer • Doktorandin der NUM seit 2013 • Mitglied des Deutschland- Alumnivereins „Mongolisch-Deutsche Brücke“ • Mitglied des Alumnivereins aus aller Welt„New City“
  20. 20. • Хээрийн галуу нисэж үл хүрэх газраас Хүний хүү эрдэм өвөрлөн ирнэ. (Д. Нацагдорж 1927, Алс газар сурaхаар явагч) • Aus der Ferne, unerreichbar für wilde Gänse, kommt ein junger Mann mit viel Wissen zurück. (D. Natsagdorj 1927, In ein fernes Land, um zu lernen) Leitmotiv für mongolische Studenten im Ausland
  21. 21. • Die ersten 30 Studenten in Deutschland in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts • Nach der Rückkehr gehörten sie zur Elite der mongolischen Intelligenz, die das gesellschaftliche Leben stark und positiv beeinflußten. • Dashdorjin Natsagdorj (Schriftsteller, Begründer der modernen mongolischen Literatur) • Shuvsansharavin Namkhaitseren (Brückenbauer, erstes Violinkonzert, Jazzorchester, Bühnenmaler)
  22. 22. • Über 20 000 Studenten wurden in der DDR ausgebildet, darunter viele Politiker, erfolgreiche Businessmänner und Medienvertreter. • Deutsche Experte in der Mongolei • Druckerei (1957) • Streichholzfabrik (1960) • Fleischkombinat (1961) • Deutsche Produkte • Insgesamt über 30 000 deutschsprachige Mongolen (ca. 1% der Bevölkerung)
  23. 23. • 6 Schulen, darunter die „Goethe Schule“ • 11 Hochschulen und Universitäten • gemeinsame Hochschule für Ingenieure eröffnet • zahlreiche private Sprachkurse • Goethe Institut • Deutsche Informationsbibliothek • ZfA • DAAD • Stiftungen • GIZ • private Unternehmen
  24. 24. • Deutsches Radio Ulaanbaatar • Galsan Tschinag Stiftung • März 2008 • 5 Mitarbeiter (2 feste, 2 Aushilfe, 1 Chef) • 1 Stunde / 3 Mal die Woche • Zielgruppe: – Mongolen, die Deutsch sprechen oder Deutsch lernen – Deutsche, die in der Mongolei leben oder die sich für die Mongolei interessieren
  25. 25. Empfangsmöglichkeiten: • FM 98,9 (Zuhörerzahlen nicht festzustellen) • www.dradioub.de (täglich ca. 1000 Besucher) • per Newsletter mit Sendungshinweisen zum Download www.share.gogo.mn (ca. 20 Downloads per Sendung) • /Deutsches-Radio-Ulaanbaatar (400 Like, 100-800 Leser per Beitrag) • /DRUB_Team
  26. 26. Partner: • Deutsche Welle • Goethe Institut • Schulen und Hochschulen mit DaF • Deutsche Botschaft • Deutsche Organisationen wie GIZ • Deutsche Stiftungen • Deutsche Untnernehmen
  27. 27. Motto : „Hören schafft Wissen“ • Weltnachrichten (DW) • Inlandsnachrichten • Wissenschaftsjournal (aktuelle Meldungen aus der Wissenschaft oder interessante Erkenntnisse) • Mongolei aktuell (Berichte über aktuelle Ereignisse und Vorankündigungen) • Deutsch macht Spaß (alles was mit Deutsch lernen zu tun) • Magazin „Fokus“ (bestimmte Themen aus der Gesellschaft und Politik, ganz aktuell: Bergbauaktivitäten ...)
  28. 28. • Kunst und Kultur (Berichte über Ausstellungen, Konzerte, Interviews mit Künstler...) • Mongolei Entdecken (Reiseberichte) • Tipps und Tricks (Ratschläge für gesundes Essen, gegen Erkältung, motiviertes Lernen und und und) • Bunte Neuigkeiten aus aller Welt (neue Filmpremiere, neues Album, wer will mit wem heiraten, wer ist wieder geschieden, wer hat ihr wie vieltes Kind geboren ...) • Deutsche Musik • ... und vieles mehr
  29. 29. • Molgolisch-Deutsche Brücke NGO • Gegründet 1999 • gemeinnützige Selbsthilfeorganisation für mongolische Studenten, Absolventen, Rückkehrer und deren Familienangehörige • 1400 Mitglieder, 120 feste Mitglieder • 7 Vorstandsmitglieder, Vorsitzende, Exekutive (Projektmanager, Berater, Koordinator)
  30. 30. • Unterstützung und Beratung bei der beruflichen Reintegration sowie Stellenvermittlungen 40% Privatunternehmen 30% Staatliche Institutionen 20% Hochschule 10% Internationale Organisationen
  31. 31. • Seminaren, Weiterbildungen, Workshops • Ausstellungen, Messen und Jobbörsen • Übersetzungen und Dolmetscher-Dienste (Deutsch und Mongolisch)
  32. 32. • Freizeitaktivitäten wie Wanderungen, Feste, monatlicher Stammtisch und Sportveranstaltungen
  33. 33. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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