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Ralf Deckers, Anne Lisa Weinand
METAVERSE
#verstehen #planen #machen
BusinessVillage
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BusinessVillage
BusinessVillage
#verstehen #planen #machen
Ralf Deckers, Anne Lisa Weinand
METAVERSE
Ralf Deckers, Anne Lisa Weinand
Metaverse
#Verstehen #Planen #Machen
1. Auflage 2023
©BusinessVillage GmbH, Göttingen
Bestellnummern
ISBN 978-3-86980-692-1 (Druckausgabe)
ISBN 978-3-86980-693-8 (E-Book, pdf)
Direktbezug www.businessvillage.de/metaverse-verstehen-planen-machen.html
Bezugs- und Verlagsanschrift
BusinessVillage GmbH
Reinhäuser Landstraße 22
37083 Göttingen
Telefon: +49 (0)551 2099-100 Fax: +49 (0)551 2099-105
E-Mail: info@businessvillage.de Web: www.businessvillage.de
Layout und Satz | Sabine Kempke
Abbildung auf dem Umschlag | vittaya25 – www.istockphoto.com/de
Druck und Bindung | www.booksfactory.de
Copyrightvermerk
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist
ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung
und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle in diesem Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von dem Autor nach bestem Wissen
erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa
vorhandene Unrichtigkeiten. Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne
besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten
wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.
Inhalt
Über die Autoren.............................................................................................................................. 7
Vorwort .......................................................................................................................................... 9
1. Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln .......................................................................... 15
1.1 Was ist das Metaverse eigentlich?................................................................................................ 16
1.2 Gibt es überhaupt das eine Metaverse? ........................................................................................ 22
1.3 Ist der Startschuss für das Metaverse gefallen? ............................................................................. 23
1.4 Wann kommt das Metaverse? Oder ist es schon da? ........................................................................ 34
1.5 Wer ist Herrscher im virtuellen Universum? .................................................................................. 39
1.6 Wie kommt man überhaupt ins Metaverse? .................................................................................... 47
1.7 Was machen virtuelle Nutzer im Metaverse? ................................................................................. 50
1.8 Und jetzt? ............................................................................................................................. 56
2. Metaverse #Verstehen .................................................................................................................. 59
2.1 Informieren Sie sich über das Metaverse – es wird die digitale Zukunft von uns allen ............................ 60
2.2 Lesen Sie Science-Fiction – wagen Sie sich ins Ungewisse hinaus ...................................................... 63
2.3 Wagen Sie einen Blick in die Gaming-Welt – hier wird weit nach vorne gespielt .................................... 66
2.4 Bilden Sie sich zum Metaverse Trader weiter – auch im Metaverse wird gezahlt und gehandelt ................. 72
2.5 Vergessen Sie aber nie das »echte« Leben – das Metaverse wird nicht alles ersetzen ............................. 80
3. Metaverse #Planen ...................................................................................................................... 91
3.1 Deklinieren Sie das Metaverse für Ihr eigenes Geschäft durch – Chancen ergeben sich überall ................ 92
3.2 Kartieren Sie die Customer Journey systematisch neu: Das Metaverse als Touchpoint ............................. 97
3.3 Erkennen und nutzen Sie neue Erlösströme – das finanzielle Potenzial von Metaverse .......................... 101
3.4 Überlegen Sie, welche M-Welt die richtige ist – Galaxien gründen versus Galaxien besetzen .................. 113
3.5 Gestalten Sie Ihre Avatare – als Marken-Repräsentant und Influencer ............................................... 127
4. Metaverse #Machen .................................................................................................................... 131
4.1 Stellen Sie einen Chief Metaverse Officer ein – denn einer sollte sich um die Zukunft kümmern............... 132
4.2 Geben Sie unternehmensintern Anschub – durch New Work im Metaverse .......................................... 137
4.3 Starten Sie Ihr erstes Metaverseprojekt – es lohnt sich, auch wenn das Metaverse nicht kommt.............. 141
4.4 Verlängern Sie Ihr Geschäft ins Virtuelle – VR/AR-Anwendungen als Testfelder ................................... 145
4.5 Lernen Sie von den Early Adoptern – wo liegen Potenziale und Stolpersteine...................................... 149
5. Loslegen! Die letzten fünfundneunzig Prozent ............................................................................... 159
5.1 Auf die Startrampe schieben..................................................................................................... 161
5.2 … Ready for Take-off............................................................................................................... 164
5.3 Im Kontrollraum.................................................................................................................... 170
Literatur- und Quellenverzeichnis .................................................................................................... 173
Über die Autoren | 7
Über die Autoren
Dr. Ralf Deckers ist Mitglied der
Geschäftsleitung am IFH KÖLN
(Institut für Handelsforschung).
Sein Fokus liegt auf der Erfor-
schung von Kundentrends und
der Exploration von Wachstums-
märkten. Er hilft Unternehmen
dabei, Potenziale aufzuspüren,
zukunftsfähige Konzepte zu ent-
wickeln und neue Geschäfte aufzubauen. Ralf Deckers ist
Lehrbeauftragter für Marktforschung an der TH Köln.
Kontakt
E-Mail: r.deckers@ifhkoeln.de
Web: www.ifhkoeln.de
LinkedIn:
www.linkedin.com/in/dr-ralf-deckers-7077b843
Anne Lisa Weinand ist Leiterin
des ECC KÖLN am IFH KÖLN (In-
stitut für Handelsforschung).
Durch ihre umfassenden Kennt-
nisse über die aktuellen Trends
und Entwicklungen in der digita-
len Handelswelt, hilft sie Unter-
nehmen, sich fit für die Zukunft
zu machen. Darüber hinaus ist
Anne Lisa Weinand gefragte Speakerin und Moderato-
rin auf hochkarätigen Branchenevents und Dozentin für
Werbe- und Konsumentenpsychologie an der Hochschu-
le Fresenius Köln.
Kontakt
E-Mail: a.weinand@ifhkoeln.de
Web: www.ifhkoeln.de
LinkedIn:
www.linkedin.com/in/anne-lisa-weinand-6a920717b
Vorwort
10 | Vorwort
Alle reden über das Metaverse. Die Erwartungen sind
groß bis hochfliegend. Das nächste große Ding soll sich
hier ankündigen. Die nächste Evolutionsstufe des Inter-
nets, das Web 3.0, bricht sich Bahn. Die Erwartung lau-
tet: Menschen strömen in Scharen in die neue virtuelle
Welt, angelockt von einer schönen neuen Erlebniswelt,
von neuen komfortablen Formen der Vernetzung und
Kommunikation, von neuen verheißungsvollen Formen
der Markeninszenierung und Produktpräsentation, der
Beratung und des Einkaufs. Täglich vier Stunden wol-
len Menschen im Metaverse verbringen, wusste kürz-
lich eine Studie zu vermelden. Da ist viel Freiraum für
Socializing und Shopping, da sind breite Angriffsflächen
für Hersteller, Handel und Dienstleister. Große Umsatz-
zahlen werden dann auch an die Wand gemalt: Die Pro-
gnosen reichen von achthundert Millionen bis über acht
Milliarden Dollar. Nichts wird weiter reichen, nichts wird
mächtiger sein als das Metaverse, schwärmen manche.
Wer hier dominiert, dem liegt in Zukunft die Welt zu Fü-
ßen, fabulieren andere.
Wir sehen: Der Enthusiasmus ist überschäumend. Aber
treten wir ein wenig auf die Stimmungsbremse und hal-
ten wir einen Augenblick inne. Fragen wir uns: Über was
reden wir hier eigentlich? Was genau ist das Metaverse?
Wenn man genauer hinschaut, stellt man fest: Die Vor-
stellungen sind recht unterschiedlich. Die Aussagen da-
rüber, was den Kern des Metaverse ausmacht, was mög-
licher, aber nicht notwendiger Bestandteil ist, weichen
voneinander ab. Ein Grundkonsens, eine geteilte Welt-
sicht hat sich noch nicht herausgebildet.
Ist das Metaverse überhaupt schon da, wie manche be-
haupten? Oder kommt es in mittlerer Zukunft, in fünf bis
zehn Jahren? Oder einfach irgendwann in der Zukunft?
Und weiter: Welche Vorteile und Chancen bietet das
Metaverse für Besucherinnen und Besucher, aber auch
für Hersteller, Händler und Dienstleister? Cases werden
gerne berichtet. Die digitalen Vorreiter von adidas bis
Gucci scheinen sehr aktiv zu sein und experimentieren
mit dem neuen Universum. Auch NFTs (Non-Fungible To-
ken) machen viel von sich reden. Berichte über Höchst-
Vorwort | 11
preise, die Comic-Affen-Bilder aufrufen, erhalten viel
Aufmerksamkeit. Das ist interessant, hat Neuigkeits-
wert, ist aber letztlich anekdotische Evidenz. Eine syste-
matische Untersuchung und Bewertung fehlt.
Und schließlich: Viele fragen sich, was es mit dem Ge-
töse und der Aufregung um das neue Internet und die
neuen virtuellen Welten auf sich hat. Genauer: Was es
für sie bedeutet.
Was hat das mit mir zu tun? Mit meinem Geschäft, mei-
nen Marken und Produkten, meinen Kundenbeziehun-
gen? Unter der Leitfrage steht die leicht ängstlich boh-
rende Selbstbefragung. Muss ich nervös werden und
schnell in die neue Welt aufbrechen? Macht es Sinn, ab-
zuwarten, zu beobachten und vorsichtig zu experimen-
tieren? Oder gelassen zur Kenntnis nehmen? Wird hier
nur ein weiterer Internet-Hype aufgeblasen, der über
kurz oder lang ohnehin verpuffen wird? Ist das die Neu-
auflage eines fehlgeleiteten Technikdeterminismus und
eine neue Variante des sogenannten Cyberfetischismus,
den der Soziologe César Rendueles vermutet? Und gilt
hier die von Bill Gates aufgestellte »Theorie des größe-
ren Idioten«? Demnach sind digitale Assets, also NFTs,
nur so lange sinnvoll und lohnend, wie man einen noch
größeren Trottel findet, dem man sie zu einem höheren
Preis verkaufen kann. Das Metaverse also als Tummel-
platz für Trottel und Idioten? Fragen über Fragen. Jeder,
der die Entwicklung verfolgt, stellt sie sich – muss sie
sich stellen. Auch wir wollen im Folgenden versuchen,
zum gezielten, systematischen Fragen anzuregen. Und
zugleich wollen wir Antworten geben.
Das ist unser Programm auf den folgenden Seiten:
1. Wir starten mit einer Umrundung des Metaverse,
stellen Basisfragen, suchen nach ersten Antworten,
die Verständnis schaffen sollen und auf Chancen und
Hemmnisse hindeuten.
2. Wir beleuchten für aufstrebende Metaverse-
Unternehmer (gleich welcher Größenordnung und
Reichweite) fünfzehn wichtige Aktionsfelder, die
durchdacht und angetrieben werden sollten. Wir
12 | Vorwort
müssen #Verstehen, #Planen und natürlich #Machen.
Was dabei zu tun ist, worauf Sie achten sollten und
was Sie eher vermeiden müssen, stellen wir im Detail
dar.
3. Wir schauen zum Schluss auf die konkrete
Umsetzung Ihres Metaverse-Projekts, auf
die letzten fünfundneunzig Prozent, wie der
Management-Guru Tom Peters ironisch anmerkt.
Basis unserer Antworten sind empirische Forschungen,
die wir am IFH KÖLN und ECC KÖLN zum Thema
Metaverse, Gaming und Digitalisierung durchgeführt
haben und immer noch durchführen. Basis ist zudem
unser Austausch mit Dienstleistern und Unternehmen,
die uns über ihre Metaverse-Ansätze und Erfahrungen
berichtet haben, die wir in Form von Wortmeldungen und
Cases aufbereitet und auch als Hintergrundinformation in
unsere Antworten aufgenommen haben.
Damit wollen wir einen Schritt über reines Zukunfts-
geraune und düsteres An-die-Wand-Malen hinausge-
hen. Die vorliegende Publikation soll Aufmerksamkeit
für drängende Entwicklungen schaffen, vor allem aber
Orientierung und konkreten Nutzen bieten.
Stanislaw Lem, der Science-Fiction-Altmeister und Zu-
kunftsvisionär, hat ein sogenanntes Lemsches Gesetz
formuliert, das lautet:
»Niemand liest etwas; wenn er etwas liest, versteht er es
nicht; wenn er es versteht, vergisst er es sofort.«
Von unserem Publikum glauben wir das nicht, natürlich
nicht! Gleichwohl arbeiten wir daran, dass das Buch für
Sie angenehm zu lesen, gut verständlich und einpräg-
sam verfasst ist. Wir hoffen, dass uns dies gelungen ist!
Wir möchten Sie ermuntern, mit uns in den Austausch zu
treten, Fragen, Kommentare, Kritik, gerne auch Lob an
uns zu richten.
Vorwort | 13
Bevor wir aber loslegen, möchten wir uns bei unseren
Interviewpartnern bedanken, die uns ihre knappe Zeit
und ihre wertvolle Kompetenz zur Verfügung gestellt
haben. In alphabetischer Reihenfolge danken wir:
ƒ Nino Bergfeld, Director Retail Advisory bei Salesforce
ƒ Sebastien Borget, Co-Founder & COO bei The Sandbox
ƒ Jana Breuillé, Leiterin Vertriebsmarketing
Deutschland und Österreich bei Festool
ƒ Collin Croome, Internet-Pionier, Metaverse-Experte
und Keynote-Speaker
ƒ Corinna Dahlhaus, Head of Marketing &
Communication bei Deiters
ƒ Dominik Faber, Founder & CEO von Granola Studios
ƒ Rafael Garcia Roldan, Senior Projektmanager
Metaverse bei HUGO BOSS
ƒ Josephine Gerves, Managing Director bei DEPT und
Co-Founder des Meta Festival
ƒ Tim Jaschke, Teamlead Creative bei SNOCKS
ƒ Marilyn Repp, stellvertretende Geschäftsführerin
Mittelstand-Digital Zentrum Handel
ƒ Daniela Schumacher, Founder von PsyCurio
ƒ rooom AG – Enterprise Metaverse Solutions
ƒ Škoda Auto Deutschland GmbH
ƒ Karl Wehner, Managing Director Alibaba Group –
Deutschland, Österreich, Schweiz, CEE, Türkei
Weiterhin möchten wir uns bei unseren Kolleginnen be-
danken, die uns bei unseren Analysen zum Metaverse und
bei der Gestaltung unseres Buches unterstützt haben:
ƒ Julia Frings, die mit uns gemeinsam Befragungen und
Analysen von Web 1.0 bis Web 3.0 durchgeführt hat,
ƒ Sophie Louise Flierdl, die Kernergebnisse unserer
Studien in eine präsentable grafische Form gebracht
hat.
Starten wir jetzt aber gemeinsam in das Metaverse!
Metaverse – Umrundung
in siebeneinhalb Kapiteln
1
16 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln
Beginnen wir mit einer Umrundung und Einkreisung des
Themenfeldes. Jeder, der sich mit dem Thema Metaverse
zu beschäftigen beginnt, hat Fragen, die die Konstanten
und Parameter des neuen virtuellen Universums betref-
fen, nämlich:
1. Was ist das Metaverse eigentlich?
2. Gibt es überhaupt das eine Metaverse?
3. Ist der Startschuss für das Metaverse gefallen?
4. Wann kommt das Metaverse? Oder ist es schon da?
5. Wer ist Herrscher im virtuellen Universum?
6. Wie kommt man überhaupt ins Metaverse?
7. Was machen virtuelle Nutzer im Metaverse?
Der Beantwortung dieser sieben Metaverse-Basisfragen
wollen wir uns auf den nächsten Seiten widmen. Aber
Bescheid wissen und zuschauen allein reicht nicht. Das
Metaverse mag jetzt noch hypothetisch erscheinen, wie
Snapchat-Gründer Evan Spiegel bemängelt. Aber reale
Auswirkungen hat es gleichwohl. Die Ausfaltungen des
Metaverse werden ihre Spuren hinterlassen, im Konsum-
und Kommunikationsverhalten, in der Tech-Landschaft
und in der Wettbewerbsstruktur. Und darauf muss man
vorbereitet sein. Und in dem Kontext muss man mittel-
fristig agieren. Ist die Umrundung beendet, muss sich
also zwangsläufig die Frage anschließen:
7,5. Und jetzt?
Dieser Frage wollen wir ein kurzes halbes Kapitel wid-
men. Gewissermaßen als Selbst-Ermahnung und Hin-
leitung zum Hauptteil unseres Buches, nämlich den Ak-
tionsfeldern für ein erfolgreiches Metaverse-Business.
Starten wir nun mit der Erkundungstour.
1.1 Was ist das Metaverse eigentlich?
Beginnen wir mit einer Begriffsdefinition. Definitionen
des Metaverse gibt es viele. Manchmal hat es den An-
schein, als würde sich das Metaverse überhaupt einem
definitorischen Zugriff entziehen. Zu undeutlich, zu
Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 17
schillernd sind seine Konturen, wie einige anmerken.
Vielleicht fehlen uns auch die erforderlichen, ganz
neuen Begrifflichkeiten, wie manche vermuten. Reicht
es denn nicht, einfach intuitiv zu erfassen, was wir als
Metaverse verstehen, fragt der Metaverser Tony Parisi?
Eine Definition wäre dann nicht erforderlich. Wir denken
nein. Ein wenn auch vorläufiges, wenn auch pragmatisch
festgelegtes Begriffsverständnis hilft.
Wie wir das Metaverse verstehen: Wir halten uns an
Matthew Ball, Ex-Head of Strategy @AmazonStudios
und Autor eines Metaverse-Grundlagenwerkes. Seine
Begriffsbestimmung ist am weitesten verbreitet und
auch am weitesten akzeptiert.
Das Metaverse als ein Netzwerk von Mikro-Meta-
versen: Das Metaverse ist ein Netzwerk von virtuellen
3-D-Welten. Dabei umfasst das virtuelle Universum eine
prinzipiell unbegrenzte Anzahl von Mikro-Metaversen,
Meta-Galaxien oder M-Welten, wie sie genannt werden.
Was als Mikro-Metaverse einzustufen ist, wird teils
unterschiedlich bewertet und auch strittig diskutiert. In
manchen Fällen wird das Etikett »Metaverse« aus werb-
lichen Gründen aufgeklebt. Das ist durchsichtig und
kann direkt aussortiert werden. In anderen Fällen ste-
hen unterschiedliche Beschreibungskontexte und Meta-
verse-Zielvisionen im Hintergrund. Deutlich wird das bei
der Einordnung von Gaming-Plattformen. Gaming-Platt-
formen werden einerseits als Kernbestand des Meta-
verse, auch der Metaverse-Ökonomie eingeordnet. Die
heute schon sehr erfolgreiche Spieleplattform Roblox
wird als kommender Metaverse-Superstar von zahlrei-
chen Experten gesehen. Hier wird stark auf beobacht-
bare Entwicklungstrends abgehoben. Andererseits wer-
den genau diese bestehenden Gamingplattformen und
insbesondere auch Roblox aus dem Metaverse verbannt.
Sie ließen Offenheit und Mitbestimmungsrechte der Ga-
merinnen und Gamer vermissen, machten sich der Re-
geldiktatur und Ausbeutung der Gamerinnen und Gamer
schuldig. Hier steht die Utopie dezentraler Selbstorga-
nisation und freier Bürgerinnen und Bürger im Fokus.
18 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln
Wir halten uns im Folgenden an empirische Ableitungen,
der Ruf nach digitalen Utopien lockt uns nicht. Gaming-
Plattformen gehören deshalb für uns dazu. Roblox, The
Sandbox und Co. bitte hereinkommen!
»We see the metaverse as a myriad of virtual worlds that
users can navigate through with an avatar, which is the
representation of themselves as a new form of digital
identity. This vision is built on three main pillars: digital
ownership, gaming, and the creator economy.«
Sebastien Borget, Co-Founder & COO bei The Sandbox
Das Metaverse als interoperables System
Zwischen den Mikro-Metaversen, darin sind sich alle ei-
nig, muss ein bruchloser Wechsel möglich sein. Das Meta-
verse ist interoperabel. Das ist eine Grundkonstante des
virtuellen Universums. Und das bedeutet:
Das Metaverse ist kein abgezäunter digitaler Themenpark,
kein Second-Life in Neuauflage, auch keine Pluralität von
Second-Life. Die Account- und Plattform-Gefangenschaft
ist aufgehoben.
Interoperationalität ist aber nicht einfach herzustellen
– aus technischen Gründen, aber gewissermaßen auch
aus ästhetischen Gründen. In ihrem realen Alltag wech-
seln Sie nicht von Touchpoint zu Touchpoint Ihre Iden-
tität, Ihre Hautfarbe, Ihre Kleidung und Ihre Besitzver-
hältnisse. Im Metaverse schon, zumindest potenziell. Da
prallen dann auch Welten, Regelsysteme und Besitzver-
hältnisse aufeinander, die harmonisiert und kompatibel
gemacht werden müssen. Da betritt der Astronauten-
Avatar plötzlich eine Mittelalter-Welt, kann den Orbit
Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 19
umkreisen, stellt Besitzansprüche. Und nun? Da kommt
Ärger und Arbeit auf die Weltenbauer zu.
Das Metaverse als synchrone und dauerhafte
Erfahrung
Das Metaverse kann von einer praktisch unbegrenzten
Anzahl von Nutzern synchron und dauerhaft erlebt wer-
den, mit einem individuellen Gefühl der Präsenz und mit
Kontinuität der Daten wie Identität, Geschichte, An-
sprüche, Objekte, Kommunikation und Zahlungen. So
weit folgen wir Matthew Ball. Aber wir ergänzen noch
einen weiteren Aspekt. Das Metaverse existiert nicht
abgesondert und abgehoben. Das Metaverse existiert
nicht nur dann, wenn man die VR-Brille aufsetzt und ist
verschwunden und erledigt, wenn man die VR-Brille in
die Ecke legt. Das Metaverse ist mit dem realen Leben
verbunden und verschränkt. Dabei geht es also nicht nur
um den geschmeidigen Wechsel von virtueller Mikro-
Welt zu virtueller Mikro-Welt. Es geht auch um die An-
bindung an die Real-Welt.
Ein Beispiel: NFTs können einen Wert an sich darstel-
len, können Zugangsrechte zu digitalen Erfahrungen
und Produkten darstellen, aber eben auch realweltli-
che Vorteile nach sich ziehen, frühzeitigen Zugriff auf
neue Produkte oder exklusive Rabatte im Geschäft. Das
Metaverse ist damit in den Omnichannel eingebunden.
Und muss daher omni-operabel sein. Ein weiterer As-
pekt kommt hinzu. Wie ist es einzuordnen, wenn man
sich mit einer AR-Brille beziehungsweise Smart Glass,
wie sie Apple demnächst launchen will, durch den Alltag
bewegt? Auch wenn nicht jede AR-Anwendung direkt ins
Metaverse führt, ein Zugang zum Metaverse ist zumin-
dest möglich. Das Metaverse überlagert dann als virtu-
elle Sicht den erfahrenen Alltag, beide Welten verbinden
und vermischen sich.
Wie wir das Metaverse nicht verstehen
Atmen wir kurz durch. Wir haben das Metaverse jetzt ein-
mal begrifflich umkreist. Beim Blick darauf, das wissen
wir, mag mancher Leser überrascht sein. Wichtige The-
men, die häufig im Kontext der Metaverse-Diskussionen
20 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln
auftauchen, die oft auch als Basis oder mindestens Be-
standteil des Metaverse eingruppiert werden, werden
nicht genannt. Wir sprechen insbesondere von den The-
men Web 3.0 und Blockchain. Sind beide Themen nicht
Grundkonstanten des Metaverse? Die Themen werden im
Zusammenhang diskutiert. Ihr Aufstieg mag auch paral-
lel erfolgen. Zudem mögen manche Prinzipien und Ziel-
bilder wie das dezentrale Netzwerk unabhängiger Use-
rinnen und User, zum Gedeihen des Metaverse beitragen.
Aber wie Matthew Ball argumentiert: Das Web 3.0 erfor-
dert keine 3-D-Erfahrungen, in Echtzeit und synchron.
Das Metaverse wiederum erfordert keine dezentralisier-
ten Datenbanken, keine Blockchains. Die Blockchain
ist, wie der XR-Experte Tom Ffiske sich ausdrückt, nur
»tangential« mit dem Metaverse verbunden. In unserer
Arbeitsdefinition sind beide Themen, also Web 3.0 und
Blockchain, daher nicht enthalten. (Wir hören schon
den Widerspruch, die Empörung und den Aufschrei, aber
wir bleiben dabei.).
Und da wir gerade dabei sind: Das Metaverse ist auch
nicht an spezifische Zugangstechnologien gebunden be-
ziehungsweise über die Zugangstechnologien definiert.
Konkret bedeutet das:
Man muss keine VR-Brille aufsetzen, um in das Metaverse
zu gelangen.
Und der Konnex von VR und virtueller Realität definiert
nicht zwangsläufig und ausschließlich das Feld »Meta-
verse«. (Über AR käme man dann nach dem Verständnis
in das »Metavearth«). Das sehen wir nicht so. Das Meta-
verse erlaubt Bandbreiten.
Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 21
»Das Metaverse ist für mich bis heute nicht auf den
Punkt einer allgemeingültigen Definition zuzuordnen.
Der Begriff steht viel mehr für eine Vision von einem
digitalen Universum, dass mit verschiedenen Welten und
Erlebnissen eine Brücke zu unserer Realität schlägt und
diese erweitert. Die wichtigsten Eigenschaften der Vision
vom Metaversum sind für mich: Dezentralität, Globalität
und (weitestgehende) Autonomität.«
Corinna Dahlhaus, Head of Marketing & Communication bei Deiters
Wichtig ist uns hier vor allem, nicht dogmatisch aufzu-
treten. Gerade wenn Felder neu entstehen, wird über de-
ren Abgrenzung und Vermessung teils heftig gestritten.
Mit Begriffsdefinitionen werden Ansprüche gesetzt, aus
ihnen wird Deutungshoheit abgeleitet. Unsere Zielset-
zung ist, Klarheit in der Beschreibung und in der Diskus-
sion zu erreichen. Andere Auffassungen und Zugänge
sind immer erwünscht und kommen auch im Folgenden
zu Wort. Cathy Hackl, die auch als Großmutter des Meta-
verse bezeichnet wird, hat hierzu einen nützlichen Vor-
schlag unterbreitet:
Man solle doch vom Metaverse so sprechen, wie wir auch
von Schule oder Arbeitsplatz sprechen.
Wir beziehen uns dabei auf eine gemeinsame geteilte
Erfahrung, obwohl wir nicht zu den exakt selben Orten
auf exakt denselben Wegen unterwegs sind. Damit kann
man arbeiten.
22 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln
1.2 Gibt es überhaupt das eine
Metaverse?
Die Frage kommt einfach daher, lädt zu einer ebenso
einfachen Antwort, zu einem klaren Ja oder Nein ein.
Aber um es offen zu sagen: Wirklich wissen tun wir es
nicht. Das Metaverse hat gerade seinen Urknall erlebt
und faltet sich aus. Zu welcher Gestalt es sich heraus-
bilden, welche Veränderungen es unterwegs erfahren
wird, können wir nicht vorhersagen. Aber wir können
eine begründete Annahme treffen. Und unsere begrün-
dete Annahme lautet, dass sich das Metaverse zu einer
Mikro-Makro-Struktur entwickeln wird.
Die Kosmologie bietet eine Analogie
Die Wissenschaft, die sich mit Ursprung, Entwicklung
und Struktur des Universums beschäftigt, hat eine Theo-
rie des sogenannten Multiversums entwickelt. Demnach
hat es nicht den einen Urknall gegeben, aus dem sich
dann unser Universum entwickelt hat. Wir sind nicht
allein, ist die Annahme. Es hat und wird immer wieder
einen Urknall geben. Daraus entstehen viele verschie-
dene Universen, mit unterschiedlicher Lebensdauer und
mit unterschiedlichen Eigenschaften. Einige werden nur
wenige Sekunden bestehen, andere unser Universum
deutlich länger überleben. In einigen ist der Elektroma-
gnetismus schwächer oder die Gravitation stärker. Einige
bringen komplexe Organismen hervor, andere noch nicht
einmal Sterne. Selektive Prozesse sollen hier am Werk
sein. Das ist, wohlgemerkt, nur eine Annahme. Belege
hierfür haben wir nicht und können wir auch nicht bei-
bringen. Dafür fehlen uns die technischen Mittel. Aber es
verweist auf einen Evolutionspfad des Kosmos, nämlich
nicht als einheitlicher Block, sondern als Multi-Zukunft,
den wir wahrscheinlich auch im Metaverse antreffen wer-
den.
Multiple Mikro-Metaversen entstehen …
Die Evolution wird auf ein offenes und multiples Univer-
sum zulaufen. Der Tech-Experte Tom Ffiske spricht hier
von »Mikro-Metaversen«, andere von Meta-Galaxien
oder von M-Welten, die sich auf dem Weg entwickeln
Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 23
und weiterentwickeln. Mikro-Metaversen entstehen auf
Gaming-Plattformen oder in virtuellen Markenwelten.
Auch der Facebook-Konzern Meta, der für seine Zukunft
klar auf das Metaverse setzt, wird nur eine der virtuel-
len Galaxien stellen. Möglicherweise eine große, viel
besuchte, wirtschaftsrelevante Galaxie, aber eben nur
einer unter mehreren oder vielen. Kürzlich wurde be-
hauptet, zehntausend Metaverses wären aktuell im Ent-
stehen. Die Zahl ist schwer nachprüfbar und sicher auch
stetiger Veränderung unterworfen. Aber gleichwohl in-
diziert sie, dass wir über viele Erscheinungsformen re-
den und reden müssen.
… und verbinden sich in einem Makro-Universum
Aber die bunte Vielfalt der Metaversen ist nicht der End-
punkt der Entwicklung. Wichtig ist, dass das multiple
Universum Interoperabilität bietet, also den problemlo-
sen Wechsel und Übergang von einer Galaxie zur nächs-
ten und dass das Universum Synchronität aufweist, also
jede Galaxie den letzten Stand der Änderung im Avatar-
Look, im Kundenverhalten, auch im digitalen Besitz- und
Vermögensstand registriert und mitvollzieht. Im soge-
nannten Metaverse Standards Forum haben sich Schwer-
gewichte von Meta, Google und Microsoft über Master-
Card, Samsung und Telekom bis hin zu Baidu und Tencent
zusammengeschlossen. Auch Spielehersteller wie Epic
Games und Handelsbetriebe wie IKEA sind vertreten
(Apple fehlt übrigens auf der Liste – eine auffällige
Leerstelle). Hier sollen Standards der Interoperabilität
diskutiert und ausgehandelt werden. Problembewusst-
sein ist also da, Vielfalt und Anschlussfähigkeit scheinen
in die Struktur des Metaverse eingeschrieben werden zu
sollen. Das Makro-Universum wird hier vorbereitet.
1.3 Ist der Startschuss für das
Metaverse gefallen?
Im Metaverse herrscht aktuell das »große Beginnerge-
fühl«, wie der Autor Bert Brecht das in sein Arbeitsjour-
nal notiert – es herrscht Goldgräberstimmung. Der Ein-
druck drängt sich auf, wenn man aktuelle Debatten und
24 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln
Unternehmensverlautbarungen verfolgt. Das Jahr 2022
wird dabei als Startschuss für den großen Metaverse-
Entwicklungswettlauf ausgerufen. Es sei das wichtigste
Jahr in seiner bisher kurzen Geschichte, heißt es. Si-
cher, von interessierter Seite wird hier mächtig getrom-
melt: Potenzielle Metaverse-Player und umsatzsuchen-
de Mateverse-Strategieberater sehen das Geschäft und
wollen das Thema entsprechend forcieren. Aber davon
einmal abgesehen, sprechen Fakten und Indizien dafür,
dass hier eine Zukunftsvision zum beherrschenden Trend
wird? Schauen wir einmal genauer hin:
Die Pandemie treibt den Digital Shift
Die Corona-Pandemie hat einen digitalen Shift, also eine
verstärkte digitale Affinität und Nutzungsbereitschaft in
der Bevölkerung herbeigeführt.
Seit Beginn der Pandemie hat das IFH KÖLN und ECC KÖLN
die Deutschen regelmäßig zu ihrer Stimmungslage und
ihren Einkaufsverhalten befragt. Eine Kernfrage zielte
darauf ab, ob man Einkäufe, die man bislang stationär im
1|Digital Shift 2020–2022
Haben Sie in der letzten Woche Einkäufe oder
Anschaffungen, die Sie normalerweise in Geschäften
erledigen, im Internet getätigt? (In Prozent)
Quelle: ECC KÖLN: Corona Consumer Check, 2021
12/20 16 19 24 34 43 46 4/21 11 28 48 8/22 22 29
13
22 22
24
26
31
35 34 33 33
35
36
43
34
Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 25
Geschäft erledigt hat, nunmehr digital über das Internet
vornehme. Dabei zeigte sich: Die Angst vor Ansteckung
und natürlich auch der Lockdown des Einzelhandels ha-
ben zum verstärkten Ausprobieren geführt. Man hat ein-
fach einmal über das Internet bestellt, wo man es bislang
nicht getan hatte. Und meist mit Erfolg: Man war im Er-
gebnis zufrieden und kann sich einen erneuten Online-
Kauf vorstellen. Zudem wurden Cross-Channel-Services
wie Click & Collect, die bislang eine eher stiefmütterliche
Existenz geführt haben, zunehmend populärer.
Der Digital Shift hat sich zunächst mit der Inzidenzlage
entwickelt (Grafik 1). Gingen die Inzidenzen hoch, stieg
auch der Digital Shift. Gingen sie runter, setzte eine ver-
haltene Bewegung zurück in die Geschäfte ein. Seit ei-
niger Zeit jedoch scheint sich der Digital Shift von der
Inzidenzlage abgekoppelt zu haben. Wir befinden uns
aktuell in der gefühlten Post-Pandemie. Die Inzidenzla-
ge hat an Aufmerksamkeitswert und Verhaltensrelevanz
deutlich verloren. Gleichwohl sind wir nicht mehr in die
Vor-Pandemie zurückgekehrt. In der Pandemie gelernte
und bewährte Verhaltensweisen werden (zumindest par-
tiell) beibehalten.
Der Digital Shift verharrt auf einem gleichbleibenden
Niveau. Onlinekäufe und Cross-Channel-Services haben
an Nutzungsbereitschaft sowie an Umsatzanteilen, ge-
wonnen. Die stationären Frequenzen dagegen haben
sich nicht erholt (Grafik 2). Das Augenmerk der Ge-
schäftsbesucher liegt nach wie vor auf der Abarbeitung
des Einkaufszettels. Die Lust am Shoppen und Stöbern
ist nicht wieder aufgelebt. Der innerstädtische Handel
leidet entsprechend unter fehlenden Kundinnen und
Kunden sowie ausbleibenden Umsätzen. Diese fort-
dauernde Durststrecke macht den Geschäften schwer
zu schaffen. Und jetzt kommen zu allem Überfluss auch
noch Probleme mit gestörten Lieferketten, schwindel-
erregenden Energiekosten und hoher Inflation hinzu.
Für die Entwicklung des Metaverse bedeutet das: Offen-
heit und Nutzungsbereitschaft für digitale Angebote ha-
ben sich verstärkt. Auf dem fruchtbaren Boden kann ein
Metaverse wachsen.
Wann kommt die Zukunft? Sie ist da! Trends wie die digitale Transformation, Nachhaltigkeit und der demografische Wandel sind seit mehr als
zehn Jahren bekannt. Doch jetzt sind sie Realität. Jeder einzelne Trend wäre bereits eine Revolution in sich. Doch die drei Treiber verstärken
sich gegenseitig: Aus dem Wandel wird der Turbowandel.
Bis zum Ende des Jahrzehnts entsteht eine vollkommen neue Wirtschaft. Alles kommt auf den Prüfstand: Produkte, Geschäftsmodelle,
Lieferketten, Marketing und Vertrieb, Produktion und Logistik. Ganze Branchen werden radikal durchgeschüttelt. Am Ende wird kein Stein
mehr auf dem anderen geblieben sein.
Wie können Unternehmen, Verbände, Organisationen und die Gesellschaft diesen radikalen Wandel erfolgreich bewältigen? Durch eine
hocheffektive Denk- und Managementtechnik: Den Reset. Setzen Sie alles immer wieder auf null! So, wie Sie einen Computer neu starten,
wenn er langsamer reagiert.
Durch einen Reset können aus Unternehmen, die lange Zeit als träge und behäbig galten, Verwandlungskünstler werden. Teams werden agiler
und kreativer. Und Sie selbst können sich genauso schnell verändern wie die Märkte um Sie herum.
In seinem neuen Buch beschreibt Erfolgsautor Dr. Jens-Uwe Meyer (»Digitale Gewinner«, »Radikale Innovation«, »Digitale Disruption«), wie
Teams, Organisationen und Unternehmen bislang unlösbare Konflikte durch einen Reset bewältigen können.
Sein Versprechen: Durch einen regelmäßigen Reset werden Sie, Ihr Team und Ihr Unternehmen zu den Gewinnern des Turbowandels gehören.
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264 Seiten; Broschur; 24,95 Euro
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1. Auflage 2023
270 Seiten; Broschur; 29,95 Euro
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  • 3. BusinessVillage #verstehen #planen #machen Ralf Deckers, Anne Lisa Weinand METAVERSE
  • 4. Ralf Deckers, Anne Lisa Weinand Metaverse #Verstehen #Planen #Machen 1. Auflage 2023 ©BusinessVillage GmbH, Göttingen Bestellnummern ISBN 978-3-86980-692-1 (Druckausgabe) ISBN 978-3-86980-693-8 (E-Book, pdf) Direktbezug www.businessvillage.de/metaverse-verstehen-planen-machen.html Bezugs- und Verlagsanschrift BusinessVillage GmbH Reinhäuser Landstraße 22 37083 Göttingen Telefon: +49 (0)551 2099-100 Fax: +49 (0)551 2099-105 E-Mail: info@businessvillage.de Web: www.businessvillage.de Layout und Satz | Sabine Kempke Abbildung auf dem Umschlag | vittaya25 – www.istockphoto.com/de Druck und Bindung | www.booksfactory.de Copyrightvermerk Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle in diesem Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von dem Autor nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten. Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.
  • 5. Inhalt Über die Autoren.............................................................................................................................. 7 Vorwort .......................................................................................................................................... 9 1. Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln .......................................................................... 15 1.1 Was ist das Metaverse eigentlich?................................................................................................ 16 1.2 Gibt es überhaupt das eine Metaverse? ........................................................................................ 22 1.3 Ist der Startschuss für das Metaverse gefallen? ............................................................................. 23 1.4 Wann kommt das Metaverse? Oder ist es schon da? ........................................................................ 34 1.5 Wer ist Herrscher im virtuellen Universum? .................................................................................. 39 1.6 Wie kommt man überhaupt ins Metaverse? .................................................................................... 47 1.7 Was machen virtuelle Nutzer im Metaverse? ................................................................................. 50 1.8 Und jetzt? ............................................................................................................................. 56 2. Metaverse #Verstehen .................................................................................................................. 59 2.1 Informieren Sie sich über das Metaverse – es wird die digitale Zukunft von uns allen ............................ 60 2.2 Lesen Sie Science-Fiction – wagen Sie sich ins Ungewisse hinaus ...................................................... 63 2.3 Wagen Sie einen Blick in die Gaming-Welt – hier wird weit nach vorne gespielt .................................... 66 2.4 Bilden Sie sich zum Metaverse Trader weiter – auch im Metaverse wird gezahlt und gehandelt ................. 72 2.5 Vergessen Sie aber nie das »echte« Leben – das Metaverse wird nicht alles ersetzen ............................. 80
  • 6. 3. Metaverse #Planen ...................................................................................................................... 91 3.1 Deklinieren Sie das Metaverse für Ihr eigenes Geschäft durch – Chancen ergeben sich überall ................ 92 3.2 Kartieren Sie die Customer Journey systematisch neu: Das Metaverse als Touchpoint ............................. 97 3.3 Erkennen und nutzen Sie neue Erlösströme – das finanzielle Potenzial von Metaverse .......................... 101 3.4 Überlegen Sie, welche M-Welt die richtige ist – Galaxien gründen versus Galaxien besetzen .................. 113 3.5 Gestalten Sie Ihre Avatare – als Marken-Repräsentant und Influencer ............................................... 127 4. Metaverse #Machen .................................................................................................................... 131 4.1 Stellen Sie einen Chief Metaverse Officer ein – denn einer sollte sich um die Zukunft kümmern............... 132 4.2 Geben Sie unternehmensintern Anschub – durch New Work im Metaverse .......................................... 137 4.3 Starten Sie Ihr erstes Metaverseprojekt – es lohnt sich, auch wenn das Metaverse nicht kommt.............. 141 4.4 Verlängern Sie Ihr Geschäft ins Virtuelle – VR/AR-Anwendungen als Testfelder ................................... 145 4.5 Lernen Sie von den Early Adoptern – wo liegen Potenziale und Stolpersteine...................................... 149 5. Loslegen! Die letzten fünfundneunzig Prozent ............................................................................... 159 5.1 Auf die Startrampe schieben..................................................................................................... 161 5.2 … Ready for Take-off............................................................................................................... 164 5.3 Im Kontrollraum.................................................................................................................... 170 Literatur- und Quellenverzeichnis .................................................................................................... 173
  • 7. Über die Autoren | 7 Über die Autoren Dr. Ralf Deckers ist Mitglied der Geschäftsleitung am IFH KÖLN (Institut für Handelsforschung). Sein Fokus liegt auf der Erfor- schung von Kundentrends und der Exploration von Wachstums- märkten. Er hilft Unternehmen dabei, Potenziale aufzuspüren, zukunftsfähige Konzepte zu ent- wickeln und neue Geschäfte aufzubauen. Ralf Deckers ist Lehrbeauftragter für Marktforschung an der TH Köln. Kontakt E-Mail: r.deckers@ifhkoeln.de Web: www.ifhkoeln.de LinkedIn: www.linkedin.com/in/dr-ralf-deckers-7077b843 Anne Lisa Weinand ist Leiterin des ECC KÖLN am IFH KÖLN (In- stitut für Handelsforschung). Durch ihre umfassenden Kennt- nisse über die aktuellen Trends und Entwicklungen in der digita- len Handelswelt, hilft sie Unter- nehmen, sich fit für die Zukunft zu machen. Darüber hinaus ist Anne Lisa Weinand gefragte Speakerin und Moderato- rin auf hochkarätigen Branchenevents und Dozentin für Werbe- und Konsumentenpsychologie an der Hochschu- le Fresenius Köln. Kontakt E-Mail: a.weinand@ifhkoeln.de Web: www.ifhkoeln.de LinkedIn: www.linkedin.com/in/anne-lisa-weinand-6a920717b
  • 9. 10 | Vorwort Alle reden über das Metaverse. Die Erwartungen sind groß bis hochfliegend. Das nächste große Ding soll sich hier ankündigen. Die nächste Evolutionsstufe des Inter- nets, das Web 3.0, bricht sich Bahn. Die Erwartung lau- tet: Menschen strömen in Scharen in die neue virtuelle Welt, angelockt von einer schönen neuen Erlebniswelt, von neuen komfortablen Formen der Vernetzung und Kommunikation, von neuen verheißungsvollen Formen der Markeninszenierung und Produktpräsentation, der Beratung und des Einkaufs. Täglich vier Stunden wol- len Menschen im Metaverse verbringen, wusste kürz- lich eine Studie zu vermelden. Da ist viel Freiraum für Socializing und Shopping, da sind breite Angriffsflächen für Hersteller, Handel und Dienstleister. Große Umsatz- zahlen werden dann auch an die Wand gemalt: Die Pro- gnosen reichen von achthundert Millionen bis über acht Milliarden Dollar. Nichts wird weiter reichen, nichts wird mächtiger sein als das Metaverse, schwärmen manche. Wer hier dominiert, dem liegt in Zukunft die Welt zu Fü- ßen, fabulieren andere. Wir sehen: Der Enthusiasmus ist überschäumend. Aber treten wir ein wenig auf die Stimmungsbremse und hal- ten wir einen Augenblick inne. Fragen wir uns: Über was reden wir hier eigentlich? Was genau ist das Metaverse? Wenn man genauer hinschaut, stellt man fest: Die Vor- stellungen sind recht unterschiedlich. Die Aussagen da- rüber, was den Kern des Metaverse ausmacht, was mög- licher, aber nicht notwendiger Bestandteil ist, weichen voneinander ab. Ein Grundkonsens, eine geteilte Welt- sicht hat sich noch nicht herausgebildet. Ist das Metaverse überhaupt schon da, wie manche be- haupten? Oder kommt es in mittlerer Zukunft, in fünf bis zehn Jahren? Oder einfach irgendwann in der Zukunft? Und weiter: Welche Vorteile und Chancen bietet das Metaverse für Besucherinnen und Besucher, aber auch für Hersteller, Händler und Dienstleister? Cases werden gerne berichtet. Die digitalen Vorreiter von adidas bis Gucci scheinen sehr aktiv zu sein und experimentieren mit dem neuen Universum. Auch NFTs (Non-Fungible To- ken) machen viel von sich reden. Berichte über Höchst-
  • 10. Vorwort | 11 preise, die Comic-Affen-Bilder aufrufen, erhalten viel Aufmerksamkeit. Das ist interessant, hat Neuigkeits- wert, ist aber letztlich anekdotische Evidenz. Eine syste- matische Untersuchung und Bewertung fehlt. Und schließlich: Viele fragen sich, was es mit dem Ge- töse und der Aufregung um das neue Internet und die neuen virtuellen Welten auf sich hat. Genauer: Was es für sie bedeutet. Was hat das mit mir zu tun? Mit meinem Geschäft, mei- nen Marken und Produkten, meinen Kundenbeziehun- gen? Unter der Leitfrage steht die leicht ängstlich boh- rende Selbstbefragung. Muss ich nervös werden und schnell in die neue Welt aufbrechen? Macht es Sinn, ab- zuwarten, zu beobachten und vorsichtig zu experimen- tieren? Oder gelassen zur Kenntnis nehmen? Wird hier nur ein weiterer Internet-Hype aufgeblasen, der über kurz oder lang ohnehin verpuffen wird? Ist das die Neu- auflage eines fehlgeleiteten Technikdeterminismus und eine neue Variante des sogenannten Cyberfetischismus, den der Soziologe César Rendueles vermutet? Und gilt hier die von Bill Gates aufgestellte »Theorie des größe- ren Idioten«? Demnach sind digitale Assets, also NFTs, nur so lange sinnvoll und lohnend, wie man einen noch größeren Trottel findet, dem man sie zu einem höheren Preis verkaufen kann. Das Metaverse also als Tummel- platz für Trottel und Idioten? Fragen über Fragen. Jeder, der die Entwicklung verfolgt, stellt sie sich – muss sie sich stellen. Auch wir wollen im Folgenden versuchen, zum gezielten, systematischen Fragen anzuregen. Und zugleich wollen wir Antworten geben. Das ist unser Programm auf den folgenden Seiten: 1. Wir starten mit einer Umrundung des Metaverse, stellen Basisfragen, suchen nach ersten Antworten, die Verständnis schaffen sollen und auf Chancen und Hemmnisse hindeuten. 2. Wir beleuchten für aufstrebende Metaverse- Unternehmer (gleich welcher Größenordnung und Reichweite) fünfzehn wichtige Aktionsfelder, die durchdacht und angetrieben werden sollten. Wir
  • 11. 12 | Vorwort müssen #Verstehen, #Planen und natürlich #Machen. Was dabei zu tun ist, worauf Sie achten sollten und was Sie eher vermeiden müssen, stellen wir im Detail dar. 3. Wir schauen zum Schluss auf die konkrete Umsetzung Ihres Metaverse-Projekts, auf die letzten fünfundneunzig Prozent, wie der Management-Guru Tom Peters ironisch anmerkt. Basis unserer Antworten sind empirische Forschungen, die wir am IFH KÖLN und ECC KÖLN zum Thema Metaverse, Gaming und Digitalisierung durchgeführt haben und immer noch durchführen. Basis ist zudem unser Austausch mit Dienstleistern und Unternehmen, die uns über ihre Metaverse-Ansätze und Erfahrungen berichtet haben, die wir in Form von Wortmeldungen und Cases aufbereitet und auch als Hintergrundinformation in unsere Antworten aufgenommen haben. Damit wollen wir einen Schritt über reines Zukunfts- geraune und düsteres An-die-Wand-Malen hinausge- hen. Die vorliegende Publikation soll Aufmerksamkeit für drängende Entwicklungen schaffen, vor allem aber Orientierung und konkreten Nutzen bieten. Stanislaw Lem, der Science-Fiction-Altmeister und Zu- kunftsvisionär, hat ein sogenanntes Lemsches Gesetz formuliert, das lautet: »Niemand liest etwas; wenn er etwas liest, versteht er es nicht; wenn er es versteht, vergisst er es sofort.« Von unserem Publikum glauben wir das nicht, natürlich nicht! Gleichwohl arbeiten wir daran, dass das Buch für Sie angenehm zu lesen, gut verständlich und einpräg- sam verfasst ist. Wir hoffen, dass uns dies gelungen ist! Wir möchten Sie ermuntern, mit uns in den Austausch zu treten, Fragen, Kommentare, Kritik, gerne auch Lob an uns zu richten.
  • 12. Vorwort | 13 Bevor wir aber loslegen, möchten wir uns bei unseren Interviewpartnern bedanken, die uns ihre knappe Zeit und ihre wertvolle Kompetenz zur Verfügung gestellt haben. In alphabetischer Reihenfolge danken wir: ƒ Nino Bergfeld, Director Retail Advisory bei Salesforce ƒ Sebastien Borget, Co-Founder & COO bei The Sandbox ƒ Jana Breuillé, Leiterin Vertriebsmarketing Deutschland und Österreich bei Festool ƒ Collin Croome, Internet-Pionier, Metaverse-Experte und Keynote-Speaker ƒ Corinna Dahlhaus, Head of Marketing & Communication bei Deiters ƒ Dominik Faber, Founder & CEO von Granola Studios ƒ Rafael Garcia Roldan, Senior Projektmanager Metaverse bei HUGO BOSS ƒ Josephine Gerves, Managing Director bei DEPT und Co-Founder des Meta Festival ƒ Tim Jaschke, Teamlead Creative bei SNOCKS ƒ Marilyn Repp, stellvertretende Geschäftsführerin Mittelstand-Digital Zentrum Handel ƒ Daniela Schumacher, Founder von PsyCurio ƒ rooom AG – Enterprise Metaverse Solutions ƒ Škoda Auto Deutschland GmbH ƒ Karl Wehner, Managing Director Alibaba Group – Deutschland, Österreich, Schweiz, CEE, Türkei Weiterhin möchten wir uns bei unseren Kolleginnen be- danken, die uns bei unseren Analysen zum Metaverse und bei der Gestaltung unseres Buches unterstützt haben: ƒ Julia Frings, die mit uns gemeinsam Befragungen und Analysen von Web 1.0 bis Web 3.0 durchgeführt hat, ƒ Sophie Louise Flierdl, die Kernergebnisse unserer Studien in eine präsentable grafische Form gebracht hat. Starten wir jetzt aber gemeinsam in das Metaverse!
  • 13. Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln 1
  • 14. 16 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln Beginnen wir mit einer Umrundung und Einkreisung des Themenfeldes. Jeder, der sich mit dem Thema Metaverse zu beschäftigen beginnt, hat Fragen, die die Konstanten und Parameter des neuen virtuellen Universums betref- fen, nämlich: 1. Was ist das Metaverse eigentlich? 2. Gibt es überhaupt das eine Metaverse? 3. Ist der Startschuss für das Metaverse gefallen? 4. Wann kommt das Metaverse? Oder ist es schon da? 5. Wer ist Herrscher im virtuellen Universum? 6. Wie kommt man überhaupt ins Metaverse? 7. Was machen virtuelle Nutzer im Metaverse? Der Beantwortung dieser sieben Metaverse-Basisfragen wollen wir uns auf den nächsten Seiten widmen. Aber Bescheid wissen und zuschauen allein reicht nicht. Das Metaverse mag jetzt noch hypothetisch erscheinen, wie Snapchat-Gründer Evan Spiegel bemängelt. Aber reale Auswirkungen hat es gleichwohl. Die Ausfaltungen des Metaverse werden ihre Spuren hinterlassen, im Konsum- und Kommunikationsverhalten, in der Tech-Landschaft und in der Wettbewerbsstruktur. Und darauf muss man vorbereitet sein. Und in dem Kontext muss man mittel- fristig agieren. Ist die Umrundung beendet, muss sich also zwangsläufig die Frage anschließen: 7,5. Und jetzt? Dieser Frage wollen wir ein kurzes halbes Kapitel wid- men. Gewissermaßen als Selbst-Ermahnung und Hin- leitung zum Hauptteil unseres Buches, nämlich den Ak- tionsfeldern für ein erfolgreiches Metaverse-Business. Starten wir nun mit der Erkundungstour. 1.1 Was ist das Metaverse eigentlich? Beginnen wir mit einer Begriffsdefinition. Definitionen des Metaverse gibt es viele. Manchmal hat es den An- schein, als würde sich das Metaverse überhaupt einem definitorischen Zugriff entziehen. Zu undeutlich, zu
  • 15. Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 17 schillernd sind seine Konturen, wie einige anmerken. Vielleicht fehlen uns auch die erforderlichen, ganz neuen Begrifflichkeiten, wie manche vermuten. Reicht es denn nicht, einfach intuitiv zu erfassen, was wir als Metaverse verstehen, fragt der Metaverser Tony Parisi? Eine Definition wäre dann nicht erforderlich. Wir denken nein. Ein wenn auch vorläufiges, wenn auch pragmatisch festgelegtes Begriffsverständnis hilft. Wie wir das Metaverse verstehen: Wir halten uns an Matthew Ball, Ex-Head of Strategy @AmazonStudios und Autor eines Metaverse-Grundlagenwerkes. Seine Begriffsbestimmung ist am weitesten verbreitet und auch am weitesten akzeptiert. Das Metaverse als ein Netzwerk von Mikro-Meta- versen: Das Metaverse ist ein Netzwerk von virtuellen 3-D-Welten. Dabei umfasst das virtuelle Universum eine prinzipiell unbegrenzte Anzahl von Mikro-Metaversen, Meta-Galaxien oder M-Welten, wie sie genannt werden. Was als Mikro-Metaverse einzustufen ist, wird teils unterschiedlich bewertet und auch strittig diskutiert. In manchen Fällen wird das Etikett »Metaverse« aus werb- lichen Gründen aufgeklebt. Das ist durchsichtig und kann direkt aussortiert werden. In anderen Fällen ste- hen unterschiedliche Beschreibungskontexte und Meta- verse-Zielvisionen im Hintergrund. Deutlich wird das bei der Einordnung von Gaming-Plattformen. Gaming-Platt- formen werden einerseits als Kernbestand des Meta- verse, auch der Metaverse-Ökonomie eingeordnet. Die heute schon sehr erfolgreiche Spieleplattform Roblox wird als kommender Metaverse-Superstar von zahlrei- chen Experten gesehen. Hier wird stark auf beobacht- bare Entwicklungstrends abgehoben. Andererseits wer- den genau diese bestehenden Gamingplattformen und insbesondere auch Roblox aus dem Metaverse verbannt. Sie ließen Offenheit und Mitbestimmungsrechte der Ga- merinnen und Gamer vermissen, machten sich der Re- geldiktatur und Ausbeutung der Gamerinnen und Gamer schuldig. Hier steht die Utopie dezentraler Selbstorga- nisation und freier Bürgerinnen und Bürger im Fokus.
  • 16. 18 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln Wir halten uns im Folgenden an empirische Ableitungen, der Ruf nach digitalen Utopien lockt uns nicht. Gaming- Plattformen gehören deshalb für uns dazu. Roblox, The Sandbox und Co. bitte hereinkommen! »We see the metaverse as a myriad of virtual worlds that users can navigate through with an avatar, which is the representation of themselves as a new form of digital identity. This vision is built on three main pillars: digital ownership, gaming, and the creator economy.« Sebastien Borget, Co-Founder & COO bei The Sandbox Das Metaverse als interoperables System Zwischen den Mikro-Metaversen, darin sind sich alle ei- nig, muss ein bruchloser Wechsel möglich sein. Das Meta- verse ist interoperabel. Das ist eine Grundkonstante des virtuellen Universums. Und das bedeutet: Das Metaverse ist kein abgezäunter digitaler Themenpark, kein Second-Life in Neuauflage, auch keine Pluralität von Second-Life. Die Account- und Plattform-Gefangenschaft ist aufgehoben. Interoperationalität ist aber nicht einfach herzustellen – aus technischen Gründen, aber gewissermaßen auch aus ästhetischen Gründen. In ihrem realen Alltag wech- seln Sie nicht von Touchpoint zu Touchpoint Ihre Iden- tität, Ihre Hautfarbe, Ihre Kleidung und Ihre Besitzver- hältnisse. Im Metaverse schon, zumindest potenziell. Da prallen dann auch Welten, Regelsysteme und Besitzver- hältnisse aufeinander, die harmonisiert und kompatibel gemacht werden müssen. Da betritt der Astronauten- Avatar plötzlich eine Mittelalter-Welt, kann den Orbit
  • 17. Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 19 umkreisen, stellt Besitzansprüche. Und nun? Da kommt Ärger und Arbeit auf die Weltenbauer zu. Das Metaverse als synchrone und dauerhafte Erfahrung Das Metaverse kann von einer praktisch unbegrenzten Anzahl von Nutzern synchron und dauerhaft erlebt wer- den, mit einem individuellen Gefühl der Präsenz und mit Kontinuität der Daten wie Identität, Geschichte, An- sprüche, Objekte, Kommunikation und Zahlungen. So weit folgen wir Matthew Ball. Aber wir ergänzen noch einen weiteren Aspekt. Das Metaverse existiert nicht abgesondert und abgehoben. Das Metaverse existiert nicht nur dann, wenn man die VR-Brille aufsetzt und ist verschwunden und erledigt, wenn man die VR-Brille in die Ecke legt. Das Metaverse ist mit dem realen Leben verbunden und verschränkt. Dabei geht es also nicht nur um den geschmeidigen Wechsel von virtueller Mikro- Welt zu virtueller Mikro-Welt. Es geht auch um die An- bindung an die Real-Welt. Ein Beispiel: NFTs können einen Wert an sich darstel- len, können Zugangsrechte zu digitalen Erfahrungen und Produkten darstellen, aber eben auch realweltli- che Vorteile nach sich ziehen, frühzeitigen Zugriff auf neue Produkte oder exklusive Rabatte im Geschäft. Das Metaverse ist damit in den Omnichannel eingebunden. Und muss daher omni-operabel sein. Ein weiterer As- pekt kommt hinzu. Wie ist es einzuordnen, wenn man sich mit einer AR-Brille beziehungsweise Smart Glass, wie sie Apple demnächst launchen will, durch den Alltag bewegt? Auch wenn nicht jede AR-Anwendung direkt ins Metaverse führt, ein Zugang zum Metaverse ist zumin- dest möglich. Das Metaverse überlagert dann als virtu- elle Sicht den erfahrenen Alltag, beide Welten verbinden und vermischen sich. Wie wir das Metaverse nicht verstehen Atmen wir kurz durch. Wir haben das Metaverse jetzt ein- mal begrifflich umkreist. Beim Blick darauf, das wissen wir, mag mancher Leser überrascht sein. Wichtige The- men, die häufig im Kontext der Metaverse-Diskussionen
  • 18. 20 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln auftauchen, die oft auch als Basis oder mindestens Be- standteil des Metaverse eingruppiert werden, werden nicht genannt. Wir sprechen insbesondere von den The- men Web 3.0 und Blockchain. Sind beide Themen nicht Grundkonstanten des Metaverse? Die Themen werden im Zusammenhang diskutiert. Ihr Aufstieg mag auch paral- lel erfolgen. Zudem mögen manche Prinzipien und Ziel- bilder wie das dezentrale Netzwerk unabhängiger Use- rinnen und User, zum Gedeihen des Metaverse beitragen. Aber wie Matthew Ball argumentiert: Das Web 3.0 erfor- dert keine 3-D-Erfahrungen, in Echtzeit und synchron. Das Metaverse wiederum erfordert keine dezentralisier- ten Datenbanken, keine Blockchains. Die Blockchain ist, wie der XR-Experte Tom Ffiske sich ausdrückt, nur »tangential« mit dem Metaverse verbunden. In unserer Arbeitsdefinition sind beide Themen, also Web 3.0 und Blockchain, daher nicht enthalten. (Wir hören schon den Widerspruch, die Empörung und den Aufschrei, aber wir bleiben dabei.). Und da wir gerade dabei sind: Das Metaverse ist auch nicht an spezifische Zugangstechnologien gebunden be- ziehungsweise über die Zugangstechnologien definiert. Konkret bedeutet das: Man muss keine VR-Brille aufsetzen, um in das Metaverse zu gelangen. Und der Konnex von VR und virtueller Realität definiert nicht zwangsläufig und ausschließlich das Feld »Meta- verse«. (Über AR käme man dann nach dem Verständnis in das »Metavearth«). Das sehen wir nicht so. Das Meta- verse erlaubt Bandbreiten.
  • 19. Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 21 »Das Metaverse ist für mich bis heute nicht auf den Punkt einer allgemeingültigen Definition zuzuordnen. Der Begriff steht viel mehr für eine Vision von einem digitalen Universum, dass mit verschiedenen Welten und Erlebnissen eine Brücke zu unserer Realität schlägt und diese erweitert. Die wichtigsten Eigenschaften der Vision vom Metaversum sind für mich: Dezentralität, Globalität und (weitestgehende) Autonomität.« Corinna Dahlhaus, Head of Marketing & Communication bei Deiters Wichtig ist uns hier vor allem, nicht dogmatisch aufzu- treten. Gerade wenn Felder neu entstehen, wird über de- ren Abgrenzung und Vermessung teils heftig gestritten. Mit Begriffsdefinitionen werden Ansprüche gesetzt, aus ihnen wird Deutungshoheit abgeleitet. Unsere Zielset- zung ist, Klarheit in der Beschreibung und in der Diskus- sion zu erreichen. Andere Auffassungen und Zugänge sind immer erwünscht und kommen auch im Folgenden zu Wort. Cathy Hackl, die auch als Großmutter des Meta- verse bezeichnet wird, hat hierzu einen nützlichen Vor- schlag unterbreitet: Man solle doch vom Metaverse so sprechen, wie wir auch von Schule oder Arbeitsplatz sprechen. Wir beziehen uns dabei auf eine gemeinsame geteilte Erfahrung, obwohl wir nicht zu den exakt selben Orten auf exakt denselben Wegen unterwegs sind. Damit kann man arbeiten.
  • 20. 22 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln 1.2 Gibt es überhaupt das eine Metaverse? Die Frage kommt einfach daher, lädt zu einer ebenso einfachen Antwort, zu einem klaren Ja oder Nein ein. Aber um es offen zu sagen: Wirklich wissen tun wir es nicht. Das Metaverse hat gerade seinen Urknall erlebt und faltet sich aus. Zu welcher Gestalt es sich heraus- bilden, welche Veränderungen es unterwegs erfahren wird, können wir nicht vorhersagen. Aber wir können eine begründete Annahme treffen. Und unsere begrün- dete Annahme lautet, dass sich das Metaverse zu einer Mikro-Makro-Struktur entwickeln wird. Die Kosmologie bietet eine Analogie Die Wissenschaft, die sich mit Ursprung, Entwicklung und Struktur des Universums beschäftigt, hat eine Theo- rie des sogenannten Multiversums entwickelt. Demnach hat es nicht den einen Urknall gegeben, aus dem sich dann unser Universum entwickelt hat. Wir sind nicht allein, ist die Annahme. Es hat und wird immer wieder einen Urknall geben. Daraus entstehen viele verschie- dene Universen, mit unterschiedlicher Lebensdauer und mit unterschiedlichen Eigenschaften. Einige werden nur wenige Sekunden bestehen, andere unser Universum deutlich länger überleben. In einigen ist der Elektroma- gnetismus schwächer oder die Gravitation stärker. Einige bringen komplexe Organismen hervor, andere noch nicht einmal Sterne. Selektive Prozesse sollen hier am Werk sein. Das ist, wohlgemerkt, nur eine Annahme. Belege hierfür haben wir nicht und können wir auch nicht bei- bringen. Dafür fehlen uns die technischen Mittel. Aber es verweist auf einen Evolutionspfad des Kosmos, nämlich nicht als einheitlicher Block, sondern als Multi-Zukunft, den wir wahrscheinlich auch im Metaverse antreffen wer- den. Multiple Mikro-Metaversen entstehen … Die Evolution wird auf ein offenes und multiples Univer- sum zulaufen. Der Tech-Experte Tom Ffiske spricht hier von »Mikro-Metaversen«, andere von Meta-Galaxien oder von M-Welten, die sich auf dem Weg entwickeln
  • 21. Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 23 und weiterentwickeln. Mikro-Metaversen entstehen auf Gaming-Plattformen oder in virtuellen Markenwelten. Auch der Facebook-Konzern Meta, der für seine Zukunft klar auf das Metaverse setzt, wird nur eine der virtuel- len Galaxien stellen. Möglicherweise eine große, viel besuchte, wirtschaftsrelevante Galaxie, aber eben nur einer unter mehreren oder vielen. Kürzlich wurde be- hauptet, zehntausend Metaverses wären aktuell im Ent- stehen. Die Zahl ist schwer nachprüfbar und sicher auch stetiger Veränderung unterworfen. Aber gleichwohl in- diziert sie, dass wir über viele Erscheinungsformen re- den und reden müssen. … und verbinden sich in einem Makro-Universum Aber die bunte Vielfalt der Metaversen ist nicht der End- punkt der Entwicklung. Wichtig ist, dass das multiple Universum Interoperabilität bietet, also den problemlo- sen Wechsel und Übergang von einer Galaxie zur nächs- ten und dass das Universum Synchronität aufweist, also jede Galaxie den letzten Stand der Änderung im Avatar- Look, im Kundenverhalten, auch im digitalen Besitz- und Vermögensstand registriert und mitvollzieht. Im soge- nannten Metaverse Standards Forum haben sich Schwer- gewichte von Meta, Google und Microsoft über Master- Card, Samsung und Telekom bis hin zu Baidu und Tencent zusammengeschlossen. Auch Spielehersteller wie Epic Games und Handelsbetriebe wie IKEA sind vertreten (Apple fehlt übrigens auf der Liste – eine auffällige Leerstelle). Hier sollen Standards der Interoperabilität diskutiert und ausgehandelt werden. Problembewusst- sein ist also da, Vielfalt und Anschlussfähigkeit scheinen in die Struktur des Metaverse eingeschrieben werden zu sollen. Das Makro-Universum wird hier vorbereitet. 1.3 Ist der Startschuss für das Metaverse gefallen? Im Metaverse herrscht aktuell das »große Beginnerge- fühl«, wie der Autor Bert Brecht das in sein Arbeitsjour- nal notiert – es herrscht Goldgräberstimmung. Der Ein- druck drängt sich auf, wenn man aktuelle Debatten und
  • 22. 24 | Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln Unternehmensverlautbarungen verfolgt. Das Jahr 2022 wird dabei als Startschuss für den großen Metaverse- Entwicklungswettlauf ausgerufen. Es sei das wichtigste Jahr in seiner bisher kurzen Geschichte, heißt es. Si- cher, von interessierter Seite wird hier mächtig getrom- melt: Potenzielle Metaverse-Player und umsatzsuchen- de Mateverse-Strategieberater sehen das Geschäft und wollen das Thema entsprechend forcieren. Aber davon einmal abgesehen, sprechen Fakten und Indizien dafür, dass hier eine Zukunftsvision zum beherrschenden Trend wird? Schauen wir einmal genauer hin: Die Pandemie treibt den Digital Shift Die Corona-Pandemie hat einen digitalen Shift, also eine verstärkte digitale Affinität und Nutzungsbereitschaft in der Bevölkerung herbeigeführt. Seit Beginn der Pandemie hat das IFH KÖLN und ECC KÖLN die Deutschen regelmäßig zu ihrer Stimmungslage und ihren Einkaufsverhalten befragt. Eine Kernfrage zielte darauf ab, ob man Einkäufe, die man bislang stationär im 1|Digital Shift 2020–2022 Haben Sie in der letzten Woche Einkäufe oder Anschaffungen, die Sie normalerweise in Geschäften erledigen, im Internet getätigt? (In Prozent) Quelle: ECC KÖLN: Corona Consumer Check, 2021 12/20 16 19 24 34 43 46 4/21 11 28 48 8/22 22 29 13 22 22 24 26 31 35 34 33 33 35 36 43 34
  • 23. Metaverse – Umrundung in siebeneinhalb Kapiteln | 25 Geschäft erledigt hat, nunmehr digital über das Internet vornehme. Dabei zeigte sich: Die Angst vor Ansteckung und natürlich auch der Lockdown des Einzelhandels ha- ben zum verstärkten Ausprobieren geführt. Man hat ein- fach einmal über das Internet bestellt, wo man es bislang nicht getan hatte. Und meist mit Erfolg: Man war im Er- gebnis zufrieden und kann sich einen erneuten Online- Kauf vorstellen. Zudem wurden Cross-Channel-Services wie Click & Collect, die bislang eine eher stiefmütterliche Existenz geführt haben, zunehmend populärer. Der Digital Shift hat sich zunächst mit der Inzidenzlage entwickelt (Grafik 1). Gingen die Inzidenzen hoch, stieg auch der Digital Shift. Gingen sie runter, setzte eine ver- haltene Bewegung zurück in die Geschäfte ein. Seit ei- niger Zeit jedoch scheint sich der Digital Shift von der Inzidenzlage abgekoppelt zu haben. Wir befinden uns aktuell in der gefühlten Post-Pandemie. Die Inzidenzla- ge hat an Aufmerksamkeitswert und Verhaltensrelevanz deutlich verloren. Gleichwohl sind wir nicht mehr in die Vor-Pandemie zurückgekehrt. In der Pandemie gelernte und bewährte Verhaltensweisen werden (zumindest par- tiell) beibehalten. Der Digital Shift verharrt auf einem gleichbleibenden Niveau. Onlinekäufe und Cross-Channel-Services haben an Nutzungsbereitschaft sowie an Umsatzanteilen, ge- wonnen. Die stationären Frequenzen dagegen haben sich nicht erholt (Grafik 2). Das Augenmerk der Ge- schäftsbesucher liegt nach wie vor auf der Abarbeitung des Einkaufszettels. Die Lust am Shoppen und Stöbern ist nicht wieder aufgelebt. Der innerstädtische Handel leidet entsprechend unter fehlenden Kundinnen und Kunden sowie ausbleibenden Umsätzen. Diese fort- dauernde Durststrecke macht den Geschäften schwer zu schaffen. Und jetzt kommen zu allem Überfluss auch noch Probleme mit gestörten Lieferketten, schwindel- erregenden Energiekosten und hoher Inflation hinzu. Für die Entwicklung des Metaverse bedeutet das: Offen- heit und Nutzungsbereitschaft für digitale Angebote ha- ben sich verstärkt. Auf dem fruchtbaren Boden kann ein Metaverse wachsen.
  • 24. Wann kommt die Zukunft? Sie ist da! Trends wie die digitale Transformation, Nachhaltigkeit und der demografische Wandel sind seit mehr als zehn Jahren bekannt. Doch jetzt sind sie Realität. Jeder einzelne Trend wäre bereits eine Revolution in sich. Doch die drei Treiber verstärken sich gegenseitig: Aus dem Wandel wird der Turbowandel. Bis zum Ende des Jahrzehnts entsteht eine vollkommen neue Wirtschaft. Alles kommt auf den Prüfstand: Produkte, Geschäftsmodelle, Lieferketten, Marketing und Vertrieb, Produktion und Logistik. Ganze Branchen werden radikal durchgeschüttelt. Am Ende wird kein Stein mehr auf dem anderen geblieben sein. Wie können Unternehmen, Verbände, Organisationen und die Gesellschaft diesen radikalen Wandel erfolgreich bewältigen? Durch eine hocheffektive Denk- und Managementtechnik: Den Reset. Setzen Sie alles immer wieder auf null! So, wie Sie einen Computer neu starten, wenn er langsamer reagiert. Durch einen Reset können aus Unternehmen, die lange Zeit als träge und behäbig galten, Verwandlungskünstler werden. Teams werden agiler und kreativer. Und Sie selbst können sich genauso schnell verändern wie die Märkte um Sie herum. In seinem neuen Buch beschreibt Erfolgsautor Dr. Jens-Uwe Meyer (»Digitale Gewinner«, »Radikale Innovation«, »Digitale Disruption«), wie Teams, Organisationen und Unternehmen bislang unlösbare Konflikte durch einen Reset bewältigen können. Sein Versprechen: Durch einen regelmäßigen Reset werden Sie, Ihr Team und Ihr Unternehmen zu den Gewinnern des Turbowandels gehören. Jens-Uwe Meyer reset Wie sich Unternehmen und Organisationen neu erfinden 1. Auflage 2022 264 Seiten; Broschur; 24,95 Euro ISBN 978-3-86980-635-8; Art.-Nr.: 1144 www.BusinessVillage.de reset
  • 25. Hybride Teamarbeit bietet viele Chancen – im Moment fühlt es sich aber mehr nach Herausforderung an? Die digitale Technik sorgt für Verunsicherung? Zwischenmenschliches, wie die beiläufige Kommunikation und das Wirgefühl, bleibt auf der Strecke? So geht es vielen Teams. Dieses Praxisbuch liefert Dir vielfältige Lösungsvorschläge zu diesen Herausforderungen – ganz gleich, ob Du ein Projektteam verantwortest, als Führungskraft ein Team in der Linie leitest oder Teammitglied bist. Jede:r im Team kann dazu beitragen, Zusammenarbeit auf Distanz zu gestalten und die Potenziale zu nutzen. Praxisnah zeigt dieses Buch, wie sich ein hybrides Team digital gut aufstellen und wirksam kommunizieren kann. Es stellt Dir hilfreiche Methoden, Werkzeuge und Strukturen vor und liefert praxiserprobtes Wissen, damit sogar (hybride) Meetings gut gelingen. Tipps für die gezielte Gestaltung des Change-Prozesses erleichtern den Umgang mit Widerständen. So steigen Produktivität und Zufriedenheit im Team und es entsteht eine gemeinsame Motivation, um sich auf die neue Arbeitswelt einzulassen. Der beste Zeitpunkt, Teamarbeit auf ein neues Level zu bringen, ist jetzt. Dieses Buch unterstützt Dich dabei. Gesine Engelage-Meyer, Sonja Hanau Mit hybriden Teams mehr erreichen Werkzeuge, Methoden und Praktiken für gelungene Zusammenarbeit auf Distanz 1. Auflage 2023 270 Seiten; Broschur; 29,95 Euro ISBN 978-3-86980-644-0; Art.-Nr.: 1148 www.BusinessVillage.de Mit hybriden Teams mehr erreichen