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  1. 1. JIM-STUDIE JIM-STUDIE 2011 Jugend, Information, (Multi-) Media Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger F o r s c h u n g s b e r i c h t e
  2. 2. JIM 2011Jugend, Information, (Multi-) MediaBasisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in DeutschlandHerausgeber:Medienpädagogischer Forschungsverbund SüdwestGeschäftsstelle:c/o Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK)Thomas RathgebReinsburgstr. 2770178 StuttgartTel.: 0711 – 66 99 131Fax.: 0711 – 66 99 111E-Mail: info@mpfs.dehttp://www.mpfs.deLeitung:Peter Behrens (LMK)Thomas Rathgeb (LFK)Stuttgart, November 2011Redaktion:Lena Ebert (SWR Medienforschung)Sabine Feierabend (SWR Medienforschung)Ulrike Karg (LFK)Thomas Rathgeb (LFK)© Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (LFK, LMK)
  3. 3. Inhaltsverzeichnis Seite1. Einführung und Methode 32. Medienausstattung 53. Freizeitaktivitäten 74. Themeninteressen 9 Exkurs: Berufswunsch 115. Medienbeschäftigung in der Freizeit 136. Wichtigkeit der Medien 157. Glaubwürdigkeit der Medien 188. Radio und Musik 19 8.1 Radio 20 8.2 Beschaffung von Musiktiteln 219. Fernsehen 23 9.1 Fernsehnachrichten 24 9.2 Unterhaltungs- und Castingshows 2610. Bücher 2811. Computer und Internet 30 11.1 Nutzungsfrequenz und Nutzungsorte 30 11.2 Tätigkeiten am Computer/im Internet 32 11.3 Probleme im Internet 38 11.4 Jugend früher und heute 4012. Computer-, Konsolen- und Onlinespiele 42 12.1 Nutzungs- und Spielpräferenzen 42 12.2 Jugendschutz 4613. Online-Communities und Datenschutz 47 13.1 Nutzungshäufigkeit und Nutzungsmuster 47 13.2 Datenschutz 5014. Handy 57 14.1 Ausstattung und Kosten 57 14.2 Handynutzung 59 14.3 Problematische Inhalte 6015. Zusammenfassung 6416. English summary 67
  4. 4. Seite 2 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011
  5. 5. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 31. Einführung und MethodeDas Thema „Medienpädagogik und Medienbildung“ erfährt derzeit viel Interesse und Aufmerk-samkeit. Kaum ein Bundesland, das nicht Kampagnen und Initiativen zur Internetsicherheit,zur Medienerziehung oder vergleichbaren Themen initiiert. Auf Landes- und Bundesebenewird das Thema intensiv diskutiert und die Nutzung des Internets mit seinen Chancen undRisiken ist Teil der gesellschaftlichen Diskussion. Seit 13 Jahren ist der MedienpädagogischeForschungsverbund Südwest (mpfs) mit der JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-) Media)Teil dieser Debatte. Mit dieser repräsentativen Langzeituntersuchung bietet der mpfs kontinu-ierlich Daten zur Mediennutzung von Jugendlichen. Vielmals wird heute der Begriff der „digitalnatives“ bemüht: Die Jugendlichen werden als „digitale Eingeborene“ bezeichnet, da sie be-reits in einer Welt mit einem vielfältigen Angebot an Medien aufwachsen und sich den Um-gang nicht erst im Erwachsenenalter aneignen müssen. Oftmals wird allerdings die unver-krampfte Herangehensweise von Jugendlichen an moderne Medientechnik missverstandenals eine Art angeborene Medienkompetenz. Wie der Alltag von Jugendlichen in der multimedi-alen Welt aussieht, beschreibt die vorliegende JIM-Studie mit Angaben zur Nutzung von Fern-sehen, Radio, Büchern, Handy, Computer und Internet sowie Computer- und Konsolenspie-len.Mit der vorliegenden Ausgabe dokumentiert der Medienpädagogische ForschungsverbundSüdwest zum vierzehnten Mal die Medienwelt der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland. Nebender Fortführung der Basisstudie, die die aktuelle Situation der Mediennutzung von Jugendli-chen untersucht, liegt ein Schwerpunkt im Jahr 2011 in der Betrachtung von sozialen Netz-werken, insbesondere das Thema Datenschutz wird näher beleuchtet. Weiter werden allge-meine Themeninteressen von Jugendlichen sowie die Glaubwürdigkeit der Medien untersucht.Die Grundgesamtheit der JIM-Studie 2011 umfasst die ca. sieben Millionen Jugendlichen imAlter von 12 bis 19 Jahren in Telefon-Haushalten der Bundesrepublik Deutschland. Aus dieserGrundgesamtheit wurde eine repräsentative Stichprobe von 1.205 Jugendlichen in der Zeitvom 16. Mai bis 26. Juni 2011 telefonisch befragt. Feldarbeit und Datenprüfung lagen beimInstitut ENIGMA GfK in Wiesbaden. Geringe Abweichungen der Soll-Struktur wurden durcheine iterative Gewichtung der Merkmale „Geschlecht x Alter insgesamt“ und „Bundesland“(Basis: Statistisches Bundesamt, Stand 31.12.2009) ausgeglichen, so dass die befragten Ju-gendlichen ein möglichst genaues Spiegelbild der Grundgesamtheit wiedergeben.
  6. 6. Seite 4 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 JIM 2011: Soziodemografie Jungen 51 Mädchen 49 Altersgruppen 12-13 Jahre 25 14-15 Jahre 24 16-17 Jahre 25 18-19 Jahre 26 Schüler 82 Auszubildende 10 Studenten 4 Bildungsgruppen Hauptschule 10 Realschule 33 Gymnasium 53 0 20 40 60 80 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Herausgeber der Studienreihe JIM ist der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest(mpfs), der gemeinsam von • der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und • der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK)getragen wirdin Kooperation mit • der SWR Medienforschungin Zusammenarbeit mit • der Bundeszentrale für politische Bildung • den Landeszentralen für politische Bildung Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz • der Stiftung Lesen • der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft mbH & Co. KG.Aus Gründen der Lesbarkeit bedient sich der vorliegende Bericht meist männlicher Substanti-ve, schließt die weibliche Form der Begriffe jedoch selbstverständlich mit ein. Wenn bei-spielsweise von Nutzern die Rede ist, so sind stets Nutzerinnen und Nutzer gemeint. Sofernnicht anders gekennzeichnet, beziehen sich die Ergebnisse auf die Erhebungen des Jahres2011. Gängigen Konventionen folgend, werden die Jugendlichen hinsichtlich ihres Bildungsni-veaus nach dem noch immer in weiten Teilen Deutschlands vorherrschenden dreigliedrigenSchulsystems dargestellt – Haupt- und Realschule sowie Gymnasium. Jugendliche in Ausbil-dung werden gemäß ihrem höchsten Bildungsabschluss eingeordnet.
  7. 7. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 52. MedienausstattungDas Angebot an Geräten zur Mediennutzung weitet sich ständig aus. Nach dem Einzug derSmartphones eröffnen sich nun mit Tablet-PCs, wie dem iPad, über die neue Bedienebeneper Touchscreen, Bewegungs- und Lichtsensoren neue Angebote und Nutzungsmöglichkei-ten. Welche Geräte Jugendlichen aktuell zur Verfügung stehen, zeigt ein Blick auf die Haus-haltsausstattung. Alle Haushalte, in denen Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren aufwach-sen, haben Fernseher, Computer, Internetzugang und Handys. Fast jeder Haushalt hat einRadio und die Möglichkeit, mit einer Digitalkamera zu fotografieren, in neun von zehn Haus-halten steht ein MP3-Player zur Verfügung. Drei Viertel haben eine fest installierte Spielkonso-le, zwei Drittel eine tragbare Spielkonsole. Der Anteil der Familien, die einen Flachbildfernse-her haben, ist deutlich auf 76 Prozent angestiegen (2010: 56 %). Merklich zugenommen hatauch der Besitz von Smartphones, also Mobiltelefonen mit der Möglichkeit das Internet mobilzu nutzen und anderen erweiterten Funktionen. Hier stieg die Besitzrate von 23 Prozent in2010 auf aktuell 43 Prozent der Haushalte. Erstmals erhoben wurden Tablet-PCs. Immerhinjeder zehnte Haushalt hat bereits diese neue Geräteart, die über einen Touchscreen bedientwird. Geräte-Ausstattung im Haushalt 2011 (Auswahl) Computer/Laptop 100 Handy 99 Fernseher 99 Internetzugang 99 Digitalkamera 96 Radio 95 MP3-Player/iPod 92 DVD-Player (nicht PC) 87 Feste Spielkonsole 77 TV-Flachbildschirm 76 Videorekorder 69 T ragb. Spielkonsole 67 DVD-Rekorder 49 Smartphone/iPhone 43 DVD-Rekorder mit Festplatte 29 Tablet-PC/iPad 10 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Neben den Geräten und deren Verfügbarkeit im Haushalt stellt sich die Frage nach dem Zu-gang zu weiteren Medien. So haben 58 Prozent der Haushalte ein Abonnement einer Tages-zeitung, 41 Prozent bekommen regelmäßig Zeitschriften ins Haus geliefert und 18 Prozenthaben neben den frei zugänglichen Fernsehprogrammen zusätzliche Pay-TV-Angebote.
  8. 8. Seite 6 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011Auch die Jugendlichen selbst haben ein bedeutendes Repertoire an Mediengeräten zur Ver-fügung. Mit 96 Prozent besitzt so gut wie jeder Jugendliche ein eigenes Handy. Vier Fünftelbesitzen einen MP3-Player (82 %) und einen eigenen Computer (79 %). Knapp zwei Drittelhaben ein eigenes Radio (64 %) und etwa jeder Zweite zwischen 12 und 19 Jahren hat eineDigitalkamera (53 %), einen eigenen Fernseher (52 %) oder eine tragbare Spielkonsole(49 %), wie beispielsweise PSP oder Nintendo DS, zur Verfügung. Eine feste Spielkonsole wiedie PlayStation, Wii oder Xbox haben 45 Prozent, ebenso viele können vom eigenen Zimmeraus in das Internet gehen. Jeder dritte Jugendliche hat einen DVD-Player (31 %) und jedervierte ein Smartphone (25 %) bzw. einen Flachbildfernseher (24 %). Etwa jeder Zehnte kannFernsehsendungen mit einem DVD-Rekorder (13 %) oder einem Videorekorder (11 %) auf-zeichnen. Erstmals erhoben wurden 2011 Tablet-PCs wie das iPad oder das Samsung Gala-xy, drei Prozent der Jugendlichen können ein solches Gerät ihr Eigen nennen.Die Besitzverhältnisse von Jungen und Mädchen sind durchaus unterschiedlich. So besitzenmehr Mädchen eine eigene Digitalkamera sowie ein eigenes Handy. Jungen steht dagegenhäufiger ein eigenes Fernsehgerät, ein Flachbildfernseher oder ein Smartphone zur Verfü-gung. Besonders deutlich sind die Unterschiede bei festen Spielkonsolen, hier ist die Ausstat-tungsquote bei den Jungen fast doppelt so hoch wie bei den Mädchen. Gerätebesitz Jugendlicher 2011 98 Handy 94 M P3-Player/iPod 82 81 Computer/Laptop 76 81 Radio 65 63 Digitalkame ra 66 40 48 Fernsehge rät 57 49 Tragb. Spielkonsole 50 31 Fe ste Spielkonsole 58 Internetzugang 44 46 32 DVD-Player (nicht PC) 30 22 Smartphone /iPhone 27 20 TV-Flachbildschirm 29 13 Mädchen DVD-Rekorder 12 Vide orekorder 13 Jungen 10 Tablet-PC/iPad 3 4 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205
  9. 9. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 73. FreizeitaktivitätenTrotz der guten Ausstattung mit Medien sind für Jugendliche in ihrer Freizeit auch andere Ak-tivitäten bedeutsam. An erster Stelle steht die Zusammenkunft mit Freunden. 84 Prozent ver-abreden sich regelmäßig zu einem persönlichen Treffen. Knapp drei Viertel sind in ihrer Frei-zeit sportlich aktiv (72 %), jeder Vierte macht selbst Musik (24 %), sei es durch das Spieleneines Instruments oder die Mitwirkung in einem Chor. Ein vergleichbarer Anteil unternimmtregelmäßig Aktivitäten mit der Familie (23 %). 14 Prozent betätigen sich kreativ, beispielswei-se beim Malen oder Basteln, jeder Zehnte besucht mehrmals die Woche Sportveranstaltun-gen. Shoppingtouren (8 %), Party- oder Discobesuche (6 % bzw. 3 %) finden seltener statt.Der Besuch einer Bibliothek, Kinobesuche und der Gang zur Kirche erfolgen üblicherweisenicht mehrmals pro Woche, hier ist ein Blick auf die Frequenz „einmal in 14 Tagen“ sinnvoll:Innerhalb von zwei Wochen suchen dann 19 Prozent eine Bibliothek auf, jeder Fünfte geht insKino, 21 Prozent gehen in die Kirche zu einem Gottesdienst, 29 Prozent sind Discogängerbzw. feiern auf Partys (44 %). Non-mediale Freizeitaktivitäten 2011 - täglich/mehrmals pro Woche - Mit Freunden/Leuten treffen 82 85 Sport 65 78 Ausruhen, nichts tun 67 67 Familienunternehmungen 26 20 Selbst Musik machen 24 25 Malen, basteln 20 9 Sportveranstaltungen besuchen 8 12 Einkaufsbummel 12 3 Partys 4 8 Mädchen Disco 2 Jungen 3 Leih-Bücherei/Bibliothek 4 4 Briefe/Karten schreiben 2 0 Kirche 1 1 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Bei den Freizeitbeschäftigungen unterscheiden sich Jungen und Mädchen nur in den Berei-chen Sport, Sportveranstaltungen und Partys, die von Jungen häufiger genutzt werden, sowieFamilienunternehmungen, kreative Tätigkeiten und Shoppingaktivitäten, die verstärkt vonMädchen unternommen werden.
  10. 10. Seite 8 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011Mit zunehmendem Alter nehmen sportliche Aktivitäten, das eigene musikalische Engagement,Familienunternehmungen, der Besuch von Sportveranstaltungen und Malen/Basteln ab. Da-gegen treffen sich ältere Jugendliche häufiger mit Freunden, ruhen sich häufiger aus und be-suchen öfter Partys oder eine Disco.Die Freizeitaktivitäten der Jugendlichen sind über die Zeit betrachtet relativ stabil. Vergleichtman die aktuellen Werte mit denen der JIM-Studie 2005, als das Internet noch weniger domi-nant war - gerade mal 60 Prozent der Jugendlichen nutzten damals regelmäßig das Internet -so verzeichnen lediglich das Treffen mit Freunden, der Besuch von Sportveranstaltungen,Einkaufen, Party und Disco zurückgehende Werte. Etwas zugenommen haben dagegen Aus-ruhen, Familienunternehmungen und selbst Musik machen. Non-mediale Freizeitaktivitäten 2011/2005 - täglich/mehrmals pro Woche - Mit Freunden/Leuten treffen 84 88 Sport 72 68 Ausruhen, nichts tun 67 59 Familienunternehmungen 23 16 Selbst Musik machen 24 18 Malen, basteln 14 14 Sportveranstaltungen besuchen 10 14 Einkaufsbummel 8 12 Gesamt 2011, n=1.205 Partys 6 13 Gesamt 2005, n=1.203 Disco 3 6 Leih-Bücherei/Bibliothek 4 4 Briefe/Karten schreiben 1 6 Kirche 1 2 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, JIM 2005, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten
  11. 11. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 94. ThemeninteressenIn größeren Abständen erfragt die JIM-Studie das generelle Interesse von Jugendlichen anverschiedenen Lebensbereichen. Hierfür werden die Jugendlichen gebeten, anhand einervorgegeben Liste von 21 Themen ihr Interesse jeweils mittels einer 6er-Skala von 1: „ist fürmich sehr interessant“ bis 6: „ist für mich überhaupt nicht interessant“ zu bekunden. Der größ-te Zuspruch erfolgt zu den Themen „Liebe/Freundschaft“ (87 % sehr interessant/interessant)und „Musik“ (85 %). Für etwa vier Fünftel ist alles rund um „Ausbildung und Beruf“ (82 %) unddas „Internet“ (79 %) bedeutsam. Knapp drei Viertel begeistern sich für „Sport“ (73 %) und 70Prozent zeigen Interesse am Weltgeschehen („Aktuelles, was in der Welt passiert“). Themenwie „Handy“ (69 %) und Computerfragen (66 %) liegen knapp vor „Gesundheit/Medizin“(62 %), „Schule“ (60 %) und „Mode/Kleidung“ (58 %). Etwa jeder Zweite zwischen 12 und 19Jahren zeigt Interesse an „Kino/Filmen“ (49 %), „Umweltschutz“ (49 %) und „Musik-Stars/Bands“ (47 %). Erstmals abgefragt wurde das Interesse an „Energiepolitik und Energie-versorgung“: Diese Themen sind für jeden dritten Jugendlichen relevant. Jeder Vierte interes-siert sich für „Film-/TV-Stars“ (27 %), „Computerspiele“ (27 %), Wirtschaftsthemen (25 %) undregionale Politik (23 %). Gut jeder Fünfte kann sich für kulturelle Themen und Kunst (22 %)erwärmen. Das Schlusslicht bildet „Politik, die in Berlin gemacht wird“, die nur für 20 Prozentder 12- bis 19-Jährigen von Interesse ist. Themeninteressen 2011 (1) - sehr interessant/interessant - 92 Liebe, Freundschaft 83 87 Musik 83 85 Ausbildung und Beruf 78 75 Internet 82 66 Sport 80 70Aktuelles/was in der Welt passiert 70 74 Handy 64 56 PC & alles, was damit zu tun hat Mädchen 74 66 Jungen Gesundheit/ Medizin 58 65 Schule 56 67 M ode/Kleidung 48 0 20 40 60 80 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205
  12. 12. Seite 10 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Themeninteressen 2011 (2) - sehr interessant/interessant - 48 Kino/Filme 49 55 Umwelt(schutz) 44 50 M usik-Stars/Bands 44 29Energieversorgung/-politik 37 29 Film-/TV-Stars 25 8 Computerspiele 45 17 Wirtschaft 32 Mädchen 23 Regionale Politik Jungen 24 29 Kunst/Kultur 16 15 Überregionale Politik 25 0 20 40 60 80 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Jungen und Mädchen haben nur bei den Themen „Musik“, „Aktuelles“ und „Kino“ sowie bei„Film-/TV-Stars“ und „regionaler Politik“ vergleichbare Interessen. Bei den übrigen Themenbe-reichen zeigen sich zum Teil große Differenzen. Mädchen zeigen mehr Interesse insbesonde-re an „Freundschaft/Liebe“, „Handy“, „Schule“, „Mode/Kleidung“, „Umweltschutz“ sowie„Kunst/Kultur“. Eindeutige Jungenthemen sind dagegen, „Sport“, „Computer“ und „Computer-spiele“, „Wirtschaft“ und „überregionale Politik“.Aufschlussreich ist auch ein Blick auf den unteren Bereich der Skala, also auf die Themen, fürdie sich Jugendliche überhaupt nicht interessieren. Etwa jeder dritte Jugendliche zeigt keiner-lei Interesse an „überregionaler Politik“, jeder Vierte kann mit politischen Themen aus der Re-gion wenig anfangen. Überraschend ist das hohe Desinteresse an „Computerspielen“, einDrittel der Jugendlichen findet dies überhaupt nicht interessant. Dieser hohe Wert für das Des-interesse am Thema „Games“ zeigt, dass dies ein Bereich ist, der auch unter Jugendlichenstark polarisiert. Etwa ein Fünftel hat keinerlei Interesse an „Wirtschaft“ und kann dem Kult um„Musik-Stars/Bands“ oder „Film-/TV-Stars“ nichts abgewinnen.Wie ein Blick auf die Ergebnisse vergangener Jahre zeigt, sind die Interessen der Jugendli-chen relativ stabil. Im Vergleich zu den Ergebnissen der JIM-Studie von 2007, als diese Fra-gestellung zum letzten Mal in dieser Form erhoben wurde, zeigen sich für die meisten Themennur geringfügige Unterschiede. Nur für die Themen „Handy“ (+10 Prozentpunkte PP), „Inter-net“ (+9 PP), „Aktuelles“ (+8 PP), „Gesundheit“ (+7 PP) und „Wirtschaft“ (+6 PP) ist das Inte-
  13. 13. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 11resse merklich gestiegen. Weniger Aufmerksamkeit erfahren die Themen „Musik-Stars/Bands“(-8 PP), „Film-/TV-Stars“ und „Computerspiele“ (je -5 PP).Exkurs: BerufswunschDie Berufswahl ist ein zentraler Aspekt für Jugendliche, vier Fünftel der 12- bis 19-Jährigenhaben Interesse an diesem Thema. 57 Prozent der Jugendlichen haben bereits einen festenBerufswunsch. Jugendliche mit geringerer Bildung sind hier schon deutlich gefestigter in ihrenVorstellungen als Jugendliche mit mittlerer und höherer Bildung. Am beliebtesten sind hierbeiBerufe aus dem Gesundheitswesen (9 %) und kaufmännische Berufe (9 %), Tätigkeiten imBereich Bildung/Erziehung (7 %) und handwerkliche Berufe (6 %). Vier Prozent haben denWunsch, einen künstlerisch-kreativen Beruf auszuüben. Jugendliche, die bereits einen Be-rufswunsch haben, informierten sich überwiegend bei Eltern/Verwandten (32 %) und im Inter-net (29 %). Jeder Vierte informierte sich in der Schule (25 %) oder machte eigene Erfahrun-gen in einem Praktikum (23 %). Die Agentur für Arbeit und die Berufsinformationszentren(BIZ), die die Aufklärung und Beratung über Berufswege zur Aufgabe haben, dienten lediglichacht Prozent der Jugendlichen, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt hatten, als Infor-mationsquelle. Blickt man vor allem auf ältere Jugendliche, die von dieser Fragestellung jabesonders betroffen sind, so ist das Internet die zentrale Informationsinstanz, gefolgt vonSchule und Praktikum oder Ferienjob. Berufswunsch 2011 72 Ja, habe einen Berufswunsch 64 51 4 Bildung/Erziehung 6 8 12 Gesundheitswesen 10 8 16 Kaufmännische Berufe 11 3 23 Handwerkl.-techn. Berufe 9 1 6Andere Handwerkl./Dienstleistungsberufe 4 0 Verkehrswesen 1 Hauptschule 3 2 Realschule Öffentlicher Dienst 6 2 Gymnasium 2 Künstl.-kreative Berufe 4 5 1 Berufe mit Tieren 2 2 Ingenieur/in 2 4 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent, Nennungen ab 2 % Basis: alle Befragten, n=1.205
  14. 14. Seite 12 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Informationsquellen für Berufswunsch 2011 45 Eltern/Verwandte 39 31 18 14 Internet 28 34 36 23 Schule 23 24 28 5 Praktikum/Ferienjob 28 30 25 17 Freunde 12 12-13 Jahre 12 14-15 Jahre 9 16-17 Jahre 18-19 JahreAgentur für Arbeit/BIZ 4 12 14 16 Fernsehen/TV-Serien 6 2 1 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent, Nennungen ab 5 % Basis: Befragte, die einen Berufswunsch haben, n=692
  15. 15. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 135. Medienbeschäftigung in der FreizeitMediengeräte und Medienangebote sind allgegenwärtig und Teil des Alltags von Jugendli-chen. Im Detail betrachtet bedeutet dies, dass neun von zehn Jugendlichen regelmäßig (täg-lich/mehrmals pro Woche) ein Handy (91 %), das Internet (89 %) nutzen oder fernsehen(89 %, egal über welchen Weg). Etwa vier Fünftel beschäftigen sich zumindest mehrmals proWoche mit einem MP3-Player (83 %) oder einem Radio (78 %), CDs (oder Kassetten) alsweiteres auditives Medium werden hingegen mit 59 Prozent deutlich seltener genutzt. DasLesen von Büchern (44 %) und Tageszeitungen (42 %) rangiert noch vor der Beschäftigungmit Computer- und Konsolenspielen (34 %). Knapp jeder dritte Jugendliche zwischen 12 und19 Jahren beschäftigt sich regelmäßig mit Digitalfotografie (31 %). Das Onlineangebot vonTageszeitungen nutzen 18 Prozent bereits regelmäßig, zwölf Prozent nutzen die Internetsei-ten von Zeitschriften. Sechs Prozent werden selbst als Medienmacher aktiv und produzierenmindestens mehrmals pro Woche Filme oder Videos. Neu abgefragt wurde die Nutzung vonE-Books: Mit einem Prozent der Nennungen spielt diese Form des Lesens derzeit allerdingsnoch keine Rolle. Medienbeschäftigung in der Freizeit 2011 Handy 80 11 Internet* 65 25 Fernsehen* 60 29 MP3 64 20 Radio* 58 20 Musik-CDs/Kassetten 40 19 Bücher 26 18 T ageszeitung 28 14 Computer-/Konsolenspiele (offline) 11 23 Computer (offline) 15 17 Digitale Fotos machen 9 21 DVD/Video 7 21 Zeitschriften/Magazine 9 17 T ageszeitung (online) 10 8 Hörspielkassetten/-CDs 7 6 Zeitschriften (online) 5 6 täglich mehrmals pro Woche Digitale Filme/Videos machen 1 5 E-Books lesen 1 Kino 1 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205 *egal über welchen WegBetrachtet man nur die tägliche Nutzung als Indiz besonders hoher Alltagsrelevanz, dannsteht das Handy als ständiger Begleiter an vorderster Stelle. Internet und MP3-Dateien wer-den etwas häufiger genutzt als der Fernseher, aber auch dem guten „alten“ Radio kommt einehohe Relevanz im Alltag zu. Printmedien, wie das Buch oder die Tageszeitung sind für jeden
  16. 16. Seite 14 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011Vierten eine tägliche Lektüre. Auch die Onlineausgaben von Tageszeitungen sind relevant: Inder täglichen Nutzung werden diese ebenso häufig verwendet wie gedruckte Zeitschriften.Während die zentralen Medien Internet und Fernsehen von Jungen wie Mädchen in vergleich-barer Häufigkeit genutzt werden, zeigen Mädchen eine Vorliebe für Handy, Radio, Bücher undDigitalkameras. Jungen hingegen nutzen deutlich häufiger eine Tageszeitung (gedruckt wieonline), Computer- und Konsolenspiele, DVDs und einen Computer (offline) sowie die Online-Angebote von Zeitschriften. Besonders eklatant ist die unterschiedliche Nutzung bei Computerund Konsolenspielen: Hier ist der Anteil der regelmäßigen Nutzer bei den Jungen mehr alsdreimal so hoch wie bei den Mädchen. Medienbeschäftigung in der Freizeit 2011 - täglich/mehrmals pro Woche - Handy 95 87 Internet* 90 89 Fernsehen* 91 88 MP3 81 85 Radio* 82 75 Musik-CDs/Kassetten 61 58 Tageszeitung 38 46 Bücher 54 35 Computer/Konsolenspiele (offline) 15 52 DVD/Video 23 33 Computer (offline) 27 35 Digitale Fotos machen 38 24 Zeitschriften/Magazine 26 27 Tageszeitung (online) 13 22 Hörspielkassetten/-CDs 14 12 Zeitschriften (online) 9 Mädchen 14 Digitale Filme/Videos machen 6 7 Jungen Kino 1 1 E-Books lesen 1 1 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205 *egal über welchen Weg
  17. 17. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 156. Wichtigkeit der MedienDa die Häufigkeit der Nutzung nicht zwingend auch die subjektiv empfundene Bedeutung desjeweiligen Mediums widerspiegelt, wird in der JIM-Studie zusätzlich noch explizit die Wichtig-keit der Medienaktivitäten erhoben. Die Frage zielt primär auf die jeweiligen medienspezifi-schen Inhalte, Tätigkeiten und Angebote ab, wobei der Transportweg hier nicht im Vorder-grund steht.Von zentraler Bedeutung ist für Jugendliche Musik und das Internet. Neun von zehn Jugendli-chen empfinden es als (sehr) wichtig, Musik zu hören (90 %) und das Internet zu nutzen(88 %). Vier Fünftel halten das Handy für (sehr) wichtig. Nur gut jeder Zweite zwischen 12 und19 Jahren findet es für sich bedeutsam, Fern zu sehen (56 %), Radio zu hören (58 %) oderein Buch zu lesen (53 %). Für 43 Prozent haben Computer- und Konsolenspiele einen beson-deren Stellenwert und zwei Fünftel legen Wert auf die Tageszeitung.Bei der Betrachtung der subjektiven Wichtigkeit unterscheiden sich die Einschätzungen derJungen und Mädchen vor allem bei der Bedeutung von Computer- und Konsolenspielen. Glei-ches gilt auch für die Tageszeitung, die bei Jungen ebenfalls eine größere Rolle spielt. DasLesen von Büchern und die Nutzung des Radios ist hingegen für Mädchen bedeutsamer. Wichtigkeit der Medien* 2011 - sehr wichtig/wichtig - Mädchen Jungen Internet zu Musik zu hören 92 89 nutzen Handy zu 87 Musik zu hören 88 nutz en Internet zu Handy zu 86 75 nutzen nutz en Bücher zu 65 Computerspiele 60 lesen Radio zu hören 64 Fern zu sehen 58 Fern zu sehen 54 Radio zu hören 53 Tagez eitung zu Tagez eitung zu 35 44 lesen lesen Bücher zu Computerspiele 26 42 lesen 0 25 50 75 100 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205 *egal ob über herkömmlichen Weg, über das Internet oder andere Wege
  18. 18. Seite 16 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011Neben der grundsätzlichen Bedeutung der Medien zeigt der Blick auf verschiedene Alltagssi-tuationen, dass Jugendliche Medien differenziert wahrnehmen und dass das breite Medienan-gebot in unterschiedlichen Settings unterschiedliche Bedeutung erfährt. So hat das Fernsehendie größte Bedeutung beim Mittag- und Abendessen sowie vor dem Schlafengehen. BeimAufstehen sowie beim Frühstück, Mittag- und Abendessen wird häufig auch das Radio alswichtigstes Medium genannt. Im Schulalltag kommt vor allem dem Handy eine bedeutendeRolle zu. Auf dem Schulweg sowie beim Lernen und vor dem Schlafengehen werden MP3-Player und CDs am wichtigsten. Entgegen der grundsätzlichen Bedeutung des Internets findetsich dies in Bezug auf verschiedene Alltagssituationen eher selten als wichtigstes Medium.Wenn, dann wird das Internet in der Schule, beim Lernen und vor dem Schlafengehen ge-nannt. Wichtigkeit der Medien im Tagesablauf - ist mir am wichtigsten - Fernsehen Radio Internet Handy MP3-Player/CDs Bücher Computer-/Konsolenspiele andere Medien keine Medien 100 13 21 25 1 1 30 38 9 1 44 43 75 1 59 55 6 12 2 1 27 3 1 5 1 47 11 31 50 4 3 21 21 2 1 1 7 1 2 1 3 21 11 5 13 5 47 25 39 27 5 17 23 22 9 27 27 12 5 13 14 6 7 8 5 2 4 0 2 Aufstehen Frühstück Schulweg/ Schule/ Pausen Mittag- Lernen Abend- Schlafen- Arbeitsweg Arbeit essen essen gehen Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Die Bedeutung der einzelnen Medien ist nicht nur abhängig von den äußeren Umständen unddem Tagesverlauf, sondern auch von der sozialen Situation, in der man sich befindet. SindJugendliche mit Freunden zusammen, sind die wichtigsten Medien das Handy und Tonträger,wie MP3-Player oder CDs. Mit etwas Abstand folgen Computer- und Konsolenspiele, die jederZehnte hier als wichtigstes Medium nennt. Sind die 12- bis 19-Jährigen mit ihrer Familie zu-sammen, wird von fast jedem Dritten der Fernseher als wichtigstes Medium genannt. Nebendem Fernsehen haben hier nur Radio und das Handy Relevanz. Zwei Fünftel können keineMedien benennen, die ihnen im Kreis der Familie besonders wichtig sind. Sind Jugendliche
  19. 19. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 17allein zu Hause, kommt die größte Rolle dem Internet zu, 35 Prozent nennen das Netz alswichtigstes Medium. 28 Prozent entscheiden sich für das Fernsehen, wenn sie alleine sind,zwölf Prozent nennen hier Computerspiele. Beim Alleinsein kommt den Medien insgesamteine große Bedeutung zu: Nur ein Prozent benennt keine Medienbeschäftigung. Beim Ab-schalten vom Alltag stehen MP3-Player und CDs im Vordergrund und auch das Fernsehenund das Handy spielen eine Rolle. Für jeden Zehnten ist beim Chillen das Internet das wich-tigste Medium. Wichtigkeit der Medien in der Freizeit - ist mir am wichtigsten - Fernsehen Radio Internet Handy MP3-Player/CDs Bücher Computer-/Konsolenspiele andere Medien keine Medien Mit Freunden zusammen 7 5 7 25 21 11 1 23 sein Mit Familie zusammen sein 29 14 11 4 11 1 39 Allein zu Hause 28 5 35 5 9 4 12 11 Beim Chillen 14 9 10 14 39 5 5 1 5 0 25 50 75 100 Basis: alle Befragten, n=1.205 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent
  20. 20. Seite 18 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 20117. Glaubwürdigkeit der MedienEin weiterer Indikator, um den Stellenwert verschiedener Medien aus der Sicht Jugendlicherzu beschreiben, ist die Glaubwürdigkeit: Welches Vertrauen haben die 12- bis 19-Jährigen indie Berichterstattung der jeweiligen Medien? In der JIM-Studie wurden die Jugendlichen ge-fragt: „Stell Dir mal vor, Du wirst im Radio, im Fernsehen, in Tageszeitungen oder im Internet überein und dasselbe Ereignis informiert, die Berichte widersprechen sich aber bzw. sind voneinanderverschieden. Wem würdest Du am ehesten glauben: dem Radio, dem Fernsehen, dem Internetoder der Tageszeitung?“. Auf diese Frage entscheiden sich zwei Fünftel für die Tageszeitung,29 Prozent vertrauen am ehesten den Meldungen aus dem Fernsehen, ein Sechstel baut aufdas Radio und jeder Siebte traut am ehesten den Angaben aus dem Internet. Insgesamt be-trachtet bewerten Jungen und Mädchen die Medien recht ähnlich. Mädchen entscheiden sichetwas häufiger für das Fernsehen, Jungen zu einem größeren Anteil für das Internet. GrößereUnterschiede ergeben sich bei der Betrachtung der Altersgruppen. Hier verlieren mit zuneh-mendem Alter der Jugendlichen Radio und Fernsehen an Glaubwürdigkeit, während die Ta-geszeitung an Vertrauen deutlich hinzu gewinnt. Weniger deutlich gilt das auch für das Inter-net. Würde bei widersprüchlicher Berichterstattung am ehesten vertrauen auf … Gesamt 40 29 16 14 2 Tageszeitung Fernsehen Radio Internet weiß nicht Mädchen 40 31 16 11 2 Jungen 40 26 16 16 2 12-13 Jahre 34 30 24 12 14-15 Jahre 37 31 16 14 2 16-17 Jahre 44 29 12 14 2 18-19 Jahre 43 25 13 16 3 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Vergleicht man die Ergebnisse mit den Daten der JIM-Studie von 2008, als diese Frage zumletzten Mal erhoben wurde, so zeigt sich ein leichter Rückgang im Vertrauen in die Tageszei-tung (2008: 44 %) und ein geringfügiger Anstieg der Glaubwürdigkeit beim Radio (2008:13 %).
  21. 21. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 198. Radio und MusikNach wie vor spielt Musik im Leben junger Menschen eine extrem große Rolle. So dient Musiknicht nur der Zerstreuung (z.B. auf dem Weg zur Schule oder zu Hause) und zum Auslebenvon Stimmungen (Mood Management), Musik ist auch ein wichtiges Element der Identitätsbil-dung. Sie dient der Abgrenzung oder ist ein Ausdruck der Zugehörigkeit zu bestimmten Grup-pen und ein Faktor der Stilbildung auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Neben der eigenenMusik auf dem MP3-Player kommt dem Radio hier eine wichtige Rolle zu. Gefragt nach denÜbertragungswegen zum Musikhören, kommt bei der täglichen Nutzung das Radio bei 55Prozent der Jugendlichen an erster Stelle. 45 Prozent der Jugendlichen nutzen täglich einenMP3-Player zum Musikhören und mehr als jeder Dritte nutzt das Handy (38 %) als alltäglichesMusikabspielgerät. Das Internet (35 %) dient häufiger als Musikquelle als der Computer offline(29 %). CD-Player (13 %), der Fernseher (11 %) oder ein Walkman (3 %) spielen dagegen imAlltag für die Musiknutzung eine geringere Rolle. Beim Musikhören haben Mädchen eine deut-liche Affinität zum Radio, auch der Fernseher und das Handy werden von Mädchen häufigergenutzt. Jungen neigen eher zu Computer und Internet. Musiknutzung (höre Musik mit…) 2011 - täglich - 62 Radio 49 44 MP3-Player/iPod 46 41 Handy/Smartphone 36 34 Internet 36 25 Computer/Laptop (offline) 32 15 Mädchen CD-Player/Discman 11 Jungen 16 Fernseher 8 3 Walkman 3 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205
  22. 22. Seite 20 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 20118.1 RadioDass das Radio auch im Multimediazeitalter für Jugendliche ein relevantes Medium ist, bele-gen die Ergebnisse der JIM-Studie: Pro Tag hören Jugendliche 98 Minuten Radio, 78 Prozenthören regelmäßig Radio. Vergleicht man die Werte der regelmäßigen Radionutzung (mindes-tens mehrmals pro Woche) mit denen vom Vorjahr, zeigt sich eine Steigerung um vier Pro-zentpunkte. Die Radionutzung zeigt sowohl bei den Jungen (2010: 70 %) als auch bei denMädchen (2010: 79 %) eine steigende Tendenz. Auf die positive Entwicklung des Radios ge-rade bei jüngeren Hörern verweisen auch andere Untersuchungen1. Radionutzung 2011 Gesamt 78 9 7 5 Mädchen 82 8 6 4 Jungen 75 11 8 7 12-13 Jahre 85 8 4 3 14-15 Jahre 75 11 8 6 16-17 Jahre 75 10 8 7 18-19 Jahre 78 8 8 5 Hauptschule 70 12 11 8 Realschule 75 9 8 8 Gymnasium 82 9 5 3 0 25 50 75 100 täglich/mehrmals pro Woche einmal/Woche - einmal/14 Tage einmal/Monat - seltener nie Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Die technischen Möglichkeiten Radio zu hören, sind heute vielseitiger geworden. Insbesonde-re Internet und Handy ermöglichen neue Formen der Radionutzung. Trotz der hohen Affinitätzum Internet und der Verfügbarkeit von Handys und MP3-Playern mit Radioempfang ist ausSicht der Jugendlichen das „klassische“, stationäre Radio bzw. das Autoradio die mit Abstandam häufigsten genutzte Option zum Radiohören. Jeder siebte Jugendliche nutzte in den 14Tagen vor der Befragung das Internet zum Radiohören, spezielle Webradiogeräte spielenderzeit noch keine Rolle.1 Karin Gattringer/Walter Klingler: Radionutzung in Deutschland mit leichten Zuwächsen, in: Media Perspekti- ven 10/2010, S. 442-456. Und: Karin Gattringer/Walter Klingler: Radionutzung in Deutschland mit positivem Trend, in: Media Perspektiven 10/2011, S. 442-457.
  23. 23. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 21 Wege der Radionutzung in den letzten 14 Tagen: Über ein stat. Radio 79 Autoradio 73 Über ein Handy/Smartphone 19 Über das Internet 14 Über ein mob. Radio 9 Über einen MP3-Player 8 Über einen Fernseher 3 Spezielles Webradio 1 Über einen Tablet-PC 0 Über einen Computer (TV/Radio Karte) 0 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: Befragte, die mind. einmal in den letzten 14 Tagen Radio hörten, n=1.0568.2 Beschaffung von MusiktitelnDer Zugang zu Musik gestaltet sich heute über viele Wege. Die technischen MöglichkeitenMusik zu hören sind mit Radio, CDs, MP3-Dateien auf dem Player oder im Internet bis hin zuVinyl-Platten breit gefächert. Entsprechend sind auch die Beschaffungsmöglichkeiten für Mu-sik vielfältiger geworden. Die häufigste Variante, wie Jugendliche normalerweise an neue Mu-siktitel kommen, ist der Tausch im Freundeskreis. Etwa zwei Drittel der Jugendlichen nutzendie Möglichkeit, MP3-Dateien von Freunden, Bekannten oder Verwandten auszutauschen. Anzweiter Stelle kommt der Kauf der CD, der für mehr als die Hälfte der Jugendlichen eine Quel-le für neue Songs ist. Knapp die Hälfte kopiert CDs von Freunden oder Bekannten oderschneidet die Titel aus dem Internet mit. Ein gutes Drittel kauft üblicherweise die MP3-Dateienonline und knapp jeder Vierte zieht die Lieder über Tauschbörsen aus dem Internet. Das Mit-schneiden im Internet, der Kauf von MP3-Dateien und die Nutzung von Tauschbörsen kommtbei Jungen häufiger vor als bei Mädchen. Bildungsspezifische Unterschiede ergeben sich vorallem hinsichtlich der Tauschbörsen im Internet: Jugendliche mit Hauptschulhintergrund gehendieser Tätigkeit häufiger nach (31 %), als Jugendliche mit Realschul- oder gymnasialer Bil-dung (21 % bzw. 22 %).
  24. 24. Seite 22 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Genutzte Bezugsmöglichkeiten von neuer Musik Kopiere die MP3-Datei von 63 Freunden, Bekannten oder 64 Verwandten 63 56 Kaufe die CD 58 55 46 Kopiere die CD von Freunden, Bekannten oder Verwandten 49 43 43 Schneide den Titel aus dem Gesamt Internet mit 39 Mädchen 46 Jungen 36 Kaufe die MP3-Datei 31 41 23 Lade die MP3-Datei aus Onlinetauschbörse herunter 19 26 0 25 50 75 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Neben der medialen Nutzung von Musik kann man Musik und Musiker auch live erleben, seies auf großen Konzerten oder Festivals oder bei der Schülerband im Jugendzentrum. Aller-dings machte gut die Hälfte der Jugendlichen innerhalb der letzten 12 Monate vor der Befra-gung von diesen Gelegenheiten keinen Gebrauch. 16 Prozent haben in diesem Zeitraum le-diglich ein Konzert besucht. Jeder Sechste besuchte zwei bis drei Konzerte und sechs Pro-zent haben im letzten Jahr vier oder fünf Konzerte besucht. Sieben Prozent waren bei sechsoder mehr Konzerten live dabei.
  25. 25. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 239. FernsehenAuch im Internetzeitalter hat das Fernsehen einen hohen Stellenwert. Für neun von zehn Ju-gendlichen ist das Fernsehen eine regelmäßige Freizeitbeschäftigung, 60 Prozent sehen tag-täglich fern. Die subjektive geschätzte Nutzungsdauer pro Tag liegt nach eigener Einschät-zung bei 113 Minuten.Trotz der guten Ausstattung mit Computer und Netzzugang und der hohen Alltagsrelevanzdes Internets erfolgt die Fernsehnutzung bei Jugendlichen auch 2011 noch überwiegend überein stationäres Fernsehgerät. Gefragt nach den genutzten Empfangsmöglichkeiten innerhalbder letzten 14 Tage, haben lediglich 14 Prozent Fernsehinhalte über die verschiedenen Mög-lichkeiten des Internets gesehen. Betrachtet man die regelmäßige Nutzung, also zumindestmehrmals pro Woche, haben acht Prozent über das Internet fern gesehen. Die weiteren Mög-lichkeiten der Fernsehnutzug über eine TV-Karte am Computer oder über mobile Geräte wieSmartphone, iPod oder Tablet-PC, haben noch keinen Einzug in den Alltag von Jugendlichengefunden. Allerdings nimmt die Bedeutung des Internets zur Nutzung von Fernsehinhaltenstetig zu, wie der Vergleich mit den Ergebnissen der JIM-Studie 2008 zeigt, als die alternati-ven Nutzungswege des Fernsehens erstmals erhoben wurden. Wege der Fernsehnutzung in den letzten 14 Tagen: 99 Über einen stat. Fernseher 100 14 Über das Internet 5 3 Über ein Handy/Smartphone* 2 2011 (n=1.156) 2 2008 (n=1.149) Über einen Computer (TV- Karte) 3 1 Tablet-PC 1 iPod 0 25 50 75 100 * Seit 2011 inkl. Smartphone Quelle: JIM 2011, JIM 2008, Angaben in Prozent Basis: Befragte, die mind. einmal in den letzten 14 Tagen ferngesehen habenWas die inhaltlichen Vorlieben betrifft, haben sich hierbei keine Änderungen ergeben: Wie dieJahre zuvor ist das mit Abstand beliebteste Fernsehprogramm für knapp die Hälfte ProSieben.An zweiter Stelle folgt RTL, das von 17 Prozent als liebster Sender genannt wird. Andere Pro-gramme werden nur von einem geringen Anteil der Jugendlichen genannt: Sat.1 (5 %), VIVA
  26. 26. Seite 24 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011(4 %), NICK (4 %), Das Erste/ARD (3 %) und Super RTL (3 %). Allerdings unterscheidet sichdie Fernsehwelt der Jungen und Mädchen sehr deutlich. Jungen favorisieren eindeutig Pro-Sieben, während sich viel mehr Mädchen als Jungen für RTL aussprechen. Liebstes Fernsehprogramm* 2011 ProSieben 38 53 RTL 27 8 SAT.1 8 3 VIVA 5 3 NICK 4 4 Das Erste/ARD 2 3 Super RTL 2 3 Mädchen RTL 2 2 Jungen 3 DMAX 0 4 ZDF 2 2 Sky/Premiere 1 2 0 10 20 30 40 50 60 * Programme ab 2 % Nennungen (Gesamt) Basis: alle Befragten, n=1.205 Quelle: JIM 2011, Angaben in ProzentNeben den sehr stabilen generellen Vorlieben, die vor allem durch die genutzten Serien undShows der jeweiligen Programme begründet sind2, zeigen Jugendliche bei genauerer Nach-frage ein durchaus differenzierteres Bild ihrer Programmpräferenzen. In der JIM-Studie 2011wurde die Fernsehnutzung für den Bereich der Nachrichten und der Unterhaltungs- undCastingshows genauer betrachtet. Die Nachrichten wurden ausgewählt, um das Informations-verhalten von Jugendlichen zu bewerten. Unterhaltungs- und Castingshows sind von Interes-se, weil diese Sendungen regelmäßig sehr hohe Einschaltquoten unter Jugendlichen erzielen.9.1 FernsehnachrichtenKnapp die Hälfte der Jugendlichen gibt an, sich im Fernsehen regelmäßig Nachrichten anzu-schauen. Der bevorzugte Sender für Nachrichten ist hierbei für 19 Prozent Das Erste/ARD. Anzweiter Stelle folgt RTL (12 %), dann ProSieben mit fünf Prozent und das ZDF mit zwei Pro-zent. Betrachtet man die konkreten Nachrichtenformate, dann zeigt sich, dass auch bei denJugendlichen die „Tagesschau“ eine Institution ist, jeder sechste Jugendliche zwischen 12 und19 Jahren ist regelmäßiger Zuschauer der reichweitenstärksten deutschen Nachrichtensen-dung. Mit weitem Abstand folgen „RTL aktuell“ (6 %), „ProSieben Newstime“ (4 %) und mit2 Siehe Ergebnisse der vergangenen JIM Studien (bspw. JIM-Studie 2010, Seite 20f.)
  27. 27. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 25jeweils zwei Prozent der Nennungen die „Tagesthemen“, „RTL 2 News“ und „N24 Nachrich-ten“. Die „Tagesschau“ ist bei den Jungen stärker als Nachrichtenquelle verankert (19 %,Mädchen 14 %). Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Betrachtung des Bildungshinter-grunds: 22 Prozent der Gymnasiasten aber nur je elf Prozent der Jugendlichen mit Realschul-oder Hauptschulbildung sehen regelmäßig die „Tagesschau“. Generell ist die regelmäßigeNutzung von Nachrichten in allen Bildungsgruppen verankert (Gymnasium: 47 %, Realschule:45 %, Hauptschule: 50 %). Jugendliche mit geringerem Bildungshintergrund tendieren jedocheindeutig zu den Nachrichtenformaten von RTL (Gymnasium: 8 %, Realschule: 13 %, Haupt-schule: 27 %). Regelmäßig genutzte Nachrichtensendungen 46 Sehe regelmäßig Nachrichtensendungen, und zwar: 43 49 19 ARD (gesamt) 16 23 12 RTL (gesamt) 15 8 5 ProSieben (gesamt) 3 6 2 ZDF (gesamt) 3 2 1 Sat.1 (gesamt) 2 Gesamt 1 Mädchen 1 Dritte Programme (gesamt) 1 Jungen 0 0 10 20 30 40 50 60 70 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Für die regelmäßigen Nutzer von Fernsehnachrichten bleibt das klassische Fernsehprogrammdie zentrale Informationsquelle. Zwei Fünftel der Jugendlichen, die regelmäßig eine Nachrich-tensendung anschauen, nutzen ergänzend zum Fernsehprogramm Informationen auf der Ho-mepage des Nachrichtensenders, wenn auch die meisten davon nur selten (22 %) oder gele-gentlich (16 %). Lediglich drei Prozent nutzen diese Online-Zusatzangebote bei jeder oder fastjeder Sendung. Die Nutzung dieser Seiten gewinnt mit dem Alter der Jugendlichen an Bedeu-tung. Unter den volljährigen Jugendlichen nutzt jeder zweite zumindest selten die begleiten-den Seiten zur Nachrichtensendung.Was den Nutzungsweg der Nachrichtensendungen betrifft, dominiert bei Jugendlichen nochder klassische Weg: Drei Viertel der Nachrichtenseher (74 %) verfolgen (fast) jedes Mal ihreSendung über den stationären Fernseher. Allerdings nutzen elf Prozent zumindest auch gele-gentlich die Möglichkeit des Abrufs der Nachrichtensendungen in einer Mediathek des Fern-
  28. 28. Seite 26 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011sehveranstalters, den Abruf über Videoportale (8 %) sowie die Verfolgung der live im Internetgestreamten Nachrichtensendung (6 %).9.2 Unterhaltungs- und CastingshowsKnapp zwei Drittel der Jugendlichen (Mädchen: 72 %, Jungen: 53 %) können eine große Un-terhaltungs- oder Castingshow benennen, die sie besonders gerne mögen. Eine solche Nen-nung von einzelnen Sendungen wird natürlich immer beeinflusst vom Zeitpunkt der Befragungund davon, welche Shows zu diesem Zeitraum ausgestrahlt werden. Klarer Favorit ist bei denJungen die Unterhaltungsshow „Schlag den Raab“ von ProSieben. Mädchen favorisieren häu-figer Castingshows, zwei Drittel nennen eine der verschiedenen Castingshows als ihre Lieb-lingssendung. Besondere Beachtung findet hier „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS),das jeder fünfte Jugendliche als seine Lieblingssendung bezeichnet. An zweiter Stelle folgt„Germany`s Next Topmodel“ mit Heidi Klum, eine Sendung die vor allem unter den Mädcheneine große Anhängerschar findet. Deutlich seltener wird hingegen „Das Supertalent“ genannt(zum Zeitpunkt der Umfrage allerdings nicht im Programm).Ein besonderer Aspekt dieser Sendungen ist die Möglichkeit der Zuschauer, sich von zu Hau-se aus am Verlauf der Sendung interaktiv zu beteiligen, beispielsweise um für Kandidatenabzustimmen. Etwa jedes fünfte Mädchen (21 %) und jeder zehnte Junge (11 %) hat sich in-nerhalb der letzten zwölf Monate an so einem Voting aktiv beteiligt. Es bleibt aber häufig beieiner einmaligen Teilnahme, lediglich vier Prozent der Jugendlichen haben in diesem Zeitraummehr als drei Mal selbst ein Votum abgegeben. In der Regel sind die Abstimmungen kosten-pflichtige Angebote, bedenklich ist daher, dass sich vor allem die jüngeren Zuschauer hierdeutlich häufiger aktiv beteiligen (12-13 Jahre: 29 %, 14-15 Jahre: 18 %, 16-17 Jahre: 11 %,18-19 Jahre: 7 %). Am Rande: Beispielsweise ist laut Teilnahmebedingungen von RTL eineTeilnahme beim Voting für DSDS erst ab 14 Jahren vorgesehen.Für knapp zwei Fünftel der Jugendlichen, die eine Lieblingsshow benennen, ist die sendungs-begleitende Homepage von Interesse. Von allen Fans greifen 18 Prozent hierauf eher seltenund 15 Prozent gelegentlich zu. Für vier Prozent sind diese Angebote bei jeder oder fast jederSendung relevant.
  29. 29. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 27 Liebste Unterhaltungsshows/Castingsendungen* im Fernsehen 2011 - Oberkategorie und Beispielsendungen - 16 Unterhaltungs- 5 /Spielshows 27 13 Schlag den Raab 3 22 Gesamt 3 Wetten, dass …? 2 Mädchen 4 Jungen 45 Castingshows 65 25 20 Deutschland sucht den 27 Superstar 13 16 Germanys Next 30 Topmodel 3 8 Das Supertalent 7 9 0 20 40 60 80 * Programme ab 3 % Nennungen (Gesamt) Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Ähnlich wie bei den Nachrichtensendungen werden die Unterhaltungs- und Castingshowsüberwiegend live im Fernsehen angesehen (79 Prozent nutzen diese Möglichkeit jedes oderfast jedes Mal). Andere Optionen spielen eine untergeordnete Rolle. Zumindest gelegentlichschaut sich etwa jeder vierte Fan von Unterhaltungssendungen (23 %) diese Art von Sendun-gen in Ausschnitten auf Videoplattformen wie YouTube an, Mediatheken zum Abruf beimFernsehsender werden von elf Prozent genutzt und sieben Prozent verfolgen ihre Lieblings-sendung schon mal live im Internet.
  30. 30. Seite 28 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 201110. BücherAuch im Internetzeitalter mit einer Vielzahl digitaler Angebote zur Information und Unterhal-tung bleibt das Buch für Jugendliche eine bedeutende Freizeitbeschäftigung. Für mehr als dieHälfte der Jugendlichen ist es (sehr) wichtig Bücher zu lesen. Mehr als jedes zweite Mädchenund jeder dritte Junge zwischen 12 und 19 Jahren liest regelmäßig. Der Anteil der jugendli-chen Leser ist über die Jahre sehr stabil, entgegen viel geäußerter Befürchtungen hat sich dieEntwicklung des Internets nicht negativ auf die Buchnutzung ausgewirkt. Im Gegenteil, dieZuwendung zum Buch konnte sich sogar leicht steigern: Bei der JIM-Studie 1998 lag der An-teil der regelmäßigen Leser bei 38 Prozent, 2011 ist der Wert auf 44 Prozent angestiegen.Unverändert blieb über Jahre auch die deutliche Schieflage zwischen Jungen und Mädchen.Nach wie vor lesen deutlich mehr Mädchen als Jungen in ihrer Freizeit Bücher. Jungen blei-ben die eher selteneren Leser. Bedenklich ist, dass der Anteil der Nichtleser bei den Jungenmit 22 Prozent fast doppelt so hoch ist wie bei den Mädchen. Bücher lesen 2011 Gesamt 44 15 24 17 Mädchen 54 15 19 12 Jungen 35 15 29 22 12-13 Jahre 57 15 19 10 14-15 Jahre 40 15 24 22 16-17 Jahre 38 19 26 18 18-19 Jahre 43 11 28 18 Hauptschule 32 9 25 34 Realschule 37 14 29 20 Gymnasium 52 17 21 11 0 25 50 75 100 täglich/mehrmals pro Woche einmal/Woche - einmal/14 Tage einmal/Monat - seltener nie Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: alle Befragten, n=1.205Eine deutliche Differenz der Buchnutzung zeigt sich auch bei der Betrachtung der Bildungs-gruppen. Jugendliche mit höherer Schulbildung lesen deutlich häufiger, jeder dritte Jugendli-che mit Hauptschulhintergrund hingegen liest nie in seiner Freizeit.Aber inzwischen ist auch das Buch als ältestes Medium im Internetzeitalter angekommen.Neben dem digitalen E-Book als Alternative zum gedruckten Buch haben sich auch die Ver-triebswege des Buches durch das Internet erweitert. Inwieweit diese Veränderungen auch für
  31. 31. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 Seite 29Jugendliche relevant sind, soll die Frage nach den persönlich genutzten Bezugsmöglichkeitenfür neue Bücher zeigen. An erster Stelle steht mit 78 Prozent der Kauf im Buchladen. In ähnli-cher Größenordnung werden Bücher auch von Freunden, Verwandten und Bekannten an Ju-gendliche verschenkt. Knapp zwei Drittel leihen sich ihren Lesestoff im persönlichen Umfeldaus. Trotz der hohen Affinität der Jugendlichen zum Internet nutzt nur etwa jeder zweite Leserdie Option, Bücher über das Internet zu bestellen. 44 Prozent nutzen das Angebot einer öf-fentlichen Bibliothek, um an neue Bücher zu kommen. Nur für zwei Prozent ist es bisher eineOption, Buchinhalte als E-Book aus dem Internet zu laden. Genutzte Bezugsmöglichkeiten von neuen Büchern 78 Kaufe selbst im Buchladen 85 71 73 Geschenkt von Freunden, 78 Bekannten oder Verwandten 67 Leihe von Freunden, 63 Bekannten oder Verwandten 74 aus 52 49 Kaufe/bestelle über das 49 Internet 49 44 Leihe aus der Bücherei/ 46 Bibliothek aus Gesamt 41 Mädchen 2 Jungen Lade E-Books aus dem Internet 2 2 0 25 50 75 100 Quelle: JIM 2011, Angaben in Prozent Basis: Befragte, die zumindest selten Bücher lesen n=1.000Die Nutzung von Online-Shopping zum Buchkauf nimmt mit dem Alter deutlich zu (12-13 Jah-re: 36 %, 14-15 Jahre: 43 %, 16-17 Jahre: 57 %, 18-19 Jahre: 61 %), dagegen nimmt die Nut-zug von Bibliotheken mit zunehmendem Alter ab (12-13 Jahre: 57 %, 14-15 Jahre: 42 %, 16-17 Jahre: 39 %, 18-19 Jahre: 36 %).

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