Hinweis:
Diese Studie wurde als Pilotprojekt
durchgeführt. Um ein wissenschaftlich
repräsentatives Bild der SPD abzugeben,...
Nach diesem Hinweis…
…möchte ich noch einmal die Teilnehmer des
Projekts ansprechen und mich auf diesem Wege
bedanken.
Die...
Impressum
Verantwortlich für das Projekt und diese
Präsentation:
• Friedrich Kauder
• Durchgeführt als Forschungsprojekt f...
Übersicht
Diese Präsentation gliedert sich in fünf Kapitel.
1. Hintergrund und Fragestellung. Worum ging
es und was habe i...
Fragestellung und
Herangehensweise
Hintergrund
• Nach jahrzehntelangem Mitgliederschwund und
der schweren Wahlniederlage 2009 muss die SPD
sich wandeln.
• Tr...
Die Frage
“Wie nehmen die Mitglieder der
SPD die Organisationskultur der
SPD zur Zeit* wahr –
und wie würden sie sich den
...
Herangehensweise
• Per Zufall wurden SozialdemokratInnen für
Telefoninterviews ausgewählt. Die Gespräche
dauerten im Schni...
Organisationskulturen
Organisationskulturen
Natürlich konnte ich im Rahmen dieses Projekts
der Vielschichtigkeit der SPD als Volkspartei
nicht g...
Die Familie
Grundprinzipien dieser
Organisationskultur sind
Solidarität und Konsens.
Mögliche Vorteile Mögliche Nachteile
...
Das Unternehmen
Grundprinzipien dieser
Organisationskultur sind
Kontrolle und Effizienz.
Mögliche Vorteile Mögliche Nachte...
Der Markt
Grundprinzipien dieser
Organisationskultur sind
Berechenbarkeit und
Resultate.
Mögliche Vorteile Mögliche Nachte...
Die Ideenfabrik
Grundprinzipien dieser
Organisationskultur sind
Kreativität und Spontanität.
Mögliche Vorteile Mögliche Na...
Ergebnisse
Einleitung
• Zitate sind den Telefoninterviews entnommen und
stehen jeweils repräsentativ für häufig geäußerte
Meinungen.
...
Flügel
Die politischen Ideen von Sozialdemokraten lassen
sich nur schwerlich in ein einfaches Schema
pressen. Trotzdem fie...
Flügel – Zitat 1
Also ich meine dass das unterschiedlich
wahrgenommen wird. [Das] ist schon, sagen wir
mal, hälftig-hälfti...
Flügel – Zitat 2
Naja und dass die eigenen Leute sagen “ist alles
falsch, war der Schröder, Basta-Politik” […]die
ganzen T...
Flügel – Zitat 3
Das zeigt sich bei den Mitgliedern messerscharf:
genau dieser Dualismus, will ich mal sagen.
Zwischen: “w...
Flügel: Umfrage
“Linke” “Realos”
Legende
Schwarze Linie: Die SPD heute.
Rote Linie: Die ideale SPD.
Flügel: Zusammenfassung
• Alle am Telefon Befragten, auch jene mit sehr klarer
Flügelzugehörigkeit, betonten dass in der S...
Verantwortlichkeit
Auch die gegenwärtige Reform der Partei,
soweit sie stattfindet, ist im Wesentlichen eine
Reform “von o...
Verantwortlichkeit: Zitat 1
Also, sie muss schon immer auch wirken wie ein
Verein. Also ein Verein mit besonderen
Kennzeic...
Verantwortlichkeit: Zitat 2
Im Vergleich zu anderen Parteien hat die SPD schon
das Problem dass sie einerseits durch die k...
Verantwortlichkeit: Zahlen heute
0
0.1
0.2
0.3
0.4
0.5
Mitglied
OV
Landesebene+
Verantwortlichkeit: Zahlen Idealzustand
0
0.1
0.2
0.3
0.4
0.5
Mitglied
OV
Landesebene+
Verantwortlichkeit: Zusammenfassung
• Gegenwärtige Einschätzung und Wünsche
stimmen zwischen den Gruppen größtenteils
über...
Generationen
Die Nachkriegs-SPD befindet sich in einem
fortlaufenden Wandel, stärker noch seit der
Wiedervereinigung. Erst...
Generationen: Zitat 1
Also wenn ich mal in meinen, sagen wir mal,
Nachbarkreisverband sehen, also [Großstadt], von den
800...
Generationen: Zitat 2
Es ist ja so dass die Generation die […] ’90 in die
Politik gegangen ist, zum Teil 50-55 war, die hä...
Generationen: Zitat 3
Ein Punkt daran [der Mitgliederentwicklung] dürfte sein dass
diejenigen die derzeit noch Verantwortu...
Generationen: Zahlen heute
0
0.05
0.1
0.15
0.2
0.25
0.3
0.35
0.4
0.45
0.5
65+ 45+ 25+ bis 25
Familie
Ideenfabrik
Markt
Unt...
Generationen: Zahlen Idealzustand
0
0.05
0.1
0.15
0.2
0.25
0.3
0.35
0.4
0.45
0.5
65+ 45+ 25+ bis 25
Familie
Ideenfabrik
Ma...
Generationen: Zusammenfassung
• Der Einbruch in den Mitgliederzahlen scheint besonders bei
den heute 30-40-Jährigen zu gel...
Bildung
Es lohnt sich, die Frage der (Aus-) Bildung noch
einmal gesonder zu betrachten. In der SPD gibt es
wie gesagt: Imm...
Bildung: Zitat 1
Guck’ dir doch mal die Zusammensetzung des
Bundestags an. Wieviel Handwerksmeister
sitzen denn da? So, wa...
Bildung: Zahlen
Die SPD heute. Die ideale SPD.
Legende
Schwarze Linie: Universitätsausbildung.
Rote Linie: Andere Ausbildu...
Bildung: Zusammenfassung
• Das Bildungsproblem gibt es nicht nur zwischen
den Generationen, sondern vor allem auch auf
höh...
Geschlechter
Organisationskulturen werden oft auch als eine
Geschlechterfrage gesehen: Männer tendieren
demnach zu einer s...
Geschlechter:
Zahlen
Die SPD heute. Die ideale SPD.
Legende
Schwarze Linie: Frauen.
Rote Linie: Männer .
Geschlecher: Zusammenfassung
• Männliche und weibliche Befragte hatten
weder in den Interviews noch in der Umfrage
messbar...
Schlussfolgerungen
Zusammenfassung
• Über alle Gruppen hinweg wollen die Befragten
eine Partei mit einer ausgeglichenen
Organisationskultur.
...
Empfehlungen
• Zu einer stärkeren Mitgliederbeteiligung gibt es keine
Alternative. Auch der “Realo” Flügel der SPD wird Ba...
Literaturverweis
1. Cameron, K., & Quinn, R. (1999). Diagnosing
and Changing Organizational Culture. New
York, NY: Addison...
Organisationskultur der SPD
Organisationskultur der SPD
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Organisationskultur der SPD

740 Aufrufe

Veröffentlicht am

Auswertung eines Projekts zur Organisationskultur der SPD

Veröffentlicht in: Business
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
740
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
9
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
3
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Organisationskultur der SPD

  1. 1. Hinweis: Diese Studie wurde als Pilotprojekt durchgeführt. Um ein wissenschaftlich repräsentatives Bild der SPD abzugeben, sind die Teilnehmerzahlen zu gering. Ergebnisse und Schlussfolgerungen sollten deshalb vorerst nur als Diskussionsbeitrag gesehen werden.
  2. 2. Nach diesem Hinweis… …möchte ich noch einmal die Teilnehmer des Projekts ansprechen und mich auf diesem Wege bedanken. Die Gespräche die ich am Telefon führen konnte waren dabei eine besondere Bereicherung. Eure Zeit ist kostbar und ich weiss Eure Geduld wirklich zu schätzen. Danke!
  3. 3. Impressum Verantwortlich für das Projekt und diese Präsentation: • Friedrich Kauder • Durchgeführt als Forschungsprojekt für die University of Southern California, Los Angeles. • E-mail: fkauder@friedrichkauder.de Ich freue mich selbstverständlich über jede Art von Rückmeldung oder Fragen!
  4. 4. Übersicht Diese Präsentation gliedert sich in fünf Kapitel. 1. Hintergrund und Fragestellung. Worum ging es und was habe ich versucht herauszufinden? 2. Organisationskulturen. Welches Modell liegt diesem Projekt zugrunde? 3. Ergebnisse. Was sagten die Teilnehmer? 4. Schlussfolgerungen. Was sagt uns das alles?
  5. 5. Fragestellung und Herangehensweise
  6. 6. Hintergrund • Nach jahrzehntelangem Mitgliederschwund und der schweren Wahlniederlage 2009 muss die SPD sich wandeln. • Trotz dieser Erkenntnis ist die Frage noch offen wie die Partei in Zukunft aussehen wird. • Der Umgang innerhalb der SPD wird für einen Teil der Probleme verantwortlich gemacht. • Die neue Parteiführung hat daher als Ziel eine größere Offenheit und mehr Mitgliederbeteiligung ausgegeben. • Aber wie sehen Mitglieder selbst die Situation?
  7. 7. Die Frage “Wie nehmen die Mitglieder der SPD die Organisationskultur der SPD zur Zeit* wahr – und wie würden sie sich den Umgang in der Partei wünschen?” * Gefragt wurde nach der SPD während der Großen Koalition.
  8. 8. Herangehensweise • Per Zufall wurden SozialdemokratInnen für Telefoninterviews ausgewählt. Die Gespräche dauerten im Schnitt eine gute Stunde. • Auf Basis von wissenschaftlicher Theorie und den Interviewergebnissen wurde ein Fragebogen entwickelt den Mitglieder in ganz Deutschland ausfüllen konnten. • Ausgewählte Zitate aus den Interviews und eine Zusammenfassung der Zahlen aus der Umfrage werden in dieser Präsentation in einer Analyse zusammengeführt.
  9. 9. Organisationskulturen
  10. 10. Organisationskulturen Natürlich konnte ich im Rahmen dieses Projekts der Vielschichtigkeit der SPD als Volkspartei nicht gerecht werden. Das habe ich auch nicht versucht. Stattdessen habe ich auf der Basis einer oft in Privatunternehmen angewandten Theorie1 vier grobe Modelle davon entwickelt wie die SPD sein könnte. Jede Variante ist allein keine Ideallösung und hat Vor- und Nachteile.
  11. 11. Die Familie Grundprinzipien dieser Organisationskultur sind Solidarität und Konsens. Mögliche Vorteile Mögliche Nachteile • Gemeinsam ist man stark. • Jeder fühlt sich eingebunden und geschätzt. • Mitglieder engagieren sich regelmäßig, auch in Krisenzeiten. • Kritik erscheint leicht als unsolidarisch. • Weil man sich so ähnlich ist, gibt es seltener neue Ideen. • Außenstehende fühlen sich ausgeschlossen.
  12. 12. Das Unternehmen Grundprinzipien dieser Organisationskultur sind Kontrolle und Effizienz. Mögliche Vorteile Mögliche Nachteile • Entscheidungen fallen schnell und man kann sich auf sie verlassen. • Es ist jeweils nur zuständig wer auch wirklich etwas über das Thema weiss. • Verantwortlichkeiten sind klar. • Nur die Ideen der Entscheider werden wirklich einbezogen. • Nähe zu den Mächtigen ist der schnellste Weg zu Einfluss. • Einfache Mitglieder fühlen sich ignoriert und resignieren.
  13. 13. Der Markt Grundprinzipien dieser Organisationskultur sind Berechenbarkeit und Resultate. Mögliche Vorteile Mögliche Nachteile • Der Wähler ist immer fest im Blick. • Wer sich anstrengt wird oft belohnt. • Überkommene Positionen werden leichter hinterfragt. • Gute politische Arbeit ist nicht immer bezifferbar. • Politischer Opprtunismus schreckt Mitglieder ab. • Karrierismus wird ermutigt.
  14. 14. Die Ideenfabrik Grundprinzipien dieser Organisationskultur sind Kreativität und Spontanität. Mögliche Vorteile Mögliche Nachteile • Neue Politikansätze können sich entwickeln. • Die Partei ist offen für Ideen und Beiträge von außen. • Mehr Menschen fühlen sich angesprochen und eingebunden. • Parteibuch und verlässliche Mitarbeit verlieren an Gewicht. • Theoriediskussionen verdrängen das Lösen konkreter Probleme. • Ideologische Kämpfe untergraben die Solidarität.
  15. 15. Ergebnisse
  16. 16. Einleitung • Zitate sind den Telefoninterviews entnommen und stehen jeweils repräsentativ für häufig geäußerte Meinungen. • In der Onlineumfrage wurden Teilnehmer jeweils gefragt: – wie sie die Organisationskultur der SPD im Augenblick (d.h. kurz nach der Wahl 2009) wahrnehmen – und was sie sich in Zukunft wünschen würden. – Beides wurde dann verglichen. • Ergebnisse werden häufig in einem vierseitigen Diagramm angezeigt. Je näher ein Eckpunkt am Symbol für eine Organisationskultur ist, desto höher war das Ergebnis für diese Kultur.
  17. 17. Flügel Die politischen Ideen von Sozialdemokraten lassen sich nur schwerlich in ein einfaches Schema pressen. Trotzdem fiel es Befragten am Telefon oft recht leicht sich in einem Rechts/Links-Schema zu positionieren. Da der Begriff “Rechts” aber sehr bewußt vermieden wurde, nenne ich die letzteren Mitglieder im Folgenden “Realos”. Aber beeinflußt die politische Selbsteinschätzung die Warnehmung der Organisationskultur der SPD und die Vorstellungen für die Zukunft?
  18. 18. Flügel – Zitat 1 Also ich meine dass das unterschiedlich wahrgenommen wird. [Das] ist schon, sagen wir mal, hälftig-hälftig. [… Die] eine Hälfte sagt schon “der Schroeder-Stil war falsch”, aber ich glaube auch dass es durchaus schon eine Gruppe gibt, die sagen wir mal […] zu dem nicht-linken Lager der SPD gehört, da gibt’s ja glaube ich den Seeheimer Kreis […], also die mehr in der Mitte stehen, glaube ich dass die da eher mit zurecht kommen, [und] sagen “es muss ja einen geben der sagt wo es lang geht”. Ortsvereinsvorsitzender, Links
  19. 19. Flügel – Zitat 2 Naja und dass die eigenen Leute sagen “ist alles falsch, war der Schröder, Basta-Politik” […]die ganzen Themen. Und ich finde das war nicht falsch. Wir haben dafür gekämpft das zusammenzuführen, Sozialhilfe. Und die positiven Seiten werden ja garnicht mehr benannt. Ortsvereinsvorsitzende, Realo.
  20. 20. Flügel – Zitat 3 Das zeigt sich bei den Mitgliedern messerscharf: genau dieser Dualismus, will ich mal sagen. Zwischen: “wir müssen was tun, wir müssen einen großen Plan entwickeln, wir müssen ein tolles Ziel vor Augen haben”, einerseits, aber auch das pragmatische “jetzt geht’s los und da kriegen wir nicht alles durchgesetzt”. Und der eine hat das eine stärker ausgeprägt und der andere das andere, aber ich habe keine einzige Versammlung in der SPD wo nicht beide Elemente mit Wucht, teilweise auch im Streit, daran diskutiert haben. Landespolitiker, Realo.
  21. 21. Flügel: Umfrage “Linke” “Realos” Legende Schwarze Linie: Die SPD heute. Rote Linie: Die ideale SPD.
  22. 22. Flügel: Zusammenfassung • Alle am Telefon Befragten, auch jene mit sehr klarer Flügelzugehörigkeit, betonten dass in der SPD als Volkspartei beide Flügel eingebunden werden müssen. • Die “andere Seite” wurde immer als geschlossener und ideologischer wahrgenommen als der eigene Flügel. • Tatsächlich sind sich SPD-Mitglieder hinsichtlich der Führungsfrage über die Flügel hinweg praktisch einig. • Gewünscht wird eine Verschiebung von einer unternehmens- und marktähnlichen Organisationskultur zu einer SPD die stärker von Solidarität und Kreativität geprägt ist.
  23. 23. Verantwortlichkeit Auch die gegenwärtige Reform der Partei, soweit sie stattfindet, ist im Wesentlichen eine Reform “von oben”. Selbst wenn Mittel wie die Ortsvereinsbefragung die Stimmung richtig wiedergeben, sind wirkliche Veränderungen kaum denkbar falls die mittlere Führungsebene der Partei den Prozess nicht unterstützt. Die Frage lautet daher, denken Funktionsträger bei der Organisationskultur anders als einfache Mitglieder?
  24. 24. Verantwortlichkeit: Zitat 1 Also, sie muss schon immer auch wirken wie ein Verein. Also ein Verein mit besonderen Kennzeichen, sagen wir mal so. [Der ] Zusammenhalt, der persönliche Kontakt ist schon ganz wichtig. Ortsvereinsvorsitzende
  25. 25. Verantwortlichkeit: Zitat 2 Im Vergleich zu anderen Parteien hat die SPD schon das Problem dass sie einerseits durch die klare Zielsetzung Regierungsverantwortung übernehmen zu wollen Führung braucht, aber sehr klar eine auch auf Diskussion, und auch strittige Diskussion, und auf Mitgliedermitwirkung abzielende Parteiorganisation hat, die Moderation braucht. Und dieser Dualismus, Führung einerseits und Moderation und Beteiligung andererseits, ist schwierig. Landespolitiker
  26. 26. Verantwortlichkeit: Zahlen heute 0 0.1 0.2 0.3 0.4 0.5 Mitglied OV Landesebene+
  27. 27. Verantwortlichkeit: Zahlen Idealzustand 0 0.1 0.2 0.3 0.4 0.5 Mitglied OV Landesebene+
  28. 28. Verantwortlichkeit: Zusammenfassung • Gegenwärtige Einschätzung und Wünsche stimmen zwischen den Gruppen größtenteils überein. • Mit einer Einschränkung: Befragte mit einem weiten Verantwortungsbereich nehmen die SPD im Moment stärker als kreative Ideenfabrik und weniger als hierarchisches Unternehmen wahr als die “Basis”, das “Problem” wird also als geringer angesehen. • Trotzdem scheinen die Funktionsträger im wesentlichen dasselbe zu wollen wie die Basis.
  29. 29. Generationen Die Nachkriegs-SPD befindet sich in einem fortlaufenden Wandel, stärker noch seit der Wiedervereinigung. Ersten hält der Mitgliederschwund an und zweitens sinkt der Anteil der Industriearbeiter unter den Mitgliedern. Wie sehen die Befragten diese Entwicklungen? Kann die SPD sich als Organisation für Neumitglieder attraktiver machen ohne verdiente Genossen vor den Kopf zu stossen?
  30. 30. Generationen: Zitat 1 Also wenn ich mal in meinen, sagen wir mal, Nachbarkreisverband sehen, also [Großstadt], von den 800 Mitgliedern hast Du mit Sicherheit mehr als die Hälfte Studenten. Und dann weißt Du das das mit der alten SPD Klientel aber sowas von überhaupt nichts zu tun hat. Und wenn Du dann bestimmte Positionspapiere der Partei siehst, von Politikwissenschaftlern verfasst, wie man Arbeit verteilt, dann kriegst Du das kalte Kotzen. Das kannst Du mal einem Bauarbeiter vorlegen. Der sagt dir da kannst Du dir den Arsch mit abwischen was meint der denn überhaupt? Der versteht das garnicht was die schreiben. Erfahrener Landespolitiker
  31. 31. Generationen: Zitat 2 Es ist ja so dass die Generation die […] ’90 in die Politik gegangen ist, zum Teil 50-55 war, die hängt in der Kommunalpolitik und sagt “nun lasst doch mal die Jungen das machen”. Ohne sich um Details das jetzt zu kümmern. Sind manchmal ganz erschrocken was die alles das beschließen. Aber sie […] sagen halt “ich muss das jetzt nicht haben”. Oder wenn Sie dann auf Parteitagen sagen “ich tu’ mir das nicht an einen Antrag [zu lesen] den da so ein BML-Student geschrieben hat. Das wird dann kritiklos übernommen. Erfahrener Landespolitiker
  32. 32. Generationen: Zitat 3 Ein Punkt daran [der Mitgliederentwicklung] dürfte sein dass diejenigen die derzeit noch Verantwortung tragen meistens schon sehr lange dabei sind. […] wenn man jetzt mal wirklich die Basis nimmt also diejenigen die auch kommunalpolitisch aktiv sind oder teilweise auch im Landtag sitzen, das sind Leute die sind schon über 50 und dieses Generation, die hat es weitestgehend versäumt, Jüngere die in die Partei kommen auch zu fördern. Das muss man schon sagen […,] weil die tendenziell dann auch immer als Konkurrenz wahrscheinlich bezeichnet wurden. Und ich glaube aus dem Grund ist dann sozusagen so eine gewisse Lücke entstanden von so 20 Jahren wo jetzt einfach die Leute fehlen weil sie letztenendes nicht gefördert wurden. Wenn man es so nimmt, ich bin jetzt [18-25] und in meiner Generation gibt’s wieder einige die sich engagieren, aber ich sag mal so zwischen 30 und 40 gibt es kaum Leute die in [Region] Mitglied sind. Junger Ortsvereinsvorsitzender
  33. 33. Generationen: Zahlen heute 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 0.3 0.35 0.4 0.45 0.5 65+ 45+ 25+ bis 25 Familie Ideenfabrik Markt Unternehmen
  34. 34. Generationen: Zahlen Idealzustand 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 0.3 0.35 0.4 0.45 0.5 65+ 45+ 25+ bis 25 Familie Ideenfabrik Markt Unternehmen
  35. 35. Generationen: Zusammenfassung • Der Einbruch in den Mitgliederzahlen scheint besonders bei den heute 30-40-Jährigen zu gelten. Dabei werden leicht regionale Gründe gesehen (z.B. bei Befragten im Osten die Wende), aber der Trend gilt für ganz Deutschland. • Je nach Alter werden eher mangelndes Interesse oder eher mangelnde Förderung als Erklärung angegeben. • Neumitglieder sind heute meist Studenten in den Großstädten. Diese Mitglieder interessieren sich oft vor allem für die Landesebene und stellen die Arbeiterpartei SPD vor eine kulturelle Herausforderung. • Trotzdem sind die Vorstellungen wie in der SPD miteinander umgegangen werden sollen, über Generationen hinweg überraschend ähnlich. Sonderregeln für Jüngere sind vielleicht garnicht nötig.
  36. 36. Bildung Es lohnt sich, die Frage der (Aus-) Bildung noch einmal gesonder zu betrachten. In der SPD gibt es wie gesagt: Immer mehr Akademiker, vor allem unter den Funktionsträgern, eine immernoch starke Gruppe von Nichtakademikern, der traditionellen Mitgliederschaft und eine größtenteils nichtakademische Wählerklientel. Wenn Akademiker und Nichtakademiker in der SPD stark unterschiedliche Vorstellungen zur Parteireform haben, kann es daher unmöglich sein, der Partei insgesamt gerecht zu werden. Gibt es dafür Anhaltspunkte?
  37. 37. Bildung: Zitat 1 Guck’ dir doch mal die Zusammensetzung des Bundestags an. Wieviel Handwerksmeister sitzen denn da? So, warum sitzen die denn da nicht? Ich bin Handwerksmeister. Weil die gar keine Zeit haben – die müssen nämlich arbeiten und Geld verdienen. Landespolitiker, Nichtakademiker
  38. 38. Bildung: Zahlen Die SPD heute. Die ideale SPD. Legende Schwarze Linie: Universitätsausbildung. Rote Linie: Andere Ausbildung.
  39. 39. Bildung: Zusammenfassung • Das Bildungsproblem gibt es nicht nur zwischen den Generationen, sondern vor allem auch auf höheren Funktionsebenen. Die Partei hat sich ihren Wählern teilweise entfremdet. • Akademiker und Nichtakademiker sind sich in der Organisationsfrage praktisch einig, zumindest in der groben Richtung des gewünschten Wandels. • Selbst wenn mehr diskutiert wird, wird es aber besonders wichtig sein Nichtakademiker mit wenig Freizeit in diese Strukturen einzubinden.
  40. 40. Geschlechter Organisationskulturen werden oft auch als eine Geschlechterfrage gesehen: Männer tendieren demnach zu einer stärker hierarchischen Organisationskultur mit klarer Befehlsstruktur, Frauen organisieren Zusammenarbeit demnach stärker als kooperative Unternehmung mit flachen Hierarchien. Gibt es diese Unterschiede in der SPD und muss sich die SPD intern wandeln um z.B. mehr Frauen zur Mitarbeit zu motivieren?
  41. 41. Geschlechter: Zahlen Die SPD heute. Die ideale SPD. Legende Schwarze Linie: Frauen. Rote Linie: Männer .
  42. 42. Geschlecher: Zusammenfassung • Männliche und weibliche Befragte hatten weder in den Interviews noch in der Umfrage messbar unterschiedliche Vorstellungen zur Organisationskultur der Partei. • Die Zahlen sprechen dafür dass traditionell eher “weibliche” Organisationsformen in der SPD tatsächlich auch von Männern gewünscht werden.
  43. 43. Schlussfolgerungen
  44. 44. Zusammenfassung • Über alle Gruppen hinweg wollen die Befragten eine Partei mit einer ausgeglichenen Organisationskultur. • Da die SPD momentan als zu stark hierarchisch und wahlorientiert angesehen wird, heisst das mehr Mitgliederbeteiligung und vor allem mehr Diskussion über Inhalte wird gewünscht. • Als große Herausforderungen werden dabei der Mangel and 30-40-Jährigen, mangelndes Interesse an Politik vor Ort und der Verlust von engagierten Mitgliedern aus dem Arbeitermilieu gesehen.
  45. 45. Empfehlungen • Zu einer stärkeren Mitgliederbeteiligung gibt es keine Alternative. Auch der “Realo” Flügel der SPD wird Basta- Politik auf absehbare Zeit kaum akzeptieren. • Die SPD muss versuchen neben Jungmitgliedern auch die 30-40-Jährigen noch einmal direkt anzusprechen. • Die Probleme der arbeitenden Mitglieder und ihr Zeitmangel müssen ernst genommen werden. Sonst profitieren nur Studenten von Verbesserungen in der Beteiligung. • Ein grosses Problem für den Zusammenhalt ist ein Mangel an Engagement vor Ort. Parteigliederungen an der Basis (Ovs, UBs) müssen dringend gestärkt, und Neumitglieder müssen für Lokalpolitik motiviert werden.
  46. 46. Literaturverweis 1. Cameron, K., & Quinn, R. (1999). Diagnosing and Changing Organizational Culture. New York, NY: Addison-Wesley Publishing Company.

×