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Problematik der Schutzpflicht des Staates Der Staat ist verpflichtet, durch Eingriffe in die Rechte eines Menschen die Rec...
Was ist Sicherheit?• Menschliches Grundbedürfnis• Gewährleistung von Sicherheit als öffentliches Gut ist eine Hauptaufgabe...
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Gefühlte Risiken werden wahr                   Dioxin                 •„Subjektive Risikowahrnehmung BSE             (Leug...
Objektive und subjektive Risiken:Wo sollte die Politik Einfluss nehmen?                                                 Öf...
Beispiel: EHEC-Ausbruch im Sommer 2011 in Europa             • Dieser Ausbruch war einer der folgenschwersten             ...
Lieferverbindungen des niedersächsischen Gartenbaubetriebszu 41 deutschen EHEC-Ausbruchsclustern     Niedersächsischer Gar...
Lieferwege für Bockshornkleesamen erklären das deutsche und französischeEHEC-Ausbruchsgeschehen Gartenbaubetrieb in Nieder...
Weitere Lieferwege für Bockshornkleesamen und Sprossen in Deutschland (gelb)und anderen europäischen Staaten (farbig) Gart...
EHEC-Ausbruch in Deutschland, Mai/Juni/Juli 2011                     Aktuelle Situation        Datenstand                 ...
Aufgaben, die das BfR während des EHEC-Ausbruchswahrgenommen hat • Epidemiologische Untersuchungen entlang der Lebensmitte...
Ausbruchsaufklärung entlang der Lebensmittelkette      • Bildung eines Ausbruchteams im BfR      • Informationsaustausch m...
RisikokommunikationHerausforderungen                    • Unverzüglich und unter starkem Zeitdruck                        ...
21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel   Seite 18
BfR-Risikokommunikation – ein paar Zahlen…•     > 300 Presseanfragen•     > 50 Fernseh-Interviews•     17 Mitteilungen an ...
Verhaltensänderungen aufgrund von EHEC während des AusbruchsHaben Sie Ihr Verhalten während des EHEC-Ausbruchs verändert, ...
Aufrechterhaltung der VerhaltensänderungHaben Sie nach dem Ende des EHEC-Ausbruchs dieses veränderteVerhalten beibehalten?...
Schlussfolgerungen für ein erfolgreiches Managementkrisenhafter Ausbruchsgeschehen • Anpassung rechtlicher Regelungen zur ...
Schlussfolgerungen für eine erfolgreiche Bewertungund Management krisenhafter Ausbruchsgeschehen• Besserer Zugriff auf die...
Ausblick - Nach der Krise ist vor der Krise      • Aufhebung der Verzehrsempfehlung steht noch aus      • Evaluierung der ...
Offene Fragen - Nach der Krise ist vor der Krise      • Strukturen (Bewertung vs. Management, Task Force,        NRLs, Cle...
Sicherheit, Risiko und Politik:                   Eine Aufgabe für viele Beteiligte  Vertrauen in die Bereitsteller von In...
Schlussfolgerungen für eine erfolgreicheRisikokommunikation • Koordinierung einer einheitlichen, ressortabgestimmten   Ris...
Allerdings, Mensch, sei dir bewusst:        jede rationale Argumentation versinkt manchmal…                      •        ...
Keine Krise ist umsonst!  Im doppelten Sinn:  Krisen kosten! - Geld, Vertrauen, ...                              Krisen st...
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Fazit “Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.” (Max Frisch) Aber der...
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Sicherheit und Risiko in der staatlichen Krisenvorsorge - Lehren aus der EHEC-Krise

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Fachsymposium "Verbraucherschutz, Öffentliche Gesundheit & Arzneimittelsicherheit im Spannungsfeld Risiko, Krise und Panikmache", 21.11.2011 (AGES, Wien)

Finanz, EHEC, Fukushima - Wahrnehmung und Umgang mit einer Krise sind so unterschiedlich und individuell, wie die Menschen selbst. Doch wie empfinden wir VerbraucherInnen Risiko und was sagt die Wissenschaft dazu? Wann beginnt aus einer potentiellen Gefahr eine tatsächliche Krise zu werden? Und wann wird eine Krise zur medialen Panikmache? Rund 100 VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft, Behörden und Medien diskutierten den Umgang mit gefühlten und tatsächlichen Risiken und dem Management im Krisenfall. Die Themen reichten von Dioxin über EHEC bis Fukushima, von BSE über Acrylamid bis zur Vogelgrippe.

Neben Gesundheitsminister Alois Stöger standen mit Risikoforscher Prof. Dr. Ragnar Löfstedt (Direktor des King's Centre for Risk Management am King‘s College, London) und Prof. DDr. Andreas Hensel (Präsident des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung, BfR) zwei internationale Experten aus dem Bereich Risikoforschung und Risikomanagment für einen Dialog bereit. Priv.-Doz. Dr. Pamela Rendi-Wagner (Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit im Bundesministerium für Gesundheit, BMG) und Univ.-Prof. Dr. Marcus Müllner (Bereichsleiter der Arzneimittelagentur AGES PharmMed) erläuterten die Risikokommunikation in der öffentlichen Gesundheit anhand der Beispiele Fukushima bzw. Risiken und Nutzen von Arzneimitteln. Die PR-Expertinnen Sabrina Oswald und Martina Tuma beleuchteten die Anforderungen der Risikokommunikation von Wirtschaftsunternehmen in Zeiten des „Web 2.0“.

Gemäß dem Spruch "Nach der Krise ist vor der Krise" sehen die ExpertInnen vor allem Bedarf an organisatorischer Vorbereitung (Krisenhandbuch, Ansprechpartnern, etc), inhaltlicher Aufbereitung der eigenen Krisen-PR-Themen sowie professionellem Management im akuten Krisenfall. Investiert werden sollte „in Friedenszeiten“ in den Aufbau von Vertrauen unter Einbindung von Meinungsbildnern sowie in Bereitstellung transparenter Informationen unter Verwendung unabhängiger wissenschaftlicher Expertise. Denn eine jede Krise ist über die wirtschaftlichen Folgen des betroffenen Produzenten hinaus immer mit enormen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden. Schlussendlich gebe es nur eine Antwort für eine Öffentlichkeit, die regelmäßig und latent mit Angst machenden Krisen konfrontiert wird: schnelle, adäquate und transparente Information.

Details zu Programm, Inhalten und Vortragenden: http://www.ages.at/ages/ages-akademie/stakeholderveranstaltungen/wien-risikokommunikation/

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Sicherheit und Risiko in der staatlichen Krisenvorsorge - Lehren aus der EHEC-Krise

  1. 1. Sicherheit und Risiko in derFÜR RISIKOBEWERTUNG staatlichen Risikovorsorge – Lehren aus der EHEC-KriseBUNDESINSTITUT Andreas Hensel
  2. 2. Profile der Lebensmittelskandale in Deutschland„Naturereignisse“ radioaktive Belastung (Tschernobyl), 1986; MKS, 2001, Vogel/Schweinegrippe 2008/2009Neue Erkenntnisse Diethylenglykol in Süßwaren, 1985; Acrylamid, 2002; Semicarbazid, 2003Verfeinerung der Analytik Nachweis von Kontaminanten und Rückständen; Chloramphenicol, 2001, Nikotin 2006, Glycidol 2009Skandalisierung Nematoden in Fischen, 1987; Gentechnik in Lebensmitteln (bis heute!); Acrylamid, 2002; Gammelfleisch 2008, Dioxin 2011„Verschiedene Ursachen“ BSE, 2000, Nitrofen 2001, Melamin 2009, EHEC 2011 21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 2
  3. 3. Ökonomische Risiken, Krisen und Kontrollverluste: Vertrauensverlust, Imageschaden, behördliche Aktivitäten Vorsätzliches Handeln Hormone in der Kälbermast; Entsorgung von Abfällen in Futtermitteln; „Umettikettierung“ von Konfiskaten; “Verlängerung des MHDs”, verbotener Internethandel Fahrlässiges Handeln / “Ausreißer” Salmonellen- und Campylobacterbefall; Glasscherben im Produkt; PSM- oder PCB-Rückstände Ungerechtfertigte/ „Coppenrath und Wiese“ oder Falsche Wahrnehmung „Birkel-Fall“, PSM-Rückstände, GMOs21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 3
  4. 4. Risikobewertung: Vorgehensweise in Deutschland• Gefahrenschwelle:- hinreichend großes Risiko, bei dem der Staat eingreifen sollte (Standards, Grenzwerte) z.B. Dioxin• Vorsorgeschwelle:- prinzipiell reduzierbares Risiko- Staat kann Reduktionsziele oder Minimierung vorschreiben z.B. Pestizidrückstände in Lebensmitteln• Restrisiko:- prinzipiell hinnehmbares Risiko z.B. Blitzschlag Nach Renn 200721.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 4
  5. 5. Problematik der Schutzpflicht des Staates Der Staat ist verpflichtet, durch Eingriffe in die Rechte eines Menschen die Rechte anderer zu schützen Das Gewaltmonopol liegt beim Staat Ein risikobasiertes Vorgehen staatlicherseits scheint geboten • Rauchverbot in Gaststätten, Steuern auf Alkopops: Sicherung oder Abbau von Grund-, Bürger- und Menschenrechten? • Unterscheidung zwischen harmlosen und relevanten Daten, Begrenzung von Datenrechten • Rasterfahndung, Videoüberwachung – präventives (Sicherheits?)Netz über die gesamte Gesellschaft21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 5
  6. 6. Was ist Sicherheit?• Menschliches Grundbedürfnis• Gewährleistung von Sicherheit als öffentliches Gut ist eine Hauptaufgabe des Staates• Sicherheit ist Minimierung von Unsicherheit, eine Hierarchisierung von Sicherheitszielen, die Entwicklung von Sicherheitsprioritäten• Sicherheit ist die faktische Abwesenheit von Risiken• Sicherheitsgefühl ist das individuelle Empfinden der Abwesenheit von Risiken• Sicherheit = akzeptables Risiko?• Entscheidend ist nicht die reale Existenz einer Bedrohung, sondern ihre gelungene Konstruktion und Präsentation21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 6
  7. 7. Die veränderte Rolle des Staates durchVerantwortungsteilung1 Risiken spielen in 3 Der Staat kann 5 Wir müssen denGewährleistung von nicht mehr alleine Diskurs überSicherheit eine die Gewährleistung Risiko und Sicher-immer größere Rolle übernehmen heit ausweiten 2 Das heißt: 4 Eingriffsschwellen für Entscheidungen sind den Staat verändern sich, stärker von Unwissen- Verantwortung verteilt heit geprägt sich auf mehr Akteure 21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 7
  8. 8. Gefühlte Risiken werden wahr Dioxin •„Subjektive Risikowahrnehmung BSE (Leugnung, Skandalisierung oder Uminterpretation eines Vogelgrippe vorhandenen Risikos) durch die verantwortlichen Risikomanager kann die Auswirkungen des objektiven Risikos vervielfachen!“ Pestizide u.v.m. •(ehem. EU-Kommissar David Byrne, 2002) Nematoden in Fisch21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 8
  9. 9. Objektive und subjektive Risiken:Wo sollte die Politik Einfluss nehmen? Öffentlichkeit: Öffentlichkeit: Nennenswertes Kein Risiko vorhanden nennenswertes Risiko vorhanden Wissenschaft: a b Nennenswertes „tatsächliches Risiko“ „tatsächliches Risiko“ Risiko vorhanden (z.B. Acrylamid) (z.B. Cumarin) Wissenschaft: c d „gefühltes Risiko“ Kein (z.B. Pestizide) ! nennenswertes Risiko vorhanden Politischer Einfluss notwendig Risiko- früherkennung21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 9
  10. 10. Beispiel: EHEC-Ausbruch im Sommer 2011 in Europa • Dieser Ausbruch war einer der folgenschwersten (und teuersten) lebensmittelbedingten Ausbrüche der Nachkriegszeit in Europa und der Ausbruch mit der größten Zahl an HUS-Patienten weltweit • Pflicht, die bei der Aufklärung des Ausbruchs gemachten Erfahrungen zu analysieren und zu nutzen, um für zukünftige Ausbrüche oder LM- Krisen optimal gerüstet zu sein • Prüfstein: Zusammenarbeit der LM- mit den Gesundheitsbehörden (Länder, Bund, EU)21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 10
  11. 11. Lieferverbindungen des niedersächsischen Gartenbaubetriebszu 41 deutschen EHEC-Ausbruchsclustern Niedersächsischer Gartenbaubetrieb Zwischenhändler (Sprossen) Ausbruchscluster Task Force EHEC; 2011, BfR, 201121.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 11
  12. 12. Lieferwege für Bockshornkleesamen erklären das deutsche und französischeEHEC-Ausbruchsgeschehen Gartenbaubetrieb in Niedersachsen Einzelhandel Frankreich Samenerzeuger Zwischenhändler (Farben: europ. Staaten) Ausbruchscluster Lieferung von Sprossen Task Force EHEC; 2011, BfR, 2011; EFSA, 2011 Lieferung von Samen http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/09_InfektionenIntoxikationen/05_EHEC/Task_Force/Task_Force_node.html http://www.bfr.bund.de/cm/343/bedeutung_von_sprossen_und_keimlingen_sowie_samen_zur_sprossenherstellung_im_ehec_o104_h4_ausbruchsgeschehen_im_mai_und_juni_2011.pdf http://www.efsa.europa.eu/en/supporting/doc/176e.pdf21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 12
  13. 13. Weitere Lieferwege für Bockshornkleesamen und Sprossen in Deutschland (gelb)und anderen europäischen Staaten (farbig) Gartenbaubetrieb in Niedersachsen Einzelhandel Frankreich Samenerzeuger Zwischenhändler (Farben: europ. Staaten) Ausbruchscluster Lieferung von Sprossen Lieferung von Samen Task Force EHEC; 2011, BfR, 2011; EFSA, 2011 http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/09_InfektionenIntoxikationen/05_EHEC/Task_Force/Task_Force_node.html http://www.bfr.bund.de/cm/343/bedeutung_von_sprossen_und_keimlingen_sowie_samen_zur_sprossenherstellung_im_ehec_o104_h4_ausbruchsgeschehen_im_mai_und_juni_2011.pdf http://www.efsa.europa.eu/en/supporting/doc/176e.pdf21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 13
  14. 14. EHEC-Ausbruch in Deutschland, Mai/Juni/Juli 2011 Aktuelle Situation Datenstand 16.08.2011 EHEC oder HUS- 2.987 EHEC Fälle, die an das RKI übermittelt wurden 855 HUS EHEC oder HUS- 18 EHEC Todesfälle, die an das RKI übermittelt 35 HUS wurden Quelle: RKI, „Abschließende Darstellung und Bewertung der epidemiologischen Erkenntnisse im EHEC O104:H4 Ausbruch Deutschland 2011“21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 14
  15. 15. Aufgaben, die das BfR während des EHEC-Ausbruchswahrgenommen hat • Epidemiologische Untersuchungen entlang der Lebensmittelkette • Risikobewertungen und gesundheitliche Stellungnahmen zu inkriminierten Lebensmitteln • Wissenschaftlich-theoretische Beratung der Behörden des Bundes, der Länder, der Untersuchungslaboratorien und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) • Vor-Ort-Unterstützung durch Ausbruch- und Probennahmeteams des BfR • Untersuchung von Proben und Methodenentwicklung • Risikokommunikation21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 15
  16. 16. Ausbruchsaufklärung entlang der Lebensmittelkette • Bildung eines Ausbruchteams im BfR • Informationsaustausch mit allen Behörden • Befragung von Erkrankten (und Gesunden) • Betriebsinspektionen in Absprache mit Ländern • Rückverfolgung • Probenahme/-untersuchung • Befragung zur Lebensmittelherstellung und Bewertung • Dokumentation, Bewertung und Publikation aller Ergebnisse21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 16
  17. 17. RisikokommunikationHerausforderungen • Unverzüglich und unter starkem Zeitdruck handeln • Mit begrenzten Ressourcen und in kurzer Zeit die Situation bewältigen • Weitreichende Entscheidungen treffen Ziele • Auf öffentliche Diskussionen vorbereitet sein • Schnelle, transparente, sachgerechte Medienberichterstattung • Information der Öffentlichkeit • Festigung von Vertrauen und Glaubwürdigkeit Aktive Kommunikation stärkt das Ansehen und das Vertrauen bei der Presse, den Medien und in der Öffentlichkeit21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 17
  18. 18. 21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 18
  19. 19. BfR-Risikokommunikation – ein paar Zahlen…• > 300 Presseanfragen• > 50 Fernseh-Interviews• 17 Mitteilungen an EFSA und andere europäische Staaten (EFSA Focal Point)• 10 Stellungnahmen (davon 2 ausführliche Risikobewertungen)• 9 Pressemitteilungen• 5 Pressekonferenzen (davon 2 im BfR)21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 19
  20. 20. Verhaltensänderungen aufgrund von EHEC während des AusbruchsHaben Sie Ihr Verhalten während des EHEC-Ausbruchs verändert, um sich vor dem Keimzu schützen?Was haben Sie getan, um sich vor EHEC zu schützen? 72 % Verzicht auf bestimmte Lebensmittel Verzicht auf rohen Verzehr von Obst, 59 % ja Gemüse oder Sprossen Obst, Gemüse oder Sprossen nicht in 52 % Restaurant/Imbiss/Kantine/Mensa essennein 51 % best. Lebensmittel intensiver gewaschen häufiger die Hände gewaschen 49 % Einkaufsverhalten verändert 48 % 49 % 51 % Obst bzw. Gemüse öfter geschält 39 % verstärkt auf Küchenhygiene geachtet 39 % best. Lebensmittel mit höheren Wassertemperaturen gewaschen 33 % selbst versorgt 2% beim Bio-Händler gekauft 1% weiß nicht/keine Angabe/nichts davon 1% B2b (n = 479; Mehrfachnennungen möglich); B2a (n = 931); Angaben in Prozent Angaben in Prozent21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 20
  21. 21. Aufrechterhaltung der VerhaltensänderungHaben Sie nach dem Ende des EHEC-Ausbruchs dieses veränderteVerhalten beibehalten? ja 33 % 60 % nein 5% 1% 1% teilweise Sonstiges weiß nicht/keine AngabeB2c (n = 479); Angaben in Prozent21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 21
  22. 22. Schlussfolgerungen für ein erfolgreiches Managementkrisenhafter Ausbruchsgeschehen • Anpassung rechtlicher Regelungen zur Aufgabenverteilung und - verantwortung bei der Aufklärung eines überregionalen Ausbruchs- geschehens auf Bundesebene sind erforderlich (unklares bzw. nicht geregeltes Mandat und juristische Implikationen der Task Force EHEC) • Schnelle Bildung interdisziplinärer und ressortübergreifender Ausbruchsteams und Nutzung angemessen ausgestatteter Lagezentren (Infrastruktur) • Technische und personelle Vernetzung und enge wissenschaftliche Kooperation der Lagezentren in den betroffenen Bundesbehörden • Klare Zuständigkeiten und Kommunikationswege insbesondere in der Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Bundesländer21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 22
  23. 23. Schlussfolgerungen für eine erfolgreiche Bewertungund Management krisenhafter Ausbruchsgeschehen• Besserer Zugriff auf die Ergebnisse der Eigenkontrollen der Industrie, am Besten im Rahmen einer neuen elektronischen Datenplattform mit festzulegenden Zugriffsrechten• Konzentrierung von relevanten NRL im für Risikobewertung zuständigen BfR (Schaffung ausreichender Laborkapazitäten; geeignete Untersuchungs- verfahren entwickeln und Bereitstellung von Schulungen)• Ressortübergreifende Aktivitäten zur Vereinheitlichung und Effizienz- steigerung eines umfassenden Daten- und Informationsmanagements insbesondere zur Lieferkettenrückverfolgungen• Verstärkung der personellen Ressourcen +Training aller Beteiligten21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 23
  24. 24. Ausblick - Nach der Krise ist vor der Krise • Aufhebung der Verzehrsempfehlung steht noch aus • Evaluierung der Ausbruchsuntersuchung • Juristische Aufarbeitung • Forschung zu Ausbruchserkennung und -bewältigung durch gemeinsame Projekte zwischen BfR, RKI und Ländern • Monitoring ausweiten • Präventionsempfehlungen (Küchenhygiene)21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 24
  25. 25. Offene Fragen - Nach der Krise ist vor der Krise • Strukturen (Bewertung vs. Management, Task Force, NRLs, Clearing, Koordination u.v.a.m.) • Ausbruchsuntersuchungen nur durch Fachbehörden? • Wer kommuniziert was, wann und mit wem (Bund-Bund, Bund-Länder, Länder-Länder, Behörden-Öffentlichkeit, Bund-EU, EU-Drittländer)? • Koordination und Bewertung der Probenahme + Analytik • Datenaustausch, -management und -qualität (IT, LIMS) • Aufklärung und Krisenbewaltigung vs. Geschäftsgang?21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 25
  26. 26. Sicherheit, Risiko und Politik: Eine Aufgabe für viele Beteiligte Vertrauen in die Bereitsteller von Informationen Verbraucherorganisationen 54 38 61 (Stiftung Warentest, Verbraucherzentralen) Wissenschaftler 47 45 71 Ärzte 35 49 14 1 Umweltorganisationen 33 43 19 5 (Greenpeace, Foodwatch) absolutes Vertrauen Gesundheits- und Arbeitsschutzbehörden 30 52 15 3 etwas Vertrauen Führungskräfte aus der Wirtschaft 4 28 43 25 wenig Vertrauen Regierungsvertreter 2 21 40 37 überhaupt kein Vertrauen 0% 20% 40% 60% 80% 100% Quelle: BfR, 2007, Bevölkerungsbefragung zur Nanotechnologie (n = 1.000)21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 26
  27. 27. Schlussfolgerungen für eine erfolgreicheRisikokommunikation • Koordinierung einer einheitlichen, ressortabgestimmten Risikokommunikation über das interdisziplinäre Ausbruchsteam ggf. auch durch Benennung eines zentralen (Presse?)Sprechers • Abstimmung der Risikokommunikation auch mit anderen betroffenen EU-Staaten/EFSA ist erforderlich • Pflege eines etablierten Netzwerkes mit regionalen und überregionalen Medien und Journalisten • Vorhalten geschulten Personals (Medientraining)21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 27
  28. 28. Allerdings, Mensch, sei dir bewusst: jede rationale Argumentation versinkt manchmal… • im Medienschlamm21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 28
  29. 29. Keine Krise ist umsonst! Im doppelten Sinn: Krisen kosten! - Geld, Vertrauen, ... Krisen stoßen aber auch Veränderungen an und können somit Geburtshelfer neuer, innovativer Ideen und Strategien sein21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 29
  30. 30. • Krisen entstehen hinter dem Rücken einzelner Institutionen.... ...hinter Behörden, Industrie, Medien • Krisen können nicht gesteuert werden • Krisen können aber durch Kontextbedingungen beeinflusst werden ... Rolle der Wissenschaft als ‚Warnerin‘ und ‚Entwarnerin‘!21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 30
  31. 31. Fazit “Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.” (Max Frisch) Aber der Beigeschmack wird auch durch die Benennung erzeugt! - Jede Benennung scheint interessengetrieben Zusammenspiel dieser Interessen entscheidet letztlich über: Kalamität? Krise? Katastrophe?21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 31
  32. 32. In der Krise: Geschwindigkeit ist unersetzbar! DANKE FÜR´S ZUHÖREN Andreas Hensel Bundesinstitut für Risikobewertung Max-Dohrn-Str. 10  D-10589 Berlin Berlin Tel. 0 30 - 84 12 - 0  Fax 0 30 - 84 12 - 47 41 leitung@bfr.bund.de  www.bfr.bund.de21.11.2011 / Fachsymposium Risikokommunikation (Wien) Professor Dr. Dr. Andreas Hensel Seite 32

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