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Einige Fakten
• Durchschnittlicher Erstkontakt mit Pornografie: ca. 11 Jahren bei Burschen und Mädchen1
• Durchschnittsalter beim ersten Geschlechtsverkehr: 16,8 Jahre2
• Sexualmündigkeit ab 14 Jahren / Pornografiekonsum ab 16 Jahren (harte Pornografie ab 18)
• Jugendschutz in Österreich:
Sobald Eltern wissen, dass ihre Kinder Pornos oder andere nach den Jugendschutzgesetzen verbotene
Daten auf ihrem Handy oder PC haben, müssen sie diese löschen bzw. löschen lassen. Sie sind jedoch
nicht verpflichtet, die Handys ihrer Kinder auf jugendschutzgefährdende Daten zu kontrollieren!
• Kinderpornografie:
Darstellung von geschlechtlichen Handlungen, wo Minderjährige involviert sind. Jede Handlung, die
damit zusammenhängt ist verboten (Produzieren, Anbieten,Verschaffen, Überlassen,Teilen, Schauen).
§207a Strafgesetzbuch Pornographische Darstellung Minderjähriger
1 http://www.saferchildren.eu/index.php?id=205#.VpetEb-kbcc 13.12.2014
2 Durex-Studie, 2013 © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer, Verein Selbstbewusst
Exkurs: Sexting
• „Sex“ und „Texting“: Verschicken undTauschen von eigenen Nacktaufnahmen über Internet
• Kann unter Umständen negative Folgen haben, z.B. wenn die Aufnahmen in falsche Hände
geraten oder im Internet veröffentlicht werden.
• §207a Strafgesetzbuch: Pornographische Darstellung Minderjähriger STRAFBAR
• Gesetzesänderung seit 01.01.2016:
Einvernehmliches Sexting unter Minderjährigen ist nicht mehr strafbar!
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Was wollen Jugendliche wissen?
• Wie verhalten sich Erwachsene in ihrer Sexualität?
• Was muss ich über Sex wissen, um dazuzugehören und als erwachsen zu gelten?
• Was bedeutet Lust und wie fühlt sich das an?
• Wie läuft das mit dem Sex ganz konkret ab?
• Was muss ich wissen, können und tun, um ein*r gute*r Sexualpartner*in zu sein?
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Warum schauen Jugendliche Pornos?
• Information – nirgends wird Sex so deutlich dargestellt, wie in Pornos!
• Ablösungsprozess – Infos werden nicht mehr von den Eltern geholt, sondern von Peers und dem Internet
• Dazugehören – nicht der*die einzige sein, der*die keine Pornos schaut
• Mutprobe – je ekliger, abschreckender, brutaler, umso „besser“
• Selbstfindung – außergewöhnliche Praktiken werden unzensiert dargestellt
• Anonymität – Antworten auf Fragen, die man sich nicht zu stellen traut oder die unbeantwortet bleiben
• Sexuelle Erregung, Unterhaltung, Spaß, Langeweile, Zufall
Das Suchen nach Infos zumThema Sex entspringt einem ganz natürlichen Interesse
und dem Bedürfnis nach persönlich brauchbaremWissen!
Das ist Bestandteil einer normalen, gesunden Entwicklung!
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Was wird in Pornos dargestellt?
• Sofortiger Geschlechtsverkehr – ohneVorspiel, keine vorsichtige Annäherung, kein Fragen (!)
• Reduktion auf Geschlechtsteile/Geschlechtsakt – keine Nähe, Zärtlichkeit, Intimität, Küssen,
Umarmung, Streicheln…
• Kein Safer-Sex – kein Verwenden von Kondomen,Wechsel zwischen Geschlechts- und
Analverkehr, viele verschiedene Partner*innen, unbekannte Personen
• Darstellung von Frauen: immer willig, zu jederTechnik bereit, Orgasmusfähig, große Brüste,
schlank, Unterwerfung
• Darstellung von Männern: können immer und übertrieben lange, großer Penis, muskulöser
Körper
• Darstellung von Gewalt, außergewöhnliche Techniken, „besonderen“ Fähigkeiten
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Mögliche Probleme
• VerzerrteVorstellungen wie Sexualität funktioniert (schnell, heftig, wild, grob, Einsatz von
Hilfsmitteln,Techniken, …)
• Verleugnen von eigenen Wünschen/Bedürfnissen und GRENZEN
• Unsicherheit in der Wahrnehmung und Akzeptanz des eigenen Körpers
• Leistungsdruck bei Burschen hinsichtlich Größe, Ausdauer, Können, …
• Leistungsdruck bei Mädchen hinsichtlich Techniken, Körper, Aussehen, Orgasmus, …
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Pornos:Was können Sie tun?
• Bagatellisieren vs. Dramatisieren – Sprechen Sie mit Ihrem Kind!
• Pornos sind nicht echt – es sind Filme, mit allenTricks, die zurVerfügung stehen
• Fake – Sexualität funktioniert nicht so, wie in diesen Filmen dargestellt
• Aufklärung – je aufgeklärter ein Kind, desto weniger wird es diese Inhalte annehmen
• Information – informieren auch SIE sich über Sexualität!Was wissen Sie vielleicht selber noch
nicht?
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Pornos:Was können Sie tun?
• Vertrauen – Seien Sie eine Bezugsperson für Ihr Kind/Jugendlichen
• Informationsmaterial – zurVerfügung stellen, anbieten
• Selbstbewusstsein aufbauen - Unterstützung anbieten
Du musst nichts tun, das Du nicht willst! Du bist ok so wie Du bist!
Du darfst nein sagen! Du kannst Dir Hilfe holen, wenn Du welche brauchst!
Alles was Du fühlst, ist ok! Ich bin für Dich da!
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Vulgäre Sprache: Was können Sie tun?
• Ruhig bleiben
Häufig wollen Kinder und Jugendliche einfach nur provozieren
Oder mit Ihnen über Sexualität reden, wissen aber nicht wie sie dasThema ansprechen sollen
Ihr Kind oder Jugendlicher hat ein Problem und weiß nicht, wie formulieren
Ihr Kind oder Jugendlicher würde gerne wissen wie Sie dazu stehen, traut sich aber nicht zu fragen
• Interessiert nachfragen, ob dieVorstellung von Sexualität und Liebe den Äußerungen
entspricht
• Abgrenzen und offen sagen, dass Sie nicht möchten, dass Ihr Kind so spricht – und warum
nicht.
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Und bitte merken Sie sich…
… jahrelange Erziehung, Bemühung, Aufklärung und Interesse Ihrerseits wird nicht durch
das Schauen von kinderungeeigneten Inhalten bzw. dem Schauen von Pornos wettgemacht!
Pornos können negative Auswirkung haben, wenn…
… Ihr Kind/Jugendlicher nicht aufgeklärt ist
… keine positive Einstellung gegenüber Sexualität gegeben ist
… negative Erfahrungen gemacht wurden
… Sexualität immer tabuisiert wurde
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Technische Möglichkeiten
• Nur bei jüngeren Kinder sinnvoll!
• „Familienfreundliche Suchmaschinen“ (filtern nicht jugendfreier Inhalte aus den Ergebnissen)
• www.blinde-kuh.de
• www.fragfinn.de
• www.helles-koepfchen.de
• Sichere Suche z.B. Google Filter
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
Nützliche Links
Infos für Jugendliche
• www.loveline.de - Infos
• www.firstlove.at - Beratung
• www.herzklopfen.or.at - Beratung
• www.rataufdraht.at - Hilfe
• www.sexwecan.at -Videos
• www.thatsnotcool.com -Videos
Meldestellen
• Kinderpornografie:
www.stopline.at
• Entfernen Inhalte:
www.ombudsmann.at
Infos für Eltern/Pädagog*innen
• www.selbstbewusst.at
• www.imb-salzburg.at
• www.saferinternet.at
• www.sexualpaedagogik.at
• www.familienberatung.gv.at
• www.eltern-bildung.at
© Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst

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Sexualität und Internet – webinar

  • 1.
  • 2. Einige Fakten • Durchschnittlicher Erstkontakt mit Pornografie: ca. 11 Jahren bei Burschen und Mädchen1 • Durchschnittsalter beim ersten Geschlechtsverkehr: 16,8 Jahre2 • Sexualmündigkeit ab 14 Jahren / Pornografiekonsum ab 16 Jahren (harte Pornografie ab 18) • Jugendschutz in Österreich: Sobald Eltern wissen, dass ihre Kinder Pornos oder andere nach den Jugendschutzgesetzen verbotene Daten auf ihrem Handy oder PC haben, müssen sie diese löschen bzw. löschen lassen. Sie sind jedoch nicht verpflichtet, die Handys ihrer Kinder auf jugendschutzgefährdende Daten zu kontrollieren! • Kinderpornografie: Darstellung von geschlechtlichen Handlungen, wo Minderjährige involviert sind. Jede Handlung, die damit zusammenhängt ist verboten (Produzieren, Anbieten,Verschaffen, Überlassen,Teilen, Schauen). §207a Strafgesetzbuch Pornographische Darstellung Minderjähriger 1 http://www.saferchildren.eu/index.php?id=205#.VpetEb-kbcc 13.12.2014 2 Durex-Studie, 2013 © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer, Verein Selbstbewusst
  • 3. Exkurs: Sexting • „Sex“ und „Texting“: Verschicken undTauschen von eigenen Nacktaufnahmen über Internet • Kann unter Umständen negative Folgen haben, z.B. wenn die Aufnahmen in falsche Hände geraten oder im Internet veröffentlicht werden. • §207a Strafgesetzbuch: Pornographische Darstellung Minderjähriger STRAFBAR • Gesetzesänderung seit 01.01.2016: Einvernehmliches Sexting unter Minderjährigen ist nicht mehr strafbar! © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 4. Was wollen Jugendliche wissen? • Wie verhalten sich Erwachsene in ihrer Sexualität? • Was muss ich über Sex wissen, um dazuzugehören und als erwachsen zu gelten? • Was bedeutet Lust und wie fühlt sich das an? • Wie läuft das mit dem Sex ganz konkret ab? • Was muss ich wissen, können und tun, um ein*r gute*r Sexualpartner*in zu sein? © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 5. Warum schauen Jugendliche Pornos? • Information – nirgends wird Sex so deutlich dargestellt, wie in Pornos! • Ablösungsprozess – Infos werden nicht mehr von den Eltern geholt, sondern von Peers und dem Internet • Dazugehören – nicht der*die einzige sein, der*die keine Pornos schaut • Mutprobe – je ekliger, abschreckender, brutaler, umso „besser“ • Selbstfindung – außergewöhnliche Praktiken werden unzensiert dargestellt • Anonymität – Antworten auf Fragen, die man sich nicht zu stellen traut oder die unbeantwortet bleiben • Sexuelle Erregung, Unterhaltung, Spaß, Langeweile, Zufall Das Suchen nach Infos zumThema Sex entspringt einem ganz natürlichen Interesse und dem Bedürfnis nach persönlich brauchbaremWissen! Das ist Bestandteil einer normalen, gesunden Entwicklung! © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 6. Was wird in Pornos dargestellt? • Sofortiger Geschlechtsverkehr – ohneVorspiel, keine vorsichtige Annäherung, kein Fragen (!) • Reduktion auf Geschlechtsteile/Geschlechtsakt – keine Nähe, Zärtlichkeit, Intimität, Küssen, Umarmung, Streicheln… • Kein Safer-Sex – kein Verwenden von Kondomen,Wechsel zwischen Geschlechts- und Analverkehr, viele verschiedene Partner*innen, unbekannte Personen • Darstellung von Frauen: immer willig, zu jederTechnik bereit, Orgasmusfähig, große Brüste, schlank, Unterwerfung • Darstellung von Männern: können immer und übertrieben lange, großer Penis, muskulöser Körper • Darstellung von Gewalt, außergewöhnliche Techniken, „besonderen“ Fähigkeiten © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 7. Mögliche Probleme • VerzerrteVorstellungen wie Sexualität funktioniert (schnell, heftig, wild, grob, Einsatz von Hilfsmitteln,Techniken, …) • Verleugnen von eigenen Wünschen/Bedürfnissen und GRENZEN • Unsicherheit in der Wahrnehmung und Akzeptanz des eigenen Körpers • Leistungsdruck bei Burschen hinsichtlich Größe, Ausdauer, Können, … • Leistungsdruck bei Mädchen hinsichtlich Techniken, Körper, Aussehen, Orgasmus, … © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 8. Pornos:Was können Sie tun? • Bagatellisieren vs. Dramatisieren – Sprechen Sie mit Ihrem Kind! • Pornos sind nicht echt – es sind Filme, mit allenTricks, die zurVerfügung stehen • Fake – Sexualität funktioniert nicht so, wie in diesen Filmen dargestellt • Aufklärung – je aufgeklärter ein Kind, desto weniger wird es diese Inhalte annehmen • Information – informieren auch SIE sich über Sexualität!Was wissen Sie vielleicht selber noch nicht? © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 9. Pornos:Was können Sie tun? • Vertrauen – Seien Sie eine Bezugsperson für Ihr Kind/Jugendlichen • Informationsmaterial – zurVerfügung stellen, anbieten • Selbstbewusstsein aufbauen - Unterstützung anbieten Du musst nichts tun, das Du nicht willst! Du bist ok so wie Du bist! Du darfst nein sagen! Du kannst Dir Hilfe holen, wenn Du welche brauchst! Alles was Du fühlst, ist ok! Ich bin für Dich da! © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 10. Vulgäre Sprache: Was können Sie tun? • Ruhig bleiben Häufig wollen Kinder und Jugendliche einfach nur provozieren Oder mit Ihnen über Sexualität reden, wissen aber nicht wie sie dasThema ansprechen sollen Ihr Kind oder Jugendlicher hat ein Problem und weiß nicht, wie formulieren Ihr Kind oder Jugendlicher würde gerne wissen wie Sie dazu stehen, traut sich aber nicht zu fragen • Interessiert nachfragen, ob dieVorstellung von Sexualität und Liebe den Äußerungen entspricht • Abgrenzen und offen sagen, dass Sie nicht möchten, dass Ihr Kind so spricht – und warum nicht. © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 11. Und bitte merken Sie sich… … jahrelange Erziehung, Bemühung, Aufklärung und Interesse Ihrerseits wird nicht durch das Schauen von kinderungeeigneten Inhalten bzw. dem Schauen von Pornos wettgemacht! Pornos können negative Auswirkung haben, wenn… … Ihr Kind/Jugendlicher nicht aufgeklärt ist … keine positive Einstellung gegenüber Sexualität gegeben ist … negative Erfahrungen gemacht wurden … Sexualität immer tabuisiert wurde © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 12. Technische Möglichkeiten • Nur bei jüngeren Kinder sinnvoll! • „Familienfreundliche Suchmaschinen“ (filtern nicht jugendfreier Inhalte aus den Ergebnissen) • www.blinde-kuh.de • www.fragfinn.de • www.helles-koepfchen.de • Sichere Suche z.B. Google Filter © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst
  • 13. Nützliche Links Infos für Jugendliche • www.loveline.de - Infos • www.firstlove.at - Beratung • www.herzklopfen.or.at - Beratung • www.rataufdraht.at - Hilfe • www.sexwecan.at -Videos • www.thatsnotcool.com -Videos Meldestellen • Kinderpornografie: www.stopline.at • Entfernen Inhalte: www.ombudsmann.at Infos für Eltern/Pädagog*innen • www.selbstbewusst.at • www.imb-salzburg.at • www.saferinternet.at • www.sexualpaedagogik.at • www.familienberatung.gv.at • www.eltern-bildung.at © Sonja Messner, IMb & Martina Ruemer,Verein Selbstbewusst