BILDER IM NEBEL
Ines Eck
BILDER IM NEBEL
Musterkatalog
Ausstellungskatalog 2016
anlässlich des 60. Geburtstages
der Künstlerin am 11. Juli 1956
Ines Eck wuchs als Tochter des Dichters und
Herausgebers Hubert Witt und der Lektorin
Sina Witt in Leipzig auf. Eck studierte bis 1987
Germanistik (Literatur-, Sprach-, Kulturwis-
senschaft) in Jena. Seit 2003 lebt sie als Jour-
nalistin, Kulturmanagerin, Schriftstellerin
und bildende Künstlerin in Berlin.
Sie argumentiert für eine bedingungslose
Grundsicherung aller Bürger als Vorausset-
zung für Mitbestimmungsrechte über Ar-
beitsinhalte und Arbeitsbedingungen sowie
für Demokratie.
Eck erhielt zahlreiche Stipendien und Aus-
zeichnungen, so zum Beispiel Aufenthalts-
stipendien der Akademie Schloss Solitude
(1990), des Literarischen Colloquiums Berlin
(1991), ein Stipendium der Preußischen See-
handlung (1994), ein Atelier-Stipendium Ba-
sel (1999), das Walter-Dexel-Stipendium Jena
(1998) für ein experimentelles und kompro-
missloses Werk, ein Aufenthaltsstipendium
in Amsterdam (2000) und Unterstützungen
des Kulturfonds, der Thüringer Landesregie-
rung und des Bundespräsidenten.2003 folgte
ein Atelieraufenthalt im Kunsthaus Tacheles,
2015 ein Gastaufenthalt in der Villa Massimo.
1992 erhielt Ines Eck den Anna-Seghers-Preis
der Akademie der Künste. Ecks Arbeiten wur-
den unter anderem für den Alfred-Döblin-
Preis, den Europäischen Dramatikpreis und
den Gabriele Münter Preis nominiert.
Eck realisierte Texte für Analphabeten und
Internationale. Ihre Grafiken zeigen Einflüsse
von Pablo Picasso, Joan Miró und Marc Cha-
gall. Sie benutzt eingescannte Handzeich-
nungen für Grafikkompositionen. Eck gestal-
tete Fotocollagen in Gitterstrukturen.
Mit dem Komponisten Torsten Kulick begrün-
dete sie 1992 eine Künstlergemeinschaft und
das Webportal Textlandschaft - Kunst als
Abenteuer / Kunst als Weckreiz für work in
progress. Kulick und Eck entwarfen eine bi-
bliophile Buchart, books on demand, die ins
Büchermuseum der Deutschen Bibliothek
aufgenommen wurde. Die beiden Künstler
erarbeiteten Klangskulpturen, die in Ausstel-
lungseröffnungen und Filmproduktionen
eingesetzt und in der Klangkunstsendung
Deutschland Radio Kultur vorgestellt wurden.
Darüber hinaus gestalteten Eck und Kulick in
der Aktion SpielFilm u. a. Videoattachments,
ARTSonderbriefmarken im Mailverkehr, und
die Kunstlandschaft Spandau. Weiters grün-
deten Ines Eck und Torsten die Imaginäre
Akademie der Künste.
„Ich realisierte großflächige Ausstellungen,
lehnte Ausstellungen ohne Honorarzahlun-
gen zunehmend ab, ich entschied mich für
Gewissenhaftigkeit statt Marktorientierung,
Kooperation statt Konkurrenzkampf, wur-
de Gründungsmitglied des Förderband e.V.
Berlin, argumentierte für eine Grundabsi-
cherung aller Bürger als Verhandlungsbasis
über Arbeitsinhalte und Arbeitsbedingungen
(Voraussetzung für eine funktionierende De-
mokratie), kämpfte mit der Bundestagsabge-
ordneten Angelika Krüger für eine fachspe-
zifische Arbeitsberatung von Künstlern und
Kreativen in Berliner Jobcerntern, engagierte
mich für einen Sozialpass für Geringverdie-
ner, unterstützte Künstler mit Rezensionen.
Kunst und Kultur gelten als Standortfaktoren,
wir bauten die Kunstlandschaft Spandau auf.
Wir erarbeiten Methoden, mit deren Hilfe
Kinder und Jugendliche in sozialen Brenn-
punkten durchleben können, dass ihr Einzel-
beitrag Teil eines Gesamtkunstwerkes wird,
das von anderen respektiert wird. Problem-
kinder wirkten infolge ver- oder entzaubert.
Eine Schule erhielt den Titel „Starke Schule.“
Prinzip Hoffnung.“
„Wenn ich Finger in Ohren drücke, Geräu-
schen entkommen zu können, dringen sie
über Knochenleitung ins Hirn. Bässe benut-
zen Haut wie ein Trommelfell.Wenn ich tanz-
te, wollte ich zeigen, dass ich mich von Kom-
ponisten/Musik nicht beherrschen lasse.“
Madam hatte K gefragt, was er sich wünscht,
er geantwortet: Ein Tonstudio. Und entführte
Madam in die Welt der Klänge, in Gegenden,
in denen Bimsstein Hall verschluckte, Stil-
le wie eine Mauer wirkte. Er hob unhörbare
Töne mit Hilfe von Beschleunigung (Wellen-
bildung) in den hörbaren Bereich, senkte Mi-
krofone in Flüsse und Meer und sehnt sich
nach Musik aus Geräuschen von Polarlich-
tern. Ein Musiker schrieb: „Noch spannender
wird es, wenn die Geräuschquellen nicht aus
der Natur, sondern aus der Musik kommen;
so in Kulicks Werken ‚Vereinsamte Geige‘
und ‚Walzer im Blut‘, in denen die ursprüng-
lichen Streichersätze nur noch aus der Ferne
wahrnehmbar sind, in denen sie in ihre Ein-
zelteile zerlegt wurden, um dann durch elek-
tronische Filter in mysteriöse, endlos weite
Sphären Einzug zu finden; hört man sich all
diese Stücke direkt hintereinander an, ist ein
gewisser Realitätsverlust kaum vermeidbar.“
K und Madam wollen Realität verändern. Ko-
operation statt Konkurrenzkampf/Krieg, sie
begründeten die Notwendigkeit von Parallel-
gesellschaften, die Notwendigkeit paralleler
Geldwährungen, sie gründeten die Imaginä-
re Akademie der Künste, in der jeder selbst
bestimmt Mitglied werden kann.
Ausstellungen (Auswahl)
1994: Kunstverein Jena
1996: Grafik, Kunstverein Eisenturm, Mainz
1997: Karikatur, Kunstverein Eisenturm, Mainz
1998: Fotografie, Kunstverein Eisenturm, Mainz
2000: Haus Dacheröden, Erfurt (Einzelausstellung)
2001: Galerie p.s.kunst,Wien (Einzelausstellung)
2002: Palais Palffy,Wien
2003: Art Innsbruck (Kunstmesse), Innsbruck
Musterkatalog022016komplett
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  • 1.
  • 2.
    BILDER IM NEBEL Musterkatalog Ausstellungskatalog2016 anlässlich des 60. Geburtstages der Künstlerin am 11. Juli 1956
  • 4.
    Ines Eck wuchsals Tochter des Dichters und Herausgebers Hubert Witt und der Lektorin Sina Witt in Leipzig auf. Eck studierte bis 1987 Germanistik (Literatur-, Sprach-, Kulturwis- senschaft) in Jena. Seit 2003 lebt sie als Jour- nalistin, Kulturmanagerin, Schriftstellerin und bildende Künstlerin in Berlin. Sie argumentiert für eine bedingungslose Grundsicherung aller Bürger als Vorausset- zung für Mitbestimmungsrechte über Ar- beitsinhalte und Arbeitsbedingungen sowie für Demokratie. Eck erhielt zahlreiche Stipendien und Aus- zeichnungen, so zum Beispiel Aufenthalts- stipendien der Akademie Schloss Solitude (1990), des Literarischen Colloquiums Berlin (1991), ein Stipendium der Preußischen See- handlung (1994), ein Atelier-Stipendium Ba- sel (1999), das Walter-Dexel-Stipendium Jena (1998) für ein experimentelles und kompro- missloses Werk, ein Aufenthaltsstipendium in Amsterdam (2000) und Unterstützungen des Kulturfonds, der Thüringer Landesregie- rung und des Bundespräsidenten.2003 folgte ein Atelieraufenthalt im Kunsthaus Tacheles, 2015 ein Gastaufenthalt in der Villa Massimo. 1992 erhielt Ines Eck den Anna-Seghers-Preis der Akademie der Künste. Ecks Arbeiten wur- den unter anderem für den Alfred-Döblin- Preis, den Europäischen Dramatikpreis und den Gabriele Münter Preis nominiert. Eck realisierte Texte für Analphabeten und Internationale. Ihre Grafiken zeigen Einflüsse von Pablo Picasso, Joan Miró und Marc Cha- gall. Sie benutzt eingescannte Handzeich- nungen für Grafikkompositionen. Eck gestal- tete Fotocollagen in Gitterstrukturen. Mit dem Komponisten Torsten Kulick begrün- dete sie 1992 eine Künstlergemeinschaft und das Webportal Textlandschaft - Kunst als Abenteuer / Kunst als Weckreiz für work in progress. Kulick und Eck entwarfen eine bi- bliophile Buchart, books on demand, die ins Büchermuseum der Deutschen Bibliothek aufgenommen wurde. Die beiden Künstler erarbeiteten Klangskulpturen, die in Ausstel- lungseröffnungen und Filmproduktionen eingesetzt und in der Klangkunstsendung Deutschland Radio Kultur vorgestellt wurden. Darüber hinaus gestalteten Eck und Kulick in der Aktion SpielFilm u. a. Videoattachments, ARTSonderbriefmarken im Mailverkehr, und die Kunstlandschaft Spandau. Weiters grün- deten Ines Eck und Torsten die Imaginäre Akademie der Künste.
  • 7.
    „Ich realisierte großflächigeAusstellungen, lehnte Ausstellungen ohne Honorarzahlun- gen zunehmend ab, ich entschied mich für Gewissenhaftigkeit statt Marktorientierung, Kooperation statt Konkurrenzkampf, wur- de Gründungsmitglied des Förderband e.V. Berlin, argumentierte für eine Grundabsi- cherung aller Bürger als Verhandlungsbasis über Arbeitsinhalte und Arbeitsbedingungen (Voraussetzung für eine funktionierende De- mokratie), kämpfte mit der Bundestagsabge- ordneten Angelika Krüger für eine fachspe- zifische Arbeitsberatung von Künstlern und Kreativen in Berliner Jobcerntern, engagierte mich für einen Sozialpass für Geringverdie- ner, unterstützte Künstler mit Rezensionen. Kunst und Kultur gelten als Standortfaktoren, wir bauten die Kunstlandschaft Spandau auf. Wir erarbeiten Methoden, mit deren Hilfe Kinder und Jugendliche in sozialen Brenn- punkten durchleben können, dass ihr Einzel- beitrag Teil eines Gesamtkunstwerkes wird, das von anderen respektiert wird. Problem- kinder wirkten infolge ver- oder entzaubert. Eine Schule erhielt den Titel „Starke Schule.“ Prinzip Hoffnung.“ „Wenn ich Finger in Ohren drücke, Geräu- schen entkommen zu können, dringen sie über Knochenleitung ins Hirn. Bässe benut- zen Haut wie ein Trommelfell.Wenn ich tanz- te, wollte ich zeigen, dass ich mich von Kom- ponisten/Musik nicht beherrschen lasse.“ Madam hatte K gefragt, was er sich wünscht, er geantwortet: Ein Tonstudio. Und entführte Madam in die Welt der Klänge, in Gegenden, in denen Bimsstein Hall verschluckte, Stil- le wie eine Mauer wirkte. Er hob unhörbare Töne mit Hilfe von Beschleunigung (Wellen- bildung) in den hörbaren Bereich, senkte Mi- krofone in Flüsse und Meer und sehnt sich nach Musik aus Geräuschen von Polarlich- tern. Ein Musiker schrieb: „Noch spannender wird es, wenn die Geräuschquellen nicht aus der Natur, sondern aus der Musik kommen; so in Kulicks Werken ‚Vereinsamte Geige‘ und ‚Walzer im Blut‘, in denen die ursprüng- lichen Streichersätze nur noch aus der Ferne wahrnehmbar sind, in denen sie in ihre Ein- zelteile zerlegt wurden, um dann durch elek- tronische Filter in mysteriöse, endlos weite Sphären Einzug zu finden; hört man sich all diese Stücke direkt hintereinander an, ist ein gewisser Realitätsverlust kaum vermeidbar.“ K und Madam wollen Realität verändern. Ko- operation statt Konkurrenzkampf/Krieg, sie begründeten die Notwendigkeit von Parallel- gesellschaften, die Notwendigkeit paralleler Geldwährungen, sie gründeten die Imaginä- re Akademie der Künste, in der jeder selbst bestimmt Mitglied werden kann.
  • 12.
    Ausstellungen (Auswahl) 1994: KunstvereinJena 1996: Grafik, Kunstverein Eisenturm, Mainz 1997: Karikatur, Kunstverein Eisenturm, Mainz 1998: Fotografie, Kunstverein Eisenturm, Mainz 2000: Haus Dacheröden, Erfurt (Einzelausstellung) 2001: Galerie p.s.kunst,Wien (Einzelausstellung) 2002: Palais Palffy,Wien 2003: Art Innsbruck (Kunstmesse), Innsbruck