Praxisseminar „Datenschutz –Aktuelle Herausforderungen“ Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V., 6.10.2014 
Datenschutzaspekte beiMobile Banking undMobile Device Management
Sascha Kremer, Köln 
Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht 
Externer Datenschutzbeauftragter 
Geschäftsführer LLR DSC GmbH 
Agiles, Mobiles, Wolkiges, Virtualisiertes 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Wer?
Social Media (CC-BY-SA 4.0) 
www.twitter.com/saschakremer 
www.dpitos.de 
www.slideshare.net/saschakremer 
www.llrdsc.de 
http://www.cr-online.de/blog 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Wer?
Datenschutz 
Mobile Banking 
Mobile Device Management 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Was?
1. Block: Mobile Banking 
Begriff 
Transaktionen 
AGB 
User-Tracking 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Mobile Banking
Mobile Banking 
Abgrenzung zum Telefon Banking: 
Internet ≠ Telefon 
Abgrenzung zum Online-Banking: 
Smart Device≠ Endgerät 
App≠ Browser 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Begriff
Abgrenzung Banking und Payment 
Mobile Banking: Nutzen eines Smart Device für den Zugang zur Bank 
Mobile Payment: Anstoßen oder Bestätigen der Übertragung eines monetären Anspruchs mittels eines Smart Device 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Begriff
Transaktionen ausführen 
Über Internetanwendung der Bank = Online-Banking verkleidet als App 
über das Smart Device = Autorisieren und Verifizieren mittels NFC oder Funk(Proximity oder Remote) 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Transaktionen
personenbezogene Daten 
Speicherung von Transaktionsdaten im Smart Device (oder auf dem Server) 
Bestimmbarkeit bei Speicherung einer eindeutigen Transaktions-, Karten-oder Kundennummer jedenfalls für Betreiber gegeben (strittig) 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Transaktionen
Berechtigung zum Umgang mit pbD 
Erlaubnistatbestand, §4 Abs. 1 BDSG 
Insbesondere §28 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BDSG = Erfüllung eines Schuldverhältnisses 
Beachte: Düsseldorfer Kreis hält Möglichkeit zum anonymen Bezahlen für erforderlich (Beschluss 28./29.9.2011) 
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Transaktionen
Verpflichtung zum Umgang mit pbD 
Allgemeine Sorgfaltspflichten nach dem GWG, §3 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 4 GWG 
Vereinfachte Sorgfaltspflichten nach dem GWG, §5 Abs. 1, Abs. 2 GWG, §25i KWG 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Transaktionen
Datensicherheit insbesondere 
Transaktionsdaten sind verschlüsselt zu speichern = Zugriffs-und Weitergabekontrolle (Beschluss Düsseldorfer Kreis, 18./19.9.2012) 
Transaktionsdaten sind nach Zweck getrennt zu speichern = Trennungskontrolle 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Transaktionen
Informationspflicht des Anbieters 
Pflicht für ausgebende, aufbringende, ändernde oder bereithaltende Stelle für „Verfahren zur automatisierten Verarbeitung pbD“ auf „mobilem personenbezogenen Speicher-und Verarbeitungsmedium“, §6c BDSG 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Transaktionen
P1: Anwendbares Recht? 
Keine Dispositionsbefugnis der Parteien 
Art. 4 DSRL (§1 Abs. 5 BDSG) ist Eingriffsnorm i.S.v. Art. 9 Rom-I 
Bestimmung des anwendbaren Datenschutzrechts in AGB unwirksam, §307 Abs. 2 Nr. 1 BGB 
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AGB
P2: Einwilligung in AGB? 
§4a BDSG, §13 Abs. 2 TMG: Einwilligung ist individueller Verzicht auf Grundrecht 
Einwilligung ist „freiwillig“ bzw. „bewusst und eindeutig“ zu erteilen und „hervorzuheben“ 
Einwilligung in AGB unwirksam, §307 Abs. 2 Nr. 1 BGB 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
AGB
P3: Datenschutzerklärung = AGB? 
App = Telemedium, §1 Abs. 1 S. 1 TMG 
Verpflichtung zur Datenschutzerklärung = Wissenserklärung, §13 Abs. 1 TMG 
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AGB
P3: Datenschutzerklärung = AGB? 
Bei Einbeziehung der Datenschutzerklärung in Nutzungsvereinbarung („gelesen und einverstanden“) = AGB, §305 Abs. 1 S. 1 BGB, mit Inhaltskontrolle, §§307 ff. BGB 
Inhaltskontrolle nach anwendbarem Vertragsrecht = Bestimmung nach Rom-I 
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AGB
User Tracking im Mobile Banking 
Denkbare personenbezogene Daten: 
Zeit, Ort und Umgebung der Nutzung 
Kontakte des Anwenders 
Nutzungsverhalten des Anwenders 
Ziel: Erstellen von Persönlichkeitsprofilen und Ableiten von Verhaltensmustern 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
User Tracking
User Tracking im Mobile Banking 
Anbieter App = Verantwortliche Stelle 
Anonyme Verwendung = zulässig 
Pseudonyme Verwendung, §15 Abs. 3 TMG 
Widerspruchsrecht des Anwenders 
Hinweis in Datenschutzerklärung 
Keine Zusammenführung mit anderen pbD 
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User Tracking
User Tracking im Mobile Banking 
Gesetzliche Erlaubnis? 
Nicht erforderlich für Vertragserfüllung 
Eingriff in Kernbereich Persönlichkeitsrecht 
pbD nicht allgemein zugänglich 
§28 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 bis Nr. 3 BDSG (-) 
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User Tracking
Block 2: Mobile Device Management 
Begriff 
Datenschutz 
Datensicherheit 
Cloud 
BYOD 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Mobile Device Management
Mobile Device Management (MDM) 
Zentralisierte Verwaltung von Smart Devices mittels einer Software 
Selbst oder durch einen Dritten –ggf. als Cloud-Service –betrieben 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Begriff
Ziele des MDM 
Verfügbarkeit von Diensten und Devices 
Sicherheit von Daten und IT 
Kontrolle der Kosten 
Steigerung der Effizienz 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Begriff
Bestandteile des MDM insbesondere 
Inventarisieren der Smart Devices 
Verteilen und kontrollieren der Apps (Lizenzmanagement) 
Durchsetzen von Richtlinien 
Patch-und Problemmanagement 
(Ab)sichern von Inhalten und Diensten 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Begriff
Datenschutz im MDM 
Jederzeitiger Zugriff auf die Smart Devices 
Ausführen von Diensten und Vorgängen (z.B. Löschen/Sichern von Daten) ohne Mitwirkung des Anwenders 
Auswerten der Nutzung des Smart Devices durch den Anwender 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Datenschutz
Datenschutz im MDM 
MDM datenschutzrechtlich relevant 
Erlaubnistatbestand erforderlich 
Betriebsvereinbarung 
§§28 ff. BDSG, ggf. §§11 ff. TMG 
Einwilligung 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Datenschutz
Anwendbarkeit der §§11 ff. TMG 
Bei erlaubter oder geduldeter Privatnutzung betrieblicher Smart Devices 
Folge: Verwendung von Bestands-und Nutzungsdaten nur für Erfüllung des Vertrags oder Abrechnung (Nutzungsdaten) = regelmäßig Einwilligung erforderlich 
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TMG
Anwendbarkeit der §§91 ff. TKG 
Auch nicht bei erlaubter oder geduldeter Privatnutzung betrieblicher Smart Devices (andere Auffassung überholt) 
Es fehlt jedenfalls an der Öffentlichkeit 
Schutz von Inhaltsdaten durch BDSG und ggf. Fernmeldegeheimnis, §88 TKG 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
TKG
MDM als technische Einrichtung 
Eignung zur Überwachung von Leistung und Verhalten = Mitbestimmungsrecht Betriebsrat, §87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG 
Beachte: Betriebsrat ist (Ersatz-) Datenschutzbeauftragter für pbD der Beschäftigten, §80 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Betriebsrat
Datensicherheit beim MDM 
Treffen der erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM), §9 BDSG nebst Anlage 
Erforderlich, wenn Maßnahmen in angemessenem Verhältnis zum angestrebten Schutzzweck stehen 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Sicherheit
Beispiele erforderlicher TOM 
Remote Wipe bei Verlust des Smart Device 
Verbot der Nutzung (privater) Cloud-Lösungen 
Verbot Jailbreak auf dem Smart Device 
Absicherung von Bluetooth/WLAN 
Aussperren (unsicherer) Apps 
Trennung betrieblicher und privater Daten 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Sicherheit
Beispiel Fernzugriff auf Smart Device 
Durchsetzung TOM = Pushen von Richtlinien aus MDM auf das Smart Device 
z.B. Vorgaben Passwort 
z.B. Verbot Installation von Apps 
z.B. automatisches Backup 
Remote Wipe nach Verlust Smart Device 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
Sicherheit
MDM in der Cloud 
Kein lokaler Eigen-oder Fremdbetrieb des MDM, Auslagerung in Cloud (z.B. Airwatch) 
Auftragsdatenverarbeitung mit Anbieter MDM = §11 BDSG beachten 
Datenverarbeitung im Drittland (insb. USA) = §§4b, 4c BDSG beachten 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
MDM in der Cloud
MDM, BYOD und Datenschutz 
BYOD = bring yourowndevice 
Beschäftigter setzt privates Smart Device für betriebliche Zwecke ein 
MDM verwaltet private Smart Devices der Beschäftigten 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
BYOD
Einführung von BYOD 
Beschäftigter ist und bleibt Eigentümer des Smart Device 
Einführung nur mit Einwilligung des Beschäftigten (nicht Betriebsvereinbarung, anders MDM für BYOD) 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
BYOD
Notwendige Regelungswerke 
Zusatzvereinbarung BYOD zum Arbeitsvertrag = AGB, §§305 ff. BGB 
Richtlinie oder BV „mobiles Arbeiten“ 
Richtlinie oder BV „MDM“ 
Einwilligung „MDM“ wegen privater pbD des Beschäftigten (sonst TMG) 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management 
BYOD
Fazit 
Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management
Sascha KremerMail: sascha.kremer@llr.deTel: +49(221)55400170Fax: +49(221)55400192 
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Datenschutz bei Mobile Banking und Mobile Device Management

  • 1.
    Praxisseminar „Datenschutz –AktuelleHerausforderungen“ Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V., 6.10.2014 Datenschutzaspekte beiMobile Banking undMobile Device Management
  • 2.
    Sascha Kremer, Köln Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht Externer Datenschutzbeauftragter Geschäftsführer LLR DSC GmbH Agiles, Mobiles, Wolkiges, Virtualisiertes Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Wer?
  • 3.
    Social Media (CC-BY-SA4.0) www.twitter.com/saschakremer www.dpitos.de www.slideshare.net/saschakremer www.llrdsc.de http://www.cr-online.de/blog Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Wer?
  • 4.
    Datenschutz Mobile Banking Mobile Device Management Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Was?
  • 5.
    1. Block: MobileBanking Begriff Transaktionen AGB User-Tracking Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Mobile Banking
  • 6.
    Mobile Banking Abgrenzungzum Telefon Banking: Internet ≠ Telefon Abgrenzung zum Online-Banking: Smart Device≠ Endgerät App≠ Browser Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Begriff
  • 7.
    Abgrenzung Banking undPayment Mobile Banking: Nutzen eines Smart Device für den Zugang zur Bank Mobile Payment: Anstoßen oder Bestätigen der Übertragung eines monetären Anspruchs mittels eines Smart Device Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Begriff
  • 8.
    Transaktionen ausführen ÜberInternetanwendung der Bank = Online-Banking verkleidet als App über das Smart Device = Autorisieren und Verifizieren mittels NFC oder Funk(Proximity oder Remote) Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Transaktionen
  • 9.
    personenbezogene Daten Speicherungvon Transaktionsdaten im Smart Device (oder auf dem Server) Bestimmbarkeit bei Speicherung einer eindeutigen Transaktions-, Karten-oder Kundennummer jedenfalls für Betreiber gegeben (strittig) Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Transaktionen
  • 10.
    Berechtigung zum Umgangmit pbD Erlaubnistatbestand, §4 Abs. 1 BDSG Insbesondere §28 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BDSG = Erfüllung eines Schuldverhältnisses Beachte: Düsseldorfer Kreis hält Möglichkeit zum anonymen Bezahlen für erforderlich (Beschluss 28./29.9.2011) Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Transaktionen
  • 11.
    Verpflichtung zum Umgangmit pbD Allgemeine Sorgfaltspflichten nach dem GWG, §3 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 4 GWG Vereinfachte Sorgfaltspflichten nach dem GWG, §5 Abs. 1, Abs. 2 GWG, §25i KWG Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Transaktionen
  • 12.
    Datensicherheit insbesondere Transaktionsdatensind verschlüsselt zu speichern = Zugriffs-und Weitergabekontrolle (Beschluss Düsseldorfer Kreis, 18./19.9.2012) Transaktionsdaten sind nach Zweck getrennt zu speichern = Trennungskontrolle Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Transaktionen
  • 13.
    Informationspflicht des Anbieters Pflicht für ausgebende, aufbringende, ändernde oder bereithaltende Stelle für „Verfahren zur automatisierten Verarbeitung pbD“ auf „mobilem personenbezogenen Speicher-und Verarbeitungsmedium“, §6c BDSG Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Transaktionen
  • 14.
    P1: Anwendbares Recht? Keine Dispositionsbefugnis der Parteien Art. 4 DSRL (§1 Abs. 5 BDSG) ist Eingriffsnorm i.S.v. Art. 9 Rom-I Bestimmung des anwendbaren Datenschutzrechts in AGB unwirksam, §307 Abs. 2 Nr. 1 BGB Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management AGB
  • 15.
    P2: Einwilligung inAGB? §4a BDSG, §13 Abs. 2 TMG: Einwilligung ist individueller Verzicht auf Grundrecht Einwilligung ist „freiwillig“ bzw. „bewusst und eindeutig“ zu erteilen und „hervorzuheben“ Einwilligung in AGB unwirksam, §307 Abs. 2 Nr. 1 BGB Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management AGB
  • 16.
    P3: Datenschutzerklärung =AGB? App = Telemedium, §1 Abs. 1 S. 1 TMG Verpflichtung zur Datenschutzerklärung = Wissenserklärung, §13 Abs. 1 TMG Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management AGB
  • 17.
    P3: Datenschutzerklärung =AGB? Bei Einbeziehung der Datenschutzerklärung in Nutzungsvereinbarung („gelesen und einverstanden“) = AGB, §305 Abs. 1 S. 1 BGB, mit Inhaltskontrolle, §§307 ff. BGB Inhaltskontrolle nach anwendbarem Vertragsrecht = Bestimmung nach Rom-I Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management AGB
  • 18.
    User Tracking imMobile Banking Denkbare personenbezogene Daten: Zeit, Ort und Umgebung der Nutzung Kontakte des Anwenders Nutzungsverhalten des Anwenders Ziel: Erstellen von Persönlichkeitsprofilen und Ableiten von Verhaltensmustern Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management User Tracking
  • 19.
    User Tracking imMobile Banking Anbieter App = Verantwortliche Stelle Anonyme Verwendung = zulässig Pseudonyme Verwendung, §15 Abs. 3 TMG Widerspruchsrecht des Anwenders Hinweis in Datenschutzerklärung Keine Zusammenführung mit anderen pbD Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management User Tracking
  • 20.
    User Tracking imMobile Banking Gesetzliche Erlaubnis? Nicht erforderlich für Vertragserfüllung Eingriff in Kernbereich Persönlichkeitsrecht pbD nicht allgemein zugänglich §28 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 bis Nr. 3 BDSG (-) Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management User Tracking
  • 21.
    Block 2: MobileDevice Management Begriff Datenschutz Datensicherheit Cloud BYOD Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Mobile Device Management
  • 22.
    Mobile Device Management(MDM) Zentralisierte Verwaltung von Smart Devices mittels einer Software Selbst oder durch einen Dritten –ggf. als Cloud-Service –betrieben Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Begriff
  • 23.
    Ziele des MDM Verfügbarkeit von Diensten und Devices Sicherheit von Daten und IT Kontrolle der Kosten Steigerung der Effizienz Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Begriff
  • 24.
    Bestandteile des MDMinsbesondere Inventarisieren der Smart Devices Verteilen und kontrollieren der Apps (Lizenzmanagement) Durchsetzen von Richtlinien Patch-und Problemmanagement (Ab)sichern von Inhalten und Diensten Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Begriff
  • 25.
    Datenschutz im MDM Jederzeitiger Zugriff auf die Smart Devices Ausführen von Diensten und Vorgängen (z.B. Löschen/Sichern von Daten) ohne Mitwirkung des Anwenders Auswerten der Nutzung des Smart Devices durch den Anwender Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Datenschutz
  • 26.
    Datenschutz im MDM MDM datenschutzrechtlich relevant Erlaubnistatbestand erforderlich Betriebsvereinbarung §§28 ff. BDSG, ggf. §§11 ff. TMG Einwilligung Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Datenschutz
  • 27.
    Anwendbarkeit der §§11ff. TMG Bei erlaubter oder geduldeter Privatnutzung betrieblicher Smart Devices Folge: Verwendung von Bestands-und Nutzungsdaten nur für Erfüllung des Vertrags oder Abrechnung (Nutzungsdaten) = regelmäßig Einwilligung erforderlich Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management TMG
  • 28.
    Anwendbarkeit der §§91ff. TKG Auch nicht bei erlaubter oder geduldeter Privatnutzung betrieblicher Smart Devices (andere Auffassung überholt) Es fehlt jedenfalls an der Öffentlichkeit Schutz von Inhaltsdaten durch BDSG und ggf. Fernmeldegeheimnis, §88 TKG Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management TKG
  • 29.
    MDM als technischeEinrichtung Eignung zur Überwachung von Leistung und Verhalten = Mitbestimmungsrecht Betriebsrat, §87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG Beachte: Betriebsrat ist (Ersatz-) Datenschutzbeauftragter für pbD der Beschäftigten, §80 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Betriebsrat
  • 30.
    Datensicherheit beim MDM Treffen der erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM), §9 BDSG nebst Anlage Erforderlich, wenn Maßnahmen in angemessenem Verhältnis zum angestrebten Schutzzweck stehen Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Sicherheit
  • 31.
    Beispiele erforderlicher TOM Remote Wipe bei Verlust des Smart Device Verbot der Nutzung (privater) Cloud-Lösungen Verbot Jailbreak auf dem Smart Device Absicherung von Bluetooth/WLAN Aussperren (unsicherer) Apps Trennung betrieblicher und privater Daten Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Sicherheit
  • 32.
    Beispiel Fernzugriff aufSmart Device Durchsetzung TOM = Pushen von Richtlinien aus MDM auf das Smart Device z.B. Vorgaben Passwort z.B. Verbot Installation von Apps z.B. automatisches Backup Remote Wipe nach Verlust Smart Device Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management Sicherheit
  • 33.
    MDM in derCloud Kein lokaler Eigen-oder Fremdbetrieb des MDM, Auslagerung in Cloud (z.B. Airwatch) Auftragsdatenverarbeitung mit Anbieter MDM = §11 BDSG beachten Datenverarbeitung im Drittland (insb. USA) = §§4b, 4c BDSG beachten Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management MDM in der Cloud
  • 34.
    MDM, BYOD undDatenschutz BYOD = bring yourowndevice Beschäftigter setzt privates Smart Device für betriebliche Zwecke ein MDM verwaltet private Smart Devices der Beschäftigten Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management BYOD
  • 35.
    Einführung von BYOD Beschäftigter ist und bleibt Eigentümer des Smart Device Einführung nur mit Einwilligung des Beschäftigten (nicht Betriebsvereinbarung, anders MDM für BYOD) Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management BYOD
  • 36.
    Notwendige Regelungswerke ZusatzvereinbarungBYOD zum Arbeitsvertrag = AGB, §§305 ff. BGB Richtlinie oder BV „mobiles Arbeiten“ Richtlinie oder BV „MDM“ Einwilligung „MDM“ wegen privater pbD des Beschäftigten (sonst TMG) Sascha Kremer: Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management BYOD
  • 37.
    Fazit Sascha Kremer:Datenschutzaspekte bei Mobile Banking und Mobile Device Management
  • 38.
    Sascha KremerMail: sascha.kremer@llr.deTel:+49(221)55400170Fax: +49(221)55400192 Fragen? Fragen!